GELITA Trail Marathon Heidelberg im LaufReport wird präsentiert von

8.10.17 - 5. GELITA Trail Marathon Heidelberg

Glückliche Sieger - und ein trauriger Flo

Text von Birgit Schillinger - Fotos von Thomas Guthmann

"Voll cool", "hat richtig Spaß gemacht", "super Strecke" - die Läufer im Ziel waren sich in diesen Punkten einig. Manchmal gingen die Meinungen jedoch auseinander: "Ich liebe das Bergauflaufen." "Hier kann ich es bergab richtig krachen lassen." Und genau dieses anspruchsvolle Streckenprofil macht den Heidelberger Gelita Trailmarathon zu einer attraktiven Herausforderung. Die Devise "Herrlich, höher, härter" lockt die Harten - dieses Mal nicht in den Garten, sondern auf den Karlsplatz in der Altstadt. 1500 Startnummern für die Wertungen vom Kinderlauf über den 10km-Himmelsleitertrail bis zum Marathon wurden verkauft. Außerdem gab es eine Strecke über 30km und der Marathon konnte zu zweit oder zu fünft als Staffel absolviert werden.

Der Start zum 5. GELITA Trail Marathon Heidelberg erfolgte dieses Mal inmitten der Altstadt Heidelbergs Auf der Himmelsleiter kommt so richtig Trail-Feeling auf
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Es war mal wieder gut, dass Wettervorhersagen oft nicht genau zutreffen. Der angekündigte Regen kam nur in der Nacht, während des Wettkampfes blieb es - von oben - trocken. Dennoch waren die matschigen Wege und der Nebel im Wald eine Erschwernis: "Oben auf der Thingstätte hat man im Nebel kaum was gesehen." "Eigentlich brauchte ich wegen der Steine eine Brille, aber die musste ich absetzen, weil sie so beschlagen war", meinte die dreifache Marathonsiegerin Aoife Quigly aus England. Die 26jährige freute sich über ihren Hattrick. "Ich hatte das Gefühl, zu schnell angegangen zu sein. An der Himmelsleiter bekam ich dann Krämpfe. Aber schließlich hat es doch geklappt."

 

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Ihr Heidelberger Studium zur Konferenzdolmetscherin (Deutsch, Englisch, Französisch) ist nun beendet, sie möchte in Deutschland bleiben. Aoife ist übrigens ein irischer Vorname, der Ife ausgesprochen wird.

Nebelverhangen ist von der Thingstätte nicht viel zu sehen

Der Tag war voller Überraschungen. Als Einzelläufer war Florian Neuschwander berghoher Favorit. Damit er nicht alleine laufen muss und um das Rennen interessanter zu gestalten, wollten ihm zwei Staffeln den Sieg streitig machen. In Absprache mit Flo(rian) hat der Veranstalter eine Staffel "Beat the Flo" aus bekannten Trail-, Berg- und Marathonläufern zusammengestellt. Noch schneller wurde das Engelhorn-Sports-Team eingeschätzt. "Wahnsinn, dass es schon fünf Läufer braucht, um den Florian zu fordern", meinte ein Teilnehmer voller Anerkennung.

 

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Die Engelhorn-Staffel ging mit 10km-Spezialist Christophe Krech auch gleich in Führung, aber der Vorsprung war nach dem ersten Anstieg geringer als gehofft. Doch am Ende konnten Christophe, Steffen Ulmrich, Fritz Biniok, Florian Bausch und Kim Abel in einer starken Zeit von 2:47:56 Stunden als erste durchs Ziel auf dem Karlsplatz laufen. Dann folgte das Warten auf Flo - vergeblich. "Bei Kilometer 32 bin ich gestürzt, nicht mal auf einem Trail, sondern auf einem normalen Weg. Ich fand mich im Graben wieder, das Knie war geprellt." Er versuchte noch, die Himmelsleiter hoch zu rennen, musste aber dann aufgeben, weil das Bergablaufen unmöglich war - vier Kilometer vor dem Ziel.

Auch am Weißenstein herrscht noch immer dichter Nebel Fast schon gespenstisch taucht das Streckenmotorad mit Organisationsleiter Christian Herbert aus dem Nebel auf

So kam Pierre-Emmanuel Alexandre zu einem unerwarteten Sieg. "Bin teilweise zusammen mit Flo gelaufen, dann war ich bei Kilometer 30 plötzlich vorne. Ich fühlte mich wie auf einer Wolke und wie im Traum", freute sich der 24jährige Franzose aus Angers, der seinen Master in Stuttgart gemacht hat und nun seit Januar in Heidelberg in anorganischer Chemie promoviert. Da er in Heidelberg wohnt, ist er die Strecke abschnittsweise in den letzten zwei Monaten abgelaufen. Für ihn war es aber der erste Marathon überhaupt! "Ich hatte Krämpfe überall."

 

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Der zweitplatzierte Christian Alles hatte kaum lange Läufe in der Vorbereitung absolvieren können, da er mitten in der Organisation seiner eigenen Veranstaltung (nächste Woche Strahlenburgtrail) steckt. "Das war hart", war der 39jährige dennoch über Zeit und Platz froh.
Die zweite Frau konnte noch von ihrer Kondition zehren, die sie sich für den Jungfrau-Marathon vor vier Wochen aufgebaut hatte. Die 41jährige Eva Katz (RC Vorwärts Speyer) war zum ersten Mal beim Gelita-Trail: "Es hat auch seinen Reiz, wenn man die Strecke nicht kennt. Und sie war so schön."

Pierre-Emmanuel Alexandre gewinnt überraschend den 5. GELITA Trail Marathon Heidelberg Christian Alles läuft auf Platz 2 Der schnellste Master (1. M40) Uwe Kramp wird 3.
Nichts für reine Asphalt-Cowboys:
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Daniela Kenty, Kinder- und Jugendpsychologin aus Viernheim, kam unvorbereitet nach Heidelberg. Das Motivationstief nach dem Rennsteiglauf im Mai ist überwunden und so konnte sie vor dem letzten großen Anstieg zur Himmelsleiter an Almuth Grüber-Ahl vorbeiziehen. Almuth ist erst vor zweieinhalb Monaten zum zweiten Mal Mutter geworden und hatte sich vor wenigen Tagen - ohne lange Trainingsläufe - zum Start entschieden: "Die erste Stunde ging noch ganz gut, aber dann…"

Wer es etwas kürzer bevorzugte, hatte die 30km-Strecke gewählt. Lena Berg, die sich wegen ihres Berufes als Assistenzärztin diese Saison nun für das Laufen und zum Verzicht auf Triathlons entschlossen hat, war in 2:27 Stunden eine Klasse für sich: "Ich bin so glücklich, es lief besser als letztes Jahr."

 
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Aoife Quigly läuft zu ihrem dritten Sieg in Folge Eva Katz folgt auf Platz 2 Daniela Kenty wird 3.

In 2:09:04 Stunden gewann der 29jährige Moritz auf der Heide die 30km. Der aus Siegburg stammende und in München wohnende Bergläufer (in der deutschen Nationalmannschaft) hatte früher auch 100km-Läufe bestritten, sich aber nun auf Berge und Trails spezialisiert. Manuel Peters (Engelhorn Team) will auch mehr Trails mitmachen und freute sich über Rang zwei bei seiner ersten Heidelberg-Teilnahme: "Und ich muss sagen, es fühlt sich gut an", freute sich der SAP-Projektmanager.

Den "engelhorn sports Half-Trail" über 30km bei den Frauen gewann Lena Berg vom TV Schriesheim in 2:27:38 vor Anaïs Tommy-Martin vom DAV Ravensburg in 2:54:04 und Nadja Rothweiler (Irrläufer Mühlacker) in 2:57:23.

Für die "Kurzdistanzler" war der "On Himmelsleiter-Trail" über zehn Kilometer angeboten. Einmal steil rauf und ebenfalls steil wieder runter - das war perfekt für Adrian Niski: "Genau richtig für mich. Ich kann gut bergab rennen", erklärte der Sportpädagogik-Student seinen Erfolg. Emil Leibrock lief auf Rang 2. Der drittplatzierte Michael Harsch konnte seine Streckenkenntnisse ausnutzen: "Das ist meine Hausstrecke."

Die 23jährige Italienerin Beatrice Casati ist erst vor zwei Tagen in Heidelberg zum Masterstudium (Krebs-Biologie) eingetroffen. Und gleich gelang ihr ein souveräner Sieg - obwohl sie in einer Kurve schwer stürzte. "Ich habe sie stürzen sehen, hätte nicht gedacht, dass wie weiterläuft", meinte respektvoll ein Mitläufer. Vor Beatrice´ Schwester Federica kam Valerie Moser aus Offenburg, eigentlich Bahn- und Straßenläuferin (9:53 min auf 3000m), ins Ziel.

Die Polizei regelt am Langen Kirschbaum den Verkehr Auf der Himmelsleiter muss das Bike getragen werden beim neuen Wettbewerb MTB & Run

Neu im Programm war der Wettbewerb MTB & Run, bei dem zwei Athleten und ein Fahrrad die 30km bewältigen. Beide dürfen sich abwechseln, wann und wo sie wollen. Aber bei dem siegreichen Duo blieb Frank Siegel immer im Sattel (bis auf die verpflichtenden Schiebepassagen), während Kai Schlachter die ganze Strecke lief.

Auch auf dem Rad hat die Strecke ihre Tücken. Die Führungsradler sind daher allesamt hervorragende Mountainbiker, auch beispielsweise der hessische Meister Frank Eitel musste sich anstrengen, das Läufertempo bergauf mitzuhalten.

"Hat richtig Spaß gemacht"- begeistert im Ziel beim 5. GELITA Trail Marathon Heidelberg Birgit Schillinger Im Gespräch mit dem "gestürzten" Favoriten Florian Neuschwander
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"Wieso heißt der Lauf eigentlich Gelita?", fragten manche Teilnehmer wegen des Titelsponsors. Gelita aus Eberbach stellt Gelatine her, außerdem auch Kollagen und Kollagenpeptide. Die Produkte werden in der Lebensmittel- und Pharma-Branche verwendet. Die Sponsoren sind ebenso wichtig wie die zahlreichen (sehr netten) Helfer, die den Lauf möglich und beliebt machen. Daher viel Lob für den Veranstalter M3-Sport, unter der Regie von Christian Herbert. "Die Markierungen und Streckenposten sind ausreichend, auch wenn man alleine unterwegs war" sowie: "Die Verpflegung auf der Strecke und im Ziel ist prima."

B. Schillinger
Bericht von Birgit Schillinger - Fotos von Thomas Guthmann
Weitere Fotos unter www.lauf-fotos.de
T. Guthmann
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Ergebnisse www.trailmarathon-heidelberg.de
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