7.9.19 - 9. "Bawwehaiser Altstadtfestlauf" in Babenhausen

Volkslauf mit angeschlossenem Festbetrieb

von Thomas Disser 

Es gibt sie noch, die Hessen. Dialekt ist - überwiegend auf dem Land - noch zu hören, aber zu lesen ist es kaum. Reiben wir uns die Augen und versuchen herauszufinden, wo dieser Lauf stattgefunden hat. In Babenhausen, Kreis Darmstadt-Dieburg. DI - DA - DI. Früher hatten sie schon mal das Autokennzeichen DI, dann DA und jetzt wieder DI.

Der Lauf ist eingebettet in das schöne Fest in der Altstadt, das in diesem Jahr zum 40. Mal stattfindet. Das sorgt für deutlich mehr Zuschauer als bei einem Volkslauf ohne angeschlossenen Festbetrieb. Zwar genügt uns Läufern nach dem Wettkampf ein ordentliches Kuchenbuffet.

 
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Eine schöne Bier-Insel mit frisch gezapftem Kaltgetränk motiviert aber noch mehr, zumindest bis zur Siegerehrung oder noch länger zu verweilen. Eine win-win-Situation, auch für den Lauf-Veranstalter. Der Verein TV 1891 Babenhausen bewirtschaftet den Marktplatz, auf dem auch die Siegerehrung stattfindet. So kann sich die Laufabteilung auf den Wettkampf konzentrieren und die tolle Bühne sowie die Essensangebote für die Siegerehrung nutzen. Anmeldung und Startunterlagen in der TV-Halle, Start/Ziel-Bereich, der Marktplatz, all dies ist in Minutenschnelle erreicht.

10 Kilometer, für Walker 5,2 km und für KInder 1 km und 2 km standen beim 9. "Bawwehaiser Altstadtfestlauf" im Angebot
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Der Wettkampf ging nun zum neunten Mal durch die Babenhäuser Innenstadt, inklusive einem Schlenker raus aufs Land. Laut Veranstalter auf neuer Strecke mit stärkerer Tuchfühlung zum Altstadtfest. Für die Festbesucher dürfte die Tuchfühlung allerdings nicht zu störendem Schweißgeruch durch die Athleten geführt haben. Temperaturen um die 13 Grad und anfangs etwas Nieselregen waren das perfekte Laufwetter. Vereinzelt gab es wieder lange Hosen und Jacken als Wettkampf-Outfit zu sehen, was allerdings nicht nötig gewesen wäre.

Der Startschuss für insgesamt 317 Teilnehmer knallte insgesamt viermal: Um 14 Uhr für die Jüngsten über 1 km bis Jahrgang 2012, dann im 15-Minuten-Takt für die 1 km der Jahrgänge 2008 bis 2011 und die Jugendlichen über 2 km bis Jahrgang 2000. Walker über 5,2 km und der Hauptlauf über 10 km starteten gemeinsam um 15 Uhr. Der Hauptlauf geht in die Serienwertung zum Cordenka-Laufcup ein. Die Schülerläufe zählen zur Main-Echo Kids Challenge.

 
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Warm-Up der Kleinsten bis Jahrgang 2012 Start zum Jugendlauf über 2 km

5,2 und 10 km auf einer 2,4 km langen Runde unterzubringen, ist rechnerisch kein Problem. Der Start wird um 400 Meter nach hinten verschoben, dann passt es. Die Nicht-Warmläufer müssen sich eben ein paar Meter zur Startlinie bewegen.

Der neue Stadt-Kurs führt übrigens eine sehr gut laufbare Strecke, ohne Engstellen oder gemeine 180°-Wendepunkte. Die Startgebühren sehr moderat, und für die Schüler sogar kostenlos, da sich hierfür ein lokaler Sponsor gefunden hat. Sportförderung im besten Sinne.

Beim ersten Start der 38 Jüngsten über 1 km waren die Mädchen in der Mehrheit, 21 zu 17. Gleich zwei Jungen holten sich zeitgleich den Sieg in 4:25 Minuten: Patrick Hornung (Schule im Kirchgarten) und Maximilian Icaza Grammig (TSG Kleinostheim). In 4:49 Minuten gewann Madita Veith vom TV Schweinheim die weibliche U8.

Übrigens eine richtige Entscheidung des Veranstalters, die beiden 1 km-Läufe zu trennen. Damit gibt es weniger Gedränge am Start und die kleinsten Gewinner sind nachher im Ziel auch wirklich vorne.

 
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10 km-Siegerin Martina Schiel von der TSG Kleinostheim Noch mehr schnelle Damen: links Simone Gries 1. W50, mitte Rosemarie Eser, 1. W65, rechts Beate Münch, 2. W50 Sportliche Schwestern: Hannah 2. WU10 und Madita Veith 1. WU8 vom TV Schweinheim

Beim Start der Jahrgänge 2008 bis 2011 wurden schon 75 gezählt, davon 32 Mädchen und 43 Jungen. Dort geht es naturgemäß aktiver zur Sache, was den besten Startplatz angeht. Im Ziel gab es einen Schluss-Spurt der Sieger. Oskar Deppisch vom TV Schweinheim hatte die Nase vorn und gewann in 3:51 Minuten die M12. Nur eine Sekunde später gewann Maja Levatic die W12. Drittplatzierte in diesem lauf war bereits die W10-Läuferin Linnea Koch von DJK Aschaffenburg. Den ersten Platz der M10 erreichte Henrik Jakob vom TV Schweinheim in 3:54 Minuten.

Nun waren die Jugendlichen bis M/W16 über 2 km an der Reihe. 46 insgesamt, 16 weiblich und 30 männlich. Valentin Angerer von der TSG Kleinostheim blieb alleine unter 7 Minuten, 6:55 war seine Zeit. Luise Angerer, ebenfalls TSG Kleinostheim gewann bei den jungen Damen in 9:16 Minuten.

15 Walking-Teilnehmer wurden auf der Walking-Strecke über 5,2 km gewertet. Monika Fischer-Krapp vom TSV Langstadt holte sich in 38:36 Minuten den ersten Platz.
Beim Hauptlauf über 10 km waren 143 Teilnehmer am Start. Sogar mit Pacemaker, wann gibt es das für eine Veranstaltung dieser Größenordnung.

Pacemaker für 10 km, Zeit ist klar 10 km: Entspannung vor dem Start, wird sich gleich ändern

Sebastian Seidel vom TV Goldbach und Jamil Adak vom TAV Eppertshausen bildeten ein schnelles Duett. Seidel konnte sich den Gesamtsieg in 33:34 Minuten mit 3 Sekunden Vorsprung sichern. Dritter wurde Joshua Müller in 34:56 Minuten, der für Drahtesel-Lützelbach/TV Miltenberg an den Start gegangen war.

Da ich selbst am 10er teilnahm, gibt es vom LaufReport-er zwangsläufig kein Foto vom Zieleinlauf des Siegers. Ich hatte allerdings mein Erlebnis mit dem Führungs-Duo am Ende meiner zweiten Runde. Die schnellen Jungs waren schon bei km 7,5. Der Voraus-Radfahrer signalisiert dem Streckensprecher die Führenden an, der gleich darauf die beiden ankündigt: "Da kommen die Letzten, nein die ersten beiden Letzten, nein die beiden letzten Ersten, ach ihr wisst schon wen ich meine". Klasse Moderation!

Die schnellste Frau erwische ich dann doch, am Ende meiner dritten Runde kommt sie gerade ins Ziel. Martina Schiel von der TSG Kleinostheim gewinnt in 40:59 Minuten. Zweite Frau ist Denise Schmidt von 3defacto Team SC Darmstadt in 41:29 Minuten. Der Dritte Platz geht an Dr. Sevim Haas in 41:37 Minuten.

Jung geblieben: von links Joachim Quaiser, 2. M70, Gerd Brand vom TV Haibach, 3. M70, Erich Weiher vom TV Goldbach 1. M80, Helmut Hartl, LT Pitschdapper Babenhausen, 1. M75 (... Moderator Florian Schwanke) Für Verpflegung war reichlich gesorgt, es musste nicht getankt werden
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Im Zentrum der Altstadt ein schöner, kleiner Markplatz, voller Besucher. Der Profi-Moderator Florian Schmanke, bekannt durch seine Auftritte unter anderem beim Schlossgrabenfest in Darmstadt, führt durch das Nachmittagsprogramm. Dazu gehören auch die Siegerehrungen für den Altstadtfestlauf, die Wartezeiten dazwischen wurden mit magischen und tänzerischen Darbietungen verkürzt. Perfektes Angebot an Verpflegung nach einem Lauf, inklusive der bereits erwähnten Bier-Insel. Da lässt es sich gut aushalten, um die Gesamt- und Altersklassen-Sieger auf der Bühne ordentlich zu feiern.

Die 10. Austragung des Bawwehaiser Altstadtlaufes 2020 hat das Orga-Team schon im Blick. Ein kleines Veranstaltungs-Jubiläum, das motiviert alle Beteiligten, erneut einen sehr gut organisierten Lauf wie in diesem Jahr auf die Beine zu stellen.

Die Cordenka-Cup-Laufteilnehmer hatten übrigens wenig Zeit für Erholung. Auf dem Parkplatz verabredete man sich schon "machts gut, bis morsche früh dann, in Elsefeld". Diesmal in Unterfränkisch.

Bericht und Fotos von Thomas Disser

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