9.9.18 - 15. Nibelungenlauf in Worms

Kleines Jubiläum mit großem Teilnehmerzuwachs

Über 1700 Teilnehmer im Ziel

von Jörg Engelhardt 

Das sind die wesentlichen Schlagzeilen der heutigen Auflage im Telegrammstil kurz auf den Punkt gebracht. Allerdings gab es am Rande, dieser insgesamt sehr gelungen Veranstaltungen, auch negative Erscheinungen zu beobachten, für die jedoch keinesfalls das Organisationsteam rund um seinen Leiter Dieter Holz verantwortlich gemacht werden kann. Das in weiten Teilen wortwörtlich zu nehmende "Familienunternehmen" hatte nämlich im Vorfeld alles Menschenmögliche getan, um den anwesenden Teilnehmern eine Veranstaltung zu ermöglichen, an die sich die überwiegende Mehrheit der aktiven Läufer sicherlich gerne zurückerinnern wird. Zumal die sportliche Bilanz, wie auch die positive Resonanz der anwesenden Sportler, keinen anderen Schluss zulassen kann.

Über 1700 Läufer erobern die Wormser Innenstadt Auch Zeugnisse der modernen Kunst, verleihen der Nibelungenstadt Worms ihren ganz eigenen Charme
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Dennoch sollten die negativen Randerscheinungen, die zu einer eher nachdenklichen Stimmungslage führen können, nicht völlig unerwähnt bleiben, wenn man dem Verlauf des heutigen Ereignisses gerecht werden will. Deshalb wird auch am Ende dieser Reportage, ein kurzer Abriss über die angedeuteten Wahrnehmungen des Verfassers erfolgen, ohne sie zu stark in den Vordergrund zu rücken. Denn auch die heutige Auflage war trotz dieser kleinen Unpässlichkeiten, ein absolut erlebenswertes Läuferfest, das bei Würdigung aller Umstände, Lust auf das Wiederkommen macht.

 
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Das belegen schon die nackten Zahlen. 160 laufbegeisterte Menschen mehr im Ziel, als im ohnehin schon gut frequentierten Vorjahr, sind ein eindrucksvoller Beleg hierfür. Dies umso mehr, als das gerade der zweite Sonntag im September traditionell vollgepackt ist, mit ebenfalls sehr empfehlenswerten Veranstaltungen, die jedem ambitionierten Läufer die Wahl alles andere als leicht machen. Alleine im Umkreis von weniger als 100 Km fanden an diesem Sonntag 8 weitere renommierte Volks- und Straßenläufe statt. Doch die Nibelungenstadt am Rhein rief, wie alle Jahre wieder, zu einem Wochenende mit Sport und Kultur und die Menschen kamen mit Freude und ohne Reue. Es kamen nicht nur viele der Protagonisten zurück, die schon in der jüngeren Vergangenheit im Kampf um das Gesamtklassement oder auch die Podiumsplätze der verschiedenen Altersklassen eine herausragende Rolle gespielt haben, es kamen auch neue und überwiegend strahlende Gesichter und das nicht nur aus Deutschland und Europa, sondern auch aus anderen Erdteilen dieser Welt. Die sportlichen Ereignisse dieses Tages, sollten dies in den Ergebnislisten sehr gut widerspiegeln.

Der Kreisverkehr an der Berliner Straße zieht noch ein paar Zuschauer an Aus der Innenstadt kommend, dürfen die Teilnehmer noch einmal eine große Schleife über den Festplatz laufen, bevor es durch den Zielkanal geht

5 Km - Schülerlauf

Hier konnte Simon Trampusch (U16), der anders als die meisten seiner Altersgenossen nicht für seine Schule, sondern für seinen Sportverein TuS Framersheim an der Startlinie stand, ein deutliches Ausrufezeichen setzen. In einer Endzeit von 17:44 erzielte er nicht nur einen ungefährdeten Sieg, sondern auch eine Zeit, mit der er den größten Teil der erwachsenen Männer auf dieser Distanz wahrscheinlich hinter sich lassen würde. In diesem Lebensalter schon ein solch hohes Tempo laufen zu können, lässt "Großes" für die Zukunft erhoffen. Zwischen ihm und dem zweitplatzierten Niklas Mahlig (mc-Jugend HSG Worms - 1. U14) lagen satte 33 Sekunden, obwohl auch diese Marke von 18:17 im Schülerbereich alles andere als von schlechten Eltern ist. Moritz Muth (2. U16) vom Gauß-Gymnasium in Worms erlief sich in 20:02 den letzten freien Platz auf dem Siegertreppchen und konnte mit einem beinahe glatten 4-Minuten-Schnitt pro Kilometer eine ebenfalls sehr überzeugende Leistung abliefern.

Bei den Schülerinnen war Leni Gassem (U12) vom zahlreich vertretenen Rudi-Stephan-Gymnasium in Worms das Maß aller Dinge. Sie gewann den Lauf ebenfalls in 22:10 mit 33 Sekunden Vorsprung vor der gut 4 Jahre älteren Nastassia Gutschakowski (U16) von der Westend-Realschule Worms, die sich ebenfalls in Worms befindet. Hier betrug die Endzeit 22:43. Welche auch wieder ein komfortables Polster auf die drittplatzierte Pauline Nultsch (Elektro Knies GmbH - U14) bedeutete. Die wiederum konnte ihren Lauf erfolgreich nach 23:15 beenden. Insgesamt kam eine stolze Anzahl von 259 Mädchen und Jungen wohlbehalten ins Ziel.

5 Km - Frauenlauf

Auch hier gab es mit Laetitia Bury (Eleonoren-Gymnasium) eine deutliche Siegerin. Nach 21:03 blieb für sie die Uhr stehen. Es dauerte über eine Minute bis mit Nicole Tripoli (Bäcker Görtz Herzschlag Team) nach 22:05 die nächste Läuferin den Zielstrich überquerte. Die nach ihr folgende Susanne Broich ( SSG Sparkasse Vorderpfalz) erreichte zwar exakt die gleiche Bruttozeit, wurde aber wegen ihrer höheren Nettozeit, auf den dritten Platz verwiesen.

Die schnellsten Frauen im 5 Km Frauenlauf auf einem Bild. Von links nach rechts: Susanne Broich (3.), Nicole Tripoli (2.), Vivian Mohr, Gewinnerin Laetitia Bury, Stefanie Roth (4.) und Natalia Mikhailova (5.) War heute mal nicht nur im Radio zu hören, sondern obendrein auch noch vom anwesenden Publikum gut zu sehen: SWR 1 Moderator und Zielsprecher Veit Berthold

5 Km Ü60-Lauf

Dieser Lauf wurde vor 12 Monaten gerade mal von 3 Frauen und 10 Männern gebucht und so fanden sich auch dieses Mal wieder mehrere Teilnehmer im Feld, die es vorzogen ihre Kräfte mit deutlich jüngeren Läufern zu messen. Dennoch liefen in diesem Jahr mit 8 Frauen und 12 Männern deutlich mehr Aktive über die Ziellinie als vor 12 Monaten und auch die Siegerzeiten bei den diesmal Anwesenden waren wesentlich besser.

Werner Burckhardt (LT Rheinhessen-Pfalz), der im Vorjahr auf den zweiten Platz laufen konnte, war hier der Protagonist des Tages. Letztes Jahr noch nach 24:58 ins Ziel gekommen, steigerte er sich diesmal um über 2 Minuten und konnte nach 22:52 als stolzer Sieger die Ziellinie passieren. Den Silberrang erlief sich Igor Kaduschek (ohne Verein), der mit 23:16 immer noch über eine Minute schneller war als der letztjährige Triumphator Armin Bamberger, der diesmal nicht antrat. Lediglich auf dem Bronzeplatz landete der gleiche Läufer wie 2017. Manfred Röhrig (SG Stern Mannheim) blieb in Zeit und Platz auf dem nahezu gleichen Level, bis auf einen kleinen Unterschied von immerhin 8 Sekunden. Nach 26:13 hatte er seinen Vorjahresrang gefestigt und sich immerhin, wenn auch nur um wenige Sekunden gesteigert.

 
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In der Frauenkonkurrenz erlief sich mit Prof. Dr. Edeltraud Dörr von der TSG 08 Roth eine mittelfränkische Teilnehmerin den Siegerkranz. Sie verbesserte die Siegerzeit von Steffi Hackl aus dem Vorjahr um satte 1:45 min. Am Ende konnte sie sich über eine Zeit von 25:37 freuen. Die pensionierte Akademikerin ist ohnehin sehr vielseitig und podiumserfahren, was sie zuletzt vor 3 Wochen beim Nürnberger Halbmarathon unter Beweis stellen konnte, dort belegte sie zwar "nur" den 2. Platz in der Gesamtwertung, jedoch nicht auf dieser Distanz, sondern über 10-km Nordic Walking. Zwischen ihr und der nach ihr folgenden Karin Strasser (Laufperlen) lagen exakt 10 Minuten und 23 Sekunden. Eine glatte 36:00 stand am Ende des Tages für die Zweitplatzierte in der Ergebnisliste. Damit war auch sie um über 2 Minuten schneller als ihre Vorgängerin Edeltraud Baum. Auf diesen Nachnahmen hört übrigens auch Badnebender Baum, die sich wiederum 39 Sekunden später den 3. Platz sichert und nach 36:39 ihr Rennen beendet.

Unter dem Strich befand sich auch diese Ausscheidung auf der Erfolgsspur, was sowohl in der Teilnehmerzahl als auch in den Resultaten zum Ausdruck kam.

10 Km Walking

Aus Sicherheitsgründen, konnte hier das klassische " Nordic Walking" nicht durchgeführt werden, weil das Verletzungsrisiko für die zeitgleich gestarteten Läuferinnen und Läufer sonst viel zu hoch wäre. Also wurden vernünftigerweise nur Walker ohne Stöcke auf die Strecke gelassen.

Auch hier gab es wieder einen deutlichen Zuwachs an Teilnehmern zu verzeichnen. Statt 38 Walker vor 12 Monaten, von denen 12 männlich und 26 weiblich waren, kamen diesmal 82 Frauen und Männer ins Ziel. 49 Frauen und 33 Männer konnte Moderator und Zielsprecher Veit Berthold am Ende begrüßen. Keine Frage: Dieser Wettbewerb hatte den stärksten Zuwachs zu verzeichnen.

 

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Übrigens ist Renolit SE der Name eines Unternehmens mit über 4500 Mitarbeitern, das seit über 70 Jahren Folien und Kunststoffprodukte fertigt und weltweit in über 20 Ländern auf mehreren Kontinenten Niederlassungen aufgebaut hat. Der Stammsitz dieser Firma befindet sich in Worms und so lädt die Wormser Zentrale die aktiven Läufer unter ihren Mitarbeitern aus den anderen Ländern in die Nibelungenstadt ein, um an diesem Lauf teilzunehmen. Anders würde eine so hohe internationale Resonanz auch gar nicht zustande kommen. Denn darüber hinaus ist das Teilnehmerfeld doch eher regional geprägt. Lediglich die nahe an Worms liegenden Bundesländer Hessen, Baden-Württemberg, Bayern, sowie das Saarland entsenden noch eine größere Anzahl von Teilnehmern, die nicht aus Rheinland-Pfalz kommen.

Noch kann der spätere 2. im 10 Km Lauf Dominik Wehrhan (PST Trier), dem überlegenen Sieger Selama Tesfamari-Estopia folgen. Am Ende werden zwischen diesen Beiden über 3 Minuten liegen Der spätere 3. im 10 Km Lauf Hannes Christiansen (1. FC Kaiserslautern), setzt zum Angriff auf den noch vor ihm liegenden Michael Meinecke (Kindertisch) an

10 Km Lauf

Der Lauf mit der höchsten Teilnehmerresonanz sollte sich zum absoluten Höhepunkt des Tages entwickeln. In der Frauenkonkurrenz schoss, die im Trikot des USC Mainz laufende, aber für die Nelly-Sachs IGS in Worms gestartete Larissa Löb den Vogel ab. In der Abwesenheit von Vanessa Fischer aus Mainz, die noch vor 12 Monaten hier triumphiert hatte, siegte die gerade einmal 16 Jahre junge Schülerin unangefochten in 38:58. Sie war damit auch die einzige Aktive des Tages, die es fertig gebracht hat, zum zweiten Mal hintereinander hier zu gewinnen. Gelang es ihr im letzten Jahr noch den 5-Km-Lauf der Schülerinnen für sich zu entscheiden, so musste diesmal die doppelt so lange Distanz bei den Erwachsenen dafür herhalten. Die älteren und erfahreneren Frauen hatten nicht die Spur einer Chance. Die zweitplatzierte Anne-Sophie Häuser (Hochschule Worms) konnte erst über 2 Minuten nach ihr den Zielstrich überqueren und in 41:13 ihren Lauf zu Ende bringen. Es sah zwar lange so aus als könnte ihr Bianca Weide (Röchling Sports Club) diesen Platz noch streitig machen, doch am Ende verblieb noch ein Abstand von 13 Sekunden auf den 3. Platz.

Duell um Platz 1 in der M60: Berthold Mehlmann von Stimmel-Sports (links) wird 2., Massoud Jalalpoor von GRACE (mitte) gewinnt Die Siegerehrung der 3 schnellsten Frauen über 10 Km. Von links nach rechts: 3. Bianca Weide (Röchling Sports Club), 2. Anne-Sophie Häuser (Hochschule Worms) und die Siegerin Larissa Löb (Nelly-Sachs-IGS Worms). Rechts davon: Organisationschef Dieter Holz

Bei den Männern kam hinsichtlich der Platzierung ebenfalls keine Spannung auf. Das Spannungsmoment kam eher über die Frage nach der Endzeit zu Stande. Schon bei Km 2 hatte Selama Tesfamari-Estopia, der mittlerweile die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, seinen ärgsten Widersacher Dominik Wehrhan (PST Trier) vollständig abgehängt. Am Ende stand für ihn nicht nur ein völlig ungefährdeter Sieg zu Buche, sondern eine Endzeit, die hier in Worms in Zukunft kein Läufer mehr so schnell unterbieten wird. Bei 30:57 blieb für ihn die Uhr stehen. Das wird hier an dieser Stelle keiner mehr toppen können, es sei denn, der Mann mit den ostafrikanischen Wurzeln, tritt im nächsten Jahr wieder hier an. Ansonsten war diese Leistung das herausragende Ereignis dieser Veranstaltung.

Der schon früh geschlagene Dominik Wehrhan (PST Trier) war zu dieser Zeit noch über 3 Minuten lang unterwegs und trotzdem aber immer noch wesentlich schneller, als Daniel Mengsteab, bei seinem letztjährigen Triumph. Nach 34:12 war für ihn der zweite Platz gesichert. Es vergingen auch hier wieder über 2 Minuten ehe Hannes Christiansen vom 1. FC Kaiserslautern den letzten freien Podestplatz einnehmen konnte. Mit 36:14 sicherte er das Podium ab. Darüber hinaus blieben weitere 14 Läufer unter der 40-Minuten-Schallmauer. In dieser Häufigkeit, ist dies eigentlich nur noch sehr selten der Fall.

Gewann schon bei der Erstausgabe 2004 den Halbmarathon beim Nibelungenlauf und setzte auch nun wieder zum Sieg in seiner Altersklasse an. 1. M50 und 6. insgesamt: Thorsten Weiler ( LLG Wonnegau) Matthias Müller konnte den Vorjahressieger entthronen und den Halbmarathon für sich entscheiden Sascha Brenner musste diesmal mit dem 2. Platz Vorlieb nehmen

Halbmarathon

Ausgerechnet der Hauptlauf konnte dieses Mal nicht mit derartigen Leistungen aufwarten. Denn etwa 45 Minuten nach dem Startschuss stiegen die Temperaturen schlagartig an. Das führte dazu, dass die Teilnehmer auf der längsten Distanz auch mit den schwierigsten Bedingungen zu kämpfen hatten. Außerdem war dieses Rennen, als das einzige im Rahmen dieser Ausgabe von einem Teilnehmerrückgang gekennzeichnet. Die Veranstalter konnten dies verschmerzen, da es bei allen anderen Läufen deutliche Anstiege bei den Finisherzahlen zu verzeichnen gab. So kamen am Ende des Halbmarathons nur 352 Läufer ins Ziel. 22 weniger als im Jahr zuvor.

Titelverteidiger Sascha Brenner (Brenner Fahrzeugservice Mannheim) traf in diesem Jahr auf Matthias Müller (Renolit SE), einen erfahrenen und leistungsstärkeren Gegner. Der blieb drei Minuten unter Brenners Zeit aus dem Vorjahr und siegte in 1:14:27 h. Sascha Brenner erreichte als Zweiter nach 1:17:58 h das Ziel.

War heute der älteste Teilnehmer im Feld und blieb im Halbmarathon immer noch unter der 2,5 Stundenmarke. Der 84jährige Engelbert Müller vom TV Warzen Das Halbmarathonpodium der Männer: 1. Matthias Müller (Renolit SE) und Sascha Brenner (Brenner Fahrzeugbetriebe). Nicht im Bild der 3. Ivan San Juan Navarcorena, der schon auf dem Weg zum Flughafen war

Mit Ivan San Juan Navarcorena wiederholte ein alter Bekannter seinen Erfolg aus dem letzten Jahr und rundete in 1:18:39 h das Podium ab. Er war auch der Einzige unter den ersten 3, der sich im Vergleich zum Vorjahr noch eindrucksvoll verbessern konnte. Insgesamt konnte er sich noch an gleicher Stelle um 41 Sekunden steigern und auf den undankbaren 4. Platz eine volle Minute Vorsprung herauslaufen. Der Österreicher Fabian Hatzak (LAC Harlekin) musste mit 1:19:39 h dennoch nicht leer ausgehen und wurde mit dem 1. Platz in der M30 belohnt, so dass sich auch für ihn die Reise in die Nibelungenstadt gelohnt hatte.

Auch bei den Frauen sollte es zu langsameren Zeiten kommen, die drastische Temperatursteigerung fiel auch hier eher negativ ins Gewicht. Vorjahressiegerin Lena Berg war diesmal nicht angetreten und so konnte die im letzten Jahr noch unterlegene Stephanie Gilfrich-Schneider vom USC Mainz endlich ihren allersten Sieg feiern. Die Juristin im Ministerialdienst durfte sich obendrein über eine deutliche Verbesserung ihrer Endzeit freuen und erzielte in 1:24:44 eine neue persönliche Bestzeit. Was umso erstaunlicher ist, da die Tagessiegerin neben ihrer Teilzeitstelle beim Land Rheinland-Pfalz, zwei kleine Kinder groß zieht. Also kann man ihren Erfolg mit Fug und Recht als eine herausragende Leistung bezeichnen, zumal auch sie in der aufkommenden Schwüle des Vormittages, die nicht gerade besten Voraussetzungen vorgefunden hatte.

Strahlt über ihren Sieg im Halbmarathon und stellt dabei obendrein noch eine neue persönliche Bestzeit auf. Stephanie Gilfrich-Schneider vom USC Mainz Nehmen den Sieg im Halbmarathon mit strahlender Eleganz entgegen. Von links nach rechts: Regina Höhn (3.) vom TV Rodenbach, Stephanie Gilfrich-Schneider (1.) vom USC Mainz sowie die Ungarin Eszter Varga

Sie wurde mit den Bedingungen noch am besten fertig und konnte die zweitplatzierte Eszter Varga aus Ungarn (1:28:19 h) um stattliche 3 min. und 35 sec. hinter sich lassen. Die wiederum hatte schon wesentlich mehr Mühe um Regina Höhn (TV Rodenbach) zu distanzieren. Die Tagesdritte erreichte in 1:28:34 den Bronzeplatz und hatte ihrerseits ein sehr beruhigendes Polster von fast 4 Minuten auf Karoline Bladt (BBS Wirtschaft Worms), die sich nach 1:32:30 h aber immer noch über den Sieg in der WHK freuen konnte.

Randerscheinungen

86 Frauen und 266 Männer kamen am Ende des Tages ins Ziel. Eigentlich nur positive Ergebnisse sollte man meinen und doch fand sich ob der vielen erfreulichen Ereignisse der Jubiläumsauflage, der ein oder andere Wehrmutstropfen im Freudenbecher wieder. Einer dieser Wehrmutstropfen war zum Beispiel die doch sehr geringe Unterstützung durch die Wormser Bevölkerung, von ganz wenigen Stellen im Innenstadtbereich einmal abgesehen. Lediglich an den Hotspots Kreisel Berliner Ring, TE Bahnhofstr., Fußgängerzone Kämmererstraße, Marktplatz und Ludwigstraße sowie bei den platzierten Trommlern befanden sich größere Zuschauergruppen.

Ohne sie wäre die Absperrung und Sicherung der Laufstrecke nicht möglich gewesen. Die fleißigen Helfer vom THW Der Massageservice, der von auszubildenden Physiotherapeutinnen am Klinikum im Worms durchgeführt wurde, lockte viele Teilnehmer noch einmal nach der Dusche zurück ins Festzelt

Es fiel auch auf, dass mehrere Autofahrer versuchten, die aufgestellten Absperrvorrichtungen rechtswidrig zu umfahren. Dabei war die vollständige Sperrung des gesamten Innenstadtbereichs für den Autoverkehr bis 12.30 Uhr schon Tage vorher rechtzeitig bekannt gegeben worden. Aggressive Pöbeleien gegen Helfer und Streckenposten durch ungehaltene Auto- aber auch Fahrradfahrer waren schon auch in der Vergangenheit immer mal wieder ein Problem. An diesem Sonntag war dieses unschöne "Phänomen" zwar kaum noch, aber immerhin ab und an trotzdem noch zu beobachten. Auch die bei anderen Stadtläufen schon obligatorischen Trommelgruppen, mussten nach dem Willen der Wohnbevölkerung dem Streckenrand fernbleiben. In früheren Jahren hat es die hier mal gegeben. Ebenso sucht man die andernorts anwesenden DJ's vergebens. Von einer etwaigen Unterstützung durch zum Beispiel Wasserduschen, die die Anwohner in anderen Städten freiwillig installieren, mal ganz zu schweigen. Zumindest im Start- und Zielbereich stehen auf den letzten 50 Metern bis zum Zieleinlauf die Menschen noch in Zweierreihen um die Läufer mit Applaus zu empfangen. Die typische Stadtlaufatmosphäre kann so nicht aufkommen.

Besonders die Zielverpflegung wurde von den meisten Teilnehmern sehr gelobt. Es gab eine sehr große Auswahl an Obst und auch Getränken. Alkoholfreies Bier gab es in 4 Geschmacksrichtungen Auch der Zieleinlauf förderte ein strahlendes Lächeln bei Lea Burckhardt vom Bäcker Görtz Herzschlagteam zutage
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Auch das Verhalten vieler, vor allem erfolgreicher Teilnehmer lässt mittlerweile stark zu wünschen übrig. Viele der zahlreich vom Veranstalter zur Verfügung gestellten Preise wurden nicht abgeholt. Das Veranstaltungsteam äußerte enttäuscht und war verärgert. Dieter Holz: "Eine Veranstaltung endet mit der Siegerehrung." Das Fernbleiben ist unfair gegenüber den anderen Sportlern und den ehrenamtlichen Machern, die viel Zeit investieren, um eine solche Veranstaltung zur Freude der Teilnehmer auf die Beine zu stellen. Es führt auch immer mehr dazu, das langjährige Mitarbeiter bei solchen Events, irgendwann die Lust zur Mitarbeit verlieren. Immer mehr Läufer wollen nur noch laufen und sofort wieder nach Hause. Dass die Vorbereitung und Durchführung solcher Laufveranstaltungen oftmals Monate unentgeltlicher Arbeit voraussetzt, interessiert nur noch wenige. Läufer wollen zwar laufen, sind sich aber oftmals nicht bewusst darüber, dass das ohne die Veranstalter gar nicht möglich wäre. Bleibt nur zu hoffen, dass die Organisatoren, hier wie auch andernorts, sich davon nicht unterkriegen lassen und weitermachen. Denn unterm Strich war auch die 15. Auflage eine wiederum rundum gelungene Veranstaltung und es wäre schade, wenn es sie irgendwann nicht mehr gäbe, weil niemand mehr bereit wäre, sie überhaupt durch zu führen.

Bericht und Fotos von Jörg Engelhardt

 unter Sportonline-Foto.de

Ergebnisse www.nibelungenlauf.de

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