12.11.17 - 24. KSC-Schlossparklauf in Karlsruhe

Adieu Wildparkstadion!

Abschied in Regen-Tränen vom alten Stadion

von Hannes Blank

"Das war Aqua-Jogging heute!" meinte ein Läufer scherzhaft nach seiner Teilnahme beim jüngsten KSC-Schlossparklauf. Die 24. Ausführung in der Fächerstadt stand unter zwei Zeichen:

Letztmalig konnten die Läufer das Innere des Wildparkstadions durchqueren, bevor die Arbeiten zum Neubau der Arena beginnen und prägend war Dauerregen, der zudem auf dem vollgesogenen Boden große und zuweilen auch tiefe Pfützen gebildet hatte.

 

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Start im Dauerregen zum 24. KSC-Schlossparklauf, letztmalig in dieser Form
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3300m Schülerlauf: Ohne Motivationsverluste

Manch einer möge gedacht haben, dass sich angesichts des höchst ungemütlichen Schmuddelwetters kaum jugendliche Teilnehmer für den Schülerlauf einfinden würde. Doch immerhin rund 100 Pennäler absolvierten die 3300m-Runde mit Start am und Ziel im Wildparkstadion, dazwischen führt die Schleife überwiegend durch den Park des Karlsruher Schlosses, der offiziell "Schlossgarten" heißt.

Mit knapp 20 Sekunden Vorsprung war Niklas Wieczorek in 11:28min als Erster im Ziel; der 15-Jährige ist seit einem Jahr bei der LG Region Karlsruhe, lief aber nicht im LGR-Trikot. Grund: "Das gibt es nicht in langärmelig!", so der Sieger, der 2016 bereits beim 9,9km-Hauptlauf mitgemacht hatte und dieses Jahr auf Empfehlung seiner Trainerin Elena Perino am Schülerlauf teilnahm.

 

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Auf Platz 2 folgte Philipp Baron (LC Hassloch), bevor mit Katja Bäuerle in 12:39min schon die schnellste Schülerin im Ziel war. Die 15jährige Gymnasiastin hatte die Zweitplatzierte Adeline Haisch (ebenfalls LG Region Karlsruhe, 12:53min) im Schlepptau, die ihr allerdings auf der Strecke nie gefährlich geworden war.

Eröffnet wurden die Rennen mit dem Jugend- und Schülerlauf über 3,3 km. Niklas Wieczorek ist Schnellster dieses Wettbewerbs Katja Bäuerle ist schnellste bei den Frauen über 3,3 km Der Start der Bambini folgte eine halbe Stunde später im Innenraum des Wildparkstadions

"Das Laufen machte eigentlich Spaß, aber dann war es schon hart durch die tiefen Pfützen", berichtete die Siegerin, "... super war es dann, ins Stadion einlaufen zu können!". Als Schülerlauf-Gesamt-Fünfter und damit drittschnellster männlicher Jugendlicher folgte Sven Kistner (LG Hardt) in 12:52min und Melissa Yilmaz vom "Jugendlaufteam" komplettierte das Schülerinnen-Siegertreppchen auf Rang 3 in 12:54min.

9900m Hauptlauf: Abschiedslauf für Teilnehmer

Um 11:20 Uhr (davor hatte noch der Bambini-Lauf im Stadioninneren stattgefunden) folgte dann der Hauptlauf, inklusive des gleichzeitig gestarteten Staffelwettbewerbs, bei dem sich drei Läuferinnen und/oder Läufer die Strecke teilten. Aus der gebildeten Fünfergruppe an der Spitze löste sich nach der Hälfte der Gesamtstrecke Jan Lukas Becker (LG Region Karlsruhe) und ging in Führung, als es daran ging, die Überrundungen der langsamen Teilnehmer zu bewerkstelligen.

"Ich habe die Gunst der Stunde genutzt und mich im Läuferfeld versteckt", so Becker, der zum ersten Mal beim KSC-Schlossparklauf teilnahm und dieses Debüt in einer Zeit von 34:13min gewann. Der 24jährige Schreiner-Lehrling freute sich nicht nur über den Sieg, sondern auch über seine geplante Teilnahme an der Winterlaufserie in Rheinzabern, die rund vier Wochen später beginnt. Hinter Becker platzierte sich Emil Leibrock (Engelhorn Running Team) in 35:22min auf Platz 2, vor Marius Seith (LT TSV Graben), der Dritte in 35:44min.

 
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Die Passage des Schlossparks gehört zu den schönsten Stellen des Laufs

Bei den Frauen fanden sich an der Spitze schnell die mehrfache Schlossparklaufsiegerin Simone Raatz (ASC Darmstadt/ Karlsruhe) und die Siegerin von 2012, Melina Tränkle (LG Region Karlsruhe) zusammen. Die Letztgenannte hatte seitdem nicht mehr teilgenommen, weil um diese Zeit meistens ein wichtiger Crosslauf auf dem Programm stand. Den beiden konnte zwar noch Luisa Moroff (GSV Maichingen Triathlon) folgen, jedoch ohne dem Führungs-Duo zu nahe zu kommen. Dieses versuchte nicht in einem Kopf-an-Kopf-Rennen die Entscheidung zu suchen, sondern gemeinsam Hand in Hand die Ziellinie zu überqueren. Das gelang den beiden zwar, aber der unbestechliche Zeitmesscomputer setzte Melina Tränkle auf Rang 1 des 24. KSC-Schlossparklaufs, und zwar in 36:17min, nur wenig mehr als bei ihrem Lauf im Jahre 2012. Damals waren die äußeren Bedingungen allerdings deutlich besser gewesen.

Auf Platz 3 in 36:43min kam Luisa Moroff vom schwäbischen GSV Maichingen. Die 21-Jährige ist so etwas wie die große Nachwuchshoffnung des Baden-Württembergischen Triathlon-Verbands. 2018 will sie bei den Deutschen Meisterschaften über die Mitteldistanz teilnehmen. Zur Teilnahme am KSC-Schlossparklauf wurde sie von ihrem Vater, der Läufer ist, überredet. Als nächstes steht für sie die Winterlaufserie im Kreis Böblingen auf dem Programm.

 
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Das "Sauwetter" kam KSC-Maskottchen Willi Wildpark entgegen. Zur Begrüßung im Stadion gab es ein feuchtes aber freundliches Abklatschen War gefragt: Warmer Tee für die durchnässten Läufer

Den Staffelwettbewerb des Schlossparklaufs gewannen Maximilian Hauptmann, Michael Becker und Roland Bayer vom "Gentlemen's Runners Club" in 35:51min. Daneben gibt es noch eine Mannschaftswertung, die sich aus der Addition der drei besten Läufer eines Vereins ergibt: Dort siegte mit großem Vorsprung die LSG Karlsruhe mit ihren schnellen Mitgliedern Oliver Pausch, Tim Hillmer und Rolf Bohrer.

Schlossparklauf-Fazit:

In dieser Form wird es den Schlossparklauf nicht mehr geben. Toll, dass trotz des miesen Wetters so viele Läuferinnen und Läufer am 24. KSC-Schlossparklauf teilnahmen: Rechnet man alles zusammen (außer den Bambini), so haben über 1000 Läufer teilgenommen! Obwohl ausschlaggebend war, dass man voraussichtlich nie mehr im Inneren des Stadions laufen werden wird? Das nannte Lauf-Organisationschef Volker Diessl nämlich als einzig sicher zu nennende Tatsache, was die Zukunft des Schlossparklaufs betrifft. Genaueres lässt sich erst im Frühjahr 2018 sagen, wenn die Baupläne für das neue Stadion konkret sind und Termine genannt werden können. Erste kleine Baustellen auf dem Sportparkgelände sind bereits jetzt zu sehen.

Jan Lukas Becker gewinnt bei den Männern den 24. KSC-Schlossparklauf Siegerehrung der schnellsten Frauen mit (v.l.) Willi Wildpark, Simone Raatz (Platz 2), Siegerin Melina Tränkle und Luisa Moroff (Platz 3)
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"Ich will nicht, dass der Schlossparklauf stirbt", so Diessl, zumal 2018 das 25-jährige Jubiläum ansteht. Die Leichtathletik- und die Fitnessabteilung des KSC steht jedenfalls hinter einer Fortführung, trotz des miesen Wetters hatte kein Helfer gefehlt. Diessl: "Es sind alle gekommen, was sehr erfreulich ist!"

Erfreulich wäre auch, der Schlossparklauf würde nicht wieder zeitgleich mit dem nahen Karlsbader Volkslauf stattfinden, wobei der Fußballverein KSC natürlich ein Wochenende wählen muss, an dem die Profi-Kicker auswärts spielen. Es bleibt also weiterhin sehr spannend, was aus dem beliebten Schlossparklauf werden wird.

Bericht und Fotos von Hannes Blank

Ergebnisse www.laufinfo.eu - Info www.ksc.de

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