12.11.17 - 6. Steinhart500 Bagno-Buchenberg-Marathon, Steinfurt

Teilnehmerrekord trotz nasskaltem Wetter

Daniel Pugge und Stefanie Makiola neue Ultrachampions

Drei Streckenrekorde auf drei Distanzen - außer beim Marathon

von Michael Schardt

Noch nie in der noch jungen Geschichte des Bagno-Buchenberg-Marathons hatte es so schlechtes Wetter gegeben, und noch nie waren so viele Teilnehmer dabei wie heuer. Was anderswo ein krasser Widerspruch sein mag, hat in Steinfurt offenbar keine Gültigkeit. Je kälter und nasser es ist, so scheint es jedenfalls, desto mehr fühlen sich die Fans des beliebten Laufes verpflichtet, ihre Laufschuhe zu schnüren und mitzurennen. Recht genau zum Start der sechsten Auflage hatten die Wetter-Apps kräftigen Regen vorhergesagt, wie der obligatorische Blick vieler Läufer auf ihre unentbehrlichen Handys unmissverständlich offenbarte. Und wie es prognostiziert wurde, so war es dann auch.

Im 18. Jahrhundert war die Schlossparkanlage Bagno die bedeutendste in Westfalen. Typisch die symmetrische Anlage der Wege mit schnurgeradem Verlauf. Heute bietet die Anlage ein ideales Refugium für den Steinfurter Marathon Außer der Parkanlage wird auch am Buchenberg gelaufen und die Gemeinde Borghorst umrundet. Den Läufern gefällt es, denn noch nie waren so viele gekommen wie in diesem Jahr
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Kräftiger Regen ging ab 9:30 Uhr für knapp eine Stunde hernieder, just als die Marathon- und Ultramarathonläufer von Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer mit freundlichen Worten auf die Strecke geschickt wurden. Zuvor war ein rechtzeitiger Start sogar in Frage gestellt gewesen, weil sich an den Nachmeldeschaltern lange Schlangen bildeten.

Damit dies jedoch nicht geschehen würde, forderte der Moderator die Langstreckler auf, sich nach vorne zu drängeln, schließlich hatten die Kurzstreckler, die inzwischen auch vor Ort waren, noch 45 Minuten Zeit, bis ihr Rennen angeschossen werden würde. Letztlich klappte der pünktliche Start doch noch für die rund hundertdreißig Marathonis, die mit grüner Nummer dekoriert waren, und knapp sechzig orangegezierte Ultraläufer.

 

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Vier Strecken

Kurz nach zehn Uhr, als der Massenstart für die 14- und 28-km-Läufer näher rückte, öffnete der Himmel seine Schleusen noch etwas mehr, so dass zahlreiche Akteure gar nicht so recht aus dem heimelig geheizten Veranstaltungszelt herauskommen wollten. Doch es half nichts, die Pistole war bereits gezückt, als auch die Letzten in die nasse Wirklichkeit hinaustraten und es sich in der Startbox, gleich vor dem Schloss gelegen, "bequem" machten. Das waren deutlich über 500 Läuferinnen und Läufer, die sich nun über die zunächst sehr engen Parkwege des Bagnoparks schieben sollten. Schon zu diesem Zeitpunkt war klar und wurde auch stolz verkündet, dass es einen neuen Anmelderekord gegeben hatte, davon waren über 25 Prozent erst durch spontane Nachmeldung hinzugekommen.

Die vier Wettbewerbe über 1, 2, 3 oder 4 Runden (14, 28, 42 oder 56 km) verteilen sich auf zwei Starts. Hier der erste für die beiden langen Strecken Eine Dreiviertelstunde nach den Marathonis gehen die Läufer der kürzeren Strecken (14 und 28 km) ins Rennen

Bei den ersten fünf Auflagen des Steinhard500 lagen die Finisherzahlen sehr stabil zwischen 514 Läufern (2013) und 623 Läufern (2015). Mit 728 Finishern im Ziel wurde jetzt sehr deutlich die bisherige Bestmarke übertroffen. Die Finisher verteilten sich wie folgt: 391 beendeten nach einer Runde (14km) ihr Rennen, 147 schafften die doppelte Distanz, Marathonis gab es kaum weniger, nämlich 131, während den Ultramarathon 59 Läufer erfolgreich beendeten. Interessant ist, dass sich gar nicht so viele 14- und 28-km-Läufer für die Unterdistanzen angemeldet hatte, als es später tatsächlich wurden. Das hat mit einer Besonderheit beim Steinhart500 zu tun.

Flexibilität und Irritation

Denn wenn ein Läufer ein sogenanntes Flexticket bucht, kann er, wenn seine Form nicht so gut ist wie angenommen, noch während des Laufs entscheiden, früher ins Ziel zu laufen, als eigentlich geplant. So beenden Ultrastarter manchmal ihr Rennen schon nach drei oder gar zwei Runden, Marathonis vielleicht nach zwei statt drei Runden. Auf diese Weise steigt die Finisherzahl der Unterdistanzen erheblich an. Umgekehrt ist dieses Verfahren nicht erlaubt, wenn sich beispielsweise ein 14-km-Läufer noch gut fühlt, kann er nicht auf die doppelte Distanz umswitchen. Dies geht vor allem deshalb nicht, weil er nur für die kleine Wertung bezahlt hat. Sollte er trotzdem weiterlaufen, bekommt er nur eine Wertung für 14 km.

Trotz Regen und Kälte können die Läufer den farbenfrohen Schlosspark - hier bei km 3 - genießen Die erste von drei Verpflegungsstellen bei km 4

Diese Flexibilität hat für die Läufer sicher einige Vorteile, kann aber auch zu Irritationen bei den Zuschauern und Schwierigkeiten bei der Zeiterfassung führen, vor allem, weil nicht alle Läufer zur gleichen Zeit starteten, wie oben bereits beschrieben. Zwar sind für alle Distanzen differenziert farbige Startnummern in der Verwendung, es bleibt zuweilen dennoch unklar, ob beispielsweise gerade der gelbe Ultraläufer nach drei Runden ins Ziel läuft und zeitgleich mit ihm ein blauer 28-km-Läufer, der ja 45 Minuten später ins Rennen ging, oder es sich ganz anders verhält. So kam es zu einer kuriosen Situation bei der 28-km-Wertung der Männer. Um drei Minuten nach zwölf Uhr lief mit blauer Startnummer (28-km-Meldung) Theo Leuders vom TV Epe in Gewinnerpose ins Ziel und wurde auch vom Moderator als Sieger über 28 km tituliert. Bei der später stattfindenden Siegerehrung wurde er aber nur aufs zweite Treppchen berufen.

 

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Was war geschehen? Ein für die Ultradistanz gemeldeter Läufer, Marc Außendorf, der 45 Minuten vor dem vermeintlichen Sieger Leuders ins Rennen gegangen war, beendete sein Rennen bereits nach zwei Runden, also nach 28 Kilometern. Das war gegen Viertel nach elf der Fall (Endzeit 1:47:43h). Damit war er und nicht Leuders der Sieger, aber keiner hatte es mitbekommen, als Außendorf rund 45 Minuten vor diesem im Ziel war. Erstaunlich außerdem, dass Außendorf so schnell war, dass er einen neuen Streckenrekord lief, obwohl er ja sicher zunächst im Tempo eines Ultraläufers ins Rennen gegangen sein dürfte.

Größtenteils verläuft die Strecke auf Wald- und Feldwegen, ein bisschen Asphalt ist aber auch dabei Die Bundesstraße 54, die komplett gesperrt ist, muss in jeder Runde gekreuzt werden. Hier liegt auch die erste sanfte Steigung

Dass die hier beschriebene, komplizierte Situation bei der Zeiterfassung auch bei den "Normalos" zu Fehlern im Ergebnistableau führte, zeigen mehrere Einträge im Gästebuch, wo Läufer gar nicht, mit einer falschen Zeit oder falschen Strecke erfasst sind. Zwei Tage hat der Veranstalter TB Burgsteinfurt den Läufern nun eingeräumt, derartige Hinweise auf Fehler zu geben, die dann korrigiert werden. (So ist zu beachten, dass die in diesem Bericht genannten Daten und Zeiten nur der vorläufigen, nicht aber der endgültigen Ergebnisliste entnommen sind.)

Viel Lob für die Strecke

Regelmäßig erhält die schöne Naturstrecke im Bagno und am Buchenberg großes Lob von den Teilnehmern. Start und Ziel des 14 km langen Rundkurses liegen vor dem Burgsteinfurter Schloss. Auf idyllischen Parkwegen führt die Strecke am Bagnosee vorbei und auf einer schnurgeraden Piste bis hin zur B54. Hier, bei km 4, liegt die erste kleine Steigung, bevor die Gemeinde Borghost umrundet wird. Irgendwo dort ist auch die einzige Kontrollmatte ausgelegt. Der stärkste Anstieg, kurz aber knackig, wartet bei km 7 auf die Läufer. Bei km 10 liegt an einer weiteren leichten Steigung einer von zwei Wendepunkten. Über eine Holzbrücke führt der Weg auf die Hauptallee und hin zum Ziel. Etwa ein Viertel der Strecke verläuft auf Stein oder Asphalt, der Rest auf gut zu belaufenden Wald- und Feldwegen. Der Untergrund machte es den Läufern wegen des Regens zwar nicht ganz so leicht, aber auch nicht übermäßig schwer, weil es sich um relativ festes Geläuf handelt. Offiziell weist die Runde knapp 170 Höhenmeter auf.

Bei km 7 wartet die heftigste Steigung der Strecke auf die Akteure, die einige laufend, die meisten aber im Gehmodus bewältigen

Diese Streckenführung mit identischen Runden gab es beim Steinhart500 nicht immer, sondern wurde erst 2015 eingeführt. Zu Beginn hatte man den Marathon mit einer 3 km langen "Vorrunde" eröffnet, bevor es auf eine dreimal zu durchlaufende 13-km-Strecke ging. Als Unterdistanzen gab es anfangs eine 16-km und eine 29-km-Runde. Der Ultra kam bereits 2014 hinzu, also ein Jahr, bevor der Rundkurs auf die jetzt bestehende Schleife synchronisiert wurde. Früher lag auch das Ziel an einer anderen Stelle, deutlich weiter von Turnhalle und Dusche entfernt. Insofern konnte ab 2015 die Logistik mit kürzeren Wegen optimiert werden.

 
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Unmittelbar nach der Einführung der neuen Strecke entbrannte im Gästebuch von 2015 eine intensiv geführte Diskussion über die Streckenlänge. Die meisten Einträge berichteten darüber, dass die Runde kürzer als 14 km sei und damit die Marathondistanz nicht erreicht würde. Es war von 300 bis 700 Metern die Rede, die fehlen könnten. Für manche Marathonsammler, die streng mit sich selber sind, ist das ein Problem, denn man könne einen zu kurzen Marathon für sich nicht anerkennen, wurde gepostet.

Kurz vor km 12 am Bagnosee liegt diese 180-Grad-Kehrtwende Ein Journalistenkollege von der lokalen Tageszeitung nimmt die letzte Holzbrücke vor dem Rundenende

Tatsächlich sei die Strecke nicht nach DLV-Richtlinien vermessen, wie Volker Hadwig vom Orgateam auf Nachfrage einräumt, aber dennoch amtlich. Denn das Steinfurter Katasteramt habe aufgrund des vorhandenen Kartenmaterials die Distanz und die Anzahl der Höhenmeter ermittelt. Klärung indes könnte in dieser Frage wohl nur eine (noch vorzunehmende) Vermessung nach Richtlinien des Deutschen Leichtathletikverbandes bringen. Ob es sich beim Marathon wirklich um 500 Höhenmeter und beim Ultra um 666 Höhenmeter handele, die zu bewältigen seien, wurde schon öfters bezweifelt, fügt Hadwig hinzu. Vermutlich sind es wohl einige Dutzend HM weniger, ist die Meinung unter Läufern, aber aus Vermarktungsgesichtspunkten hört sich "Steinhart 500" und "Ultrasteinhart666" viel besser an als beispielsweise "steinhart419" oder so.

Ultra-Streckenrekord von Stefanie Makiola

Die erstaunlichste Teilnehmerentwicklung hat sich bei den Frauen im Ultrabereich ergeben. Hatten bei den drei voraufgegangenen Ultras zusammen nur fünf Läuferinnen das Ziel erreicht, waren es allein in diesem Jahr dreizehn. Nicht unbedingt ein Wunder, dass es einen neuen Streckenrekord gab. Den stellte Stefanie Makiola (W30) von den Ultrafriesen bei ihrem Start-Ziel-Sieg in 5:15:23h auf. Auch die nachfolgende Läuferinnen blieb noch unter dem alten Streckenrekord von Tanja Niedick (5:25:19h). Das war Dunja Plesnik (W40) vom TuS Breckerfeld, die 5:20:25h brauchte. Auf Rang drei landete Mareike Sültz (W30) vom TV Urbar in 5:29:10h.

Der Sieger des Ultramarathons, Daniel Pugge (rechts), schaffte die 56 km in 4:19h. Dahinter, leicht verdeckt, der 3. des Ultras, Bernhard Munz Hatten bei den früheren Ultras nur eine oder maximal zwei Frauen das Ziel erreicht, waren es jetzt beachtliche 13. Hier Siegerin Stefanie Makiola von den Ultrafriesen
Auf Rang 3 des Ultras landete Mareike Sültz vom TV Urbar

Beim Ultralauf gibt es wie beim Marathon eine Cut-off-Zeit. Um der im November früh einsetzenden Dunkelheit aus dem Weg zu gehen, müssen die Akteure um 14:30 Uhr ihre letzte Runde begonnen haben, sonst werden sie aus dem Rennen genommen. Für beide Distanzen stehen Laufzeiten von 6:30h zur Verfügung.

Der bisherige Dominator des Ultramarathons war Christof Marquardt von der LG Deiringsen. Er hatte alle drei Ausgaben gewonnen und damit einen lupenreinen Hattrick geschafft. Am schnellsten war er 2014, als das Terrain noch ein anderes war. Da lief er 3:51:18h. Wertet man dies nicht als Streckenrekord, da sich der Kurs etwas geändert hat, dann kann man das Resultat von Marquardt aus 2015 nehmen, das auf 3:56:58h lautet.

 

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Auch für 2017 war der Dreifachgewinner gemeldet, doch trat er nicht an. So war der Weg frei für einen anderen Vielstarter, nämlich Daniel Pugge (M30) von Power of bacon. Er setzte sich sehr bald an die Spitze und siegte mit einer knappen Viertelstunde Vorsprung in 4:19:02h. Auf die weiteren Plätze liefen Marco Groot (M50) von Marathon plus in 4:33:36h und Bernhard Munz (M55) von der fernen LG Allgäu (Kempen) in 4:37:19h. Mit einer 22prozentigen Beteiligung der Frauen war deren Anteil deutlich höher als beim Marathon (14 Prozent).

Marathonsieger Frederic Fender blieb als einziger unter drei Stunden Der Marathonzweite Armin Hackmann vor der Gruppe mit der Marathonzweiten Regina Tank (in Lila) Sara Kaute gewinnt den Marathon bei den Frauen

Marathon: Sieg für Sara Kaute und Frederic Fender

Der Marathon war der einzige Wettkampf, in dem es keinen Streckenrekord gab. Mit Sara Kaute und Frederic Fender liefen zwei Akteure auf das oberste Treppchen, die nicht zum ersten Mal in Steinfurt am Start waren. Fender (M30) von Eintracht Frankfurt, Abteilung Triathlon, war bereits zum fünften Mal dabei, immer recht weit vorne platziert und 2013 in seinem besten Rennen sogar Vizemeister. Kaute (W30, Active Laufshop) hatte 2014 sogar den Titel geholt. Für sie reichte es bei der diesjährigen Edition zwar wieder fürs oberste Treppchen, doch zeigte sich die 34-Jährige über den Rennverlauf enttäuscht, war sie doch lange auf einer Zielzeit von 3:25h unterwegs, woraus nach einem Einbruch in der dritten Runde nur 3:44:14h wurden. Für den Sieg hatte dies aber dennoch gereicht, denn Regina Tank, Gewinnerin von 2015 und Streckenrekordhalterin in 3:37:57h, hatte zu viel Rückstand. Sie wurde in 3:47:04h Vizemeisterin vor Stephanie Hardt (W20) von "Ich schwitze nicht, ich glitzer!" in 4:05:39h.

Fender hatte sich, wie er zu Protokoll gab, akribisch auf das Rennen in Steinfurt vorbereitet und wollte unbedingt gewinnen. Um so glücklicher war er, dass er als einziger unter drei Stunden blieb und in 2:57:33h siegte. Auf den zweiten Platz lief einer, der eigentlich auf Ultradistanz gebucht war, Armin Hackmann (M35) von HelpAge - Jede Oma zählt. Er lief nach 3:05:58h über die Ziellinie, womit er eine knappe Viertelstunde Vorsprung hatte vor dem 46-jährigen Robin Klimaschka (ABATUS - Vermögens-Management), der 3:20:03h brauchte. Den Streckenrekord hält Markus Titgemeyer mit 2:45:07h aus dem vergangenen Jahr.

Marc Außendorf startete zwar mit der orangenen Ultranummer, läuft aber nach zwei Runden ins Ziel und gewinnt den 28-km-Lauf. Das ist möglich, weil er ein Flexticket gebucht hat. Abstocken ist damit erlaubt, aufstocken allerdings nicht Wird über 28 km Zweiter Theo Leuders Platz 3 über 28 km für Marcel Pelgrimm Johannes Otte jubelt, weil er sich auf Rang 3 wähnt. Er ist zwar auch der 3. mit blauer 28-km-Nummer, wird aber doch nur 4.

28km: Barbara Menßen und Ultramann Außendorf vorne

Das sicher nicht stärkste, aber spannendste aller Rennen war das der Frauen über 28 Kilometer. Nur achtzig Sekunden trennten die Erst- von der Drittplatzierten. Als flotteste erwies sich die 41-jährige Barbara Menßen vom Lauftreff Hohenholte. Sie brauchte 2:21:08h. Auf Rang zwei und drei landeten zwei Läuferinnen von der SG Borken. Silber ging an Gudrun Kass (W45) in 2:21:27h und Bronze an Tanja Osterholt (W45) in 2:22:28h. Die Streckenbestzeit hatte 2015 die zweifache Gewinnerin Christiane Postert mit 2:09:40h aufgestellt.

Das Männerrennen nahm, wie oben bereits beschrieben, einen unerwarteten Verlauf, weil nicht jemand, der für die 28 Kilometer gemeldet war, gewann, sondern ein Ultraläufer, der nach der Hälfte Schluss machte. Das war Lokalmatador Marc Außendorf von Marathon Steinfurt. Der 28-Jährige stellte mit seiner Siegzeit von 1:47:43h zugleich einen neuen Streckenrekord (bisher Philipp Beckmann, 2015, 1:50:26h) auf. Auch der Vizemeister, Theo Leuders (M20) von Westfalia Epe blieb in 1:48:12h noch unter dem alten Bestwert. Dritter wurde Marcel Pelgrim (M40) vom Team Bergblut - Loikum in 1:54:28h.

 

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Auf Rang vier lief Johannes Otte vom 1. FC Nordwalde AH (M35) ein, der 1:56:16h benötigte. Dahinter kam mit Michael Machill vom LSF Münster ein zweiter Läufer auf Rang fünf, der abgestuft hatte vom Marathon auf 28km. Er war nach 1:58:06h im Ziel.

Siegerin über 28 km: Barbara Menßen vom Lauftreff Hohenholte Gemeinsam macht Ultralaufen besonders viel Spaß. Holger Sigl von den Ultrafriesen (rechts) schafft die volle Distanz, Sascha Ludwig aus Lengerich lässt die letzte Runde sausen und vollendet den Marathon Verkehrte Welt! Markus Jürgens von der LG Emsdetten lief den Ultra rückwärts in knapp sechs Stunden. Er will demnächst den 100-km-Weltrekord im Rückwärtslaufen knacken. Jenny Wehmschulte (4102) blieb stets an seiner Seite und wurde 8. im Ultra

Betrachtet man je nur die ersten drei aller Rennen, dann fällt auf, dass bei den Frauen nur solche vorne platziert sind, die auch für die Strecke gemeldet waren, bei den Männern ist die "Flex"-Freudigkeit größer.

14km: Katharina Hauertmann souverän, Tobias Middendorf mit Bestzeit

Vor Jahren, als es noch den Lauf über 29 km gab, da hatte Katharina Hauertmann (LSF Münster) schon einmal in Steinfurt gewonnen. Jetzt konnte sie diesem Erfolg einen weiteren hinzufügen. Die 40-Jährige gestaltete ihr Rennen überlegen und siegte über 14 km mit dreieinhalb Minuten Vorsprung in 1:01:34h. An den Streckenrekord ihrer Mannschaftskameradin Sandra Lehmkuhl (54:53min) konnte sie aber nicht heranlaufen. Zweite wurde Katrin Weber (W30) von Marathon Steinfurt in 1:05:02h vor Susanne Straten (W20, Marathon Ibbenbüren) in 1:05:09h. Knapp hatte Straten den dritten Platz gegenüber der zunächst zeitgleich gewerteten Lena Teutemacher (W20, LG Emsdetten) erreicht, die am Anfang noch auf dem Bronzerang geführt, dann aber auf vier zurückgesetzt wurde.

14-km-Siegerin Katharina Hauertmann, schon einmal in Steinfurt über 28 km erfolgreich, findet gleich nach dem Duschen den Weg ins Veranstaltungszelt Die Sieger der Kurzstrecke: Susanne Straten und Sebastian Heymann (Platz 3); Katrin Weber und Thomas Uebel (Platz 2) und das Siegerpaar Tobias Middendorf und Katharina Hauertmann (Foto Miriam Kolar)

Auch beim 14-km-Lauf der Männer blieben gleich zwei Läufer unter dem alten Streckenrekord von Tobias Middendorf (M20) vom Veranstalterverein TB Burgsteinfurt, den dieser im Vorjahr auf 53:33min geschraubt hatte. Middendorf selbst blieb es nun vorbehalten, eine weitere Rekordmarke zu setzen. Bei seinem neuerlichen Sieg war er in 50:43min fast drei Minuten schneller als 2016. Sein Ziel, unter fünfzig Minuten zu bleiben, verfehlte er deutlich. Auch der zweite, Tobias Uebel (M20) vom Ausdauerteam.de, blieb noch unter dem alten Bestwert mit seinen 52:06min. Dritter wurde Sebastian Heymann (M35) vom SC Concordia Emsbüren in 53:36min.

Außergewöhnlich beim Steinhart500 ist das Anerkennungsstück für die erbrachte Leistung. Es wird einem keine Medaille im Ziel um den Hals gehängt, sondern jeder - Sieger wie normale Teilnehmer - kann sich von einem Stapel einen "gravierten" Ziegelstein nehmen. Ein schwerer, origineller Erinnerungsstein.

Dichte Wolken konnten die Freude über einen erfolgreichen Lauf nicht trüben
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Zum Schluss

Das größte Lob der Akteure erhielten die Helfer und Streckenposten im Außenbereich - zurecht! Denn die mussten viele, viele Stunden ungeschützt in Kälte und Regen und zuweilen ohne Verpflegung ausharren. Auch die Streckenführung kam bei den Läufern sehr gut an und - mit leichten Abstrichen - auch die Organisation. Bemängelt wurde von Läufern, dass die Duschen schon für die ersten im Ziel (14km-Läufer) kalt gewesen seien. Marathonsiegerin Sara Kaute kritisierte im Gästebuch, dass es bei den Versorgungsständen nur Getränke mit Kohlensäure gegeben habe. Marathonia Conny Euskirchen fand es nicht gut, dass es ab Runde drei nichts mehr Festes gegeben habe, was man zu sich hätte nehmen können. Beide sind - abgesehen von dieser Detailkritik - aber voll des Lobes. "Wieder eine gelungene Veranstaltung" schreibt die eine, "Klasse organisiertes Event" die andere.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Bericht und Fotos von Michael Schardt

Ergebnisse www.steinhart500.de

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