8.10.17 - 11. Volksbank Albstadt Citylauf

Wetterglück in Albstadt-Ebingen

von Constanze & Walter Wagner 

Viele weitere Bilder in den Foto-Impressionen im LaufReport HIER

Wir berichten aus Albstadt. Von wo? - Tut mir leid, liebe Albstädter, aber der Bekanntheitsgrad der nach der Gebietsreform entstandenen Großen Kreisstadt scheint längst noch nicht flächendeckend.

Auch Ebingen als größter Ort des Zusammenschlusses ist oft nicht mehr allgegenwärtig. Da ist ein ideenreicher Event-Veranstalter am Ort von Vorteil, der dank seiner internationalen Aktivitäten den Stadtnamen in die Welt hinaus trägt. Stephan Salscheider ist mit seiner Agentur Skyder Sportpromotion schwerpunktmäßig im Radsport tätig. Ein Bericht im LaufReport über ein Langzeitradrennen, das Skyder im Rahmen des ZDF Fernsehgartens veranstaltete, war erster Berührungspunkt.

 
Banner anklicken - informieren
LaufReport-Info zum Trierer Stadtlauf HIER

Großes Colorspektakulum - wohl dem der in der neutralen Zone läuft

Geburtshelfer des Albstädter Citylaufs war auch der Radrennsport. Als vor über einem Jahrzehnt die Dopingquerelen der Pedaleure nicht enden wollten, verstimmte dies Sponsoren und Partner dermaßen, dass Stephan Salscheider die Sportart am Unternehmensstandort wechselte, noch bevor es zur vorgesehenen Radrennveranstaltung kam. Seither, und nun zum elften Mal, kommen die Lauffreunde aus dem Zollernalbkreis sowie von fern gern nach Albstadt-Ebingen, zwischen Stuttgart und dem Bodensee gelegen. Geboten wird ein kurzweiliges Sportprogramm, das die Zuschauer an die Strecke lockt. Für jeden ist etwas dabei, über Fitness, Fun und Charity kommt es zum Kräftemessen der Elite. Doch hier vom alleinigen Höhepunkt des Citylaufs zu sprechen, wäre falsch.

Salscheider und sein Team sind längst visierte Laufsportveranstalter und lassen nichts unversucht, den Citylauf noch attraktiver zu machen. Schon immer stark frequentiert war der Charitylauf für Kinder und Jugendliche, bei dem es darum geht, möglichst viele Runden zu absolvieren und damit den Spendenbetrag in die Höhe zu treiben. Mit 6.869 Runden stellten die Kids einen neuen Rekord auf. Noch anziehender ist der Charity Run seit dem letzten Jahr geworden, seit er den Namenszusatz Color trägt und einige gar nicht genug abbekommen können vom lebensmitteltauglichen Farbpulver.

 

Banner anklicken - informieren
LR- Info Bitburger 0,0% Silvesterlauf Trier HIER

Versteht sich, dass Wetterglück ganz oben auf der Wunschliste der Organisation steht und dieser Wunsch wurde nun zum elften Mal erfüllt. Für die Feuerwehr hieß es am Ende C-Rohr-frei, denn die Farbe musste ja wieder runter vom Asphalt.

Mutter, Tochter + Sohn: das Team LiLoMi mit Linda, Loris und Mick gewann die Mixedwertung in 19:42 auf der 4km langen Strecke Vater + Tochter: Marlene und Albert liefen für den namensgebenden Sponsor Volksbank Albstadt mit 24:25 auf Platz 4 in der Mixedwertung Opa + Enkel: den 2. Platz in der Mixedwertung holten sich Markus und Mika von den Elgnir Runners in 22:08
Der umfangreiche Renntag des 11. Volksbank Albstadt Citylauf begann mit dem neu ins Programm genommenen Fitnesslauf und Generationenlauf. Beliebig viele Läufer aus verschiedenen Generationen liefen als ein Team. Sie mussten aber einen Altersunterschied von mindestens 20 Jahren vom Jüngsten zum Ältesten aufweisen. So konnten Vater und Sohn, Großvater und alle seine Nachkommen, aber auch ein Lehrer mit seinen Schülern oder der Chef mit seinen Azubis laufen. Die Zeit des letzten Läufers zählte.
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

Doch das Neueste kam zuerst: Fitness- und Generationenlauf

Gemeinsam starteten und eröffneten diese beiden erstmals angebotenen Läufe den Wettkampfbetrieb. Über zwei Runden, ergo 4 Kilometer, wurden die ersten Siegerinnen und Sieger des Tages ermittelt. Ein echter Einsteigerlauf. In Kombination mit dem Generationenlauf war ein Zögern unnötig, denn auf der Runde tummelten sich Großeltern und Kinder, da brauchten Fitnessläufer am Beginn einer Sportkarriere nicht fürchten, noch nicht flott genug zu sein. Letztendlich demonstriert man, etwas für seine Gesundheit zu tun. Da dies ein generationenübergreifender Aspekt ist, passte insofern die Zusammenlegung perfekt. Organisatorisch war der Generationenlauf günstiger angeboten, weshalb eine Prüfung angedroht war. Ob bei Nichterfüllung der Voraussetzungen Generationenläufer zum Fitnesslauf und zur Nachzahlung gebeten wurden, ist nicht bekannt.

Generationenteams waren nicht in der Teilnehmerzahl limitiert, nur musste im Team ein Altersunterschied von mindestens 20 Jahren gegeben sein. Dazu brauchte es auch nicht zwingend einer Verwandtschaft, es war auch Firmenteams und Schulen die Teilnahme möglich, also etwa Lehrern mit Schülern. Die Klassierung erfolgte nach einem simplen Prinzip, die Zeit des langsamsten Teammitglieds zählte. Ausdrücklich war daran gedacht, dass man sich im Team unterstützt.

 
Banner anklicken - informieren
LaufReport-Info zum Paderborner Osterlauf HIER

Dass der Spaß dabei groß geschrieben war und es nicht mit großem Ernst um Plätze ging, kann man sich vorstellen. Eine Reihe von Sonderwertungen, zunächst war der größte Altersunterschied im Team oder das größte Team an sich als Sonderwertung ausgeschrieben, könnte in der Zukunft das Ganze noch attraktiver machen. Stephan Salscheider freute sich über die geglückte Premiere und sieht gute Chancen, dass sich der Generationenlauf rasch entwickeln wird.

Der Fitnesslauf und Generationenlauf über 4km startete gemeinsam, so liefen die Mitarbeiterinnen der Volksbank Albstadt Carolin und Jasmin beim Fitnesslauf während Heidi (mitte) mit ihrem Enkel beim Generationenlauf ihre Fitness erfolgreich unter Beweis stellte Auf Fitness folgt Fun. Beim 6km langen Funlauf gibt es neben Einzel- auch eine Firmen- und Behördenwertung für Teams. Die Mabitz-Emele Runners erreichen am Ende Rang 5. Markus Straub (152) und Simon Friedrich (7) werden gut zweieinhalb Stunden später noch beim Hauptlauf über 10km starten Mountainbike-Kaderathletin Ronja Eibl wird als Favoritin am Start des Funlaufs von Veranstalter Stephan Salscheider vorgestellt

Firmen- und Behördenwertung beim Funlauf

Drei Runden waren gefordert und somit eine Distanz von 6 Kilometern. Noch gelingt es nicht in dem Maße die Unternehmen zur Teilnahme zu bewegen, wie man es andernorts bei Firmenläufen erlebt. Doch das Skyder-Team gibt nicht auf und wird weiterhin versuchen den richtigen Schalter ausfindig zu machen, um diesen dann umzulegen.

Dabei sind es bereits jetzt, bei rund 170 Läuferinnen und Läufern, aufgrund der unterschiedlichen Leistungen viele Überrundungen, die die kurze Runde mit Leben füllen. Ambitionierte nutzen den Funlauf zum Aufwärmen, obwohl sie damit vor dem Problem stehen, dass sie die Zeit zum Hauptlauf, über zwei Stunden, überbrücken müssen.

 

Banner anklicken - informieren
LaufReport-Info FRANKLIN Meilenlauf Mannheim HIER

Beim Generationenlauf wurde es teils vorgemacht und auch beim Funlauf liefen nicht alle gegeneinander, sondern gern auch miteinander. Die Moderatoren ließen die Spannung um Sieg und Plätze zwar schon deutlich ansteigen, doch die doppelte Zeit wie die Schnellsten zu beanspruchen, erhöhte keineswegs die Kosten. Sicher wurde so manches virtuelle Messer gewetzt um Kollegen und die Konkurrenz abzuhängen, aber alles auf dem Boden der Fairness.

Der Funlauf startet über drei Runden mit einer Länge von 6 Kilometern Handballspieler der HSG-Albstadt mit viel Spaß am Funlauf werden später auch noch beim Hauptlauf gesichtet

Ganz vorne hatte sich sogleich ein Duo abgesetzt, das schon früh demonstrierte, dass der Sieg hier ausgetragen wird. Noch eindeutiger war der Ausgang bei den Frauen recht bald als One-Woman-Show. Am Ende schaffte ein Dutzend Männer unter 4-Minuten-Schnitt zu bleiben und wenn auch Platz 1 und 2 an Mabitz-Emele Runners ging, so war Simon Friedrich dominant und ließ Dominik Hermle nur den zweiten Rang. Geschenke gab es also auf der Strecke keine, Simon Friedrich behielt in 20:42 min die Oberhand, Dominik Hermle passiert drei Sekunden dahinter die Ziellinie. Mit auf die Siegertribüne durfte Uwe Beil vom TSV Hossingen, der nach 21:38 min Rang drei sicher nach Hause brachte.

Die Mabitz-Emele Runners Simon Friedrich (Nr. 7) und Dominik Hermle im Duell um Platz 1 im Funlauf, das Friedrich für sich entscheiden wird Ronja Eibl (586) vom Gonso-Simplon Racing Team überrundet bei ihrem schnellen Lauf auf der Funstrecke auch schon mal die ein oder andere Läuferin Ricarda Hotz von Rebi Running hält den geringsten Abstand zur Führenden und wird 2. Funlauf-Frau

Ronja Eibl vom GONSO-SIMPLON Racing Team strebt zwar eine Karriere als Radprofi an, doch auch beim Laufen wurde sie zur Favorit erkoren und bereits vor dem Start vorgestellt und interviewt. Sie ist im Mountainbike Nationalkader und schon in der U17 Landesmeisterin geworden. Die 18jährige Abiturientin weiß, dass es mit der Finanzierung des MB-Sports nicht rosig aussieht und plant auf jeden Fall zu studieren, gern in Richtung Medizin.

Zum Mountainbike gehört auch Lauftraining und dort ist Axel Kästle ihr Trainer. Der konnte sie nun als Moderator auch gut beobachten. Gefordert wurde sie allerdings nicht, denn der Sieg in 23:14 min war zu keiner Zeit in Gefahr. Ricarda Hotz als Zweite in 25:36 min und Nadda Sagr, Dritte in 28:15 min, zeigten ansprechende Leistungen ohne der Bundesliga-Mountainbikerin zu sehr auf den Pelz zu rücken.

 

Banner anklicken - informieren
LR-Info zum Hockenheimring-Lauf HIER

Die Firmen- und Behördenwertung ist als Team-Bewerb ausgeschrieben, bei der die besten 5 einer Behörde oder Firma in die Platzzifferwertung kommen. Mit nur 23 Punkten holte sich das REBI Running Team deutlich den Sieg.

Großes Farbspektakel wird beim Charitylauf erwartet, bei dem innerhalb einer Stunde eine 400m Runde möglichst oft gelaufen wird. Das Organisations- und Moderatorenduo Stephan Salscheider (re) und Axel Kästle erläutern mithilfe des Zeitnehmers der Firma sportservice hamburg GbR was es zu beachten gilt. Wer nicht soviel Color verträgt kann auch in der neutralen Zone laufen

Charity Lauf mit Farbe im Rennen

Kaum zu glauben, aber mit der Laufzeit von einer Stunde waren es die Schülerinnen und Schüler aller Altersklassen, denen der längste Lauf bevorstand, als um 13.00 Uhr der Startschuss fiel. Noch dazu erschwerten Farbpulver-werfende Helfer das Laufen. Konnten viele nicht buntgenug werden, schien einigen das Pulver etwas zu viel des Guten zu sein. Es gab aber auch eine neutrale Zone, in der man der Staubwolke weitgehend aus dem Wege ging. 567 Läuferinnen und Läufer hatten nach unterschiedlichen Taktiken am Ende 6.869 Runden absolviert, die beim Charity-Lauf 400 Meter lang war.

Brillen werden verteilt an Teilnehmer und ... ... an jene, die der Strecke nahe kommen ... ... denn gleich geht´s bunt rund

Jederzeit konnten die Kinder den Lauf beenden oder nach einer Unterbrechung erholt noch die eine oder andere Runde beisteuern. Den Überblick behielt wohl nur noch die Chiptechnik des Zeitnahme-Unternehmens, - das alleine zählt. Zugesagte Beträge erbringen so eine beachtliche Spendenaktion, die in diesem Jahr einen Krankenhausbau in Nepal zugesprochen wurde. Der Eifer der Kinder ist mittlerweile bekannt und die ‚Rundenhonorare' fallen nicht mehr ganz so großzügig aus und dennoch wächst der Gesamtbetrag weiterhin an. Die pulverisierte Lebensmittelfarbe soll abwaschbar sein, was bei dem Ausmaß der Farbkleckse unbedingt stimmen sollte. Zum Schutz der Augen wurden vor dem Start Brillen ausgegeben, ganz ohne Reibungsverluste geht so eine Farbschlacht aber dann doch nicht über die Bühne, was der besonderen Beliebtheit dieses bunten Elements aber keinen Abbruch tut.

16 Runden schafften Dustin und sein "Fahrer" von der Schloßberg Realschule Ebingen, bei ihrer 3. Teilnahme am Charitylauf Erstaunlich viele Kinder liefen die komplette Stunde beim Charitylauf durch
Schüler und Schülerinnen konnten kostenlos am Charitylauf, der im Rahmen des Volksbank Ebingen Citylaufs in Kooperation mit dem Rotary Club Ebingen ausgetragen wurde teilnehmen. Die Läufer suchten sich eigene Sponsoren (Oma, Opa, Eltern, Bekannte und Freunde, Firmen, etc…) die sich bereit erklärten einen bestimmten Geldbetrag pro Runde an ihren Läufer zu bezahlen! Von den 567 teilnehmenden Kindern wurden 6869 Runden gelaufen. Das Gymnasium Ebingen lief mit 22 Runden die meisten.

Hauptlauf: Alle gegen Kenia

Am Rande des Geschehens trafen nach und nach jene ein, denen man schon lange entgegen fieberte. Wieder hatte es der Veranstalter ermöglicht, den Zuschauern ein paar Asse auch der deutschen Laufszene zu präsentieren. Dass dies Jahr für Jahr schwierig ist, wird kaum jemand bezweifeln. Schaut man in den Laufkalender des Oktobers stellt man sich unweigerlich die Frage, wer soll denn all diese Rennen bestreiten. Richard Ringer, viele Male Topläufer in Albstadt und ernster Gegner der afrikanischen Armada zog einen Start über 10 km in Berlin vor. Nicht wenige der vielen Marathonläufe des Wochenendes buhlten auch auf kürzeren Distanzen um jede Startgebühr. Daneben sind es immer mehr Frauen-, Firmen und Spaßläufe, die wie Piranhas die Stücke aus dem Feld reißen.

Schluss mit lustig ... ... es wird Zeit für das Finale, den Hauplauf

Skyder Promotion kann sich dem nicht entziehen und schaffte es bis jetzt noch immer einen sportlich interessanten, unterhaltsamen und vielseitigen Citylauf anzubieten, bei dem sich die Volksbank Albstadt und weitere Unterstützer gern engagieren. Dabei geht es nicht nur um hohe Teilnehmerzahlen, es muss auch die Albstädter Bewohner einbeziehen, die gern an die Strecke kommen. Stephan Salscheider war anfangs geschockt, als 14 Tage vor dem Lauf nur wenige Anmeldungen vorlagen: "Mountain Biker melden sich ein Jahr vor dem Rennen an." Doch mit den Jahren sieht er das gelassen und weiß, dass die Läufer zum Albstadt Citylauf kommen. Schwieriger ist es bei der Elite und doch hat sich auch hier noch immer ein spannendes Rennen entwickelt. Axel Kästle hat aus seiner Zeit als erstklassiger Mittelstreckenläufer die Kontakte und Erfahrung mitgebracht. Privat Rechtsanwalt bekommt er noch jedes Mal die Verträge unter Dach und Fach um Spitzensport in der Zollernalb zu bieten.

Vorstellung der internationalen Athleten kurz vor dem Start des Hauptlaufs mit v.l. Charles Wachira Maina, Patrick Kimeli, Bethwel Chemweno und Joyce Jemutai Mit Corinna Harrer (Nr. 5) und Elena Burkard konnte der Veranstalter auch zwei nationale Laufgrößen präsentieren

Bei den Männern war dem Manager dreier Kenianer im Prinzip klar, wer derzeit die besseren Karten in der Hand hält. Ein Streckenrekord wäre deshalb so nach dem Geschmack der ostafrikanischen Abordnung gewesen. Bei den Frauen war Joyce Jemutai zwar ohne afrikanische Konkurrenz, doch hier war es dem Veranstalter gelungen mit Corrina Harrer eine erstklassige Läuferin aus Deutschland zu verpflichten. Mit Elena Burkard war eine weitere Läuferin im Rennen, der man einiges zutraute.

Der 10km Hauplauf führt über 5 Runden á 2 Kilometer

Nur 5:40 min mussten sich die Zuschauer im Start-Ziel-Areal gedulden, dann war bereits die erste von fünf 2-km-Runden Geschichte und das Feld hatte sich zumindest etwas vorsortiert. Charles Wachira Maina (M35) und Bethwel Kiprono Chemweno führten und nur vier Sekunden zurück lag Patrick Kiprono Kimeli, der für den USC Heidelberg startet.

Charles Wachira Maina und Bethwel Chemweno haben sich nach einer Runde von Patrick Kimeli und dem Rest des Feldes abgesetzt Gemeinsam mit der führenden Frau Joyce Jemutai in der Verfolgung v.l. Patrick Weisser, Andreas Schindler und Simon Friedrich

Patrick Weisser (VFB LC Friedrichshafen), Simon Friedrich (jetzt für Volksbank Albstadt und seinen Verein TSV Straßberg gemeldet) und M40er Andreas Schindler von der LG Steinlach-Zollern hatten sich als Verfolger formiert und die erste Runde zeitgleich in 6:24 min absolviert.

Es war Joyce Jemutai, die sich dieser ersten Verfolgungsgruppe anschloss und damit sogleich einen Vorsprung bei den Frauen herstellen konnte. Corinna Harrer von der LG Telis Finanz Regensburg hatte die erste Runde in 6:43 min absolviert gefolgt von Elena Burkard (LG Farbtex Nordschwarzwald) drei Sekunden zurück. Eine überraschend starke weitere Läuferin zeigte sich nicht, die drei genannten Läuferinnen würden die Treppchenplätze unter sich ausmachen.

Erste Verfolgerin der führenden Frau ist Corinna Harrer Elena Burkard hat sich an Position 3 gesetzt. Hinter ihr Vereinskollege Christian Lenk von der LG Farbtex Nordschwarzwald, der als 14. Mann ins Ziel läuft Verena Mikeleit (909) vom TSV Ottenbach gewinnt als 4. Frau die W40, Caren Hummel (Hubermasche & friends) hinter ihr als 5. die U20

Bei den Männern drückte Charles Maina aufs Tempo und setzte sich bereits am Ende der zweiten Runde etwas ab. Das deutsche Trio blieb noch zusammen, weiterhin verstärkt durch Joyce Jemutai. Corinna Harrer war offenbar von einer Erkältung nicht groß zurückgeworfen, die ihren Start beim Köln Marathon über die halbe Distanz unmöglich machte. An die Rundenzeiten der Führenden kam sie aber nicht heran, während Elena Burkard jede Runde auf sie weitere Sekunden verlor.

 

Banner anklicken - informieren
LR-Info zum Darmstadt Cross HIER

Luca Sättle (KHM) gewinnt die U18 Moritz Grillmeier (270) vom VFB LC Friedrichshafen ist schnellster der U16, Helge Frey von der HSG Albstadt wird 2. der U18 Erich Faist vom SV Schapbach gewinnt die M55 Karl Freund aus Albstadt ist in der M75 der Schnellste Karin Neuweiler-Stock (bcs-schilling) gewinnt die W60

Maina lief kontinuierlich allein an der Spitze und konnte mit den zunehmenden Überrundungen nicht ganz den Rekordkurs halten. Nach 29:18 min kam er als Sieger über die Ziellinie. Bethwel Chemweno wurde in 29:34 min Zweiter und Patrick Kimeli komplettierte in 30:09 min das kenianische Siegertrio. Aus den Verfolgern war es Patrick Weisser, der U20-Läufer, der seine Landsleute, aber auch die schnelle Kenianerin, niederringen konnte. In seinem erst zweiten 10 km Lauf wurde der 19jährige Maschinenbaustudent, Duales Studium bei MTU Friedrichshafen, in 32:51 min Vierter. Sein Debüt gab er vor einem Jahr an gleicher Stelle, war 9 Sekunden langsamer und wurde Dreizehnter. Er bevorzugt 800m und 1500 Bahnrennen mit PB 1:53,14 und 3:51,03 min. Sein größter Erfolg in diesem Jahr war die Bronzemedaille bei den Deutschen U20 Meisterschaften über 1500 m in Ulm. In den Wintermonaten will der Schützling des Trainergespanns Birgit und Eckhardt Sperlich Cross- und Hallenrennen bestreiten.

Charles Wachira Maina gewinnt in 29:18 den 11. Volksbank Albstadt Citylauf Patrick Weisser vom VFB LC Friedrichshafen freut sich über Platz 4 und Sieg in der U20 als schnellster nationaler Läufer

Auf den weiteren Rängen kamen Doppelstarter Simon Friedrich in 33:06 min und M40-Sieger Andreas Schindler in 33:38 min über die Ziellinie. Dreizehn Läufer blieben unter der 35 min Marken. Simon Friedrich wurde bei seinem Berlin Marathon Opfer der mäßigen Bedingungen und musste nach 34 Kilometern mit Muskelproblemen schauen, das Ziel überhaupt zu erreichen. 2:37 h bei dem Vorhaben unter 2:30 h zu bleiben, waren für ihn enttäuschend.

Als Fünfte ins Ziel kam aber Joyce Jemutai, die in 32:57 min über die Strecke fegte. Die 29jährige kommt aus Iten im Hochland von Kenia und verfügt wohl über eine PB von 31:27 min über 10 km. Es war ihr dritter Start in Deutschland nach Schortens Jever Fun Lauf, wo sie über 10 Englische Meilen in 52:30 min knapp geschlagen Zweite wurde. Beim Alsterlauf in Hamburg wurde sie über 10 Kilometer in 32:39 ebenfalls Zweite.

Joyce Jemutai läuft als schnellste Frau nach 32:57 ins Ziel Corinna Harrer von der LG Finanz Regensburg wird von Axel Kästle, dem sportlichen Leiter des Citylaufs und selbst erfahrener Laufathlet mit einer pB von 3:44 über 1500m, auf Platz 2 begrüßt

Corinna Harrer war mit ihrer Leistung vollauf zufrieden, behauptete in 34:08 min den zweiten Rang. Es war die Erstteilnahme der 26jährigen beim Albstadt Citylauf. Es war ein guter Trainingslauf für einen Halbmarathonstart, der nach der erforderlich gewordenen Absage von Köln nun eventuell in Valencia am kommenden Wochenende sein könnte. Nach dem Umstieg von den Mittelstrecken traut sie sich eine 1:11 bis 1:12 h über Halbmarathon zu. Einen Marathonstart schließt sie nicht aus, aber erst in 2 bis 3 Jahren.

Nach weiteren Zielen befragt, nennt Corinna Harrer den Darmstadt Cross. Dort kann sie sich aber nicht für die Cross-Europameisterschaft qualifizieren, doch dafür extra nach Tilburg zu fahren, wo am gleichen Tag ein Qualifikationsrennen ausgetragen wird, das will sie nicht. Die 36fache Deutsche Meisterin und Olympiateilnehmerin 2012 hat Bestzeiten von 33:30 über 10 km, 32:27,75 über 10.000m. Über 3000 m wurde die Regensburgerin in der Halle 2013 Vize-Europameisterin.

Das Siegerpodest der schnellsten Männer des 11. Volksbank Albstadt Citylauf mit v.l. dem Sieger Charles Wachira Maina, dem 2. Bethwel Chemweno und dem 3. Patrick Kimeli Die schnellsten Frauen komprimiert auf dem höchsten Podest mit der Siegerin Joyce Jemutai, der 2. Corrina Harrer und der 3. Elena Burkard

Auch für Elena Burkard war es die erste Teilnahme in Albstadt. Ihren Auftritt verdankte man Axel Kästle, der hatte ihr den Lauf empfohlen. Fünf Jahre studierte sie in San Francisco Chemie und macht derzeit ein Mastersstudium in Tübingen. Nach 34:44 min war die Mittelstreckenläuferin als Dritte im Ziel. Das war Bestzeit, aber: "Das ich 10 km gelaufen bin, eine 38er Zeit, ist schon lange her." In Herrenberg fand sie sich mit 37:38 in einer Ergebnisliste vom April 2011.

Neben den Mittelstrecken, im Sommer lief sie in Erfurt 1500 m in 4:10,92, über 3000 in Köngen 9:05,28, ist Crosslauf ihr eigentliches Metier. Hier sind auch ihre nächsten Stationen in Pforzheim und in Darmstadt, oder eben doch in Tilburg, denn bei der Cross-EM im slowakischen Samorin am 10. Dezember würde sie doch gern im Nationalteam starten. 2010 in Portugal und 2011 in Slowenien war sie bereits für das DLV-Team bei Cross-Europameisterschaften im Einsatz, damals noch in der U20.

Geehrt wurden auch die schnellsten Mannschaften im Hauptlauf Diese gewann der VFB LC Friedrichshafen mit v.l. Vincent Mariathasan (10.), Michael Tuttas (8.) und Patrick Weisser (4.). Der 4. Läufer des Vereins Moritz Grillmeier kam zwar nicht in die Mannschaft, war aber in der U16 unschlagbar

Die 3er-Mannschaftswertung im Hauptlauf gewann der VFB LC Friedrichshafen in 1:41:44 vor REBI Running (1:50:04) und GEKO Racing / TV Onstmettingen (1:53:58).

Zügig wurden die Siegerehrungen durchgeführt. Laufsport satt hatte man in Albstadt erlebt und es galt nun alles wieder abzubauen und so herzustellen, als sei gar kein Citylauf gewesen. Mehrere Feuerwehrmänner betrachteten den sich langziehenden Farbklecks, dem sie nun mit Wasser begegnen wollten. Die Deadline war ausgegeben und alles packte an: "Zum Tatort sind wir fertig!"

Veranstalterchef Stephan Salscheider (mit Kappe) und der sportliche Leiter Axel Kästle informierten rund um den 11. Volksbank Albstadt Citylauf vom Fitnesslauf bis zur Siegerehrung Am Ende gehörte die Bühne allen Altersklassensiegern des 11. Volksbank Albstadt Citylauf
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

Und 2018 wird es wieder heiße Rennen geben, an dem Ort Deutschlands, an dem die kälteste Temperatur jemals gemessen wurde: -37° einfach sibirisch. Doch zum Volksbank Albstadt Citylauf gibt es ja das permanente Wetterglück.

Bericht und Fotos von Constanze & Walter Wagner

Foto-Impressionen im LaufReport HIER
Ergebnisse www.albstadt-citylauf.de
Zu aktuellen Inhalten im LaufReport HIER

LaufReport ist für Leser gratis. Finanzierbar werden die Reportagen dank der eingefügten Bannerwerbung.
Hier im Überblick alle Werbeflächen dieses Beitrags im Miniaturformat direkt zum Anklicken:

© copyright
Die Verwertung von Texten und Fotos, insbesondere durch Vervielfältigung oder Verbreitung auch in elektronischer Form, ist ohne Zustimmung der LaufReport.de Redaktion (Adresse im IMPRESSUM) unzulässig und strafbar, soweit sich aus dem Urhebergesetz nichts anderes ergibt.