Gerhard Völkle

ROSTSPUREN - COLOURED OXIDATIONS

Bilder      Collagen      Skulpturen

von Walter Wagner im August 2010

Im Alter von 16 bis 18 hatte Gerhard Völkle sein sportliches Hoch und wurde mehrmals Südbadischer Meister. Allerdings nicht als Läufer, sondern in der Leichtschwergewichtsklasse bis 82,5 Kilo war er als Gewichtheber aktiv. Nach Bundeswehr und dreijähriger kaufmännischer Lehre fand er nicht mehr zurück zum Gewichtheben. Als Vollzeitbeschäftigter fehlte ihm einfach die Zeit zum Training. Er verlor den Spaß daran.

Nach Jahren der Sportabstinenz fand er in den Achtzigern Gefallen am Laufen. Nur so, für sich. Ein Freund sagte ihm: "Es gibt auch Volksläufe." Mehr durch Zufall stand er dann auch mal an der Startlinie. Der Ehrgeiz trieb ihn. Bald lief er bei einem Zehner mit, den er geradeso durchstand. Doch nach zwei Laufjahren gab er sein Marathondebüt und lief den Schwarzwald Marathon in 3:58 h. Später verbesserte er sich bis auf 2:41 h (Frankfurt) und lief auch den K78 beim Swissalpine in Davos sowie verschiedene Bergläufe. Knieprobleme zwangen ihn dann verstärkt aufs Rennrad, längst hatte er auch Triathlon Erfahrung. Heute läuft er noch regelmäßig zwei Mal die Woche. Nur für den Hausgebrauch und mit Rücksicht auf die Knie. Ansonsten fährt er eben viel Rad.

Nun haben sich die Wege von Gerhard Völkle mit dem Laufen erneut gekreuzt. Allerdings geht es jetzt nicht mehr darum eine bestimmte Strecke zu schaffen oder diese möglichst schnell zurückzulegen. Er stellt sich der Herausforderung, das Laufen künstlerisch festzuhalten. 1953 in Lörrach geboren, ist er seiner Heimat verbunden geblieben. Sein Atelier befindet sich in Binzen, am Rande des südlichen Schwarzwalds. Beruflich war er viel auf Reisen. Er hat auch eine starke Verbindung zur Kanaren Insel Lanzerote und seinen Arbeiten ist das raue Vulkangestein nicht fremd.

 
Gerhard Völkle mit einer seiner Läufer-Skulpturen

Zum Ausdruck bringt er die über Jahre hinweg angesammelten und aufgenommenen Begriffe, Bilder und "Blick-Erfahrungen". Es sind vielleicht auch gerade deshalb naturnahe Farben und Formen, die selbst seine abstrakten Arbeiten zugänglich machen. Nichts Überzogenes, Schrilles. Der Reichtum einer Oberfläche, die sich wölbt, die reißt, die aufbricht, fein und luzid; Strukturen, die sichtbar werden; das Farbspiel der Oxidation; - und doch ein ganz eigener Stil. Malerei und Skulptur beschäftigen Gerhard Völkle seit 35 Jahren. Er hat die Kunstgewerbeschule Basel und die Kunstakademie in Bad Reichenhall besucht. Ob scherenschnitthafte Figuren oder Dreidimensionales, nur selten verzichtet Völkle auf seinen geliebten Rost.

 

"Wer rastet, der rostet", Eisen, Sauerstoff… Die Themen sind auch im Banalen übergreifend und verbinden Laufen mit seiner Kunst. Gerhard Völkle lässt sich selbstverständlich nicht auf seine Arbeiten zum Thema Laufen reduzieren. Ob "Menschen im Hotel", "The Gang" oder "marketplace of happiness" erstreckt sich sein Wirken auf viele Lebensbereiche und Situationen. Doch sind es die Laufbilder und Läuferskulpturen, die Gerhard Völkle für LaufReport Leser besonders interessant macht.

Metalloxidationen auf Acrylglas von Gerhard Völkle

Noch sind die Werke von Gerhard Völkle, der bereits auf etliche Ausstellungen in ganz Deutschland und im angrenzenden Ausland verweisen kann, erschwinglich. Ein Bild auf Acrylglas kostet um 130 Euro, eine Skulptur ist ab 400 Euro zu haben. Wer also seine Privatsphäre bereichern möchte oder mal was "Rostiges" verschenken will - dabei ist es durchaus möglich auch eigene Vorstellungen in Auftrag zu geben, schließlich sind es immer Unikate - sollte sich ohne Zögern an Gerhard Völkle wenden.

Atelier Gerhard Völkle
Albert-Schweitzer-Straße 35
D-79589 Binzen

Telefon +49 (0) 7621 63541
Email gerhardvoelkle@t-online.de
Internet www.atelier-voelkle.de

"Gerhard Völkle" vorgestellt und fotografiert von Walter Wagner

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