10.9.17 - 14. Nibelungenlauf in Worms

"Jeder ist ein Gewinner"

Über 1.500 Teilnehmer beim Nibelungenlauf in Worms

Neue Sieger und nur eine Titelverteidigerin

von Reinhold Daab

Gleich vorweg, es wurde nichts mit dem Triple für die 2-malige Nibelungenlauf-Siegerin von 2015 und 2016. Verletzungsbedingt musste die Titelverteidigerin und Streckenrekordinhaberin Tinka Uphoff passen und ihre Teilnahme am Nibelungenlauf leider kurzfristig absagen.

So konnte Moderator Veit Berthold vor Rennbeginn darauf hinweisen, dass es sowohl beim 10 km Lauf, als auch beim Halbmarathon neue Siegerinnen und Sieger geben wird, weil diesmal kein einziger Titelverteidiger am Start war. Offene Rennen also. Nicht ganz, denn eigentlich wollte sich Mitfavoritin Lena Berg beim Halbmarathon mit Tinka Uphoff messen und Chef-Organisator Dieter Holz witterte im Vorfeld mit Blick auf dieses hochbrisante Duell gar schon eine neue Bestzeit.

 

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Im Nachhinein kann man getrost sagen, ein neuer Streckenrekord wäre bei den Frauen durchaus möglich gewesen, wenn sich die beiden Läuferinnen gegenseitig angetrieben hätten. Auch ich muss gestehen, dass ich schon eine Schlagzeile im Kopf hatte: "Deutschlands schnellste Juristin und die schnelle Ärztin aus Heidelberg kämpfen um den Sieg", oder so ähnlich. Doch daraus wurde nichts.

Zwei Tage lang stand die Nibelungenstadt Worms ganz im Zeichen von Sport & Kultur
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

Zwei Tage lang stand die Nibelungenstadt Worms ganz im Zeichen von Sport & Kultur. Der Veranstalter lud seine Gäste zu einem verlängerten Wochenende in die älteste Stadt Deutschlands ein, damit neben der sportlichen Betätigung beim Nibelungenlauf auch noch genügend Zeit für die vielen Sehenswürdigkeiten übrig blieb. Auf der Homepage der Stadt Worms steht geschrieben, dass die Stadt und die Nibelungen untrennbar miteinander verwoben sind. "Auf der Spur der Nibelungen" begegnet man überall in der Stadt Drachen und mit Hagendenkmal und Siegfriedsbrunnen sind gleich zwei wichtige Sagen-Gestalten im Stadtbild verewigt. Die Aufzählung könnte noch lange so weitergehen. Man muss Worms einfach selbst einmal erleben, eine der besten Gelegenheiten dazu ist sicher der Nibelungenlauf.

Moderator Veit Berthold verabschiedete Teilnehmer für Halbmarathon, 10 km und Walking, 5km Schülerlauf und Ü60-Frauenlauf auf die Nibbelungenlaufstrecke

Der 2-tägige Sportevent wurde am Samstag am 10 Uhr auf dem Festplatz am Rhein eröffnet. Die Besucher hatten Gelegenheit, sich ausgiebig auf einer Fachmesse zu informieren, konnten sich ihre Startnummer abholen und um 16 Uhr den Bambini zusehen. Am Sonntagvormittag standen sechs Laufwettbewerbe auf dem umfangreichen Programm. Vor dem ersten Start wurde ein Aufwärmprogramm von einem Fitness-Studio angeboten, das von zahlreichen Teilnehmern dankbar angenommen wurde. Bei perfektem Laufwetter starteten um 10 Uhr die Teilnehmer über Halbmarathon, 10 km und Walking gemeinsam, 15 Minuten später folgte der Schülerlauf und weitere 5 Minuten danach der abschließende Frauenlauf und Ü60-Lauf, jeweils über 5 km. Die 10 km lange Runde führte zunächst durch die Wormser Innenstadt, vorbei an vielen Sehenswürdigkeiten, dann am Stadtpark entlang und schließlich am Rheindamm zurück zum Festplatz.

Gegen 10:30 Uhr wurden die ersten Läuferinnen und Läufer im Ziel erwartet. Nach einem kurzen Zwischenstopp am Nibelungenmuseum war ich rechtzeitig zurück im Zielbereich, um die Schnellsten einzufangen. Schon nach wenigen Minuten vermischten sich die ins Ziel einlaufenden Teilnehmer, so dass ich höllisch aufpassen musste, anhand der farbigen Startnummern die Zuordnung halbwegs hinzubekommen.

 

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212 Nachwuchsathleten erreichten beim 5 km-Schülerlauf das Ziel Larissa Löb gewinnt den Schülerlauf und verteidigt als Einzige ihren Titel beim Nibelungenlauf U14-Sieger Leon Glaub wird Dritter beim Schülerlauf der Jungs

5 km-Schülerlauf (212 Teilnehmer)

Am Anfang war das noch recht einfach, denn beim Schülerlauf war Larissa Löb als Schnellste allein auf weiter Flur. Larissa brachte mit ihrem Sieg in 18:50 min. (1. U16, Nelly-Sachs-IGS Worms) nicht nur das Kunststück fertig, alle Jungs hinter sich zu lassen, sie verteidigte als Einzige an diesem Tag ihren Titel aus dem Vorjahr, als sie sogar mit 18:34 min. einen neuen Streckenrekord aufgestellt hatte. Diesmal reichte es nicht ganz, ihre Leistung war dennoch herausragend. Hinter der Siegerin wurde Simon Trampusch (18:51 min., 1. U16, Tus Framersheim) schnellster Schüler vor seinem Vereinskameraden Ruben Henn (19:01 min., 2. U16), Leon Glaub wurde Dritter (19:08 min., 1. U14, LSG Saarbrücken-Sulzbach). Bei den Mädchen gingen die Plätze zwei und drei an Sophie Ivanova (22:14 min., 1.WU10, DSW 1912 Darmstadt) und Emilia Hacker (22:15 min., 1. U12, Rubgy Club Worms).

5 km-Frauenlauf (158 Teilnehmer)

Immer größerer Beliebtheit erfreut sich der Frauenlauf, was die stolze Teilnehmerzahl von 158 Läuferinnen verrät. Im vergangenen Jahr verpasste Kristin Eikmeier bei ihrem Rekordlauf in 19:01 min. die 18-Minuten-Marke nur um 2 Sekunden, von dieser Zeit waren die schnellsten Frauen am Sonntag weit entfernt. Mit fast einer halben Minute Vorsprung gewann Sophia Priebe den Frauenlauf in 21:26 min. (REN0LIT SE). Zweite wurde Silke Weyland (21:55 min., stimmel-sports e.V.) und Platz drei ging in 22:45 min. an Carla Zimmer von der LG Rüsselsheim.

Den Frauenlauf über 5 km gewinnt Sophia Priebe Zweite beim Frauenlauf wird Silke Weyland In buntem Outfit läuft Carla Zimmer beim Frauenlauf auf Platz drei

Nach wie vor gering war das Interesse am 5 km-Ü60-Lauf, für den nur 3 Läuferinnen und 10 Läufer gemeldet hatten. Steffi Hackl (Entsorgungs- und Baubetrieb) war in 27:22 min. schnellste Läuferin. Bei den Männern siegte Armin Bamberger vom TV Büschergrund (24:36 min.).

10 km betrug die Distanz für 38 Walker, von denen Franz Josef Stuppy in 1:08:59 Std. (SV Miesau) und Annette Herrmann in 1:17:32 Std. (Röchling Sports Club) die Schnellsten waren.

 

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Mit hauchdünnem Vorsprung gewinnt Daniel Mengsteab den 10 km Lauf ... ... vor Peter Faulhaber (rote Nummer), der nur eine Sekunde Rückstand auf den Sieger hat. Neben ihm läuft der Schüler Phil Kranich Leander Fink wird Dritter über 10 km und gewinnt die AK U18

10 km-Lauf (754 Teilnehmer)

Das größte Teilnehmerfeld beim Nibelungenlauf stellte der 10 km-Lauf mit 249 Läuferinnen und 505 Läufern. Das Rennen war völlig offen, Vorjahressieger und Lokalmatator Linus Stimmel war nicht am Start, er bestritt mit seinem Wormser Rowe-Team das Triathlon Bundesliga-Finale. Etwa 500 m nach dem Start lag noch ein Halbmarathon-Läufer vorne aber bereits nach etwa einem Drittel der Strecke am Nibelungenmuseum hatte Daniel Mengsteab, ein jugendlicher Flüchtling aus Eritrea, die Führung übernommen. Er gewann das Rennen, musste aber auf dem letzten Streckenabschnitt alles geben und rettete schließlich einen hauchdünnen Vorsprung von einer Sekunde ins Ziel (35:46 min. 1. H, TG Biblis-Lauftreff). Peter Faulhaber hatte mächtig Dampf und dem Sieger das Leben bis zum Schluss schwer gemacht. Er wurde in 35:47 denkbar knapp Zweiter (2. H). Platz drei ging in 36:48 min. an U-18-Sieger Leander Fink (TV 1848 Ober-Olm).

"So schnell war ich noch nie", 10 km-Siegerin Vanessa Fischer ist von ihrem Sieg überrascht Zweite über 10 km wird W35-Siegerin Sabine Schmitt, die von der Stimmung an der Strecke begeistert ist Meike Kroneisen wird Dritte über 10 km (2. W35)

Bei den Frauen ging der Sieg in 38:10 min. an Vanessa Fischer aus Mainz, die darüber selbst etwas überrascht war und im Ziel bekundete: "So schnell war ich noch nie." Sabine Schmitt vom TV Alzey hatte die Siegerin zwar am Nibelungenmuseum noch im Blick, konnte aber die Lücke zu ihr nicht schließen. In 39:04 wurde die W35-Siegerin Zweite vor ihrer AK-Konkurrentin Meike Kroneisen, die in 42:48 min. mit einem deutlichen Rückstand von fast vier Minuten als Dritte im Ziel war. Für einige Irritationen hatte zunächst Eva Ehmke gesorgt, als erste Läuferin in der Netto-Zeit von 33:03 min. im Ziel war, vermutlich aber nur die 5 km Strecke absolviert hatte, was ihre Brutto-Zeit von 54:21 min. nahe legte.

Halbmarathon (374 Teilnehmer)

Nachdem es durch die verletzungsbedingte Absage von Titelverteidigerin Tinka Uphoff nichts wurde mit dem erhofften Duell machte Lena Berg das Beste aus der Situation. "Wenn die Konkurrenz fehlt, muss ich halt alleine schnell laufen", gab sie mir gegenüber nach dem Lauf ein knappes aber treffendes Statement ab. Lena ist mit Alleingängen durchaus vertraut und ist in der Lage, auch ohne Konkurrenz Top-Leistungen abrufen. So auch am Sonntag. Schon zu Beginn des Rennens reihte sie sich unter den schnellsten Männern ein, keine andere Frau war auch nur annähernd in der Lage, ihr Tempo mitzugehen. Am Ende stand für Lena Berg mit 1:21:39 Std. (1. W30) eine neue persönliche Bestzeit und die zweitschnellste je in Worms gelaufene Zeit zu Buche. Die schnelle Schriesheimerin startete für das "engelhorn sports team" und war mit ihrer Leistung natürlich hoch zufrieden. "Die letzten fünf Kilometer am Rheindamm entlang war ich richtig glücklich". Den zweiten Platz belegte Stephanie Gilfrich Schneider (1. W35, 1:26:56 Std.). Dritte wurde W40-Siegerin Ute Knape (1:30:56 Std., Ute Mückel Tria).

Mit neuer persönlicher Bestzeit gewinnt Sascha Brenner den Halbmarathon Während dem ganzen Rennen und auch im Ziel liegt Timmy Johnsson beim Halbmarathon auf Platz zwei Iván San Juan Navarcorena wird Dritter beim Halbmarathon (1. M40) Eine faustdicke Überraschung ist der 4. Platz von W45-Sieger Torsten Weiler, er hat 2004 die Premiere des Nibelungenlaufs gewonnen

Überglücklich war auch Dominique Franck, die es unter die Top-Ten schaffte. Vor dem Rennen erzählte sie mir, ihre Laktat-Werte würden besagen, dass keine weitere Leistungssteigerung möglich sei. Das wollte sie so nicht auf sich sitzen lassen. Mit einer großen Portion Ehrgeiz stellte Dominique in 1:42:13 Std. tatsächlich eine neue, persönliche Bestzeit auf und holte sich den Sieg in der W45. Nach ihrem famosen Rennen fiel sie ihrem Trainer vom Nibelungenlauf-Team, Dieter Holz, überglücklich in die Arme und sagte stolz. "Er hat mich gelobt". Dazu hatte der "Macher" des Nibelungenlaufs aber auch allen Grund.

 

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Lena Berg gewinnt den Halbmarathon in neuer persönlicher Bestzeit Mit Startnummer 2 läuft Stephanie Gilfrich Schneider beim Halbmarathon auch auf Platz zwei Mit Siegerfaust läuft Uta Knape auf Platz drei beim Halbmarathon Ramona Lutz wird Vierte beim Halbmarathon

Am Nibelungenmuseum lag der Spanier Iván San Juan Navarcorena noch in Führung, gefolgt von Timmy Johnsson und Sascha Brenner. Am Ende der ersten Runde hatte sich das Blatt gewendet. Jetzt lag der Vorjahresvierte Sascha Brenner vorne und baute seinen Vorsprung in der zweiten Runde weiter aus. Er hatte einen guten Tag erwischt, das angenehme Wetter trug seinen Teil dazu bei, so dass sich Sascha Brenner am Ende mit neuer persönlicher Bestzeit von 1:16:27 Std. (1. H., Bosch Service Brenner) als neuer Nibelungenlauf-Sieger feiern lassen konnte. Der Nibelungenlauf diente ihm als perfekte Vorbereitung für den Köln Marathon in drei Wochen, nur etwas schneller als ursprünglich geplant. Von Beginn an und letztlich auch im Ziel lag Timmy Johnsson auf dem zweiten Platz (1:18:54 Std., 2. H, FC Arsenal). W40-Sieger San Juan Navarcorena wurde Dritter (1:19:20 Std., RENOLIT SE). Für eine faustdicke Überraschung sorgte Torsten Weiler als Vierter. Der Gewinner von 2004 (1:17:35 Std.) blieb als einziger in 1:19:38 Std. (LLG Wonnegau) noch unter der 1:20 Stunden-Marke und verriet im Ziel, dass er bei der Premiere des Nibelungenlaufs 2004 seine Frau kennengelernt hatte.

Beide Daumen hoch von W55-Sieger Holger Walter beim Halbmarathon Zieleinlauf Große Freude bei Dominique Frank, sie gewinnt in neuer persönlicher Bestzeit beim Halbmarathon die W45. Trainer und Chef-Organisator Dieter Holz gratuliert zum Erfolg "Jeder ist ein Gewinner", so lautet das Motto beim Nibelungenlauf, Max Kuckelkorn, Julia Neef und Hans Walter Mengel (v.l.) ist das beim Zieleinlauf über 10 km deutlich anzusehen
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Mit der Siegerehrung im Festzelt gingen zwei interessante Tage mit Sport & Kultur in Worms zu Ende. Chef-Organisator Dieter Holz und sein Team können mit Stolz darauf zurückblicken, mit dem Nibelungenlauf inzwischen über 30.000 Teilnehmer zu einem Besuch der schönen Nibelungenstadt Worms animiert zu haben.

Bericht und Fotos von Reinhold Daab

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