|
www.LAUFREPORT.de
- P o r t r a i t -
|
|
![]() |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Hallo, hat jemand Lust auf Bergtraining? Und wohnt im Umkreis von Ubstadt? Dann sollte er/sie sich mit Frank Nase in Verbindung setzen (Email siehe oben). Denn der begeisterte Bergläufer hat schon öfter Sportfreunde zum Berglaufen mitgenommen, Trainingstipps weitergegeben und andere mit seiner Lauflust angesteckt. Der 46-jährige Familienvater hat sich seit einigen Jahren nun ganz auf das Berglaufen spezialisiert. Zu seinen Highlights gehören beispielsweise der Jungfrau-Marathon und der Mystery-Inferno-Lauf. Letzterer ist ein Halbmarathon, der es in sich hat: 2175 Höhenmeter, die letzten eineinhalb Kilometer mit 400 Höhenmeter, Ziel ist auf dem Schilthorn.
Frank Nase ist dreifacher Deutscher Titelträger – über 10.000m - bei den Behindertenmeisterschaften. Er hat von Geburt an ein Handikap an Arm und Schulter, so dass er mit dem Behinderungsgrad 50% startberechtigt in der offenen Klasse F46 ist. Er könnte dort jedes Jahr den Titel holen. „Aber das interessiert mich nicht mehr. Ich fühle mich nicht wie ein Behinderter.“ Obwohl ihm der Armschwung fehlt, läuft er Zeiten, von denen viele Nicht-Behinderte träumen. Seine 34:46 Minuten für 10 Km Straße beispielsweise sind besonders beachtlich.
Seit 20 Jahren läuft Frank Nase im TSV 05 Rot und ist für seinen Verein bei der badischen Volkslaufmannschafts-Meisterschaft immer dabei. Der Mann aus Ubstadt hatte zunächst mit Radrennen angefangen, dann sogar einige Jahre Triathlon gemacht: „Ganz früher, als Triathlon noch nicht so populär war.“ Beim Schwimmen ist er – durch sein Armhandikap – „fast ertrunken“ und rollte dann das Feld von hinten auf. Aber dann war das Triathlontraining ihm doch zu viel Zeitaufwand und er stieg aufs Laufen um. In 20 Jahren hat er nun 258 Wettkämpfe absolviert und ist insgesamt 64.000 Kilometer gelaufen. „Marathon bin ich nur 13 Mal gelaufen, ich mache lieber die kurzen Strecken.“
1992 nahm er zum ersten Mal beim Schwarzwald-Berglaufpokal teil. Er wurde Dritter in der stark besetzten M30 – Das war der Auslöser, sich auf die Bergläufe zu verlegen. Beim Jungfraumarathon kam er unter 4000 Startern auf Rang 402, mit 4:21 trotz Krampf. Und nächstes Jahr möchte er 4:05 laufen. „Die Julia Alter motiviert mich“ verrät er sein Vorbild…Berge liebt er ohnehin. Das Hobby, das er mit seiner Frau Ute teilt ist Bergwandern. Früher sind die drei Kinder noch mitgekommen: Mario (geb. 1983), Benjamin (1986) und Janina (1988). Inzwischen gehen Frank und Ute meist ohne Nachwuchs. Beide wandern gerne in Österreich oder der Schweiz. Das sind dann schon große Touren von bis zu zehn Stunden. An einem „normalen“ Wochenende geht Frank vormittags joggen und nachmittags mit seiner Frau wandern.
Fünf bis sechs Mal in der Woche ist Lauftraining angesagt. Da Frank Wechselschicht bei Heidelberger Druckmaschinen (seit 28 Jahren) arbeitet, kann er auch im Hellen trainieren. Aber wenn nach der Spätschicht (14 bis 22:30 Uhr) Schnee liegt und der Vollmond scheint, dann kann es passieren, dass er noch die Schuhe schnürt und im Dunkeln eine Laufrunde genießt: „Das ist dann einfach so herrlich zu laufen.“
Für Frank Nase steht das Genießen im Vordergrund. „Für die Zukunft haben meine Frau und ich eine neue Herausforderung: alpines Bergwandern – richtig mit Pickel und so. - Wenn ich mal nicht mehr so gut laufe…“ Bis das eintritt, das dürfte aber sicher noch eine Weile dauern.
Portraitiert von Birgit Schillinger