28.10.18 - 37. Mainova Frankfurt Marathon

LaufReport-Serie: Teil 3

Die Strecke des Frankfurt-Marathons

von Markus Heidl  

Wenn es um die Planung einer Marathonstrecke geht, gibt es keine Pause. Wird am Sonntag Marathon gelaufen, geht es gleich am Montag mit der Analyse weiter, um für die nächste Auflage zu lernen: Was war gut, was weniger gut? Dafür ist Kommunikation gefragt: es ist Rücksprache mit den Helfern an den Verpflegungsstellen und den Streckenposten zu halten, außerdem gibt es Gespräche mit der Polizei und den Behörden.

Der Streckenverlauf des Frankfurt-Marathons

Der Streckenverlauf in Frankfurt ist bekannt: erst gilt es, aus der Innenstadt herauszufinden, bevor es dann nach der Bremer Straße an der Goethe-Universität vom höchsten Punkt der Strecke abwärts an den Main und dort nach Osten geht. Nach Überwindung der Schwanheimer Brücke wird dann Höchst erreicht, die Wiege des Frankfurt-Marathons. Zurück läuft man anschließend die sagenumwobene Mainzer Landstraße in Richtung Innenstadt, um dort bereits die Messehallen von hinten zu sehen, bevor man ein weiteres Mal durch das Gewusel der Innenstadt läuft um schließlich den roten Teppich der Messehalle zu erreichen.

 

Fragt man Streckenchef Dieter Bremer, geht es nicht mehr schneller. Über die Jahre wurden immer wieder kleinere Veränderungen vorgenommen, um den Lauf flüssiger zu machen. Dieses Jahr plant er bereits seine 17. Veranstaltung. Der von Wilson Kipsang erreichte Streckenrekord von 2:03:42 Stunden - 2011 gerade einmal vier Sekunden über dem Weltrekord - geben ihm Recht. Eventuell könnte man noch die "Steigung" besagter Bremer Straße eliminieren, diese wird aber zum einen durch die folgende schöne Bergabpassage ausgeglichen, zum anderen wären gravierende Änderungen nötig. Änderungen, für die es vielerlei Einschränkungen gibt.

So muss in Frankfurt beispielsweise die EZB jederzeit erreichbar sein. Nach Südosten hin ist die Kennedyallee die absolute Grenze. Im Norden kann man nicht weiter ausholen und in den Westen schon gar nicht.

Streckenchef Dieter Bremer kurz vor dem Startschuss 2017

Es bleibt dennoch bei dem Ziel, sowohl eine schnelle Strecke zu konzipieren, wie auch eine, die sich für große Teilnehmerzahlen eignet, sodass auch das große Feld ohne Probleme oder gar Stau durchkommt. Wie schnell die Strecke wirklich ist, könnte sich auch dieses Jahr wieder zeigen, wenn gleich beide Streckenrekorde ernsthaft angegangen werden: Mit Adola Guye, dem Vorjahreszweiten aus Berlin, schnellsten Debütanten aller Zeiten und "fast-Kipchoge-Bezwinger" könnte der Männer-Rekord wackeln. Und auch im sehr starken Frauenfeld mit gleich fünf Favoritinnen könnte der Siegerin vielleicht gar nichts anderes übrig bleiben, als Rekord zu laufen, um zu gewinnen.

3 in 1 in einer Person

Eine Streckenplanung beinhaltet derweil mehr als nur das, was die Läufer und Zuschauer sehen. Hinter dem Streckenplan mit den Absperrungen, den Verpflegungsstellen sowie den zugehörigen Beschilderungen und der blauen Linie steckt eine Menge Organisationsaufwand. In der Person Dieter Bremer sind in Frankfurt neben der Streckenplanung und -organisation noch zwei weitere wichtige Aufgaben gebündelt: das Zeichnen der Verkehrszeichenpläne, von denen allein gleich 80 verschiedene zu erstellen sind und die Ausarbeitung des Sicherheitskonzepts - eine Aufgabe, die in den letzten Jahren immer wichtiger geworden ist.

Mit einher geht zunächst die Akquise, dann das Briefing aller Helfer. Ganze Vereine sind hier mit Informationen zu versorgen: Was ist zu tun, sollte es wirklich einmal zum Ernstfall kommen? Eine Schlüsselrolle spielen dabei beispielsweise auch die Moderatoren, die das Rennen an mehreren Hotspots kommentieren und dadurch, dass sie gehört werden, im Fall der Fälle entscheidend helfen können.

Außerdem ist wieder einmal Kommunikationstalent gefragt: eine Großveranstaltung wie der Frankfurt Marathon nimmt Einfluss auf das ganze Stadtgeschehen. Kirchen, Krankenhäuser, Pflegedienste, Institutionen bis hin zum Flughafen müssen mit Informationen versorgt werden, um einen reibungslosen Ablauf zumindest möglich zu machen und die Beschwerden auf ein Minimum zu beschränken.

Eine Besonderheit ergibt sich in diesem Jahr durch die Politik: am 28. Oktober 2018 finden die hessischen Landtagswahlen statt. Von der letzten Bundestagswahl, als zeitgleich der Berlin-Marathon ausgetragen wurde, hat man sich die Konzepte geben lassen, was sich in Frankfurt allerdings als noch aufwendiger als in der Hauptstadt herausgestellt hat: gleich 28 Wahllokale liegen im Gebiet der Marathonstrecke. Alle müssen problemlos erreichbar sein. Schon im Vorfeld werden deshalb 33000 spezielle Wahlbenachrichtigungen versandt.

Auf alle Eventualitäten vorbereitet

Ein Horror-Szenario für jeden Streckenchef spielte sich im Frühjahr in Düsseldorf ab: wegen eines Rettungseinsatzes mussten Absperrgitter geöffnet werden, durch die dann prompt die Spitzengruppe der Männer lief und sich somit einen Umweg von einem Kilometer einhandelte.

In Frankfurt ist man in solchen Fällen gleich vierfach abgesichert: .Für die ersten beiden Männergruppen sowie die erste Gruppe der Frauen gibt es Führungsfahrzeuge mit Fahrern, die die Strecke genau kennen und die zusätzlich ein Roadbook mitführen, indem jede Abzweigung genau beschrieben und bebildert dargestellt ist. Dann gibt es die blaue Linie, die die kürzest mögliche Strecke markiert. Jede Abzweigung ist zusätzlich mit Gittern markiert, die den äußeren Kurvenverlauf anzeigen, und ist mit Streckenposten besetzt. Jede Einmündung auf die Strecke ist durch eine Leitplanke mit dem Schild Durchfahrt verboten für den Autoverkehr gekennzeichnet und ein Streckenposten sorgt dafür, dass niemand auf die Idee kommt, an einer Sperre für die Autofahrer vorbei in eine Seitenstraße abzubiegen.

Da kann doch eigentlich nichts schiefgehen.

Text von Markus Heidl - Foto © LaufReport 

Die Strecke im Schnelldurchlauf siehe das YOUTUBE-Video

Info & Online-Anmeldung www.frankfurt-marathon.com

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28.10.18 - 37. Mainova Frankfurt Marathon

LaufReport-Serie: Teil 2

Das Marathonprojekt des Mainova Frankfurt Marathons

von Markus Heidl  

"Noch Anfang des Jahres habe ich voller Überzeugung gesagt, dass ich es niemals schaffen würde, einen Halbmarathon zu laufen. Nun habe ich am Sonntag den Mainova Frankfurt Marathon gefinished. Ich möchte mich ganz herzlich für eure Unterstützung bedanken, ohne die ich mir dieses Projekt niemals zugetraut hätte. Ich bin in den letzten Monaten über mich hinausgewachsen und habe Dinge geschafft, die ich vorher nicht für möglich gehalten hätte. Ohne euch würde ich mich wahrscheinlich bis heute nicht trauen, an einem Wettkampf teilzunehmen. Die letzten Wochen und Monate waren für mich eine unbeschreibliche Reise und der Sonntag dann das Tüpfelchen auf dem I. Mit meiner Zeit von 4:31h war ich zwar langsamer als gedacht, aber das ist ganz egal. Ich habe es geschafft und ich bin überglücklich. Bestzeiten kann ich im nächsten Jahr jagen."

So fängt es ja meistens an: dass man selbst gar nicht weiß, zu was man in der Lage ist. Und dann, wenn man einmal begonnen hat, steigern sich mit der Zeit die Ziele. Nicht alles, gerade beim Laufen, ist dabei selbstverständlich. Bis man an der Startlinie eines Marathons steht, gibt es viele Fragen, die man sich stellt, und nicht immer findet man auf alle eine Antwort.

Ein großer Vorteil ist es, wenn man jemanden hat, der einen "an der Hand" nimmt und auf dem langen Weg begleitet. Sei es mit theoretischem Hintergrundwissen, mit praktischen Tipps oder einfach nur mit der täglichen Motivation und der Unterstützung bei langen oder harten Trainingseinheiten.

 

Der Mainova Frankfurt Marathon bietet schon seit einigen Jahren genau das an: eine Marathonvorbereitung, die am Anfang wenig voraussetzt und die Teilnehmer bei der Vorbereitung begleitet. Wer also ca. 60 Minuten am Stück in einem Tempo von 7 bis 8 min/km laufen kann, in der Woche durchschnittlich vier bis sechs Stunden Zeit zum Laufen hat, gerne neue Freunde gewinnen will und sich für die theoretischen Hintergründe des Laufsports interessiert, ist beim Marathonprojekt genau richtig.

Foto © Mainova Frankfurt Marathon/Isaak Papadopoulos

Los geht es im Frühjahr - wer dabei sein möchte, kann sich für 2019 wieder anmelden -, wobei sich Theorie und Praxis abwechseln. In den praktischen Trainings gibt es unter der Leitung von fachkundigen Trainern lange Läufe mit Begleitung und Techniktrainings zur Laufstilverbesserung, außerdem vier Trainingsangebote unter der Woche. Immer in unterschiedlichen Leistungsbereichen, sodass sich die 100 bis 130 Teilnehmer gut aufgehoben fühlen.

In den theoretischen Seminaren drehen sich die Inhalte unter anderem um die Lauf-Videoanalyse, um Leistungsdiagnostik, Ernährung und die Vorstellung der Strecke mit psychologischen Tricks. Geplant sind jedes Jahr auch gemeinsame Wettkämpfe, die in der großen Gruppe natürlich besonders viel Spaß machen: Immer mit dem Ziel des Marathonfinishs beim Mainova Frankfurt Marathon - wobei nicht alle Teilnehmer des Marathonprojekts am Ende auch in Frankfurt teilnehmen.

Wer aber angetreten ist und sich durchgekämpft hat, der kann sich umso mehr auf die gemeinsame Abschlussfeier im November freuen. Denn dann weiß man, zu was man wirklich in der Lage ist. Ein Abenteuer also, das sich lohnt.

Text von Markus Heidl 

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28.10.18 - 37. Mainova Frankfurt Marathon

LaufReport-Serie: Teil 1

Der neue Claim des Mainova Frankfurt Marathon: Run the skyline!

von Markus Heidl  

Blickt man auf die letzten Jahre zurück, stand beim Mainova Frankfurt Marathon ganz klar der rote Teppich in der Festhalle im Mittelpunkt: der Zieleinlauf unter Blitzlicht und frenetischem Jubel. Schon bei der Nudelparty wurde vor Ort gefeiert, es konnten Fotos aufgenommen und das Marathonfinish am nächsten Tag heraufbeschworen werden.

"Are you ready to run?", wurde dann am Renntag vom Moderator ins Mikrofon gerufen - und die Menge jubelte nicht nur, jeder dachte dabei auch schon an den Zieleinlauf auf dem roten Teppich. Jubelnd, sich darüber freuend, den Lauf erfolgreich geschafft zu haben.
Und es passte irgendwie auch perfekt. Der rote Teppich war die ideale Bühne für die frisch gebackenen Deutschen Meister und insbesondere auch für Arne Gabius bei seinem phänomenalen Deutschen Rekord im Jahr 2015.

Ein neues Kapitel

Aber dieser Abschnitt in der Geschichte des Frankfurt Marathons ist vorbei. Für viele Teilnehmer war die Festhalle auch mehr eine Erlösung denn eine Belohnung. Natürlich wird weiterhin ein emotionales Finish über den roten Teppich in der "Gud Stubb" geboten.
Doch es war Zeit für etwas Neues!

Und da ein "Claim" in der Werbung mehr ist als nur ein Versprechen, sondern vielmehr auch ein Alleinstellungsmerkmal, passt der neue Slogan wie die Faust aufs Auge: "run the skyline!" - denn wer an Frankfurt am Main, die Bankenmetropole und "Mainhatten" denkt, denkt automatisch auch an die Skyline, die es sonst nirgends in Deutschland gibt. Wenn am 28. Oktober 2018 wieder über 15.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus über 100 Nationen an der Startlinie stehen, wissen alle, warum sie hier sind: weil 42,195 schnelle Kilometer durch die Hochhäuser vor ihnen liegen.

Auch bei Wikipedia kann man natürlich davon lesen: "Eine Besonderheit für Deutschland ist die Skyline der Stadt. Wegen der Hochhäuser, die zu den höchsten Europas gehören, wird Frankfurt am Main mitunter als Mainhattan bezeichnet", und die amtierende Deutsche Marathonmeisterin Katharina Heinig, die wie viele andere mit Blick auf die Skyline ihre Kilometer sammelt, weiß "besonders schön sind die Momente am frühen Morgen, wenn man das Stauwehr in Schwanheim überquert und die aufgehende Sonne auf die Skyline strahlt, oder abends, wenn man vom Sachsenhäuser Mainufer aus den Sonnenuntergang zwischen den Hochhäusern bestaunen kann." - dann schon kann man sich auf den nächsten Frankfurt Marathon freuen.

Die Skyline hat etwas Magisches

Die Frankfurter Skyline, als Blick von der Alten Brücke auf die wunderschöne Silhouette Frankfurts, nicht nur unverwechselbar, sondern jetzt auch Ortsbestimmung und Handlungsaufforderung in einem, hat ohne Zweifel etwas Magisches. Magie, die im Video zum neuen Claim eingefangen werden konnte.

Das reißt mit: Let's "RUN THE SKYLINE"!

Text von Markus Heidl 

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