31.12.17 - 39. Spiridon Mainova Silvesterlauf in Frankfurt

Ein Lauffest zum Jahresabschluss

Die jungen Rodenbacher Lisa Oed und Aaron Bienenfeld siegen in Frankfurt

von Markus Heidl

Der Countdown tickt, allzu viele Stunden sind es nicht mehr bis zum Jahreswechsel. Und in Frankfurt ticken noch weitere Sekunden, denn 13 Stunden, bevor 2018 schlägt, fällt der erste Startschuss zum mittlerweile 39. Spiridon Silvesterlauf. Punkt 11 Uhr wird der erste Schülerlauf über 2 km gestartet, danach folgen die Jugendlichen über 4 km und dann, 12 Stunden vor dem neuen Jahr, startet die erste Welle des Hauptlaufs über 10 km. Das Jahresfinale ist rund um die Commerzbankarena eröffnet.

Der Frankfurter Silvesterlauf findet traditionell am letzten Sonntag des Jahres statt. Die 39. Auflage fällt in diesem Jahr wieder einmal auf den Silvestertag selbst, sodass das Laufjahr für alle Teilnehmer mit schnellen 10 km zu Ende geht.

Gleichzeitig ist der Silvesterlauf in Frankfurt seit mittlerweile einigen Jahren das Finale des Rosbacher Mainlaufcups.

 
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Start frei für den Hauptlauf über 10 km: noch 12 Stunden bis 2018 Zuvor gab es noch spannende Spurtentscheidungen bei den Nachwuchsathleten
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Bei einer bereits 39. Auflage einer Veranstaltung geht man im Regelfall davon aus, dass sich alles eingespielt hat. Für die meisten Bereiche stimmt das auch in Frankfurt, bezüglich der Strecke musste aber umdisponiert werden: Wegen S-Bahn Bauarbeiten musste eine vollkommen neue Strecke entwickelt werden, die nun zwar mit zwei Wendepunkten auskommen muss, dafür aber bei km 6 zusätzlich am Ziel vorbeikommt, sodass die Zuschauer live einen Zwischenstand mitbekommen. Und eine solche Strecke zu finden, stellte den Veranstalter vor einige Probleme.

Denn natürlich will man eine schnelle und attraktive Strecke bieten - wieder ist die Strecke offiziell vermessen und damit bestenlistenfähig - andererseits muss man aber auch aus jedem Waldstück, in das man hineinläuft, auch wieder herauskommen. Oft geht das nur über den gleichen Weg, sodass solche Optionen für den Silvesterlauf mit 2000 Startern nicht in Frage kommen, weil die ersten längst schon wieder auf dem Rückweg sind bevor die letzten überhaupt loslaufen.

 
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Die neue Strecke stellte einen guten Kompromiss dar und war insbesondere auf der ersten Hälfte sehr gut zu laufen. Erst auf den letzten vier Kilometern folgten einige scharfe Richtungswechsel.

Start zum Schülerlauf sowie des Countdowns bis Silvester: noch 13 Stunden bis 2018. Tristan Kaufhild vorneweg Olivia Gürth (Diezer TSK Oranien) gewinnt den Jugendlauf der weiblichen Jugend Timothy Erpenbach (LG Einrich) wird Dritter im Jugendlauf über 4 km

Den ersten Eindruck der neuen Strecke durften die bereits erwähnten Schüler Punkt 11 Uhr gewinnen, denn die Schüler- und Jugendläufe nehmen die ersten bzw. letzten Meter des Hauptlaufs als Wendepunktstrecke unter die Füße. Erster Sieger des Tages wurde leichten Schrittes Tristan Kaufhild vom SSC Hanau-Rodenbach (7'24), der seinem ärgsten Verfolger Samuel Möller vom TSG Limbach (7'41) deutlich entfliehen konnte. Als nächste lief bereits Emma Apel vom TSG Niederhofheim (7'47) ins Ziel, die es mit dieser Leistung sogar noch auf das Podest der Jungen geschafft hätte. Paul Lewerenz (Eintracht Frankfurt, 7'49) folgte knapp dahinter. Das Stockerl der Mädchen komplettierten Finja Ponndorf von der LG Eintracht Frankfurt (8'25) und Leni Volk (SCW Eschborn, 8'30).

Die Jugendlichen liefen einen Kilometer weiter in den Wald hinein, um insgesamt auf 4 km zu kommen. Auch hier ging es mächtig zur Sache, auch wenn das Feld weniger dicht besetzt war (61) als noch bei den Schülern (133 Starter).

Die schnellsten Drei konnten sich etwas vom restlichen Feld absetzen. Schnellster wurde der für den ASC Darmstadt startende Christoph Schrink (14'06) vor Nour Harouch (LG Eintracht Frankfurt, 14'31) und Timothy Erpenbach (LG Einrich, 14'36). Das Rennen der weiblichen Jugend machte Olivia Gürth (Diezer TSK Oranien, 15'26) vor den Kiefer-Schwestern vom SC Steinberg. Zweite wurde Sara nach 15:53 min, dritte Tabea nach 16:10 min.

 

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Und dann scharrten auch schon die 10-km-Läuferinnen und -Läufer mit den schnellen Füßen. Der Startkanal füllte sich mehr und mehr, losgelassen wurden dann ab 12 Uhr aber nur nach und nach einzelne Blöcke, um ein entspannteres Laufen zu ermöglichen. Durch Brutto- und Nettozeit kein Problem.

Wer sich aufgrund der Erfahrungen des letzten Jahres, als das Feld versehentlich falsch geleitet wurde und die Strecke damit zu kurz war, Sorgen machte, musste sich heuer keine Gedanken machen. Wirklich jede Abzweigung war abgesperrt und ein Verlaufen unmöglich: wer bei der 39. Auflage im Ziel eine Bestzeit stehen hatte, durfte auch offiziell jubeln!

Aaron Bienenfeld bei den Männern Tilahun Babsa verteidigt seinen zweiten Platz… …mit einer Sekunde Vorsprung vor Vereinskamerad Florian Neuschwander Der dritte des Vorjahres muss sich dieses Jahr mit Rang sechs begnügen: Demeke Wosene

Denkbar knapp ging es um einen solchen Hausrekord für den Sieger der Männer. Aaron Bienenfeld (SSC Hanau-Rodenbach) war Mitte Oktober auf der flachen Strecke des Offenbacher Mainuferlaufs 30:38 min gelaufen, heute wurden 30:37 min für ihn gestoppt.

Gerne wäre er noch schneller unterwegs gewesen, auf der kurvigen Strecke sei bei den nassen Witterungsbedingungen aber nicht mehr möglich gewesen, so der Sieger. Noch am Freitag hatte es in Frankfurt sogar geschneit, davor und danach hatte es viel Regen gegeben und die Wege waren dementsprechend tief, die Asphaltpassagen feucht und deshalb etwas rutschig.

 

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Dem spannenden Kampf um den Sieg tat das natürlich keinen Abbruch. Von Beginn an waren neben Aaron auch die beiden für den Veranstalter startenden Spiridonis Florian Neuschwander und Vorjahressieger Tilahun Babsa in der Spitze vertreten. Während "Flow" eher sein eigenes Rennen lief, übernahm Tilahun nach etwa 2 km sogar die Führungsarbeit, musste den ersten Platz aber bald wieder an Aaron abgeben. Sehr gerne hätte er heute wieder gewonnen, lief er doch für seinen Vater, dessen Bild er zusätzlich unter seiner Startnummer auf dem Trikot trug. Aber seine Form ist nach einer Verletzungspause noch nicht so hervorragend wie die von Aaron, dem derzeit kaum jemand Paroli bieten kann.

Absetzen konnte sich Aaron schließlich bei der Unterführung nach Kilometer sechs. Während er seinen Vorsprung nach und nach ausbauen konnte, wurde es um Rang zwei nochmal eng, denn Flo kam immer näher an Tilahun heran. Bis ins Ziel schließlich konnte Tilahun (30'49) noch eine Sekunde Vorsprung auf Flo (30'50) retten. Der wiederum war mit seinem Rennen sehr zufrieden: er bereitet sich auf einen 100-km-Traillauf Ende Januar vor, seine Form ist vielversprechend!

Lisa Oed gewinnt bei den Frauen Sophie Burkhardt sichert sich noch den zweiten Platz bei den Frauen Lena Ritzel, dritte im Gesamteinlauf

Auf den weiteren Plätzen folgten Marvin Heinrich vom Wiesbadener LV (31'28), Marc Tortell vom TV Rendel (31'55) und der Vorjahresdritte Demeke Wosene von der LG Rüsselsheim (32'04). Nicht eingegriffen in die Verteilung der vorderen Plätze hatte der Vorjahreszweite und aktuelle Ironman-Weltmeister Patrick Lange. Der Triathlonstar, der für seine Laufstärke bekannt ist, ging zwar bereits zum 6. Mal beim Frankfurter Silvesterlauf an den Start, schonte sich allerdings noch aufgrund einer Erkältung, die ihn unter der Woche vom Training abgehalten hatte. Patrick lief heute mit der ebenso sehr erfolgreichen Triathletin Laura Philipp, die im Frühjahr den Frankfurter Halbmarathon gewinnen konnte. Zusammen kamen sie nach knapp 44 Minuten ins Ziel.

 
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Mit seinem Sieg sicherte sich Aaron auch erwartungsgemäß noch den zweiten Platz des Mainlaufcups, als dessen Sieger Tilahun bereits festgestanden hatte. Dritter wurde Markus Heidl (ebenso Spiridon Frankfurt), der heute als Tempomacher für 39'59 in Erscheinung trat. Bei den Frauen änderte sich nichts mehr am Podest, obwohl Lena Becker (TGV Schotten) noch weitere Bonuspunkte sammelte und mit Kerstin Bertsch (SSC Hanau-Rodenbach) gleichzog. Drittplatzierte bleibt Franziska Baist.

Im Vorjahr noch hatte Lisa Oed (SSC Hanau-Rodenbach) an ihrem letzten Tag in der WJ U18 einen Rekordversuch über 10 km unternommen, der wegen der falschen Strecke zum Scheitern verurteilt war. Um den Sieg wiederum hatte sie sich Sarah Kistner geschlagen geben müssen. In diesem Jahr klappte es besser: ihren 36'19 konnte niemand etwas entgegensetzen, sodass der Sieg ungefährdet war.

Ein packender Dreikampf um Platz fünf bei den Frauen zwischen Irina Haub (links), Julia Roth (rechts) und Antonia Schermuly Ein dichtes Feld: mit insgesamt 2261 Läuferinnen und Läufern im Ziel gab es einen neuen Teilnehmerrekord
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Auf Rang zwei folgte Sophie Burkhardt von der LG OVAG Friedberg-Fauerbach (38'13), die die auf der ersten Hälfte enteilten Lena Ritzel vom VfL 1860 Marburg (38'28) noch ein- und überholen konnte. Lena taucht als Drittplatzierte in der finalen Ergebnisliste allerdings nur als vierte auf, weil die im Hauptfeld gestartete Petra Wassiluk vom Team Main-Lauf-Cup in der Nettozeit (38'27) noch eine Sekunde schneller lief.

Sehr spannend zu ging es dahinter auch im Dreikampf zwischen Irina Haub (DJK Flörsheim), Julia Roth (TV Schweinheim) und Antonia Schermuly (LC Mengerskirchen), die im Ziel nur drei Sekunden trennten.

 
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Schließlich war es Irina, die sich durchsetzen konnte und nach 39'27 fünfte vor Julia (39'28) und Antonia (39'30) wurde.

Auch ansonsten gab es einige spannende Duelle, über die sich die insgesamt 2067 Läuferinnen und Läufer im Ziel (+194 Schüler und Jugendliche neuer Teilnehmerrekord!) bei Kaffee und Kuchen noch austauschen konnten. Dazu luden die frühlingshaften Temperaturen um 13 °C geradezu ein! Die 39. Auflage war damit eine sehr gelungene. Wie die Strecke aber zum 40. Jubiläum der Veranstaltung aussehen wird, steht derzeit noch in den Sternen - wer weiß schon, wie sich die Baustellen bis dahin entwickeln? Auch für ein eingespieltes Organisationsteam bleibt es also spannend in den Frankfurter Wäldern.

Bericht und Fotos von Markus Heidl

 unter Sportonline-Foto.de
Ergebnisse www.spiridon-frankfurt.de
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