29.9.-1.10.17 - 11. EAM Kassel Marathon

Super-Gaudi trotz Super-Gau

Kassel erlebte ein denkwürdiges Marathon-Rennen mit erstem deutschen Sieger

von Christian Werth

Aus sportlicher Sicht war es fürs Kasseler Organisationsteam um Winfried Aufenanger der Super-Gau: Die fünfköpfige Marathon-Spitzengruppe wurde bei Kilometer 19 fehlgeleitet und musste das Rennen nach mehreren vergeblichen Versuchen, zurück zur Strecke zu finden, vorzeitig aufgeben. Doch was genau war passiert und wie konnte es dazu kommen? Auch einen Tag nach dem denkwürdigen Rennen, das den Kasseler Marathon unliebsam in die deutschlandweiten Gazetten gebracht hat, steht die ganz genaue Aufklärung des folgenschweren Malheurs noch aus, doch scheint sicher, dass es sich um eine Aneinanderkettung unglücklicher Umstände gehandelt haben muss.

11. EAM Kassel Marathon - Halbmarathon, Marathon und Marathonstaffeln bilden am Rennsonntag den Mittelpunkt
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Dass die Spitze des Marathon-Feldes im Stadtteil Wesertor von der Ysenburgstraße aus kommend anstatt rechts in die Josephstraße weiter geradeaus in Richtung Weserspitze gelaufen ist, lag zum einen an einer nicht vorhandenen oder aber auch durch Vandalen versetzten Absperrung. Zum anderen aber auch darin begründet, dass offensichtlich nicht alle Begleiter wussten, wo es lang ging. "Wenn man der Polizei gefolgt wäre, wäre das nicht passiert", rechtfertigte sich der polizeiliche Einsatzleiter Achim Scholz auf der anschließenden Pressekonferenz, nachdem zunächst das Gerücht umhergegangen war, dass die Polizei falsch geleitet hätte und somit für das entstandene Chaos verantwortlich sei. Der Polizeivertreter gab jedoch auch zu bedenken, dass man in diesem Jahr auf besonders viele uneinsichtige Autofahrer getroffen sei und großen Ärger mit vielfach zur Seite geschoben Absperrgittern gehabt habe.

Anstatt der Polizei muss jedoch wohl hauptsächlich dem führenden Zeitmesswagen die Schuld am bitteren Favoritensterben gegeben werden. So war der die Zeit anzeigende Führungswagen einfach gradeausgefahren, weil hier offensichtlich niemand den Weg kannte und die vorausfahrende Polizei bereits außer Sichtweite war. Das eigentliche Organisationsauto mit Winfried Aufenanger an Bord war zu diesem Zeitpunkt fatalerweise mal kurz vorneweg gefahren, um den Selbstverpflegungsstand bei km 20 zu kontrollieren.

 

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"Als ich das über Funk gehört habe, war ich erst mal schockiert", erzählte Aufenanger vom Moment des Fauxpas, mit dem wirklich keiner gerechnet hatte, und sprach selbst von "einem kaputten Rennen". Anschließend war der Chefstrippenzieher sofort zur vermeintlichen Spitze gefahren, die sich inzwischen komplett verlaufen und sich weit von der eigentlichen Strecke entfernt hatte.

Bei der Startaufstellung und auf den ersten Metern ist das Marathonelitefeld noch kompakt

"Die Athleten erzählten mir, dass es an insgesamt drei Stellen Uneinigkeit zwischen dem Führungsfahrzeug und der Polizei gegeben habe und dass sie einen Teil der Strecke auch wieder zurücklaufen mussten", berichtete Athletenmanager Matthias Ruf vom Laufzentrum Kenia von den verzweifelten Versuchen, wieder irgendwie zur Strecke zurückzukehren. So blieb letztlich nichts anderes mehr übrig, als die fünf Eliteläufer aus dem Rennen zu nehmen. Unter den vier Kenianern waren auch die beiden Erstplatzierten des Vorjahres, Edwin Kosgei und Hosea Tuei. Als Fünfter im Bunde war auch der Kasseler Einwanderer Ybekal Daniel Berye, gebürtig aus Äthiopien und für den veranstaltenden Polizeisportverein Grün-Weiß startend, betroffen.

"Wir haben uns natürlich bei den betroffenen Athleten entschuldigt, was auch so angenommen wurde mit der Ankündigung, dennoch im nächsten Jahr wiederzukommen", erklärte Aufenanger und verriet, dass man die Männer in Abstimmung mit ihrem Management mit 1.500 Euro pro Person preisgeldtechnisch so behandelt habe, als seien sie 2:15 Stunden gelaufen. "Die sind natürlich drauf angewiesen, für ihre Familien Geld mit nach Hause zu bringen. Hier liegt die Verpflichtung bei uns", sprach der Cheforganisator von einer gewissen Verantwortung.

 

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Mit Zwischenzeiten von 32:33 Minuten nach 10 km und 49:00 Minuten bei km 15 waren die Afrikaner rechnerisch betrachtet auf dem Weg zu eher mäßigen 2:17 Stunden unterwegs.

Des einen Leid, des anderen Freud´. Und auch: Glück im Unglück. So gab die Tatsache, dass zwischen dem Führungs-Quartett und dem Rest des Feldes bereits eine große Lücke entstanden war, den Verantwortlichen glücklicherweise genügend Zeit, die Absperrungssituation nachzubessern und den nachfolgenden Athleten den richtigen Weg zu weisen. Schließlich hätte ein komplett zusammenhängendes Feld wohl zu einer noch viel größeren Eigendynamik und womöglich zu einer Kettenreaktion von hunderten Irrläufern führen können. Auch wenn der Blick in die Ergebnisliste zunächst zu Zweifeln Anlass gibt - trotz guter Witterungsbedingungen blieben grade mal 16 Läufer unter 3 Stunden - bestätigte der Veranstalter später, dass wirklich nur die fünf Führenden fehlgeleitet wurden.

Die Profiteure der Fehlleitung waren die deutschen Läufer. So staunte der Sieger Maciek Miereczko nicht schlecht, als bei km 32 Winfried Aufenanger vorbeifuhr, um ihm mitzuteilen, dass er Erster sei. Der gebürtige Pole, der nach vielen Jahren in Deutschland passenderweise zu Beginn dieses Jahres die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten hatte, strich somit neben der Siegprämie auch noch den Bonus für den besten deutschen Läufer in Höhe von 2.000 Euro ein. Der wird in Kassel seit einigen Jahren ausgelobt, um neben den afrikanischen Laufkünstlern bewusst auch regionale Athleten zu fördern.

Maciek Miereczko vom VFB Erftstadt gewinnt den Marathon Frederik Unewisse von der LG Region Karlsruhe wird 2. Oliver Hoffmann vom TSV Kirchhain läuft auf Rang 3

Der 38jährige Miereczko ist längst kein Unbekannter, hat als ehemaliger Eliteläufer der LG Troisdorf 2:14 Stunden zu Buche stehen und als Vielstarter im Rheinland unzählige Läufe für sich entscheiden können.

Der Überraschungssieg in Kassel dürfte jedoch als allergrößter Erfolg in seine Vita eingehen, obwohl er eigentlich unter denkbar schlechten Vorzeichen stattfand. So war seine Tochter kurz vor dem Rennen ins Krankenhaus eingeliefert worden, weshalb Miereczko auch direkt nach dem Zieleinlauf zurück ins heimische Erftstadt fuhr und schließlich auch nicht mehr zur Pressekonferenz erschien.

 
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Auch wenn der Athlet des VfB Erftstadt die Führung beim ominösen 19. Kilometer geerbt hatte, fiel sein Sieg letztlich ungefährdet aus. Über seinen recht verhaltenen Start und frühen Kontaktverlust zur Spitze dürfte er im Nachhinein gewiss nicht traurig sein.Mit 2:27:39 Stunden lag er zwar zweieinhalb Minuten über seiner ursprünglichen Prognose, behielt jedoch stets einen beruhigenden Vorsprung vor dem Zweiten, der im Ziel immerhin gut zwei Minuten betrug. Miereczko ist damit nach bislang ausschließlich afrikanischen Erfolgen der erste deutsche Sieger in der Universitätsstadt, allerdings auch der mit Abstand langsamste. Der Veranstaltungsrekord steht in Kassel bei 2:12:55 Stunden, wobei der Sieg bislang nie über 2:16:50 Stunden wegging.

Die schnellste Marathon-Staffel stellte der PSV Grün-Weiß Kassel und schob sich mit in 2:28:30 zwischen Platz 1 und 2 der Marathonläufer Platz 4 bei den Marathonmännern holte sich Holger Aselmeyer vom Sambah-Team Tennis-Service in 2:44:23 Simon Schickert vom ASV Köln wird in 2:47:02 5. Marathonmann

In Person des Karlsruhers Frederik Unewisse konnte auch der Zweitplatzierte sein Glück kaum fassen. "Ich war natürlich ganz überrascht und zusätzlich motiviert, als ich unterwegs erfuhr, dass ich Zweiter bin. Richtig schön für uns Deutsche, auch mal vorn zu sein", berichtete der baden-württembergische Halbmarathon-Meister auf der Pressekonferenz und lobte zugleich die tolle Stimmung an der Strecke. Der 24-jährige Athlet der LG Region Karlsruhe bestritt erst seinen zweiten Marathon, nachdem er im Vorjahr in Frankfurt beachtliche 2:22:45 Stunden erzielt hatte. Nach recht verhaltenem Start hatte der Youngster auf den letzten zehn Kilometern - auch dank der Motivation der unerwarteten Platzierung - noch mal zugelegt und erreichte das Ziel in soliden 2:31:03 Stunden.

Platz drei ging nach 2:33:37 Stunden an den 33-jährigen Oliver Hoffmann vom TSV Kirchhain, der als 2:23-Marathoni in ähnlicher Preisklasse anzusiedeln ist wie Unewisse. Der Mann mit den wehenden blonden Haaren, der auch im Hindernislauf aktiv ist und mit 9:22,48 Minuten jüngst norddeutscher Meister wurde, hatte sich während des gesamten Rennens auf einem klaren dritten Platz bzw. bis km 19 auf Rang 8 befunden.

 

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Bei den Damen, die nicht von der Fehlleitung betroffen waren, setzte sich mit der jungen Kenianerin Daisy Langat die Favoritin durch. Die hochaufgeschossene Afrikanerin spulte die 42,2 km, obwohl es ihr erster Marathon war, gleichmäßig wie ein Uhrwerk ab und hatte sich kurz nach der Hälfte des Rennens von ihrer deutlich erfahreneren Landsfrau Prisca Kiprono absetzen können. Die Halbmarathon-Marke hatte man unter Eskorte eines Tempomachers in 1:20:59 Stunden zurückgelegt, ehe die Newcomerin auf sich allein gestellt war. Auch in Ermangelung der Konkurrenz war der Streckenrekord von 2:35:23 Stunden bereits früh außer Reichweite.

Daisy Langat aus Kenia gewinnt den Marathon bei den Frauen Ihre Landsfrau Prisca Kiprono wird 2. Silke Altmann vom LC Marathon Rotenburg überrascht mit Rang 3

Siegerin Langat finishte als Gesamtvierte in beachtlichen 2:39:31 Stunden. Für die hochdekorierte Kiprono, mehrfache Siegerin in Bonn, Dresden, Mannheim und an der Weinstraße, reichte es als klare Zweite nur noch zu 2:47:29 Stunden. Auf die Dritte musste man in Ermangelung weiterer afrikanischer Starterinnen lange warten. Dafür war die Rotenburgerin Silke Altmann umso überraschter, mit einer Leistung von 3:23:18 Stunden aufs Podium zu dürfen und zugleich beste Deutsche zu sein. Die 50-Jährige, Lauftreffleiterin beim LC Marathon Rotenburg, hatte mit einem ausgeglichenen Marathon-Split erfolgreich ihre ganze Erfahrung in die Waagschale geworfen.

Während es im Marathon den ersten deutschen Gesamtsieger gab, drehten die Afrikaner auf der halben Distanz den Spieß um und sorgten nach bislang ausschließlich deutschen Erfolgen sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen für äthiopische Siege.

 

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Bei den Männern fegte nach starken 1:06:43 h der Äthiopier Chalachew Tiruneh, in der Vorwoche mit 2:15 Stunden 15. beim Berlin-Marathon, ins Ziel und sorgte damit für einen neuen Streckenrekord. Mit 1:07:50 Stunden recht knapp geschlagen geben musste sich Lokalhero Jens Nerkamp, der immerhin 13 Kilometer lang Führungsluft schnuppern durfte.

Chalachew Tiruneh aus Äthiopien gewinnt den Halbmarathon Lokalmatador Jens Nerkamp vom PSV Grün-Weiß Kassel läuft auf Platz 2 ins Auestadion ein Iman Ilyas von der LG Fulda wird 3. Halbmarathonläufer

"Ich habe am Anfang versucht, das Rennen schnell zu machen, weil ich wusste, dass Chalachew zuletzt in Berlin gestartet ist und vielleicht etwas Schnelligkeit eingebüßt hat. Doch ab km 14 konnte ich nicht mehr folgen", analysierte der Grün-Weiß-Athlet, der nach sechsmonatiger Verletzung dennoch sehr zufrieden mit seinem Comeback war. Hinter dem Politik- und Germanistik-Studenten, der im Vorfeld des Marathon mit seinem Konterfei auf sämtlichen Werbebannern zu sehen war, finishte nach 1:09:23 Stunden in Person von Iman Ilyas ein weiterer afrikanischer Gastläufer, in diesem Fall in Diensten der LG Fulda. Die deutschen Plätze 2 und 3 gingen an Lokalmatador Tom Ring mit 1:10:06 Stunden und Jan Kaschura aus Holzminden mit 1:13:08 Stunden.

Die junge Kasselerin Melat Keleta, neben Nerkamp der andere grün-weiße Werbestar der Marathon-Macher, sorgte wie erwartet für den glanzvollen Damensieg im Halbmarathon. In neuer Streckenrekordzeit von 1:11:38 Stunden legte die 20-Jährige nach fast identischen Zeiten wie bei Platz 2 bei der Route du Vin in Luxemburg und ihrem Sieg in Kiel einen 1:11-Hattrick hin, wobei sie sich im Ziel so verausgabt hatte, dass sie sich übergeben musste. "Ich bin sehr glücklich mit meiner Leistung", strahlte die schüchterne Jungathletin, die vor vier Jahren von Äthiopien nach Kassel gekommen und Teil des vorbildlichen Sport-Integrationsprozesses des Polizeisportvereins geworden ist. Auch ohne deutsche Staatsbürgerschaft war Keleta bereits im Vorjahr Deutsche Meister im 10-km-Straßenlauf geworden.

Melat Keleta vom PSV Grün-Weiß Kassel ist schnellste Halbmarathonfrau Nach einer kurzen Erschöpfungspause zeigte sich die neue Streckenrekordhalterin bald wieder erholt und ... ... konnte den Zieleinlauf ihrer Vereinskollegin Anna Starostzik als Zweitplatzierte begutachten

Noch mehr genießen als die leidende Siegerin konnte ihren Zieleinlauf Lokalmatadorin Anna Starostzik, die mit 1:18:40 Stunden ebenfalls über eine tolle Leistung jubeln durfte. Die beste altersbereinigte Leistung legte jedoch die 47-jährige, ebenfalls in Diensten des PSV startende Sandra Morschner aus Sylt als Dritte mit 1:19:44 Stunden hin. Dank der in 1:26:19 Stunden Viertplatzierten Silke Optekamp, Deutsche Marathon-Meisterin von 2013, konnte der PSV Grün-Weiß sogar einen Vierfachsieg verbuchen.

Hinter seinen ganz schnellen Teilnehmern begeisterte der Kassel-Marathon einmal mehr durch seine ausgezeichnete Stimmung. Viele nutzten das Großevent als Spaß- und Erlebnislauf und genossen die ganz besondere Atmosphäre, darunter Viele auch mit Kostümierung wie beispielsweise ein Feuerwehrmann mit 15 kg schwerer Ausrüstung. So hielt der attraktive Stadtkurs rund um die Universitätsstadt erneut viele Stimmungspunkte parat und hatte bei bestem Wetter auch besonders viele Anwohner mit spontanen Grillfesten, Sektumtrunks oder Beschallungsideen an die Strecke gebracht. Die Polizei sprach von insgesamt 10.000 Fans an der Strecke. Einmal mehr ein Stimmungsgarant und zugleich Mobilisator für letzte Kraftreserven war indes der spektakuläre Zieleinlauf ins Auestadion, wo bis zu 1.500 Zuschauer warteten und die Moderatoren von Radio Hr1 jeden Finisher lautstark über die Ziellinie begleiteten.

Beim 4,2 km langen Mini-Marathon am Vortag, wo rund 4.000 Schüler aus 40 verschiedenen Schulen starteten, war im Stadion sogar noch mehr los. So musste irgendwann sogar die Haupttribüne aus Überfüllungsgründen geschlossen werden. Auch wenn die zentrale Lage Kassels dem Marathon die im Vergleich zu anderen Großveranstaltungen durchschnittlich kürzeren Anfahrtszeiten beschert, verbanden viele Auswärtige den Ausflug mit einem Stadtbummel und reisten bereits am Vortag an. So kamen die Teilnehmer am Vorabend zugleich in den Genuss der stimmungsvollen Pasta-Party. "Ich hatte die ganze Zeit ein richtiges Gänsehaut-Gefühl und habe tausende glückliche Gesichter gesehen. Überall wo man hinschaute, hat sich positive Energie entfaltet", war auch EAM-Vertreter René Schneider hellauf begeistert von dem Event. Der Energiekonzern ist seit diesem Jahr Haupt- und zugleich Titelsponsor der Kasseler Lauftage, die bereits am Freitag mit dem 500 Teilnehmer starken Bambinilauf für die Allerkleinsten begannen.

4,2 km langer Mini-Marathon am Vortag, an dem rund 4.000 Schüler aus 40 verschiedenen Schulen teilnahmen

"Auch wenn ich zunächst etwas deprimiert war, überwiegen letztlich doch die Highlights. Die Stimmung war toll, wobei vor allem die Atmosphäre während der Halbmarathon-Zieleinläufe unglaublich war", konnte später auch Cheforganisator Winfried Aufenanger seinen Frohsinn wiederfinden. Der Macher des Großevents hatte diesmal bereits im Vorfeld besonders vielen Unbilden zu begegnen, hatte wegen der zunächst parallel angesetzten Documenta-Ausstellung von Seiten der Stadt eine Terminverschiebung auferlegt bekommen und durch den letztlich parallel ausgetragenen Köln-Marathon so manch eine Absage der Marathon-Aussteller hinnehmen müssen. Zu allem Überfluss war es in der Nacht auf den Marathon-Sonntag durch einige heftige Sturmböen im Stadion zu umgestürzten Werbebauten und einer Unterbrechung der Stromversorgung gekommen, was dank vieler helfender Hände letztlich doch noch rechtzeitig repariert werden konnte.

Stimmungsvoll ist der Zieleinlauf im Auestadion - dort warten auch die begehrten Läufertrophäen
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Das Wetter während der Läufe stellte sich dafür umso freundlicher dar. Mit bewölkten 17 bis 22 Grad am Samstag-Nachmittag und überwiegend sonnigen 8 bis 20 Grad während des Marathons am Sonntag konnte man sehr zufrieden sein. Unter dem Motto "Wir bewegen die Region" verzeichneten die Veranstalter insgesamt 9.132 Meldungen, verfehlten damit allerdings das fünfstellige Vorjahresergebnis. Einen recht drastischen Schwund musste man erneut in den beiden sportlichen Hauptwettbewerben hinnehmen, wo nur noch 345 Marathonis gegenüber 419 im letzten Jahr und 1.952 Halbmarathonis gegenüber 2.377 im Vorjahr verzeichnet werden konnten. Auch bei den vierköpfigen Marathon-Staffeln gab es heuer nur noch 368 Teams, während es 2016 noch 447 gewesen waren. Zuwächse verzeichnete man bei den Bambini- und Schülerläufen.

Bericht und Fotos von Christian Werth

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