31.12.17 - 30. Forchheimer Silvesterlauf

Sekt und Sommersonne beim Silvesterlauf

Debütanten-Siege mit alten Bekannten

Text Hannes Blank - Fotos Ekkehard Gübel

Marcin Blazinski und Melina Wolf (geborene Tränkle) haben den 30. Forchheimer Silvesterlauf gewonnen. Die beiden nahmen zum ersten Mal am Lauf in diesem Teil von Rheinstetten, südlich von Karlsruhe, teil. Mit ihnen liefen auch viele bekannte Gesichter aus den letzten Jahren mit. Während weite Teile Deutschlands "Schnee satt" meldeten, herrschten beim Forchheimer Silvesterlauf in der Oberrheinischen Tiefebene 15 Grad Celsius mit zeitweisem Sonnenschein.

Läufer der LSG Karlsruhe auf dem Vereinsgelände der Sportfreunde Forchheim bereit zum Start Die in Forchheim wichtige Karlsruher Straße gehört am Nachmittag des 31. Dezembers nur den Läufern
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Buffs und Sekt zum 30.

Wer vorab in die Meldeliste geschaut hatte, konnte dort den Namen Marcin Blazinski entdecken. Der 29-jährige Pole, der in Schomberg im Schwarzwald wohnt, ist dafür bekannt, dass er, wenn er am Start ist, eine heiße Sohle auf das Straßenparkett legt. Damit war er Favorit. An der Startlinie reihten sich dann jedoch kurz vor dem Startschuss um 14 Uhr noch weitere Singkandidaten auf.

Neben dem amtierenden Baden-Württembergischen Halbmarathonmeister Frederik Unewisse (Forchheim Gewinner von 2011), noch Vorjahressieger Christian Stöckl und 2014-Sieger Christoph Latzko-Fünfstück. Was man von Profi-Triathlet Fabian Rahn (geboren in Remchingen, jetzt wohnhaft in Köln) erwarten konnte, war ungewiss.

 

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Daneben waren bei dieser 30. Jubiläumsausführung noch viele weitere Top-Platzierte der letzten 30 Jahre zu entdecken, so zum Beispiel Daniel Kirchenbauer, Patrick Longhin, Christoph Gerhardt oder Jürgen Wodopia.

Marcin Blazinski springt vom Startschuss an gleich weg und führt schon nach wenigen hundert Metern Die erste Verfolgergruppe mit (v.l.) Fabian Rahn (520), Alejandro Campoy Lopez (3), Roland Golderer (458), Frederik Unewisse (verdeckt) und Vorjahressieger Christian Stöckl (1)

Eine frühere Frauensiegerin ist Anja Falkenberg, die um das Jahr 2000 die Silvesterlauf-Lorbeeren einfuhr. Warum nahm sie in Forchheim teil? "Entscheidend war für mich die familiäre Atmosphäre und der Lauf auf meiner Hausstrecke in den Rheinauen", so die heute 48-Jährige von der LSG Karlsruhe.

Sie berichtet: "Der Frauenanteil in der Läuferszene war damals ja bekanntermaßen noch deutlich geringer als heute, dafür qualitativ oft sehr gut. Man kannte sich und die Konkurrenz war freundschaftlich geprägt. Zu vielen Läuferinnen und Läufern habe ich auch heute noch ein freundschaftliches Verhältnis, obwohl ich seit ein paar Jahren nicht mehr an Wettkämpfen teilnehme."

 

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Angenehme Überraschung im Jahre 2017, die auch nicht vorab in der Ausschreibung zu lesen war: Alle Teilnehmer bekamen ein kleine Flasche Silvesterlauf-Jubiläumssekt (die Minderjährigen bekamen Buffs).

Kleines Malheur zu Beginn

Hätte Marcin Blazinski den Streckenrekord knacken können, wenn er nicht ca. 100m zu viel gelaufen wäre? Die Bestmarke liegt bei 31:03min und ist von Alexander Fischer aus dem Jahre 1993.

Gut zu sehen: Bei Streckenkilometer 7 war die Konkurrenz hinter Marcin Blazinski schon weit außer Sichtweite Roland Golderer kann noch am ehesten folgen Maximilian Hauptmann (101) und Tim Weber (716) haben sich auf der zweiten Streckenhälfte nach vorne gekämpft

Für den 2017-Sieger Blazinski blieb die Uhr heuer bei 31:45min stehen, wobei die Fehlleitung des Führungsfahrradfahrers gleich auf dem ersten Streckenkilometer nicht gerade eine Motivationshilfe war. Die Läufer im ortskundigen Verfolgerfeld brüllten zwar angesichts der Fehlleitung sofort los, aber da Blanziski schon auf der Startgeraden, der Karlsruher Straße, ordentlich Gas geben hatte (er ist ein bekannter Schnellstarter), war er an dieser Stelle auch schon recht weit enteilt.

Blazinski nahm es gelassen und schätzte selbst seinen Zeitmalus auf nur ca. 20 Sekunden ein. Für den Silvesterlauf-Forchheim-Erstling und Läufer der LG farbtex Nordschwarzwald kam der "Schweinebuckel", ein ca. 50m langer, steiler Anstieg, ca. bei KM 9, überraschend: "Das war sehr schwer", so der 29-Jahrige.

 
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Marcin Blazinski hat für 2018 noch keine konkreten Wettkampfpläne, aber Marathon und Halbmarathon sollen dabei sein.

Hinter Blazinski sah es aus, als ob das Verfolgerfeld die weiteren Treppchen-Plätze unter sich ausmachen würde. Das stimmte auch noch für Roland Golderer (RSV Schwalbe Ellmendingen), der in 34:37min auf Platz 2 kam. Doch auf den dritten Rang hatte sich im Laufe des Rennens Maximilian Hauptmann (Karlsruher Lemminge) unauffällig vorgearbeitet (und in 34:52min beendet). Der 24jährige, ehemalige Leistungssportler bei den Karlsruher Paddlern, ist in den Karlsruher Volkslauf-Ergebnislisten immer wieder einmal in den Top-10 zu finden. Auch Tim Weber (SV Oberkolbach) schob sich noch auf Rang 5 nach vorne (Zeit: 34:58min) , dazwischen fand sich Fabian Rahn (34:57min) auf Platz 4 wieder. Vorjahressieger Christian Stöckl konnte mit Platz 6 seinen Titel "Schnellster Rheinstettener" verteidigen.

Kontrolliert läuft Melina Wolf zum Sieg, lange Zeit von dem späteren 12-platzierten Benedikt Rieker (2) begleitet Sarah Hettich auf dem Weg zu Platz 2 des Silvesterlaufs Lena Knirsch wird drittschnellste Frau und macht damit den Dreifachsieg der LGR Karlsruhe bei den Frauen perfekt

Mit neuem Nachnamen souverän zum Sieg

An Melina Wolf (bis vor kurzer Zeit noch mit dem Nachnamen Tränkle unterwegs) kam wieder einmal keine Läuferin vorbei. Sie gewann das Rennen souverän "von vorne", wie man so sagt. Sarah Hettich war schon nach dem ersten Kilometer abgeschüttelt: "Ich hätte vielleicht noch bis Kilometer 2 an ihr dranbleiben könne, doch dann hätte es mir hintenraus gefehlt", so die erfahrene 26-Jährige, die ihre Kraft gut einzuteilen wusste. Für die Zweitplatzierte blieb nach Melina Wolf (Siegerzeit 36:45min) die Uhr bei 37:57min stehen.

Die Gewinnerin des Silvesterlaufs, die nach Silvesterlauf-Teilnahmen in Wien und Bietigheim zum ersten Mal in Forchheim teilnahm, wusste zwar vom berüchtigten, vorfinalen Anstieg "Schweinebuckel", musste aber dennoch etwas kämpfen: "Das war hart, denn hügelig liegt mir nicht so!". Was stehen als Pläne für 2018 an? "Endlich mal Marathon laufen!", so Melina Wolf.

Mit Platz 3 in 39:46min machte Lena Knirsch den Dreifach-Triumph der Läuferinnen der LG Region Karlsruhe perfekt.

Dominika Grünewald (588) auf dem Weg zum Sieg in ihrer Altersklasse W40 Nur noch knapp zwei Kilometer bis zum berüchtigten "Schweinebuckel" freuen sich hier die Läufer
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Fazit

Kleine Punktabzüge für das Führungsfahrrad-Malheur, auch die Parkplatzsituation bleibt etwas unübersichtlich. Pluspunkte in der Sympathie-Wertung mit Überraschungssekt und einem vollen und bestens gelaunten Zuschauerspalier kurz vor dem Zielstrich, sowie ausreichend warme Duschen für die 652 Finisher. Der Silvesterlauf in Forchheim kann sich zwar noch verbessern, agiert jedoch bereits auf einem hohen Niveau.

Hannes Blank

Bericht von Hannes Blank - Fotos von Ekkehard Gübel

Ergebnisse www.laufinfo.eu - Info www.sportfreunde-forchheim.de

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Ekkehard Gübel

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