4./5.11.17 - 21. Rursee Marathon Simmerath-Einruhr

Ultradistanz erlebt keine Fortsetzung

Markus Mey kann auch kurz - Katrin Esefelds Sieg Nr. 4 in Folge

16,5km: Martin Heuschen mit Streckenrekord

von Michael Schardt

Alljährlich am ersten Wochenende im November bricht im kleinen Eifelörtchen Einruhr das Lauffieber aus - und das schon seit mehr als zwei Jahrzehnten. Die Austragung 2016 war eine besondere, denn da beging man das zwanzigste Jubiläum. Dazu hatte man sich etwas Neues einfallen lassen, nämlich die Aufstockung der Veranstaltung um einen Ultralauf über 52 Kilometer mit der Streckenführung durch besonders geschützte Gebiete des Eifel-Nationalparks. Diese neue Distanz war von den Läufern besonders gut angenommen worden, wie die Auswertung eines Fragebogens später zeigte. Auch hatten sich die Läufer von ihrer besten Seite gezeigt und alle Auflagen seitens der Parkverwaltung vorbildlich erfüllt. Das war gleichzeitig auch eine der Voraussetzungen, um den Ultra in Zukunft weiterhin anbieten zu können. Sicher, das wusste man, war das damit allerdings längst nicht.

Die zweitägige Laufveranstaltung bietet nicht nur einen wunderschönen Landschaftsmarathon an, sondern auch einige kürzere Distanzen auf anspruchsvollen Kursen mit vielen Höhenmetern. Die Strecke war teils matschig und mit Pfützen gespickt. Rund 1400 Teilnehmer waren bei der 21. Auflage dabei
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Bei den in diesem Jahr geführten Gesprächen zwischen dem Marathonveranstalter (Eifel Marathonverein), den Behörden und der Parkverwaltung traten Probleme auf, die eine Fortsetzung des Ultras in diesem Jahr nicht möglich machten. Von Verwaltungsseite bestanden Bedenken dahingehend, dass sich, sollte der Ultra eine Dauereinrichtung werden, auch andere Vereine um Veranstaltungen (etwa im Bereich Mountainbiking) im streng geschützten Gebiet bemühen könnte, was man unbedingt vermeiden wollte. Die Überlegung, die Parkverwaltung selbst als Ausrichter fungieren zu lassen, konnte noch nicht realisiert werden. So musste man zähneknirschend den Ultra für 2017 aus dem Programm nehmen, nicht ohne auf die vielen positiven Reaktionen der Läufer im Programmheft zitierend hinzuweisen.

Tatsächlich hatte man die Idee sogar schon weitergesponnen und Überlegungen angestellt, vielleicht einen Ultra-Eifelcup zu installieren mit den Überdistanzrennen in Waxweiler, in Monschau und eben auch Einruhr. Für den Moment müssen solche Pläne zwar in der Schublade verschwinden, wie Gerd Hüpgen vom Orgateam mitteilt, aber man werde sie sofort wieder hervorholen, wenn sich neue Perspektiven in den Gesprächen ergeben sollten.

 

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Bei der Veranstaltung im Jahr eins nach dem Jubiläum war deshalb die Marathondistanz - wie in den ersten neunzehn Jahren - wieder die längste.

Beim Walkingwettbewerb über 16,5km kamen rund 100 Akteure ins Ziel. Zwei blieben knapp unter zwei Stunden. Zum einen Siegerin Alexandra Kracke (1:57h) ...
... zum zweiten Raimund Schmitz (1:58h)
Letzter Lauf am Samstag ist der 5-km-Lauf. Hier der Start

Langer Samstag

Die Rursee Marathonveranstaltung erstreckt sich über zwei volle Tage. Während am Sonntag die Königsdistanz und das Rennen über 16,5 km über die Bühne gehen, bietet der Samstag ein buntes Sträußchen ganz unterschiedlicher sportlicher Betätigungsfelder. Da stehen gleich zwei besondere Dinge auf dem Programm. Um 11:30h findet für an Flora und Fauna interessierte Wanderer eine geführte Rangertour durch Teile des Nationalparks statt. Das dauert rund zwei Stunden und ist kostenfrei. Außerdem wird eine Eifelhöhen-Mountainbike-Fahrt angeboten. Die anspruchsvollen Strecken sind unterschiedlich schwer und setzen gute Kondition und gutes fahrerisches Können voraus. Regelmäßig nehmen viele Sport- und Hobbybiker an den geführten Touren teil, die nach drei bis fünf Stunden in Gruppen zum Startplatz zurückkehren. Für die schwierigste Route steht die einheimische WM-Teilnehmerin im Mountainbiken, Daniela Schütt, als "Anführerin" zur Verfügung. Ein Startgeld wird erhoben.

Zwischen diesen beiden Sonderveranstaltungen werden die Walker und Nordic-Walker auf eine schwierige, 16,5 Kilometer lange Runde geschickt. Es ist die gleiche Strecke, die am Sonntag für Läufer angeboten wird.

 
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Mit 92 Finishern hatte man einen deutlichen Teilnehmerzuwachs zu verbuchen. Der schnellste Walker war Raimund Schmitz vom Na Dick Wolken Ray (Jahrgang 1967), der nach 1:58:21h im Ziel war. Sogar eine Minute schneller war die flotteste Frau. Das war Alexandra Kracke vom TS Neuwerk (Jahrgang 1955), die nach 1:57:12h im Ziel war. Im Ergebnistableau wird ein noch schnellerer Walker aufgeführt, nämlich Arkadi Nekritch, doch kann die dort angegebene Zeit nicht stimmen. In gut neunzig Minuten (1:31h) ist die schwierige Strecke nicht im Walkschritt zu bewältigen.

Der erste Start am Samstag gehört den Bambini. Ihre Strecke ist 600m lang Danach gehen die Schüler auf eine 2 km lange Runde. Schnellster Junge war Paul Keilen Schnellstes Mädchen Finja Herrmann

Im Verhältnis zum vergangenen Jahr waren auch bei den beiden Kinderrennen mehr Starter zu verzeichnen. Bei den Bambini (600m) und den Schülern U12 machten zusammengenommen etwa doppelt so viele mit wie 2016. Bei den Schülern siegte über zwei Kilometer Paul Keilen in 7:46min von der LSG Saarbrücken vor Jan Vernikov (7:54min) und Bogdan Vernikov (8:02min), beide von Alemannia Aachen, und bei den Mädchen Finja Hermann von der LG Stolberg in 8:04min vor Sarah Plum (9:08min) und Isabel Geiser (9:43min).

5 km: Patrick Jakobs gelingt Titelverteidigung

Der einzige Laufwettbewerb für Erwachsene am Samstag ist der über fünf Kilometer, der gleichzeitig auch den ersten Veranstaltungstag abschließt. Der Rundkurs, der im Gegensatz zum Marathon und 16,5-km-Rennen die Rur hochführt, ist zwar nicht offiziell vermessen, dürfte aber recht genau stimmen. Es handelt sich um eine Naturstrecke mit etwa sechzig Höhenmeter, die zwischen dem ersten und zweiten Kilometer zu bewältigen sind. Bei km drei ist eine Holzbrücke mit einigen Treppenstufen zu überlaufen, danach geht es flach weiter bis ins Ziel. Insgesamt ist es keine einfache Anfängerstrecke.

Bei den Frauen war die Siegerin der beiden letzten Jahre, die 16-jährige Melina Vogel, nicht am Start. So war der Weg frei für die gleichfalls sechzehn Jahre alte Sonja Vernikov von der Alemannia Aachen. Sie brauchte 19:39min und war damit deutlich schneller als Vogel in den Vorjahren. Auf Rang zwei lief die 17-jährige Mara Schumacher vom Dürener TV in 20:40min. Auch die Dritte kommt vom Dürener Turnverein, die W40-Läuferin Sabine Lakomy, die ihr Rennen nach 21:21min beendete.

Patrick Jakobs gewinnt den 5 km Lauf Henrik Röhlich wird 2. Sonja Vernikov gewinnt samstags über 5 km und holt am Sonntag Rang 4 über 16,5 km

Die üblichen Verdächtigen machten bei den Männern das Rennen, wenn man das Vorjahr zugrunde legt. Und nicht nur das: die Reihenfolge auf dem Treppchen entsprach eins zu eins dem von 2016. Der Vorjahressieger Patrick Jakobs (TV Konzen, U20) siegte diesmal in 17:29min, womit er sieben Sekunden länger brauchte als 2016. Henrik Röhlich vom Dürener TV (MU18) konnte jetzt Silber in 17:51min erringen, exakt die gleiche Zeit wie ein Jahr zuvor. Und Siegfried Krischer (M45) von TuS Bayer 04 Leverkusen, der 2015 schon einmal ganz oben auf dem Treppchen stand, wurde wie 2016 dritter in 18:02min, womit er sich um zehn Sekunden verbessern konnte. Dreizehn Männer blieben unter zwanzig Minuten. Insgesamt kamen 117 Läufer und Läuferinnen ins Ziel.

 
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Mit dem Fünfer und der Ehrung der Sieger war das sportliche Programm am Samstag zu Ende, längst aber nicht das gesellige. Denn ab 17 Uhr fand im großen Zelt die Party für Läufer und Helfer statt. Diese ist durchaus etwas länger geplant, denn für zwanzig Uhr war eine zweite Thekenmannschaft einbestellt worden.

Der Marathon

Die lange Feier mag auch ein Grund dafür sein, dass das Marathonrennen und der 16,5-km Lauf relativ spät angeschossen werden, die Königsdistanz um 10:30h, der Sechzehner eine halbe Stunde später. Die Marathonstrecke war in den Anfangsjahren noch im neun Kilometer von Einruhr entfernten Hauptort Simmerath gestartet worden, doch als 2005 der angrenzende Truppenübungsplatz aufgegeben wurde und der Kurs schon 2004 auf dieses Gebiet ausgedehnt werden konnte, wurde der Lauf nach Einruhr verlegt, was seine Attraktivität noch einmal deutlich erhöhte. Das war auch das Jahr, als der Sechzehner neu ins Programm genommen wurde.

Start des 21. Rursee Marathons. Mit rund 370 Höhenmetern ist die Strecke keine ganz einfache Die ersten Meter auf Seehöhe

Gelaufen wird gegen den Uhrzeigersinn erst durch Einruhr, dann am Ufer lang bis zum Abzweig gleich hinter der angrenzenden Urfttalsperre und des Paulushofdamms bei km 11, wo die Sechszehner abbiegen. Die Staumauer des Rurtalsees wird dann kurz vor Halbzeit (km 19) überquert. Man läuft nun in immer neuen Bogen und Kurven um die Halbinsel Eschauel und durch die beiden einzigen kleinen Ortschaften, die der Kurs bereithält, Woffelsbach und Rurberg, bevor man wieder auf den Weg der Sechszehner trifft. Das ist fünf Kilometer vor dem Ziel der Fall.

Insgesamt sind für die Marathonis 370 Höhenmeter zu überwinden, die sich auf einige kleine Wellen und insgesamt neun Steigungen verteilen, welche eher steil als lang sind, nämlich zwischen 200 und 800 Meter. Die Läufer tun gut daran, auf dem weitgehend flachen Mitteldrittel mit den Kräften zu haushalten und sich einige Körner aufzusparen für die letzten fünf Kilometer, wo noch zwei Steigungen und ein Abstieg über Treppen auf sie warten.

 

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Mehr als die Steigungen wirkt sich vielleicht der schwierige Untergrund auf die müde Muskulatur aus, denn ca. drei Viertel der Strecke verläuft auf steinigem oder matschigem Untergrund, was zudem die Konzentration fordert. Kurzum: der Rursee Marathon ist keine Veranstaltung für Bestzeitenjäger, sondern fast ausschließlich für Landschafts- und Trailläufer, die zum Saisonabschluss noch einmal ohne großes Tamtam ihre Lieblingsdistanz absolvieren wollen. Und das sind meist Läufer jenseits der vierzig oder fünfzig.

Bei km 7 ist der erste steile Anstieg hoch zur Urfttalsperre zu bewältigen. Für die meisten ist dies nur im Gehmodus zu schaffen

Besondere Starter

Jünger als das Durchschnittsklientel sind viele der zahlreichen ausländischen Gäste. So war eine Gruppe von jungen chinesischen Läuferinnen ("China Girls" und "China Kids") am Start, von denen die meisten an der TU Aachen studieren, andere aber auch eigens aus Fernost anreisten. Für eine besondere Geschichte indes sorgte ein junger Südafrikaner, Garth Moffatt, der knapp die dreißig überschritten hat und noch nie einem Marathon gelaufen war. Normalerweise würde man denken, dass, wenn ein Debütant aus Südafrika gedenkt, in Deutschland seinen ersten Marathon zu laufen, er dies in Berlin tue, oder in Hamburg. Garth allerdings wollte in Einruhr mitmachen, ohne dass er wusste, wo Einruhr denn überhaupt liege, wie die Streckenbeschaffenheit sei. Als seine Anmeldung nicht klappte, weil er das Startgeld nicht überweisen konnte, mailte er Orgachef Gerd Hüpgen an. Der reagierte unkompliziert, bot an, dass Garth die Gebühr vor dem Start bar übergeben solle. Später bat der Südafrikaner noch um eine Wegbeschreibung mit öffentlichen Verkehrsmitteln und um eine Übernachtungsadresse mit dem Hinweis, er habe nur ein kleines Budget.

Um von Köln nach Einruhr zu gelangen, muss man mehrmals Umsteigen von Bahn auf Bahn, von Bahn auf Bus und von Bus auf Bus. Bei letzteren Fahrzeugwechsel hat der Fahrgast im Niemandsland vor den Toren des Nationalparks auf einem windigen Hügel ohne Schutz zu warten bis der finale Bus kommt, wobei nicht nur für ausländische Gäste das Gefühl von "Bestellt-und-nicht-abgeholt" aufkommen kann. Kurzum ging Garth andere Wege. Er bezog das Hilton in Aachen, mietete sich ein Auto, fuhr am Samstag nach Einruhr, um die Startunterlagen zu holen, kehrte ins Hilton zurück, reiste am nächsten Tag mit Mietauto erneut zum Marathon an und begab sich auf das läuferische Rursee-Abenteuer. So klein, mag man meinen, konnte das Budget also nicht sein. Am Ende verlief seine Marathonpremiere nach 4:46h erfolgreich, entlockte ihm aber auch die Bemerkung, dass es für einen Seelauf eine "recht hügelige" Strecke gewesen sei. Auf der Homepage seines Heimatclubs war seine Vorhaben schon Tage vorher angekündigt worden. Er hatte den Rurseemarathon deshalb ausgesucht, weil er in der Woche danach in Berlin dienstlich zu tun hatte.

Die Urfttalsperre vor hügeliger Eifellandschaft Bei km 11 gabeln sich die Strecken von Marathon und 16,5 km. Eine geeignete Stelle für Spendensammler Peter Borsdorf, seine rote Spardose aufzustellen. Er konnte rund 37.000 Euro einem schwerbehinderten Mädchen übergeben zur Anschaffung eines Spezialautos

Ein besonderer Starter in anderer Hinsicht ist auch Organisator Alfred Hüpgen, der sich nicht nur um die Abläufe kümmert, sondern auch selbst immer mitläuft - und das so bravourös, dass er regelmäßig unter die besten zehn oder fünfzehn kommt und zuweilen seine AK gewinnt. Diesmal brauchte er 3:13h, womit er nahe an seine PB herankam, 12. in der Gesamtwertung und Gewinner der M50 wurde. Offenbar spielen hier Heimvorteile und Streckenkenntnis keine untergeordnete Rolle. City- oder flache Straßenmarathons interessieren den 53-Jährigen nicht.

Nach Erfolg beim Ultra nun Sieg beim Marathon: Markus Mey

Der Rennverlauf beim Rursee Marathon ist für Zuschauer nicht zu verfolgen, wenn sie nicht mit Fahrrad die Spitzenläufer begleiten. Sind die Marathonis einmal aus dem Blickfeld entschwunden, werden sie von neuesten Informationen von Moderator Andreas Menz auf dem Laufenden gehalten, der von verschiedenen Streckenpunkten Informationen erhält.

Bei den Männern deutet sich schon recht früh, noch vor Halbzeit an, das mit Markus Mey (M45 - Peters Sportteam) vom TV Konzen ein Einheimischer auf der Gewinnerstraße war, der im Vorjahr den Ultra an gleicher Stätte gewonnen hatte. Der Vorsprung war schon recht groß und wuchs weiter an. Auch der zweite Platz von Stefan de Laat (M35) vom holländischen Tilburg Road Team schien ausgemacht. Dahinter spielten sich auf den letzten Kilometern hingegen interessante Positionskämpfe ab.

 
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Christian Blauth (M40, SV Bergwacht Rohren) lag zunächst auf einem sicheren dritten Platz, hatte sich aber übernommen, fiel auf fünf zurück und kam ziemlich abgekämpft und müde ins Ziel. Ganz anders lief es bei Stefan Wurdel (M35, Soonwaldkeiler-Soonwaldstiftung).

Nach seinem letztjährigen Sieg beim Rursee-Ultra (52km) gewann Markus Mey diesmal den Marathon mit recht großem Vorsprung Zweiter wurde der Niederländer Stefan de Laat
Stefan Wurdel konnte sich auf den letzten Kilometern noch von 5 auf 3 vorarbeiten Orgachef Alfred Hüpgen gewinnt die M50 in 3:13h und ist damit einer der ganz schnellen Marathonveranstalter

Der drehte am Schluss enorm auf, machte als fünfter noch zwei Plätze gut und vollführte Freudensprünge im Ziel. Dirk König (M30, Physiovital-koenig.de) konnte dem Geschehen um ihn herum nur zusehen und finishte auf seinem Stammplatz vier. So ergab sich folgende Reihenfolge: Mey (2:49:25h) vor de Laat (2:54:58h), Wurdel (2:56:46h), König (2:58:42h) und Blauth (2:59:52h). Das waren auch die fünf Männer, die unter drei Stunden blieben. Im Vorjahr waren es nur drei gewesen. Der Streckenrekord von Guido Hermes aus 2006, der auf 2:35:51h lautet, kam nicht in Gefahr.

Katrin Esefeld zum 4. Mal in Folge

Noch klarer als bei den Männern ging es bei den Frauen zu. Da war die Siegerin der letzten drei Jahre und Streckenrekordhalterin (2015, 3:03:57h) Katrin Esefeld die eindeutige Favoritin, auch wenn ein kleines Fragezeichen zu setzen war, weil ihre Teilnahme am Ironman von Hawaii gerade mal drei Wochen her war und man nicht wusste, wie gut sie sich regeneriert hatte. Auf Hawaii hatte die Münchener Triathletin von der LG Mettenheim einen fünften Platz in der AK W40 belegt, in früheren Jahren sogar ihre AK 25 und 30 dort gewinnen können. Einzelmarathonläufe bestreitet die mehrfache deutsche Triathlon und Duathlonmeisterin fast nie - mit Ausnahme des Rursee Marathons. Insofern sind Laufbestwerte nicht zu eruieren, außer einer 37er Zeit beim Zehner in Bad Füssing. Das allerdings ist schon zehn Jahre her.

Zum 4. Mal in Folge sicherte sich Triathletin Katrin Esefeld den Marathonsieg. Drei Wochen zuvor war sie noch beim Ironman in Hawaii 5. ihrer Altersklasse geworden Auf den zweiten Platz kam die Holländerin Maud Golsteyn Lise Devits aus Belgien wird 3. Rang 4 für Hendrike Hatzmann (265). Petra Wellmeier gewinnt als 5. die W45

Bei ihrem dritten Sieg im letzten Jahr war sie auf eine neue Streckenbestzeit hin angelaufen, hatte dann aber einen Einbruch erlebt und "nur" in 3:14:40h gefinisht. Das sollte dieses Jahr anders werden, obwohl Esefeld wieder recht flott anging. Zeitweise konnte man auf eine Zeit im Bereich des Streckenrekords spekulieren, doch das verlor sich auf der zweiten Rennhälfte. Esefeld ließ sich ihren vierten Sieg in Folge nicht mehr nehmen und lief in glatt 3:07h ihr insgesamt zweitbestes Ergebnis am Rursee ein. Das war gleichzeitig der neunte Gesamtrang. Die Reihenfolge dahinter lautete: Maud Golsteyn aus den Niederlanden (W35, Ronforrun maastricht, 3:19:44h), die Belgierin Lise Devits (WHK, o. V., 3:26:36h), Hendrike Hatzmann (W30, SG Sparkasse Aachen, 3:29:44h) und Petra Wellmeier (W45, Aachen, 3:30:25h).

Mit 326 Finishern hatte man ein paar Läufer mehr im Ziel als 2016, als der Ultra einige Akteure abgezogen hatte, im Vergleich zu früheren Jahren gab es jedoch leichte Verluste. Sehr gut war bei der diesjährigen Edition die Frauenquote von über 22 Prozent (73 Läuferinnen).

16,5km: Rekord durch Martin Heuschen; Knapper Sieg für Gaby Andres

Der Lauf über 16,5 km ist die mit Abstand beliebteste Distanz beim Rursee Marathon. Über 800 Läufer und Läuferinnen konnten das Rennen finishen; zuweilen waren dies in den Vorjahren sogar noch mehr und einmal wohl sogar über 1000. Dabei ist die Strecke absolut kein Zuckerschlecken mit ihren rund 250 Höhenmetern und dem rutschigen und holprigen Untergrund. Sie verläuft komplett auf der Marathonstrecke und zwar auf den ersten elf und letzten fünf Kilometern. Dabei nehmen die Läufer die beiden stärksten Steigungen mit.

Start des Laufs über 16,5km. Über 800 Akteure erreichen das Ziel Sieger Martin Heuschen. Er verbessert den Streckenrekord des Belgiers Jerome Hilger-Schütz aus 2011 um 45 Sekunden Bei den Frauen gewinnt Gaby Andres den 16,5-km-Lauf

Für das sportliche Highlight des Wochenendes sorgte der 26-jährige Martin Heuschen von der Aachener TG, denn er siegte nicht nur souverän, sondern verbesserte den bestehenden Streckenrekord des dreifach erfolgreichen Belgiers Jerome Hilger-Schütz (56:30min) um satte 45 Sekunden auf 55:47min. Stark liefen auch seine Verfolger, von denen weitere drei Läufer unter einer Stunde blieben, die große Marke für Männer bei diesem Lauf. Zweiter wurde Pieter Verschoren aus Holland (M35) vom Roba Resistance Veldklad in 58:18min. Er hatte ein Jahr zuvor den Sieg in 58:08min erreicht. Es folgten Timo Küpper (MHK, LC Euskirchen, 58:33min) sowie Jos Timans (M35, Atletik Maastricht, 59:48min).

Bei den Frauen war die siebenfache Siegerin und Streckenrekordhalterin (1:05:49h) Kristina Ziemons nicht am Start, so war der Ausgang recht offen. Lange belauerten sich Gaby Andres (Skikeller Kaulard & Schroiff, W45) und Lea Orthen (o. V., W30). Es kam zu einem recht knappen Rennen, das Andres nach 2010 zu ihrem zweiten Sieg (1:08:08h) führte. Orthen wurde in 1:08:28h zweite vor Sarah Kirner (Skikeller Kaulard & Schroiff, W30) in 1:12:28h.

Nicht uninteressant ist, dass die Siegerin über 5km, Sonja Vernikov, auch eine überzeugende Rolle über die längere Strecke spielte und in 1:16:44h vierte wurde. Der Name Vernikov taucht recht häufig in diesem Jahr in der Rursee-Ergebnisliste auf und in allen Rennen. Die fünf Geschwister brachten es auf insgesamt zehn Starts, vier davon über 2km, drei über 5km und zwei der Jungs, einer erst 18 Jahre alt, konnten sogar den Marathon finishen. Sonja ist in dem Aachener Quintett das einzige Mädchen.

Zwei km vor dem Ziel müssen Marathonis und 16,5-km-Läufer noch eine steile "Abfahrt" mit einigen Treppenstufen meistern Stimmungsvoller Zieleinlauf auf dem Marktplatz von Einruhr
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Zum Schluss

Zusammengenommen war es wieder eine tolle, liebevoll organisierte Veranstaltung, bei der man nur zufriedene Äußerungen vernehmen konnte - bei Läufern und Organisatoren. Im Großen und Ganzen hatte auch das Wetter mitgespielt. Am Samstag sogar prächtig mit viel Sonnenschein und blauem Himmel. Am Sonntag waren die Verhältnisse zunächst gleichfalls ganz passabel mit sogar kurzen sonnigen Abschnitten, jedoch mischten sich zu späterer Stunde auch einige Nieselregengüsse darunter und stärkerer Wind. Bei zehn, elf Grad musste aber keiner frieren, aber wem es draußen zu kalt wurde, konnte sich im gut beheizten Zelt an den vielen Leckereien gütlich tun.

Bericht und Fotos von Michael Schardt
weitere Fotos Rainer Wachsmann (5km-Lauf)

Ergebnisse www.rursee-marathon.de

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