17.9.17 - Hugenottenlauf Neu-Isenburg

Freude überwog

Text von Markus Heidl - Fotos von Reinhold Daab

Wenn der Hugenottenlauf in Neu-Isenburg ansteht, sind drei Dinge klar: erstens ist es schon mitten im September und der Herbst rückt näher. Zwar gibt es Jahre, in denen der Spätsommer sich noch einmal von seiner schönsten Seite zeigt, heuer ist es aber schon sehr herbstlich geworden: Nebel, kühle Temperaturen und dunkle Stunden sind keine Seltenheit. Zweitens, und das hängt stark mit dem ersten Punkt zusammen, ist der Frankfurt Marathon nicht mehr weit. Wieder einmal sind es auf den Tag genau noch sechs Wochen bis zu diesem großen Rennen, sodass beim Hugenottenlauf wieder einige ihre Form testen. Traditionsgemäß gehen auf der Halbmarathonstrecke die meisten Läuferinnen und Läufer an den Start.

Und drittens ist der Lauf in Neu-Isenburg bereits das siebte Wertungsrennen des Mainlaufcups, sodass sich zum einen Favoriten abzeichnen, zum anderen nur noch drei weitere Rennen im Rahmen des Cups in diesem Jahr stattfinden: nächste Woche in Rodheim, dann Offenbach (bei den Junioren der Mini-Marathon in Frankfurt) und der Frankfurter Silvesterlauf.

 

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In besagter Cupwertung liegt derzeit Lena Becker vorne. Die junge Athletin vom TGV Schotten hatte ein Schülerpraktikum in der Organisation des Frankfurt Marathons absolviert und ergreift nun, da sie 18 ist, direkt die Chance auf ihr Debüt über die 42,195 Kilometer durch die Mainmetropole. Wie von den Organisatoren angedacht nutzt sie den Mainlaufcup zur Vorbereitung, hat bereits sechs Rennen absolviert und 491 von 500 möglichen Punkten gesammelt. Auch Sigrid Grygosch (Offenbach) und Doris Fenner (Spiridon Frankfurt) haben bereits an sechs Veranstaltungen teilgenommen und folgen in der Rangliste mit 461 bzw. 449 Punkten.

Neben 10 Kilometern und Halbmarathon bietet der Hugenottenlauf auch einen Volkslauf und Walking über 5 Kilometer (linkes Bild mit dem Sieger Philipp Freyer mit der Nr. 264)
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Bei den Männern gibt es deutlich weniger unter den vorderen Platzierten, die bisher an allen Cup-Rennen teilgenommen haben. Die beiden Topfavoriten und Erstplatzierten des vergangenen Jahres haben beide gar erst drei Rennen absolviert.

Doch während Tilahun Babsa (Spiridon Frankfurt) nach einer Operation am Ohr und einem lauffreien Monat wieder ins Geschehen eingreift, ist Aaron Bienenfeld (SSC Hanau-Rodenbach) noch im Sommerurlaub in den USA. Für Tilahun gilt es Jagd zu machen auf die derzeit führenden Justino Da-Costa (TuS Lindenholzhausen, 460 Punkte), Thilo Büttner (TGS 1897 Hausen e. V., 410 Punkte) und Markus Heidl (www.laufenhilft.de / Spiridon Frankfurt, 371 Punkte aus 4 Wertungsrennen).

 

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Schülerlauf und 5 km: eine Bühne für die Jüngsten

Doch bevor die Hauptrennen ausgetragen werden, gehört die Bühne zunächst den Schülern: bereits um 8:30 Uhr wird die 2,9 Kilometer lange Strecke freigegeben, zehn Minuten später folgen die "Jedermänner" bzw. Walker über 5 km. Wie die Hauptläufe sind auch die 5 km amtlich vermessen.

Allen voran stürmte zunächst Jonas Costa vom TGS Niederrodenbach, der am heutigen Sonntagmorgen als erster aller Läuferinnen und Läufer durch das Zielbanner im Stadion laufen durfte. Seine Zeit: 10:53 min. Auf den weiteren Podestplätzen folgen ihm Simon Peppler (11'09, SG Frankfurt) und Mika Siebenborn (11'14, MTV Urberach). Nur eine Sekunde später folgt bereits das erste Mädchen: Vanessa Mikitenko vom SSC Hanau-Rodenbach zeigt einmal mehr ihr Talent und verweist Sara Kiefer (11'22, SC Steinberg) und Vereinskameradin Nina Beidl (11'32) auf die Plätze.

Nachwuchsathleten eröffnen den 41. Hugenottenlauf. Vanessa Mikitenko (Nr 96) vom SSC Hanau-Rodenbach gewinnt den Lauf der Schülerinnen über 2,9 km Jonas Costa von der TGS Niederrodenbach läuft als schnellster Schüler ins Ziel

Der nächste Anteil der insgesamt 1516 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Ziel (im Vorjahr waren beim 40. Jubiläum des Hugenottenlaufs 1602 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Ziel) kam von der 5-km-Strecke. Der Schnellste war hier mit Abstand Philipp Freyer, der das Ziel nach 17'53 erreichte. Eine Minute später (18'53) folgte Andreas Geißer von der LG BSN vor Michael Fey aus Darmstadt, der nach 19'22 das Podest komplettierte.

Lucie Kammer blieb als schnellste Frau und Gesamt-6. noch unter 20 Minuten (19'59, Triathlon Team DSW Darmstadt). Auf den Rängen zwei und drei folgten Vera Siebert-Kilian (21'15) und Anuschka Knoblauch (DSW Darmstadt, 22'22).

 

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10 km: Tilahun Babsa meldet sich zurück

Punkt 9 Uhr wird dann der Halbmarathon vor dem Haupteingang des Sportparks Neu-Isenburg an der Alicestraße gestartet. Der 10 km Wettbewerb startet 25 Minuten später, sodass die Schnellsten natürlich vor den Halbmarathonis das Ziel erreichen. Die, die es gemütlich angehen lassen, werden aber wiederum im Wald von den Schnellsten über die 21,1 km überholt.

Den 10km Lauf gewinnt Tilahun Babsa von Spiridon Frankfurt Ilyas Iman von der LG Fulda wird 2. Sein Teamkollege Manuel Werner läuft auf Rang 3 Dr. Marcus Schraub von den SF Blau-Gelb Marburg gewinnt als 4. die M45

Von Beginn an war es Tilahun Babsa (Spiridon Frankfurt), der dem Feld ein weiteres Mal enteilte. Vor einem guten Monat musste er sich am Ohr operieren lassen und war in der Folge trainingstechnisch ausgefallen. Erst vor zwei Tagen ist er wieder laufen gegangen, um sich spontan im Mainlaufcup zurückzumelden. An seine sehr gute Vorstellung aus dem letzten Jahr, als er den Streckenrekord nur knapp verfehlte, kam er natürlich nicht heran, dennoch bedeuten 31'28 einen sehr guten Wiedereinstieg.

 

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Kerstin Bertsch vom SSC Hanau-Rodenbach gewinnt bei den Frauen den 10km Lauf Franziska Baist vom Team Main-Lauf-Cup wird 2. Petra Wassiluk, ebenfalls vom Team Main-Lauf-Cup gewinnt als 3. die W45 Olja Gaziano von der LG Seligenstadt läuft auf Rang 4

Ihm folgte der frischgebackene hessische Halbmarathonmeister Ilyas Iman von der LG Fulda, der seinen Vereinskameraden Manuel Werner zu einer guten 10 km Zeit ziehen wollte. Als Ergebnis standen für Ilyas 34'19, für Manuel 34'21 in der Ergebnisliste.

Und auch die hessische Halbmarathonmeisterin, die letzte Woche in Fulda gekürt wurde, war am Start: Franziska Baist vom Team Main-Lauf-Cup musste sich heute nach 39'42 nur der immer besser in Form kommenden Kerstin Bertsch (SSC Hanau-Rodenbach) geschlagen geben.

Matthias Winnhauer gewinnt die M50 über 10km Werner Wörz von Spiridon Frankfurt ist schnellster der M60 Navid Adilipour von der SG Frankfurt-Nied gewinnt die männliche Jugend Viktor Wahl von der SSG Langen ist in der M80 vorn

Für Kerstin war es bereits der sechste Wettkampf im September. Bereits am Vortag war sie in Friedberg 38'20 gelaufen, in Neu-Isenburg wollte sie 37'30 knacken. Auch ihre 37'48 bedeuten Saisonbestzeit, es wäre aber noch mehr möglich gewesen, hätte sie nicht von Beginn an alleine laufen müssen.

Den dritten Podestplatz der Frauen sicherte sich nach 40'29 Petra Wassiluk vom Team Main-Lauf-Cup, die viele ihrer Schützlinge des Marathonprojekts Frankfurt mit nach Neu-Isenburg gebracht hatte. Seit Anfang Mai werden die Läuferinnen und Läufer mit professionellem Training auf den Mainova Frankfurt Marathon am 29. Oktober vorbereitet. Beim Hugenottenlauf stellten sie mit 67 Teilnehmern die teilnehmerstärkste Gruppe.

Marion Peters-Karbstein vom TuS Griesheim gweinnt als 6. Frau über 10km die W50 Anita Schneidervom TV Waldstraße Wiesbaden ist schnellste der W70 Sigrid Beck läuft für Bio Runner Rhein-Main auf Platz 1 in der W75

Halbmarathon: noch ein Comeback

Punkt 9 Uhr war also Start frei für den Halbmarathon des Hugenottenlaufs. Nebenbei bemerkt ist Hugenotten die seit etwa 1560 gebräuchliche Bezeichnung für die französischen Protestanten im vorrevolutionären Frankreich. Im 16. Jahrhundert gab es in Form der Hugenottenkriege Auseinandersetzungen, die zu einer Fluchtwelle von etwa einer Viertelmillion Hugenotten in die protestantisch dominierten Gebiete in Europa und Übersee auslösten. Auch in Neu-Isenburg existiert heute eine hugenottische Gemeinde.

Als Führender in den Wald lief Hafid Laasri von der LG Eintracht Frankfurt. Insgesamt verläuft ein Großteil der Strecke im Wald zwischen Neu-Isenburg, der B44 und Sprendlingen. Der Zieleinlauf erfolgt dann durch das Marathontor ins Leichtathletikstadion, wo auf der Tartan-Rundbahn noch etwa 300 m zu absolvieren sind.

Hafid Laasri von der LG Eintracht Frankfurt gewinnt den Halbmarathon Markus Heidl von Spiridon Frankfurt wird 2. Karl Hempel vom Saalferlder LV läuft auf Platz 3 Silvio Welkner von der LG Wettenberg wird 4.

Hafid hatte früher schon mit schnellen Zeiten für läuferische Ausrufezeichen gesorgt. Dann aber kamen Zeiten (fast) ohne Training, weil die Arbeit Überhand nahm. Jetzt aber trainiert er wieder und konnte sich - wenn auch langsamer als früher - zu seiner vollen Zufriedenheit mit 1:13:18 Stunden zurückmelden.

Auf seine Verfolgung machten sich Markus Heidl, Karl Hempel (Saalfelder LV / KS Sportsworld) und zunächst noch Davut Bas, der aber bald abreißen lassen musste. Markus und Karl hatten sich schon in Hausen ein Duell geliefert, das in der ersten Runde an Karl ging. Heute präsentierte sich Markus aber deutlich stärker. Es dauerte 14 km, bis Karl aus der Verfolgung ging und Schulter an Schulter mit Markus lief. Schon zwei Kilometer später aber mussten viele 10 km Läuferinnen und Läufer überholt werden. Markus übernahm erneut die Führungsarbeit und konnte sich schließlich ein kleines Stück absetzen. Nach 1h15'23 hatte er am Ende 9 Sekunden Vorsprung auf Karl.

Anna Herzberg gewinnt den halbmarathon bei den Frauen Tania Moser von Spiridon Frankfurt wird 2. Lena Becker TGV Schotten gewinnt als 3. die weibliche Jugend Hanna Rühl wird 4.

Der war wieder gemeinsam mit seiner Freundin Anna Herzberg (KS Sportsworld) angereist. Wie in Hausen war diese in der Frauenkonkurrenz unerreichbar und siegte nach 1:20:46 Stunden, was Gesamtrang acht bedeutete.

Um Rang zwei wurde es dann knapper. Tania Moser (Spiridon Frankfurt/ Puerta des Sol e. V.) hatte sich mit Vereinskameradin Hanna Rühl (4. In 1h27'51) - wie so viele andere am heutigen Sonntagmorgen - bereits vor dem Start 10 km eingelaufen, um auf einen langen Lauf für den Frankfurt Marathon zu kommen. Einmal warmgelaufen ging es dann rund bei Tania: nach 18 km konnte sie Lena Becker vom TGV Schotten ein- und überholen, um sich den zweiten Gesamtrang (1h24'48) zu sichern. Lena wurde mit neuer persönlicher Bestzeit von 1h25'03 knapp dahinter Dritte.

Felix Kern von der TSG Kleinostheim gewinnt die männliche Jugend beim Halbmarathon Christina Schießer von Spiridon Frankfurt siegt in der W40 Gemeinsamer Zieleinlauf der fünftplatzierten Laura Spranz von Spiridon Frankfurt mit Vereinskollege Kai Gilbert Spiridon m 34 M50 3 1:29:35 Lorenz Köhl vom Lauftreff JSK Rodgau gewinnt die M50
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Wie in der großen weiten Läuferwelt, wo Alina Reh deutschen U23-Rekord lief, Lisa Hahner aussteigen musste und sich Arne Gabius auf beeindruckende Art zurückmeldete, wechselten auch beim Hugenottenlauf in Neu-Isenburg Freud und Leid. Wobei wie immer, wenn es so hervorragende Zielverpflegung und dann noch Kuchen bei der Siegerehrung gibt, die Freude überwog.

M. Heidl

Bericht von Markus Heidl- Fotos von Reinhold Daab

R. Daab
 unter Sportonline-Foto.de
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Ergebnisse www.volkslauf.de - Info www.hugenottenlauf.de
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