29.10.17 - 11. Luzern SwissCityMarathon Lucerne

Der SwissCityMarathon schreibt weiterhin Rekordzahlen

von Wilfried Raatz

Das Wetter spielte erfreulicherweise weitgehend mit, denn die Prognosen verhießen wenig Gutes bei der elften Auflage des SwissCityMarathon in Luzern. Doch das Glück war bei den Tüchtigen, diesmal bei der Rekordzahl von 11.000 Laufbegeisterten und einer Organisation, die mit Fleiß, Fingerspitzengefühl für viele Details und enorme Umsicht einmal mehr eine Veranstaltung vom Feinsten auf die Beine zu stellen wusste.

Laufbegeisterung beim 11. Luzern SwissCityMarathon Lucerne mit Sehenswürdigkeiten ... ... wie der weltbekannten Kapellbrücke mit dem Wasserturm
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"Aus organisatorischer Sicht ist der Lauftag erfreulich verlaufen", sagt Swiss-CityMarathon-Geschäftsführer Reto Schorno. "Mit dem Wetter hatten wir Glück, dass es ruhiger blieb als erwartet, insbesondere was den Wind betraf". Dennoch hieß es auch während der sechsstündigen Veranstaltung: Augen auf und Vorsicht walten lassen! Deshalb wurden auch kurzerhand die Werbebanden am KKL und Bahnhof von den zwei Meter hohen Bauzäunen entfernt, da die komplette Verblendung bei starkem Wind eine Unfallgefahr ohnegleichen darstellt.

 

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Mit Daniel, Laurent und Manfred sind die Tagesschnellsten natürlich die Halbmarathonläufer auf der Seebrücke Nach 2 km sind die Läufer am Bahnhof und dem KKL

Angesichts dieses relativ ruhigen Herbstwetters war letztlich auch der Weg bereitet für eine neue Rekordbeteiligung. Mit 11.518 Anmeldungen wurde schon vor Laufbeginn eine neue Höchstmarke erreicht, unter dem Strich wurden im Ziel mit 10.187 noch nie so viele Finisher gezählt als bei der elften Auflage des atmosphärischen Ausdauer-Spektakels am Vierwaldstättersee. Nicht nur, dass Swiss Athletics zum dritten Mal in Folge den Machern um Jost Huwyler, Reto und Beat Schorno die Schweizer Marathon-Meisterschaften übertrug, sondern mit 6.379 Halbmarathonläufern unterstrich der SwissCityMarathon in Luzern, dass er damit Spitzenreiter in der Schweiz ist.

Eingerahmt von Halbmarathonläufern ist der spätere Marathonzweite (rote Nummer) Simon Der Marathondritte Jari wird von Walter und Patrick begleitet

Dabei gehen die Organisatoren einen eigenen Weg und verzichten auf die Verpflichtung von Spitzenläufern, sondern verstehen sich als Breitensportereignis, bei dem natürlich Spitzenleistungen willkommen sind, aber keineswegs gefordert werden. Und Swiss Athletics durfte sich drei Jahre lang sicher sein, mit dem umsichtigen Veranstalter des SwissCityMarathon einen würdigen Ausrichter für die Landesmeisterschaften zu haben. Letztlich kann in der Schweiz jeder Bürger mit einem Schweizer Pass auch Landesmeister werden, ohne Komplikationen und ohne zusätzlich eine Tageslizenz lösen zu müssen.

 

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Dies könnte freilich auch für den Deutschen Leichtathletik-Verband ein Modellfall sein, schließlich wären die Schlagzeilen beim Frankfurt-Marathon in diese Richtung gegangen: 9.000 bewerben sich um die deutschen Marathontitel - so waren es letztlich "nur" 880!

Auf Kurs von 3:15 Stunden Am Schwanenplatz

Und noch ein Plus können die Luzerner Organisatoren vermelden: Trotz nicht gerade "Goldenem Oktober"-Wetter waren viele Hotspots der Strecke durch Luzern und Horw bestens besucht, die Stimmung ehedem aus Tradition heraus prächtig. Viele Bands, natürlich an vielen Stellen schweizerisch eingefärbt, taten ein Übriges, dass die Läufer bestens angefeuert wurden.

 

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Echte Laufbegeisterung am Schwanenplatz Viel Betrieb am Seekai

Unter dem Stichwort "Deutschland willkommen" war das lauffreudige Nachbarland im Norden als Gastland besonders gefeiert. "Ich betrachte es als ein großes Privileg und besonderen Ausdruck unserer gegenseitigen Wertschätzung", so der deutsche Botschafter Dr. Norbert Riedel, "dass Deutschland erstes Gastland beim SwissCityMarathon in Luzern sein darf!"

Deutschland zu Gast beim SwissCityMarathon Läufergruppe mit Barbara und Natascha vor der Hofkirche

Allerdings auf der sportlichen Ebene erwiesen sich die die deutschen Starter als betont eher zurückhaltend, denn die Tagessiege gingen ausschließlich an Schweizer Läufer. Eigentlich auch nicht verwunderlich, wenn parallel zum großen Laufspektakel am Vierwaldstättersee die besten deutschen Marathonläufer beim Frankfurt-Marathon ermittelt wurden. Mit Charlotte Teske, der Boston-Marathon-Siegerin des Jahres 1982 und im gleichen Jahr zudem auch Siegerin des Luzerner Stadtlaufes, dem langjährigen Racedirektor des Berlin-Marathon und GRR-Vorsitzenden Horst Milde sowie dem Comedy-Duo Oropax waren allerdings exzellente Vertreter vor Ort und konnten sich zudem auch von dem außergewöhnlichen Standard der Vorzeigeveranstaltung von Swiss Athletics überzeugen.

 

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Der langjährige Berlin-Marathon-Chef und heutiger GRR-Vorsitzende Horst Milde (2. v.r.) im Gespräch mit Charlotte Teske (r.), der Boston-Marathon-Siegerin 1982 Idylle am Vierwaldstättersee

Zum dritten und letzten Mal fanden im Rahmen des SwissCityMarathon die Schweizer Meisterschaften statt. Dabei gab es gewiss eine ordentliche Überraschung: Bei seiner Marathonpremiere fand sich der 30jährige Grundschullehrer Fabian Anrig aus Uster plötzlich auf dem obersten Podium bei der Siegerehrung wieder, denn er gewann in 2:27:22 Stunden nicht nur die elfte Auflage des SwissCityMarathon, sondern auch die Schweizer Meisterschaft.

"Auf der ersten Runde lief ich ruhig an zweiter Position in meinem Tempo. "Den Sieg hatte ich schon im Hinterkopf und bin überglücklich, dass ich gewonnen habe!" Bis zur 30 km-Marke hatte noch Andreas Meyer geführt, nach gut Zwei-Stunden-Laufpensum war für den Vorjahresvierten über die Halbdistanz das Marathonende vorzeitig erreicht. Mit einem Rückstand von vier Minuten wurde Simon Schäppi (2:31:42) Zweiter vor Jari Pillar (2:33:37).

 

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Fabian Anrig gewinnt den Marathon Andreas Meyer auf der zweiten Halbmarathonstrecke Hat schon das Siegerlächeln aufgesetzt: Franziska Inauen

Für die gebürtige Luzernerin Franziska Inauen wurde der Lauf durch ihre Heimatstadt zum Triumphzug, denn die 31jährige gewann zum zweiten Mail den SwissCityMarathon - und erstmals die Schweizer Meisterschaft. In 2:52:49 Stunden lag sie deutlich vor der Konkurrenz, die von Nicole Lohri (3:05:08) und Isabell Grindrat-Keller (3:05:39) angeführt wurde. "Es war einmalig! Ich ging voller Vorfreude an den Start und freue mich natürlich sehr, dass es zum Sieg gereicht hat!" Vor vier Jahren hatte sie nach 2:55:50 Stunden schon einmal auf dem Siegerpodest obenauf gestanden.

Über die Altstadtbrücke Rechts und links der Reuss entlang

In einem spannenden Halbmarathonrennen setzte sich letztlich der auch in der Berglauf-Nationalmannschaft international eingesetzte Daniel Lustenberger in 1:10:19 Stunden mit einem hauchdünnen Vorsprung von vier Sekunden vor Laurent Schaller und Manfred Jauch (1:11:40) durch. Bei den Frauen siegte wie bereits im Vorjahr Sabine Hauswirth. Die OL-Weltklasseathletin blieb als einzige Frau mit 1:19:47 noch unter der 1:20-Stunden-Marke.

 

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Daniel Lustenberger am KKL vorbei auf dem Weg zum Halbmarathonsieg OL-Ass Sabine Hausruck auf dem Weg zum Halbmarathonsieg In den Altstadtgassen kein Blick für den Fritschibrunnen

Am Ende einer langen OL-Saison, die sie übrigens als Dritte des Gesamt-Weltcups beenden konnte, lief sie zwanzig Sekunden langsamer als bei ihrem Sieg 2016. Wie auch bei den Männern wurde es bei den Frauen eng: Als Zweite und Dritte lagen Flavia Stutz (1:20:08) und Nina Derron (1:20:58) dichtauf. Im Feld der 7.000 Läufer (auch bereits Tage vor dem Startschuss ausgebucht!) auch mit Pamela Veith die exzellente deutsche Ultraläuferin, die es diesmal mit nur 21 km beließ. Die Kusterdinger landete dabei auf Rang 40 in 1:31:20 Stunden.

Eindrucksvoll ist die Passage durch das KKL Es ist gerichtet für den Zieleinlauf im Verkehrshaus

Erstmals in diesem Jahr wurde über die 10 Kilometer Distanz anstelle des bisherigen 5 Mile Run gelaufen, ganz unter dem Motto "Noch mehr Horw"! Denn die Gemeinde vor den Toren Luzerns ist das Stimmungsnest schlechthin. Aufgrund der neuen Distanz konnten die 2000 Läufer (für die Premiere gab es exakt mit dieser Zahl ein Teilnehmerlimit) mit der Extraschleife durch Horw die geniale Stimmung noch ein Stück länger genießen. Die Premierensieger sind Jens-Michael Gossauer (31:43) und Michèle Gantner (36:38), mit dabei übrigens auch Hamburgs innovativster Lauf-Veranstalter Karsten Schölermann als Race-Direktor von inzwischen fast zwanzig (!) Läufen über das Jahr hinweg verteilt.

Norbert und Hans-Peter auf den letzten (Halbmarathon-)Metern Imposant und außergewöhnlich - der Zieleinlauf beim SwissCityMarathon
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Auf die weitere Entwicklung darf man getrost gespannt sein, denn die Organisatoren sind mit einer hohen Rückmeldequote ihrer Teilnehmerumfragen stets am Ohr des Läufers - und stets bereit für Neuerungen. Längst sind die eindrucksvollen Passagen durch das KKL, das Allmend-Stadion und die herrlich engen Gassen der Altstadt zur Normalität geworden - und beste Werbung für den Tourismus in Luzern und dem Vierwaldstättersee. Bestens angenommen wurde übrigens der Schiffstransfer vom Bahnhof zum Verkehrshaus, dem außergewöhnlichen Startareal, das 360 Tage Museum und Dokumentation der Mobilität der Schweiz ist und für den SwissCityMarathon umfangreiche Umbauten vornimmt, um als Zielareal beste Werbung für sich und die Schweiz zu machen. In Deutschland nahezu undenkbar, man müsste einmal ein Modell diskutieren, das Ziel des München-Marathon im Deutschen Museum aufbauen zu wollen…

Bericht und Fotos von Wilfried Raatz

Ergebnisse www.swisscitymarathon.ch

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