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16.9.18 - 6. GELITA Trail Marathon Heidelberg

Moritz auf der Heide schlägt Steffen Justus auf den letzten Kilometern

Dioni Gorla entthront Dreifach-Siegerin

von Constanze & Walter Wagner

Schlägt das Herz für die Leichtathletik, dann kann an einem solchen Wochenende auch mal ein Stolpern einsetzen. Im Schatten des Fabel-Weltrekords (2:01:39), mit dem Marathonläufer Eliud Kipchoge die Medienaufmerksamkeit auf sich zog, siegte die niederländische 5000m Europameisterin Sifan Hassan beim Copenhagen Half Marathon in neuem Europarekord von 1:05:15. Der Männersieger Daniel Kipchumba überzeugte in 59:06 und war schneller als der Sieger im tschechischen Usti nab Labem tags zuvor (Stephen Kiprop, 59:41). Da beruhigt beinahe, dass in Sydney und in Beijing über Marathon Zeiten gelaufen wurden, die deutlich über dem Rekord von Berlin liegen.

 

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LR zum Gornergrat Zermatt Marathon

Deutsche Athleten… fast Fehlanzeige, wäre da nicht Lisa Oed, die bei der Berglauf Weltmeisterschaft in Andorra Vizeweltmeisterin bei den Juniorinnen in 41:54 min wurde, hinter Risper Chebet aus Uganda in 41:19 min. Uganda gewann bei den Männern alle drei Medaillen, angeführt vom Weltmeister Robert Chemonges, während Lucy Murigi für den Titelgewinn bei den Frauen für Kenia sorgte, gefolgt von Maude Mathys aus der Schweiz.

3 Strecken werden beim GELITA Trail Marathon Heidelberg für Einzel- und Teamläufer geboten: Trail-Marathon mit 1.500 Höhenmetern ... ... der Half-Trail über ca. 30 km und 1.000 Höhenmeter ... ... und der Himmelsleiter-Trail mit etwa 9 km und 450 Höhenmeter
Nichts für reine Asphalt-Cowboys:
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In diesem übervollen Terminkalender scheint ein Marathonveranstalter gut beraten, sich mit einem besonderen Anstrich zu behaupten. Eine Weltklasse-Marathonzeit ist, reicht es nicht zum Rekord, schnell Schall und Rauch. Schaut man etwa auf die deutschen Medien, war außer vom Berlinweltrekord nur noch von einem ominösen Turmlauf die Rede. Die vom Fußball geblendete Journaille ist eben nicht laufaffin. Die Frage nach der Länge des Marathons stellen noch immer Kollegen, die sich nicht scheuen kamerabewaffnet darüber zu berichten.

Auch im 5er-Team kann der Trail-Marathon erlebt werden. Die Staffelläufer der Werkstattschule und Werkbutze strahlen unterhalb Schloss Heidelberg und Zielbogen des 6. GELITA Trail Marathon Heidelberg dem Start entgegen Der ehemalige Profi-Triathlet Timo Bracht (mitte), unter anderem dreifacher Europameister und Platz fünf bei der IRONMAN-WM auf Hawaii, startet mit Athleten aus der Region (hier mit Tobias Balthesen, dem 2. Läufer) und seinem Sohn Andre (rechts), der die letzte Etappe laufen wird, beim Team-Marathon als Startläufer für GELITA Team Sport For Good

Mit dem Trail-Marathon bietet Heidelberg einen stadtnahen Landschaftsmarathon, der in der Metropolregion Rhein-Neckar mit topografischen Besonderheiten aufwarten kann und trotz der eher bescheidenen Höhe der Odenwaldgipfel einen alles fordernden Parcours abverlangt. Dass dies in einem Mittelgebirge mit einem Wechsel von bergauf und bergab einhergehen muss, liegt nahe. Die Steigungen aus dem Oberrheingraben heraus bzw. vom Neckarufer sind dennoch lang und fordernd. Als Sahnehäubchen gibt es die Himmelsleiter. Über 850 der 1200 grobgehauenen Sandsteinstufen geht es oberhalb des berühmten Heidelberger Schlosses noch 270 Meter hinauf auf den 568 m hohen Königsstuhl. Dies freilich erst nach 35 Kilometern, also wenn der bekannte Mann mit dem Hammer beim gewöhnlichen Marathonläufer anklopft.

Ein starkes Aufgebot stellte das engelhorn sports team und war, bis auf den Duo-Marathon, in allen Disziplinen vertreten
Letzte Streckenbesprechung zwischen der sportlichen Leiterin Jessica Herbert und Trial-Motorrad-Streckenvorausfahrer Dr. Christian Herbert (Geschäftsführer von M3) im Festzelt. Dies dient nicht nur zur Anmeldung und Startnummernausgabe, es wird später auch für die Laufteilnehmer als Zieldurchlauf genutzt

Treppenlaufen war bereits im ersten Abschnitt verlangt, als es nach dem Start auf dem Karlsplatz, im Herzen der Romantikhauptstadt, sogleich über die Alte Brücke auf die rechte Neckarseite geht, die Hölderlinanlage oberhalb passiert und den Philosophenweg wieder hinunter, der 440 m hohe Heiligenberg angesteuert wird. Hier wartet auf die Läuferinnen und Läufer die Thingstätte, eine der 40 nach dem Vorbild griechischer Theater von den Nationalsozialisten errichteten Freilicht-Versammlungsstätten, die mit der Verbreitung des Rundfunks rasch an Bedeutung verloren. Für die Trailrunner bietet das steinerne, denkmalgeschützte Oval eine willkommene Abwechslung, wenngleich diese bequem zu besteigenden Stufen mit der Himmelsleiter nichts gemein haben.

Die Favoriten Dioni Gorla von ART Düsseldorf und Moritz auf der Heide von LAZ Puma Rhein-Sieg sind erstmals am Start des Trail-Marathon Die dreifache Siegerin Aoife Quigly vom engelhorn sports team und Ersttäterin Dioni Gorla freuen sich auf einen spannenden Wettbewerb Kurz nach dem Start auf dem Karlsplatz geht es gleich rechts ab in Richtung Alte Brücke und über den Neckar

Die Streckenpunkte, die mit dem PKW angefahren werden können, sind beliebte Zuschauerziele, zugleich aber auch bevorzugte Plätze für die relativ wenigen Verpflegungsstellen und Staffelwechsel. Verfolgt wurden einige ausgewählte Spitzenakteure aber auch via Satellit, dank eines mitgeführten Trackers, die jederzeit auch Auskunft über die Abstände gaben. Dabei zeigte Sebastian Probst (M3 PR + Marketing) eine glückliche Hand, denn tatsächlich bildeten die so ausgestatteten Athleten den Rennverlauf an der Spitze ab.

Unterm Strich kann man den Trail-Marathon in Heidelberg als ein Spektakel bezeichnen, das den sonst bevorzugt im alpinen Gelände durchgeführten Trail-Run in eine dafür eher ungewöhnliche Region holt, durchaus vergleichbar mit dem Biathlonwettbewerb auf Schalke. Dass dies nicht in allen Belangen Spezialisten zufriedenstellt, dürfte kaum verwundern. Tatsächlich bietet die Veranstaltung Interessierten aber eine gute Gelegenheit Trail-Run kennen zu lernen.

Kurz vor km 5 an der Thingstätte gilt es die ersten Hindernisse zu überwinden: Wie verlässt man die Laufbühne am besten?

Freilich hört man Klagen, es seien noch immer zu viele Asphaltabschnitte und Waldwege als echte Trails. Doch auch Gegenteiliges ist zu hören, wird der Veranstalter ob des Abverlangten als verrückt bezeichnet. Nicht zuletzt fehlt es so manchem Schnuppertrailer an Wissen über Regeln und Vorschriften, so wird von der ITRA eine eher mäßige Verpflegungssituation vorgegeben. In zu kurzen Abständen gebotene Verpflegungspunkte führen zur Abwertung.

Viel Gesprächsstoff liefert die Himmelsleiter. Vor allem beim Half-Trail, wo es die roten Sandsteinstufen abwärts ging, wechselte so mancher doch entsetzt auf alle Viere. Beim Himmelsleiter-Trail gab es diesen Abschnitt auch quasi als herausfordernde Schnuppervariante, ohne langen Anlauf auf rund 9 Kilometer komprimiert, der 188 Ergebniseinträge beisteuerte.

Die ersten Treppen sind in der Freilichtbühne zu erklimmen. Die 178 Stufen der Thingstätte werden aber noch leicht genommen

Die Rennen

Der GELITA Trail Marathon

Bei den besten Bedingungen, die es in sechs Jahren gab, erfolgte der Startschuss um 11.00 Uhr auf dem Karlsplatz. Dies allein hätte die Vorverlegung des sonst im Oktober stattfindenden Laufs gerechtfertigt. Nachteilig ist das Aufkommen an Touristenströmen in Heidelberg sowie Wanderern und Bikern in den Wäldern um die ehemalige Kurpfalzresidenz. Dies freilich hatte Streckenschmied Jochen Cerff mit den zahlreichen Streckenposten im Griff.

Nach der frühzeitigen Absage des Vorjahressiegers Florian Neuschwander hatten sich bei den Favoriten einige eingereiht, die für ein spannendes Rennen sorgen sollten. Bei den Frauen lief es auf einen Zweikampf der dreifachen Siegerin Aoife Quigly (TV Schriesheim) heraus, die sich von Dioni Gorla (ART Düsseldorf) herausgefordert sah. Bei den Männern war es Steffen Justus, der frühere Profitriathlet, der dem Trail-Spezialisten Moritz auf der Heide Paroli bot.

Aus einem Waldweg kommend laufen die Teilnehmer an der Schlossblickhütte vorbei - diese bietet an sonnigen Tagen einen herrlichen Blick bis tief ins Tal

Letzten Endes war die Ausgeglichenheit dieser Paarungen das Salz in der Suppe der sechsten Austragung. Dabei dürfte auch eine gewichtige Rolle gespielt haben, wem es gelungen war, rechtzeitig die in der langen Saison zugezogenen Wunden erfolgreich geleckt zu haben. Varianten des Transalpine steckten ebenso noch in den Knochen der Athleten, wie etwa der Münster Marathon, den die 21jährige Griechin Gorla erst am Sonntag davor in persönlicher Bestzeit von 2:53:42 h auf dem dritten Rang beendet hatte.

Daumen hoch für die führenden Marathonfrauen bei km 12
Dioni Gorla kurz vor ... ... Aoife Quigly und ihrem Begleiter Fabio Crescentini

Steffen Justus, hatte nachgemeldet und machte es Moritz auf der Heide nicht leicht. Seine großen Erfolge feierte er im Triathlon, wurde Vizeweltmeister und nahm 2012 an den Olympischen Spielen Teil, wurde aber auch Dritter der Deutschen Meisterschaft über 10.000 m sowie Deutscher Vizemeister über Halbmarathon. Beim Heidelberg Trail-Marathon sah er seine Chance in einer mehrminütigen Führung, die er für die Bergab-Passage vom Königsstuhl in die Altstadt nach eigenem Ermessen brauchte.

Das angeschlagene Tempo stand Moritz auf der Heide früh ins Gesicht geschrieben, der wiederum als erfahrender Trailläufer seine Vorteile im Bergab-Laufen hatte. Eine Vorentscheidung schien gefallen, als Steffen Justus mit zweiminütigem Vorsprung in den besagten Schlussabstieg ging. Der gab später zu Protokoll, dass ihm klar war, dass dies kein ausreichendes Polster war. Denn schon im Verlauf des Rennens hatte ihm Moritz seine Überlegenheit bergab demonstriert. Dabei hatte Steffen beim K43 des Davoser Swissalpine als Vierter überrascht.

Verpflegungstelle am Aussichturm auf dem Weißen Stein zwischen km 17 und 18
Hier liegt der ehemaligen Profi-Triathlet Steffen Justus mit komfortablem Vorsprung in Führung ... ... vor Moritz auf der Heide

Es kam wie erwartet und war dennoch selbst für Läufer überraschend. Vom Königsstuhl abwärts riskierte Moritz auf der Heide (LAZ Puma Rhein-Sieg) alles und flog förmlich an den Führenden heran. Für Steffen Justus (LC Relingen) endete der Trail-Marathon nach 3:10:43 h auf Rang 2. Der 36jährige Bundestrainer der Deutschen Triathlon Union sagte: "Bis Kilometer 30 lief ich entspannt." Seine Leistungssportkarriere beendete er nach 20 Jahren im Alter von 34. Mit 16 Jahren wurde er Kaderathlet. Aktuell trainiert er etwa 100 km in der Woche, dabei selten Distanzen über 30 Kilometer.

Am Langen Kirschbaum bei km 20,5 findet der 2. Wechsel für die Staffeln und der Duo-Wechsel statt

"Ich wollte mich heute quälen und das habe ich getan. Jetzt brauche ich erstmal eine Pause", erklärte Moritz auf der Heide, nach dem der 30jährige spektakulär auf der finalen Downhill-Passage in Führung gegangen war und nach 3:09:05 h als Sieger auf dem Karlsplatz einlief. Beim Transalpine, dem Etappenlauf über die Alpen vom 2. bis 8. September war er mit seinem Partner Nils Riegel Siebter geworden. Als Vorjahreserster des 30 km langen Half-Trail war ihm das Gelände bekannt, aus dem Vorhaben wie Florian Neuschwander unter drei Stunden zu bleiben, wurde diesmal aber noch nichts.

Der Team-Marathon wird einmal mehr von engelhorn sports beherrscht. Steffen Ulmrich, angeheneder Jura-Student, trägt als 2. Läufer vom Mühlental bis Langer Kirschbaum (13,3 km) zum Sieg des Männerteams bei
In der Mixed Wertung hat Jan Steblow diesen Part übernommen Für das erfolgreiche Frauenteam klettert Katrin Halter von Schlierbach zum Königstuhl über 6,3 Kilometer

Auch Matthias Müller von der TSG Weinheim, Trail-Marathon-Sieger von 2015, zählte zum engen Kreis der Favoriten. Er hatte mit dem Halbmarathonsieg beim Nibelungenlauf in Worms eine Woche zuvor seine derzeitige Form unter Beweis gestellt. Das Ziel erreichte der 37jährige Asics Frontrunner nach 3:28:18 und gestand: "Ich bin kaputt." Vor ihm landete in 3:24:34 noch der zehn Jahre jüngere Dominik Meier vom TuS Badenweiler als Hauptklassensieger auf der Ehrentribüne.

Dioni Gorla versus Aoife Quigly

Dioni Gorla hat die Organisationsagentur M3 in guter Erinnerung, war im Frühjahr vom ebenfalls von M3 veranstalteten SRH Dämmer Marathon in Mannheim angenehm überrascht gewesen, wo sie Dritte wurde. Eine Woche nach dem Marathon in Münster/Nordrheinwestfalen lief sie unbekümmert ihren Stiefel und ging sofort in Führung.

 
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LR-Info zum SRH Dämmer Marathon HIER

Die Timo Bracht Staffel GELITA Team Sport For Good holt sich Platz 2 in der Männerwertung. Beim 2. Wechsel Langer Kirschbaum übergibt Tobias Balthesen an Sebastian Bleitgen, der nun 10,2 km bis nach Schlierbach vor sich hat
Der Trail-Marathon erfahrene Jürgen Reiser (bereits zweimal hat er als Single teilgenommen) übernimmt den vorletzten Part von Schlierbach zum Königstuhl für GELITA Team Sport For Good

Dass das Vorhaben, der vierte Sieg in Folge, sich schwierig gestaltete, der Angriff des Veranstaltungsrekords von Almuth Grüber (3:42:50), Trail-Marathon Siegerin der Jahre 2013 und 2014, für Aoife Quigly nicht möglich sein würde, merkte die in der Gemeinde Ilvesheim, nahe Heidelberg, wohnhafte Engländerin, die für das engelhorn sports team / TV Schriesheim startet, schon früh im Rennen.

"Ich hatte Schmerzen in der Hüfte und das Rennen ist mir insgesamt ziemlich schwer gefallen", berichtete sie im Ziel. Den RUN2 hatte sie noch nicht weggesteckt, der neue Wettbewerb im Rahmenprogramm des Transalpine umfasste zwei Tagesetappen über 43,6 km und 27,2 km. Diesen Wettbewerb hatte sie vor zwei Wochen mit ihrem Freund Fabio Crescentini gewonnen. Doch stellten sich Überlastungsprobleme ein, die in der kurzen Zeit bis zum Heidelberger Trail-Marathon nicht ausheilten. Nach einer Saison mit vielen Trail-Rennen dachte sie, der heimische Trail-Marathon geht noch und trotz der Probleme wollte sie nicht auf einen Start verzichten. Bis zum 548 Meter hohen Weißen Stein nach etwa 18 Kilometern konnte sie Dioni Gorla einigermaßen folgen, dann vergrößerte sich ihr Rückstand ständig.

Benjamin Weiland und Laura Jansen laufen als Die Bergathleten zum Duo Mixed Sieg
Duo Männer Sieger werden die Bestien am Berg mit Christoph Bergen und Tobias Eckert

Während Dioni Gorla, die in einem Fernstudium Ernährungsberatung studiert und 30 Wochenstunden im Düsseldorfer Asics-Laden arbeitet, auf Gesamteinlaufplatz acht nach 3:48:41 h ihren Sieg bei den Frauen feiern konnte, kämpfte Aoife Quigly tapfer weiter und erreichte nach 3:57:45 als Zweite das Ziel. "Ich bin noch nie bei einem Wettkampf ausgestiegen", so die Konferenzdolmetscherin des Jahrgangs 1991, die sich im Anschluss an das Rennen eine Saisonpause verordnet hat.

Steffen Justus führt auf der Himmelsleiter Richtung Königsstuhl noch immer
Moritz auf der Heide folgt weiterhin auf Platz 2

Eine kurze Pause gönnt sich Dioni Gorla auch, die trotz täglicher Laufeinheiten mit 100 Wochenkilometer eher geringe Umfänge trainiert, dies zudem ohne spezielles Tempotraining. Ihr Fazit nach dem Trail-Marathon: "Traumhaft und hart. Krass die Himmelsleiter." Jetzt folgen drei Wochen Pause, dann der Köln Marathon.

Dominik Meier vom TuS Badenweiler läuft auf Rang 3 vor ...
... dem Trail-Marathonsieger von 2015 Matthias Müller von der TSG Weinheim und ... ... Patrick Brandenburger vom Team Laufstil

Dritte wurde Lisa Miksch vom TV Forst Triathlon, Jahrgang 1992. In der Hauptsaison konzentriert sie sich auf den Triathlon, startet über alle Distanzen mit Ausnahme der Langdistanz. Nach dem Saisonabschluss passen die Laufwettkämpfe ins Programm.

Beim Trail-Marathon in Heidelberg war sie bereits zwei Mal gestartet, jeweils im Duo-Marathon, 2013 und 2016, hatte zuletzt gewonnen. Immer lief sie den zweiten Teil mit Himmelsleiter. Nach ihrem Marathon-Debüt im letzten Herbst bei der dreitägigen Tour de Tirol, wo sie den neunten Rang belegte nach dem 10 km Lauf, dem hochalpinen Kaisermarathon und den 23 km langen Pölventrail, heute nun ihr zweiter Marathon, diesmal als Freshmarathon. Diesen beendete sie nach 4:13:55. Zur besseren Einordnung ihres Leistungsvermögens sei hier noch ihre Halbmarathonbestzeit von 1:25:51 genannt, 2017 beim Bienwald-Marathon in Kandel gelaufen.

W50-Siegerin Claudia Wollfahrt von der LSG Karlsruhe lief in 4:15:31 auf den vierten Frauenrang. Ihr folgte in 4:27:55 W30-Siegerin Florina Vasutiu vom Schweizer LVF Muri. Sechste wurde Katja Kust in 4:36:24 vor Irena Ambrozova vom SK Sverak in 4:39:11. Unter insgesamt 283 Finishern waren 42 Frauen.

Dioni Gorla hat auf der Himmelsleiter, die bei schönem Wetter auch von Touristen stark frequentiert wird, bereits einen großen Vorsprung im Frauenrennen heraus gelaufen
Über Naturstufen, Felskanten und Geröllsteine führt die Himmelsleiter hinauf zum Königstuhl, der Bergstation der Heidelberger Bergbahn, auf 567 Metern Höhe

Half-Trail ist nichts für Einsteiger

Der engelhorn sports Half-Trail ist mit etwa 30 Kilometern Länge und 1000 Höhenmetern sehr anspruchsvoll. Er verläuft zu weiten Teilen auf der Marathon-Strecke, die die Teilnehmer des Half-Trail an zwei Stellen "abkürzen". Nach knapp 10 Kilometer führt der Lauf aus dem Mühlental heraus direkt auf den Weißen Stein. Mehr noch dürfte der Verzicht des Aufstiegs über die Himmelsleiter auf den Königstuhl Trailanfänger locken. Etwa 500 Höhenmeter spart man sich beim Half-Trail gegenüber dem Marathon. Dabei ist jedoch zu beachten, dass sich die Strecken letztmals an der Himmelsleiter trennen. Während es beim Trail-Marathon die ungleichen Stufen hochzusteigen gilt, heißt es für Half-Trail-Teilnehmer ein Stück bergab auf den Steilstufen höchste Trittsicherheit zu behalten. 2018 kamen die Läuferinnen und Läufer in den Genuss, dass die Steinstufen trocken und nicht glitschig waren. Doch auch ohne die Himmelsleiter sind die Abwärtspassagen oft steil und nicht ungefährlich.

Verbal motivierende und achtsame menschliche Weiche bei km 35 für die Marathonis und km 28 für die Half-Trailer bevor es die Himmelsleiter hinauf bzw. hinab geht

Bei den Frauen siegte Nadine Richter für den SC Ostheim/Rhön in 2:36:56 h. Sie fand die Strecke abwechslungsreich, "eine gute Veranstaltung, gute Organisation". Sie kritisierte den Anteil an Straße im Streckenverlauf als noch zu groß. Die 38jährige Bürokauffrau führte vom Start weg und ihr Sieg war niemals gefährdet. Esther Heinold von der TSG Wiesloch, 1. W40, folgte in 2:48:15. Dritte wurde Sani Lenoir aus Luxemburg in 2:50:27 (2. W30).

Die Half-Trailer verzichten nach 28 Kilometern zwar auf den Aufstieg über die Himmelsleiter hinauf zum Königstuhl, machen jedoch Bekanntschaft mit dieser in engegengesetzter Richtung hinuter ins Tal. Allgemeiner Konsens - noch härter

Das Männerpodest besetzte Tagessieger Markus Brennauer vom TSV Penzberg in 2:12:02 vor dem Münchener Frederic Gabry in 2:13:39 und Benjamin Wehbring aus Leonberg in 2:17:06. Daniel Richter vom SC Ostheim in 2:22:15, Manuel Peters vom engelhorn sports team / TV Schriesheim in 2:25:53 und Mickael Donnard aus Offenau in 2:26:03 folgten mit den letzten Zeiten unter zweieinhalb Stunden. Alle Genannten sind zufällig ausnahmslos in der Altersklasse M30.

Mit 285 Finishern, davon 79 Frauen, erfreut sich der Half-Trail keiner geringeren Resonanz als der Hauptlauf, ist zudem Longdistance-Wertungslauf des drei Trail-Events der Region vereinenden Trailcups.

Die Schleife Bismarckhöhenweg unterbricht kurz den Anstieg auf der Himmelsleiter Richtung Königsstuhl und bietet einen Blick auf die Stadt und den Neckar
Fast wieder ganz unten im Tal bei Kilometer 40 fällt der Blick aufs Heidelberger Schloss

Himmelsleiter Trail: 9 km Odenwaldhölle kompakt

Mit 450 Höhenmeter ist der Himmelsleiter Trail überaus anspruchsvoll, führt über die beschriebenen Natursteinstufen direkt auf den Königsstuhl und danach, technisch fordernd, zurück über die Molkenkur, Zwischenstation der Bergbahn, zurück zum Karlsplatz. Brennende Oberschenkel werden beinahe garantiert, das Ganze ist wiederum Wertungslauf zum engelhorn sports Trailcup, zählt dort zur Shortdistance.

Moritz auf der Heide übernimmt auf der finalen Downhill-Passage vom Königstuhl ins Ziel auf dem Karlsplatz die Führung und siegt Steffen Justus wird mit gut 1,5 Minuten Rückstand Zweiter Dominik Meier hält den 3. Platz bis ins Ziel

Einen Doppelsieg feierte das engelhorn sports team bei den Männern. Gesamtsieger Marc Trometer, Jahrgang 1994, verwies in 40:55 min seinen fünf Jahre älteren Teamkameraden Patrick Schönball in 41:32 min auf den zweiten Rang. Dritter wurde in 41:57 min Michael Sturm vom Saalfelder LV.

Vom gleichen Jahrgang wie der Sieger ist auch die Siegerin Melanie Kaasinen aus Heidelberg, die auf Einlaufplatz elf nach 48:05 min ins Ziel kam. Zweite wurde Irina Haub von der DJK Flörsheim, in 49:13 min zudem 1. W40. 19 Jahre jünger die Drittplatzierte in 49:29 min, Katharina Grabinger vom TV 1890 Edingen.

Dioni Gorla feiert ihren ersten Sieg beim GELITA Trail Marathon Heidelberg
Aoife Quigly wird nach drei Siegen in Folge erstmals Zweite Lisa Miksch vom TV Forst Triathlon wird 3. Marathon Frau. Sie war 2016 schon mal ganz vorne, und zwar in der Duo-Marathon Mixed-Wertung

Trotz der kurzen Strecke bleibt es bei einem ungesunden Verhältnis von 63 Frauen zu 125 Männern im Ziel.

Der Trail-Marathon im Duo oder Fünferteam

Die etwa 42 Kilometer zu zweit schafften Tobias Eckert und Christoph Bergen in 3:30:32 am schnellsten, gefährdeten damit zwar die schnellsten Solisten nicht, verwiesen aber als Bestien am Berg die Erdferkel in 3:59:16, Jan Fassbender und Mario Schindler, klar auf Rang zwei. Mit auf die Siegerbühne durften Tobi und Jens, genauer Tobias Bünte und Jens Kolberg als Dritte in 4:04:23.

Durch das Festzelt führen die letzten Meter ins Ziel. In Rot die 4. Marathonfrau und W50-Siegerin Claudia Wollfarth von der LSG Karlsruhe (linkes Bild). Die Drittplatzierten der Duo-Marathon Mixedwertung DLRG Philippsburg West-Phili-Titans mit Janina Weser
und Daniel Schuler (rechtes Bild)

Kaum langsamer demonstrierten die Mixed-Duos, dass es der Frau gut gelingt einen Mann mit durchzuziehen. Die Bergathleten mit Laura Jansen und Benjamin Weiland in 3:32:49 vor der gar nicht schläfrigen Anästhesie Heidelberg mit Ulrich Keppler und Nina Hansen in 4:04:39 und die DLRG Philippsburg mit Daniel Schuler und Janina Weser in 4:15:12 belegten die drei Spitzenplätze. Reine Frauenduos zeigten noch Entwicklungsmöglichkeiten. Das Duo Infernale war mit 5:20:19 in der Besetzung Anna Giesinger und Julia Dittrich siegreich vor Trees und Hexe, Friederike Winter und Theresa Noll, in 5:25:32. Nach 5:35:24 dürften Barbara Neymeyer-Geißler und Manuela Gonschior ihr ‚Projekt 2018' auf Rang drei als Erfolg buchen. Insgesamt wurden 66 Duos in alle Variationen im Ziel erfasst.

Das Siegerpodest der Half-Trail Sieger über ca. 30km mit Markus Brennauer vom TSV Penzberg (1), Frederic Gabry, aus München (2.) und Benjamin Wehbring aus Leonberg (3.)
Die Half-Trail Siegerinnen: Nadine Richter vom SC Ostheim gewinnt vor Esther Heinold von der TSG Wienloch und Sani Lenoir aus Luxemburg Den Himmelsleiter-Trail über 9km gewinnt Marc Trometer vor Patrick Schönball (beide engelhorn sports team) und Michael Sturm vom Saalfelder LV

Team-Marathon

Als bequem erweist sich die Teamteilnahme für Stargäste aller Art. Was in der Stadt gilt, ist beim Trail-Marathon allerdings gar nicht so einfach, denn ein Sturz lässt sich auch im Staffelabschnitt nicht immer verhindern, wenngleich Belege für Stürze in Form von verdreckter Kleidung und Schürfwunden doch häufiger bei Solisten zu sehen waren. Immerhin war auch die Vorzeigestaffel um den ehemaligen Profi-Triathlet Timo Bracht von diesem Missgeschick nicht verschont geblieben. Allerdings traf es nicht den dreifachen Europameister und Fünften der IRONMAN-WM auf Hawaii, sondern seinen Sohn bei dessen erster Laufteilnahme. Keine ernste Verletzung, zum Glück, nur etwas von der Tapete an den Knien war ihm abgegangen.

Das engelhorn sports team gewinnt die Frauenwertung im Team-Marathon mit Ingrid Zasa, Lea Düppe, Judith Kadel und Caroline Spanier (auf dem Bild fehlt Katrin Halter)
Die schnellsten 3 Duo-Marathonias mit "Duo Infernale" vor "Trees und Hexe" und "Projekt 2018"

Dennoch lässt der Abstand erkennen, dass auch ohne des Sturzes des finalen Läufers das GELITA Team Sport For Good keine Chance gegen das engelhorn sports team mit Steffen Ulmrich , Marius Meyfarth, Frederic Giloy und Hendrik Ekler gehabt hätte, die in 3:01:31 h zu 3:16:05 nicht zu gefährden waren. Dritter wurde das Team MTG Triathlon in 3:33:07.

Platz 1-3 der Männer Marathon-Teams: engelhorn sports team vor GELITA Team Sport For Good und MTG Triathlon
Platz 1-3 der Mixed Teams: engelhorn sports team vor Lauftreff Uni Heidelberg und Werkbutze

Die gemischten Teams wurden wie die reinen Frauenteams vom engelhorn sports team angeführt. Mixed in 3:17:43 vor dem Lauftreff Uni Heidelberg in 3:32:11 und den Werkbutze in 3:59:19. Die Damenstaffel blieb in 3:39:52 ohne Konkurrenz. Lediglich ein Dreierteam trat noch an, das trotz motivierendem Namen (Arsch hoch!!) im Ziel um Stunden zurücklag.

Projektmanager von M3 GmbH & Co. KG Stephan Buchner und Marketingleiter der Gelitta AG Michael Teppner (ganz rechts) ehren die schnellste Marathonfrauen. Mit Wein und Stein v.l.: Aoife Quigly (2.), Dioni Gorla (1.) und Liisa Miksch (3.)

133 weitere Finisher steuerten diese 27 Quintette zum Gesamtresultat von 955 Finishern bei, das mit den KIDSFuntrails auf 1004 anstieg. Auf dem Karlsplatz ließ es sich herrlich verweilen, denn bei aller Sorge um den Klimawandel ist es im Herbst doch angenehm noch lange in der Sonne zu sitzen. Am Ziel wurden die wartenden Fans und Familienangehörigen unterhalten, konnten mit Wasser befüllte Plastikkühe melken, die besser stehenbleiben als echte, oder das Rennen auf einer LED-Wand verfolgen.

Herrlich Höher Härter - Siegerwein für Dioni Gorla von ART Düsseldorf und Moritz auf der Heide vom LAZ Puma Rhein-Sieg beim 6. GELITA Trail Marathon Heidelberg
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Titelsponsor Gelita verfolgt von Beginn an, welche Entwicklung der vom Weltmarktführer im Bereich der Produktion von Gelatine und Kollagenen mit viel Engagement begleitete Trail-Marathon Heidelberg nimmt und zeigt sich stolz, ein Teil dieser Veranstaltung sein zu dürfen. Gelita ist Weltmarktführer, gleichzeitig aber in der Region verhaftet: "Wir sehen uns verpflichtet, den Leuten hier etwas zurückzugeben." Dies erfuhren die Pressevertreter bei der Pre-Race-Pressekonferenz und die 6. Austragung dürfte die Zufriedenheit des Titelsponsors zementieren. Weitere Sponsoren unterstützen diesen ganz besonderen und mit viel organisatorischem Aufwand verbundenen Marathon, der weit über die Kurpfalz hinaus Beachtung findet.

Bericht und Fotos von Constanze & Walter Wagner

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Ergebnisse www.trailmarathon-heidelberg.de
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