14.10.17 - 21. Bad Dürkheimer Berglauf

Alle Schikanen inklusive - Dürkheimer Berglauf lässt keinen Anstieg aus

Text von Birgit Schillinger- Fotos von Johann Till

Informationen zum Lauf 2018 - siehe Ankündigung im WO LÄUFT`S WIE?

"Die Strecke sollte so schwer wie möglich werden, alle Schikanen sollten enthalten sein", gibt der "Vater" des Dürkheimer Berglaufs zu: Henning Schneehage freut sich immer schelmisch, wenn Läufer über seinen Lauf klagen: "Der Berglauf in Dürkheim ist extrem hart!" "Diese dauernden Wechsel und der steile Anstieg am Schluss sind eine Quälerei…" Auf direktem Wege wäre der Lauf von Dürkheim bis zum Bismarckturm nur 4,3 Kilometer lang und hätte nur 370 Höhenmeter. Durch Umwege und Abwärts-Passagen kommen 8,7 Kilometer und 510 Höhenmeter zusammen, die "ganz gemein" auf verschiedene Steilstücke, Treppen und Trails verteilt sind.

Nichts für reine Asphalt-Cowboys:
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Zum 21. Mal lockte der beliebte Lauf wieder über 300 Starter in die Kurstadt mit Weinfass, Thermalbad und Salinen. 20 Jahre lang war der Initiator Schneehage auch Cheforganisator, nun hat Michael Röper das Amt übernommen. Das Team mit 70 Helfern ist eingespielt, da passt alles. Im Ziel organisiert nun Edeka Stiegler die Bewirtung. Doch die Zielverpflegung muss man sich hart verdienen: Den letzten steilen Anstieg kann man kaum noch rennen, begleitet von Kuhglocken schleichen die Athleten den Geiersbrunnen hinauf.

Jonas Lehmann führt das Rennen an Daniel Debertin folgt auf Rang 2 Job Marcel wird Dritter

Jonas Lehmann (TUS Heltersberg) wurde seiner Favoritenrolle gerecht. Im Alleingang siegte er zum sechsten Mal - dieses Jahr in 33:41 Minuten, was nur zwei Sekunden mehr als seine letztjährige Bestzeit bedeutet: "Die Strecke war perfekt - sehr gut gepflegt." Der Kaderathlet des deutschen Berglaufteams hat momentan in der Pfalz keinen Konkurrenten - daher liegt er auch beim Pfälzer Berglauf-Pokal uneinholbar in Führung und wird auch dort zum sechsten Mal gewinnen. Seit 2009 hat er sich auf das Berglaufen verlegt. Trainiert wird sechs Mal in der Woche abends nach der Arbeit: Der 28jährige Saarländer studierte Maschinenbau in Kaiserslautern und arbeitet nun bei Bosch in Homburg. Sein diesjähriges Highlight: der Sieg beim Inferno-Schilthorn Halbmarathon mit 2200 Höhenmetern.

Schnellste Frau am Berg: Anja Schröder Anna Clipet folgt als Zweite 3. wird Sabine Roschy

Bei den Frauen gab es eine Überraschungssiegerin: Anja Schröder war zwar auch schon mal Dritte in Dürkheim, aber nun kam sie mit 46:12 Minuten sogar als erste Frau ins Ziel am Bismarckturm. Die 28jährige Rechtsanwältin arbeitet und wohnt in Heidelberg, kommt jedoch aus Wachenheim. Sie startet selten und dann fast nur bei Läufen in der Nähe: immer Dürkheim und auch mal Kalmit. Im Sommer hält sie sich auch durch Mountainbiken fit. Etwas Fitness-Training (zu Hause, nicht im Studio) ergänzt die zwei Laufeinheiten pro Woche. Die Sieger durften einen großen Präsentkorb, liebevoll zusammengestellt von Weingut Mesel, nach Hause schleppen. Auch für die weiteren Plätze gab es attraktive Geschenke: Daniel Debertin (LG Region Karlsruhe) und Anna Clipet (Landau Running Company) konnten sich über ihren Silberplatz vor Marcel Job (TV Maikammer) bzw. Sabine Roschy (RC Vorwärts Speyer) freuen.

Die ersten 3 Männer im Ziel mit dem 3. Job Marcel (280), dem Sieger Jonas Lehmann (1) und dem 2. Daniel Debartin (206) Die 3 schnellsten Frauen bei der Siegerehrung mit vlnr. Sabine Roschy (3), Anja Schröder (1) und Anna Clipet (2) Jüngster (Lars Orschel) und ältester (Ludwid Mesel) Teilnehmer

Apropos Mesel: Ludwig Mesel ist als Läufer des ausrichtenden LC Bad Dürkheim jedes Jahr dabei. Vor dem Lauf bringt er mit seinem Lastwagen die Geschenke in die Halle, dann die Garnituren hoch ans Ziel, radelt mit dem Fahrrad durch den Wald runter zum Start - und läuft mit. Dieses Jahr hat es wieder zu einem Sieg in der Altersklasse gereicht: in der M80 - Ludwig ist 82 Jahre alt!

Berglauf scheint im Alter attraktiver zu sein: Sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern war die am stärksten besetzte Altersklassen die der 50-54 Jährigen. Bei den Frauen z.B. waren im vorderen Drittel fast 40 Prozent aus der W50.

Das beste kommt zum Schluss ... ... mit der Einkehr am Sekt- und Knabberstand beim Bergablaufen nach dem Rennen
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Na, in dem Alter sollte man wenigstens seinen Alkoholpegel kennen, den man verträgt. Das ist auch wichtig, wenn man nach dem Wettkampf beim Bergablaufen am Sektstand (Jetzt weiß ich, warum kaum einer den Bus nimmt…) vorbeikommt. Da haben die Anwohner jedes Jahr eigens anlässlich des Berglaufs ein Zelt aufgebaut, bieten Sekt und Knabbersachen an. Der folgende, letzte Kilometer zurück zur Halle läuft sich dann besonders beschwingt. Zum Glück gibt es beim LC dann auch noch die Grundlage nachträglich dazu - leckere, belegte Brötchen, herzhafter Zwiebelkuchen oder süße Kuchen.

J. Till
Bericht von Birgit Schillinger - Fotos von Johann Till
B. Schillinger
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