14.10.18 - 33. PSD Bank Hardtwaldlauf der LSG Karlsruhe

Badens Lauf im Indian Summer

Streckenrekord um 1 Sekunde verbessert

von Hannes Blank

Informationen zum Lauf 2019 - siehe Ankündigung im WO LÄUFT`S WIE?

Intensive Blattverfärbungen im Karlsruher Hardtwald, gepaart mit einer trockenen und warmen Wetterperiode. Die Bezeichnung "Indian Summer" ist zwar eigentlich für den nordamerikanischen Kontinent reserviert, passte aber hervorragend auf die Bedingungen des 33. PSD Bank Hardtwaldlauf der LSG Karlsruhe. Wieder war die LG Region Karlsruhe mit schnellen und schnellsten Läufern und Läuferinnen vertreten. Die flache Strecke mit den vielen Geraden und wenigen Kurven ist zwar nicht sehr abwechslungsreich, fühlt sich aber schnell an. Kaum ist man ab dem Start ein Stück in Richtung Norden durch den Hardtwald gelaufen, geht es auch schon wieder in Richtung Süden, dem Ziel entgegen. In Sichtweite des das Ende anzeigenden Banners geht es in einer großen Kurve auf die letzten 500m - das motiviert.

LSG-Vorsitzender Ohannes Sallak begrüßte zum Start des 33. PSD Bank Hardtwaldlauf der LSG Karlsruhe
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

Neuer Streckenrekord beim 5km-Lauf

Beim Turmberglauf in Karlsruhe-Durlach eine Woche zuvor hatte sie, die dortige Vorjahreszweite, sich noch nicht gezeigt. Nun, beim Hardtwaldlauf der LSG trat sie, die frisch gebackene baden-württembergische Vizemeisterin über 10km, auf der 5km-Strecke im Hardtwald an. Sie hielt dort seit 2016 den Streckenrekord, eine 18:06min: Sarah Hettich von der LG Region Karlsruhe. Im diesen Jahr lief sie offiziell eine 18:05,2 und hat damit um die Winzigkeit einer Sekunde eine neue Bestmarke gesetzt.

Neben dem 10km Lauf wird ein 5km Lauf geboten. Beide Strecken (10 und 5 km) sind exakt vermessen, so dass die gelaufenen Zeiten Eingang in die DLV-Bestenliste finden können

Die 27-Jährige, die gerade ihren Master in Sportwissenschaft macht, weiß selbst nicht genau, warum ihr der Hardtwaldlauf-Kurs so gut liegt. "Ich bin ziemlich oft alleine gelaufen und hatte keine feste Gruppe", sagte sie nur lakonisch. Nun, woher hätte eine Gruppe auch kommen sollen? Vor ihr hatte sich ein Quartett aus jungen Läufern zusammengefunden, das im Ziel etwa eine Minute voraus war. Hinter ihr tat sich eine größere Lücke auf. Auf Platz 2 und 3 kamen in der Frauenwertung zwei Läuferinnen, die man der nächsten Generation nach Sarah Hettich zuordnen kann und die schon hier und da auf sich aufmerksam gemacht haben: die 18jährige Celine Kistner (LG Hardt) kam in 18:37min auf Platz 2, die 16jährige Kata Bäuerle (LG Region Karlsruhe) in 19:33min auf Rang 3.

Sarah Hettich von der LG Region Karlsruhe gewinnt den 5km Lauf bei den Frauen mit Einstellung ihrer eigenen Streckenrekordzeit aus 2016 Celine Kistner von der LG Hardt läuft auf Rang 2 Die ersten 4 des 5km Laufs von der LG Region Karlsruhe mit vlnr Florian Zittel Gesamtsieger, Niklas Wieczorek (4.), Nils Kleber (3.) und Alexander Kessler (2.)

Wie schon berichtet hatte sich an der Spitze ein Quartett aus jungen Läufern abgesetzt: Darunter Florian Zittel, der erst seit dem Turmberglauf eine Woche zuvor an Volksläufen teilnimmt und nun im Hardtwald sein 5km-Lauf-Debüt bestritt. "Ich habe den ersten Kilometer darum gekämpft, in der Vierergruppe bleiben zu können", so der 16-Jährige Werkrealschüler. Danach lief es jedoch besser: "Ab Kilometer 3 habe ich einen langen Spurt angezogen, dem nur noch einer folgen konnte", berichtete er. Ein harter Schlusssprint legte den nötigen kleinen Vorsprung zwischen ihm und der letzten verbliebenen Konkurrenz. Zittel gewann in 16:56min, nur eine halben Schritt dahinter kam Alexander Kessler (ebenfalls LG Region Karlsruhe und mit derselben Zeit gewertet) ins Ziel. Dritter wurde Nils Kleber in 17:05min.

Kampf um den 10km-Sieg bei den Männern

Der Startpunkt für den 10km-Lauf befindet sich ca. 100m hinter dem des 5km-Wettbewerbs und hat - im Gegensatz zu kürzeren Distanz - ein weithin sichtbares Startbanner. Für kurze Zeit hallen die elektrisch verstärkten Durchsagen und schließlich das Startkommando durch den Wald. Dann kehrt wieder Ruhe ein, die Läufer an sich machen keinen Lärm. Zahlreiche Helfer weisen den Weg, selbst an eindeutigen Stellen. Der Hardtwald ist auch an diesem Tag von Gelegenheitsjoggern und Freizeitradlern bevölkert, aber es kommt zu keinen Konflikten, es ist Sonntag.

Karsten Müller von der LG Region Karlsruhe gewinnt über 10 km vor ... ... Benjamin Duerr vom TV Bretten Triathlon und ... ... Fritz Stefan (LG Region Karlsruhe)

Vom Start weg drückte einer mächtig aufs Tempo: Benjamin Dürr vom TV Bretten geht in Führung und wird dieses Rennen dennoch nicht gewinnen. Der 32-Jährige kämpft, doch einer ist schneller: Karsten Müller (LG Region Karlsruhe) schließt, obwohl voll im Marathon-Training für Frankfurt und an diesem Tag schon 20km in den Beinen, bei Streckenkilometer 7 auf. "Auf dem letzten Kilometer habe ich dann schneller gemacht", nennt er lapidar seine finale Tempoverschärfung. Dürr kämpft, kann aber nicht folgen. Der 31jährige KIT-Doktorand Müller gewinnt in einer Zeit von 34:41min. In seiner Doktorarbeit geht es um Navigation in schwierigen GPS-Situationen, z.B. in engen Häuserschluchten. Beim Hardtwaldlauf ist die Strecke gut gekennzeichnet, keiner braucht eine GPS-Navigation. Benjamin Dürr wird in 35:05min Zweiter, vor Stefan Fritz (LG Region Karlsruhe), der in 36:46min Dritter wird.

Melina Wolf von der LG Region Karlsruhe gewinnt über 10 km bei den Frauen vor ... ... Katrin Ochs von der LG Filder und ... Sabrina Elwert vom TV Forst Triathlon

Schon auf Gesamtrang 5 kommt nach 36:56min Siegerin Melina Wolf ins Ziel. Sie ist mit ihrer Zeit zufrieden. Größere sportliche Ziele, auf die sie hinarbeitet, hat sie gerade nicht. "Ich freue mich darüber, verletzungs- und schmerzfrei laufen zu können", sagt die angehende Fachwirtin für Wirtschaft entspannt. Wettkämpfe in naher Zukunft eher weniger, und dann so wie sie Lust hat: die Winterlaufserie in Rheinzabern 2018/2019 wird z.B. nicht dabei sein. Als Prophylaxe, um eben verletzungs- und schmerzfrei zu bleiben, empfiehlt sie die Kombination aus Krafttraining und Physiotherapie.

Auf Platz 2 kam Katrin Ochs (LG Filder) in 39:46min, sie befindet sich ebenfalls in Vorbereitung für den Frankfurt-Marathon. In Berlin ist die 41-Jährige über die Königsdistanz jüngst eine 2:54h gelaufen, in Bernhausen hat sie den Halbmarathon gewonnen. Den dritten Rang beim Hardtwaldlauf belegte Sabrina Elwert (TV Forst Triathlon) mit der Schnapszahlzeit von 41:41min.

Norbert Schneider gewinnt die Wertung der Bähnler über 10km Christoph Bach gewinnt die Bezirksmeisterschaften der Bähnler über 5km Die Eisenbahner liefen im Rahmen des Hardtwaldlaufs wieder ihre Meisterschaft, hier die schnellsten 10km-Läufer mit Sieger Norbert Schneider (links, Gesamtrang 6) und dem zweitplatzierten Eugen Bonsdorf

Eisenbahner statt Südpfälzer

Trotz bester Voraussetzungen waren heuer weniger Teilnehmer unterwegs als im Vorjahr. Auch die neu eingerichtete Vorauskasse änderte nichts daran, dass auch beim Hardtwaldlauf ca. 20% der gemeldeten Teilnehmer erst gar nicht antreten, das ist anderswo nicht anders. Der Zuspruch zum 5km-Lauf ist mit einem Minus von nur 10 etwa gleich geblieben. Ohne Cup-Wertung liefen jedoch fast 200 Teilnehmer weniger als beim 10km-Lauf 2017 mit! Das ist natürlich eine deutliche Zäsur.

Für den Läufernachwuchs werden beim PSD Bank Hardtwaldlauf der LSG Karlsruhe Strecken über 400m und 800m angeboten Der LSG-Vorsitzende Ohannes Sallak und LSG-Läuferin Madeleine Fina führten die Siegerehrungen durch, hier der erste Platz in der WJU14 über 5km für Emilia Gräder (TG Eggenstein)
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Ein schönes Läufergeschenk wie in vergangenen Zeiten gab es - in der Ausschreibung gar nicht vermerkt - übrigens trotzdem: 250 Gramm grüne Marathon-Pasta aus der Pfalz. Apropos Pfalz: Die Verbindung zur Pfalz scheint ohne Cup irgendwie ein wenig abgerissen zu sein, einzig der TV Rheinzabern und der VLG Maximiliansau waren durch einige wenige "Abgesandte" vertreten. Gut funktioniert hat wieder die integrierte Meisterschaft der Eisenbahner, dafür kamen Läufer von recht weit her in die Fächerstadt. Norbert Schneider, erst am Vortag Nordrheinmeister in Brockenhagen geworden, war wieder da und verteidigte seinen Titel, seine Tochter Celine beim 5km-Lauf ebenfalls. Auch gut funktioniert der Lauf als Vorbereitung zum Frankfurt Marathon, wie viele berichteten. Darüber hinaus muss sich die umtriebige LSG Karlsruhe wohl wieder auf etwas bescheidenere Teilnehmerzahlen einstellen, denn am Lauf selbst ist kaum noch etwas zu verbessern. Es sei denn, der Verein will den Lauf komplett woanders veranstalten; die genutzten Vereinsstrukturen (MTV Karlsruhe und DJK Karlsruhe-Ost) sind per se kein Muss der LSG.

Hannes Blank
Bericht von Hannes Blank
Fotos von Ekkehard Gübel & Hannes Blank
Ekkehard Gübel
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Ergebnisse www.laufinfo.eu - Info www.lsg-ka.de
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