6. bis 8.10.17 – 12. Tour de Tirol

Drei Tage- 75 km mit 3500 Höhenmeter

Michelle Maier überragende Gesamtsiegerin - Patrick Wieser gewinnt zum dritten Mal

Winterimpressionen beim Kaisermarathon

von Winfried Stinn

Als Gesamtsieger der dreitägigen Tour de Tirol, die von Jol-Sport Bad Häring in Söll am Wilden Kaiser zum zwölften Mal veranstaltet wurde, setzten sich mit Michelle Maier (PTSV Rosenheim) und dem Schweizer Patrick Wieser die Favoriten durch. Beide legten die Grundlage für ihren Gesamtsieg durch überlegene Siege beim Kaisermarathon, der Königsetappe der Tour. Michelle Maier gewann alle drei Läufe. Patrick Wieser gewann neben dem Kaisermarathon auch das Auftaktrennen, den Söller Zehner. Schneefälle bis in die Niederungen hatten beim Kaisermarathon einen Teil der Strecke in eine Winterlandschaft verwandelt, wobei aber die Laufstrecke weitgehend schneefrei war. Einige Passagen hatten dann aber Crosslaufcharakter.

Wer bei der Tour de Tirol in die Gesamtwertung kommen will, muss an drei Tagen- 75 km- mit 3500 Höhenmeterlaufen Der Söller Zehner als Prolog am Freitagabend, der Kaisermarathon-Söll als Königsetappe am Samstag und nun zum vierten Mal am Sonntag der Pölven Trail zum Abschluss, standen auf dem Programm. Seit 2011 ist Europas schönstes Blumendorf Söll am Wilden Kaiser Startort aller drei Läufe. Anlaufstelle war das "Tour de Tirol-Dorf" in der Ortsmitte. Hier war die Startnummernausgabe, hier konnte man sich nachmelden und hier fanden die Siegerehrungen statt.

Söll - Standort der Tour de Tirol und Startort aller drei Läufe Blick von Söll auf den verschneiten Wilden Kaiser
Nichts für reine Asphalt-Cowboys:
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Bei der Tour de Tirol geht es aber nicht nur um den Gesamtsieg. Jeder der drei Wettbewerbe wurde auch einzeln ausgewertet und die drei Ersten im Gesamteinlauf und in den Altersklassen wurden im Anschluss an den jeweiligen Lauf geehrt. Schülerläufe, Staffel- und Teamwettbewerbe ergänzten das umfangreiche Programm.

Gesamtsieger im vergangen Jahr wurden Patrick Wieser und Jasmin Nunige (Beide Schweiz). Patrick Wieser war erneut am Start und nahm mit dem Bulgaren Shaban Mustafa die Favoritenrolle auf den Gesamtsieg ein.

Bei den Frauen ging die Favoritenrolle an Michelle Maier. Sie hat in dieser Saison, u.a. durch zweite Plätze beim Sierre-Zinal und Jungfrau Marathon, ihre Klasse auf den Berglauf-Langdistanzen im Gebirge erneut gezeigt. Im Vorjahr hatte sie den Kaisermarathon gewonnen. Diesmal hatte sie für alle drei Läufe gemeldet. Alles andere als der Gesamtsieg wäre eine Riesenüberraschung gewesen.

 

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Tag 1 der Tour de Tirol startet mit dem Söller Zehner

1.Tag Söller Zehner

Michelle Maier und Patrick Wieser gewinnen

Mit dem Söller Zehner wurde die dreitägige Tour de Tirol gestartet. Mehr als 500 Läuferinnen und Läufer stellten sich dem Starter. Die 10 km mussten auf einem rund 3,3 Kilometer langen, hügeligen Rundkurs absolviert werden. Pro Runde gab es 70 Höhenmeter zu bewältigen. Also kein klassischer schneller Zehner. Nachdem es die ersten beiden Runden noch trocken war und noch relativ gute Bedingungen herrschten, fing es im letzten Drittel des Rennens an zu regnen.

Michelle Maier gewinnt den Söller 10er bei den Frauen Anke Friedl wird 2. Auf Rang 3 läuft Sandra Dänzer

Bei den Frauen feierte Michelle Maier, die Top-Favoritin auf den Gesamtsieg, einen überlegenen Start-Ziel-Sieg. Schon in die zweite Runde bog sie mit einem Vorsprung von mehr als einer Minute auf Anke Friedl (SC Kemmen) und Shelly Schenk (Schweiz) ein. Nach 38:37 Minuten passierte sie als Siegerin die Ziellinie. "Es war ein harter Lauf. Die Steigungen, der Gegenwind und zum Schluss noch der Regen, das war ganz schön anstrengend", so die Siegerin, die nach dem 10 km lauf schon mit einem großen Vorsprung an den Start zum Kaisermarathon gehen wird. Anke Friedl wurde mit einem Rückstand von rund fünf Minuten Zweite und sorgte damit für einen deutschen Doppelsieg. Die Plätze drei und vier gingen an die beiden Schweizerinnen Sandra Dänzer und Shelly Schenk. Fünfte wurde mit Birgit Posselt (TuS Bad Aibling), die dritte Deutsche ins Ziel.

Spannender ging es bei den Männern zu. In der ersten Runde hatte sich mit dem Schweizer Patrick Wieser, dem Bulgaren Shaban Mustafa und dem noch zur Jugendklasse gehörenden Tjebbe Kaindl ein Führungstrio gebildet. Kaindl fiel als erster zurück. Die Entscheidung musste zwischen Wieser und Mustafa, den beiden Favoriten auf den Gesamtsieg, fallen. Erst auf der Zielgeraden setzte Wieser zum Endspurt an und gewann in 34:48 Minuten. Knapp dahinter belegte Shaban Mustafa in 34:52 den zweiten Platz.

 

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Die Spitzengruppe mit dem 10km Sieger Patrick Wieser (Nr. 1), dem 2. Shaban Mustafa (Nr. 2) und dem 3. Tjebbe Kaindl In der Verfolgung Stefan Holzner, Florian Schipflinger und Florian Holzinger, die die Plätze 5, 6 und 7 belegen

"Ich freue mich zwar, dass ichgewonnen habe, aber die Vorentscheidung auf den Gesamtsieg fällt morgen beim Kaisermarathon", so Wieser und ähnlich sah es auch Shaban Mustafa: "Mein Ziel ist es Gesamtsieger der Tour de Tirol zu werden. Da machen die paar Sekunden, die ich heute hinter Patrick war, nichts aus." Dritter und Jugendsieger wurde der Lokalmatador Tjebbe Kaindl. Auf Platz vier kam mit Felix Mayenhöfer (DJK Dasswang) der beste deutsche Läufer ins Ziel. Auch der fünfte Platz ging mit Stefan Holzner (Bad Reichenhall) an einen deutschen Läufer. Florian Holzner (TuS Feuchtwangen) und Paul Günther (Tri Team Fürstenfeldbruck) vervollständigen mit den Plätzen sieben und acht das gute Ergebnis aus deutscher Sicht.

2. Tag Kaisermarathon-Söll

Michelle Maier & Patrick Wieser auch beim Kaisermarathon nicht zu bezwingen

Am zweiten Tag fand die Königsetappe, der Kaisermarathon-Söll statt. Im Rahmen des Kaisermarathons wurde 2009 die Berglauf Weltmeisterschaft über die Langdistanz ausgetragen. Im Vorjahr fand die österreichische Staatsmeisterschaft im Trail-Marathon statt. Passend dazu warteten die Veranstalter ein Jahr zuvor mit einigen Neuerungen auf. Erstmals wurde auf weniger Asphalt und mehr auf trailigen Passagen gelaufen. Der Kaisermarathon wurde so technisch noch anspruchsvoller.

Kaisermarathon Söll, der Höhepunkt der Tour de Tirol am 2. Tag

Von Start in Söll führte die 42,195 km lange Strecke mit 2345 Höhenmetern nach knapp acht Kilometer nochmals durch Söll, ehe es über Ellmau, vorbei an der durchs Fernsehen bekannten Rübezahlhütte ging. Vom Hartkaiser führte die Strecke vorbei am Tanzbodenalmsee, dem Jochstubensee und dem Filzalmsee zum Erlebnispark "Hexenwasser". Von dort ging es zum 1829 Meter hoch gelegenen Ziel auf der Hohen Salve.

Die ersten 21 km von Söll nach Ellmau waren bislang noch relativ flach, ähnlich bei beim Jungfrau- oder Zermatt Marathon, und vergleichsweise leicht zu laufen. Durch die neue Streckenführung ist auch die erste Hälfte der Strecke anspruchsvoller. Die Halbmarathonmarke ist nun ein Kilometer nach der Rübezahlhütte, zuvor war sie in Ellmau. So galt es schon bis zur Hälfte der Distanz rund 400 Meter Höhenunterschied mehr zu bewältigen. Ab Hexenwasser (km 34) ist ebenfalls die Streckenführung neu. Hier wurde aber der finale Schlussanstieg entschärft. Bislang mussten auf den letzten 3,5 Kilometer knapp 700 Meter Höhenunterschied bewältigt werden, jetzt sind bis zum Ziel bei gleicher Höhendifferenz sieben Kilometer; also nicht mehr ganz so extrem aber immer noch hart genug.

 

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Der Lohn für die Anstrengung. Ein kaum zu überbietender 360 Grad Rundumblick. Ein Blick auf mehr als 70 Dreitausender u.a die Hohen Tauern, die Kitzbüheler Alpen, die Zillertaler Alpen, die Loferer Steinberge, den Großglockner, den Groß Venediger und vor allem auf das Kaiser-Gebirge. Allerdings nur wenn das Wetter mitmacht, dann heißt es "Kaiserwetter beim Kaisermarathon." Doch im Vorjahr mussten die Läuferinnen und Läufer, aufgrund extrem widriger Witterungsverhältnisse mit starkem Nebel auf diesen grandiosen Blick verzichten.

Vom Start in Söll führte die 42,195 km lange Strecke mit 2345 Höhenmetern nach knapp acht Kilometer nochmals durch Söll, das Patrick Wieser (Nr. 1) und Shaban Mustafa (Nr. 2) als Erstes passieren

In diesem Jahr zeigte sich das Wetter von seinen unterschiedlichen Seiten. Zunächst verdeckten Wolken die Alpenkulisse, zwischendurch regnete und schneite es, und es war empfindlich kalt. Doch im Laufe des Rennens kam dann immer wieder die Sonne hervor und es wurde immer schöner und beständiger. Es zeigte sich, dass es vorteilhaft war, dass die Veranstalter den Start um eine Stunde verschoben hatten. Am Hartkaiser und vor allem auf der Hohen Salve herrschten durch Schneefall schon winterliche Bedingungen. Aber gerade das machte auch den Lauf und die Aussichten reizvoll.

Wie im Vorjahr beherrschte bei den Frauen von Beginn an Michelle Maier das Renngeschehen. Schon als wieder Söll passiert wurde, also nach genau 7,7 km, hatte die Deutsche Berglaufmeisterin von 2016 und die Zweite beim Jungfrau Marathon von 2016 und 2017, bereits einen Vorsprung von mehr als drei Minuten auf Tanja Amiet (Schweiz) und Alexandra Raddatz (Hannover 96). Im Laufe des Rennen vergrößerte sie ihren Vorsprung zunehmend und erreichte nach 3:48:28 Stunden wie im Vorjahr als Siegerin das Ziel. Ebenfalls wie im Vorjahr waren auch diesmal nur vier Männer schneller als sie. Im Ziel hatte sie einen Vorsprung von unglaublichen 56 Minuten auf die Nächstplatzierten.

Im Frauenbewerb gewinnt Michelle Maier aus Deutschland überlegen den Kaisermarathon Alexandra Raddatz, ebenfalls aus Deutschland, läuft auf Rang 2 Die Österrreicherin Zala Zdouc wird 3. und gewinnt damit die W50

"Es war eine ziemlich harte Strecke. Am Anfang unterschätzt man die Strecke mit dem relativ flachen Teil auf den ersten acht bis zehn Kilometer. Wie im Vorjahr fand ich es vor allem bei Kilometer 25 sehr kalt, da habe ich sehr gefroren. Auf der Tanzbodenalm bekam ich Handschuhe gereicht. Dafür bedanke ich mich auch an dieser Stelle nochmals. Ab dem Hexenwasser, also auf den letzten sieben Kilometern, habe ich dann gewusst, jetzt kommt mit dem steilen Anstieg meine Strecke. Da habe ich jeden Kilometer genossen. Durch den Tiefschnee, durch den Matsch, das hat richtig Spaß gemacht. Da war es auch wärmer. Dass ich auf diesen Abschnitt die allerschnellste Laufzeit geschafft habe, hat mich überrascht. Ich bin dann locker ins Ziel gelaufen. Meine Vorjahreszeit zu erreichen war nicht mein Ziel, dafür waren die Bedingungen zu schlecht. Zudem hatte ich noch den 10 km Lauf, zumindest anfangs, in den Knochen", sagte Michelle Maier. Nach den internationalen Erfolgen auch in dieser Saison, dürfte einer Wieder-Aufnahme in den DLV Berglaufkader ja nichts mehr im Wege stehen.

Alexandra Raddatz, sie hatte 2015 den Zugspitz-Ultra-Trail gewonnen, lief als Zweite 4:44:44 Stunden. So standen zwei deutsche Läuferinnen auf dem Siegerpodest. Knapp dahinter lief als Dritte die Österreicherin Zala Zdouc in 4:44.59 Stunden durchs Ziel. "Ich wollte einen Top-Ten-Platz, das war mein Ziel, dass es zu einem Podestplatz gereicht hat, ist natürlich toll", so die Zweite der letztjährigen österreichischen Berglaufmeisterschaft. Tanja Amiet belegte 4:48:48 Platz vier. Fünfte wurde Caroline Credler (Österreich). Elke Keller (LG Filstal) kam auf Platz sieben. Noch einen Top-Ten-Platz erkämpfte sich als Neunte Simone Ladenberger (TSG Schopfheim).

 

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Der Schweizer Patrick Wieser gewinnt zum dritten Mal den Kaisermarathon Hannes Namberger aus Deutschland wird 2. Auf Rang 3 folgt der Bulgare Shaban Mustafa

Bei den Männern lieferten sich lange Zeit Shaban Mustafa und Patrick Wieser den erwarteten Zweikampf. Bis Kilometer 18 lagen beide gleichauf. Shaban Mustafa konnte sich ein wenig von Patrick Wieser absetzen. Zwischenzeitlich hatte er einen Vorsprung von rund zwei Minuten auf Wieser. Doch der gab nicht auf und übernahm bei Kilometer 30 wieder die Führung. Diese baute er von da ab immer weiter aus. Mit der Zeit von 3:25:32 Stunden erreichte er zum dritten Mal als Sieger das Ziel.

"Als Shaban bei Kilometer 18 eine Lücke aufriss, habe ich gedacht, das war ´s für heute. Das ist nicht mein Tag. Dass ich nochmals an ihn vorbei komme und dann so überlegen gewinne, damit habe ich nicht mehr gerechnet. Denn Shaban ist ja ein guter Bergläufer, vor allem auf den steilen Passagen", so Patrick Wieser.

Auf den letzten 400 Meter vor dem Ziel lief Hannes Namberger (Ruhpolding) an Shaban Mustafa vorbei und belegte bei seinem Debüt beim Kaisermarathon auf Anhieb in 3:42:24 Stunden einen ausgezeichneten zweiten Platz. "Die Strecke habe ich nicht als hart erlebt. Der zweite Platz beim Kaisermarathon kam für mich schon überraschend, aber der Erfolg ist für mich ein toller Saisonabschluss", so Namberger, der mit Siegen beim Zugspitz-Super-Trail und Pitztalgletscherlauf sowie dritten Plätzen beim Hochkönigslauf und Großglocknerlauf auf eine überragende Saison verweisen kann.

Auf Platz drei kam Shaban Mustafa: "Ich habe vor allem auf der sehr langen Abwärtspassage viel Zeit verloren." Die Plätze vier, fünf und sechs gingen an Stefan Holzner (Bad Reichenhall) und die beiden Schweizer Roman Kessler und Roman Nef. Stephan Figiel belegte Platz sieben.

Bad Häringer Steinbruch und Wasserfall bilden einen Teil der Strecke des Pölven Trail am 3. Tag

3. Tag Pölven Trail und Gesamtwertung

Michelle Maier gewinnt auch den dritten Lauf
Shaban Mustaf gewinnt bei den Männern

2014 wurde die Tour de Tirol erstmals mit dem Pölven Trail, statt mit dem traditionellen Halbmarathon, abgeschlossen. 23 km mit Start und Ziel in Söll mussten nochmals gelaufen werden. Dabei ging es 1250 Meter bergauf und 1250 Meter bergab. Eine anspruchsvolle Strecke, die rund um den Pölven führte, überwiegend auf schmalen Berg-und Wanderpfaden sowie Singletrails. Höhepunkte der Strecke, der Bad Häringer Wasserfall und der Bad Häringer Steinbruch.

Leichter Regen während des Laufs, aber vor allem durch Regenfälle im Vorfeld, war die ohnehin schwierige Strecke sehr schwer zu laufen. Da war Vorsicht geboten.

Wie schon beim Söller Zehner und vor allem beim Kaisermarathon feierte Michelle Maier auch im dritten Lauf, dem Pölventrail, einen überlegenen Start-Ziel-Sieg. Nach 23 km und plus/minus 1250 Höhenmeter, erreichte sie nach 2:12:11 Stunden das Ziel in Söll. Mit einem Vorsprung von mehr als einer Stunde war sie an den Start zum Pölventrail gegangen. Diesen Vorsprung konnte sie nochmals ausbauen und wurde mit 6:39:17 Stunden Gesamtsiegerin der Tour de Tirol. "Nach meinem Erfolg beim Jungfrau Marathon habe ich gesagt, alles was jetzt folgt ist Zugabe. Die folgenden Läufe bin ich dann auch locker angegangen, so auch die Tour de Tirol. Die habe ich ohne Erwartungs- und Leistungsdruck mitgemacht und hatte viel Spaß und Freude dabei."

Sophia Moosbrugger aus Österreich wird 2. Frau beim Pölven Trail Michelle Maier ist auch beim Pölven Trail siegreich

Zweite wurde die Österreicherin Sophia Moosbrugger in 2:35:20 Stunden, die aber nur für den Pölventrail gemeldet hatte. Dritte beim Pölventrail und in der Gesamtwertung wurde die Tschechin Zuzana Weissova. Auf Platz vier kam Alexandra Raddatz, die schon beim Kaisermarathon mit einen ausgezeichneten zweiten Platz überraschte und in der Gesamtwertung sich ebenfalls einen zweiten Platz erkämpfte. Zunächst war sie zweite, fiel dann auf Platz sieben zurück und kämpfte sich wieder auf den vierten Platz vor. Die erfolgreiche Triathletin zeigte sich überrascht, nach ihren guten Ergebnissen bei der dreitägigen Tour de Tirol: "Unglaublich diese Platzierung, damit habe ich nicht gerechnet. Ich bin ohne Erwartungen an den Start gegangen. Ich wollte ein bisschen Spaß haben." Sandra Dänzer (Schweiz) belegte Platz fünf.

In der Gesamtwertung belegten Elke Keller (LG Filstal) und Simone Ladenberger (TSG Schopfheim) die Plätze fünf und sechs. Anka Friedl (SC Kemmen) und Lisa Miksch (TV Forst) errangen die Plätze acht und neun. Damit platzierten sich sechs deutsche Läuferinnen in der Gesamtwertung unter den besten Zehn.

Shaban Mustafa gewinnt den Pölven Trail Der Österreicher Christian Kreidl läuft auf Rang 2 Patrick Wieser wird 3.

Auch bei den Männern ging der Führende mit einem guten Zeitpolster von rund 20 Minuten an den Start. Fürs Tempo sorgte zunächst der Österreicher Christian Kreidl. Bei Kilometer zehn lief dann Shaban Mustafa nach vorne und gab die Führung bis zum Ziel nicht mehr ab. Der Bulgare, der 2015 den Jungfrau Marathon gewann und im gleichen Jahr Vierter der Berglauf Weltmeisterschaft über die Langdistanz in Zermatt wurde, gewann in 1:58:55 Stunden. Platz eins beim Pölventrail, Platz zwei beim Söller Zehner und Platz drei beim Kaisermarathon, das reichte zum zweiten Gesamtplatz. Er konnte zwar sieben Minuten auf Patrick Wieser aufholen, aber der Rückstand vom Kaisermarathon war doch zu groß, um noch von realistischen Chancen auf den Gesamtsieg zu träumen. "Für mich ist der erste Platz heute ein versöhnlicher Abschluss. Gestern war nicht mein Tag. Nach einem starken Beginn habe ich auf der Abwärtspassage total abgebaut. Zudem habe ich zu wenig getrunken, was eigentlich nicht passieren darf", so Mustafa nach dem Rennen.

Christian Kreidl verteidigte in 1:59:55 Stunden seinen zweiten Platz. Patrick Wieser reichte Platz drei, um sich bei seinem sechsten Start in Söll über den dritten Gesamtsieg zu freuen: "Ein Gesamtsieg bei der Tour de Tirol bedeutet mit sehr viel. Es ist immer sehr schön in Söll zu gewinnen. Ich habe diesmal aber von der gestrigen Schwächephase Shabans profitiert. Der ist so gut drauf, was er heute gezeigt hat, dass es ohne seinen Einbruch knapp geworden wäre." Platz vier belegte der Tscheche Thomas Farnik. Als bester Deutscher belegte der frühere Profi-Triathlet Stefan Holzner (Bad Reichenhall), der zwischen 1995 und 2004 fünffacher Ironman-Sieger wurde, Platz fünf und Platz drei in der Gesamtwertung. Mit Paul Günther (Tri Team Fürstenfeldbruck) platzierte sich auf Platz sieben beim Pölven Trail und Platz acht in der Gesamtwertung ein weiterer Deutscher vorne.

Patrick Wieser aus der Schweiz wird zum dritten Mal Gesamtsieger der Tour de Tirol Shaban Mustafa aus Bulgarien wird Gesamtzweiter Stefan Holzner aus Deutschland freut sich nach den Rängen 5/4/5 über Platz 3 in der gesamtwertung Die Deutsche Michelle Maier gewinnt alle drei Läufe und wird überlegen Gesamtsiegerin
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Auch die zwölfte Tour de Tirol wurde wieder zu einem großen Erfolg. Vor allem die ungünstigen Wetterprognosen hatten die Veranstalter im Vorfeld zum Schwitzen gebracht. Für die hervorragende Organisation unter den erschwerten Bedingungen wurde OK-Chef Martin Kaindl vom Söller Tourismuschef Gabriel Eder mit der "Söller Sonne" ausgezeichnet. Martin Kaindl zeigte sich dann auch zufrieden mit dem Verlauf der 12. Tour de Tirol: "Die Wetterprognosen waren nicht sehr verheißungsvoll. Deshalb bin ich besonders froh, dass wir den Kaisermarathon auf der Originalstrecke durchführen konnten und dass wir nicht auf Hexenwasser abbrechen mussten. Dank der vielen Helfer lief alles problemlos." Dieter Aufinger, ebenfalls vom OK, ergänzt: "Es ist schön zu beobachten, dass unsere Teilnehmer sich immer professioneller auf die Tour de Tirol vorbereiten. Das sieht man auch daran, dass sich die meisten Läuferinnen und Läufer, auch was die Ausrüstung betrifft, sich den Witterungsverhältnissen anpassen."

So wird die Tour de Tirol weiterhin fester Bestandteil im internationalen Laufkalender bleiben. Nachdem mit Jonathan Wyatt ein erfahrener, erfolgreicher Läufer, der auch mehrmals die Tour de Tirol gewonnen hat, als Präsident an der Spitze des Berglauf Weltverbandes steht, können sich Martin Kaindl und Dieter Aufinger vorstellen, sich mal wieder für eine Berglauf Weltmeisterschaft über die Langdistanz zu bewerben. Das Jahr 2009 ist da noch in guter Erinnerung.

Aber erst einmal wird vom 5. bis 7. Oktober 2018 in Söll die 13. Auflage durchgeführt. Und wer nicht solange warten will, der kann vom 11. bis 13. Mai, bei dem erstmals stattfindenden "Jolsport Run" in Kärnten teilnehmen. Ebenfalls wie in Söll steht eine Dreitagesveranstaltung auf dem Programm.

Bericht und Fotos von Winfried Stinn

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