23.9.18 - 36. Fiducia & GAD Baden-Marathon Karlsruhe

Auf Simone und auf Simon war Verlass

Engelsgeflüster am Rande: "Ich finde meine Flügel nicht mehr"

von Constanze & Walter Wagner & Hannes Blank  

Unwetter mit Orkan und Starkregen, das versprachen die Warnungen für den Sonntag. Der langanhaltende Sommer würde sein Ende finden. Die Wettervorhersagen variierten allenfalls in der Zeitangabe, wann es so richtig ungemütlich werden sollte. Für die Teilnehmer der 36. Auflage des Baden-Marathon mehr noch als für die Zuschauer stellte sich die schwierige Kleiderfrage. Irgendwie war es aber für wasserabweisendes Plastik noch zu warm und hinterher waren auch jene schlauer, die in Erwartung des Herbsteinbruchs doch zu viele Schichten aufgelegt hatten.

War man mit einem blauen Auge gut vom angekündigten heftigen Regen davon gekommen, blieb doch ein leistungsmindernder Wind Thema des Tages, der schließlich ausgewachsen als ‚Fabienne' für Schlagzeilen sorgte. Dass es zunächst eher moderat blies, zeigte sich am Nachmittag, denn da wurde es im Süden der Nation wirklich ungemütlich. Bäume wurden entwurzelt, Hausdächer und Stromleitungen beschädigt, Starkregen löste auf den Autobahnen Aquaplaning aus, weshalb teils sogar vorübergehend Zufahrten gesperrt werden mussten. Doch da war der Baden-Marathon glücklicherweise schon gelaufen.

 

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Prolog: Simone trifft Simon am Start. Die Marathon-Siegerin der letzten 2 Jahre Simone Raatz und der Marathon-Sieger der letzten 3 Jahre Simon Stützel bereit für einen weiteren Erfolg Zugläufer gibt es für Halb- und Marathon: Thomas Rößler von der LG Pfinztal stellte sich für 4:14 h in die Pacemakerdienste. Schon dreimal übte er diese Tätigkeit aus, damit befand man sich unter der Ballonführung des mit einer pB ausgestatteten 3:25 h Marathonläufers in besten Händen Radfahrer voraus. Die Radkuriere "follow me" stellten sich für jeden Podiumsanwärter beim Halb- und Marathonrennen als Wegbereiter zur Verfügung
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

Der Startschuss erfolgte bei frischer marathontauglicher Temperatur fünf Minuten nach dem Plan. Grund war ein Rückstau bei der Startbeutelabgabe. Entgegen älterer Literatur, die Beschreibungen des Baden-Marathons mit den exzellenten Vorzügen der Europahalle als Dreh- und Angelpunkt der Veranstaltung verknüpft, ist der Zugang zum nicht mehr die Brandschutzbestimmungen erfüllenden Sporttempel nur maximal 200 Besuchern erlaubt. Also erfolgte ein überprüfter Ein- und Auslass zur Startunterlagen-Abholung bzw., wie im Falle der Kleiderbeutelabgabe, ein Hineinreichen in die Gefahrenstelle von außen, was aber etwas länger als erwartet dauerte. Gut bestückt mit den vor 45 Jahren erfundenen mobilen WCs, gab es kein weiteres ungewöhnlich langes Anstehen.

Start dieses Jahr wieder vor der Europahalle bzw. neben dem Zielort, dem Carl-Kaufmann Stadion Marathon Karlsruhe e. V. Vorsitzender Norbert Wein (li.) und Geschäftsführer Fried-Jürgen Bachl behalten den Überblick

Wer es noch nicht wusste, wird sich nun wundern. Ja, der Baden-Marathon ist zurückgekehrt vom Messegelände in Rheinstetten ans innerstädtische Carl-Kaufmann-Stadion. Dieser Wechsel wurde allgemein begrüßt, gab er doch einschneidenden Streckenveränderungen Raum. Nicht einfach zurück zum alten Verlauf der Strecke wollte man gehen, die Chance wurde zu einem echten Update genutzt. Nun kamen selbst Halbmarathonteilnehmer in den Genuss vor dem Schloss vorbei zu laufen und beim Marathon führte die Strecke gar ein zweites Mal an der im Barockstil 1715 errichteten Markgrafenresidenz vorbei.

Freilich nahm man das Jubiläum der Abdankung der Markgrafen und Großherzöge, denn 1918 war es mit der blaublütigen Herrlichkeit in Karlsruhe vorbei, nicht zum Anlass, wie eben auch ein runder Geburtstag der blauen Toilettenkabinen bisher in der Fächerstadt noch nicht im Rahmen des Marathons gefeiert wurde. Doch belassen wir es mit Veränderungen und Jubiläen damit. Wenden wir uns dem Sportlichen zu und hier vorrangig der namensgebenden Distanz.

 

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Erstmals erreichen auch die Halbmarathonläufer das Karlsruher Schloss, gemeinsam mit den Marathonläufern haben sie hier knapp 15 km absolviert. Das kunstvoll verzierte 36 km Schild ist Hinweis für die zweite Schlosspassage der Marathonis Der 36. Baden-Marathon war auch 10. Karlsruher Tanzmarathon. Dabei zeigen Tänzerinnen und Tänzer aus über 80 Karlsruher Vereinen, Tanzclubs und Tanzschulen mit energiegeladenen Choreografien ihr Können. In farbenfrohen Kostümen bringen die rund 1.000 Tänzerinnen und Tänzer an markanten Punkten Stimmung und Unterhaltung an die komplette Marathonstrecke

Die Favoriten waren ausgemacht und hatten sich schon mehrfach in der Siegerliste eingetragen. Denkbare Konkurrenz war am Start, aber erkennbar mit der roten Nummer nur für den Halbmarathon gemeldet. Zu einer Wiederholung des letztjährigen Vorfalls, als Omar Tareq trotz Halbmarathonmeldung dennoch Marathon lief und zwar fast die ganze Strecke vorne weg und erst im Finale von Simon Stützel auf den zweiten Platz verwiesen werden konnte, die sollte es diesmal nicht geben. Was Omar angelangt, sagte er direkt am Start zu, dass er am Halbmarathon festhalten würde. Dies wiederum verhinderte freilich nicht, dass er vorne weg lief.

In den Schlosshof hinein und wieder heraus und fertig ist die halbe Schlossumrundung

An der Seite von Simon Stützel lief Jochen Uhrig, aber der 35jährige Betriebswirt aus Weinheim wusste um die Stärke seines Gegners. Simon Stützel spielte seine Überlegenheit auf der zweiten Hälfte aus und siegte scheinbar spielerisch mit einem gewaltigen negative split. Dies war ihm nach einem schwierigem Jahr und verletzungsbedingten Rückschlägen zu gönnen. Nachdem er mit einem Fußbruch quasi auf Eis gelegt war, kam ihm prompt beim Aufbautraining ein Radfahrer zu nahe und Stützel landete im wahrsten Sinne des Wortes mit dem Rettungshubschrauber in der Uniklinik und dies mit aufgerissener Bauchdecke.

Die Marathonführenden Simon Stützel (M1) und Jochen Uhrig liegen nach 15 km noch gleichauf David Mild folgt hier noch auf Rang 3. Bei km 24 musste er jedoch das Rennen aufgeben. Zu wenig Trainingsumfang aufgrund der Apfelernte, sagte der Spender der Äpfel für den Runner´s Heaven vom Obst- und Beerenhof Mild später. 2015 lief er mit persönlicher Bestzeit von 2:37:58 auf Rang 3 beim Baden-Marathon Markus van Ghemen vom TV Schriesheim folgte bei km 15 auf Platz 4, musste dann aber Federn lassen, wurde 7. aber schnellster Master mit dem Sieg in der M45 in 2:53:36 h

"Es war schwierig heute mit dem Wind. Bin happy. Es war meine schnellste Zeit in den letzten 3 Jahren. Ich bin einfach nur froh, überhaupt hier zu sein", äußerte der Sieger ziemlich angefasst, nachdem er als Erster nach 2:24:37 h über die Ziellinie im Carl-Kaufmann-Stadion gelaufen war. "Mein schönster Sieg in Karlsruhe", so Stützel weiter, wohl auch angesichts der Vorgeschichte: "Die Strecke ist schneller als die alte. Der Wind war nicht ideal, sonst wäre eine noch bessere Zeit möglich gewesen. Es war die schönste Strecke der letzten vier Jahre." Ob er nach vier Siegen in Serie auch 2019 wieder in Karlsruhe starten wird, fragte die Regionalpresse. "2019 plane ich den Berlin-Marathon. Den muss man mal gemacht haben und ich bin noch nie beim Hauptstadtmarathon gelaufen."

Es ist noch Halbmarathon-voll auf der Bahn als der schnellste Marathonmann Simon Stützel sich in Richtung Ziel schlängelt ... ... und für alle, die es verpasst haben, sogleich in Karlsruher Farben noch eine Ehrenrunde läuft

Jochen Uhrig folgte in 2:32:06 h auf Rang zwei: "Ich bin mein Ding gelaufen. Dass Simon in guter Form ist, hat er vor einer Woche in 1:05:36 h beim Halbmarathon in Kopenhagen bewiesen. Etwa bei Halbmarathon war das traute Nebeneinander beendet. Simon war nicht zu halten." Für den Weinheimer, der im Frühjahr beim Heidelberger Halbmarathon seinen Vorjahressieg, damals in Streckenrekordzeit, verteidigte, war auch der Jungfrau Marathon hervorragend gelaufen, bei dem er Rang elf belegte. Bei der zweiten Austragung des Stelvio Marathon musste er sich im Juni lediglich Andreas Reiterer, dem 25jährigen Weltklasse Skibergsteiger geschlagen gegeben, im letzten Jahr hatte er bei der Premiere am Stilfserjoch gesiegt. Wenn sich Jochen Uhrig, der für den TSV Weinheim startet, gut erholt, wird er noch den Marathon in Frankfurt laufen. Dort beendete er 2016 den Marathon in 2:25:24 mit persönlicher Bestzeit.

Jochen Uhrig von der TSG Weinheim folgt mit siebeneinhalb Minuten Rückstand auf Rang 2 Der drittplatzierte Timo Striegel hat auf den Marathonsieger gar 22 Minuten Rückstand Marathon Karlsruhe e. V. Vorsitzender Norbert Wein freut sich mit Simon Stützel und Jochen Uhrig zwei schnelle Marathonläufer im Ziel zu haben

Timo Striegel wurde in 2:46:46 Dritter und Zweiter der M30. Ihn lockte das Karlsruher Angebot an Sub-2:40-Läufer, eines kostenfreien Startplatzes. Der Läufer aus dem Bottwartal hatte sich dennoch nicht gegen den Bottwartal-Marathon entschieden, plant dort im Oktober sogar die Teilnahme am Ultramarathon.

Opfer des Jahrtausendsommers wurde David Mild, der zum Baden-Marathon die Äpfel beisteuert. "Ich habe zu wenig trainiert, die Beine haben zu gemacht", so der Obstbauer vom Obst- und Beerenhof Mild nahe Offenburg, der sich aber über die Apfelschwemme freut, die ihn auch in den kommenden Wochen vom Training abhalten wird. Bei Kilometer 15 lag er noch auf Rang 3, passierte die Halbmarathonmarke in 1:17 und gab bei Kilometer 24 auf. 2015 wurde er in persönlicher Bestzeit von 2:37:58 Dritter. Er hat schon dreimal den Hornisgrinde Marathon in Bühlertal gewonnen.

Simone wird endgültig zur Karlsruher Lauflegende

Simone Raatz fehlten im Ziel zuerst die Worte - bis auf eins: "Geil!" Und dennoch kam sogleich ein Hauch Wehmut auf: "Es war mein letzter Marathon. Die Zeit war mir egal, ich wollte gewinnen. Es war für mich alles sehr emotional." Unterwegs auftretende Probleme zeigten ihr aber, dass die richtige Entscheidung getroffen ist, nach 10 Marathonsiegen aufzuhören. Nach 32 Kilometern musste die Läuferin, die immer mit Rückenproblemen auf längeren Distanzen kämpft, sogar die Schuhe wechseln. "Der Wind war brutal und es war sehr hart. Die neue Strecke war sehr schön, am Citypark Ost war enorm viel los." Aber auch die vorherige Strecke mit Start und Ziel an der Messe hatte ihr gefallen. Paroli konnte ihr im Frauenfeld niemand bieten. Es war einzig die Aufgabe, einigermaßen gut durchzukommen. Damit war das Triple perfekt. Nach 2:55:44 h hatte sie den dritten Sieg in Folge beim Heimatmarathon eingefahren, war bis zur Hälfte der Distanz sogar in Schlagweite ihrer persönliche Bestzeit von 2:47:38 geblieben.

Simone Raatz liegt als Marathonführende weit voraus Als zweite Marathonfrau folgt bei km 15 Elisa Heinzelmann, sie verliert bis ins Ziel noch zwei Plätze und wird in 3:17:25 Vierte

Und mit der 42jährigen Steuerfachwirtin war das Traumsiegerpaar komplett, das mit dem jeweiligen Wohnsitz in Karlsruhe auch die Stadtmeisterschaft für sich entschied.

Mit mehreren Deutschen Meistertiteln in ihrer Altersklasse sowie internationalen Medaillen, gerade holte sie Silber bei den Masters Championships über 10 km, ist sie sowohl auf der Straße, als auch im Gelände und am Berg eine Ausnahmeathletin. Beinahe unendlich scheint der Rückblick auf ihre bisherige Karriere, die mit einem ersten internationalen Start als Achtjährige und erster Weltmeisterschaftsteilnahme schon vor 25 Jahren in der Juniorinnen-Nationalmannschaft beginnt.

 
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Auf dem letzten Kilometer Richtung Zielort Carl-Kaufmann Stadion motiviert nochmals die ‚Fit-in-Fitnessstudios‘ die große Zumba-Party mit DJ vor dem Europabad Beim Zieleinlauf im Carl-Kaufmann Stadion sorgen das Publikum auf den Tribünen und Marathon-Engel in verschiedener Ausführung für den nötigen Sprintantrieb

Ebenfalls der Altersklasse W40 gehört Anke Rahmel an, die in 3:14:23 h ein gleichmäßiges Rennen auf dem zweiten Platz beendete. Sie ist eine Läuferin der memler.de und oft schon als Brems- und Zugläuferin beim Baden-Marathon im Einsatz gewesen. Wegen der Geburt ihres dritten Kindes vor erst elf Monaten war sie aber nicht sicher, wie gut sie in Form kommen würde, um verlässlich eine vorgegebene Zeit laufen zu können und entschied sich dafür, auf eigene Rechnung zu laufen. Und dies so präzise, dass sie zum Tragen des 3:14:59 Ballons ziemlich perfekt geeignet gewesen wäre.

Ihre Marathon-Bestzeit ist sie 2012 in Köln gelaufen, 3:03:57 Stunden. Das war nach der Geburt des ersten Sohnes. Auch nach dem zweiten Jungen lief ´s gut und nun zeigte sich beim dritten Jungen wieder, dass ein paar Monate nach der Niederkunft ein guter Zeitpunkt für ein tolles Marathonergebnis ist.

Emotionaler Zieleinlauf bei ihrem letzten Marathon für Simone Raatz und Tochter Emmie Anke Rahmel läuft mit einem negative split auf Rang 2 Jennifer Honek hat sich ebenfalls vorgearbeitet und wird 3. Marathonfrau

Platz 3 bei den Frauen ging an Jennifer Honek von der LSG Karlsruhe und somit könnte man bei den Frauen von einer echten Stadtmeisterschaft sprechen. In 3:16:31 h hatte sich die W30-Siegerin am Ende beinahe wieder auf Gesamtrang zwei vorgearbeitet, da lag sie in der Anfangsphase und fiel im weiteren Verlauf auf den sechsten Platz zurück. Erst auf den letzten zehn Kilometern setzte sie zur erfolgreichen Aufholjagd an. Im Vorjahr war sie in 3:19:35 an gleicher Stätte Sechste geworden. Ihre Bestzeit liegt im gleichen Bereich. Die lief sie 2017 in Stockholm in 3:16:01, dort lebt und arbeitet die 33-Jährige in der klinischen Forschung und hat in der schwedischen Hauptstadt auch Biomedizin studiert.

Ultramarathon ist ihre eigentliche Distanz. Ihre 100km-Bestzeit steht bei 8:47:53, gelaufen 2017 beim Borås Ultra (SWE). Sie ist im Perspektiv-Kader für das DLV-Nationalteam. Im Nationalteam starten, das würde sie auch gern, muss dafür aber 8:30 h laufen. Ein Versuch, diese Zeit zu erbringen, hat sie für das nächste Jahr geplant.

 
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Norbert Wein und die schnellsten Frauen des 36. Fiducia & GAD Baden-Marathon Karlsruhe: Simone Raatz, Anke Rahmel und Jennifer Honek (v.l.). Seit diesem Jahr erster Vorsitzender des Marathon Karlsruhe e.V. lief er selbst ambitioniert schon viele Marathons und 100 km Rennen Wolfgang Möck, stellvertretender Vorsitzender des Marathon Karlsruhe e.V., lief den Marathon nach seinen organisatorischen Aufgaben bei der Startunterlagenausgabe in 4:26:04. Seinen 1. Marathon lief er 1993, bis 2020 will er 200 gelaufen sein. Seit 2014 wirkt er im Trainerteam der "KarlsRUNiversity" zur Vorbereitung auf den Halb- oder Marathon in Karlsruhe mit Fiducia & GAD IT AG Vorstandsmitglied Carsten Pfläging, der gerade beim Münster Marathon vor 2 Wochen pB über Marathon mit 3:56:02 gelaufen war, begleitete seinen 19jährigen Sohn Marvin beim ersten Halbmarathon. Nach 1:50:03 h erreichten sie das Ziel

Was am Samstag sportlich mit 963 teilnehmenden Kindern begann, erbrachte mit 7346 in Ergebnislisten aufgeführten Erwachsenen die Gesamtzahl von 8.309 und damit einen äußert gelungener "Neuanfang" an alter Stelle. Beim Marathon zählte man 838 im Ziel, davon waren 165 Frauen. Der Halbmarathon, erst 1991 eingeführt und zunächst weniger stark gefragt als der Marathon, explodierte förmlich in den Folgejahren und wurde klar teilnehmerstärkster Lauf. Sehr beliebt wurde auch die Möglichkeit den Marathon als Team, also nur in Teilstücken zu laufen. Auch der noch junge Drittelmarathon erfreut sich großer Beliebtheit, ist jedoch stark limitiert und war rasch ausgebucht. Nur eben die 42 Kilometer in Karlsruhe laufen, dafür werden sich absehbar kaum wieder über 2000 Athleten wie 1990 begeistern lassen.

Über 1600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer liefen den Marathon im Team (im Bild links das Mixed-Team "Das wilde 13"). Die Frauenstaffel PI Fast Forward mit v.l. Sandra Kowalczyk, Babette Rosenkranz, Aldona Pelit und Antje Bogner freute sich über Platz eins. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von PI Physik Instrumente, ein weltweit agierendes Unternehmen mit Stammsitz in Karlsruhe, sind seit drei Jahren beim Baden-Marathon dabei und stellte diesmal vier Staffeln. Gelaufen wird nicht selten auch mal in der Mittagspause zusammen

Dabei sein kann Frau und Mann auch als Marathonengel, eine der vielen Karlsruher Erfindungen, sowie als Walker oder im Inklusionslauf. Laufen mit Herz, eine erfolgreiche Spendensammelaktion, ist in Karlsruhe längst Tradition, wie es nun auch der Tanzmarathon geworden ist, der im zehnten Jahr die Marathonläufer beim Vorankommen unterstützt. Andere Ideen hatten ihren Platz beim Baden-Marathon, der unter diesem Namen erst seit 1999 firmiert, davor war er als Rot-Kreuz-Marathon und einmalig schlicht als Karlsruhe Marathon durchgeführt worden. Unvergessen sind die nur mit Farbe bekleideten Teilnehmerinnen und Teilnehmer geblieben, die in diesem Jahr in attraktivem Blau eine Renaissance erlebten.

Berührungspunkte mit Kunst in vielen Facetten, auch dafür steht der Baden-Marathon unter der Leitung von Fried-Jürgen Bachl. Mit dem langjährigen Titelsponsor Fiducia & GAD ist man sich bei allen Änderungen einig gewesen, hat sich vom reinen Leistungsgedanken verabschiedet. Von Berufsläufern aus Osteuropa und aus Afrika, die lange den sportlichen Teil prägten, hat man sich ganz verabschiedet. Für Freizeitsportler gibt es hauseigene Aufbauprogramme, wo man sich gemeinsam an eine Distanz herantastet. Schnelle Zeiten sind nicht das Ziel. Es kann auch gewalkt werden in Karlsruhe, sei hier wiederholt.

Florian Braun war Marathonengel für Freundin Eva-Maria Schmitt vom TSV Rannungen (links), die in 3:36:26 13. Marathonfrau wurde. Vor seinem 6km langen Engelsflug lief er noch den Halbmarathon in 1:48:42 mit. Manuela Greier vom TSV Hollstadt (mitte) gewann die W45 in 3:34:03, Tanja Dietrich vom TSV Hollstadt wurde 2. W45 in 3:38:02 (rechts), ihr flügelloser Engel war Wolfgang Dietrich Im Runner´s Heaven gab es alles was das Herz begehrt, ob Äpfel vom Obst- und Beerenhof Mild, Bio Bananen aus fairem Handel, Getränkeauswahl in allen Variationen und Bissfestes in Form von Kuchen, Brötchen und Häppchen Marathonis vom TSV Ensingen. Klaus Rathmann (links) wusste bei seinem ersten Marathon Engelskind Helena als Unterstützung an seiner Seite, Martin Weiss konnte bei seinem zweiten Marathon mit Leon gar einen Superengel engagieren, ob dies zur neuen persönlichen Bestzeit verhalf?

Gemeinsam ist allen Teilnehmern, dass sie in den Runner's Heaven kommen wollen, und sich sogar darauf freuen. Denn der ist ziemlich irdisch, obwohl er auch von Marathonengeln heimgesucht wird. Dort locken Obst und Backwaren und eine reichhaltige Getränkeauswahl. Noch fehlte dort ´Fabienne`, so dass man bei mittlerweile warmen Temperaturen auf dem Rasenplatz des Carl-Kaufmann-Stadions die müden Gelenke lang machen und genussvoll die leeren Speicher auffüllen konnte.

Mit der rundum gelungenen 36. Austragung fand auch das erste Jahr mit neuem Vorstand des veranstaltenden Marathon Karlsruhe e.V. ein glückliches Ende. Norbert Wein hat diese Aufgabe übernommen, nachdem er langjährig als zweiter Vorsitzender fungierte. Den Erfolg sieht er aber nicht in seiner neuen Funktion, dazu wäre seine Amtszeit einfach auch zu kurz, meint Wein. Als Karlsruher Laufsport-Koryphäe mit langjähriger Lauferfahrung, hat er einen großen Teil der jungen Volkslaufentwicklung als Aktiver, Vereinsgründer und -vorstand sowie als Laufveranstalter aus eigener Erfahrung kennen gelernt.

Die Schrittmacher sind mit Ballons ausgestattet, welche mit der Zielzeit beschriftet sind, so dass sie schon von Weitem gut zu erkennen sind. Heiko, Claudia und Waldemar vom Karlsruher Lauftreff memler.de führten erfolgreich die unter-4h-Marathonläufer ins Ziel, und zwar sehr genau mit ihren Zeiten zwischen 3:59:50h und 3:59:52h (Foto Hannes Blank) Das Tempomacher Duo 3:44 Stunden Oliver Rottweiler vom TV Eutingen und Wolfgang Neuweiler von memler.de und zwei Wegbegleiter mit Thorsten Tjoa vom TV Nöttingen (links) und Thorsten Wolf vom TV Eutingen (rechts). Ein paar brachte man punktgenau ins Ziel, einige landeten unweit der Zielzeit. Der Ballon war im Wind besonders hinderlich

Ob in Zukunft der Baden Marathon in die Verantwortung der Karlsruher Marketing und Event GmbH übertragen wird, der veranstaltende Verein damit überflüssig würde, wird nicht ausgeschlossen, doch dies ist Zukunftsmusik. Die neu aufgelegte Medaillenserie, die 2018 begonnen hat, reicht jedenfalls bis 2022. Die 40. Austragung könnte einschneidende Änderungen einleiten, wie es derlei runde Geburtstage allzu häufig mit sich bringen. Geschäftsführer und Organisationsleiter Fried-Jürgen Bachl macht kein Geheimnis daraus, dass er seinen Stuhl nicht auf ewig einnehmen und ihn vielleicht dann räumen wird. Aber dies muss nicht bange machen, denn die Karlsruher werden den Fortbestand ihres geliebten Baden-Marathon schon einfordern, dem dereinst der marathonlaufende Oberbürgermeister Dr. Seiler den Weg bereitete und der als einer ältesten Stadtmarathons in Deutschland seinen Weg fortsetzen wird.

Halbmarathon-Sieger hasste einst das Laufen

Siegerin kam gerne am Schloss vorbei

Halbmarathonläufer wieder am Schloss

Text von Hannes Blank 

"Ich habe das Laufen gehasst!", erzählte Halbmarathonsieger Omar Tareq im Ziel dem LaufReporter über seine frühsten Lauferlebnisse. "Es war eine sehr schöne Erfahrung, wieder am Schloss vorbeizulaufen, da waren auch sehr viele Menschen", sagte Halbmarathonsiegerin Nora Kusterer im Interview.

Der Halbmarathonlauf ist mit 4255 Teilnehmern, die es geschafft haben, wieder der beliebteste Wettbewerb beim Baden-Marathon gewesen. Man hat den Eindruck, (fast) alle Läufer der Region, die 21,1km am Stück laufen können, machen dies auch an diesem Tag zu dieser Gelegenheit. Es ist der Tag derer, die darauf hingearbeitet haben und sich den Lohn dafür abholen. Schön wäre es, wenn mehr davon auch die nächste Herausforderung, einen kompletten Marathon zu laufen, annehmen würden. Denn das ist, wie alle, die es schon einmal gemacht haben wissen, etwas ganz anderes und viel mehr als einfach nur die doppelte Distanz des Halben.

Marathonschleuse: Um den Verkehr mit den Karlsruher Stadt- und Straßenbahnen weitgehend aufrecht erhalten zu können, ohne dass Läufer/innen "ausgebremst" werden, wurde in Karlsruhe die "Marathonschleuse" erfunden. Diese befanden sich in der Innenstadt in der Kaiserstraße ca. bei KM 14,5 und KM 16 bzw. ca. KM 35,5 und 37 Marathonweiche: Marathonläufer bleiben bei Kilometer 20,5 an der Marathonweiche auf dem Streckenkurs. Halbmarathonläufer biegen ab Richtung Ziel. Hier kann sich ein gemeldeter Marathonläufer entscheiden, ob er/sie ggf. nur den Halbmarathon absolvieren und werten lassen möchte

Bis es soweit ist, haben 4255 ihr (Zwischen-)Ziel erreicht; die dahinter stehenden Geschichten um die Teilnehmer, ihren Wünschen, Träumen und Erwartungen rund ums Laufen sind sehr groß an Anzahl. Ein Lauf-Report kann, bei 4255 Finisher, natürlich nur einen kleinen Teil abbilden.

Der Halbmarathon 2018 in Karlsruhe war geprägt von der Wiedersehensfreude der Läufer mit dem Schloss auf ihrer Strecke. Zwei Jahre war das technisch nicht machbar. Nun ist der Baden-Marathon wieder an seine alte Start- und Zielstrecke zurückgekehrt. "Europa-Eck" wird das Gebiet im Volksmund genannt, wegen der Europahalle und dem daneben liegenden Europabad. Die wetterfeste Messehalle ist nun Geschichte; just bei der Ausrichtung 2018, nun wieder unter freiem Himmel, war das Wetter unbeständig und windig. Die Teilnehmer hat es nicht gestört, die Messehalle hat keiner vermisst. Läufer sind halt doch Outdoorsportler.

Favorit Omar Tareq gewinnt Halbmarathon

Nachdem Jan-Lukas Becker (LG Region Karlsruhe) trotz Voranmeldung doch nicht startete, war der Weg frei für Omar Tareq vom TuS Lörrach. Der 26-Jährige hatte schon 2017 beim (Voll-Marathon) in Karlsruhe geglänzt, als Zweiter. 2018 lief er ohne taktisches Geplänkel von Anfang an der Konkurrenz auf und davon; die ersten 10km in einer Zeit von 31:38min, bis Kilometer 15 war er auf 1:07-Gesamtzeit-Kurs. Doch: "Der Wind hat eine schnellere Zeit nicht zugelassen", so Tareq, der im Schnitt 3:15min pro Kilometer brauchte.

Erster Läufer am Schloss ist Halbmarathonläufer Omar Tareq Erster Verfolger Frederik Henes Karsten Müller (vorne) und Sebastian Pieczarek folgen auf Platz 3 und 4

Enttäuscht war er deswegen keineswegs, eher überrascht von seiner eigenen Leichtigkeit, im Ziel war ihm kaum Erschöpfung anzumerken. Die persönliche Bestzeit hatte er trotz Wind um etwa 20 Sekunden verbessert, auf 1:08:33h. Ja, und dass er Laufen einst hasste, erzählte er, aber sein Sportlehrer in Laufenburg (Landkreis Waldshut) habe ihn motiviert es dennoch zu tun. Die Teilnahme am Schluchseelauf sei dann schließlich sein sportliches Erweckungserlebnis gewesen. Seitdem läuft Omar Tareq mit viel Spaß und Erfolg. Die kunstvoll zu einer Art Dutt zusammengesteckte Haarpracht ist inzwischen zu seinem Markenzeichen geworden, das sei ihm bewusst, so Tareq. Auch beruflich hat er mit dem Laufen zu tun, er arbeitet als Fachverkäufer in einem südbadischen Sportgeschäft.

Tanz auf dem Schlossplatz: Nora Kusterer führt das Frauenfeld über Halbmarathon an Melina Wolf folgt zunächst auf Platz 2 vor ... ... Anna Herzberg

So wenig erschöpft der Sieger erschien, so offensichtlich war es der Zweitplatzierte: Frederik Henes legte sich kurz hinter der Ziellinie erst einmal lang, nach 1:11:46h. Der 19-Jährige ist der Überraschungszweite des Halbmarathons geworden, ohne eine Startnummer, die die Top-Gruppe kennzeichnet, ist er mit deutlichem Abstand nach hinten ins Ziel gekommen. Henes ist Triathlet beim bekannten baden-württembergischen Triathlonverein TV Mengen und 2016 auf Platz 5 bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften gekommen und war 2015 Deutscher Duathlon (Laufen&Radfahren)-Juniorenmeister.

Ein 6km langer Begleitservice durch Engel (oder gefallene Engel) mit oder ohne Flügel gab es sowohl für Marathonis als auch für Halbmarathonis, Einstieg bei km 16 bzw. 36 auf dem Schlossplatz

Platz 3 war hingegen lange Zeit nicht so klar vergeben: Bis Streckenkilometer 8 buhlten sechs Läufer um den letzten Treppchenplatz. Erst bei Kilometer 15 lösten sich Karsten Müller und Sebastian Pieczarek (beide LG Region Karlsruhe) aus dieser Verfolgergruppe. Müller hatte schlussendlich noch mehr Körner, brauchte 1:13:32h und setzte sich auf Rang 3. Patrick Hilpert (Rang 8) vervollständigte das gute mannschaftliche Ergebnis der LG Region Karlsruhe. Der Vorjahresdritte, Domenik Hahn (TV Huchenfeld) kam auf Platz 11. Auf Platz 16, und noch schneller als 1:18h, kam Jens Santruschek (TV Bretten) ins Ziel. Der 39-jährige Ultraläufer war beim Marathon schnell gestartet, hatte dann aber Probleme bekommen und war bei der Marathonweiche ins HM-Ziel abgebogen (was in Karlsruhe möglich ist).

Nora Kusterer am Ziel ihres Traums in Karlsruhe

Bei den Frauen machten zuerst Vorjahressiegerin Melina Wolf (LG Region Karlsruhe) und die Vorjahresdritte Nora Kusterer (SV Oberkollbach) gemeinsame Sache: Die beiden liefen die ersten 10km in 36:49min, Anna Herzberg (für KS Sportsworld laufend, ein kommerzieller Training-Anbieter) folgte zu diesem Zeitpunkt eine halbe Minute später. Melina Wolf war vorab klar gewesen, dass sie nicht so fit wie 2017 sein würde. Deshalb konnte sich Kusterer lösen und Herzberg überholte Wolf auf der zweiten Streckenhälfte.

Zielinterview mit Halbmarathonsieger Omar Tareq ... ... und Halbmarathonsiegerin Nora Kusterer Warten auf die Sofort-Siegerehrung mit leckeren Äpfeln vom Obst- und Beerenhof Mild. (v.l.) Melina Wolf (Platz 3), Nora Kusterer (Platz 1) und Anna Herzberg (Platz 2) - Fotos 3 Hannes Blank

Nach 1:19:25h blieb die Uhr für Nora Kusterer stehen und das bedeutete den 1. Platz. Die 29-Jährige arbeitet im Vertrieb einer Bio-Supermarktkette. Auf einen Ernährungstipp angesprochen, sagte sie: "Wenn 90% gesund sind, dürfen 10% aus Kuchen, Süßigkeiten und allem, was schmeckt, bestehen". Vor der Tribüne des Carl-Kaufmann-Stadions, dem Zielareal aller an diesem Wochenende in der Fächerstadt gestarteten Laufwettbewerben sagte sie im Ziel-Interview, das sie oft in Karlsruhe gelaufen sei und sich sehr über das Wiedersehen mit dem Karlsruher Schloss gefreut habe - da sprach sie wohl aus dem Herzen vieler der Halbmarathonläufer.

Und sie sagte LaufReport über die äußeren Bedingungen an diesem 23. September 2018: "Das ist mein Wetter, aber an manchen Ecken kam mir der Wind ganz schön entgegen!". Beim Frankfurt-Marathon im Oktober will sie über die volle Distanz laufen. Ihrem Heimatverein, dem SV Oberkollbach (Nordschwarzwald) hält sie weiterhin die Treue. Eine Trainingsgemeinschaft hat sie, die inzwischen in Darmstadt lebt, beim TuS Grießheim gefunden.

Sieht aus wie ein Staffelteam, ist aber keins. Die Stepp(k)es liefen gemeinsam den Halbmarathon und erreichten das Ziel nach 2:16:24 h. Julian und Jonas und Frank Steppe und, falscher Name, aber trotzdem ein Stepp(k)e, Sascha Sünnberg ( v.l.) Ein Vorbereitungsrennen für den Frankfurt Marathon (Ziel: 5:30 h) war der Halbmarathon in Karlsruhe für den 86jährigen Arne Haase vom TV Bühlertal. Er gewinnt seine Altersklasse in 2:42:31 und lässt damit ettliche Jüngere hinter sich

Herzberg war nach 1:21:00h im Ziel, Lokalmatadorin Wolf folgte als Drittplatzierte in 1:21:24h. Mit Claudia Wipfler kam als Vierte (1:26:36h) eine weitere Karlsruherin ins Ziel.

Zusammen mit Franziska Pfeifer und Simone Palzer gewann Melina Wolf die Mannschaftswertung des Halbmarathon (nicht zu verwechseln mit dem Karlsruher Team-Marathon, ein ganz anderer Wettbewerb). Überraschend auf Platz 2: Die TSG Wiesloch mit Kirsten Wieditz, Birgit Winkler und Elvira Wolfmüller. Nicht überraschend: Der Gewinn der HM-Mannschaftswertung bei den Männern durch Karsten Müller, Sebastian Pieczarek und Patrick Hilpert von der LG Region Karlsruhe. Dort auf Rang 2 landete die LSG Karlsruhe mit Philipp Löffler, Roman Schnider und Tim Hillmer.

Nesthäkchen 1/3-Marathon

Drittelmarathonläufer laufen ohne Zeitdruck

Mit gelber Startnummer nach 14km im Ziel

Text von Hannes Blank 

Pünktlich um 13 Uhr waren die Drittelmarathonläufer gestartet. Eine 14km-Distanz, die nach wenigen hundert Metern auf die Marathonstrecke einschwenkt (etwa bei KM 29,5), dann ein schön zu laufendes Stück durch den Karlsruher Oberwald absolviert. Nach Überqueren der Gleise beim Hauptbahnhof machen die Drittelmarathonläufer ebenfalls einen Abstecher zum Karlsruher Schloss und laufen dann durch die Karlsruher Südweststadt zum Ziel. Das ist natürlich ein tolles Angebot und prompt war der Drittelmarathon vorzeitig ausgebucht. 350 Startplätze sind allerdings eine begrenzte Anzahl. Das Orga-Team will verhindern, dass zu viele Drittelmarathonläufer auf die zu diesem Zeitpunkt auf der Strecke befindlichen Marathonläufer prallen. Eine Aufstockung um 50 weitere Plätze wäre aber möglich, lässt Baden-Marathon-Streckenchef Thomas Schindler wissen. Der neu eingeführte Startpunkt bei der Post Sport Karlsruhe im Süden der Fächerstadt ist nun getestet. "Der Drittelmarathon soll den Läufern den Spaß am Laufen vermitteln", sagte Benedikt Rieker vom Post Sport Karlsruhe, er war beim Aufbau des Drittelmarathon-Starts dabei.

Hier freuen sich die beiden schnellsten 1/3 Mararathonläufer: Sieger Carlos Duran (rechts) und der zweitplatzierte Lars Thomale Die schnellsten 1/3 Marahonläuferinnen waren Siegerin Stefanie Moretti (links) und Maren Scholz auf Platz 2 (Fotos 2 Hannes Blank)

Das Konzept ist aufgegangen. Der schnellste Drittelmarathonläufer lief sogar ohne Uhr: Carlos Duran (Zeit: 56:31min) kam locker ins Ziel. "Ein gutes Gefühl, ich bin schon oft in Karlsruhe gelaufen, war aber nie irgendwo in der Top 10", sagte der 38-jährige Ingenieur, der im schwäbischen Ludwigsburg lebt. Das Startareal beim PSK beschrieb er als "gut zu erreichen und gut organisiert". Auf Platz 2 kam Lars Thomale vom TSV Talheim in 57:33min und drittschnellster "Drittler" war der vereinslose Dominik Walter in 1:02:16h.

Zum 3. Mal gab es den Inklusionslauf "zu zweit ein starkes Team", bei dem je ein Sportler mit und einer ohne Handicap gemeinsam rund 6 Kilometer bewältigen

Ähnlich entspannt ging es bei den Läuferinnen des Drittelmarathons zu. Stefanie Moretti war noch bis Streckenkilometer 8 mit der späteren Zweitplatzierten Maren Scholz zusammen, löste sich dann aber und war in 1:03:40h als Erste im Ziel im Carl-Kaufmann-Stadion. Die Drittelmarathonläufer waren übrigens an ihrem "D-" auf der Startnummer, die gelb waren, gut zu unterscheiden vom großen Aufgebot des Rests des Marathon und Halbmarathon. Scholz brauchte 1:05:29. Dritte wurde Lisa Seyfried (vereinslos) in 1:09:43h.

Epilog: Simone trifft Simon im Ziel. Simone Raatz nach ihrem 3. Sieg in Folge und Simon Stützel nach seinem 4. Sieg in Folge Die Ehrungen der Alterklassen, Mannschaften, schnellste Karlsruher/in, TeamMarathon fanden auf der Ehrungsbühne im Umfeld der Maultaschenparty in der "etwas anderen" Kantine Ratatouille statt
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Etwas Schwierigkeiten machte die dazugehörige Ergebnisliste: Egal, welchen Knopf man drückte, eine ganz normal nach Einlaufzeiten sortierte Liste kam niemals dabei heraus. (Bei den anderen Ergebnislisten gab es hingegen keine Probleme).

Fazit: Der 1/3-Marathon ist der kleine Überraschungssieger unter den Laufangeboten des Baden-Marathons. Er sollte 2019 auf keinen Fall fehlen.

Hannes Blank

Berichte von Constanze & Walter Wagner & Hannes Blank
Fotos von Constanze & Walter Wagner

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