Durchgesickert - Nr. 8

Veränderungen und Auffälligkeiten der Laufszene

gesammelt und zusammengetragen von Michael Schardt 

Laufveranstaltungen kommen, gehen, kommen wieder oder zeigen Kontinuität. Im November und Dezember wurde über besonders viele Veränderungen in den Medien berichtet - nicht zuletzt jahreszeitbedingt.

Neu?: Einem mit "Von Brücke zu Brücke" betitelten Artikel der rheinischen Boulevardzeitung "Express" vom 9.11.2017 zufolge plane der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel einen neuen Langlauf der Superlative, einen Marathon von Düsseldorf nach Köln. Von der Oberkasseler Brücke in Düsseldorf bis zur Deutzer Brücke in Köln seien es fast genau 42,195 km. Geisel, der den bestehenden Marathon in der Domstadt Köln und den der Landeshauptstadt Düsseldorf früher schon gelaufen ist, hatte ein Internetinterview gegenüber der Initiative "Gesichter der Demokratie" gegeben, in dem es heißt: "Ich bin ein großer Freund von Köln und ... da unsere Freundschaft immer weiter wächst, fände ich es natürlich toll, wenn es einen Marathon von Düsseldorf nach Köln oder umgekehrt geben würde."

Aus dieser ironischen Bemerkung - es ging im Interview um die lokalen Kabbeleien zwischen den beiden Städten - hatte "Express" dann die Geschichte vom neuen Supermarathon konstruiert, die sich als lupenreine Fake-Neuigkeit herausstellte, nachdem das Portal "Laufen in Köln" recherchiert hatte.

 

Die Meldung indes hatte bereits einiges in Bewegung gesetzt: Läufer hatte sich schon als Tempomacher bereitgestellt, und im Netz wurde der mögliche Streckenverlauf heiß diskutiert. Besonders verärgert über den Artikel war - dem Portal zufolge - der Düsseldorfer Renndirektor Jan Winschermann. Unglaublich sei das, wie man eine solche Meldung erfinden könne, hatte er geäußert. Verwundert soll auch die Kölner Oberbürgermeisterin Reker gewesen sein, die sich aber offen für neue Ideen gezeigt haben soll.

Änderungen: Die Auflage des 50. Enschede Marathons in den Niederlanden am 22.4.2018 wirft ihren Schatten voraus, wie einem Artikel der im Münsterland erscheinenden "Westfälischen Nachrichten" (Ausgabe Gronau) zu entnehmen ist. Der nach Kosice (Slowakei) zweitälteste Marathon Europas, der regelmäßig glänzend besetzt ist und alljährlich viele tausend Teilnehmer zieht, hat zum Jubiläum einige Änderungen im Ablauf sowie weitere Optimierungen der Strecke angekündigt. Die neuen Startzeiten betreffen allerdings nur die Unterdistanzen. Während der Fünfer um 10:15 Uhr und der Zehner erst um 13 Uhr angeschossen werden, gehen die Marathonis und Halbmarathoni wie gewohnt gemeinsam um 10 Uhr auf die Strecke. Gelaufen wird diesmal (und auch in Zukunft) jedoch andersherum als gewohnt. Zudem präsentieren die Veranstalter einen neuen Kurs, um die Attraktivität der Strecke für die Läuferinnen und Läufer noch zu verbessern. 'Mit dem neuen Parcours kommen wir den Wünschen vieler Teilnehmer entgegen', betont Joop Hassink, Vorsitzender der Stichting Marathon Enschede. ‚Vor allem über den leichten Anstieg zwischen Glanerburg und Enschede, der den Teilnehmern beim Marathon und Halbmarathon bisher auf den letzten Kilometern das Leben schwer machte und der für die Marathonis gleich zweimal zu bewältigen war, waren weder die Top-Athleten noch die Breitensportler glücklich gewesen', berichtet Hassink. Deshalb habe man den Anstieg rausgenommen und die zweite Runde ebenfalls verändert. Obwohl der Marathon erst zum 50. Mal stattfindet, liegt seine Gründung siebzig Jahre zurück, denn bis in die neunziger Jahre fand er nur alle zwei Jahre statt. Regelmäßig nehmen auch viele Deutsche an der Veranstaltung teil, liegt Enschede doch direkt an der deutsch-holländischen Grenze.

Kooperation: Der Stadtsportbund Duisburg, der an der Organisation des Rhein-Ruhr-Marathons maßgeblich beteiligt ist, teilt mit, dass es ab 2018 eine Zusammenarbeit zwischen der Marathonveranstaltung und der beliebten, dreiteilige Duisburger Winterlaufserie geben wird, die vom ASV Duisburg verantwortet wird. Man kann sich nun für beide Veranstaltungen in einem Vorgang anmelden und dabei nicht nur in die Gunst eines niedrigeren Startgeldes kommen, sondern gleichwohl an einer Sonderwertung partizipieren und Preise und Geschenke gewinnen. Beispielsweise werden Freistarts bei Läufen in der Region oder im benachbarten Ausland ausgelobt. Betitelt wird das Ganze unter dem Motto "Aus drei mach vier" als Duisburger Supercup. Mit dem Marathon als Abschluss, so heißt es, werde die Winterlaufserie mit Strecken von 10, 15 und 21,1 km um einen Marathon bis in den frühen Sommer verlängert.

Debüt: Nun hat auch Bremen endlich einen Silvesterlauf, wie aus einer Veranstaltungsvorschau von "RaceResult" hervorgeht. Organisator ist eine Agentur, die BremenRAcing UH. Zum Jahresabschluss stehen in der Hansestadt der 10-km-Starke-Bäcker-Lauf und der 5-km-Vilsa-Brunnenlauf auf dem Programm, zu denen auch Walker herzlich eingeladen sind. Es handelt sich beim 1. Bremer Silvesterlauf um eine fünf Kilometer lange Rundstrecke, die ein- oder zweimal zu durchlaufen ist. Der Start erfolgt für beide Rennen um 13 Uhr bei Paulaner's am Wehrschloss, gelegen südlich des Weserstadions. Die Strecke führt teilweise unmittelbar an der Weser lang. Für den Lauf hatten sich bis zum Meldeschluss kurz vor Weihnachten knapp 400 Teilnehmer angemeldet, die Möglichkeit für Spätentschlossene, sich am Veranstaltungstag nachzumelden, wird auch angeboten.

Schluss: In der Vorankündigung zum 12. Silvesterlauf in Königsfeld tut der "Südkurier" in seiner Ausgabe der Region Schwarzwald-Bahr kund, dass die zwölfte gleichzeitig die letzte Austragung sein wird, denn Organisatorin Christiane Potschaske zieht sich zurück. Neben privat motivierten Gründen führte die Leiterin die mangelnde Unterstützung seitens der Läufer, aber auch der Institutionen in Königsfeld an. Die hätten immer mehr nachgelassen, weshalb auch sie sich mit ihrem immer gerne gebrachten Engagement für die Gesundheit und Fitness der Menschen etwas zurücknehmen möchte. Trotzdem freue sie sich jetzt auf den diesjährigen Lauf. Dies nicht unbedingt, weil es der letzte Lauf am Silvestertag ist, sondern weil sie dadurch auch künftig mehr Zeit und Energie auf viele andere Angebote verwenden kann. Wie gewohnt startet der Lauf am letzten Tag des Jahres um elf Uhr und hält erneut die drei bekannten Streckenangebote bereit.

Wieder da: Nach einer wetterbedingten Absage des Herbstlanglaufs Rund um Hösseringen in Suderburg im letzten Jahr fand die Veranstaltung 2017 wieder statt. Mitten in der Lüneburger Heide angesiedelt, hat es der Lauf inzwischen auf 46 Austragungen gebracht. Dabei ist der Ausfall 2016 einfach mitgezählt worden, so als habe er stattgefunden. Der Lauf, der vom VFL Suderburg organisiert wird, hatte bis 2014 auch einen Marathon im Programm, der aber schon 2015 nicht mehr angeboten wurde, weil er zu viele Helfer beanspruchte. Auch jetzt war er nicht mehr ausgeschrieben worden und scheint endgültig gestrichen. Einem Bericht der "Allgemeinen Zeitung Uelzen" vom 14. November zufolge sei als positiv zu bezeichnen die Starterzahl von 400 Aktiven. "Die Teilnehmerzahlen waren nach dem Ausfall im letzten Jahr zufriedenstellend", sagte Orgachefin Birgit Reiter. Auch das Wetter spielte dieses Mal mit. "Und natürlich auch die tolle Stimmung unter den Läufern." Ärgerlich allerdings sei eine Manipulation bei der Streckenführung gewesen. Unbekannte hatten kurz vor dem Landtagsplatz offenbar die Wegweiser bewusst verändert und die Läufer irregeleitet, was die Führenden die ersten Plätze kostete. Birgit Reiter verurteilte das aufs Schärfste. "Der- oder diejenigen haben in meinen Augen kriminell gehandelt und wissentlich die Gesundheit fremder Menschen aufs Spiel gesetzt. Das Waldgebiet ist hier sehr groß, sodass die Gefahr, dass sich ein Läufer dort verirrt, sehr groß war. Wir waren heilfroh, als alle Teilnehmer wieder wohlbehalten auf dem Platz angekommen waren."

Wieder da: Mit einer Überraschung wartet die Veranstaltungsagentur "pulsschlag" im November auf. In ihrer Newsletterpost berichtet sie davon, dass das frühere Kölner Traditionsrennen, der Volkslauf durch den Forstbotanischen Garten in Rodenkirchen nach seinem Aus im Jahr 2014 eine Wiederauferstehung erleben wird. Der vorgesehene Termin ist der 10.3.2018. Bis 2014 war der beliebte Lauf im Kölner Süden 35mal über die Bühne gegangen, bevor er aufgegeben wurde. Neben einem Wettbewerb über fünf Kilometer gibt es auch einen über die doppelte Länge. Im Angebot ist zudem eine Kombi-Wertung. Wer beide Rennen absolviert, was zeitlich problemlos möglich ist, erhält ein zusammenfassendes Resultat innerhalb einer eigenen Kategorie. Die Agentur richtet die Veranstaltung in Kooperation mit der Triathlonabteilung des TV Rodenkirchen aus.

Erweiterung: Neues war unlängst von der Swissalpine Laufveranstaltung zu erfahren. Als Nachfolgerennen für die bisherige Königsdisziplin über 78 Kilometeren K78 sei als "Ersatz" ab der nächsten Austragung die Einführung des Irontrail-Wettbewerb über 88 Kilometer T88 vorgesehen. Konkret heißt es: Das neue Modul werde "als Trail im glamourösen und weltbekannten St. Moritz gestartet. Zum neuen Abenteuer und zur Einstimmung in den T88 gehört die Extrafahrt mit der Rhätischen Bahn von Davos nach St. Moritz über die attraktivste Bahnstrecke Graubündens. Die atemberaubende Laufstrecke führt an verschiedenen landschaftlichen Top-Highlights vorbei. Von Bergün über die Keschhütte und den Sertigpass nach Davos folgt sie der alt bewährten K78-Strecke. Einzig der erste Teil führt über Darlux statt durch das Val Tuors". Die Strecke könne auch als 2er oder 4er Team absolviert werden. Das Rennen geht am 28. und 29.7.2018 über die Bühne.

Neu: Um eine Attraktion reicher ist seit diesem Jahr die Laufszene in Magdeburg, wie aus einer Meldung der "Gesellschaft zur Durchführung der Magdeburger Weihnachtsmärkte" zu entnehmen ist, die gleichzeitig auch Veranstalter ist. Seine Premiere erlebte der 1. Magdeburger Adventslauf am 10.12. (2. Advent). Zu laufen war eine 5,55 km lange Strecke beidseitig der Elbe, die um zehn Uhr am Alten Markt gestartet wurde und auch dort endete. Knapp 200 Teilnehmer haben mitgewirkt, wobei der Hauptsponsor, die örtliche Sparkasse, für jeden gelaufenen Kilometer einen Euro für gute Zwecke spendete. Als erste Sieger trugen sich Silvia Göres (23:16min) und Frank Schauer (16:59min) in die Ergebnislisten ein.

Wohl Schluss: Wie "Die Rheinpfalz" in ihrer Online-Ausgabe am 18. November mitteilt, soll nach dem 25. Weihnachtsmarktlauf in Offenbach-Hundheim Schluss sein. Nach einem Vierteljahrhundert schaue alles danach aus, dass es keine Fortsetzung mehr geben werde. ‚Es sei beileibe nicht so, dass sich niemand engagieren wolle in der rund 25 Mitglieder starken Laufabteilung des TV Offenbach-Hundheim', berichtet Stefan Reimann. ‚Viele helfen mit, aber federführend übernehmen kann und will keiner mehr die Organisation', sagte der Mitbegründer des Weihnachtsmarktlaufs -, der letzte Verbliebene im Organisationsteam, der den ersten Startschuss in den frühen 1990er Jahre mit auf den Weg gebracht hat. Zuletzt, 2016, hatte der Lauf, bei der die längste Strecke 7,5km lang ist, 150 Teilnehmer angezogen. Damit war der Veranstalter zufrieden. Das Jubiläum war für den 16. Dezember geplant. Dass mit dem Aus nicht etwa auch die gesamte Laufabteilung auseinanderfällt, glauben die Organisatoren nicht. Es werde weiterhin zweimal die Woche trainiert, heißt es, für den Weihnachtslauf bleibe indes nur das Hoffen auf ein Wunder.

Reloaded: Der Kuppinger Zigeunerberglauf war viele Jahre eine feste Größe im Laufkalender der Region Stuttgart, Tübingen, Reutlingen, bis er 2008 nach 13. Austragungen verschwand. Organisiert wurde der 9,9 km lange Lauf vom TSV Kuppingen in Herrenberg im Gäu. Nun wird der dortige Lauftreff 25 Jahre alt und hat eine Nostalgieversion aus dem Hut gezaubert. Am 5.5.2018 soll die alte Tradition aus Anlass des Jubiläums noch einmal aufleben, allerdings einmalig und als reine Spaßversion ohne Wettkampfcharakter und ohne Zeitmessung. Das alles geht aus einer Pageseite von "myfinish" hervor. Gestartet wird um 17 Uhr, Gäste sind gerne gesehen.

Wieder da: Ende Oktober des abgelaufenen Jahres fand der Oldenburger Marathon ohne die titelgebende Königsdistanz statt. Man hatte die 42 Kilometer herausgenommen aus einem Programm, das ansonsten die komplette Palette üblicher Straßenlaufstreckenlängen abdeckte. 5, 10 und 21,1 km, dazu ein Jugendlauf und ein Staffelbewerb. Begründet wurde dieser Schritt mit einem zu großen organisatorischen Aufwand und dem Hinweis auf kritische Stimmen aus Läuferkreisen, die die zweite zu laufende Runde als zu einsam und langweilig empfanden. Nun meldet die "Nordwestzeitung", dass der Marathon nach nur einem Jahr Pause in veränderter Form wieder im Angebot sei für 2018. Man hat den Start nun zwanzig km vor die Tore der Stadt, nach Bad Zwischenahn, verlegt, läuft von dort Richtung Oldenburg und dann noch zweimal die Zehnerrunde, die dann Belebung in der zweiten Hälfte garantiert. Damit ist das eine Problem sicher beseitigt, aber das andere dürfte sich noch verschärft haben, denn der Organisationsaufwand wird mehr. Busse müssen die Läufer zum Start bringen, Kleiderbeutel müssen rücktransportiert und zusätzliche Verpflegungsstellen eingerichtet werden. Die Macher erhoffen sich nun mehr Teilnehmer für den Marathon. In der Zukunft soll Bad Zwischenahn nicht die einzige Option als Startort bleiben, man will auch anderen Gemeinden einbinden.

Absage: Im Jahr 2018 wird es keinen Weidatal Marathon geben, das meldet die "Ostthüringer Zeitung" im Dezember. Der beliebte Lauf soll aber nur einmal ausfallen, denn die Vorbereitungen für 2019 liefen bereits, wie die Organisatoren dem Blatt gegenüber bestätigten. "Wir können die Laufveranstaltung aus den verschiedensten Gründen nicht stemmen", sagte Torsten Jung vom Organisationsteam und verspricht, "wir werden nur das eine Mal aussetzen, was 2019 angeht, da laufen wir uns schon warm". Der Lauf findet regelmäßig Anfang September statt und hat einen Halbmarathon und weitere Unterdistanzen (6, 11, 32km) im Angebot.

Neu: Wie "ispo.com" am 14. Dezember meldet, ist ein neuer Traillauf mitten in München geplant. Der Rundkurs des ISPO Munich Night Runs startet am Olympia-Eissportzentrum, führt über den Olympiaberg und endet am Willi-Daume-Platz. Die 5-Kilometer-Starter laufen eine Runde. Wer sich für die 10-Kilometer-Runde entschieden hat, läuft den Kurs zweimal und steht somit zweimal vor der Herausforderung, den Olympiaberg zu bezwingen. Der Lauf findet am 27.1.2018 erstmalig statt, also einen Abend, bevor am 28. Januar die ISPO Munich ihre Tore öffnet. Mit dieser Veranstaltung hält nun auch in der bayerischen Landeshauptstadt das recht neue Laufformat des Urbantrails Einzug mit besonderen Leistungen, aber auch höheren Startgebühren, als sie Volksläufer gemeinhin kennen.

Wieder da: Einen Neustart wird der Frauenlauf in der niedersächsischen Hauptstadt 2018 erleben, das meldet die "Hannoversche Allgemeine Zeitung". Nach einem Jahr Pause wird der Hannoversche Frauenlauf am Michaelistag, am 29. September, über die Bühne gehen und in den bewährten Händen von Ausrichter Eichel's Events liegen, die an gleicher Stätte auch den Marathon betreuen. Die Laufstrecken stünden zwar noch nicht fest, heißt es in der Meldung, aber es soll zwei Streckenangebote von etwa fünf und acht Kilometer geben. Die Rundkurse werden voraussichtlich am Maschsee liegen.

Absage: Einer Vereinsmitteilung des GSC Garbsen, Abteilung Ausdauersport, die im Dezember verschickt wurde, ist zu entnehmen, dass die siebte Auflage des Garbsener Neujahrslauf abgesagt wurde. Grund dafür sei ein neues Genehmigungsverfahren für die am Mittellandkanal gelegene Strecke, das mit der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung neu und kompliziert auszuhandeln gewesen wäre und erhebliche Kosten nach sich gezogen hätte, teilt der Spartenleiter Hans-Josef Toussaint mit. Bisher seien für den Verein keine Kosten entstanden, und man habe einen kleinen Überschuss erwirtschaften können, jetzt hätte man stattdessen tief in die Vereinstasche greifen müssen. Das wolle man aber nicht. Bisher hatten rund 100 Läufer regelmäßig an einem der wenigen Neujahrsläufe im Westen teilgenommen, so der Orgachef weiter. Aus der Meldung geht nicht hervor, ob es bei einer einmaligen Absage bleiben oder ob der Garbsener Neujahrslauf für immer aufgegeben wird.

Neu: Die "Leipziger Volkszeitung" kündigt für den Jahreswechsel eine neue Laufveranstaltung in Sachsen an, den Neujahrslauf in Taucha. Dieser Lauf gehe zwar auf eine Privatinitiative zurück, werde aber ausdrücklich durch die Stadt unterstützt, heißt es weiter. Initiator und Organisator ist ein sportbegeisterter Tauchaer. Jens Krüger ist nicht nur Nachwuchstrainer bei den Fußballern der SG Taucha 99, sondern auch Hobby-Triathlet und begeisterter Läufer. Der Lauf findet am 1.1. um 12 Uhr statt. Der Rundkurs ist ein Kilometer lang. Man kann ihn so oft laufen, wie man möchte. Nach einer Zeitstunde aber ist Schluss. Die Idee kam Jens Krüger, als er sich fragte, warum die Tauchaner nach Leipzig fahren sollen, um Neujahr laufen zu können. Da machen wir doch selbst eine Veranstaltung, wird der Organisator sinngemäß zitiert.

Dreifache Absage: Dem Onlineportal "bbheute.de" zufolge wird es die vierteilige Winterlaufserie im Kreis Böblingen 2018 nicht mehr geben. Als Grund dafür wird angegeben, dass gleich zwei der vier Läufe abgesagt wurden, die vom gleichen Orgateam veranstaltet werden. Das betrifft den Dreikönigslauf in Grafenau und den Stadtlauf in Magstadt. Im Gegensatz dazu finden die beiden anderen zur Serie gehörenden Läufe, der Extreme-Run in Magstadt am 11. November und der Glaspalast-Lauf im Februar 2018, jeweils organisiert von Event Service Stahl, wie gewohnt statt. Warum die beiden Läufe keine Fortsetzung erfahren, geht aus der Meldung nicht hervor. Die "Kreiszeitung Böblinger Bote" weiß in seiner Meldung auch nicht viel mehr und spricht lediglich von "organisatorischen Gründen". Näheres ist auch auf der Eventhomepage nicht zu finden - im Gegenteil. Dort wird gar nichts dazu ausgeführt. Lediglich, wenn man den "Anmeldebutton" anklickt, ist zu sehen, dass man sich nur noch für die beiden übrigen Läufe anmelden kann, nicht aber für die beiden gestrichen Läufe oder die Serie.

Neu: Am 11. November berichtete das "Hamburger Abendblatt" davon, dass es erstmals seit einem Vierteljahrhundert wieder einen Crosslauf geben wird im Stadtteil Harburg, nachdem der Haakecrosslauf vor 25 Jahren letztmalig stattgefunden hatte. Am 28. Januar wird ein neuer Crosslauf durch die Neugrabener Heide über die Bühne gehen, wie das Orgateam um das Veranstaltertrio Andreas Ludolph, Kathrin Wilm und Daniel Neidhold von der Hausbruch-Neugrabener Turnerschaft bei einem Ortstermin in der Wald- und Heidelandschaft hinter der Sportanlage Opferberg mitteilte. Der Lauf wird als Süderelbecrosslauf firmieren und zwei Strecken über 5,1 und 10,1 km anbieten mit etwa achtzig beziehungsweise 160 Höhenmetern. Gestartet werden die Läufe um 10:45 Uhr und 12:15 Uhr am Scharpenbargsweg, wo auch das Ziel liegt. Zu laufen sind unterschiedlich lange Runden von 800 Metern bis 2,5 Kilometern Länge. Eine eigene Homepage für den Lauf ist bereits eingerichtet.

Abgesagt: Am letzten Oktoberwochenende wurden wegen dem Sturmtief Herwardt einige geplante Läufe abgesagt, so die Crossdays in der Döbritzer Heide und die Braunschweiger Lauftage mit dem Braunschweiger Marathon im Angebot. Des Weiteren ließen die Veranstalter des Gretescher Crosslaufs, unweit von Osnabrück gelegen, Vorsicht walten und führten den Lauf nicht durch. Dies wurde auf der Laufportalseite "laufen in osnabrück" recht kurzfristig kommuniziert. Vorgesehen war der 5. Gretesch Cross für den 29. Oktober mit Strecken von 400m für Kinder bis 7,4 für erwachsene Langstreckler. Die Veranstaltung bildet normalerweise den Auftakt für den L+T Crosscup des Osnabrücker Landes, zu dem außerdem Crossläufe in Melle, Bissendorf und Bad Iburg gehören, die alle im November und Anfang Dezember vom Stapel laufen. Im nächsten Jahr ist der Gretesch Cross wie üblich wieder vorgesehen.

Premiere: Am 7.10.2017 feierte der 1. Agenbacher Berglauf in der Gemeinde Neuweiler eine erfolgreiche Premiere, der gleichzeitig sechster Wertungslauf des achtteiligen Calwer Berglaufcups war. Der Startbereich war am Wanderparkplatz an der B294, das Ziel auf dem Sportplatz in Agenbach. Für einen Transfer der Kleiderbeutel war gesorgt. Der Start erfolgte um 15:30 Uhr. Zu bewältigen war eine Strecke von 2,8 Kilometern Länge, gespickt mit rund 220 Höhenmetern. Als erste Sieger trugen sich Dominik Behnke vom SV Oberkollenbach in 13:31min und die fünfzehnjährige Anna Ohngemacht vom SZ Calmbach in 15:48min in die Ergebnislisten ein. Mit 63 Teilnehmern war die Beteiligung allerdings noch nicht besonders groß.

Ende: Wie die "Südwestpresse" in Bietigheim mitteilt, wird es den Fontanis-Kirbachtallauf in Sachsenheim ab 2018 nicht mehr geben. Nach mehr als zehn Jahren sei die elften Auflage 2016 des 2006 ins Leben gerufenen Laufs die letzte gewesen. Man habe es sich auf Veranstalterseite wirklich nicht leicht gemacht, hieß es, habe monatelang gerungen, um das Aus zu vermeiden und viele Gespräche geführt. Leider ohne Erfolg. Bereits 2017 hatte man den anspruchsvollen Lauf durch das Kirbachtal wegen zu geringer Teilnehmerzahlen absagen müssen, doch war man zunächst zuversichtlich, nach einem Jahr Pause wieder an den Start gehen zu können. Dies jedoch erfüllt sich nicht, wie sich nun herausstellte. Weiter heißt es: "Für Volker Schoch und Rahel Baumgärtner, die den Lauf ins Leben gerufen und jährlich organisiert haben, steht die wirtschaftliche Sicherheit für den Verein an erster Stelle. 'Vor allem in den ersten Jahren war der Lauf eine wichtige Einnahmequelle', betont Baumgärtner. 'Mit sinkenden Teilnehmerzahlen stieg aber die Gefahr, ins Minus zu rutschen'." Bei zuletzt nur 150 Anmeldungen sei das Verhältnis zu rund 100 Helfern nicht mehr tragbar.

Verschoben: Aufgrund einer Sturmwarnung wurde der 8. Parklauf Tangerhütte, der für den 29. Oktober 2017 angesetzt war, spontan am Vortag über die Veranstalterhomepage und das Portal "RaceResult" abgesagt. Im Gegensatz zu anderen vom Sturm betroffenen Events, die größtenteils die Läufe komplett für dieses Jahr strichen, fanden die Parklauforganisatoren sofort einen zeitnahen Ersatztermin, sodass der Lauf zwei Wochen nach dem eigentlichen Termin neu festgesetzt werden konnte. So konnte am 12. November die Veranstaltung nachgeholt werden. Ganz unproblematisch war die Verschiebeaktion allerdings nicht, denn die Leichtathletikabteilung des SV Germania Tangerhütte hatte am 12. November schon einen anderen Termin wahrzunehmen und fürchtete, zu wenig Helfer zu haben. Ein Aufruf an alle Mitglieder brachte die Lösung. Das Hauptrennen des verschobenen Laufs über 10,3km gewannen Diana Schönfeld (49:07min) und Stefan Otto (36:55min). Ob wegen der Umstände weniger Starter dabei waren als sonst, ist nicht bekannt.

Verlegt: Der 5. Grunewald Marathon in Berlin musste am 29: Oktober wegen Wetterwarnungen abgesagt und auf einen neuen Termin transferiert werden. Der Organisator SC Brandenburg-Berlin legte sich auf den 25. November fest, informierte die bereits angemeldeten Läufer per Mail und holte den Marathon nach. Neben dem Marathon wurde auch ein Halbmarathon, ein Jedermannslauf (5km) sowie ein Staffel- und Jugendwettbewerb angeboten. Die Strecke der Hauptläufe ist offiziell vermessen und besteht aus einer HM-Runde im Grunewald, die bei der Königsdistanz zweimal zu absolvieren ist. Es handelt sich bei der umterminierten Veranstaltung um ein sehr kleines Event, an dem zusammen nur etwa 150 Teilnehmer mitmachten, davon 33 im Marathon. Gewonnen haben Stefan Otto (2:57h) und Kamila Jakubowski (3:54h).

Gefährdet: Dreiunddreißig Auflagen hat die Barbararunde des SuS Oberladen bereits erlebt, jetzt könnte das Aus des beliebten Laufs drohen, wie der "Westfälische Anzeiger" Mitte November mitteilt. Schon die aktuelle Veranstaltung am 12. November habe auf der Kippe gestanden, weil es eine neue Anordnung der Kreispolizeibehörde gab, nicht mehr als einen Wagen abzustellen. Das erklärte André Arendsee vom Orgateam. So könnten die Straßen nicht mehr temporär gesperrt werden, sondern müssten vom Verein für die ganze Dauer des Wettbewerbs dicht gemacht werden. Über sechzig Sperren hätten aufgrund der Auflagen der Ordnungsbehörde zum Schutz der Läufer im Ortskern Oberaden aufgebaut werden müssen, was trotz Informationen über verschiedenste Medien und Flugblätter oft auf Unverständnis der Autofahrer gestoßen sei. Deren Nerven hätten blankgelegen. Einer der Autofahrer habe sogar den Weg des Rettungswagens blockiert, wofür er bei der Polizei angezeigt worden sei. "Nicht nur, dass wir uns dadurch nicht gerade beliebt bei den Anwohnern machen. Nein, auch Mehrkosten von einem niedrigen vierstelligen Betrag mussten wir stemmen. Wenn wir mit unseren Planungen nicht schon soweit gewesen wären, hätten wir abgesagt", so der Orgachef weiter. Dazu kam es dank der Unterstützung von Sponsoren und der Stadt Bergkamen aber nicht. Wie und ob es 2018 weitergeht mit der beliebten Barbararunde, bleibt abzuwarten.

Änderung: Nur ein einziges Mal, nämlich zum zwanzigjährigen Jubiläum 2016, hatte es beim Rursee Marathon im kleinen Eifelörtchen Einruhr einen Ultramarathon über 52 Kilometer gegeben. Dieser wurde 2017 wieder aus dem Programm genommen, weil es zu keiner Übereinstimmung mit der Verwaltung des Nationalparks Eifel gekommen war, wie die Veranstalter mitteilen. Hintergrund: der Ultra verläuft über besonders sensible und geschützte Wege im Nationalpark. 2016 hatte der Eifel Marathonverein eine Ausnahmegenehmigung erwirken können mit strengen Auflagen. Man durfte keine Verpflegungsstände in dem betroffenen Areal aufstellen und keine Wegbeschilderung. Die Parkverwaltung möchte keine Dauerveranstaltung erlauben, weil sie fürchtet, es könnten andere Gruppen dann dieses Ansinnen auch haben, etwa Mountainbiker. Dennoch hofft man, den Ultra in Zukunft wieder anbieten zu können, vielleicht in der Form, dass die Parkverwaltung als Ausrichter auftritt. Des Weiteren gibt es Überlegungen, die Strecke über andere, nicht geschützte Pfade zu führen.

Gefährdet: Der 24. KSC-Schlossparklauf in Karlsruhe am 12. November könnte möglicherweise der letzte gewesen sein, das geht aus einem Bericht des Portals "LaufReport" mit dem Titel "Adieu Wildparkstadion - Abschied in Regentränen vom alten Stadion" hervor. Demnach konnten die Läufer letztmalig das alte Stadion nutzen, weil großflächige Baumaßnahmen anstehen. Das sei laut Lauf-Organisationschef Volker Diessl nämlich als einzig sicher zu nennende Tatsache anzusehen, was die Zukunft des Schlossparklaufs betreffe. Genaueres lasse sich erst im Frühjahr 2018 sagen, wenn die Baupläne für das neue Stadion konkret sind und Termine genannt werden können. Erste kleine Baustellen auf dem Sportparkgelände waren bereits jetzt zu sehen. "Ich will nicht, dass der Schlossparklauf stirbt", so Diessl, "zumal 2018 das 25-jährige Jubiläum ansteht. Die Leichtathletik- und die Fitnessabteilung des KSC steht jedenfalls hinter einer Fortführung, trotz des miesen Wetters hatte kein Helfer gefehlt. Es sind alle gekommen, was sehr erfreulich ist!" Erfreulich wäre auch, dass der Schlossparklauf nicht wieder zeitgleich mit dem nahen Karlsbader Volkslauf stattfinden. Es bleibt also weiterhin sehr spannend, was aus dem beliebten Schlossparklauf werden wird. Bei der diesjährigen Auflage war der Andrang groß. Über 1000 Starter wurden gezählt.

Änderung: Wie das "Mühlacker Tageblatt" Anfang November mitteilt, stehen die Zeichen beim Mühlacker Malelauf auf Neuerungen und Veränderungen. So soll bei der nächsten Austragung am 5.5.2018 erstmals die Halbmarathondistanz angeboten werden, sagt der Orgaleiter Rafael Treite, der erst vor kurzem zum neuen Organisationsleiter aufgestiegen ist, nachdem er all die Jahre zuvor als Moderator fungierte. Des Weiteren ist geplant, die 4,8 km lange Jedermannsstrecke vermessen zu lassen und auf genau fünf km aufzustocken. Auch die Laufrichtung soll sich ändern, damit die heftige Steigung zu Beginn liegt und nicht erst am Schluss. In der Vergangenheit hatten einige Läufer dies angeregt. Der Halbmarathon wird dann aus vier Runden bestehen, bei denen in Runde drei und vier die zusätzlichen Meter durch eine Extraschleife hinzukommen werden. Noch aber, so Treite, seien die Überlegungen zur Runderneuerung der Veranstaltung nicht abgeschlossen.

Gefährdet: "Wie geht es weiter mit dem Citylauf in Pforzheim?", diese Frage stellt die "Pforzheimer Zeitung" im Titel eines Artikels in ihrer Ausgabe am 21. Dezember. Zwar blicke die Großveranstaltung auf eine langjährige Tradition und eine gute Entwicklung bei bisher siebzehn Austragungen zurück, doch stünden viele Fragezeichen hinter dem Event, das am 8.7.2018 seine nächste Durchführung erleben wird. Man sei auf der Suche nach neuen Ausrichtern, hieß es, aber einige Gespräche mit Agenturen seien bereits gescheitert, vor allem, weil mit dem Lauf keine Gelder zu verdienen seien. Im Gegenteil sei die Finanzierung bisher nur dank treuer Sponsoren gesichert gewesen, zu denen auch die berichtende Zeitung gehöre. Der städtische Eigenbetrieb "Wirtschaft und Marketing Pforzheim", bisher verantwortlicher Veranstalter, wolle jedenfalls das "ungeliebte Kind" loswerden, heißt es weiter. Noch seien viele Fragen rund um das Event offen, man versuche aber, diese zu klären und eventuell auch die Fachverbände des Landes und der Stadt mit ins Boot zu holen. Dringlich sei eine Lösung nicht zuletzt auch für die Sponsoren, wird sinngemäß angemahnt, denn die bräuchten Klarheit, ob ein weiteres Engagement auch lohne.

Aus: Schon 32 Auflagen hat der Nikolauslauf von Badenweiler erlebt, zuletzt Anfang Dezember 2017 mit über dreihundert Teilnehmern. Doch jetzt scheint der Lauf Geschichte zu sein, wie die "Badische Zeitung" in ihrem Artikel zur letzten Austragung vermeldet. Konkret heißt es: "'Wir sind in der etwa dreimonatigen Vorbereitungsphase praktisch nur zu zweit', stellt Luder Scheper, einer der beiden Hauptorganisatoren, fest. Trotz mehrfacher Nachfrage fanden sich keine jüngeren Laufbegeisterte im Verein, die sich in das Orgateam einbringen wollen. Am Tag der Veranstaltung, betont Scheper, mangele es nicht an Helfern. Und davon waren während der Laufveranstaltung mit über 60 Helfern inklusive Feuerwehr und Rotes Kreuz wirklich genügend Unterstützer vor Ort." Mancher Läufer, so die Zeitung weiter, bedauere es, dass mit diesem Nikolauslauf der letzte seiner Art in Badenweiler stattgefunden habe, zumal auch der örtliche Feierabendlauf aus den gleichen Gründen aufgegeben wurde (siehe "Durchgesickert 7").

Abgesagt: Drei Tage vor dem Termin wurde der 3. Dragonheartbattle Hindernislauf im nordhessischen Trendelburg von Joachim von Hippel, dem Chef des Veranstalter PAS Team Ltd, abgesagt. Der Lauf sollte geplant am 18. November über die Bühne gehen. Vor der Absage hatte es bizarre Vorgänge gegeben und ein Streit zwischen der Veranstalteragentur und der Stadtverwaltung in Trendelburg, worüber in mehreren Artikeln die "Hessisch-Niedersächsische Allgemeine (HNA)" zwischen dem 11. und 16. November berichtete. Die Artikel lassen sich wie folgt zusammenfassen: Zunächst tauchten fragwürdige Äußerungen auf Facebook von Joachim von Hippel und einer Mitarbeiterin auf mit diskriminierenden, rassistischen Inhalten gegenüber dunkelhäutigen Menschen. Das wurde von einem Leser der Stadt gemeldet. Daraufhin distanzierte sich die Stadt von der Agentur, solche Äußerungen seien inakzeptabel. Man werde im nächsten Jahr nicht mehr mit der Agentur zusammenarbeiten, in diesem Jahr aber die Durchführung des Laufes bewilligen und das Gelände freigeben. Die Agentur monierte später, die Stadt habe zu spät die Bewilligung gewährt, aber die Nutzung des Schwimmbades verweigert. Nach einem Hin und Her mit der Stadt informierte die Agentur dann die über 600 angemeldeten Läufer über die Absage der Veranstaltung. Diese würden ihre Startgebühr (ca. 70 Euro) zurückbekommen, wenn die Schadensersatzansprüche der Agentur an die Stadt rechtlich geklärt seien. Die Gesamtsumme der einbehaltenen Startgelder dürfte um die 40.000 Euro liegen. Wie die HNA in einem Kommentar schreibt, habe die Agentur die Flächen erst sechs Tage vor dem Event beantragt, habe schlecht kommuniziert und miserabel organisiert. Der Stadt nun Vorwürfe zu machen und Regressforderungen zu stellen, sei schlechter Stil. Selbstkritik sei eher angebracht. - Einige Tage später, am 4. Dezember berichtet die "Rhoen-Saale-Post", sich auf den "Bayerischen Rundfunk" berufend, davon, dass "das Unternehmen 'PAS Power Action Survival' mit Sitz in Bad Kissingen Insolvenz angemeldet" habe. PAS veranstalte "unter anderem den jährlichen Hindernislauf Braveheart-Battle mit mehr als 2.000 Teilnehmern in Bischofsheim". Als vorläufige letzte Aktualisierung des Falles informiert am 19. Dezember das Portal "infranken.de" wie folgt: "Das Insolvenzgericht hat den Würzburger Rechtsanwalt Peter Roeger als vorläufigen Insolvenzverwalter eingesetzt. Er sucht nach eigenen Angaben nach einer Lösung für das Bad Kissinger Unternehmen, das als Veranstalter verschiedener Extrem-Hindernisläufe bekannt geworden ist, aber Ende November Insolvenz angemeldet hat."

Premiere: Von einer neuen Laufveranstaltung berichtet Mitte November das Portal "Laufen in Köln": "Der Kölner Westen ist um ein spannendes Laufevent reicher", heißt es dort. Am 16. Dezember steige die Premiere des Wintercrosslaufs des Pulheimer SC. Start und Ziel befinde sich am Clubheim des Pulheimer SC, die Strecke sei eine ca. 2,6 km lange Runde, die dreimal gelaufen werden müsse. Damit würden 7,8 wirklich crossige Kilometer auf die Teilnehmer warten. Und weiter: "Der Startschuss fällt um 14:30 Uhr; damit findet der Lauf direkt nach dem Radcrossrennen der Eliteklasse des Radteam Pulheim statt, welches ab 11:00 Uhr in verschiedenen Wertungsklassen auf der gleichen Strecke verläuft. Auf eine AK-Wertung wird das Orga-Team bei der Premiere des Wintercrosslaufs verzichten - den Gesamt-Gewinnern winken jedoch Sachpreise. Die Teilnehmerzahl ist für die Premiere begrenzt".

Premiere: Eine neue Laufveranstaltung in Österreich kündigt die Zeitung "Salzkammergut-Rundblick" in ihrer Vorweihnachtsausgabe an, wobei die Strecke ob ihrer traumhaften Kulisse gleich als schönste des Landes bezeichnet wird. Gemeint ist der erste Traunsee Halbmarathon, der erstmals am 23.6.2018, am längsten Samstag des Jahres, über die Bühne gehen soll. Weiter heißt es: "Bis um 21:08 Uhr wird der Traunsee von der Sonne beleuchtet. Gestartet wird in Ebensee, zu Sonnenuntergang befinden sich die schnellsten Läufer der beiden Klassen bereits im Ziel in Gmunden. Neben dem Halbmarathon-Bewerb für Frauen und Männer (in diversen Altersklassen), kann die Strecke von 21.097,5 Metern im Staffelbewerb auch auf drei Läufer verteilt werden, wobei die Teilstrecken 10 km, 7,5 km und 3,6 km betragen." Mit diesem innovativen Format wolle man neue Wege für Laufveranstaltung beschreiten, heißt es aus Organisatorenkreisen. Das Event ist auch für deutsche Läufer aus der Gegend Bad Füssing bis Berchtesgaden recht gut zu erreichen.

Premiere: Wie der "Soester Anzeiger" im November mitteilt, ist für den 9. Dezember die Premiere des 1. Lippetaler Nikolauslaufs in Lippborg geplant. Dort heißt es: "Erstmals findet neben dem Weihnachtsmarkt mit verkaufsoffenem Sonntag auch der 1. Lippetaler Nikolauslauf statt. Organisiert von den Lippetaler Lauffreunden, dem gemeindeweiten Zusammenschluss laufbegeisterter Lippetaler, machen sich in Herzfeld und Kesseler die Teilnehmer auf den Weg nach Lippborg. Der Erlös geht an die Jugendabteilungen des SVG Hovestadt-Nordwald, des 1. SC Lippetal und des VfJ Lippborg." Je nach Startplatz ist die Strecke für Läufer und Wanderer fünf oder acht Kilometer lang. Wanderer gehen um 13:30 Uhr an den Start, Läufer fünfzig Minuten später.

Neu: Im Dezember erreichte die Ankündigung eines erweiterten Laufcups sowie eines neuen Laufes die Redaktionen. Zum Stutensee-Cup gehörten bisher die beiden etablierten Veranstaltungen, der Stutenseer Stadtlauf im April und der Volkslauf des VSV Büchig (Stutensee-Büchig) im Juni. Neu hinzu kommt 2018 der 1. Friedrichstaler Waldlauf. Dieser Lauf wird am 28. Oktober nächsten Jahres seine Premiere erleben und - soweit bisher bekannt - einen zehn Kilometer langen Waldlauf anbieten. Die Cupwertung ergibt sich aus der Zeitaddition der drei Wertungsläufe.

Mehrere Absagen: Besonders geschröpft wurde die Laufszene in den letzten Monaten in Baden-Württemberg, wie die folgende Zusammenfassung zeigt. Ohne nähere Begründung wurde auf der Homepage der Radsportakademie Pforzheim die Schömberger Ice Challenge für 2018 abgesagt. Zuletzt hatte der Crosslauf über 7,2 km, bestehend aus drei Runden, am 12. Februar 2017 stattgefunden. Ob das ein einmaliger Ausfall war oder das endgültige Aus der Veranstaltung bedeutet, wurde vom Organisator nicht kommuniziert. Die in den letzten Jahren beauftragte Zeitmessfirma hat allerdings auf ihrer Homepage eine Seite für die Fortsetzung auf der Basis der letzten Austragung eingerichtet, räumt aber ein, dass die Daten nicht bestätigt sind. - Noch knapper als die Mitteilung über die Icechallenge ist die auf der Homepage des LAC Insheim, wo es heißt: "Beim LAC Insheim findet 2018 keine Laufveranstaltung statt". Betroffen ist davon allerdings nur ein Rennen, der Insheimer Crosslauf, der am 17.1.2017 das letzte Mal stattfand. Auf den vier angebotenen Strecken mit dem Hauptrennen über 10,2 km waren zusammen nur rund achtzig Teilnehmer zu verzeichnen gewesen. Auch hier ist unklar, ob es eine Wiederaufnahme geben wird. - Eine wechselvolle Geschichte hat der Lupfenlauf von Talheim hinter sich. Nach einer günstigen Startphase musste er in den zehner Jahren schon einmal eine Zwangspause einlegen, erlebte aber 2011 eine Wiedergeburt, was mit erfreulichen Reaktionen der Läufer einherging. Doch schon 2017 wurde eine erneute Pause für zunächst ein Jahr verkündet mit dem Hinweis, dass Ende 2017 mitgeteilt werde, ob der Lauf 2018 wieder stattfinden werde. Dieses Informationsversprechen wurde bisher jedoch nicht realisiert, sondern die Lupfenlauf.de-Homepage ausgesetzt. - Ebenfalls schon für 2017 wurde der Benefizlauf von Oberderdingen abgesetzt, wobei unklar blieb, ob der bis dahin dreimal durchgeführte Lauf über fünf und 9,2 Kilometer noch einmal wiederkommen würde. Jeweils im Oktober durchgeführt, ist zum jetzigen Zeitpunkt ein Neustart eher unwahrscheinlich, denn auf der Homepage wurde sogar die bisher zugängliche alte Ausschreibung gelöscht. - Noch nicht geklärt scheint auch die Vakanz des Ettlinger Altstadtlaufs, der 2017 kurzfristig abgesagt werden musste, da im Zeitraum des Termins im Mai und Juni Baumaßnahmen auf der Strecke durchgeführt wurden. Eine Alternativstrecke stünde nicht zur Verfügung, hieß es in einer Information, aber sicher sei, dass die 14. Auflage wie gewohnt 2018 stattfinden werde. Entgegen dieser positiven Aussage ist Ende 2017, fünf Monate vor dem Lauf, keine Ausschreibung oder Ankündigung und kein Eintrag in den Laufkalendern auszumachen. - Einem ähnlichen Schicksal scheint der Heilbronner Neckarlauf entgegenzugehen. Auch hier, wo ein so erfolgreicher Marathonlauf wie der "Trollinger" organisiert wird, hatte es 2017 eine Absage gegeben, nachdem der Lauf 2015 schon eine Umbenennung erfahren hatte. Ein Neustart in 2018 erscheint nach jetzigem Stand der Dinge sehr unwahrscheinlich. - Vakant scheint, nicht zuletzt, die Fortführung des Remstal Marathons zu sein, denn auch für diese Veranstaltung, die nur alle zwei Jahre stattfindet, gibt es noch keine Ausschreibung für 2018. Bisher erst zweimal im Herbst ausgetragen, ist die Veranstalterhomepage auf dem Stand von 2016 verblieben. Als der Marathon an den Start ging, war damit viel Lob verbunden. Man hatte sich sogar dazu entschieden, die schöne Strecke abwechselnd in umgekehrter Richtung zu laufen. Hinsichtlich einer Weiterführung wird man wohl abwarten müssen.

Weitere Absagen: Meist witterungsbedingt fallen im Winter viel mehr Laufveranstaltungen aus als zu anderen Jahreszeiten. Oft werden die Absagen sehr kurzfristig bekanntgegeben und betreffen in der Regel nur die aktuelle Ausgabe. Das gilt im Berichtszeitraum unter anderem für den Nürnberger Nikolauslauf, wie Sissy Baumanns von "Runningconcept's" unlängst bekanntgab. Man bemühe sich aber, im kommenden Jahr zurückzukommen. Erstmals hatte das Rennen 2015 stattgefunden mit bisher erst zwei Auflagen. Die Strecke führt um den Dutzendteich, wo auch eine Winterlaufserie über die Bühne geht. - Kurzfristig abgesagt werden musste auch der Altjahreslauf im österreichischen Grein, und zwar aus organisatorischen Gründen, wie es pauschal hieß. Der Lauf, der über ca. fünf Kilometer führt, hatte bisher schon zwölf Auflagen erreicht. Die kurze Meldung dazu erschien auf der Homepage des veranstaltenden TV Grein. - Nicht aus witterungstechnischen Gründen musste der Rennbahncrosslauf in Mülheim für 2017 gestrichen werden, sondern weil der Präsident des Rennvereins kurzfristig seine Genehmigung für die Benutzung des Geländes zurückgezogen hatte. Dies wiederum war nötig geworden, weil ein Insolvenzverfahren bezüglich des Rennvereins anhängig ist und der Verfahrensverwalter einer Nutzung nicht zugestimmt hatte. Ursprünglich sollte der Lauf am 10. Dezember stattfinden, organisiert vom Verein Marathon Mülheim. Das schon gezahlte Startgeld werde auf jeden Fall sofort zurückgezahlt, ließ der Verein wissen. Im nächsten Jahr will man sich um eine alternative Strecke bemühen. - Gleichfalls von einer zeitnahen Absage betroffen war der Nikolauslauf in Süchteln am 2. Dezember. Grund dafür war die Hallenschließung. Der Lauf hat schon 28. Auflagen erlebt und soll im nächsten Jahr wieder stattfinden. Man bietet Kinderläufe an und Strecken für Erwachsene über fünf und zehn Kilometer. - Wie die "Augsburger Allgemeine" im frühen Dezember mitteilt, wird der Willmatshofener Silvesterlauf auch 2017 nicht stattfinden, nachdem er schon im letzten Jahr ausgefallen war. Entscheidend dafür seien organisatorische Gründe, insonderheit der Mangel eines Leitungsteams, welches die Großveranstaltung am letzten Tag des Jahres stemmen könnte. Der ausrichtende Verein TV Willmatshofen sehe auch für die Zukunft keinen Weg, die Traditionsveranstaltung aufrechtzuerhalten, deshalb sei das Aus wohl endgültig. Der Lauf brachte es bisher auf 29. Auflagen.

Gesammelt und zusammengetragen von Michael Schardt (28. Dezember 2017) - Foto © Michael Schardt

Beiträge von Michael Schardt

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Durchgesickert - Nr. 7

Veränderungen und Auffälligkeiten der Laufszene

gesammelt und zusammengetragen von Michael Schardt 

Laufveranstaltungen kommen, gehen, kommen wieder oder zeigen Kontinuität. Im September und Oktober wurde über zahlreiche Änderungen in den Medien berichtet. Trotz der Fülle handelt es sich nur um eine Auswahl.

Neu: Aus einem örtlichen Touristeninformationsblatt der fränkischen Schweiz geht hervor, dass am Samstag, dem 29. September 2018, am Sankt Michaelistag also, eine neue Marathonveranstaltung geplant ist, der 1. Brauereimarathon in Litzendorf. Neben dem Marathon wird auch ein Halbmarathon, ein Zehner sowie eine Marathonstaffel und ein Kinderlauf angeboten. Start und Ziel liegen auf den Litzendorfer Tanzwiesen; die Starts erfolgen zwischen 9:00 und 10:15 Uhr.

 

Diese Laufveranstaltung soll nicht nur den Sport in den Mittelpunkt rücken, sondern auch touristisch auf die fränkische Schweiz, oder, wie man auch sagt: fränkische Toskana aufmerksam machen. Die Gegend sei immer noch ein Geheimtipp, wie es auf der Veranstalterhomepage heißt. Zum inkludierten Begleitprogramm des Marathons gehört am Vortag eine "Kloß' mit Soß'-Party", sodann eine Afterraceparty am Samstag mit großen Buffet sowie ein Fest am Folgetag des Laufs mit fränkischen Spezialitäten.

Wegen des Sturmtiefs Herwart wurden u.a. auch die Braunschweiger Lauftage mit dem Braunschweig Marathon abgesagt. Das bunte Haus in Braunschweig ist von James Rizzi gestaltet und heißt offiziell Happy RIZZI House - Foto © Michael Schardt

Optional kann man am Sonntag auch den Brauerei-Wanderweg begehen, der Besuche in kleinen familienbetriebenen Brauereien und Gasthäusern ermöglicht. Für alle Läufer (außer 10km) steht eine reichhaltige Verköstigung während des Laufs bereit mit landestypischen Leckereien in fester und flüssiger Form. Nur wenige Kilometer von der Universitätsstadt Bamberg entfernt, scheint der fränkische Biermarathon in etwa den Weinmarathon von Medoc zum Vorbild zu haben.

Absage: Wie die "Hannoversche Allgemeine" wenige Tage vor dem Lauf mitteilt, musste der Volkslauf um den Altwarmbüchener See für dieses Jahr kurzfristig abgesagt werden. Grund dafür sei der Sturm Xavier gewesen, der am Donnerstag vor dem Termin (7.10.) die Laufstrecke verwüstet und unpassierbar gemacht habe. Zahlreiche Bäume seien entwurzelt worden, teilt der Veranstalter TuS Altwarmbüchen mit, eine kurzfristige Räumung sei nicht möglich. "Wir wollen auch kein Risiko eingehen, wenn noch weitere Bäume umfallen oder Äste runterfallen", heißt es weiter. "Die Gemeinde Isernhagen hat den Weg aus Sicherheitsgründen auch gesperrt." Abteilungsleiter Hartmut Fischer bittet um Verständnis und teilt mit, dass der 17. Volkslauf im nächsten Jahr wieder stattfinden werde, und zwar am 13. Oktober.

Premiere und Ende: Am 15. Oktober kam es zur Erstaustragung des ersten Weilerswister Airfield Runs. Das meldete der "Rheinische Anzeiger". Hintergrund dieser Neugründung ist, dass die Gemeinde dem veranstaltenden SC Weilerswist das Gelände am Swisterberg weggenommen hat, wo bisher der Kottenforst Villagelauf ausgetragen wurde. Und das bis 2016 insgesamt dreißig Mal. Damit stand der rührige Verein plötzlich ohne Lauf da, aber man wollte sich damit nicht abfinden. Man begab sich auf die Suche nach einem neuen Gelände und wurde fündig am kleinen Flugplatz für Leichtflugzeuge zwischen Groß Vernich und Schwarzmaar. "Nach dem Aus des Kottenforst-Villelaufes haben wir eine Task-Force gegründet", sagt Pressesprecher Marcus Platt, "die den Auftrag hatte, eine neue Laufveranstaltung rund um Weilerswist zu finden. Jetzt konnten wir am 15. Oktober den '1. Weilerswister Airfield-Run' durchführen". Das der Lauf einen neuen Namen bekommen würde, war klar. Auf dem Programm standen zwei Kinder und ein Teenielauf mit integrierter Schulmeisterschaft sowie Läufe über 5,5 und 10,5 km. Es handelt sich bei der Laufstrecke um einen Kurs auf Feldwegen um den Flugplatz, zu dem beim Debüt über 350 Läufer und Läuferinnen ins Ziel kamen. Die ersten Sieger beim Hauptlauf waren Michaela Nicht und Markus Mey.

Pause (?): Kurz vor Austragung des Nordwalder Allerheiligenlaufs am 29.10. berichten die "Westfälischen Nachrichten" davon, dass die Veranstaltung möglicherweise 2018 eine Pause machen muss. Denn an der Straße, wo Start und Ziel und das Meldebüro liegen, werden bald großflächige Baumaßnahmen durchgeführt. Ob der Lauf dann ein Jahr aussetzt oder zwischenzeitlich mit seinem Equipment umzieht, sei noch nicht sicher. Außerdem hat Cheforganisator Gottfried Grond angekündigt, dass er nach 2018 aufhören werde, nachdem er über 25 Jahre im Orgateam tätig war und vor allem die technische Seite betreut hatte. Wie es 2018 und danach weitergehen wird, soll bei internen Gesprächen geklärt werden.

Vor dem Aus: Wie die "Ostthüringische Allgemeine" am 30. September meldet, könnte die 10. Austragung des Saale-Rennsteig-Marathons der vorletzte gewesen sein. Die Strecke von Uhlstadt nach Schmiedefeld, auf der bei der Jubiläumsaustragung am 24.9. gleich drei Streckenrekorde aufgestellt worden waren, steht vor dem Aus. Zwar werde es 2018 noch die elfte Austragung am 30. September geben, danach sei aber definitiv Schluss. Das bestätigt auch der veranstaltende LAV Saale-Rennsteig Verein in Verbindung mit den kooperierenden Saalfelder LV e.V., LAC Rudolstadt e.V., SV Stahl 90 Schmiedefeld e.V. und weitere 12 helfende Vereine auf der Veranstalterhomepage, ohne aber die Beweggründe zu nennen. In einem Zeitungsinterview ist vom Orgachef jedoch zu erfahren: "Wir haben auch in den letzten Jahren bei weitem nicht die Teilnehmerzahlen erreicht, die wir uns wünschen und bei denen sich der ganze Aufwand auch rechnet", sagt Frank Thomas vom LAV Saale-Rennsteig. In diesem Jahr hoffte man auf 300 Starter auf allen Strecken, 208 kamen letztlich. "Und das, obwohl wir zum Jubiläum verschiedene Geschenke für die Läuferinnen und Läufer hatten, außerdem einen Fotoservice anboten." Die Schuld liege bei den Läufern, meint ein selbstkritischer Teilnehmer in einem Eintrag in den sozialen Medien. In Anspielung auf den Berlin Marathon meint dieser, es könne nicht sein, dass bei einer parallel ausgetragenen Veranstaltung die Startplätze ausgelost werden müssten und man bei einem perfekt organisierten Landschaftslauf die Tore geschlossen werden müssten.

Absage und Premiere: 2015 fand der traditionsreiche Malterdinger Dreikönigslauf zum 23. und gleichzeitig letzten Mal statt. Die Austragung 2016 wurde kurzfristig abgesagt mit dem Hinweis, dass es keine Wiederaufnahme geben würde. Über die Bewegunggründe und die Einführung eines neuen Laufes gibt der Abteilungsleiter Peter Berg der "Badischen Zeitung" Auskunft. Da heißt es: "Für die Absage des Dreikönigslaufs gibt es zwei entscheidende Gründe. In den letzten Jahren haben wir bemerkt, dass die Beteiligung immer geringer und auch die Läufer älter wurden. Außerdem wurde es immer schwerer, zu diesem Termin ausreichend Helfer zu finden, welche uns bei der Durchführung der Veranstaltung unterstützen konnten. Deshalb mussten wir umdenken. Trotz der Abschaffung des Dreikönigslaufs wollten wir dennoch weiterhin einen Lauf austragen." So sei dem Verein die Idee gekommen, so Berg weiter, den ersten Malterdinger Weinleselauf auszuschreiben. Man habe einen Testlauf 2016 durchgeführt anlässlich des Gemeindejubiläums, und da der Zuspruch sehr gut war, erlebe der neue Lauf nun am 1. Oktober offiziell sein Debüt. Im Angebot seien Kinderläufe und Rennen über fünf und zehn Kilometer.

Doch kein Ende: Fünfzig Austragungen hatte es bis einschließlich 2016 vom Gersthofener Silvesterlauf gegeben mit zuletzt über 1800 Teilnehmern, doch dann stand plötzlich das Aus der beliebten Veranstaltung im Raum, weil altgediente Mitglieder des Organisationsteams ihren Rückzug angekündigt hatten und die örtliche Leichtathletikabteilung äußerte, fortan die Traditionsveranstaltung nicht mehr organisieren zu können. Das war der Stand der Dinge für das bayerische Sao Paulo am Anfang des Jahres 2017, rekonstruierte die "Augsburger Allgemeine" nun noch einmal die damalige Situation. Doch im Laufe des Jahres bildete sich in der Bevölkerung, bei vielen Sportler aus Nah und Fern und sogar bei den Stadtvätern so etwas wie ein Kultur- und Traditionsbewusstsein. Der Silvesterlauf gehört einfach zu Gersthofen, hieß es, es sei geradezu eine soziale Verpflichtung, diese Traditionsveranstaltung fortzuführen. So sah es der Vorsitzende des TSG Gersthofen, Hinrich Habenicht, und stellte sofort Überlegungen zur Erhaltung an. Dann schaltete sich auch Bürgermeister Michael Wörle ein: "Das geht gar nicht!", sagte er, "der Silvesterlauf ist eine Marke für Gersthofen mit überregionaler Bedeutung und muss bleiben." Nach vielen Gesprächen und Sondierungen konnte dann eine Form gefunden werden, den Lauf weiter durchzuführen. Bei der 51. Auflage wird es einige organisatorische Änderungen geben, aber es wird kein Aus, und nicht mal eine Pause geben. Denn auch genügend Helfer stehen wieder zur Verfügung.

Premiere: Die "Westfalenpost" meldet Mitte Oktober, dass im Südsauerland ein neues Laufformat geplant ist, der Rhein-Weser Panoramalauf in Oberhundem. Als legitimer Vorgänger dieser Veranstaltung fungierte bis 2016 der Rhein-Weser Nordic-Walking-Lauf, nun sei das Angebot für Läufer erweitert worden, erklärt der ausrichtende Sportclub Oberhundem, der Termin am zweiten Oktoberwochenende aber bliebe bestehen. Es handelt sich um eine Trailrun-Veranstaltung mit unterschiedlichen Streckenlängen von 5 über 10 und 15km bis Halbmarathon. Als vorletzter von acht Läufen gehört der Panoramalauf zum Sauerland-Trailcup. Außerdem sind zwei Läufe für Bambini und Schüler geplant. Los geht es um 12 Uhr in der Nähe des Kurgartens am Haus des Gastes.

Vakant: Am 30. September meldet die "Volksstimme", das der beliebte Mönchlauf in Halberstadt wohl vor dem Aus stehe, nachdem erst vor wenigen Wochen das 25-jährige Jubiläum gefeiert werden konnte. Lothar Ahrens und Ehefrau Roswitha, die sich beim Veranstalter MSV Eintracht Halberstadt immer sehr für den Lauf engagiert hatten, hätten Gründe für die überraschende Entwicklung genannt: "Überraschend kommt das vielleicht für die Teilnehmer", sagt Ahrens, "für die Mitglieder der Laufgruppe ist es das nicht. Bei der letzten Wahlversammlung vor zwei Jahren im Januar 2016 wurde bereits von uns angekündigt, dass wir kürzer treten wollen und ein Nachfolger für die Leitung der Laufgruppe und damit für die Weiterführung des ‚Mönchlaufes' gesucht wird." Letztlich sei es nicht gelungen, langfristig Nachfolger für die Durchführung zu finden. Das Ehepaar möchte jedenfalls nicht mehr in der ersten Linie stehen, zumal sie 76 und 75 Jahre alt seien. Endgültig soll über die Zukunft des Mönchlaufs bei der bald anstehenden Hauptversammlung im Januar 2018 entschieden werden. Bedauerlich sei es, wenn der Lauf endgültig abgesagt werden müsse, da die Entwicklung der Teilnehmerzahlen bis zuletzt überaus positiv gewesen sei. Aber leider will offenbar keiner den Hut aufsetzen, bedauert Ahrens. Die Laufgruppe im Verein soll aber weiterhin bestehen bleiben.

Wieder da und aus: Wie der "Bremer Weserkurier" meldete, dürfte dem Hamberger Herbstlauf nach der diesjährigen Austragung das Aus drohen. Nachdem dieser Lauf bereits im letzten Jahr aus organisatorischen Gründen ausgefallen war, wurde diese nun am 23. September nachgeholt. Allerdings fand der Lauf nicht - wie üblich - in Lübberstadt statt, sondern wurde zum TSV Steden/Henningst verlegt, der als Helfer mit einsprang. Die Organisatoren, der Lauftreff Bornheide um Manfred Kück, wollten den Lauf als 15. Edition zumindest für 2017 noch retten. In 2018 werde es aller Wahrscheinlichkeit nach dieses Event nicht mehr geben, ließ Mitorganisator Michael Thiel wissen, fünfzig Prozent des Erlöses des Jedermannslauf wurden aber wieder an gemeinnützige Einrichtungen weitergegeben. Neben Kinderläufen und Walkingstrecken bildeten der Zehner und der Halbmarathon die Hauptläufe. Als letzte Gewinner des HM trugen sich Frank Themsen und Kerstin Boettjer in die Siegerlisten ein.

Neu: Der bestehenden Laufserie des Elbe-Ohre-Cups gehört seit diesem Jahr ein neuer Lauf an, der im kleinen Örtchen Parchem über die Bühne ging: der Parchener Fiener Cross. Das meldete die Agentur alpha-report.de. Es handelt sich um einen Crosslauf, der am 3. September veranstaltet wurde und auf fünf Distanzen knapp 200 Finisher sah. Angeboten wurden neben einem Kinderlauf und Wandern Läufe über 3km, 6km sowie der Hauptlauf über 11 km. Als erste Sieger werden Erik Müller und Marie Weinmann genannt. Start war an der Klapperhalle in Parchen um neun Uhr.

Neu: Am 22. September hatte eine neue Laufveranstaltung Premiere, der erste Frohburger Dreieckslauf. Das meldet das "Leipziger Volksblatt". Auf einem normalerweise Motorrädern und Sidecars vorbehaltenen Kurs gingen rund 200 Läufer auf unterschiedliche Strecken von 300m für Bambini bis zehn Kilometer für Erwachsene, jedoch nicht so viele wie Orgachef Jörg Köhler erwartete. Bekannt ist Frohburg seit vielen Jahrzehnten bei Motorradfans für hochkarätigen Motorsport, für das Frohburger Dreiecksrennen, nach dessen Vorbild sich nun auch die Laufveranstaltung mit "Dreieckslauf" benannte. Die Läufe waren terminlich unmittelbar vor dem Motorsportsonntag angesiedelt. Als Premierensieger über zehn Kilometer trugen sich Kristin Zimmermann mit einer 37er und Andre Kirmes mit einer 36er Endzeit in die Siegerlisten ein. Nur sieben Frauen und 32 Männer waren in Hauptrennen dabei.

Zu Ende: Am 24. September fand in Zell am Hamersbach der 15. Brandenkopf-Berglauf statt. Das ist einem Bericht von Winfried Stinn im "LaufReport" vom 24.9. zu entnehmen. Wie Organisationschef Alfred Siegesmund bekanntgab, wird es wohl die letzte Austragung gewesen sein. Denn um den Lauf weiterführen zu können, sei eine Mindestteilnehmerzahl von 200 Läuferinnen und Läufern nötig. Jedoch standen trotzt bester Witterungsbedingungen nur 110 Teilnehmer an der Startlinie, womit ein weiterer Berglauf im Schwarzwald, der auch zu einer örtlichen Berglaufserie gehört, von der Bildfläche verschwindet. Orgachef Siegesmund erkennt darin eine allgemeine Entwicklung: "Es hat sich unsere Vermutung bestätigt, dass der Berglauf rückläufige Teilnehmerzahlen hat. Beruhigend für uns, dass es nicht an unserer Organisation und Durchführung lag. Das Wetter war bis zur Siegerehrung gut. ... Deshalb haben wir heute einen Schlussstrich unter die Ära Brandenkopf-Berglauf gezogen. Der 15. Brandenkopf-Berglauf war der letzte. Unsere Konzentration liegt nun voll auf dem TrailRUN21, den wir im Frühjahr ausrichten. Dort sehen wir die Zukunft, was sich in den ersten drei Ausgaben bestätigt hat. Es wächst eine neue Generation an Läufern heran."

Neu: Nun hat auch eine Outdoor-Bekleidungsfirma die Laufbewegung als günstigen Werbeträger für eigene Produkte entdeckt, das geht aus einer Pressemitteilung auf der Homepage des Unternehmens Jack Wolfskin hervor. Dort heißt es: "Die Veranstaltung in Kooperation mit dem TV 1844 Idstein findet am 23.9.2017 am Sportplatz Zissenbach statt. Los geht es um 9.45 Uhr mit einem Warm-Up für alle Teilnehmer, das von Outdoorgym Gründer Felix Klemme geleitet wird. Anschließend startet die 10 Kilometerdistanz mit 184 Höhenmetern um 10.00 Uhr. Die 5-Kilometer-Distanz-Teilnehmer machen sich 15 Minuten später auf den Weg, ihre Strecke über 92 Höhenmetern zu bezwingen. Der Lauf endet für alle Teilnehmer wieder an der Sportanlage, wo auch die Siegerehrung stattfinden wird. Die Hälfte der Anmeldegebühren werden an die VITOS Teilhabe gemeinnützige GmbH in Idstein gespendet." Der erste Idsteiner Wolfsrun wurde von 188 Läufern gefinisht, die überwiegende Zahl über die lange Strecke.

Premiere: Von einem weiteren von einer Firma veranstalteten Lauf ist zu berichten. Am 16.9. feierte das erste Ostfriesische Lauf- und Walkingfest in Burhave seine Premiere. Dazu der Veranstalter: "Seit vielen Jahren nehmen Beschäftigte und Mitarbeiter der WfbM Aurich-Wittmund gGmbH an den Laufveranstaltungen bei uns im Norden teil. Jedes Jahr steigt die Zahl unserer Laufwilligen und damit der Gedanke, eine eigene Veranstaltung zu initiieren. Wir möchten allen Bewegungsfreudigen die Möglichkeit bieten, auf verschiedenen Strecken an diesem Event teilzunehmen, wobei der Spaß im Vordergrund steht. Für Besucher und Teilnehmer wird ein unterhaltsames Rahmenprogramm auf unserem Gelände der Harlinger Werkstatt in Burhafe geboten. Angeboten waren Läufe über verschiedene Strecken bis maximal 10 km. Wie im Nachgang berichtet wird, war das Vorhaben ein voller Erfolg mit deutlich über 400 Teilnehmern, insbesondere aus Betrieben, in denen Menschen mit Behinderung arbeiten. Die Schnellsten erzielten beachtliche Zeiten. Sieger über 10km wurde Johannes Wiltfang mit einer Zeit von 33:25min.

Absage: Dem Online-Portal "Laufen in Westfalen" war im September zu entnehmen, dass der Internationale Hellweglauf Unna-Lünern, der am 8. Oktober über die Bühne gehen sollte, abgesagt worden ist. Der Vorstand des veranstaltenden TVE Lünern habe sich nach reiflicher Überlegung dazu entschlossen, heißt es auf der dortigen Homepage. Und weiter: Nach reiflichen Überlegungen sowie langen Diskussionen mit dem Gesamtvorstandsteam hat man sich dazu entschlossen, dass der Hellweglauf nicht mehr stattfindet wird. "Wir haben diese Entscheidung nicht leichtfertig getroffen und können die mögliche Enttäuschung der Läuferinnen und Läufer über die Absage nachvollziehen, aber eine monatelange Vorbereitungszeit für das ehrenamtliche Vorstandsteam sowie der Einsatz von über 70 freiwilligen Helfern am Laufwochenende wurden zuletzt nicht belohnt", so die Aussage des Vorstandes. Im Angebot des Laufes, der zur Hellweg-Laufserie gehört, waren ein HM, ein Zehner und ein Jedermannslauf sowie Rahmenwettbewerbe. Er wäre 2017 in seine 19. Auflage gegangen. Die Entscheidung dürfte wohl das endgültige Aus der Serie bedeuten.

Premiere: Am 16. September ging die erste Austragung des wi-Fellbacher Stadtlaufs über die Bühne, wie die "Stuttgarter Zeitung" berichtet. Rund vierhundertfünfzig Läufer gingen über die unterschiedlichen Wettbewerbe auf die Strecke, die vom Bambinilauf bis zum 7,5-km Hauptlauf reichten. "Der vom Wohn- und Gewerbeimmobilienspezialist Wohninvest organisierte Laufwettbewerb wurde zwischen dem Parkrestaurant des SV Fellbach und der Lutherkirche ausgetragen", heißt es weiter. Kooperationspartner seien der Verein Stadtmarketing sowie der SV Fellbach gewesen. Der Laufkurs war so ausgerichtet, dass alle Läufer die wesentlichen Sehenswürdigkeiten der Innenstadt passieren. An der 1,5 Kilometer langen Runde lagen beispielsweise die Schwabenlandhalle, die Lutherkirche sowie die Musikschule. Die Streckenführung weist dabei eine Besonderheit auf: Pro Runde ist die Tiefgarage des Rathauses je einmal zu durchqueren. Der Lauf fand für einen guten Zweck statt, denn von jedem Startgeld geht ein Teil an den SV Fellbach für seine Nachwuchsarbeit. Erster Sieger war der dreifache deutsche Meister Lukas Eisele. Der Lauf soll eine ständige Einrichtung werden.

Neu: Am 7. Oktober ist in Halle in Westfalen der sogenannte Reformationslauf geplant, das meldete bereits im Juni das "Haller Kreisblatt". Möglichst sollen 500 Läufer daran teilnehmen, denn die Reformation ist 500 Jahre alt. Entsprechend der Jahreszahlen werden Startnummern von 1517 bis 2017 ausgegeben. Im Angebot sind zwei Kinderläufe und drei Läufe über 3, 5 und 10 km. Die Veranstaltung wird mit einer Andacht um 10 Uhr beginnen und mit der Siegerehrung am frühen Nachmittag enden. Organisiert wird der Lauf von der Kirchengemeinde Halle, die zum Reformationsjubiläum eine Lutherfigur aus Plastik an den Start stellen wollen, die von verschiedenen Läufern über die Strecke getragen werden soll. Entstanden ist die Idee durch das gemeinsame Hobby der drei Organisatoren. Pfarrer Christian Stephan, der Presbyter Matthias Jörke und Friederike Hegemann nahmen im vergangenen Jahr gemeinsam am "Gipfelsturm"-Lauf in Osnabrück teil und entschieden sich spontan, den Reformationslauf aus der Taufe zu heben. Ob es eine einmalige Sache bleibt oder es eine Fortsetzung 2018 geben wird, ist noch nicht bekannt.

Vakant: Einer ungünstigen Zukunft scheint die Heiligenröder Bahnlaufserie entgegenzusehen, wenn man die zuletzt arg schwindenden Teilnehmerzahlen betrachtet. Das geht aus einer Mitteilung des "Nordhessencup-Laufblogs" hervor. Insbesondere die Beteiligung beim 10.000m Lauf habe stark abgenommen. Die Serie, die jährlich viermal im September über die Bühne geht, findet bereits seit 31 Jahren statt und bietet von 800m bis 10.000m unterschiedliche Distanzen für Jugendliche und Erwachsene an. Wer an der Cup-Serie teilnimmt, muss wenigsten drei Ergebnisse nachweisen (Schüler zwei). Die drei besten Zeiten fließen - umgerechnet in Punkte - in die Gesamtwertung ein. Als besonderer Service werden die Zeiteinläufe per Videokamera dokumentiert. Seit nunmehr 2012 sind die Teilnehmerzahlen rückläufig. Waren anfangs um die 500 Läufer bei den vier Veranstaltungen dabei, waren es 2016 nur noch gut 300. Sollte sich diese Tendenz fortsetzten, dann werde die 32. Austragung 2017 wohl die letzte sein, warnt Organisationsleiter Volker Göbel. Die Entscheidung liege bei den Läufern.

Premiere: Eine gelungene erste Austragung konnte der Kasseler WVC-Volkslauf am 3. September feiern, wie die veranstaltende Wassersportvereinigung Cassel auf ihrer Homepage meldete. Neben Läufen für Bambini und Schüler waren Hauptläufer über 5,2 10,2 und 20,5 km im Angebot, wobei die längste Strecke aus zwei identischen Runden bestand. Alle Strecken waren als Wendepunktkurse auf dem schönen Europaradweg R1 entlang der Fulda konzipiert. Bei der ersten Austragung, die innerhalb der Laufserie "Nordhessencup" stattfand, kamen über 400 Läufer und Läuferinnen ins Ziel. Nach dem erfolgreichen Debüt soll der Lauf zu einer ständigen Einrichtung werden.

Wieder da: Wie die "Dresdner neuesten Nachrichten" berichten, kehrte ein Lauf zurück in die Elbmetropole. "Nach einem Jahr Pause konnten die Dresdner am Samstag wieder 'Quer durch die Heide' laufen", heißt es. "Vom Forstsportplatz in Weixdorf aus ging es auf Strecken zwischen 500 Metern und 22,5 Kilometern mitten durchs Landschaftsschutzgebiet. Die Läufe starteten jeweils gegen 14 Uhr. Erwartet wurden mehr als 400 Teilnehmer." Zum Programm gehörten des Weiteren Läufe über 15 und 7,5km. Auch Walken und Kinderläufe wurden angeboten. Der sogenannte QdH-Run, der Lauf quer durch die Dresdner Heide, fand am 16. September bereits zum 41. Mal statt.

Verändert: Die Zeit der Experimente beim Hamburg Marathon scheint noch nicht vorbei. Dem "Hamburger Abendblatt" zu Folge wird es einige Neuerungen geben. Nachdem man bei der Austragung 2017 einen neuen Frauenwettbewerb kreiert hatte, bei dem zwei Läuferinnen den Marathon als Staffel absolvieren, hatte man diesen Wettbewerb nach seiner gelungenen Premiere gleich wieder aus dem Programm geworfen. Statt dieser auf 500 Paare limitierten Konkurrenz kündigt der Veranstalter für die 33. Edition 2018 die Einführung eines Halbmarathons an, der auf 3333 Startplätze begrenzt ist. Der Halbmarathon wird am 29. April über die Bühne gehen und eine Stunde vor den Marathonis um 8:30 Uhr angeschossen werden. Die Strecke verläuft fast zu hundert Prozent auf der des Marathons, spart aber auch in Richtung Westen und Norden wesentliche Teile aus. Der neue Wettbewerb erhält einen eigenen Start-Ziel-Bereich, ganz in der Nähe des Start-Ziel-Bereichs des Marathons. Neu außerdem: die Handbiker fahren erstmals nur den Halbmarathon, statt den Marathon. Mit dieser Veränderung gibt Hamburg als einer der letzten noch verbliebenen großen Marathonveranstaltungen die Position auf, keinen HM einzuführen.

Premiere: Am 9. September feierte ein neuer Ultralauf seine erfolgreiche Premiere, der erste Südthüringen-Trail mit Startpunkt in Suhl. Das geht aus einer Meldung von "br.-timing" hervor. Angeboten waren der Heldentrail über 65 km mit 2491 Höhenmeter, dann der Riesentrail über 47,5km mit 1932 Höhenmeter, der über zwei Varianten gelaufen werden konnte, sowie der Wichteltrail über 17,4km mit 559 Höhenmeter. Starten durfte man nur, wenn man die Pflichtausrüstung mitführte, u. a. ein Mobilfunkgerät. Wer den Heldentrail schaffte, konnte sich 4 Punkte für die Qualifikation des UTMB gutschreiben lassen; drei Punkte gab es bei Bewältigung des Riesentrails. Deutlich über 400 Akteure hatten sich vorangemeldet, 364 kamen ins Ziel. Den Heldentrail gewannen David Mendelski in 6:53h und Ramona Sonja Römer in 7:58h.

Wieder da: Nach einem Jahr Pause gingen die Sportler beim 13. Fehmarn Lauf am 2. September wieder an den Start, das meldete das Onlineportal der "Lübecker Nachrichten". Und weiter heißt es: "Der Start des einstmals beliebten Laufes wurde um 14:30 Uhr auf einer vollkommen neuen Strecke durchgeführt. Die Laufstrecke führt nicht mehr durch die Burger Innenstadt zum Südstrand in Burgtiefe. Dafür wurden in der Vergangenheit immer viele Streckenposten und andere Helfer benötigt. 2016 musste der Fehmarn-Lauf sogar ganz abgesagt werden, weil zu viele Unterstützer damals durch die Premiere des Kitesurf World Cup am Burger Südstrand anderweitig stark eingebunden waren." Gestartet wurde auf dem Sportplatz an der Inselschule in Burg. Im Angebot waren zwei neue Strecken, der Lauf über zwanzig Kilometer und eine Doppelmeile über 3,2 km. Mit rund 300 Teilnehmern im Ziel übertrumpfte der Lauf 2017 das Vorjahresergebnis knapp. Veranstalter des Laufes ist der SV Fehmarn.

Neu: Der "Schwarzwälder Bote" berichtet von einem neuen Lauf in der Gemeinde Horb, der am 9. September über die Bühne ging. Die Rede ist vom ersten Neckar-Sport City Run. Im Angebot waren ein Walkingwettbewerb und der Hauptlauf über 10 km. Die Beteiligung war jedoch nicht sehr groß. Nur 60 Läufer und 21 Walker gingen auf die Strecke. Schnellste Frau über 10 km war Nazli Hacibayramoglu, flottester Mann Mark Weichert. Die Zeitung spricht davon, dass Horb schon länger das Eldorado für Langstreckler am Neckar sei. Charlotte Kittel, Inhaberin des Sportfachgeschäftes "Neckar-Sport-Horb", habe deshalb zusammen mit der City Initiative "Horb Aktiv" - neben anderen Events in der Gemeinde - nun den "1. Neckar-Sport City Run" aus der Taufe gehoben.

Neu: Das Online-Portal "Laufen in Osnabrück" kündete bereits im August eine neue Laufveranstaltung an, den ersten Gesmolder Kirmeslauf am 16. September. Im Programm seien Läufe über 800 Meter (Bambini), 1600 Meter (Laufanfänger), sechs Kilometer (Jedermannslauf) und neun Kilometer (Hauptlauf). Auch Walker könnten an den Rennen teilnehmen. Das Startgeld sei mit zwei Euro für Kinder und vier Euro für Erwachsene betont moderat gestaltet worden. Wie der Veranstalter SV Viktoria Gesmold mitteilt, sei "bereits 2016 die Idee entwickelt worden, zu Kirmes eine Laufveranstaltung zu organisieren. Damals wurde diese Idee allerdings wieder verworfen: Der Neubau des Kunstrasenplatzes beanspruchte zu viele Ressourcen des Vereins, um parallel noch eine funktionierende Veranstaltung zu Kirmes auf die Beine zu stellen. Die Idee wurde allerdings nicht grundsätzlich verworfen, ein Organisationsteam wurde gebildet und die erforderlichen Genehmigungen und Unterstützung eingeholt. So steht nun 2017 der 1. Gesmolder Kirmeslauf auf dem Plan."

Premiere: Sehr erfolgreich verlief die erste Austragung des Eichstätter Halbmarathons am 2. September, das meldet der "Donau-Kurier". Weiter heißt es: "Dass 270 Halbmarathon-Läufer und 240 auf der Kurzstrecke dabei waren, freue auch die Verantwortlichen des SV Marienstein, der die Veranstaltung maßgeblich vorbereitet hatte. 'Das war eine super Idee, und dass sich so viele angemeldet haben, ist einfach nur Wahnsinn', sagte SVM-Vorsitzender Arnulf Neumeyer kurz vor dem Start." Der Lauf, der sich etablieren soll, sei eine echte Bereicherung für das Volksfest. Neumeyer lobte indes auch die Helfer: "Über 100 Vereinsmitglieder sind bei der Vorbereitung und Durchführung aktiv.' Den Startschuss für beide Läufe gab Wiesenkönigin Franziska Pröll - allerdings ohne Pistole: Sie zählte den Countdown nach unten.

Gefährdet: Um drei der nordhessischen Bergläufe sieht es offenbar nicht gut aus. Das geht aus Mitteilung verschiedener Zeitungen und Portale hervor, unter anderem aus dem "Nordhessencup-Laufblogs". Vakant sei zum einen der Herkules-Berglauf in Kassel, der eventuell dieses Jahr, bei seiner 28. Austragung am 21. Oktober, zum letzten Mal stattfinde. Nach Abgabe der Organisation von Winfried Aufenanger, dem Orgachef des Kassel Marathons, berate der austragende Verein zurzeit, ob die Veranstaltung fortgeführt werden könne. Die diesjährige Austragung sei zwar noch kurzfristig ausgeschrieben worden, stehe aber nicht in den gedruckten Laufkalendern. Auf einer 6,2 km langen Hauptstrecke sind dort 390 Höhenmeter zu bewältigen. Bereits verschwunden aus den Laufkalendern sei zum zweiten der Berglauf auf dem Bergmannspfad, berichtet die "Hessisch-Niedersächsische Zeitung". Zuletzt war der anspruchsvolle Lauf durch den Reinhardswald 2015 ausgetragen und vom VFL Veckerhagen organisiert worden. Die vorläufig letzte Durchführung war die 18. Auflage. Die Strecke, auf der mehrfach auch die Berglaufmeisterschaften stattfanden, war rund fünf Kilometer lang. Eine Wiederbelebung der Veranstaltung scheint unwahrscheinlich. Nicht unproblematisch ist zum dritten die Lage des Meißner Berglaufs, wie die "HNA" am 20.8.2017 meldete. "Gut, dass wir bei unserem Meißner-Berglauf auch die hessischen Meisterschaften mit ausrichten durften, sonst hätte sich die Veranstaltung nicht gelohnt", resümierte der erste Vorsitzende des Ski-Clubs Meißner (SCM), Peter Eberhardt, die 20. Auflage dieser Veranstaltung. Denn außer den Meisterschaftsteilnehmern hätten nur dreißig andere Läuferinnen und Läufer sowie Radfahrer die Herausforderung dieses schweren Wettkampfes angenommen. Bei idealen Laufbedingungen erklommen insgesamt nur 120 Aktive den Meißner.

Vor dem skizzierten Hintergrund muss man sich um die Berglaufszene in Nordhessen ernsthaft Sorgen machen.

Verändert: Wie der "Mannheimer Morgen" im September meldet, wird es bei der vierten Auflage des Ultralaufs Taubertal100 eine Angebotserweiterung geben. Am 7. Oktober stünde erstmals neben den übrigen Distanzen (100km, 71km, 50km) ein 100-Meilen-Lauf auf dem Programm. Die Strecke sei relativ flach, heißt es, sie müsse aber innerhalb von 26 Stunden absolviert sein. Die Veranstalter rechnen mit einem hochkarätig besetzten Feld und insgesamt mit bis zu 250 Läufern auf allen vier Strecken. Mit dabei wird der Holländer Jan Albert Lantink sein, der die 100 Meilen in weniger als 13 Stunden beenden will. Auch die Weltrekordhalterin im 6-h-h-Lauf, Nele Alder-Baerens, wird im Taubertal an den Start gehen. Ihr genügen 100 km. Inzwischen ist der Lauf Geschichte. Lantink konnte sein ehrgeiziges Ziel nicht verwirklichen, Alder-Baerens siegte bei den Frauen.

Neu: Es gibt einen neuen Sechs-Stundenlauf im Saarland. Das war einer Aufstellung des Portals "Race Results" und der Veranstalterhomepage "www.urwaldlauf.de" zu entnehmen. Die Rede ist vom 1. Sechs Stunden Urwaldlauf, der am 30. September vor den Toren Saarbrückens stattfand. Gelaufen wurde auf einer Runde von knapp 1900 Metern Länge über Waldwege und Sigletrails. Auf jeder Runde waren 44 Höhenmeter zu überwinden, was, auf eine Marathonlänge summiert, fast 1000 Höhenmeter ausmacht. Startpunkt war die Urwaldscheune Neuhaus um 10 Uhr. Auch ein späterer Einstieg ins Rennen war möglich. Das Startgeld betrug moderate zehn Euro. Der Erlös kommt Naturprojekten für Kinder und Jugendlichen zugute. Vor dem Lauf fand noch ein Bambinirennen statt. Elektronische Zeitmessung und Rundenzähler gehörten zum Service, ebenso eine üppige Verpflegung. Der Name "Urwaldlauf" ist nicht ganz unbekannt, denn im ostfriesischen Zetel gibt es ein Rennen dieses Namens bereits seit einigen Jahren. Urheberrechtsprobleme sind wohl nicht zu befürchten.

Premiere: Die Zabelsteinrunners vom TSV Westheim bilden seit 2014 eine lockere Laufgruppe, in der auch viele Kinder sportlich aktiv sind. In diesem Jahr sind sie mit dem Vorhaben an die Öffentlichkeit getreten, die erste eigene Laufveranstaltung zu organisieren, den ersten Zabelstein-Run. Wie in einer Pressemitteilung des Vereins zu lesen ist, standen Läufe über Halbmarathon, 11km und 5,6km auf dem Programm sowie zwei Kinderläufe auf dem Programm. Als Termin wurde der 1. Oktober angegeben mit dem ersten Start um 9:15 Uhr auf dem Sportgelände des Vereins. Beim Hauptlauf, der amtlich vermessen ist, waren 400 Höhenmeter zu bewältigen. Bis zum Meldeschluss Ende September hatten sich rund 400 Teilnehmer angemeldet, knapp 150 für den Halbmarathon.

Premiere: Am 8. Oktober kam es zum ersten Pflungstädter Rückwärtslauf, wie aus der Meldung des Portals RaceResults hervorgeht. Auf dem Programm standen Läufe über 600m, 2,5 und 3,8 km. Insgesamt kamen 85 Läufer ins Ziel. Im Lauf über 3,8km blieb nur einer unter zwanzig Minuten, das war Tobias Hegemann aus Kleinostheim, der 18:38min brauchte. Die Frauenwertung gewann Irene Bell in 23 Minuten.

Absagen: Sehr kurzfristig, nämlich ein Tag vor dem Event, mussten die Cross Days in der Döberitzer Heide am 28. und 29. Oktober in der Sielmann Naturlandschaft, zwischen Berlin und Potsdam gelegen, abgesagt werden. Dazu hieß es auf der Veranstalterhomepage des SCC Berlin weiter: "Die Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes prognostiziert für das Veranstaltungswochenende unter anderem starke Orkanböen innerhalb des gesamten Veranstaltungsgebietes. Eine zeitliche Verschiebung ist aus organisatorischen Gründen im Planungs- aber auch Wetterverlauf nicht sicher und kann daher nicht als Alternative angeboten werden. Die Sicherheit unserer Teilnehmerinnen und Teilnehmer steht für uns an erster Stelle, so der Geschäftsführer von SCC EVENTS, Christian Jost. "Wir haben großes Verständnis für die Enttäuschung der Starterinnen und Starter der Cross Days, die intensiv trainiert und sich wie wir uns auf die Veranstaltung gefreut haben", ergänzt Jost. Die Teilnehmer wurden per Mail über die Absage informiert. Bezüglich des weiteren Vorgehens erhalten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer Ende der nächsten Woche zusätzliche Informationen per Mail."

Wegen dem Sturmtief Herwart wurden auch die Braunschweiger Lauftage mit dem Braunschweig Marathon abgesagt. Das meldete die Braunschweiger Zeitung einen Tag nach dem geplanten Termin. Es waren nicht die Veranstalter, die die Reißleine zogen, sondern die Behörden, die kurzfristig die Lauftage verboten hatten. "Wir hätten den Lauf gerne durchgeführt", hieß es indes auf der Veranstalterhomepage am gleichen Tag. Einen Nachholtermin werde es nicht geben.

Gesammelt und zusammengetragen von Michael Schardt (31. Oktober 2017)

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