31.12.18 - 34. Britzinger Silvesterlauf

Filmon Teklebrhan besiegt Omar Tareq und verpasst Uralt-Streckenrekord nur knapp

Ideale Bedingungen

Neuer Teilnehmerrekord

von Winfried Stinn 

Britzingen, ein kleiner Weinort im Markgräfler Land, seit 1974 eingemeindet in die Stadt Müllheim, gehört mit nur etwas mehr als 1000 Einwohnern zu den kleineren Orten in Südbaden. Dennoch hat Britzingen in der Laufszene einen guten Ruf, denn seit nun mehr als drei Jahrzehnten findet hier zum Jahresausklang der vom TV Britzingen veranstaltete Silvesterlauf statt. Hierzu schnürten sich in den vergangenen Jahren rund 1000 Läuferinnen und Läufer noch einmal im alten Jahr die Wettkampfschuhe. So war es auch diesmal wieder. Schon Mitte Dezember war der Silvesterlauf mit rund 1250 Meldungen restlos ausverkauft. Knapp 1100 Teilnehmer (mehr als Britzingen Einwohner hat), sorgten, bei idealen Bedingungen, für einen neuen Teilnehmerrekord. Davon erreichten 971 Läuferinnen und Läufer das Ziel beim 10 km langen Hauptlauf.

 

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Start vor der Britzinger Kirche zum 34. Britzinger Silvesterlauf
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Die 10 km lange Strecke, mit Start und Ziel bei der Britzinger Kirche, führte durch Reben und Wiesen von Britzingen über Güttigheim nach Sankt Ilgen, Buggingen, Dattingen und zurück nach Britzingen. Durch einige Steigungen, vor allem im zweiten Teil, ist die Strecke recht anspruchsvoll. Als Favoriten bei den Männern standen Omar Tareq (TUS Lörrach-Stetten) und Filmon Teklebrhan (LAC Freiburg) an der Startlinie.

Omar Tareq, der sich in den beiden vergangenen Jahren, nach mehreren Podestplätzen, als Sieger durchsetzte, wurden die größeren Sieg-Chancen eingeräumt. Er hatte erst kürzlich das Run and Bike in Reute gewonnen.

 

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Aber auch Teklebrhan hatte bei seinen Siegen bei der Breisgauer Crosslaufserie seine Klasse bewiesen, so dass letztendlich die Favoritenfrage offen war. Beide waren hochmotiviert und liefen, unmittelbar nach dem Startschuss an die Spitze des Feldes und legten ein hohes Tempo vor. Auf den ersten fünf Kilometer sorgte Tareq fürs Tempo und versuchte immer wieder Teklebrhan abzuschütteln. Für die ersten fünf Kilometer wurde für beide 14:40 Minuten gestoppt, eine schier unglaubliche Zwischenzeit.

Nur kurz nach dem Start im kleinen Weinort Britzingen war das Feld so dicht beisammen

Zwischen Kilometer fünf und sechs, auf einer langgezogenen Steigung, verschärfte Teklebrhan das Tempo und Tareq fiel deutlich zurück. Aber der zweifache Silvesterlauf-Sieger gab nicht auf, kämpfte sich wieder heran und übernahm rund 300 Meter vor dem Ziel die Führung. Doch die Aufholjagd hatte zuviel Kraft gekostet, zudem ging es zum Ziel bergauf, was Tareq gar nicht liegt. So konnte Teklebrhan wieder in Führung gehen und unter dem Jubel der begeisterten Zuschauer als Sieger die Ziellinie passieren.

 

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Mit der Zeit von 31:25 Minuten verpasste er den fast drei Jahrzehnte alten Streckenrekord von Markus Keller (PTSV Jahn Freiburg) nur um 16 Sekunden und lief die drittschnellste Zeit, die je in Britzingen gelaufen wurde. Seit 20 Jahren war keiner mehr so schnell wie der junge Nachwuchsläufer aus Eritrea. "Mit dem Sieg habe ich nicht gerechnet. Ich bin überglücklich", war dann die erste Reaktion eines strahlenden Siegers. Die vielen Erfolge seien nur möglich, weil er sehr viel Unterstützung erfahre, sei es im Sport, Beruf, Schule und Privat. Filmon Teklebrhan ist sicherlich ein gutes Beispiel, welch hohen Anteil für eine Integration der Sport hat.

Alsbald setzten sich die beiden Favoriten Omar Tareq (Nr. 1) und Filmon Teklebrhan vom Feld ab Mit dabei Herbert Hebek (Nr. 100) vom Veranstalter TV Britzingen

Auch der Zweitplatzierte Omar Tareq lief mit 31:44 Minuten eine der schnellsten Zeiten in Britzingen, machte aber aus seiner Enttäuschung über Platz zwei keinen Hehl. "Wenn ich an den Start gehe, will ich gewinnen. Ich will auch keine Ausrede für meine Niederlage suchen. Filmon war besser, vor allen an den Steigungen. Da hatte ich keine Chance. Auch kurz vor dem Ziel, als Filmon mich überholte, konnte ich nicht mehr kontern", so Tareq.

Festzuhalten bleibt: Beide lieferten sich ein spannendes Duell und beide trieben sich zu Spitzenzeiten an. Der Schwarzwald Berglauf Pokalsieger Bruno Schumi (LG Brandenkopf) belegte wie im Vorjahr Platz drei: "Mehr war heute nicht drin. Mit dem dritten Platz habe ich das Optimum rausgeholt." Vierter wurde der Franzose Samir Baala vor Timo Hackenjos (SV Kirchzarten). Simon Hellstern (LAC Freiburg) belegte Platz fünf und wurde in der U23 zweiter. Robert Krinke (TV Tiengen Tunibergläufer) belegte Platz sieben und wurde Gesamtsieger des Markgräfler Cups. Victor Larisch (SV Waldkirch) errang Platz acht.

Die Siegerin Lea Düppe Maren Tritschler (184) wird 2, Sabine Schmey (14) 3. und Gesamtsiegerin des Markgräfler Cup Die Vorjahressiegerin und sechsfache Markgräfler Cup-Siegerin Gertrud Wiedemann läuft diesmal auf Rang 4 Lena Hackenjos gewinnt als 5. die U23

Die Mannschaftswertung bei den Männern gewann der LAC Freiburg mit Filmon Teklebrhan, Simon Hellstern und Freddy Schäfer vor dem SV Waldkirch und dem TNB Malterdingen.

Nicht so spannend ging es bei den Frauen zu. Hier feierte Lea Düppe, die gebürtige Heitersheimerin, die in Basel lebt und für die MTG Mannheim startet, einen überlegenen Start-Ziel-Sieg. Sie gewann in 39:22 Minuten "Ich wollte unter 40 Minuten laufen, das habe ich geschafft. Daher bin ich mehr als zufrieden. Es war ein toller Lauf, eine super Stimmung an der Strecke."

Filmon Teklebrhan wird Gesamtsieger und Sieger der U23 Omar Tareq nach zwei Siegen diesmal Zweiter Bruno Schumi wird wie im Vorjahr Dritter Der Franzose Samir Baala läuft auf Rang 4 Timo Hakenjos wird als 6. Zweiter der U23

Auf Platz zwei kam die Schweizerin Maren Trischtler (Basel Running Club). Die Zweite des München Marathons lief 39:51 Minuten. Dritte wurde Sabine Schmey (Gottenheim), die damit auch ihre Führung in der Markgräfler Cup-Wertung verteidigte. Die Vorjahressiegerin und sechsfache Cup-Gewinnerin Gertrud Wiedemann, die zwischenzeitlich in Solothurn lebt, wurde Vierte. Auf Platz fünf kam die Gewinnerin der U23 Lena Hackenjos vor der Zweiten der U23 Nadia Dietz (LG Brandenkopf).

Die Mannschaftswertung ging an den Gastgeber TV Britzingen mit Linda Becker, Nadine Erhardt und Barbara Imgraben. Zweiter wurde der TV Riegel vor der Team Leistungsdiagnostik.

Siegerehrung vor der Britzinger Kirche mit von links Bruno Schumi, Sabine Schmey (beide dritte), Lea Düppe (1.), Maren Trischtler (2.) Filmon Teklebrhan (1.), daneben Armin Imgraben vom Veranstalter TV Britzingen

Siegerehrung die ersten drei des Markgräfler Cups: von links Nadine Erhardt (3.), die beiden Gesamtsieger Robert Krinke und Sabine Schmey, sowie die Zweiten Heike Dold und Victor Larisch
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Neuer Teilnehmerrekord, super Zeiten beim Hauptlauf, stimmungsvolle Atmosphäre an der Strecke, da fiel es Herbert Hebek vom Veranstalter TV Britzingen nicht schwer ein positives Fazit zu ziehen. "Wir sind sehr zufrieden mit der 34. Austragung des Silvesterlaufes. 1250 Anmeldungen für alle Wettbewerbe und dann 1095 Finisher ist richtig klasse; dass wir da noch einen neuen Teilnehmerrekord im Hauptlauf von 971 Sportlern erreicht haben, war eine schöne Nebensache. Wir hatten mehr Finisher beim Silvesterlauf als Britzingen Einwohner hat, das ist für unser Dorf natürlich richtig bewegend und macht uns auch stolz. Ideales Laufwetter, Top-Zeiten, begeisterte Zuschauer an den neuralgischen Punkten am Bugginger Staudamm in Dattingen und dann die Stimmung an unserem berüchtigten Schlussanstieg in Britzingen einfach genial. Das Feedback der Läufer war bislang auch nur voll des Lobes, das ich auch gerne an unser Turnverein-Team weitergebe, die wieder tolle Arbeit zur Durchführung des Events geleistet haben. Wir sind happy."

Bericht und Fotos von Winfried Stinn

Ergebnisse www.silvesterlauf-britzingen.de

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