2.9.17 - 33. Mannheimer Straßenlauf des TV 1893 Rheinau
und 45. Rheinauer Volkslauf

Seriendoppel an der A6: 2 Cup-Wertungen in einem Lauf

Text von Hannes Blank - Fotos von Johann Till

Mannheim-Rheinau ist ein südliches, ursprüngliches Arbeiterviertel der Quadratestadt - den Ortsteil gäbe es ohne die namensgebende Chemische Fabrik Rheinau aus dem 19. Jahrhundert nicht. 2017 entstand nun ein weiteres geschichtsträchtiges Datum: Erstmals war beim Sportverein TV Rheinau der 10km-Lauf sowohl Teil des engelhorn Laufcups als auch erstmals des PSD LaufCups. Wer in Mannheim-Rheinau teilnahm, konnte also bei geschickter Terminplanung gleich für zwei Serienteilnahmen punkten bzw. eine Zeit abliefern. Während der engelhorn Laufcup noch drei Stationen hat, bedeutet beim PSD LaufCup der Zehner in Mannheim die vorletzte Gelegenheit, bevor am 8. Oktober in Karlsruhe mit und bei der dortigen LSG die Sieger gekürt werden.

Der 33. Mannheimer Straßenlauf des TV 1893 Rheinau ist auch gleichzeitig der 45. Rheinauer Volkslauf Auch für den Nachwuchs ist gesorgt mit einem 400m und 800m Lauf
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10 Kilometer unter Regen über Pfützen

Moderator Wolfgang Behr bemühte sich am Start und Ziel auf dem Rheinauer Ring trotz des regnerischen Wetters um eine gute Stimmung. Der Eindruck war jedoch, dass sich kaum ein Teilnehmer vom Wetter beeindrucken ließ. Genauso wenig ließen sie sich beeindrucken, dass am Veranstaltungsort "Slow Beer" verkauft wurde, eine Biersorte einer Plankstadter Brauerei.

Vorne bildete sich nämlich bald ein Führungsquartett, dem nicht zu folgen war. Es bestand aus den beiden engelhorn sports team-Läufern Christophe Krech und Steffen Ulmrich sowie Yosief Weldegebriel (TSG Wiesloch) und Kibrom Issac (LG Kurpfalz). Ziel von Krech und Ulmrich: Die Begleiter abzuschütteln. "Da haben wir schon gemeinsame Sache gemacht", erläuterte Krech später. Und es gelang: Issac musste bei Streckenkilometer 5 abreißen lassen, Weldegebriel drei Kilometer später.

Gleich geht´s los zum 33. Mannheimer Straßenlauf des TV 1893 Rheinau

Im Ziel war dann der erste 19jährige Steffen Ulmrich Erster in 32:36min, Krech folgte fünf Sekunden später. Dritter wurde Weldegebriel in 33:12min. Kibrom Issac musste dem Anfangstempo noch mehr Tribut zollen, es zogen noch Thomas Schlohmann von der TSG Maxdorf (Platz 4 in 33:43min), Citylauf Ludwigshafen-Gewinner Nico Steißlinger vom ABC Ludwigshafen (Platz 5 in 33:54min) und Stefan Fritz von der LSG Karlsruhe (Platz 6 in 34:09min) an ihm vorbei.

Gemeinsam zu Platz 1: M45-Sieger Armin Bodirsky (38) vom TSV 05 Rot und M50-Sieger Thomas Dehaut (54) von der LLG Landstuhl Laufschlangenführung: Angelos Svarnas (268) von der LSG Karlsruhe gewinnt die M65

Bei den Frauen führte anfangs noch Lea Kagol (LSG Karlsruhe), sie sollte schlussendlich Dritte in 39:38min werden. Leichtfüßig setzte sich Alicia Kossmann (SG Leutershausen) an die Spitze und gewann in 39:01min. "Heute lief 's richtig gut", so die 19-Jährige, die Biowissenschaften in Heidelberg studiert. Sie will auch noch in die Wertung des engelhorn Laufcups eingreifen, sodass sie zwei weitere Teilnahmen realisieren möchte. Die 10km sind für sie eine weite Strecke, sonst läuft sie 1500 oder 3000m auf der Bahn. Zweite wurde Claudia Wipfler, eine 28jährige Verwaltungsangestellte aus Karlsruhe, die in Mannheim vereinslos startete, ansonsten gerne für ihren Triathlon-Club unterwegs ist. Für sie blieb die Uhr bei 39:27min stehen.

Eine Randgeschichte: Läufer Pedro nimmt immer seinen Hund "Spencer" mit, so auch beim Lauf in Rheinau. Spencer sitzt in einem modifizierten Babyjogger, Pedro schiebt. Er startete (wie übrigens schon in Hambrücken) ganz am Ende des Feldes, denn "Rücksicht ist mein oberstes Gebot!", so der 61jährige Läufer. Hintergrund: Der Hund hat ihn jahrelang treu auf vielen Wanderungen durch die Alpen begleitet. Nun ist Spencer viel zu alt geworden, um die 10km eines flachen Volkslaufs durchzustehen. Normales Gehen ist noch möglich, aber Lauftempo nicht. Doch Pedro möchte ihn deswegen nicht missen.

 

Er möchte, bevor "Spencer" das Zeitliche segnet, dem Gefährten etwas zurückgeben, also schiebt er ihn über die Laufstrecke. Die Sicht nach vorne in diesem "Doggy Jogger" ist sehr gut, dem Hund scheint es Spaß zu machen. In Mannheim Rheinau schaffen die beiden die Strecke in 1:10:34h, als nächstes möchten sie am Golfparklauf am 10. September in Rot teilnehmen.

Steffen Ulmrich von der MTG Mannheim gewinnt den 33. Mannheimer Straßenlauf und die AK U20 Christophe Krech vom TV Schriesheim folgt auf Platz 2 Alicia Kossmann von der SG Leutershausen läuft auf Platz 1 bei den Frauen. Wie der Männersieger gehört auch sie noch der AK U20 an Die vereinslose Claudia Wipfler wird 2. Frau

PSD LaufCup: Mannheim stellt die Weichen fürs Finale

Im Spitzenbereich des PSD LaufCups gab es heuer wenig Veränderungen. Noch führen Christoph Hakenes (LSG Karlsruhe) und Kibrom Issac, 13 Sekunden dahinter, die Zwischenstand-Ergebnisliste an. In der Liste der Läufer, die bereits drei Mal gelaufen und somit nur noch ein starkes Finale beim Hardtwaldlauf der LSG Karlsruhe fehlt, steckt jedoch viel Potential. Frederik Unewisse (LG Region Karlsruhe) lief am Tag nach Mannheim-Rheinau bei den Deutschen Meisterschaften in Calw die 10km schneller als 31 Minuten - das Ergebnis hätte ihn bei Cup weit nach vorne katapultiert. Außerdem ist noch Yosief Weldgebriel (TSG Wiesloch) zu nennen, der für die Serien-Top 3 in Frage käme.

Birgit Marzluf vom TV Haueneberstein gewinnt die W50 in 41:56 Ulrike Höltz von der LSG Karlsruhe ist Schnellste der W55 in 45:34 Ingeborg Lang vom TSV Lambrecht kann sich in 49:11 den W70-Sieg sichern Hildegard Pfeiffer (halb verdeckt in Weiß) von der LG-Ried Lampertheim wird in 50:43 W70-2. Birgit Bodirsky (37) vom TSV 05 Rot, die 3. der W45 in 48:02, läuft locker voraus, denn am nächsten Tag wird sie bei der 10km Straßenlauf-DM in Bad Liebenzell erneut an den Start gehen und mit 40:58 Bronze in der W45 gewinnen

Bei den Frauen ein ähnliches Bild: Die Karlsruherin Claudia Wipfler führt das Tableau noch an, doch im Hintergrund lauert die Konkurrenz: Tanja Grießbaum (ebenfalls bisher drei Teilnahmen) startete zwar ebenfalls bei der Deutschen Meisterschaft in Calw, schaute am Vortag in Mannheim aber zu. Lena Schmidt (LG Region Karlsruhe) kommt mit einer guten Zeit in Karlsruhe am 8. Oktober ebenfalls fürs Seriensieg-Treppchen in Frage. Beeindruckend ist, dass bereits knapp 160 Läuferinnen und Läufer das Serienziel von mindestens 4 Zeiten erreicht haben und noch etwa halb so viele mit einer Teilnahme in Karlsruhe in die Wertung kommen können.

Die schnellsten 3 Frauen des 33. Mannheimer Straßenlauf im Ziel mit der 3. Lea Cagol (458) von der LSG Karlsruhe, der Siegerin Alicia Kossmann (157) von der SG Leutershausen und der 2. Claudia Wipfler (291) Die schnellsten 3 Männer des 33. Mannheimer Straßenlauf im Ziel mit dem 3. Yosiep Weldegebriel (417) von der TSG Wiesloch, dem Sieger Steffen Ulmrich (275) von der MTG Mannheim und dem 2. Christophe Krech (163) vom TV Schriesheim

engelhorn Laufcup: Zwei Athleten mit Ambitionen auf den Gesamtsieg?

Für den engelhorn Laufcup ist Mannheim-Rheinau erst die zweite von fünf Stationen. Beim Auftakt in Mannheim-Sandhofen am 1. April 2017 gewann Kibrom Issac, der damit in dieser Serie schon zwei der drei notwendigen Ergebnisse abgeliefert hat. Bei den Frauen war in Sonthofen Alexandra Stuhlmann (LAZ Gießen) die schnellste Teilnehmerin, sie fehlte jedoch in Rheinau. Dafür hat die Sandhofen-Zweitplatzierte Franziska Schildhauer (MTG Mannheim) mit ihrem 5. Rang beim Rheinauer Lauf angedeutet, dass sie Ambitionen auf den Serien-Gesamtsieg hat.

Hans Jürgen Herr vom Lauftreff Haßloch gewinnt die M70 in 47:33 Ludwig Mesel (320 in Grün) vom LC Bad Dürkheim hält sich gut im Feld der "jungen" Männer (M30-M55). Er gewinnt mit Jahrgang 1935 die älteste Altersklasse M80 in 1:01:50 Stunden Erwin Hube vom TV Schwetzingen ist in 50:55 in der M75 der Schnellste

Mannheim-Rheinau: Arbeitercharme auf dem Asphalt

Der Lauf in Mannheim-Rheinau ist ein reiner Zehner, der nur durch die Kinderläufe eine halbe (800m) und eine dreiviertel Stunde (400m) vor dem Start ergänzt wird (dieses Jahr wegen des tiefen Geläufs nicht auf der 400m-Naturbahn, sondern auf der Straße). Die 10km-Strecke schlängelt sich auf den ersten und letzten drei Kilometer rechts und links an der Autobahn A6 entlang und ist im mittleren Bereich von leicht welligen Profil in einer naturnahen Umgebung. Vermisst wurden die schönen Beachflags, die noch in Hambrücken die gelaufene Strecke jeden Kilometer deutlich anzeigten. In Mannheim begnügte man sich mit kleinen, niedrig angebrachten Schildern und diese nur auf einer Seite des Wegs. Die Strecke ist durchgehend asphaltiert, auch wenn der Asphalt hier und da etwas porös und ruppig ist. Also eine schnelle, wenn auch keine superschnelle Strecke.

Anders als in den Vorjahren war 2017 vor allem das Wetter, das gute Zeiten begünstigte: Nämlich bei etwa 15-18 Grad Außentemperatur Kühlung von oben, zeitweise sogar leicht gewittrig - Der Regen begann übrigens pünktlich zum Startschuss. Das hielt die Läufer nicht davon ab, nach Mannheim zum Laufen zu kommen. Zu knapp 300 Voranmeldungen kamen noch etwa 200 Nachmelder, schlussendlich stehen nun 471 erfolgreiche Teilnehmer in der Ergebnisliste - das war dann auch für den TV Rheinau und seinen 70 Helfern etwas überraschend. Die Männerdusche platzte nach dem Lauf aus den Nähten, die Valentin-Gremm-Halle des Vereins war gut gefüllt, denn wegen des anhaltenden Regens wollte natürlich niemand draußen sitzen. "Ja, bei uns ist es heute etwas beengt", gab auch Peter de Jong aus dem Organisationsteam des Mehrspartenvereins TV Rheinau zu. Wer erst gegen 16:30 Uhr mit dem Auto ankam, fand auch auf dem offiziellen Parkplatz zum Lauf kein Eckchen für die Karosse.

Und zu guter Letzt, die Siegerehrung der schnellsten Frauen und Männer unter der Leitung von Andre Koßmann (re.) und Peter de Jong (li.) vom TV Mannheim-Rheinau
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Pluspunkt: Innerhalb des Stadtteils war die Anfahrt zum Lauf gut ausgeschildert, ein schöner Service, den sich viele Veranstalter heutzutage sparen. Trotz aller kurzfristig aufgetauchten Hürden war die Veranstaltung keineswegs chaotisch (nun ja, bis auf die Männerdusche vielleicht), sondern wurde pünktlich gestartet und alle Helfer standen hochmotiviert bereit, die Läufer gut über die Strecke zu leiten. Als Läufergeschenk gab es übrigens eine Dose Müsli. "Wir hatten mehrere Möglichkeiten zu Auswahl und dachten uns, das passt am besten", so Peter de Jong.

H. Blank

Bericht von Hannes Blank - Fotos von Johann Till

J. Till
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