Fabienne Amrhein

Ziele immer fest im Blick:

Dank gutem Zeitmanagement bringt Fabienne
Amrhein Studium und Sport unter einen Hut

von Birgit Schillinger im Juni 2015 

"Bin eher der Typ, den man bremsen muss." Fabienne Amrhein braucht keinen Trainer, der sie antreibt. Motivation hat sie selber ausreichend. "Christian Stang ist genau der richtige Trainer für mich." Mit ihm zusammen kann sie sich realistische Ziele setzen und dann bei Wettkämpfen ihr Potenzial abrufen.

Die 22-jährige Mittel- und Langstreck´lerin geht sehr zielstrebig durchs Leben - nicht nur, was den Sport betrifft. Das Abi schaffte sie in Wiesloch mit einem Schnitt, der rechnerisch sogar besser als die 1,0 auf der Urkunde ist. Jetzt studiert sie im vierten Semester Bio-Chemie in Heidelberg, was alleine schon sehr zeitaufwändig ist. Dennoch zieht sie acht Trainingseinheiten pro Woche durch. Eine davon ist Radfahren (im Sommer mit dem Crosser, im Winter Spinning) und einmal wöchentliches Bergtraining bringt ebenfalls Abwechslung.

Fabienne Amrhein (1. Reihe links) am Start des Trail-Marathons Heidelberg
mit großem Team der MTG Mannheim
Christian Stang, ehemaliger 3000mHi Spitzenläufer, fungiert erfolgreich als Leichtathletik-Trainer in der Metropolregion Rhein-Neckar

Ihre "Lieblingsdisziplin" ist der Crosslauf. Hier war sie dieses Jahr dritte Frau bei den Deutschen Meisterschaften, ihr größter Erfolg von der Platzierung her. Bei der letztjährigen Europameisterschaft kam sie sogar auf einen 28. Einzelplatz und mit dem Team auf Rang vier.

 

Die Straßenläufe oder zu lange Strecken reizen sie nicht: "Das Bahnlaufen macht mir mehr Spaß". Zum Glück. Denn ihre Bahn-Bestzeiten sind klasse: Beim Koblenzer "Mini-Internationalen" lief sie kürzlich mit 16:23 Minuten über 5000m persönlichen Rekord. Damit liegt sie in der deutschen Jahresbestenliste auf Rang zehn. Über 1500m hat sie eine 4:29 stehen und über 800m sogar eine 2:11, was auf eine gute Grundschnelligkeit schließen lässt.

Mit viereinhalb Jahren kam Fabienne zur Leichtathletik, in ihrem damaligen Wohnort Wiesloch: "Auf meiner ersten Bambinilauf-Urkunde steht W5". Später wechselte sie zur MTG. Da musste die Mutter den Fahrdienst übernehmen. Vom Blockmehrkampf kam sie zur Mittel- und Langstrecke, wo sie als A-Jugendliche und in der U23 drei Mal eine Bronzemedaille von einer DM nach Hause brachte. Die deutschen Meisterschaften, nun bei den Aktiven über 5000m, ist auch für diese Saison ein großes Ziel: "Ich möchte den sechsten Platz vom letzten Jahr toppen."

Einmal im Jahr nimmt sie sich eine Auszeit vom Training und geht einem anderen Hobby nach: Reisen. Die letzten Ausflüge führten sie auf den Gipfel des Kilimandscharo und nach Indonesien. Wohin es die in Heidelberg direkt am USC-Platz wohnende Studentin zum Masterstudium zieht, ist noch offen. Das hängt auch davon ab, wo ihr Freund eine Stelle bekommen wird. Seit dreieinhalb Jahren führt sie eine Fernbeziehung. Ihr Freund arbeitet momentan noch als Assistenzarzt im Bereich Kindermedizin in Gießen.

Fabienne Amrhein ist Erde unter den Schuhen lieber als Alsphalt. Ob beim Cross oder fürs Team auch mal am Berg (Bild mitte auf dem Weißen Stein). Als Leichtathletin von Kindesbeinen an scheut sie nicht die Bahn

Gehören zu ihrem Leistungssport auch bestimmte Ernährungsgewohnheiten? "Ich esse gern! Klar, ich interessiere mich sehr für das Thema Ernährung." Vegetarierin ist Fabienne schon länger. "Jetzt versuche ich, auch Milchprodukte und Weizen zu reduzieren. Das Müsli schmeckt auch mit Hafermilch."

Das Porträt "Fabienne Amrhein" erstellte Birgit Schillinger
Fotos © LaufReport

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