5.10.19 - 27. Durlacher Turmberglauf in Karlsruhe-Durlach

Hohe Voranmeldezahlen in der alten Residenzstadt

von Hannes Blank 

"Durch diese hohle Gasse muss er kommen, es führt kein anderer Weg zum Ziel" - so könnte man Schillers Zeile in seinem Drama "Wilhelm Tell" leicht umformen, um die finale Lage beim Durlacher Turmberglauf zu beschreiben. In einem recht engen Durchgang zwischen evangelischer Stadtkirche und Rathaus befindet sich die Ziellinie. Die Startlinie hingegen war wieder breiter geworden, dieses Jahr liefen die Teilnehmer erstmals auf dem Marktplatz los.

 
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Punkt 16 Uhr starteten die Läufer in voller Breite im Zentrum von Durlach
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Die Läufer der LG Region Karlsruhe mögen den Turmberglauf - und räumen ab

Die Läufer der LG Region Karlsruhe mögen den Turmberglauf. Anders ist der hohe Zuspruch dieser leistungsstarken Läufergruppe nicht zu deuten. Das war schon in den letzten Jahren so und ist 2019 nicht anders. "Hier sind schon so viele LGR-Läufer mitgelaufen, da musste ich auch mal hin", sagte Jasper Püschel bei seinem Turmberglauf-Debüt. Der 22jährige KIT-Student lief so eine Art Ausscheidungsrennen. Nach und nach wurde die Spitzengruppe kleiner. "Etwa bei Streckenkilometer 6,5 habe ich eine Kurve gut gekriegt und anschließend den Turbo gezündet", berichtete er gutgelaunt.

Die Läufer der LG Region Karlsruhe dominieren den Durlacher Turmberglauf, allen voran Jasper Püschel 2. wird Lucas Bittigkoffer vor ... ... Holger Körner Florian Zittel gewinnt als 5. die U18

Diesem Antritt konnte keiner folgen und die Gruppe war endgültig gesprengt. Hinter Püschel (32:40min) wurde Lucas Bittigkoffer in 33:35min Zweiter und Holger Körner in 34:02min Dritter. Das sind alles LGR-Läufer und auch auf Rang 4, 5 und 6 folgen in der Ergebnisliste Läufer der Karlsruher Leichtathletikgemeinschaft. Schnellstarter Mhand Bouaal rettete sich auf den 7. Platz, schon auf Gesamtrang 9 kam das nächste rote LGR-Trikot ins Ziel.

 
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Peter Butzer von der LSG Karlsruhe dominiert die M50. Hinter ihm Luki Nomo vom TSV Glems, der auf Gesamtrang 12 bei den Männern läuft Peter Beil von der LSG Karlsruhe gewinnt einmal mehr die M65 Im Zweierpack auf 2. Plätze. Sven Aberle (86) wird 2. M40, Knut Kreitlein vom SSV Lahr 2. der M50

Dieses Leibchen gehörte Melina Wolf, die damit in 36:01min die schnellste Läuferin des Turmberglaufs war. Sie nutze den Lauf aus dem vollen Training heraus als Vorbereitung für den Winter. Auf die Wettkämpfe zu dieser kalten Zeit freut sie sich jetzt schon, wie klar herauszuhören war: "Bei der Winterlaufserie in Rheinzabern möchte ich mitmachen und vielleicht noch ein paar Crossläufe!"

Bei den Frauen gewinnt LG Region Karlsruhe Läuferin Melina Wolf ... ... vor Vereinskollegin Sophia Kaiser Sylvie Müller vom ASC Darmstadt läuft auf Platz 3 vor ... ... Freya Höfeler von der LSG Karlsruhe

Sophia Kaiser (ebenfalls LG Region Karlsruhe) wurde in 37:31min Zweite. Sie war fast die ganze Zeit zusammen mit Baden-Marathonsieger Jannik Arbogast gelaufen, der kurz hinter ihr die Ziellinie überquerte. Die Teilnahme von Streckenrekordhalterin Simone Raatz war zwar angekündigt, doch wegen kurzfristig aufgetretener Rückenprobleme verzichtete die ASC-Darmstadt-Läuferin auf den Start. Für den ASC war allerdings Sylvie Müller am Start. Der einzige Siegertreppchenplatz, der nicht an die LGR ging, eroberte sie in 38:41min.

 
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Insgesamt hatten sich 856 Läuferinnen und Läufer zum 27. Turmberglauf angemeldet, von denen 758 das Ziel errreichten. Bei den vorab ausgetragenen Schülerläufen waren 266 ins Ziel gekommen.

Susanne Reißer vom SV Sillenbuch führt eine Gruppe Durlacher Turmbergläufer an, sie wird 2. der W60 Annabel und Peter, einen Tag vor dem Durlacher Turmberglauf geheiratet, nutzten sie diesen wohl als kleine "Hochzeitsreise" per pedes. Freundin Anna (418) vom TS Durlach begleitete sie

Fazit: Das Durlacher Pflaster ist ein gutes Pflaster für die Läufer

Der Durlacher Turmberglauf ist neben dem Ettlinger Altstadtlauf der einzige Volkslauf in der Region mit Altstadtflair mittels Kopfsteinpflaster durch mitunter engen Sträßchen. Durlach ist zwar nur Stadtteil von Karlsruhe, aber die große Fächerstadt ist zu jung (das Gründungsjahr ist erst 1715) für solch einen gewachsenen Altstadtcharakter bzw. hat seine kleine Altstadt in den 1960er Jahren "totsaniert", wie man es heute bezeichnet. In Durlach zu wohnen ist nicht billig, aber Stadtteil Durlach hat einen eigenen, recht großen Innenstadtbereich und bietet, am Rande des Schwarzwalds gelegen, zahlreiche naturnahe Freizeitmöglichkeiten.

Siegerehrung der Klassensiegerinnen bis W70. Erika Krüger war in der Klasse W70 mit 84 Jahren erste Frau und bekam einen "Stärkungskorb" als älteste Läuferin

Laut offizieller Pressemitteilung gab es in der Schlussphase des Rennens eine Fehlleitung der beiden Verfolger von Jasper Püschel, dem Freudenstädter Nathan Müller und dem aus Pforzheim stammenden Dominik Hahn, sodass diese sichtlich frustriert das Ziel erreichten. "Das tut uns sehr leid. Wir werden uns natürlich bei Nathan und Dominik entschuldigen und zum Trost ein kleines Präsent zusenden - und beide für die das kommende Jahr einladen", so der Organisationsleiter Wilfried Raatz.

Die Klassensieger der Männer bis M75
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Dank des in den Turmberglauf integrierten Wettbewerbs der Durlacher Schulen und der Schülerläufe zwei Stunden vor dem Start des Hauptlaufs sowie wegen des langjährigen Engagements der Turnerschaft Durlach ist die Veranstaltung fest im Herbstkalender des Stadtteils verankert. Man könnte fast sagen, der Turmberglauf gehöre zur DNA von Durlach, ab so dramatisch alt ist der Lauf nun auch wieder nicht. Wer zum ersten Mal zum Turmberglauf kommt, sollte sich damit vertraut machen, wo Start / Ziel / Duschen / Verpflegung / Siegerehrung liegen. Die Strecke gilt zwar als gut gekennzeichnet, aber Hinweisschilder auf Start / Ziel / Duschen / Verpflegung / Siegerehrung gibt es nur sehr wenige. Naturgemäß ist so eine Altstadt per se nicht übersichtlich - anderenfalls wäre es ja keine Altstadt. Der Turmberglauf stellt für die Läufer aus der Region Karlsruhe so eine Art Eröffnung der Herbst- bzw. Wintersaison dar. Diese können nun kommen, bereits am 13. Oktober lockt der traditionell herbstlich anmutende Hardtwaldlauf der LSG Karlsruhe.

H. Blank

Bericht von Hannes Blank - Fotos von Ekkehard Gübel

E. Gübel
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