Sabine Rankel im Porträt:

Irgendwie sind wir verrückt?

Zwei Kinder, Haushalt, Hund – für einige würde das schon reichen. Dann noch eine Halbtagsstelle als Krankenschwester auf der Intensivstation in der Ludwigshafener Unfallklinik. Dazu zwei Kinderturngruppen, einmal Ganzkörpergymnastik, Sportabzeichen-Abnahme. Das reicht? Ach so noch was – und deshalb schreibe ich hier für laufReport über diese Frau: Sabine Rankel trainiert auch noch vier Mal in der Woche so effektiv, dass sie die „Pfälzer Bergkönigin“ genannt wird. Zu Recht, denn Sabine ist am Berg hier in der Region unschlagbar.

Die 37-jährige vielbeschäftigte Powerfrau ist nicht nur beim Pfälzer Bergpokal ohne Konkurrenz. Auch beim Heidelberger Halbmarathon ist sie das Maß aller Dinge. 1997 und 1998 hatte sie gewonnen. Danach folgte Babypause. 2003 und 2004 stand sie wieder ganz oben auf dem Treppchen. Vier Starts vier Siege – das ist einmalig.

Auch dieses Jahr wieder hat sie Heidelberg im Plan. Eine Woche zuvor läuft die Mutter zweier Töchter (fünf und acht Jahre) allerdings noch die Pfalz-Seniorenmeisterschaften im Halbmarathon in Maximiliansau. Doch Maximiliansau ist eine flache Wendepunktstrecke: „Das ist nicht mein Ding.“ Sabine Rankel braucht es bergig. „Das ist Kopfsache. Aber mir fällt es so schwer, auf der Ebene das Tempo zu halten.“

Bergläufe - nicht zuuu lang – das ist ihr Revier. Welches ist ihr schönster Lauf? „Am meisten Ehrgeiz entwickle ich immer am Donnersberg. Und die Kalmit liebe ich auch.“

Marathon wollte sie eigentlich nie laufen, aber der Marathon Deutsche Weinstraße war dann doch immer Motivation. Mit 3:09 stieg sie dort in die Marathonszene ein. Inzwischen steigerte sie sich dort auf 3:03. Bisher war sie immer unter den ersten Frauen und kam in die Geldpreisränge für die besten Läuferinnen der Region. Ein löbliches Engagement für regionale Stars: „Das ist der einzige Lauf, der für mich lukrativ ist.“

Ein Handikap schleppt sie immer mit sich: Durch ihr Asthma muss sie bei einem Wettkampf immer ein Spray mit sich führen. „Berghoch brauch´ ich es ein- bis zweimal, bergrunter, wenn ich richtig schnell laufe, öfter.“ Daher gefallen ihr Läufe mit Tempowechsel gar nicht.

Neben Heidelberg ist die Deutsche Berglauf-Meisterschaft am 17. Juni in Kappelrodeck ein weiterer Saisonhöhepunkt. „Da werde ich nur unter ferner liefen landen,“ meint die Grünstadterin bescheiden.

Ansonsten würde sie gerne in den Bereich ihrer Bestzeiten kommen – „das Schnellere reizt mich mehr, als auf längere Strecken zu gehen“. Ihre persönlichen Rekorde stehen bei 36:49 für die 10km, 1:20 für den Halbmarathon und 3:00:09 (Karlsruhe 1999) für den Marathon. „Bisher lief die Saison von den Zeiten her noch nicht so toll.“ Eine Erkältung warf sie zurück. Sie hätte sich noch schonen sollen. Dennoch startete sie in Landstuhl und in Rheinzabern. Danach war sie ausgelaugt. „Kaum sind wir Läufer wieder halbwegs auf den Beinen, rennen wir wieder mit. Irgendwie sind wir schon verrückt“.

Sabine Rankel vorgestellt von Birgit Schillinger

Fotos: LaufReport Archiv

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