31.12.17 - 28. Bitburger 0,0% Silvesterlauf Trier

Durch die älteste Stadt ins neue Jahr

Silvesterlauf in Trier - wo sonst?

von Constanze & Walter Wagner 

Informationen zum Lauf 2018 - siehe Ankündigung im WO LÄUFT`S WIE?

Viele weitere Bilder in den Foto-Impressionen im LaufReport HIER

Rund 150 Silvesterläufe werden landauf, landab angeboten, nimmt man die grenzüberschreitenden Gewohnheiten der deutschen Laufszene hinzu. Dabei können viele auf eine langjährige Tradition zurückblicken, in der sie dem "Sao Silvestre" in Brasilien nacheifern. Mit 93 Austragungen ist São Paulo aber nicht nur altersbedingt sondern vor allem stimmungsmäßig Vorbild. Das deutsche São Paulo ist deshalb verständlicherweise ein Qualitätsmerkmal, mit dem sich gleich mehrere Veranstalter schmücken. Und Kriterien gibt es im Dutzend, die mal diesen, mal jenen Silvesterlauf an der Spitze sehen. Erstaunlich gut besucht sind etliche Silvesterläufe und auch hinsichtlich der Stimmung an und auf der Strecke gibt es oft viel Positives zu berichten.

Im großen Angebotsspektrum seinen Platz zu behaupten, ist keine leichte Aufgabe. Vor allem, wenn man im Zeitalter eines sich annähernden Europas über den Tellerrand hinausblickt. Madrid hat für seinen Silvesterlauf ein Teilnehmerlimit von 29.000(!!!). Internationale Spitzenläufer gehen auch in Bozen und etwa in Peuerbach auf Preisgeldjagd, wo mit Ruth Jebet die 3000mHi-Olympiasiegerin gewann. In Deutschland kommt erschwerend hinzu, dass man vom Renndirektor ein rein nationales oder zumindest international stark eingeschränktes Teilnehmerfeld erwartet. Die wenigen Eliteläuferinnen und Eliteläufer verteilen sich entsprechend in homöopathischen Mengen.

Unweit der Porta Nigra, dem 160 Jahre nach Christus errichteten römischen Stadttor, Wahrzeichen der Stadt Trier und UNESCO Kulturerbe ... ... lädt der Silvesterlauf Trier e.V. auf dem Hauptmarkt mit seinem Marktkreuz zur sportiven Jahresabschlussparty ein
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

Vieles spricht für Trier

Die Kulisse sucht ihresgleichen. Der Hauptmarkt zählt über Deutschland hinaus zu den schönsten Plätzen. Hier befindet sich das Start/Ziel-Areal der nur einen Kilometer langen Runde, die Läufer und Zuschauer kaum zum Luft holen kommen lässt. Noch im Weihnachtsschmuck die Geschäftsstraßen. Ein Leichtes für die Moderatoren die ausgelassenen Zuschauer, die mit diversem Stimmungsmachern wie Konfettitüten, Sprühsterne, Trillerpfeifen und Bang-Bangs versorgt wurden, bei Laune zu halten. Das mit sakraler Baukunst überladene Stadtbild ist allein schon des Guten zu viel. Aber so ist sie nun mal, die einstige Kaiserresidenz mit allein neun als UNESCO-Weltkulturerbe gelisteten Gebäuden.

Um 300 n. Chr. soll Papst Silvester aus Rom nach Trier gekommen sein, mitnichten um den gleichnamigen Lauf zu konzipieren, nein um Kaiser Konstantin vom Aussatz zu heilen. Mythen und Widersprüche, die Stadt, 16 v. Chr. gegründet, kennt sie im Überfluss. Der Todestag des Papstes am 31. Dezember 335, gibt jedenfalls dem Jahresausklang seinen klangvollen Namen, der übersetzt als Waldmann einiges vom Glanz verliert. Neueren Datums ist das anstehende Jubiläum, welches Trier in den Mittelpunkt der Weltgeschichte rückt. Der 200. Geburtstag von Karl Marx. Die Stadt wird Marx, der am 5. Mai 1818 im Moselstädtchen das Licht der Welt erblickte, einige Ausstellungen und Aktivitäten widmen.

Drei hochklassige Athletinnen aus Deutschland mit Titelverteidigerin Konstanze Klosterhalfen (re.), Lokalmatadorin Gesa Felicitas Krause (mi.) und Corrina Harrer (li), die bisher als einzige das Kunststück fertigbracht hatte, zweimal in Folge zu gewinnen Die Jugendabteilung des Trierer Silvesterlauf Vereins unter Trainer Franz-Josef Ott (li.) bedankte sich bei Gesa Felicitas Krause mit einem Präsent für die Unterstützung. Gesa hat einen Teil ihres Sparkassen-Preises für Vorbilder im Sport an die Jugendarbeit in ihrem Verein weiter gegeben Wieder aus Dänemark angereist: Erling Worm aus Kopenhagen ist Trainer von Sylvia Mmboga Medugu, Marathonsiebte in Frankfurt mit 2:29:09 und Vorjahresvierte in Trier. Der 52jährige wird selbst in der Masterswertung angreifen

Bitburger 0,0% Silvesterlauf in Trier

Die Bitburger Braugruppe ist dem Trierer Silvesterlauf e.V. seit den ‚Kinderschuhen' des Laufs verbunden und wird das Engagement fortsetzen. Dass gerade bei der WHO ein Verbot von Bierwerbung in Verbindung mit Kinderfettleibigkeit thematisiert wurde, war registriert worden, der Zusammenhang an sich bleibt diffus, denn bis die Wonneproppen zum ersten Bier greifen, haben sich längst andere Vertreter moderner Ernährungsindustrie an den Jüngsten vergriffen. Für die Bitburger Braugruppe gilt zudem seit Jahren, geworben wird nur für die 0,0% Produkte und so soll es auch vorerst bis zur 30. Austragung beim Silvesterlauf bleiben. Ein Clou war im Vorjahr der Vereinswechsel Gesa Felicitas Krauses zum Silvesterlauf Trier e.V. Eine Investition, die die Bitburger Braugruppe ermöglichte und die sich in drei Jahren amortisieren sollte, sich aber bereits im ersten Jahr bezahlt machte. Überwältigend die Resonanz und die Medienpräsenz von Gesa. Und selbst die Silvesterparty musste wegen Brandschutzauflagen bald mitteilen, dass nichts mehr geht: viele weitere hätten zu gern den Jahreswechsel an der Seite von Gesa Felicitas Krause begangen.

Doch selbst Aktive fanden den Weg nach Trier, vorrangig um Gesa zu sehen. So etwa Jens Laudage mit seinen beiden Nachwuchsläuferinnen Tugce und Melissa Yilmaz von der LG Neustadt Weinstraße. Bereits im Vorjahr hätte die 3000m Hindernis-Europameisterin als Lokalkolorit in Trier auftreten können, doch waren die Pläne für Silvester bereits geschmiedet als der Vertrag zustande kam. Ein Zweikampf mit Konstanze Klosterhalfen wurde prognostiziert, doch neben der Titelverteidigerin gab es weitere aussichtsreiche Kandidatinnen und Gesa dämpfte zu hoch gesteckte Erwartungen beim ersten Aufeinandertreffen der beiden Läuferinnen unter freiem Himmel.

Wollten Gesa sehen: Tugce Yilmaz (links) und Melissa Yilmaz vom Jugendlaufteam LG Neustadt Weinstraße mit ihrem Trainer Jens Laudage. Und anschließend werden sie am 5km Volkslauf der Frauen und weiblichen Jugend teilnehmen Die Steffny-Brüder Herbert (links), Buchautor und Bronzemedaillengewinner im Marathonlauf bei der Europameisterschaft 1986 in Stutgart und Manfred, Herausgeber des Spiridon Laufmagazins und zweimaliger Teilnehmer an Olympischen Spielen im Marathon, nutzen den Besuch in ihrer Geburtsstadt Trier um vom Silvesterlauf zu berichten

Noch sind die flanierenden Touristenströme am Hauptmarkt nicht vom Laufspektakel gestört, doch im Athletenhotel Mercure checken am Samstag ständig Läuferinnen und Läufer ein, während auf der Pre-Race-Pressekonferenz im gleichen Haus letzte Meldungen und gute Laune Verbreitung finden. Organisationsleiter Egbert Ries hat seine rund 250 Helferinnen und Helfer an Bord, die Videowand wird am Hauptmarkt aufgebaut, auf der die Zuschauer Livebilder verfolgen können. Ein paar mehr Sicherungsseile als sonst braucht es schon, denn Sturm ist angesagt. 11 Grad und eine Regenwahrscheinlichkeit von 60 Prozent, so die Wetterprognose. Sportdezernent Andreas Ludwig riet zu einem Stoßgebet. Wie auch immer, es fiel während der Laufveranstaltung kein Tropfen vom Himmel. Doch keinesfalls verlässt sich das Organisationsteam auf die genannten örtlichen Vorteile. Dem Anspruch, internationale und nationale Laufasse zu präsentieren, wurde man wieder gerecht. Erst dann, wenn alle Zutaten stimmen und die Köche den Brei nicht verderben, geht das Motto locker über die Lippen: Ein Silvesterlauf soll Spaß machen.

Traditionell starten mit den Walkern die ersten Athleten des 9 Wettbewerbe umfassenden Lauftages Tradition hat auch die Spendenaktion beim Silvesterlauf in Trier. Vorstandssprecher Christian Brand überreichte diesmal den Scheck an das Demenzzentrum Trier www.demenzzentrumtrier.de

Walking first - so ist es Tradition

Kurz vor 13.00 Uhr schallt eine allseits bekannte Stimme aus den Boxen, zum 25. Mal ist es Wolf-Dieter Poschmann, der die Zuschauer begrüßt und die Walker heiß macht, auf ihren Start. Der langjährige ZDF-Chefreporter und Renndirektor Berthold Mertes sind in der Start-Ziel-Moderation ein seit Jahren eingespieltes Team. Fünf Runden unter strenger Aufsicht müssen gemeistert werden. Hier wird höchstens dort gelaufen, wo es der fachkundige Moderator nicht sieht. 21 der 43 im Ziel erfassten gaben als Verein das Demenzzentrum Trier an. Eine der vielen Erfolgsgeschichten. In diesem Jahr griffen zur Krone Thomas Scheer in 32:22 min vor Karlheinz Krämer in 34:00 min und bei den Frauen finishten zeitgleich in 34:21 min Karina Jakobs, Jahrgang 79, und Irene Klas-Gundel, Jahrgang 1949.

"Samba Brazil" sorgt schon vor dem Sportfest für Stimmung unter dem zahlreich versammelten Publikum Auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Alt-Oberbürgermeister Klaus Jensen freuen sich auf die Silvesterlaufparty

Samba gehört zum Brauchtum wie der SWT Bambini-Lauf

Nach einer reizvollen Samba-Aufführung eröffnete Ministerpräsidentin Malu Dreyer den 28. Bitburger 0,0% Silvesterlauf mit den Worten: Die Weltspitze ist wieder zu Gast in Trier. Daraufhin erfolgte der Lauf der Jüngsten auf einer auf 600 m verkürzten Runde. Mit 217 Finishern waren gegenüber 179 im Vorjahr noch mehr Nachwuchssportler gewillt, den Jahreswechsel sportlich einzuläuten. Julian Hilt sorgte in 2:20 min für den ersten Tagessieg für den Silvesterlauf Trier, gefolgt von Ole Stöckel in 2:28 min und Leo-Bastian Blumentritt in 2:29 min. Greta Wagner aus Trier war in 2:38 min schnellstes Mädchen vor Elisabeth Schwind (2:43) und Clara Mertes (2:44). Schon die Bambini Liste gestaltete sich international. Wahrscheinlich waren nicht 27 sondern gar 28 Nationen beim Silvesterlauf am Start.

Nach dem Walking-Bewerb starten mit dem SWT-Bambinilauf, den Trierischer Volksfreund-Mädchen und -Jungenlauf 450 Nachwuchsathleten bei den ersten 3 Lauf-Wettbewerben

Startgeldfrei, hieß es bei den TV Jungen- & Mädchenläufen

Den Jahrgängen 2009 und älter traute man die Originalrunde zu, durch die Fleischstraße, am Kornmarkt vorbei, über den die Bambini abkürzen durften, bis zum Heuschreckbrunnen und über die Nagelstraße zur Brotstraße, der die Kinder und alle weiteren Teilnehmer bis zum Hauptmarkt folgten.

8-11 Jahre, so das einzige klare Kriterium und nach Geschlecht getrennt, wobei man auf ein Rennen ‚inter' bzw. ‚divers' verzichtete und nicht mit ordnender Hand eingriff. In der Summe finishten 232 in beiden Rennen und somit 9 mehr als im Vorjahr.

Anna Michel (U12) von der LG Vulkaneifel gewinnt den 1km langen Mädchenlauf in 3:43 min Zweite wird U10-Läuferin Anne Grabosch vom hessischen SSC Hanau-Rodenbach in 3:48 min Beim Jungenlauf ist Kjell Molitor (U12) von JED Neumagen-Dhron in 3:34 der Schnellste Schnellster vom Silvesterlauf Trier Verein ist Jonas Teusch, der in 3:57 Zweiter der U10 wird. U10-Sieger Luc Goethert aus Luxemburg war 2 sec schneller

Beim Trierischer Volksfreund Mädchen-Lauf war Anna Michels von der LG Vulkaneifel in 3:43 min Tagesschnellste. Ein Jahr jünger als Anna und somit Klassensiegerin in der WK U10 wurde die Gesamtzweite Anne Grabosch vom SSC Hanau-Rodenbach (3:48) vom Jahrgang 2008. Rang drei ging in 3:53 min an Leonie Schütz vom TuS Fortuna Saarburg.

Bei den Jungs dominierte die U12 mit Kjell Molitor (JED Neumagen -Dhron) in 3:34 min vor Luca Schulten vom Post SV Trier in 3:39 min und Tom Heyart aus Luxemburg in 3:44 min. Dessen Vereinskamerad beim CAEG, Luc Goethert, siegte in der U10 in 3:55 min vor Jonas Teusch vom Silvesterlauf Trier (3:57). Ein Kräftemessen, das bereits im Vorjahr Luc als schnellsten Bambini hervorbrachte. Jonas war 2016 drittschnellster Bambini.

12 bis 19 Jahre alt sind die Laufathleten, die beim 5 km langen Sport-Fleck-Lauf der männlichen Jugend starten. Ganz links mit der Nr. 2055 Max Grabosch vom SSC Hanau-Rodenbach, der die U16 gewinnen wird, mit der 2062 (3.v.li.) Niklas Krämer vom Wiesbadener LV, er wird als 4. die U18 gewinnen

Starke Jungs beim Sport-Fleck-Lauf der männlichen Jugend

Die männliche Altersklasse 12 bis 19 Jahre kommt beim Silvesterlauf in den Genuss eines überregionalen Vergleichs über 5 Kilometer mit 35 der 73 Zieleinläufe innerhalb von 20 Minuten. Vorne bildete sich bald eine kleine Führungsgruppe. Der Wind blies dieser in der Fleischgasse ins Gesicht. Taktisches Verhalten war gefordert. Hoffnungen auf den Sieg konnten sich alle aus einem Quintett machen, als es auf die letzte Runde ging. Den Lauf konnten schon einige Nachwuchsläufer gewinnen, denen auch später noch sportlich Herausragendes gelang. So schnell wie Thorsten Baumeister (14:52) 2007 war aber keiner. Sebastian Hendel kam in 14:58 vor fünf Jahren der Rekordzeit am nächsten.

Patrick Weisser vom VFB Friedrichshafen gewinnt den 5km langen Jugendlauf in 15:19 min Velten Schneider vom VFL Sindelfingen läuft 6 Sekunden dahinter auf Platz 2 Yannik Weiß von der LG Rhein-Wied wird in 15:33 Dritter gesamt und U20

Alles Taktieren hatte ein Ende und der Antritt von Patrick Weisser vom VfB LC Friedrichshafen freute auch den Trainer Eckhardt Sperlich, führte er doch zu einem überlegenen Sieg in 15:19 min und zu klaren Abständen der Folgenden Velten Schneider (VfL Sindelfinden) in 15:25 min und Jannik Weiß von der LG Rhein-Wied in 15:33 min. Niklas Krämer vom Wiesbadener LV blieb auf Rang vier der Sieg in der MJ U18 in 15:42 min vor dem fünftplatzierten Mohamed Bassou (15:53) vom TV Waldstraße Wiesbaden. Bester der U16 war Max Grabosch vom SSC Hanau-Rodenbach in 16:26 min.

Der Sparkassen-Elite-Lauf der Frauen über 5 km ist gestartet Konstanze Klosterhalfen kontrolliert von Beginn an das Rennen

Goldregen beim Sparkassen-Elite-Lauf der Frauen

Acht der neun Ersten des Vorjahres standen erneut an der Startlinie des Eliterennens der Frauen über 5 Kilometer. Es war gar vom bestbesetzten Frauenrennen in Trier die Rede. Konstanze Klosterhalfen vom TSV Bayer Leverkusen, Olympiateilnehmerin und U23-Europameisterin über 1500 m, und im Cross nach dem Titelgewinn im Vorjahr gerade EM-Vize-Europameisterin geworden, war eine Wiederholung ihres Vorjahressieges zuzutrauen. Im Cross musste sie sich zweimal Alina Reh beugen, doch ihre Bestleistungen auf Mittelstrecken sprechen Bände.

Gesa Felicitas Krause mit der Vorjahreszweiten Nina Savina aus Weißrussland Jana Sussmann noch vor Katharina Heinig, Corinna Harrer und der Ukrainerin Natalya Strebkova Mit Tabea Themann (1009) befindet sich eine weitere Deutsche im vorderen Feld der Elite-Läuferinnen (im Ziel 17.). Neben ihr Vera Hoffmann aus Luxemburg, die 19. werden wird, dahinter die Niederländerin Ruth van der Meijden (20.)

Im Feld auch Corinna Harrer, die 2012 und 2013 als bisher einzige den Silvesterlauf in Folge gewinnen konnte und nach einer langen Kette von Verletzungen und Erkrankungen so nicht aufhören wollte und um einen Platz bei den Europameisterschaften in Berlin kämpft. Den hat Katharina Heinig als Marathonläuferin schon ziemlich sicher, muss 2018 allerdings noch einen Leistungsnachweis erbringen. Im Rennen weiter Jana Sussmann, Tabea Themann, Gesa Krause und eine Reihe ausländischer Läuferinnen.

Mit ordentlichem Speed gingen die Frauen das Rennen an und vorne dabei war Konstanze Klosterhalfen. Nach und nach wurden hinter den Führenden die Segel gestrichen, bzw. jene rückten auf, die ihr Rennen besser eingeteilt hatten. Eingangs der vorletzten Runde sah es noch danach aus, als könne die Äthiopierin Melat Yisak Kejeta vom PSV GW Kassel oder Salome Nyirarukundo aus Ruanda, 10.000m Teilnehmerin bei Olympia in Rio und bei der WM in London, das Rennen für sich entscheiden. Umso überraschender der überlegene Sieg der Leverkusenerin und ihre Aussage: "Am Anfang war es locker. Dann dachte ich mir: Lauf mal."

Koko zieht mit Coco gleich und gewinnt ebenfalls das zweite Mal in Folge Salome Nyirarukundo aus Ruanda folgt auf Rang 2, dicht gefolgt von Melat Yisak Kejeta aus Äthiopien Die in Dänemark lebende Kenianierin Sylvia Mmboga Medugu wird erneut 4.

Mit 15:34 min schaffte es Konstanze Klosterhalfen vom TSV Bayer Leverkusen wie Corinna Harrer (LG Telis Finanz Regensburg) ihren Sieg zu verteidigen. Aus dem deutschen Lager war bisher nur Irina Mikitenko mit 15:16 min schneller gewesen. Selbst der Streckenrekord von Lornah Kiplagat aus dem Jahr 2000 von 15:15 min könnte alsbald in Gefahr geraten. Salome Nyirarukundo, mit Jahrgang 1998 noch U20, setzte sich in 15:50 min knapp gegen Melat Yisak Kejeta (15:51) durch und verkündete: "Letztes Jahr war ich Dritte, jetzt Zweite und nächstes Jahr will ich gewinnen."

Einen spannendenSpurtentscheid um Platz 5 lieferten sich Katharina Heinig und Jana Sussmann, den 'Katha' für sich entschied Auch um Platz 7 ging es knapp zu zwischen Lilian Jelagat (1016) aus Kenia und Imana Truyers (1015) aus Belgien. Auf dem Zielstrich hatte Jelagat die Nase vorn

Dahinter kam die Frohnatur Sylvia Mmboga Medugu wie im Vorjahr als Vierte in 16:13 min ins Ziel. Seit fünf Jahren lebt sie in Dänemark und hofft auf ihre Einbürgerung. Den Frankfurter Marathon beendete sie in 2:29 h auf Rang sieben. Bei der Siegerehrung sprach sie dem Bitburger 0,0% Silvesterlauf in Trier das Attribut "Party-Race" zu. Marathon ist Katharina Heinig (LG Eintracht Frankfurt) schon schneller gelaufen, in Trier folgte sie in 16:22 min hinter Sylvia als Fünfte ins Ziel und konnte die gut aufgelegte Jana Sussmann von Haspa Marathon Hamburg niederringen, die eine Sekunde später die Zeitnahme auslöste.

Als Zwölfte kam Corinna Harrer in 16:35 min ins Ziel und verdrängte Gesa Krause auf den 13. Platz (16:39). Gesa: "Ich hatte viel Respekt vor dem Wettkampf, weil ich so lange kein Rennen mehr gelaufen bin. Deshalb war ich sehr angespannt." Sie freute sich über die tolle Anfeuerung des Publikums, weiß aber auch welcher Berg Arbeit nun auf sie wartet, wenn die Titelverteidigung bei der EM in Berlin über 3000m Hindernis klappen soll. Sie freut sich auf Silvester 2018, denn: "Es geht noch besser."

Im Lauf der Asse übernimmt Martin Sperlich mutig die Führungsposition Nach ein paar Runden haben sich die vier möglichen Sieganwärter formiert. Elvis Chebor aus Kenia vor James Sugira aus Ruanda, Zouhair Talbi aus Marokko und Alfred Cherop aus Kenia

Bitburger 0,0% Lauf der Asse über 8 km

Für Marathonläufer ist der Silvesterlauf Sprint. Bei den Frauen scheinen die Übergänge noch fließend und durchlässig. Bei den Männern ist gegen die Mittelstreckenasse kaum ein Kraut gewachsen. Die vier ersten Plätze gingen an afrikanische Läufer. Malcolm Hicks vierfacher neuseeländischer Meister und ein in den Niederlanden Vollzeit arbeitender Geo-Ingenieur, hätte man gern noch weiter vorne gesehen, doch das beachtete Debüt des 30-Jährigen endete auf Rang sieben.

Der Neuseeländer Malcom Hicks ist zu Beginn noch erster Verfolger (im Ziel 7.) Hendrik Pfeiffer führt vor Abdi Uya aus Äthiopien (im Ziel 12.), dem Niederländer Frank Futselaar, Philipp Pflieger, Martin Sperlich, den Belgiern Yannik Michiels (im Ziel 13.) und Oussama Lonneux (im Ziel 11.)

Quasi als Ass aus dem Ärmel zog Berthold Mertes mit Zouhair Talbi einen 22jährigen Marokkaner, dem er eine große Karriere zutraut. Aus Deutschland im Rennen Hendrik Pfeiffer vom TV Wattenscheid, der in Trier beim Silvesterlauf 2011 den Jugendlauf gewann und Philipp Pflieger von der LG Telis Finanz Regensburg, dessen dritter Platz im Vorjahr noch in guter Erinnerung war. Aus der Gruppe des VfB LC Friedrichshafen war nun Martin Sperlich im Rennen. Trotz 10-monatiger Verletzungspause, Ermüdungsbruch im Kahnbein, hoffte Trainervater Eckhardt Sperlich auf einen Podestplatz der deutschen Läufer.

Kampf der Masters: der 18malige Teilnehmer Christian Nemeth (Nr. 38) aus Belgien musste sich heute in seiner Altersklasse M45 seinem Landsmann Frédéric Collignon (Nr. 48) geschlagen geben Auch in der M50 ist mit Eddy Van Puyvelde (Nr. 62) ein Belgier vorn Erling Worm (Nr. 77) aus Dänemark wird mit 10 Sekunden Rückstand 2. der M50

Der Rennverlauf war beinahe dramatisch und selbst Leichtathletikexperten wunderten sich über den Ausgang. Tatsächlich sah es eingangs der achten Runde beinahe so aus, das Talbi hoffnungslos zurückgefallen sei. Doch gab sich der junge Mann aus dem Atlas-Gebirge noch nicht geschlagen und siegte mit dem besten Finish in 23:09 min vor James Sugira (Ruanda, 23:11) und Alfred Cherop (Kenia, 23:13). Vierter wurde Elvis Chebor aus Kenia in 23:15 min, dann war Schluss mit dem 2-Sekundentakt.

Von Publikum und seinen persönlichen Fans gefeiert gewinnt Zouhair Talbi den 28. Bitburger 0,0% Silvesterlauf Trier

Der sympathische Zouhair Talbi nahm erst einmal auf der erstbesten Sitzmöglichkeit Platz. "Das war hart", räumte er ein und freute sich auf den Jahreswechsel, den er im Kreise von Verwandten in Straßburg erleben wollte. Ab März studiert er in den USA, hat ein Sportstipendium für Oregon erhalten und hofft auf einen mehrjährigen USA-Aufenthalt. James Sugira könnte mit dem rheinland-pfälzischen Partnerland enger kooperieren, denn Hans Tilly vom Veranstalter und John Peter, Nationaltrainer in Ruanda haben Pläne: Wenn es gelingen würde, dass junge Sportler aus Ruanda zum Training nach Trier kommen könnten, wäre das eine Riesenmotivation", so John Peter.

Martin Sperlich vom VfB LC Friedrichshafen freut sich über seinen 5. Platz Zweitbester Deutscher wird Hendrik Pfeiffer vom TV Wattenscheid auf Rang 6 Der Niederländer Frank Futselaar ringt Philipp Pflieger von der LG Telis Finanz Regensburg im Spurt um Platz 8 nieder

Große Freude stand auch Martin Sperlich ins Gesicht geschrieben. Nach 23:44 min war das Comeback auf Rang 5 gelungen und als bester Deutscher sogar übererfüllt. Schon am nächsten Tag ging es ins Trainingslager nach Monte Gordo. Der 10. über 5000 m der EM 2016 will es in Berlin wissen. Die Verletzungsphase nutze er zum Abschluss seines Ingenieursstudiums. Hendrick Pfeiffer folgte in 23:47 auf Rang sechs. Dritter der nationalen Spitzenläufer wurde auf Gesamtrang neun (23:55) Philipp Pflieger, der sich nach einer Schwächeattacke beim Berlin Marathon aber erst im Aufbautraining befindet.

Von der Siegerin in den Arm genommen: Konstanze Klosterhalfen und Salome Nyirarukundo im Ziel Koko nach ihrem Rennen im Gespräch mit Trainingspartner Oliver Mintzlaff. Der ehemalige Langstreckenläufer (10km BZ 29:34) ist heute Fußballfunktionär Die beiden schnellsten deutschen Männer Martin Sperlich und Hendrik Pfeiffer im Ziel des 28. Bitburger 0,0% Silvesterlauf Trier

Borne-Volkslauf der Frauen über 5km mit weibl. Jugend

Es kochte an der Wettkampfstrecke und es gab keine Lücken entlang des Kilometers. Jetzt galt es nach den Elite-Läufen eine gute Figur zu machen. Dass dies mit sportlicher Leistung nicht immer gelingen würde, übertünchte so manch lustiges Kostüm, das Wolf-Dieter Poschmann gern kommentierte. Die weibliche Jugend ist hier integriert, hat in Trier kein eigenes Rennen, bestimmt entsprechend mit das Renngeschehen an der Spitze.

Und weiter geht´s im Programm: Renndirektor Berthold Mertes (links) und Ex-ZDF-Chefreporter Wolf-Dieter Poschmann bilden seit Jahren das Moderatorenpaar auf dem Hauptmarkt. Unterstützt werden sie hier von Vereinsmitglied Katharina Henn

Mit dem Borne-Volkslauf der Frauen sowie der weiblichen Jugend und Schülerinnen über 5 km ist der vorletzte Wettbewerb gestartet

Ramona Lutz beherrschte das Umkreisen der langsameren Läuferinnen am besten und in 20:30 min lief die W35-Läuferin zum Sieg. Melissa Yilmaz, 23 Jahre später geborene 14-Jährige wurde Zweite in 20:33 und U16-Siegerin. Platz 3 ging an die 13jährige Maya Beyer vom LC Rehlingen, die ihre Klasse U14 in 20:49 min gewann. Hinter Lea Sanwald, 1. WHK in 20:58 min, kamen mit Melanie Lübeck (W40) und Monika Thein (W45) schon weitere Altersklassensiegerinnen zeitgleich in 21:12 min ins Ziel. Dritte in den Jugendklassen war die U16-Zweite Sarah Gräf vom TV Cochem in 21:36 min. 427 Zieleinläufe allein in diesem Lauf, entsprach einer Teilnahme über die man sich andernorts in der Summe freut.

Die schnellsten Frauen nach 5km im Ziel mit der Siegerin Ramona Lutz (1201) vom Team getFit, der 2. und U16-Siegerin Melissa Yilmaz (1225) vom Jugendlaufteam LG Neustadt Weinstraße und der 3. und U14-Gewinnerin Maya Beyer vom LC Rehlingen Doppel-Olympiasieger Max Rendschmidt (2.v.re) vom Blau-Weiß Rheidt stellt sich im Rennen des 8 km langen NATUS-Volkslauf, er wird nach 38:41 Minuten das Ziel erreichen. Rechts neben ihm Martin Koller von den Rhein-Berg-Runners wird im vorderen Feld mitmischen, Christoph Müller (479) ist für die TSG Schwäbisch Hall dabei und Christoph Benzmüller (102) vertritt den Silvesterlauf Trier

Natus Volkslauf 8 km Männer: Das Beste zum Schluss

Highlight im letzten Rennen des Tages mit 486 Finishern war Max Rendschmidt. Zwar hatte der Triathlon-erfahrene mit dem Ausgang des Laufs nicht direkt zu tun, konnte es nicht allen schwer machen hinter ihm zu landen. Doch als Doppelolympiasieger war er konkurrenzlos. In Rio holte er jeweils über 1000m Gold im Zweier- und im Vierer-Kajak. In Trier landete er jenseits des Edelmetalls auf dem 204. Platz. Vielleicht hat ihn schon so mancher Läufer beim Joggen um den Baldeneysee gesehen, denn er trainiert dort auf dem Wasser, wo die berühmte Essener Marathonstrecke drum herum führt.

Beim abschließenden 8 km Natus-Volkslauf der Männer durch die illuminierte Altstadt kommt bereits Mitternachtsstimmung auf ... ... auch bei der Fußballmannschaft "Kicker gegen Krebs" ... ... und beim Zwergenritt durch die Gassen der alten Stadt

Keinesfalls lief Max Gefahr aus dem Rennen genommen zu werden, denn wer allzu schnell ist und sich vor dem Elitelauf gedrückt hat, der findet sich schlechtestenfalls nicht als Sieger sondern gar nicht in der Ergebnisliste. Derlei Streichergebnisse gab es dieses Mal nicht, die Gemüter beruhigten sich im Laufe des Rennens, das Jonas Hohenhorst aus Daun in 28:36 min gewann. Saso Pecnik (AD Stajerska Slowenien) wurde in 29:01 min Zweiter. Martin Koller, schon M50, lief wie der Teufel auf Rang drei in 29:06 min und verdrängte Fabian Marondel von der TSG Heidelberg vom Podium. Auch dieses Rennen wäre eine Geschichte für sich. Der Jahresausklang bei 12 Grad war für ausufernde Rennberichte ideal.

Jonas Hohenhorst aus Daun gewinnt das Rennen des NATUS-Volkslauf der Männer über 8 km Saso Pecnik aus Slowenien wird 2. Martin Koller von den Rhein-Berg-Runners gewinnt als 3. die M50

Dennoch beeilten sich Athleten und Zuschauer um sich für die Silvester-Fete vorzubereiten, egal ob im Athleten-Hotel Mercure im Anblick der Porta Nigra oder zuhause. Der Silvesterlauf Trier e.V. meisterte einen weiteren Sporthöhepunkt und scheint mit ungebremsten Elan auch über die 30. Austragung hinweg zu kommen.

"Trier is a partyrace!", so die Aussage der Frohnatur Sylvia Mmboga Medugu und freut sich gemeinsam mit Konstanze Klosterhalfen und Trainer Erling Worm auf die (eventuell) etwas weniger anstrengende Silvesterparty Besonders begeistert zeigte sich das Trierer Publikum von der mit dem Ehrenpreis "Vorbilder im Sport" dekorierten Europameisterin Gesa Felicitas Krause, die nach ihrem Beitritt in den Trierer Silvesterlauf Verein selbst am Eliterennen teilnahm
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

Bericht und Fotos von Constanze & Walter Wagner
Zitate notierte Holger Teusch

Foto-Impressionen im LaufReport HIER
Ergebnisse www.bitburger-silvesterlauf.de
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