24.9.17 - 19. KRAICHGAU-Lauf in Sinsheim-Rohrbach

Landschaftsgenuss auf verschiedenen Distanzen

von Constanze & Walter Wagner 

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Nur zäh lichteten sich am Rennsonntag die Nebelschwaden aus den Tälern des Kraichgauer Hügellandes. Die zu den ältesten Kulturräumen unseres Erdteils zählende Region, die dem Homo Heidelbergensis vor über einer halben Million Jahren Heimat bot, erstreckt sich vom Oberrheingraben bis zum Neckar bei Heilbronn bzw. vom Nordschwarzwald bis zum Odenwald. Im Vergleich zu diesen Mittelgebirgen gelten die Erhebungen des Kraichgaus als Hügel, meist sanft und von flachen Talmulden begrenzt. Was für den Ackerbau stimmen mag, fordert im Laufschritt einiges an Ausdauer- und Belastungsfähigkeit, denn wirklich ebenes Terrain macht sich rar. So geht es vom Start vor der Kreuzgrundhalle, dem Veranstaltungszentrum, sogleich die ersten Kilometer bergan und durch Felder und Wiesen, vorbei am Rosenhof, wo man Wurst und Fleisch in höchster Qualität direkt vom Bauernhof kaufen kann, und weiter alsbald hinein in den Mischwald.

Bergab - bergauf - das ist der Charakter des Kraichgau-Laufs
Nichts für reine Asphalt-Cowboys:
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Es sei denn, man hatte sich für die Kurzstrecke angemeldet, denn die Teilnehmer des um 9.30 Uhr gestarteten 5 km Laufs tauchten nicht in den ‚Großen Wald' ein, liefen eine eigene Feldschleife und wieder hinunter zum Ziel. Doch der erste Startschuss galt den Langstrecklern über 33 km bzw. 50 km, für die um 8.30 Uhr der ‚Kompass des Kraichgaus' nicht einmal zu erahnen war. Er zeigte sich auch später nur schemenhaft, gut also, dass der SV Rohrbach über die "weltbesten Streckenmarkierer" verfügt, denn mit dem um 9 Uhr angeschossenen 21,4 km langen Halbmarathon, dem 10,6 km ‚Hauptlauf' (9.15 Uhr) sowie dem Schülerlauf (1,4 km - 9.25 Uhr) und den Walkingstrecken über 5 km und 10,6 km galt es nicht nur den Überblick im Zeitplan zu behalten, sondern auch die weit über 100 markierten Kilometer des Wettbewerbgeflechts so vorzunehmen, dass alle befreit ihre Distanz in Angriff nehmen konnten.

Ein wenig Musik ... ... und reichlich Versorgung fördern die Motivation

Begegnungsabschnitte sorgten für Kurzweil, Ablenkung oder gar Aufmunterung und fanden entsprechend den Zuspruch der Läuferinnen und Läufer. Zuschauern, die bevorzugt die wenigen anfahrbaren Punkte bevorzugten, blieb so manche Markierung suspekt, während die Aktiven einfach ihren in jeweiliger Farbe zugeordneten Pfeilen und Schildern folgen konnten.

Der Kompass des Kraichgaus hätte zwar die Fotografen erfreut, den Läufern aber sowieso nichts genutzt, denn die sogenannte mittelalterliche Burg Steinsberg, auf einem 333 m ü. NN aufragenden Bergkegel, ist zwar oft weithin sichtbar, die Strecken dagegen, führen auf geringe Ausdehnung komprimiert in unzähligen Schleifen, dauernd die Richtung wechselnd, überwiegend durch Wald.

 

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Noch liegen die Nebelfelder über dem Kraichgau - die später startenden 5 und 10,6 km Teilnehmer laufen sich ein. Ralf Gaberdiel vom TV St. Ilgen in der Mitte wird den 5km Lauf gewinnen, die beiden Hofstätters Stefan (links) und Erich vom TSV Kürnbach tauchen später noch weit vorn in der 10,6km Spitze auf Als erstes gehen die 33km und 50km Läufer auf die Kraichgau-Lauf Runde, angeführt von Ultramarathonstarter Jens Santruschek vom TV Bretten

Verpflegungsstellen sind bevorzugt dort aufgebaut, wo sie mehrfach von Nutzen sind. Eine neuralgische Stelle ist die ‚Pfütze', zwischen Rohrbach und Adersbach gelegen, wo die Zehner vom Langloch herunter kommen, sich hier ein Getränk greifen bevor es lange ansteigend am Waldrand entlang und weiter übers Feld zurück zum Rosenhof und von dort im Zielschuss zur Kreuzgrundhalle hinunter geht. Das Langloch bergauf mussten alle anderen Langstreckler, wobei die 50er später hier auf den Spuren des Zehners das Langloch auch noch abwärts laufen dürfen und auf dem 35. Kilometer den Verpflegungsposten ‚Pfütze' erneut passieren. Zur Aufmunterung war hier zudem eine Perkussionstruppe im Einsatz.

Die Versorgunsstation gut 2,5 km Luftlinie vom Start/Zielbereich in Rohrbach entfernt, die am häufigsten passiert wird, nämlich 6x für die 50km Läufer, 3x für die 33km und 2x beim Halbmarathon und beim 10,6km Rennen zu Beginn

50 km und KRAICHGAU 100plus Cup

2015 wurde der 44 km lange Lauf auf 50 km erweitert und die Kooperation mit "Night 52" in Bretten eingegangen, einem im Juli organisierten 52 km Lauf im Kraichgau. Die Zeitaddition aus beiden Läufen ergibt die Reihenfolge der Kraichgau 100plus Cup-Wertung, deren drei ersten Plätze mit Preisgeld prämiert sind. Das Ziel nach 50 Kilometern erreichten 93 Läuferinnen und Läufer, davon hatten 28 das für den Cup geforderte zweite Resultat erzielt. Da bei beiden Läufen Sieger und Siegerinnen die gleichen waren, lag auch der Ausgang bei der 100 Plus Wertung unmittelbar vor.

Gleichzeit mit den 50km Läufern sind die 33km Teilnehmer gestartet, angeführt von Hanspeter Scherr vom TuS Lörrach-Stetten Als zweiter 33km Läufer folgt Michael Gschwind (SpVgg Baiertal) Ein munteres Trio bilden der 33km Läufer Rüdiger Bardelang vom TV Kirchardt, 3. und M50-Sieger und die 50km Läufer Felix Tutsch vom Tri-Team SSV-Ettlingen und Henning Wolters vom SportTREND Ultralaufteam Braunschweig (von links)

Es lag von Beginn an Jens Santruschek vom TV Bretten in Führung, der ließ selbst dem stärksten ¾-Marathon Läufer keine Chance mitzulaufen. Er hatte ein Ziel, die Cup-Wertung unter 7 Stunden zu gewinnen und Michael Sommer mit dem bisher besten Cup-Resultat von 7:24:11 Stunden abzulösen. In Bretten hatte er mit 3:38:55 h gesiegt, doch ist die Distanz mit 52 km etwas länger und die Strecke aus Sicht von Santruschek auch anspruchsvoller. Sein offizieller Radbegleiter verursachte, dass er noch einen Kringel falschherum lief, ohne dass dies Einfluss auf den Rennverlauf oder gar die Distanz hatte. Doch richtete der Radfahrer einen Appell für ein Zurück zum 44km Lauf: "Der war super und man kann 6 km weglassen." Dazu später.

Wirtschaftswege wechseln mit Waldpfaden

Jens Santruschek, Jahrgang 1979, der seine Brötchen bei Kinostar Bretten verdient, hat einige Marathonläufe gewonnen, etwa in Magdeburg oder Tangermünde. Auch in seiner neuen Heimat reiht der aus der Region Magdeburg stammende ehemalige Basketballer, der aufgrund seines Talents in dieser Sportart auch im Sportgymnasium in Magdeburg Aufnahme fand, Sieg an Sieg und mischt nur zu gern bei badischen und pfälzischen Laufklassikern mit. Zwar hatte er noch leichte muskuläre Probleme in Sinsheim zu meistern, doch an seine Zeit von 3:18:37 h, die Achim Zimmermann den Streckenrekord nahm, der 2015 mit 3:28:04 h den bisherigen Bestwert geliefert hatte, kam auf der profilierten Strecke niemand heran.

 

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Das Führungsfeld der 33km Frauen im bunt gemischten Langstreckenfeld. Links in Grün Emmanuelle Vergé und rechts in Weiß Nicola Bräumer aus Steinsfurt, die letztes Jahr den Halbmarathon gewinnen konnte, läuft diesmal auf Platz 3 Lang zieht sich das erste Starterfeld der 33- und 50km-Läufer vom Start weg gleich ein wenig bergauf

Henning Wolters von SportTREND Ultraulaufteam Braunschweig folgte auf Rang zwei in 3:37:59 h und Felix Tutsch vom Tri-Team SSV Ettlingen komplettierte in 3:40:05 als M40-Sieger das Podium. Verdrängt hatte dieser Gernot Helfrich vom Bärenfelslauf-Team, der bei seinen zahlreichen Teilnahmen immer aufs Siegerpodest gekommen war und den 44 km Lauf auch schon gewinnen konnte. Als Vierter in 3:48:12 h musste er sich nun mit dem M45-Sieg begnügen. Fünfter wurde Hannes Jochem (3:49:17), der damit im Kraichgau 100plus Cup vor Sven Haeger, dem Siebten in 3:58:19 h, Platz 2 belegte. Doch zum Cupsieger Jens Santruschek, der sein Ziel in 6:57:32 schaffte, klafften große Lücken.

Im 50km Frauenrennen hat sich zunächst Bettina Eyhorn von der TSG Schopfheim abgesetzt, schon im Hintergrund zu sehen ... ... Natascha Bischoff von der LSG Karlsruhe Silke Schütt vom RC Vorwärts Speyer folgt auf Platz 3, sie wird damit auch Dritte des Kraichgau 100plus-Cups

Bei den Frauen gingen wie schon in Bretten wieder Natascha Bischoff (W45) von der LSG Karlsruhe und Bettina Eyhorn (W40) vom TSG Schopfheim eine Liaison ein und wieder gingen beide gleichzeitig als Siegerinnen über die Ziellinie. 4:11:11 h ihre Zeit, nur ein Dutzend Männer waren vor ihnen ins Ziel gekommen. Silke Schütt (W40) vom RC Vorwärts Speyer blieb Rang drei in 4:30:27 h. Die gleiche Rangfolge ziert auch das 100plus Cupresultat, wobei die beiden führenden Damen in 8:43:07 wiederum Bestmarken setzten und Silke Schütt mit 9:28:45 das dritte Geldkuvert in Empfang nehmen konnte.

Natascha Bischoff war erst zwei Wochen zuvor im niederländischen Winschoten in persönlicher Bestzeit 100 km in 8:24:43 h gelaufen. Sie musste sich für die 100km IAU-Weltmeisterschaften qualifizieren und den Lauf spürte sie noch in den Beinen. Ihre Bestzeiten im Marathon von 3:05 und im 50km Lauf von 3:53 h lief sie auf flachen Strecken. Auch Bettina Eyhorn ist schon 100 km gelaufen, in Biel 10:31 h, und auch andere Ultraläufe wie den Rennsteiglauf oder den Swissalpine in Davos. Ihre Marathonbestzeit steht bei 3:20 h.

 

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Gernot Helferich, der auch schon auf der Ultramarathonstrecke siegreich war (2009 damals noch 44km), holte sich dieses Mal Rang 4 und den M45-Sieg Die zwei führenden 50km-Frauen Natascha Bischoff (lins) und Bettina Eyhorn haben schon nach wenigen Metern zusammen gefunden Dagegen bildet Emmanuelle Vergé die Frauenspitze im 33km-Lauf nun alleine

In Bretten trafen sie spontan die Entscheidung zusammen zu laufen und setzten dies nun beim Kraichgaulauf fort. Die Streckenführung fanden sie toll, die Kursmarkierungen vorbildlich. "Es war gar nicht möglich sich zu verlaufen", argumentierten beide. Durch das Kreuzen an der Strecke gab es immer wieder Begegnungsverkehr mit anderen Teilnehmern auch von kürzeren Strecken. So traf Bettina zum Beispiel auch immer wieder auf Vereinskollegen des teilnehmerstarken TSG Schopfheim, die mit 19 Läuferinnen und Läufern auf den verschiedenen Distanzen angetreten waren, von 10km bis 50 km. "Es gab eine Top-Versorgung und auffallend waren die super netten Ordner", so die beiden Siegerinnen weiter. Auch Jens Santruschek fand, es war ein schöner, gut organisierter Lauf.

Jens Santruschek erreicht die 3. Versorgungstelle von 14 für 50km Läufer bei km 10 Bei km 10 noch immer auf Position 2, der führende 33km Läufer Hanspeter Scherr Das Starttrio hat sich neu sortiert, die 50iger Felix Tutsch (mitte) und Henning Wolters sind auf den 2. 33km Läufer Michael Gschwind aufgelaufen

33 km - der gefühlte Marathon

90 Ergebnisse steuerte die zweitlängste Distanz bei, die über mehr als 30 Kilometer zusammen mit dem 50km-Lauf abgespult wurde. Der 49jährige Hanspeter Scherr lief zu einem überlegenen Sieg in 2:17:37 h und wiedersprach etwas dem Slogan. Über die 42 Kilometer hat er eine Bestzeit von 2:32 h, gelaufen 2010. Im letzten Jahr lief er in Biel 7:46 h und wurde Siebter beim Swissalpine. Der Informatiker, der in der kommenden Saison in seiner neuen Altersklasse nochmals angreifen will und deshalb keine Ultramarathonläufe absolvieren wird, startet für TuS Lörrach-Stetten, war aber in der Reisegruppe seiner siegreichen Gemahlin über 50 km, also beim TSG Schopfheim ein willkommener Reisebegleiter. Ins Ziel folgte ihm Michael Gschwind von der SpVgg Baiertal in 2:28:41 als M40-Sieger vor M50-Sieger Rüdiger Bardelang von TV Kirchardt, Gesamtdritter in 2:32:29h.

Stark vertreten auf den verschiedenen Strecken war die TSG Schopfheim, hier führen 50km-W60-Siegerin Bernadette Kern (50-31) und W65-Siegerin Irmi Klemm (dahinter) eine Frauengruppe an Auch dieses TSG Schopfheim Trio blieb bis ins Ziel zusammen. Auf der Halbmarathonstrecke wurde Christiane Härtling (21-36) 2. der W60, Evelyn Thelen (21-113) 3. der W50 und Sabine Ohlekopf (21-85) 4. der W50

Emmanuelle Vergé vom TV Bretten Night 52 siegte bei den Frauen in 2:46:01. Die in der W45 startende Französin aus Perpignan, ist mit ihrem deutschen Ehemann im Organisationsteam des night52 in Bretten, wo beide auch leben. Es war ihre zweite Teilnahme, 2014 wurde sie in 2:44:09 Vierte. Ihre Halbmarathonbestzeit verbesserte sie gerade eine Woche zuvor beim Baden-Marathon in Karlsruhe auf 1:31:49 h. An gleicher Stelle lief sie 2016 ihre Marathon Bestzeit von 3:09:56 h. Floriane Green von SV Nikar Heidelberg, ebenfalls W45, wurde in 2:55:26 mit fünf Sekunden Vorsprung Zweite vor Nicola Bräumer aus dem nahen Steinsfurt, 1. W30 in 2:55:31 h, die im Vorjahr beim Halbmarathon siegte.

Der Halbmarathonführende Luel Gebrengus von der TSG Schwäbisch Hall läuft bei km 10 bereits auf die Ultralangstreckler auf, die eine halbe Stunde zuvor gestartet waren In der Verfolgung Andreas Voß aus Murrhardt, der den 2. Platz bis ins Ziel beibehalten wird Lokalmatador Daniel Köhl vom TV Sinsheim gewinnt als Drittplatzierter die M45 über Halbmarathon

Halbmarathon über 21,4 km war am beliebtesten

Der ungenaue Halbmarathon steuerte 171 Zieleinläufe und überflügelte damit knapp den 10,6 km Lauf mit 163 Finishern. Mit fast acht Minuten Vorsprung siegte der 24jährige Luel Gebrengus von der TSG Schwäbisch Hall in 1:18:24 h. Seit zwei Jahren ist der Eritreer in Deutschland beheimatet, hat erst hier mit dem Laufen begonnen und auch sonst in Ostafrika keinen Sport betrieben. Seine Halbmarathon Bestzeit gibt er mit 1:15:05 h an, wobei er erst seit diesem Jahr mehr Wettkämpfe bestritten hat und sich noch verbessern dürfte. Andreas Voß aus Murrhardt, M35, folgte in 1:26:09 vor M45- und Vorjahressieger Daniel Köhl vom TV Sinsheim in 1:28:34 h.

Im Halbmarathonrennen der Frauen führt Maria Brockkausen-Halder vom Lauftreff Stetten a.H. Anne Hartmann aus Angelbachtal ist erste Verfolgerin Theresa Halder, Tochter der Führenden, folgt auf Rang 3

Bei den Frauen rahmten Maria Brockhausen-Halder und Tochter Theresa Halder die zweitplatzierte Anne Hartmann aus dem Angelbachtal ein. Die 55jährige Maria überredete ihre 19jährige Tochter zum Mitmachen, doch den Sieg ließ sie sich nicht streitig machen. Nach 1:43:06 h war sie im Ziel und siegte für den Lauftreff Stetten a.H.. Im Vorjahr hatte sie den ¾-Marathon in 2:53:35 gewonnen. Laufsport betreibt sie seit 15 Jahren, trainiert drei bis vier Mal die Woche und mag hügelige Landschaftsläufe. Bestimmt 10 bis 12 Mal ist sie beim Trollinger Marathon mitgelaufen und hat in Heilbronn in 3:31 h auch ihre Marathonbestzeit erzielt.

Begegnungsverkehr an der Versorgungsstelle bei Kilometer 7 für die 10,6km-Läufer bzw. 10 für Halbmarathon, 33- und 50km

Anne Hartmann lief in 1:46:23 auf Rang zwei. Es war ihre erste Teilnahme, so die 20jährige, die sonst als Streckenposten mit der DLRG dabei gewesen ist. Ursprünglich ist sie Schwimmerin, nun aber dem Laufsport zugetan. Die Strecke war nicht so überlaufen, das gefällt ihr. Theresa Halder komplettierte das Podium in 1:51:51 h. Die 19jährige spielt Fußball, Sturm oder Rechtsaußen. Laufwettbewerbe sind eher selten angesagt, obwohl sie gerade in Sydney einen Halbmarathon gelaufen ist, in der gleichen Zeit wie heute den anspruchsvollen Kraichgaulauf. Das Bergab, das fand sie besonders toll und das Bergauf, das macht ihr nichts.

Als erster 10,6km-Läufer kommt Julien Grunert aus der Waldkreuzung bei km 7 bzw. 10 für die anderen Strecken, heraus Stefan Hofstätter vom TSV Kürnbach wird 2. im 10,6km Rennen U18-Sieger Leon Zeiger von der TSG 78 Heidelberg wird 3. Erich Hofstätter vom TSV Kürnbach gewinnt als 4. die M60

10,6 km oder 1/4-Marathon

Obwohl es einen beachtlich zahlreichen Stamm Dauerteilnehmer gibt, sind die Erststarter gut vertreten und mischen gern auch vorne mit. Julien Grunert, Jahrgang 1993 und für Reha-Fit Bauland gestartet siegte bei seinem Debüt in 37:48 min und fand, die Zeit ist okay. Die Bestzeit des 24-Jährigen von 34:37 lässt Rückschlüsse auf die Schwierigkeit der Hügelstrecke zu. Letzte Woche hatte er über Halbmarathon beim Messelauf in Königshofen in 1:17:57 h ebenfalls gesiegt. Der zweitplatzierte Stefan Hofstätter (M35) vom TSV Kürnbach lieferte in 39:45 min noch eine Zeit unter 40 Minuten gefolgt von Leon Zeiger von der TSG 78 Heidelberg, MU18-Sieger in 41:33 min und 45 Jahre jünger als der viertplatzierte Erich Hofstätter (M60 - TSV Kürnbach).

Susanne Schöttle von der Neckarsulmer Sport-Union gewinnt das 10,6km Rennen bei den Frauen Auf Platz 2 folgt Sabrina Pretz vom TB Richen Carolin Rauth vom RSC Nußloch wird mit Rang 3 schnellste Mastersläuferin

Bei den Frauen war Susanne Schöttle (W35) für die Neckarsulmer Sport-Union in 51:50 min erfolgreich. Das zweitbeste Ergebnis lieferte W30-Siegerin Sabrina Pretz von TB Richen in 54:19 min ab. Carolin Rauth, 1. W40, wurde für den RSC Nußloch in 56:03 min Dritte.

Henning Wolters (links), der 2. über 50km und Felix Tutsch (rechts), der 3., präsentieren den überragenden 50km-Sieger Jens Santruschek, der auch den Kraichgau 100plus Cup gewinnt Gemeinsam auf der Strecke, gemeinsam ins Ziel, gemeinsam auf Platz 1 und gemeinsam Siegerinnen des Kraichgau 100plus Cup: Natascha Bischoff (links) und Bettina Eyhorn

Kurzstrecke über 5 km

Die Rettungskräfte kamen zum Einsatz und konnten einem Teilnehmer mit epileptischem Anfall beistehen. Ernstere Vorkommnisse gab es nicht zu beklagen. Ralf Gaberdiel von TV St. Ilgen konnte in 18:13 min den Sieg vor Joachim Bentz (TV Kirchardt) in 18:59 min einfahren. Den beiden Protagonisten der M50 folgte M12-Sieger Paul Ackermann in 20:16 min als Dritter ins Ziel. Diese Aussage bedarf einer Korrektur, denn vor ihm war bereits Kathrin Halter in 19:58 min über die Ziellinie gelaufen. Sie siegte vor ihrer Vereinskameradin von SV Nikar Heidelberg, Mira Rehberger, die zudem in 20:46 min 1. der WU16 wurde und die Dritte, die 15jährige Elisa Helferich im Trikot des TSV 05 Rot (21:27), in dieser Klasse auf den zweiten Platz distanzierte.

Erfolgreiches Familienpaar über Halbmarathon: Maria Brockhausen-Halder gewinnt als gesamtschnellste Frau die W55, ihre Tochter Theresa Halder als 3. die U20 Frisch verheiratetes Paar: Julia und Henning Wolters nahmen das erste Mal am Kraichgau-Lauf teil, sie über 33km (2. W30) und er über 50km (2. gesamt) Paarläuferinnen Natascha Bischoff und Bettina Eyhorn, die 50km-Siegerinnen und Ehepaar Bettina Eyhorn und HanspeterScherr (33km-Sieger)

Mit 109 Walkerinnen und Walker sowie 44 Schülerinnen und Schüler konnten 738 erfolgreiche Teilnahmen aus 819 Anmeldungen bejubelt werden. Die 1000er-Hürde würde der veranstaltende Rohrbacher Lauftreff des SV 1927 Rohrbach e.V. gern bei der 20. Austragung im nächsten Jahr überspringen. Doch im September kommt es beinahe zwangsläufig zu Terminüberschneidungen. Ging man dieses Mal eine Woche nach dem Baden-Marathon ins Rennen, kam der einmalig in Heidelberg stattfindende offene Sparkassen-Marathon mit Unterdistanzen taggleich in die Quere, den sich einige nicht entgehen lassen wollten, die 2018 in Sinsheim dabei sein werden. Doch wie es aussieht, trifft man am 23. September 2018 genau auf das Großereignis in Karlsruhe.

Die TSG Schopfheim war mit 19 Teilnehmern auf den verschiedenen Distanzen von 10,6km bis 50 km dabei. Dank der Distanzenvielfalt war für jedes Vereinsmitglied das Passende im Programm Die Johannes Diakonie Mosbach, Fachbereich 3B, erhielt als zweitgrößte Gruppe einen Teil der eingegangenen Spende, die wie in den letzten Jahren der Veranstalter des Kraichgau-Lauf für jeden Teilnehmer mit 1,- € an eine soziale Einrichtung spendierte

"Wir wissen aber, dass unsere Läufer an schnellen Stadtläufen kaum Gefallen finden", weiß Michael Czink aus dem Organisationskernteam. Und er weiß auch, dass die Helfer in die Jahre gekommen sind. Wie es nach dem 20. Kraichgaulauf weitergehen wird, das wird Thema werden. Man könnte eine Halbmarathonrunde anbieten, bei der zwei Mal absolviert ein Marathon beibehalten werden könnte ohne weitere Helfer zu benötigen. Das war so ein Gedanke, der vielleicht schon verflogen war, nach dem Abbau der Veranstaltung. Die Läuferinnen und Läufer waren gern dabei, das spürte man und es gibt ja auch Jüngere im Verein, die ab 2019 mit anpacken. Aber lassen wir doch zunächst den 20. Kraichgaulauf zum goldenen Tausender werden.

Auch ein Kinderlauf über 1,4 km gehört seit vielen Jahren zum festen Bestandteil des Kraichgau-Laufes. Nachwuchsläufer Eliano Nuding vom Team Bärenbrückle hat schon die Medaille für seinen 3. Platz in der U8 umhängen als er Giulia Damiani-Nuding, die 2. der W30 über Halbmarathon im Ziel empfängt Begleitender Zielempfang auch für die TSV Talheimer Martin Strienz und Persis Debora Bauer, die im 33km Rennen auf Platz 7 in der M50 bzw. Platz 2 in der W50 laufen
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Bericht und Fotos von Constanze & Walter Wagner

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Ergebnisse www.kraichgau-lauf.de
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