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16.01.2003 - Das Interview mit dem ASICS-Star1. Teil: Naoko Takahashi visiert in Athen die zweite olympische Goldemaille im Marathon an HIER 2.Teil: Takahashi läuft durchs Leben HIER |
Naoko Takahashisie ist die Laufikone der Marathonszene und in ihrem Heimatland seit dem 24.09.2000 eine lebende Legende: an diesem Tag gewann sie in Sydney als erste Japanerin olympisches Gold in einem Leichtathletikwettbewerb. Die 2-fache Siegerin des Berlin Marathons lief als erste Frau der Welt unter 2:20 Stunden und lockt bei ihren Läufen - egal wo in der Welt - die Hälfte aller Japaner (immerhin 55 Millionen!) vor den Bildschirm der TV-Geräte. Im
Interview beantwortete Naoko Takahashi Fragen wie |
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Wer waren Ihre Vorbilder in der
Leichtathletik als Jugendliche?
NAOKO TAKAHASHI: Ich würde sagen Abebe Bikila, der zweimalige Goldmedaillen
Gewinner aus Äthiopien (1960 in Rom, 1964 in Tokio, Anm. Nordpol PR Division).
Leider habe ich ihn nie persönlich kennengelernt (Abebe Bikila starb 1973, Anm.
Nordpol PR Division), aber aus Erzählungen und aus Büchern weiß ich, dass er
ein großer Athlet war. Er ist immer noch überall auf der Welt als ein großartiger
Läufer bekannt, das bewundere ich.
Ab welchem Alter haben Sie die
Olympische Spiele wahrgenommen und welche Leistungen sind Ihnen besonders im
Gedächtnis geblieben?
Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wann ich angefangen habe die Olympischen
Spiele zu sehen, aber (Yuko) Arimori hat mich am meisten beeindruckt. Ich kann
mich noch ganz genau an ihren Lauf erinnern, alle anderen Athleten habe ich
nur noch verschwommen vor Augen. Ich habe so viele Wettkämpfe gesehen, dass
ich nicht mehr genau zuordnen kann, was zu Olympia gehörte und was nicht. Die
Teilnahme an den Olympischen Spielen war schon damals mein großes Ziel.
Welche anderen Interessen haben
Sie neben Ihrem Sport und haben Sie noch Zeit um am gesellschaftlichen Leben
teilzunehmen?
Eigentlich bin ich ganz auf meinen Sport fokussiert, ich sehe die Nachrichten.
Ansonsten habe ich keine Zeit für Kino, Theater oder ähnliches, ab und zu ein
Video sehen, mehr geht nicht.
Ihr Gewinn in Sydney beendete
die lange Durststrecke der japanischen Leichtathletik. Glauben Sie, dass Ihr
Sieg die "Dabeisein-Ist-Alles-Mentalität" der Japaner bei Olympischen Spielen
geändert hat?
Ja, ich glaube die Einstellung hat sich geändert. Als ich 1997 das 5000 m Finale
bei der Leichtathletik WM in Rom erreicht habe, war das noch eine Sensation,
das erste mal, dass ein japanischer Leichtathlet das geschafft hatte. Nun starten
mehr und mehr Japaner bei Events außerhalb von Japan, wo die Konkurrenz einfach
sehr viel größer ist und eine viel größere Leistungsdichte vorhanden ist. Außerdem
habe ich den japanischen Athleten gezeigt, dass ein Japaner international bestehen
kann. Nun haben sie das Gefühl, dass sie es auch schaffen können. Im Marathon
habe ich mit meiner Zeit von unter 2:20 Std. eine Schallmauer durchbrochen,
nun liegt diese bei 2:15 Std., diese Leistung bewirkt, dass die japanische Leichtathletik
von der Welt und auch von sich selbst ganz anders wahrgenommen wird.
Ihr Trainer Yoshio Koide wird
ein großer Anteil an Ihrem Erfolg eingeräumt. Denken Sie, dass die japanischen
Athleten von Ihren Coachs genügend ermutigt werden? Sind die japanischen Athleten
zu bevormundet?
Das ist eine Frage, die ich nicht abschließend beantworten kann. Mein Trainer
ist für mich eine außerordentlich wichtige Person, ohne ihn wäre ich heute nicht
da, wo ich jetzt bin. Es gibt japanische Sportler, die sehr zufrieden mit ihren
Trainern sind und natürlich auch welche, die sind es nicht. Ich glaube, das
man nicht generell sagen kann dieser Trainer ist besser als der andere, sondern
das es wichtig ist, dass die Chemie zwischen dem Trainer und dem Athleten stimmt.
Die japanischen Athleten suchen sich zu oft ihren Trainer nicht selbst aus,
sondern lassen zu, das äußere Einflüsse bestimmen, wer sie trainiert. Sie sollten
aktiver bei der Auswahl ihrer Trainer sein. Das Training an sich unterscheidet
sich nicht gravierend, alle laufen so zwischen 40-50 Km am Tag, die Chemie zwischen
Trainer und Athlet macht den Unterschied aus.
Ist es denn möglich, dass japanische
Athleten ihren Coach frei aussuchen?
Ich denke, dass noch immer sehr wenige ihren Trainer selbst aussuchen, besonders
wenn Schüler vor der Entscheidung stehen, ob sie Leichtathletik professionell
betreiben sollen oder nicht, lassen sie sich oft von anderen beeinflussen, wo
und bei wem sie trainieren sollen.
Ich bin der Meinung, man sollte sie an die Hand nehmen, aber sie letztlich die
Entscheidung treffen lassen, sonst verbringen sie möglicherweise entscheidende
Jahre mit einem Trainer, der nicht zu ihnen passt.
Ihr Trainer Koide sagt von Ihnen,
dass Sie sehr leicht zu trainieren sind , da Sie genau das machen, was man Ihnen
sagt. Können Sie dieses Zitat bestätigen?
Es ist schon so, dass ich nicht einfach sage: "Ich mache das nicht." Mein Trainer
versucht mir ja zu helfen. Wenn ich aber Bedenken habe, spreche ich das an und
wir diskutieren darüber. Grundsätzlich ist es aber schon so, dass wir in die
gleiche Richtung denken
Können Sie uns sagen, welcher
Marathon Ihnen klargemacht hat, dass Sie mit den Besten der Welt mithalten können?
Ich habe nie gedacht und denke es immer noch nicht, dass ich mit den Weltbesten
über 5000 Meter mithalten kann. An Marathon habe ich lange Zeit nicht gedacht,
erst als ich Arimori im TV laufen sah, dachte ich, dass ich es doch auch mal
versuchen könnte. Zum ersten Mal wünschte ich mir einen Marathon bei Olympia
zu laufen. Dieser Wunsch war stärker als alles andere, was ich bis dahin wollte.
Hiromi Suzuki, meine Trainigspartnerin, gewann 1997 die Weltmeisterschaft im
Marathon, da ich das gleiche Pensum absolvierte, begann ich an meine Chance
zu glauben. 1998 bei den Asienmeisterschaften in Thailand gewann ich und von
diesem Zeitpunkt an glaubte ich, dass ich meine Träume in die Tat umsetzen könnte.
Gibt es einen Trainingspartner,
dem Sie den Sprung an die Weltspitze zutrauen?
Das kann ich nicht beantworten, da ich mich eigentlich nur mit mir selbst beschäftige,
aber es ist auch sehr schwer einzuschätzen. Als ich z.B. angefangen habe zu
laufen, war ich die Nr. 45 von 47 Teilnehmern, dann wurde ich die Nr. 30, dann
die Nr. 20, dann die Nr. 10 und dann stellte ich eine neue Bestzeit auf. Wenn
ich nicht so hart trainiert hätte, wäre ich immer die Nr. 45 geblieben. Man
muß kontinuierlich an sich arbeiten.
Es ist selbstverständlich, dass
man auf Ihrem Level eine unglaubliche Kondition braucht, aber wieviel Prozent
macht die Psyche während eines Marathons aus?
Die Psyche spielt im Marathon eine große Rolle, sogar wenn man in einer physisch
großartigen Verfassung ist, kann man nur Großes leisten, wenn Körper und Geist
im Einklang sind.
Sie haben früher gesagt, dass
es für Sie zwei große Ziele gibt: Die Goldmedaille bei Olympia und der Weltrekord
im Marathon, nun haben Sie beides erreicht. Wie motivieren Sie sich nun?
Ich setze mir ständig Ziele, das schlimmste ist für mich kein Ziel vor Augen
zu haben. 1999 als ich nicht bei den Weltmeisterschaften von Sevilla starten
konnte und die Olympischen Spiele in Sydney ganz weit weg waren, war das eine
sehr schlimme Zeit für mich. Aber ich fing mich wieder, trainierte hart, holte
mir Selbstvertrauen und realisierte mein Ziel. Mein neuer großer Traum ist es
nun, zweimal in Folge die Olympische Goldmedaille zu holen.
Jetzt sind Sie dreißig Jahre alt
und stehen im Zenit Ihrer Karriere, haben Sie schon Pläne für die Zeit danach?
(Yuko) Arimori und (Hiromi) Suzuki haben mir gesagt, dass ab dreißig der Körper
nicht mehr mitmacht, aber mir ist das bis jetzt noch nicht aufgefallen. Ich
brauche nur mehr Regenerationszeit als früher, aber ich laufe immer noch schneller
als die Jüngeren. Ich möchte noch zwei Jahre mein Niveau halte, um mein Ziel
zu erreichen und Gold in Athen gewinnen zu können. Danach werde ich aufhören,
professionell zu laufen. Aber ich plane noch bis 40 – 50 Jahre zu laufen. Mit
dem "danach" habe ich mich noch nicht beschäftigt, ich möchte mich durch nichts
von meinem großen Ziel abbringen lassen.
Sie verbringen die meiste Zeit
mit dem Laufen. Was haben Sie für Hobbys?
Ich habe keine Zeit für Hobbys. Normalerweise habe ich Sonntags trainingsfrei,
aber ich habe nur ca. 10 Tage im Jahr wirklich frei, dann versuche ich mich
zu entspannen, durch Shopping o. ä.. Reisen wäre eine Sache, die ich wirklich
gerne tun würde.
Was für Musik mögen Sie?
Ich höre eigentlich nur japanische Musik, Yutaka Ozaki mag ich gerne, ansonsten
sehe ich nur MTV oder höre CD Compilations.
Haben Sie Geschwister?
Ich habe eine Bruder, er heißt Tetsuro. Er ist seit zwei Jahren verheiratet
und arbeitet für Toyota.
Haben Sie ein Lieblingssprichwort
oder ein besonderes Motto?
An einem kalten Tag, wenn Blumenkelche nicht blühen, lasse deine Wurzeln tief
in die Erde wachsen, dann wird der Tag kommen, an dem Du eine wunderschöne Blüte
haben wirst. Ich habe es von meinem Lehrer und es bedeutet, dass man mit harter,
ausdauernder Arbeit Durststrecken überwinden kann und am Ende belohnt wird.
Was für Ratschläge würden Sie
einem Kind mit auf den Weg geben, wenn es ein erfolgreicher Athlet werden möchte?
Ich würde einem Kind mit auf den Weg geben, dass man immer eine Chance hat,
seine Ziele zu verwirklichen. Wenn man hart an sich arbeitet und das Laufen
etwas ist, was man liebt.
Was halten Sie von Paula Radcliffe,
der derzeitigen Weltrekordhalterin?
Ich halte sie für eine großartige Läuferin, manchmal glaube ich kaum, dass ich
mit ihr mithalten kann. Im Moment könnte ich sie wahrscheinlich nicht schlagen,
aber in Athen ist es etwas anderes. Ich glaube an das Sprichwort, dass bei Olympia
der Wind anders weht. Ich glaube, dass es bei diesem einen Rennen keine Favoriten
gibt, alles ist möglich. In den zwei Jahren bis Olympia wird es noch den einen
oder anderen geben, der in die Weltspitze vorstößt, aber dies wird mich nur
dazu antreiben, noch härter zu trainieren.
Jedesmal wenn Ihre Rennen im japanischen
Fernsehen übertragen werden, gibt es fantastische Einschaltquoten. Den Berlin
Marathon sahen 55 Millionen Japaner, also die Hälfte der Bevölkerung. Überwältigt
Sie diese Interesse?
Es macht mich glücklich und stolz. Diese Leute feuern mich an und freuen sich
für mich, obwohl ich in den letzten Jahren nur einmal im Jahr gelaufen bin.
Sie haben mich nicht vergessen und das macht mich stolz. Dies ist eine großartige
Sache in der heutigen Zeit, in der so viel Sportarten um die Gunst des Zuschauers
konkurrieren. Es macht mich stolz, dass ich ein Teil der Marathon Tradition
geworden bin, dafür bin ich sehr dankbar.
(Quelle: Japan Times - das Original-Interview lesen Sie unter: http://www.japantimes.co.jp/cgi-bin/getsp.pl5?sp20030110a1.htm)
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Naoko Takahashi16.01.2003 - 2. Teil des Interviews mit dem ASICS-StarÜberraschende Einblicke ins Training und den Alltag |
Takahashi läuft durchs LebenDie Olympiasiegerin von Sydney wurde am 24.09.2000 in ihrem Heimatland zur Legende, als sie als erste Japanerin Gold in einem Leichtathletikwettbewerb gewann. Sie durchbrach als erste Frau die magische Schallmauer von 2:20 Std. und gewann 6 Marathonläufe in Folge, den letzten2002 in Berlin. Die Siegesserie sollte eigentlich in Tokio fortgesetzt werden, aber eine gebrochene Rippe verhinderte den Ausbau ihrer beeindruckenden Serie. |
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Wie fühlen Sie sich momentan im
Anbetracht Ihrer Verletzung?
NOAKO TAKAHASHI: Meine Verletzung ist schon wesentlich besser, im täglichen
Leben spüre ich sie schon nicht mehr, aber beim Laufen habe ich noch Atembeschwerden,
demnächst werde ich wieder anfangen, leicht zu trainieren.
Das ist das zweite aufeinanderfolgende
Jahr, indem Sie sich verletzt haben. Sie gelten als jemand, der ein gigantisches
Trainingspensum absolviert. Sie selbst sagen, dass Sie nicht glauben, dass es
jemanden gibt, der härter trainiert als Sie. Glauben Sie, dass Ihr Körper jetzt
anfängt, den Preis für eventuellen Raubbau zu zahlen?
Für die Olympischen Spiele habe ich mich beispielsweise fünf Monate lang vorbereitet,
dieser Zeitraum ermöglicht es mir, genügend zu regenerieren. Auf den Berlin
Marathon konnte ich mich dagegen nur zwei Monate lang vorbereiten, habe aber
das gleiche Pensum absolviert wie vor den Olympischen Spielen. Das ist natürlich
ein Risiko, da kleinere Zerrungen oder ähnliches nicht auskuriert werden können
und man Gefahr läuft, sich ernsthaft zu verletzen. Ich strebe grundsätzlich
die bestmögliche Form an, egal ob ich mich nun zwei oder fünf Monate vorbereiten
kann, es ist mein eigener Ehrgeiz, der mich dazu antreibt.
Kurz vor dem Berlin Marathon 2001
haben Sie während ihres Höhentrainings gesagt, dass Sie manchmal bis zu 80 Kilometer
täglich laufen. Das ist eine unglaubliche Distanz! Ist das nicht schon des Guten
zuviel?
Ich laufe natürlich nicht jeden Tag 70 Kilometer, es gibt auch Tage, an denen
ich nur 20 Kilometer laufe. Aber die Tatsache, dass ich es kann, gibt mir Selbstvertrauen
und das Gefühl optimal vorbereitet zu sein.
Können Sie am Tag nach einer solchen
extremen Anstrengung trainieren?
Ich würde 40 Kilometer laufen, nicht an einem Stück, aber zum Beispiel morgens
20 und abends noch einmal 20 Kilometer. Eine Distanz von 70 Kilometer laufe
ich auch nicht am Stück, sondern das ist die Summe der Kilometer, die ich an
einem Tag absolviert habe. Also zum Beispiel 50 Kilometer am Morgen und dann
20 am Abend.
Nach welchen Kriterien erstellen
Sie Ihre Trainingspläne?
Das hängt natürlich davon ab, wann der nächste Wettkampf stattfindet. Man hat
einen Trainingsplan, der einen Zeitraum von ungefähr zwei Monate umfasst und
der zwischen Ausdauer- und Schnelligkeitstraining und Regenerationsphasen variiert.
Können Sie uns den Ablauf eines
typischen Tages während Ihres Höhentrainings beschreiben?
Der Tag fängt gegen 5:50 Uhr morgens an, um 6:30 treffen wir uns, eine 5er Gruppe,
zum ersten Laufen. Gegen 9:00 ist Frühstück. Danach ist Zeit zur Regeneration
bis 14:30, ab dann wird das Training analysiert bis ungefähr 19:30. Danach eine
erneute Trainingseinheit und um ca. 22:00 fallen wir dann todmüde ins Bett.
Das Frühstück und Abendbrot wird von einem Koch zubereitet, aber das Mittagessen
bestimmen wir. Wir essen sehr genau auf die notwendigen Nährstoffe abgestimmte
Kost, viel japanisch, z.B. hijiki (Meeresalgen) and natto (vergorene Sojabohnen).
Aber ich kann essen, was ich möchte, durch das Training verbrenne ich so viel,
dass ich nicht auf mein Gewicht achten muß. Ein 2 kg Steak ist z.B. kein Problem
oder auch 50 Sushi Röllchen esse ich problemlos.
Und wie sieht Ihr Training in
Japan aus?
Es gibt im Grunde keinen Unterschied im Ablauf, außer dass ich noch etwas früher
aufstehen muss.
Seit Ihrem Olympiasieg hat sich
Ihr Leben grundlegend geändert, was sind die für Sie gravierendsten Änderungen?
Das was sich natürlich am meisten geändert hat sind die Reaktionen der Umwelt.
Ich bin der Meinung, dass sich mein Charakter nicht geändert hat, auch nicht
meine Einstellung zum Training. Das permanente Interesse der Öffentlichkeit,
ist das Schwierigste. Die Autogrammwünsche, die man aus Zeitmangel nicht erfüllen
kann und die damit verbundene Enttäuschung der Leute ist z.B. eine Sache, mit
der ich nicht gut umgehen kann.
Würden Sie gerne wieder eine normale
Person sein?
Ich bin eine normale Person, der Rummel ist etwas abgeebbt und ich habe mich
auch daran gewöhnt. Ich bewege mich in Tokio ganz normal, wie alle anderen Personen
auch.
Nach dem Olympiasieg hatten Sie
sehr viele gesellschaftliche Verpflichtungen, dann tauchte ein Foto in einem
Magazin auf, das Sie mit ein paar Kilo mehr zeigt und es gab böse Zunge, die
behaupteten Sie wären außer Form. Hat Sie das verletzt?
Das hat mich schon getroffen. Es ist nun einmal so, dass ich eigentlich relativ
leicht zunehme und nur mein hartes Training bewirkt, dass ich so schlank bin.
Sobald ich nicht mehr ganz so hart trainiere, nehme ich zu, aber ich bin deshalb
nicht völlig außer Form.
Sie werden mit den Worten zitiert:
"Ich habe weder einen Mann, noch einen Freund. Ich habe keine Zeit für so etwas,
da ist immer ein Wettkampf oder das tägliche Training im Weg." Muss man sein
Privatleben opfern, um Ihre Erfolge zu feiern und um an der Weltspitze bleiben
zu können?
Ich bin der Meinung, dass ich Tag für Tag meine Position verteidigen muss. Es
ist jeden Tag aufs neue eine Überwindung, das harte Training auf sich zu nehmen.
Jeder denkt von mir, dass ich eine starke Person bin, aber ich fühle mich oft
schwach, gerade im Moment, da ich verletzt bin und nicht so leistungsfähig wie
normal. Ich konzentriere mich also immer voll und ganz auf den Sport, und so
kommen romantische Gefühle gar nicht erst auf. Früher habe ich mir natürlich
auch gewünscht, der großen Liebe zu begegnen und zu heiraten, aber im Moment
bin ich zufrieden, Single zu sein und mich voll und ganz auf meinen Sport konzentrieren
zu können.
(Quelle: Japan Times - das Original-Interview lesen Sie unter: http://www.japantimes.co.jp/cgi-bin/getsp.pl5?sp20030109a1.htm)
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