21.10.18 - 47. Int. Wolfgangseelauf - Salzkammergut Marathon

Den gönn´ ich mir

Der Wolfgangseelauf - Tradition und voll im Trend
von Constanze & Walter Wagner 

Der 47. Internationale Lauf rund um den Wolfgangsee ist Österreichs größter Erlebnis- und Landschaftslauf. Am Ende der Saison bietet er die Gelegenheit zum Rückblick auf die Leichtathletik-Europameisterschaft in Berlin. Dort gelang Österreichs Marathonläufern mit dem Gewinn der Bronzemedaille die Sensation. Obendrein hatte das Männerteam die deutschsprachigen Nachbarländer distanziert. Schweiz wurde Vierter und Deutschland Siebter. Dass dieser Erfolg dem Laufsport im ganzen Land einen Schub gab, ist leicht nachvollziehbar. Ob sich mancher sogleich beim Wolfgangseelauf angemeldet hatte, aber beim Training spürte, es reicht noch nicht um den See?

Dies könnte die hohe Einbuße von 6059 Angemeldeten zu 5168 Finishern erklären. Denn lediglich 24 der bei allen Distanzen gestarteten Läuferinnen und Läufern fehlen in der Zielerfassung. Eine Erklärung könnte auch die Wetterprognose liefern und tatsächlich tröpfelte es hie und da morgens am See, den sich die Bundesländer Oberösterreich und Salzburg teilen. Doch die gastgebende Tourismusregion Salzkammergut enttäuschte all jene nicht, die sich hinter einem der Startbanner des Traditionslaufs aufstellten, und präsentierte ideale und vor allem trockene Laufbedingungen.

Bunte Vielfalt beim Internationalen Wolfgangseelauf. Alle, die das Ziel erreichen, vom Junior- bis zum Marathonteilnehmer, erhalten eine farblich von Distanz zu Distanz unterschiedlich gestaltete Finisher-Medaille. Das Wolfganger Laufpaar ist dabei auf den symbolisierten Wellen des Wolfgangsees in Aktion
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

Bezahlt waren die teils früh vergriffenen Startnummern. Vielleicht erklärt zum Teil die Sorge um einen Startplatz den Schwund. Und doch ist jeder Veranstalter letzten Endes froh, wenn die Vernunft siegt und die Startnummer wegen mangelnder Fitness oder Erkrankung gar nicht zum Einsatz kommt. Bei unsicherer körperlicher Verfassung wird zum Besuch des eingerichteten Medical Centers geraten, wo eine medizinische Untersuchung unnötige Risiken ausschließen kann. Schon am Start hatte sich ein Teilnehmender nicht wohlgefühlt, der nach halber Strecke die Rettungssanitäter beanspruchte: der Kreislauf. Diesmal ging es gut aus!

Bleiben wir bei den Zahlen: 5168 Finisher, inklusive des Junior-Marathon (301) am Samstag, bedeutete wieder eine kolossale Steigerung gegenüber dem Vorjahr um satte 12 Prozent. Die Organisation um Franz Sperrer, vielgelobter Nachfolger des Erfinders und Leiters der ersten 40 Austragungen Franz Zimmermann, ist um Ideen bisher nicht verlegen gewesen, die Gesamtteilnehmerzahl weiter zu erhöhen. Natürlicher Begrenzung begegnete er in den sieben Jahren mit erweitertem Streckenangebot, der Einführung des Salzkammergut-Marathon, und optimierten Abläufen.

Im Hinblick auf die 50. Austragung, bei der man mit einem besonderen Ansturm rechnen kann, gibt es schon Lösungsvorschläge, die aber nicht ernst gemeint sind. So etwa die Umkehr der Laufrichtung. Damit käme die limitierende Falkensteinüberquerung erst am Ende des Klassikers. Man könnte in der herrlichen Landschaft noch eine Trail-Variante hinzunehmen oder zum Start des Marathons in Bad Ischl noch von entfernterer Location zu einem Ultramarathon starten, vielleicht von Salzburg aus? Da bliebe man locker inklusive Seeumrundung unter 100 Kilometern.

Läufer-Ehrungen langjähriger Teilnehmer beim "Griaß Eich". Wer 10, 20 oder 30 Mal dabei war, erhält eine Auszeichnung durch Bürgermeister Franz Eisl, Fritz Dachs (Geschäftsführer vom Sponsor Raiffeisenbank Inneres Salzkammergut) Gesamtleiter Franz Sperrer und Kurdirektor Hans Wieser Gesamtleiter Franz Sperrer präsentiert die von der Firma Schwertner in Graz gestalteteten Medaillen. Kurdirektor Hans Wieser im Gespräch mit Geschäftsführer Christian Waldherr (mitte), dessen Firma auch schon beim Jungfrau Marathon die Finisher mit einer Medaille "Made in Austria" beglückte

Es blieben andere Nadelöhre. Die Bettenkapazität in der Touristenhochburg ist bereits jetzt praktisch ausgebucht. Die Anfahrt ins beschauliche St. Wolfgang fordert Geduld und ist dadurch erschwert, dass nur eine Landstraße hinführt. Durchgangsverkehr lässt der sich vom See heraus auftürmende Falkenstein nicht zu. Der Parkplatznot begegnet man mit diversen Schiffstransfers zu den einzelnen Startorten und zurück. 2018 kam dem Wolfgangseelauf zugute, dass aufgrund von Gleisbetterneuerungen der Betrieb der Schafbergbahn eingestellt ist, weshalb es wohl weniger Touristen nach St. Wolfgang zieht.

Es wird in Zukunft noch ratsamer sein, sich früh den Startplatz zu sichern, denn die 47. Austragung war wieder die reine Eigenwerbung. Das jüngste Kind, der Salzkammergut-Marathon, ist mit seinem Anlaufstück an den Wolfgangsee und der folgenden Seeumrunden zwar nach Aussage von Teilnehmern noch schöner, doch deutet die um 200 liegende Finisherzahl auf den limitierenden Faktor. Es sind die kürzeren Distanzen, die dem 27-km-Klassiker den 1. Rang streitig machen.

Und tatsächlich liegt die Finisherzahl des 10 km Uferlaufs von Gschwendt nach St. Wolfgang mit 1851 erstmals um 8 über der des 27 km Laufs.

Der 5,2 km Panoramalauf von Strobl und seeseitig um den Bürgelstein nach St. Wolfgang hat mit 954 Finishern in einem Jahr um 45 Prozent zugelegt. Der ursprünglich als Frauenlauf gedachte Panoramalauf wurde erstmals 2005 angeboten und zählte bei der Premiere 43 Zieleinläufe.

Das Ehepaar Stefanie & Jürgen Pörschmann aus Leipzig hat schon 20mal teilgenommen, davon einmal Jürgen am Marathon. Das Rennsteiglauf-erfahrene Paar (sie 28x, er 38x) kommt seit 1993 an den Wolfgangsee, anfangs zu Silvester, seitdem zum Wandern im Sommer und Laufen im Herbst beim Wolfgangseelauf. Nach 3:14:22 und 3:33:34 werden sie bei ihrer 21. Teilnahme das Ziel erreichen Kurdirektor Hans Wieser im Gespräch mit Alois Leitner, der 25x dabei ist. Das 27km Ziel errreicht er diesmal nach 2:13:57 als 11. der M55 Der USC Abersee ist mit seinen zahlreichen Helfern Unterstützer des Wolfgangseelaufs. Der 25malige Teilnehmer Thomas Haas (mitte), der dieses Jahr das Race Across America, ein ultralanges Radrennen von der Westküste der USA zur Ostküste finishte, lief in 2:21:29 nach 27 km ins Ziel. Neben ihm Obmann Norbert Leimer (li.) und Sigmund Rieger, der dieses Mal nicht mitläuft, aber als Helfer fungiert und dessen Familie mit dem Primushäusl eine urige Destillerie am Wolfgangsee betreibt Der Gehörlose Andreas Winter und seine Dolmetscherin und Ehefrau Romana sind immer gemeinsam unterwegs. Schon mehrmals waren sie beim Wolfgangseelauf dabei, diesmal nehmen sie den 10km Uferlauf unter ihre Füße

Es sind nicht nur die verschiedenen Startorte die einen zahlenmäßig so großen Lauf zulassen, dazu verteilen Blockstarts die Masse besser auf die Strecke. Also nochmals die Frage, gibt es überhaupt noch Wachstumspotential ohne dass die hohe Qualität leidet? St. Gilgen fehlt als Startort und ist zudem per Schiff erreichbar. Startete man etwa an der Anlegestelle in Fürberg könnte es bis St. Wolfgang ziemlich genau auf einen Halbmarathon herauslaufen. Diese Distanz könnte auch durch eine Ortsrunde erreicht werden, startete man an der Schiffstation St. Gilgen.

Genug des Spaßes, einem Veranstalter, der sein Handwerk versteht, ungefragt Tipps zu geben, die ihm nicht neu sein werden. Und mit Menschenmassen verstehen die Bewohner am See umzugehen, wenngleich Spitzenwerte von 1,3 Millionen Nächtigungen ein paar Jahrzehnte zurückliegen. Um 976 suchte der heilige Wolfgang an der spätere Laufstrecke Zuflucht und Legenden um Wunderheilungen führten zu seiner Heiligsprechung. St. Wolfgang wurde Pilgerstätte und man verstand es im 15. und 16. Jahrhundert zu den hervorragendsten seiner Art zu zählen. Es folgte die Kaiserresidenz unweit in Bad Ischl, die Seeschifffahrt auf dem 13,5 Quadratkilometer großen Wolfgangsee sowie 1893 die Inbetriebnahme der Zahnradbahn auf den Schafberg.

Das im Jahre 1930 in Berlin uraufgeführte Lustspiel "Im weißen Rössl am Wolfgangsee" führte zu einem wahren Touristenboom. Filmgrößen aus aller Welt besuchten St. Wolfgang. Ein Flugverkehr von Berlin nach St. Wolfgang wurde eingerichtet. Wasserflugzeuge landeten direkt vor dem Grand Hotel. Über allem steht unvergänglich die herrliche Landschaft des seenreichen Salzkammerguts.

Unter Anleitung von Moderator Harald Prohaska eröffneten Nachwuchsläufer*innen beim 'Junior-Marathon' das Erlebnis- und Landschaftslauf-Wochenende in Strobl Über 200m für die Jüngsten bis 1200m für die Älteren wird in 16 Rennen getrennt nach Mädchen und Jungen sowie Alter gestartet Thomas Frühewirth fungierte zunächst als Vorausläufer bei den 8 Läufen über 200 bis 400m. Bei den folgenden 800 und 1200m Rennen navigierte er dann auf dem Fahrrad über die 2 bzw. 3 Runden - der sportlicher Leiter Gisbert Rabeder zeigte sich zufrieden mit der Führungsaufgabe des jungen Nachwuchsathleten vom WSV Strobel

Foto-Impressionen von den Nachwuchsläufen beim 'Junior-Marathon' im LaufReport HIER

Während der Heilige Wolfgang auf die Idee kam, ein Beil vom Falkenstein zu schleudern und am Landeplatz eine Kirche zu errichten, waren Hans Breidbach-Bernau und Franz Zimmermann die Gründerväter des Klassikers um den Wolfgangsee. 1991 trafen sie sich zum Test, mussten aber wegen eines aufziehenden Gewitters abbrechen. Im Jahr darauf folgte die Premiere mit 11 Finishern, allen voran Franz Zimmermann. Diesem gelang es, dass aus dem Abenteuer ein international angesehener und beachteter Laufevent erwuchs. Nachfolger Franz Sperrer gebührt das Verdienst, einen solchen Lauf im fünften Jahrzehnt von Rekord zu Rekord zu führen, weit entfernt von jedem Gedanken, diesen nach 50. Austragungen einzustellen.

Die Rennen

5,2 km Panoramalauf

Die kurze Distanz verfügt mit der seeseitigen Umrundung des Bürglsteins über einen herausragenden Streckenabschnitt, der allen anderen Läufen entgeht. Nach dem Start an der Promenade wird der Seeort bald verlassen und es geht nach der Querung der Ischl, dem Abfluss des Sees, links weiter, direkt am Seeufer lang. Doch lässt der Bürgl stellenweise gar keinen Raum für einen Weg, ragt steil auf und dient als Kletterrevier. Erst Holzstege haben diesen fantastischen Rundweg ermöglicht. Die herrlichen Aussichten über den See freilich werden Wettrenner kaum genießen können, denn der Weg ist teils ruppig und verlangt für manche überraschend einige Höhenmeter ab.

Die Freundinnen Anna Raab, Magdalena Starlinger und Melanie Huemer aus Grieskirchen freuen sich auf ihre Erstteilnahme am 5,2 km langen Panoramalauf Der Panoramalauf ist beliebt als Familienlauf. Die Brüder Tobias (links) und Daniel Rattinger (kurz vor dem Start mit Laufkollege Johannes Nussbaumer in der Mitte) starten gemeinsam mit Schwester Katharina und Papa Helmut (der die M55 gewinnen wird) Erwin Fladerer (re), Herausgeber der Bayerischen Laufzeitung, und sein Bruder Bernhard nehmen beim Einlaufen kurz Platz auf einer der Erholungsbänke rund um den Wolfgangsee, hier am Bürglstein. Gemeinsam mit dem 3. Fladerer, Wilfried, genossen sie den Panoramalauf 35 Minuten lang

Das aber wussten die Führenden, der in der ersten Gruppe gestarteten Sieganwärter. Vorjahressieger Tobias Rattinger vom LAC Amateure Streyr, 21 Jahre, und sein Bruder Daniel, erst 18 Jahre und im Vorjahr Vierter. Michael Föttinger, ebenfalls 21 Jahre und vom ortsansässigen WSV Strobl war 2017 Dritter. Genannt werden muss Jürgen Aigner, mit Jahrgang 1990 schon etwas betagter, aber Streckenrekordhalter seit seinem Sieg 2016. Auch Katharina Rattinger sei dabei, wussten die Tobias und Daniel zu berichten, die 22jährige Schwester laufe aber im Mittelfeld. Die Triathletin Lena Baumgartner hatte andere Ziele, immerhin ist Schwester Anna Streckenrekordhalterin. Irmi Kubicka siegte 2013 und 2014 für das erfolgsverwöhnte Team Honeder Naturbackstube und man musste sie über die Altersklasse W55 hinaus auf der Favoritenliste haben.

Es wurde ein gar schnelles Rennen, das mit einem neuen Rekord bei den Männern endete. Jürgen Aigner von der LAG Genböckhaus Ried verbesserte seinen eigenen Rekord von 17:02 min auf 16:38 min netto (brutto 16:39). Damit konnte er seinen vierten Sieg am Wolfgangseelauf feiern, denn 2015 und 2017 führt er die 10 km Liste an. Er distanzierte Vorjahressieger Tobias Rattinger, der sich in seinem Sog um 14 Sekunden auf 17:09 min steigerte, 2018 persönliche Bestzeiten auch über 800 m (1:57,22) und 1500 m (3:58,88) lief. Dritter wurde in 17:30 min Johannes Nussbaumer für Salomon Running Austria, der damit die U20-Wertung vor den ein Jahr jüngeren Daniel Rattinger (18:09) und Joseph-Alexander Wergles (18:12 - Union Salzburg) gewann. Dazwischen schob sich Philipp Gintenstorfer (ULC Sparkasse Langenlois), Gesamtvierter in 18:03 min.

Zu viert wachte die Bergrettung am Bürglstein Panoramaweg, auf dem das wild-romantische 5,2 km lange Rennen teilweise verläuft und dessen Pfade um den Felsen des Bürglsteins seeseitig nach St. Wolfgang herum führen

Erstaunliche Altersklassenerfolge sowohl noch jüngerer als auch älterer Läufer sind auf dieser Mittelstrecke nicht ungewöhnlich. Und was bei den Herren stimmt, übertrumpften die Damen. Erst 17 ist Lena Baumgartner, die am Olympiazentrum in Linz trainiert und zur Schule geht. Zum reinen Laufen wechseln will sie aber nicht, ist dem Triathlon mehr zugeneigt, genauer der Sprintdistanz. Daran ändert auch ihr Sieg in 20:11 min für die Sportunion IGLA Long Life nichts. Zwillingsschwester Anna stellte 2014 in 19:18 min den Rekord der Deutschen Julia Lettl aus dem Jahr 2010 ein. Andrea Oberbichler wurde für die Union Raika Lienz auf dem zweiten Rang im Ziel nach 20:48 min erfasst und siegte in der Klasse W35. Sie hatte sich schon 2008 und 2009 in der Chronik als 10 km Uferlauf-Siegerin verewigt. Bereits 58 Jahre alt ist Irmi Kubicka, die 2012 und 2013 noch mit Zeiten unter 20 Minuten siegte und im Vorjahr in 20:32 min nochmals gewinnen konnte. 2018 rangiert sie als W55-Siegerin auf Platz 3 bei den Frauen in 21:09 min. Marid Gasser aus Traun folgte als Schnellster der W40 in 22:14 min.

Die schnellsten drei Panoramaläufer kurz nach dem Start bereits vorn. Jürgen Aigner (5907) gewinnt vor Tobias Rattinger (rechts in Blau) und Johannes Nussbaumer (6828) Triathletin Lena Baumgartner siegt bei den Frauen über 5,2 km Mit Elisabeth Fuchs (Sonnenbrille) mischte sich auch eine Österreichische Biathlonmeisterin (Schüler-Sprint+Staffel ) ins Panoramalauffeld, sie wird 3. der U16

Hervorstechend die Leistung der 11jährigen Carla Pilic, die mit 23:15 min die WU16 dominierte. Gerechnet hätte man da auch mit Elisabeth Fuchs vom Skilanglauf-Jugendnationalteam und Staatsmeisterin bei den Schülern im Biathlon (Einzel und Staffel). Doch beim artfremden Sportausflug lief es heuer einfach nicht. Als U16-Dritte reichte es aber aufs Podium bei der Siegerehrung im Pacherhaus.

10 km Uferlauf

Eine Besonderheit hatte man aufgegeben, der gleichzeitig erfolgende Start in St. Wolfgang, Strobl und Gschwendt. Schon immer vorgezogen laufen an der Trinkhalle im königlichen Bad Ischl die Marathonteilnehmenden los. Nun verschob man den ersten Start in Gschwendt um vier Minuten nach hinten und hatte damit die entscheidend größere Lücke für Panoramaläufer geschaffen. Denn auch das letzte Startfeld sollte links abgebogen sein, bevor die heranstürmenden Cracks des Zehners nach der Ischl-Brücke den Bürglstein landseitig umrunden. Dahinter finden die Strecken zwar wieder auf gleicher Strecke ihr Finale, aber eben mit entsprechend mehr Platz.

In Gschwendt ein ähnliches Prozedere. Die Aufstellung in Blocks, um ideale Startpositionen für alle zu erreichen. Die Nettozeitmessung des Dienstleisters Pentek, erstmals wurde mit einem in der Startnummer befindlichen Chip gelaufen, sorgte für die richtige Einsortierung auch in späteren Startblocks losgelaufener Teilnehmer*innen. Dennoch ziehen wir für die Berichterstattung im LaufReport Bruttozeiten heran, wie es im Regelwerk vorgesehen ist.

Kaum ist der letzte Panoramaläufer am Bürglstein entschwunden, erreichen die ersten 10 km Uferläufer Strobl. Christian Guttenbrunner (4549) gewinnt vor Hans Wieser (6684) und Daniel Rohringer (4951). Olympiateilnehmer und Marathon Staatstrainer Günther Weidlinger (4464) gewinnt als 4. die M40 Alfred Staudinger beim Durchlauf in Strobl vor M50-Sieger Christian Summereder (3597). David Zechleitner (4046) wird 15. und trägt damit zum Sieg des SV-Wolfexpress in der Männerteamwertung bei

Wer alles in Gschwendt startete, dass wusste der Moderator in Strobl nicht. Die Frage, ob der nun mit einer bronzenen Europameisterschaftsmedaille ausgestattete Favorit Peter Herzog dabei war, blieb im Bereich der Spekulation. Einen Angriff auf seinen Streckenrekord von 2016, wo er nach 30:44 min siegte, konnte man abhaken, denn dass er sich nicht fit fühlte, war bekannt. Die Teilnahme ganz spontan, ließ er aber offen. Ein weitaus bekannterer Österreicher, der hatte sich für die Teilnahme am Uferlauf entschieden, war auch schon den 27km-Klassiker gelaufen. "Aber nie in meiner aktiven Zeit und das bedauere ich im Nachhinein", so Günther Weidlinger.

Auf eine mit Erfolgen kaum zu überschauende Karriere kann der heute 40jährige Weidlinger zurückblicken. Vom Europameister in der Jugend, über Olympiateilnahmen auf seiner Hausstrecke, den 3000m Hindernis, und auch mal über 5000 m. Einen nationalen Marathonrekord lief er in Frankfurt in 2:10 h, überhaupt sammelte er Staatsmeistertitel wie es Deutschland in ähnlichem Umfang nur Dieter Baumann oder Sabrina Mockenhaupt geschafft hatten. Dabei ist er ein Athlet ohne Starallüren. Dass der ÖLV mit ihm einen Marathon-Staatstrainer gewinnen konnte, dem die erzielte Europameisterschaftsmedaille so manche Pforte öffnen wird, dazu muss man ohne Neid gratulieren. "Unser Verband hat erkannt, dass man was für Marathon machen muss", so Weidlinger mit Hinweis auf die neuen internationalen Qualifikationskriterien.

Die 10-km-Uferläufer durchlaufen Strobl mit Blick quer über den See nach St. Wolfgang. Nach dem Start in Gschwendt haben sie hier noch ca. 5 km bis ins Ziel in St. Wolfgang vor sich

Am Wolfgangsee wollte er den Zehner ohne Druck mitrollen. Das ist für ihn schon beinahe normal und wird ja auch von anderen einstigen Heroen so praktiziert. Ihn im Feld ausfindig zu machen, erwies sich als schwierig. Ob er sich in einer von Brems- und Zugläufern geführten Gruppe eingereiht hatte. Oder gar erst im zweiten Block gestartet war. Man kenne ihn aus dem Fernsehen, so Zuschauer am Streckenrand, aber gesehen habe man ihn bis jetzt noch nicht. Dieter Baumann hätte hinterher geschwäbelt, ich hatte Lus(ch)t zu laufen. Günther Weidlingers Fazit: Es lief super. Und tatsächlich lag er bei halber Strecke noch in der Führungsgruppe und finishte für Linz Donau Marathon auf Rang vier nach 34:35 min als M40-Sieger.

12 Lenze weniger hatte der vor ihm einlaufende Daniel Rohringer in seinem Lebenslauf und mit 34:31 min eine internationale Größe distanziert zu haben, das ist doch sicher erhebend, selbst wenn eine Vermutung bleibt, dass es ein Geschenk gewesen sein könnte. Hans Wieser aus Schladming, mit Jahrgang 1993 weitere drei Jahre jünger, hatte sich dagegen etwas abgesetzt, musste sich in 34:15 min aber mit dem zweiten Platz begnügen. Was ihm Christian Guttenbrunner aber nicht nehmen konnte, war der M20-Sieg und die Besonderheit der Namensgleiche mit dem Kurdirektor der Wolfgangsee Tourismus Gesellschaft und langjähriger Zielmoderator. Für Christian Guttenbrunner vom LC Sicking war jedenfalls nach 34:07 min die Ernte erfolgreich eingefahren, denn mehr als Platz 1 war für den M30er nicht zu holen und schneller war an diesem Tag bei besten Bedingungen auch nicht gefordert.

Bernadette Schuster von der Honeder Naturbackstube ist zum 8. Mal schnellste Frau beim 10-km-Uferlauf und baut damit die Führung in der Frauen-Teamwertung aus Zweite Frau wird Christina Traxler aus Freistadt Mit Michaela Gradl folgt eine weitere Österreicherin auf Platz Drei Der 4. Rang geht an die Deutsche Daniela Kammermeier vom SC Ainring

Alles andere wäre eine Sensation gewesen, doch die ließ Bernadette Schuster bei ihrer achten Teilnahme über 10 km nicht zu und rettete ihre weiße Weste in 36:44 min souverän ins Ziel. Nur die Deutsche Eva Trost hat den Lauf schneller absolviert, bei ihrem Streckenrekord 2005 in 35:59 min. Im Jahr 2009 lief Bernadette Schuster über 5,2 km ebenfalls einen neuen Rekord, doch der hielt nur eine Saison. Mit Jahrgang 1981 startet sie in der W35 und allein der Vorsprung auf die Zweitplatzierte deutet an, dass sich die Serie noch einige Jahre fortsetzen kann. Christina Traxler (TriPower Wimberger Haus Freistadt), W20-Siegerin und Zweite der Frauen in 40:33 min hatte ihrerseits ein kleines Polster auf die Dritte herausgelaufen. Michaela Gradl (Steeltown Spartans) vom gleichen Jahrgang komplettierte in 41:05 min das Podium.

An der Franzosenschanze droht am anderen Ufer der längst überwundene Falkenstein

Hosea Tuei verzockte den 10. Sieg beim Klassiker

Begeistert war Gesamtleiter Franz Sperrer nicht, dass Mr. Wolfgangsee, Hosea Tuei nur eine Woche vor dem Wolfgangseelauf den Zagreb Marathon in 2:17:08 h gewonnen hatte. "Das kann er noch nicht verdaut haben", war seine entsprechende Erwartung. Hosea Tuei dagegen war am Begrüßungsabend zuversichtlich: "Ich werde gewinnen." Eindeutig in die Favoritenrolle schlüpfte der 23jährige Samuel Ndungu Mwangi mit einem Halbmarathonlauf beim Wachau Marathon in 60:42 min. Der hatte zudem mit Charles-Juma Ndiema einen Teamkameraden, der ihn unterstützen konnte. Beide laufen für das Österreichische run2gether Team.

Trail-Lauf im Naturschutzgebiet Wolfgangsee-Blinklingmoos, wo einst die Salzkammergut Lokalbahn fuhr. Vom Naturschutzgebiet Wolfgangsee-Blinklingmoos aus sind es noch 9 km bis zum Ziel in St. Wolfgang auf der anderen Seeseite

Mit Evans Kipngetich und Mathew Kosgei waren weitere Kenianer in der Spitzengruppe, die für das Team des Ungarn Zsolt Benedek starten, der im Jahr 2000 den Wolfgangseelauf selbst gewonnen hatte. Das gegenüber von St. Wolfgang liegende Naturschutgebiet Blinklingmoos passierte der Kenia-Express noch auf Tuchfühlung. Lediglich Kosgei war aus der zum Quartett geschrumpften Führungsgruppe herausgefallen. Noch blieben fast zehn Kilometer um die Entscheidungen herbeizuführen. Und Hosea Tuei machte einen erstaunlich guten Eindruck. Dann, so seine Erklärung, trat er unglücklich auf einen Stein, und musste die drei anderen ziehen lassen, wurde Vierter in 1:31:57 h. Ungewohnt, hatte er doch seit 2008 lediglich einmal mit dem zweiten Platz Vorlieb nehmen müssen (2014), sonst immer gewonnen.

Weiter geht es Richtung St. Wolfgang für die schnellste Österreicherin Andrea Springer (6.) ...und vorbei am Pilznerhof, dessen Geschichte bis ins 14 Jahrhundert reicht und auf dessen Grundstück eine 1852 errichtete Wallfahrtskapelle steht. Wackelfreie Fotos auf wippender Ruhebank schießt die Fotografin Margot Duwe

Die gute Laune, die Charles-Juma Ndiema ständig verbreitete, beflügelten den am Freitag erstmals zu einem Start in Europa aufgebrochenen 25jährigen Kenianer aus Kiambogo, wo sich ein von run2gether unterstütztes Schulprojekt befindet. Trainiert hat er auch in den Laufhochburgen Eldoret und Iten. Er sei ein Rohdiamant, so das Urteil seines Athletenbetreuers. Als Bestzeiten gab er 8:56 min über 3000m Hindernis an und 30 Minuten glatt über 10.000 m. Immerhin stimme das Verhältnis, so Günther Weidlinger und wenn er die Zeiten in der Höhe gelaufen ist, muss man sie noch relativieren. Das könnte auch erklären, weshalb er einfach Spaß hatte am Laufen im sauerstoffreichen Salzkammergut. Nach 1:28:19 h war sein Sieg unter Dach und Fach. "Ich komme wieder und laufe Streckenrekord", verabschiedete sich der bisher unbekannte Sieger. Da auch der 32jährige Hosea Tuei, Streckenrekordhalter in 1:26:10 h Gewinnabsichten hegt, könnte 2019 ein heißer Ritt über den Falkenstein anstehen. Etwas geknickt wirkte der 23jährige Samuel Ndungu Mwangi über seinen zweiten Platz in 1:28:23 h. Er war vielleicht am meisten über die Stärke des Siegers überrascht.

Der Kenia -Expess erreicht noch geschlossen Kilometer 18 im Naturschutzgebiet Wolfgangsee-Blinklingmoos. Vorne Samuel-Ndungu Mwangi, der 2. werden wird, mit der Nummer 1 der 9-fache Sieger Hosea Tuei (diesmal Platz 4), Evans Kipngetich (3.) und am Ende der Sieger Charles-Juma Ndiema Etwas abgeschlagen folgt mit Mathew Kosgei ein weiterer Kenianer auf Rang 5 6. und schnellster M40er und bester Österreicher wird Robert Gruber. Zudem gewinnt er mit seiner Mixedstaffel "The Speed Runners" die Teamwertung gesamt

Noch vor dem schnellsten Österreicher kam Mathew Kosgei in 1:32:28 h auf den fünften Rang. Für Robert Gruber war der sechste Rang in 1:37:32 h rundum zufriedenstellend, der obendrein für das Bjaks Running Team Austria den M40-Sieg holte. Vom 5.-7. Oktober nahm er an der 3tägigen Tour de Tirol mit dem Kaisermarathon teil und siegte bei der 13. Austragung als erster Österreicher. Etwas gehadert hatte er mit der Teilnahme schon, denn es waren auch Staatsmeisterschaften im Marathon in Bregenz. Mit seinem Erfolg war für ihn klar, er hatte die richtige Entscheidung getroffen. Bei der Staatsmeisterschaft im Halbmarathon eine Woche vor dem Wolfgangseelauf wurde er M40-Meister. Trainiert wird auf dem Mountainbike, somit kann er keine Trainingsumfänge angeben. Dass er beim Trailrunning Festival in einer Woche in Salzburg wieder starten wird, ist für ihn nicht ungewöhnlich. Im Winter ist er Skitourengeher, neu hat er für sich das Klettern entdeckt. Am Wolfgangseelauf ist er seit 2010 dabei. Er hat eine Marathonbestzeit von 2:24:50 h, gelaufen in Salzburg.

Die Frauensiegerin Ruth-Nundu Mbatha kommt ebenfalls aus Kenia Auf Platz 2 läuft ihre Landsfrau Hellen-Jepkosgei Kimutai Die Deutsche Thea Heim von der LG Telis Finanz Regensburg wird 3.

Erfolgreicher war das Benedek-Team bei den Frauen, stellte mit der Kenianerin Ruth-Nundu Mbatha eine überlegene Siegerin in 1:49:39 h. Ihre Landsfrau Hellen Jepkosgei Kimutai folgte in 1:52:19 h auf Rang 2 und war Beste der W35. Ihr folgte lange Regina Högl, Dritte der Deutschen Marathonmeisterschaft, von der LG Region Landshut, doch Thea Heim von der LG Telis Finanz Regensburg war auf Sichtweite im Blinklingmoos und lief auf den verbleibenden Kilometern vor und wurde in 1:52:38 h Dritte. Regina Högl wurde in 1:54:48 Vierte und Dritte der W20. Susanne Hafner von der TG Viktoria Augsburg komplettierte dahinter in 1:58:31 als W30-Siegerin das aus deutscher Sicht sehr gute Resultat. Als Sechste dann mit Andrea Springer die beste Österreicherin, in 1:58:48 h, zudem Klassensiegerin der W40. Hervorragende Ergebnisse der Frauen, untermauert durch den siebten Rang der Vorjahressiegerin Tereza Zuzánkova aus Tschechien in 2:00:59 h, die 2017 als einzige unter zwei Stunden geblieben war.

Schnellster Deutscher auf der 27 km Strecke wird Swen Lorenz von der SG Neukirchen Erzgebirge mit Platz 16 Regina Högl von der LG Region Landshut läuft auf Rang 4 bei den Frauen Mit Susanne Hafner (TG Viktoria Augsburg) läuft eine weitere Deutsche auf den 5. Rang

Salzkammergut-Marathon: Rund um den See nach Anlauf

Seriensiege, die sind am Wolfgangsee anscheinend besonders beliebt, - und endet eine, auch gut. Der fünffache Sieger Andreas Pfandlbauer war wieder angetreten und peilte seinen sechsten Erfolg an. Dagegen hatte Marco Bscheidl von der LG Passau einiges zu setzen, doch bekam er Probleme, wohl mit der Hüfte. Zwar ist die Teilnahme gedeckelt, denn die Felder vermischen sich auf dem Seerund und sollen sich nicht behindern, aber so richtig explodierte die Nachfrage für den Marathon, der aufgrund der Entfernung von Start und Ziel nicht bestzeitentauglich ist, dann eben doch nicht. Um die 200 lauten die Finisherzahlen, haben mit 151 im dritten Jahr den Tiefpunkt erreicht und mit 227 im Jahr 2015 den Höchststand.

Andreas Pfandlbauer (DeBettinSparkasseSalzkammergut) siegt zum 6. Mal beim Salzkammergut Marathon Marco Bscheidl von der LG Passau folgt auf Rang 2 Dominik Egger folgt als 3. und läuft wie der Sieger für DeBettinSparkasseSalzkammergut

Nun feierte man 219 Finisher in St. Wolfgang und der erste war nach 2:46:34 h Andreas Pfandlbauer, der Bad Ischler Lokalmatador. Lächerliche sechs Sekunden fehlten zum eigenen Streckenrekord. Pfandlbauer (M40) räumte ein, dass ein hohes Anfangstempo diesen Lauf besonders hart gemacht hat. Bei optimaler Renneinteilung hätte es also einen weiteren Streckenrekord geben können. Marco Bscheidl (M30) wurde in 2:51:14 Zweiter. Wie im Vorjahr kam Dominik Egger (Gosau - M20), der wie der Sieger für DeBettin Sparkasse Salzkammergut lief, auf den dritten Rang, benötigte 2:55:42. Das gute Gesamtergebnis untermauerte Dieter Hassler (M30) aus St. Radegund als Vierter in 2:58:22 h.

Monika Winkler siegt bei ihrer Salzkammergut Marathon Erstteilnahme, letztes Jahr wurde sie als beste Österreicherin 4. Frau beim 27km Klassiker Die Siegerin der ersten beiden Salzkammergut-Marathons Alexandra Heiml wird bei der 8. Auflage wie 2017 Zweite

Mit 43 Jahren darf die Freude über einen Marathonsieg besonders groß sein. Monika Winkler aus Freistadt beendete nach 3:24:26 h ihren Erfolg mit einem Luftsprung. Und was man im Organisationsteam gern hören wird, sie kennt alle Distanzen, hat sich den Panoramalauf bei einer Teilnahme angesehen, ebenso den Uferlauf, beim Klassiker war sie 2017 Vierte und schon dreimal beste Österreicherin. Nun wollte sie also den Salzkammergut-Marathon kennen lernen und stellte fest: "Das ist der Schönste!" Bis zum Falkenstein führte Alexandra Heiml, dann ging Monika Winkler, TriPower Wimberger Haus, an ihr vorbei.

Zielschuss ins tosende Publikumsmeer

Alexandra Heiml vom Eigner Express ist vom gleichen Jahrgang, siegte bei den beiden ersten Austragungen und war im Vorjahr ebenfalls Zweite, denn diesen Platz hielt sie in 3:33:48 h bis ins Ziel. "Es war für mich Bestzeit. Obwohl ich zu warm angezogen war. Es war ansonsten tolles Wetter zum Marathonlaufen." Mit Ausnahme 2016 ist sie alle Salzkammergut-Marathons mitgelaufen.

Von der "Kanzel" am Pilgerbrunnen vor der Wallfahrtskirche St. Wolfgang begrüßt Kurdirektor Hans Wieser als Zielmoderator die erfolgreichen Läuferinnen und Läufer des Wolfgangseelauf. Matthias Binder neben ihm sorgte für die passende Beschallung. Den Heiligen Wolfgang bringt das nicht aus der Fassung. Der Wundermacher löste selbst Massenaufkommen aus und ist allgegenwärtig

Für Anne Staves aus Bonn, für die LG Trampeltier laufend, war es der erste Besuch des Wolfgangsees. Letzte Woche lief sie den Schwarzwald Marathon in 3:28 h, machte eine Woche Urlaub in Südtirol, kämpfte sich mit dem Wohnmobil über den Großklockner an den Wolfgangsee und versüßte das Urlaubsende mit Rang drei in 3:36:06 h und dem Sieg in der W50. "Mit der Rampe hatte ich nicht gerechnet", damit meinte sie den Falkenstein, "bergab, das kann ich nicht. Alle gingen an mir vorbei. Aber trotzdem, ein wunderschöner Landschaftslauf, am See entlang, perfekt", so die Läuferin vom Rhein, die gesteht, dass ihr das viel mehr Spaß macht als in der Stadt zu laufen.

Ein knappes Rennen um Rang 3 lieferten sich die Deutsche Anne Staves und die Österreicherin Doris Spreitzer (2792), das zugunsten der W50-Siegerin Anne Staves ausging, Doris Spreitzer konnte sich über einen 3. Podiumsplatz in der W40 freuen Für alle Disziplinen gab es eine Schnellsiegerehrung vor dem Rathaus mit Bürgermeister Franz Eisl (links) und Gesamtleiter Franz Sperrer. Hier die Salzkammergut Marathon Siegerinnen mit der Nr. 1 Monika Winkler (AUT), der 2. Alexandra Heiml (AUT) und der 3. Anne Staves (GER) Alexandra Heiml ist nun bis auf 2016 alle Salzkammergut-Marathons gelaufen. Ihr Freund Gerhard Eigner freut sich nach seiner 20. Teilnahme am Wolfgangsee, davon lief er alle 8 Marathons, schon auf die Jubilare-Ehrung 2019

Doris Spreitzer aus Ried und für die LG Innviertel startend war ein wenig mit sich am Zaudern, denn Anne Staves hatte sie nie gesehen. Der geringe Rückstand der Vierten in 3:36:17 h lässt vermuten, dass es einen Angriff gelohnt hätte, ja wenn sie um den Abstand zur Dritten gewusst hätte. Zur Siegerehrung durfte sie als Dritte der W40 aber dennoch. Drei vier Mal lief sie den 27 km Lauf, jetzt erstmals den Marathon.

Die Super Sonderwertung Team-Marathon

66 Teams schafften die Anforderung, je einen Teilnehmer über 5,2 km, 10 km und 27 km ins Ziel zu bringen, was im Vorjahr immerhin noch 75 Teams gelang. Das Mixed-Team mit dem 10 km Sieger Christian Guttenbrunner, Robert Gruber beim Klassiker und Lisa-Marie Wölflingseder auf der Panoramastrecke war in 2:34:25 h tagesschnellstes Team. Das reine Männerteam SV-Wolfexpress war in 2:35:10 h fast gleichauf. 3:01:38 benötigte das Honeder Naturbackstube Dreamteam und war auf Rang 14 schnellstes Frauenteam.

Das berühmte Gasthaus "Im Weissen Rössl" im Rücken, laufen die 3 Marathonis Martin, Manfred und Andreas-Stefan Siegl gemeinsam auf seeblauem Teppich ins Ziel

Zu guter Letzt

Der Frauenanteil am Internationalen Wolfgangseelauf ist mit 43 Prozent beachtlich. Franz Zimmermann hat schon Frauen zugelassen, als es von Verbandsseite dazu keine Genehmigung gab. Eine Parallele zum Schwarzwald Marathon und Beleg, welche Entwicklung der Laufsport genommen hat. Franz Sperrer freute es besonders, dass so lange, so viele Leute im Ziel verweilten. Ein Traum! Seine Zielsetzung bei der Übernahme der Gesamtleitung war die Teilnehmerzahl zu steigern und den Lauf noch internationaler zu machen. Ersteres ist ihm mit einer Verdoppelung genauso gelungen, wie die Steigerung von 24 auf 41 teilnehmenden Nationen. 1984 und 1985 ist er selbst mitgelaufen. Laufinitiator und Premierensieger Franz Zimmermann erinnert sich an seine letzte Seeumrundung im Jahr 1978.

Wie die Medaillen so die Nummern, Marathon rot, 27km Klassiker gelb. Im Ziel wurde die begehrte Siegtrophäe von fleißigen Helfer*innen verteilt, und eine Erstversorgung an der eingepflasterten Start-Ziel Tafel mit der Gravur seit 1972 Rund um den Wolfgangsee. Ein paar Meter um die Ecke konnten Kohlehydratspeicher mit Obst, Brot und weiteren Getränken aufgefüllt werden

"Ich bin überwältigt von den Leistungen, den Teilnehmerzahlen und vor allem von der positiven Stimmung beim diesjährigen Rennwochenende. Ich möchte mich bei allen Mitwirkenden für die Unterstützung und bei den Teilnehmern aus 41 Nationen für die Treue bedanken", zog Gesamtleiter Franz Sperrer ein positives Fazit. Genauso bescheiden hat es sein Vorgänger gehalten. Die freundlichen Helfergruppen sind wertvoller Mosaikstein für den Erfolg. In Strobl betreuten 16 vom Jugendchor Stobl den Verpflegungsstand. Das machten sie nicht zum ersten Mal. Auch Rettungskräfte und Ordnungshüter sind längst Langstreckenlaufspezialisten, wie auch Hans Wieser, der Kurdirektor, der jeden Zieleinlauf ansagt und manchen auch humorvoll moderiert.

Was unternimmt Familie Sams am Wolgangseelauf Wochenende? Rennleiter Christian Sams verfügt mit Ehefrau Gabi, die den 27er einmal selbst gelaufen ist, und Tochter Marie über ein zuverlässiges Schlussradfahrer-Team Begeistert gefeiert wurde bei der Siegerehrung die "Lebenshilfe Ausseerland". Unter Leitung der Betreuerin Andrea Harreiter teilten sich neun Läuferinnen und Läufer die 5,2-km-Strecke bei einem "Integrationslauf"

Ausnahmezustand ist eh in St. Wolfgang und bis zum St. Wolfgangseer Advent bleibt noch ein ganzer Monat zum Luftholen. Dann lockt der Weg über den Falkenstein wie immer Pilger und jene die am Wallfahren ein wenig schnuppern wollen. Zur Falkensteinkapelle kommt man von St. Wolfgang und aus St. Gilgen auf dann beleuchtetem Pilgerpfad. Ja, der 50. Wolfgangseelauf und der Ansturm auf die Startplätze??? Da wäre ja auch eine zusätzliche Nachtlaufvariante denkbar(?).

Der Belgier Bart Vaesen war schon oft dabei, sowohl beim 27 km Lauf (heute nach 2:43:57 im Ziel) als auch beim Wolfgangseer Advent. Heuer plant er erneut vor Ort zu sein wenn die Adventslichter leuchten... und beim Wolfgangseelauf, da steht schon mal der Salzkammergut Marathon in seiner Planung. Davor kommt aber zunächst mit dem Wolfgangseer Advent, der ab Ende November in die Seeorte St. Wolfgang, St. Gilgen und Strobl lädt und der allein bis zu 300.000 Besucher lockt, der nächste Höhepunkt im touristischen Angebot: www.wolfgangseer-advent.at ... dann fährt auch wieder die 124 Jahre alte, und damit weltweit älteste fahrtüchtige Zahnrad-Dampflokomotive auf Österreichs steilster Bahntrasse, von St. Wolfgang auf den 1782 m hohen Schafberg, die heuer aufgrund von Sanierungsarbeiten bis 23. November nicht in Betrieb ist
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Noch zwei Austragungen zum Jubiläum liegen dazwischen und über eins bin ich mir sicher, Franz Sperrer braucht meinen Ideenreichtum nicht. Die Erfolgsgeschichte wird sich mit der Ernsthaftigkeit und der Sorge um jeden Teilnehmer fortsetzen. Ein Frauenrekord beim Klassiker, das wäre so ein Traum von Franz Zimmermann. 1:40:38 lief die Ungarin Helena Barocsi 1990 verfolgt von der Brasilianerin Márcia Narloch in 1:40:46. Beide Zeiten wurden nie mehr annähernd erreicht. Die Zusage von Heiko Schinkitz, Sieger 1991, 1992 und 1993 und auch letzter deutscher Sieger, dann 2021 am Wolfgangsee wieder dabei zu sein, die hat er schon eingeholt. Es werden zur Fülle von Storys und Geschichten, die sich am Wolfgangsee ereignet haben oder der Fantasie geschuldet sind, viele weitere hinzukommen. Neugier geweckt?

Bericht und Fotos von Constanze & Walter Wagner

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Ergebnisse www.wolfgangseelauf.at
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