8./9.9.17 - 25. Int. Jungfrau Marathon

Jose David Cardona und Maude Mathys gewinnen

Michelle Maier wird erneut Zweite/ Benedikt Hoffmann läuft auf Platz sechs

von Winfried Stinn

Den 25. Jungfrau Marathon, der von Interlaken über Bönigen, Wilderswil, Lauterbrunnen, Wengen und über die Eiger-Moräne auf die Kleine Scheidegg führte, gewannen der Kolumbianer Jose David Cardona und die Schweizerin Maude Mathsy. Dabei stellte die amtierende Berglauf-Europameisterin mit 3:12:56 Stunden einen neuen Streckenrekord auf. Michelle Maier (PTSV Rosenheim) belegte wie im Vorjahr wieder einen hervorragenden zweiten Platz. Bei den Männern überzeugte Benedikt Hoffmann (TSG Heilbronn), der sich als bester Deutscher den sechsten Platz erkämpfte.

Mehr als 5000 Läuferinnen und Läufer erreichten, bei schlechten Witterungsverhältnissen, das Ziel auf der Kleinen Scheidegg
Nichts für reine Asphalt-Cowboys:
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Auf der 42,195 km langen Strecke galt es 1829 Meter bergauf und 305 Meter bergab zu bewältigen. Mehr als 5000 Läuferinnen und Läufer erreichten bei schlechten Witterungsverhältnissen das Ziel auf der Kleinen Scheidegg. Einen Tag zuvor gewann der in Schöneck lebende Kenianer Ereng Mugur Patrick in 4:00:96 Minuten die Jungfrau Meile. Gesa Felicitas Krause wurde hinter der Niederländerin Sanne Verstegen zweitschnellste Frau.

Zum Jubiläum hatten sich die Veranstalter ein besonderes "Schmankerl" einfallen lassen. Zum ersten Mal ging beim Marathon eine Schweizer Promi-Staffel mit dem dreifachen Langlauf-Olympiasieger Dario Cologna, dem Marathon-Europameister von 2010 Victor Röthlin und der mehrfachen Schweizer Meisterin und Finalistin über 3000 Meter Hindernis bei den olympischen Spielen in Rio Fabienne Schlumpf an den Start.

 
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Der Kolumbianer Jose David Cardona und die Schweizerin Maude Mathsy gewinnen den 25. Jungfrau Marathon

Geschichte des Jungfrau Marathon

Der Jubiläumslauf ist nochmals Anlass für LaufReport einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. Initiator des Jungfrau Marathons ist Heinz Schild, der als Trainer Markus Ryffel bei den Olympischen Spielen1984 in Los Angeles zur Silbermedaille über 5000 Meter führte.

Der langjährige OK-Präsident erinnert sich gerne an die Anfangszeit und ist auch stolz, dass die Strecke noch identisch ist, wie er sie 1993 ausgearbeitet hat. "Ich legte die Fixpunkte fest. Interlaken muss Startort sein, direkt vor dem Hotel Victoria-Jungfrau und das Ziel oben auf der 2100 m hohen Kleinen Scheidegg. Die Strecke wählte ich auf Grund meiner guten Kenntnisse der Region, ich stamme aus Grindelwald. Mit einbeziehen wollte ich die spektakulärsten Aussichtspunkte, wie den Brienzersee in Bönigen, das Trogtal in Lauterbrunnen mit dem Staubbach, die Sonnenterrasse von Wengen und die Eiger-Gletscher-Moräne", führt Schild weiter aus.

 

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Schon bei der Premiere 1993 starteten mehr als 1600 Läuferinnen und Läufer. Damit erfüllten sich die Erwartungen von Heinz Schild. "Ich träumte tatsächlich von 1500 bis 2000 Teilnehmenden, dies auch Dank einer offensiven Werbe-Strategie. Unser Ziel war es den Jungfrau-Marathon bereits bei der ersten Austragung als Top-Event in einer Top-Region zu lancieren."

Nach Lauterbrunnen wird Wengen erreicht (Fotos W.Stinn)

Premierensieger wurden der Schweizer Jörg Hägler. Er siegte vor dem Schwarzwälder Charly Doll, der damals zu den weltbesten Bergläufern gehörte und zweimal den Swiss Alpine Marathon gewann. Bei den Frauen siegte Birgit Lennartz (St.Augustin), die 1995, 1996 und 2000 noch drei weitere Male aufs Podium lief und auch ansonsten bei den Klassikern in der Schweiz dominierte. Danach war es mit Siegen und Podestplätzen für Deutsche erst einmal vorbei, ehe im Vorjahr die Deutsche Berglaufmeisterin Michele Maier (PTSV Rosenheim) als sensationelle Zweite hinter Martina Strähl einen Podestplatz erringen konnte.

Im Laufe der Jahre pendelte sich die Teilnehmerzahl auf rund 4000 ein. Auf diese Zahl setzte man dann auch das Limit. "Die Bergbahnen sind bei 4000 Teilnehmern an der Kapazitätsgrenze. Aber das Festlegen eines Limits war natürlich auch ein Werbegag, damit wurde die Exklusivität herausgestrichen", erzählt Schild schmunzelnd. Damit beim Jubiläumslauf mehr Interessenten teilnehmen können, wurde die Teilnehmerzahl für den diesjährigen Jungfrau Marathon, auf 5000 limitiert.

 

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Auch nach nun 25 Jahren hat der Jungfrau Marathon, der 1996 von einer amerikanischen Laufzeitschrift zum schönsten Marathon der Welt gekürt wurde, nichts an seiner Faszination verloren. Ausschlaggebend für die Attraktivität sind die einmalige Landschaft, die vielen Zuschauer die beim Start und vor allem in Lauterbrunnen und Wengen, sowie im Zielbereich für eine unbeschreibliche Stimmung sorgen.

Doie Gedenktafel für die Jungfrau Marathon-Siegerin von 1997 Franziska Rochat-Moser, die 2002 bei einem Lawinenunfall ums Leben kam (Fotos W.Stinn)

Einmalig und abwechslungsreich der Streckenverlauf. Nachdem Start im 566 Meter hoch gelegenen Interlaken, vor dem Hotel Victoria mit Blick auf die Jungfrau folgt eine Ortsrunde, anschließend geht es über Bönigen am Brienzer See, Wilderswil (km 10) nach Lauterbrunnen. Hier in der Nähe der Staubbachfälle ist die Halbmarathon-Distanz mit der zweiten Sprintwertung. Bis hierher sind erst rund 200 Höhenmeter bewältigt und hier beginnt der eigentliche Gebirgsmarathon. Bis Wengen (km 30), hier gibt es die dritte Sprintwertung, sind rund 600 Höhenmeter zu bewältigen, ab Wengen nochmals 1000 Höhenmeter. Höhepunkt der Strecke ist die Eiger Moräne bei km 40. Am Ende der Eiger Moräne werden die Läuferinnen und Läufer traditionell von einem Dudelsackpfeifer empfangen. Hier befindet sich seit einigen Jahren eine Gedenktafel für die Jungfrau Marathon-Siegerin von 1997 Franziska Rochat-Moser, die 2002 bei einem Lawinenunfall ums Leben kam. Nach der Eiger Moräne geht es zunächst leicht bergab. Es folgt eine letzte Steigung auf die Locherfluh (km 41), mit 2205 Meter der höchste Punkt der Strecke. Von da an geht es nur noch bergab, vorbei am reizvoll gelegenen Fallboden-Speichersee, in dem sich die Eiger-Nordwand und das Schreckhorn spiegeln, bis zum Ziel auf der Kleinen Scheidegg, am Fuße des berühmten Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau.

Attraktiv ist der Jungfrau Marathon auch für Spitzenläufer, für die Richi Umberg verantwortlich ist. Die Siegesprämien mit jeweils 10.000 Schweizer Franken, dazu Sprintprämien, Prämien für Streckenrekorde haben viele Weltklasse-Bergläufer nach Interlaken gelockt. Den Streckenrekord hält der siebenfache Berglauf-Weltmeister Jonathan Wyatt (Neuseeland), der 2003 sensationelle 2:49:02 Stunden lief. Ein Streckenrekord, der bislang unangetastet blieb und sich mit dem Titel "Ur-Alt" schmücken darf. Selbst 2013, welches als das schnellste Rennen in die Geschichte des Jungfrau Marathons einging, kam der Sieger Geoffres Ndungu (Kenia) mit 2:50:28 Stunden nicht an Wyatts, der kürzlich zum Präsidenten des Berglauf Weltverbandes gewählt wurde, Bestmarke heran.

 
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Anders bei den Frauen. Hier wurde die Bestmarke in den vergangen Jahren gleich zweimal, bzw. nun aktuell dreimal unterboten. 2013 lief die mehrfache Berglauf-Welt-und Europameisterin Andrea Mayr (Österreich) 3:20:20 Stunden, im Vorjahr verbesserte Martina Strähl (Schweiz), die ein Jahr zuvor in Zermatt Berglauf-Weltmeisterin über die Langdistanz wurde, den Rekord um eine Minute auf 3:19:15 Stunden. Und die aktuelle Siegerin Maude Mathys blieb mit 3:12:56 Stunden deutlich unter der Bestmarke von Martina Strähl.

Die Jungfrau, der Namensgeber des Marathons (Foto W.Stinn) Die Eiger Nordwand (Foto W.Stinn)

Erfolgreichster Teilnehmer war der Schweizer mit polnischen Wurzeln Marco Kaminski, der zwischen 1994 und 1999 gleich fünf Mal als Erster das Ziel auf der Kleinen Scheidegg erreichte. Der Äthiopier Tesfaye Eticha gewann vier Mal. Der weltbeste Bergläufer aller Zeiten, der Neuseeländer Jonathan Wyatt, gewann drei Mal. Bei den Frauen gewannen die Äthiopiern Emebet Abossa und die Französin Aline Camboulives je drei Mal.

Immer wieder nahmen auch prominente Sportler, die nicht aus der Laufszene kamen, am Jungfrau Marathon teil. So lief mehrmals mit Ueli Steck, einer der weltbesten Solo-und Geschwindigkeitskletterer mit. Auf tragische Weise kam der 40jährige Extremkletterer, der u.a. den Geschwindigkeitsrekord von der Kleinen Scheidegg auf den Gipfel der Eigernordwand auf der Heckmaierroute mit 2:22:50 Stunden hält, Ende April diese Jahres bei einem Bergunfall am Nuptse unweit des Mount Everest ums Leben.

 

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In den vergangenen zehn Jahren wurde zweimal im Rahmen des Jungfrau Marathons die Berglauf-Weltmeisterschaft über die Langdistanz ausgetragen. 2007 gewann der mehrfache Weltmeister Jonathan Wyatt. Bei den Frauen wurde die Norwegerin Anita Håkenstad Evertsen Weltmeisterin. Anja Carlsohn aus Deutschland hatte als Vierte nur knapp einen Medaillenrang verpasst. 2012 gewann der Österreicher Markus Hohenwarter den Titel. Marco Sturm (LLC Marathon Regensburg) wurde als bester Deutscher zehnter. Die deutsche Nationalmannschaft gewann Bronze. Die US-Amerikanerin Stevie Kremer gewann bei den Frauen. Die deutschen Frauen verpassten als Vierte eine Mannschaftsmedaille.

Aus deutscher Sicht verlief das Vorjahr nochmals erfolgreich. Michelle Maier, die zuvor Deutsche Berglaufmeisterin wurde und danach sensationell den Sierre-Zinal gewann, entschied sich kurzfristig für einen Start beim Jungfrau Marathon. Hier wurde sie hinter der amtierenden Berglauf-Weltmeisterin über die Langdistanz Martina Strähl, die in neuer Streckenrekordzeit gewann, hervorragende Zweite. Dabei distanzierte sie die zweifache Jungfrau Marathon-Siegerin Aline Camboulives um rund neun Minuten.

1.Tag des 25. Internationaler Jungfrau Marathons

Kinder- und Jugendläufe, Pararace, Jungfrau-Meile, Mini-Marathon

Bevor aber am Samstag der Startschuss zum 25. Jungfrau Marathon fiel, wurden am Freitagnachmittag eine Reihe von Laufveranstaltungen in Interlaken durchgeführt. Kinderläufe, verschiedenen Distanzen bei den Pararacerennen, die Jungfrau-Meile und ein Mini-Marathon standen auf dem Programm.

Sanne Verstegen (links, dunkelblaues Trikot) ) aus den Niederlanden gewinnt die Jungfrau-Meile bei den Frauen Gesa Felicitas Krause (Trierer Silvesterlauf e.V.) wird zweitschnellste Frau

Höhepunkt am Freitag ist traditionell die Jungfrau-Meile. Bei dem Rennen über 1609 Meter, die jedes Jahr mit nationalen und internationalen Top-Stars aus der Mittelstreckenlauf-Szene bestückt sind, starteten Männer und Frauen in einem Rennen. Die Frauen wurden mit einem Vorsprung von 30 Sekunden auf den Rundkurs in Interlaken geschickt. 2010 gelang es der Kenianerin Caroline Chepkwony erst als zweite Frau, den Vorsprung bis ins Ziel zu verteidigen. 2015 hätte es beinahe die damalige WM-Dritte über 3000 Meter Hindernis Gesa Krause (Frankfurt) geschafft, den Vorsprung bis ins Ziel zu verteidigen, doch wurde sie auf den letzten 100 Metern behindert und lief als Gesamtsiegerin auf Rang vier durch Ziel, nur wenige Sekunden hinter dem Sieger. Äußerst fair akzeptierte sie dennoch das Ergebnis.

Und Gesa Krause, zwischenzeitlich Europameisterin über 3000 Meter Hindernis, stand auch diesmal wieder an der Startlinie. Durch einen unverschuldeten Sturz war sie bei der Weltmeisterschaft in London um den möglichen Titel, aber zumindest um eine Medaille gekommen. Aber wie sachlich, fair und ohne jegliche Vorwürfe sie unmittelbar danach beim Interview mit ihrem unverschuldeten Sturz umging, brachte ihr viel Sympathien ein. Diesmal wurde sie hinter Sanne Verstegen (Niederlande), eine Läuferin, die die 800 Meter unter zwei Minuten läuft, in 4:47,96 Minuten zweitschnellste Frau. Gesamtsieger wurde Patrick Ereng Mugur, der mit der Zeit von 4:00:96 Minuten knapp die Vier-Minuten-Marke verpasste. Der Kenianer gewann zum sechsten Mal. Zweiter wurde Amine Khadier (Zypern) vor dem Briten Tom Marshall.

Am Vortag des Jungfrau Marathons gab es eine Reihe von Laufveranstaltungen in Interlaken. U.a. Kinderläufe und Pararacerennen

Zuvor hatte die Pararace Meile bei den Männern Marcel Hug in 3:41:45 vor Hans Frei gewonnen. Bei den Frauen siegte Manuela Schär in 3:36,65 Minuten vor Sandra Graf. Auch bei weiteren Pararacerennen konnten die "Alt-Stars" aus der Szene Marcel Hug und Hans Frei mit Siegen und vorderen Platzierungen überzeugen.

Mit dem Mini-Marathon über 4 km, an dem sich fast 600 Läuferinnen und Läufer beteiligten, wurde der sportliche Teil abgeschlossen. Beim Mini-Marathon gibt es keine Rangliste, hier geht es nur ums Mitmachen und ums Laufen für einen guten Zweck.

2.Tag - Jungfrau Marathon

Beim Jungfrau Marathon, der samstagfrüh in Interlaken gestartet wurde, war aus deutscher Sicht natürlich die interessanteste Frage, wie wird sich diesmal Michelle Maier schlagen? Sie hatte im Vorjahr, nach dem überraschenden Gewinn der deutschen Meisterschaft mit einigen Siegen und Top-Platzierungen bei internationalen Berglauf-Klassikern für Schlagzeilen gesorgt. Nachdem zweiten Platz beim Jungfrau Marathon gewann sie einen Monat später den Kaisermarathon in Söll/Tirol. Dort waren nur vier Männer schneller als sie. "Die Erfolge haben mir gezeigt, dass mir die langen Strecken liegen und dass ich richtig darauf brenne", begründete sie ihre Liebe zu den Berglauf-Langdistanzen.

Start in Interlaken

Mit dem Gewinn des LGT Marathon Liechtenstein und anderen guten Ergebnissen setzte sie die Erfolgsserie der vergangenen Saison in der diesjährigen Saison nahtlos fort. Und auch beim Jungfrau Marathon konnte die 26jährige Bergläuferin aus Bad Aibling bei Rosenheim erneut mit einem zweiten Platz, nach dem sie auf dem flacheren ersten Teil noch auf Platz vier lag, überzeugen und war mit ihrer Zeit von 3:23:07 Stunden sogar sieben Minuten schneller als im Vorjahr. "Ich bin richtig happy", war dann auch ihre erste Reaktion. "Ich wollte wieder einen Platz auf dem Podium erlaufen und unter meiner letztjährigen Zeit von 3:30 h bleiben. Es war einfach nur gigantisch und ich habe nie mit so einer Zeit gerechnet."

Beide Ziele hat sie erreicht. Sie musste sich nur der wie entfesselt laufenden Berglauf-Europameisterin Maude Mathsy aus dem schweizerischen Waadtland geschlagen geben. Die Schweizerin siegte in ausgezeichneten 3:12:56 Stunden und verbesserte damit den erst einen Jahr alten Rekord von Martina Strähl um mehr als sechs Minuten. Für Michelle Maier war der Jungfraumarathon nach Sierre-Zinal ihr zweiter großer Saisonhöhepunkt. "Darauf habe ich mich gezielt vorbereitet und auch Trainingseinheiten in Kauf genommen die ich sonst nie gemacht hätte. Unterstützt werde ich im Training seit einiger Zeit von Richi Umberg, was für mich völliges Neuland bedeutet. Ich habe gemerkt, dass ich jemand brauche, der mich in dieser Hinsicht unterstützt und mich in die richtige Richtung weist. Die letzten Wochen waren für mich im Training sehr spannend, mit ganz neuen Einheiten auf die ich mich eingelassen habe und das ganze jetzt, nach dem Super-Rennen beim Marathon, nicht bereue."

Neben Musikalischer gab es heuer auch Nebel- und Regenbegleitung. Helfer sicherten teilweise den Weg der Läufer

Hinter Michelle Maier kam Petra Eggenschwiler (Schweiz) in 3:35:08 Stunden auf Platz drei. Erst als Vierte lief die Mitfavoritin Aline Camboulives (Frankreich), die zwischen 2011 und 2015 dreimal den Jungfrau Marathon gewinnen konnte, durchs Ziel. Fünfte wurde die Österreicherin Karin Freitag vor der Italienerin Agnes Tschurtschentaler. Auf Platz sieben kam mit Simona Staicu (Ungarn) eine zum erweiterten Favoritenkreis gehörende Läuferin. Die Ungarin hatte 2008 und 2010 den Jungfrau Marathon gewonnen. Eva Katz aus Otterstadt wurde als Zehnte zweitbeste Deutsche. Claudia Kahl aus Meiringen kam auf Platz 14.

Die Deutsche Michelle Maier wird erneut 2. Frau Die Schweizerin Petra Eggenschwiler wird 3.

Bei den Männern standen mit Robbie Simpson (Großbritannien), Shaban Mustafa (Bulgarien), Birhanu Mekonnen (Äthiopien), Geoffrey Gikuni Ndungu (Kenia) gleich mehrere ehemalige Sieger sowie Zweit-und Drittplatzierte an der Startlinie. Doch keiner der Favoriten schaffte den Sprung aufs oberste Podest.

Der Überraschungssieger heißt Josef David Cardona und kommt aus Kolumbien. Er lief sehr gute 2:56:20 Stunden und war damit wesentlich schneller als die Sieger der vergangenen drei Jahre. Zweiter wurde der in Mittenwald lebende Brite Robbie Simpson, der mit 2:58:48 Stunden um drei Minuten schneller war, als bei seinem Vorjahressieg. Dritter wurde der Vorjahreszweite Birhanu Mekonnen (Äthiopien) vor dem Kenianer Eric Muthomie Riungu. Auf Platz fünf kam der Schweizer Stephan Wenk. Sechster und bester Deutscher wurde Benedikt Hoffmann. Der in Freiburg lebende und für den TSG Heilbronn startende Athlet lief 3:07:11 Stunden. Damit war der Fünfte der Berglauf-Weltmeisterschaft über die Langdistanz von 2016 mehr als zufrieden, immerhin ließ er mit dem Bulgaren Shaban Mustafa, der 2015 gewann, einen Mitfavoriten hinter sich. Noch vor einer Woche war er bei der Deutschen Meisterschaft über die 10 km wegen seiner Mannschaft gestartet, dafür musste er die Vorbereitung auf den Jungfrau Marathon unterbrechen, sonst wäre unter Umständen eine noch bessere Platzierung drin gewesen.

Robbie Simpson aus Großbritannien läuft auf Rang 2 Birhanu Mekonnen aus Äthiopien wird 3.

"Auf den Jungfrau Marathon, der einen hohen Stellenwert hat, habe ich mich speziell vorbereitet. Ohne spezifische Vorbereitung braucht man hier nicht antreten. So mitten in der Saison musste ich natürlich nicht bei Null anfangen. Berglaufspezifische Impulse konnte ich während eines zwölftägigen Trainingslagers in St. Moritz setzen. Hohe Kilometerumfänge trugen in den letzten Wochen ebenfalls zur Vorbereitung bei", so der erfolgreiche Langstreckenläufer Benedikt Hoffman, der in dieser Saison auch so nebenbei noch Deutscher Meister über 100 km wurde. "Ich wollte unter 3:10 Stunden laufen, das habe ich erreicht. Einen Platz unter den besten fünf hatte ich mir zugetraut. Bei dem Klassefeld zum Jubiläum bin ich natürlich sehr zufrieden", führt Hoffmann weiter aus.

Shaban Mustafa wurde Siebter. Mit Francois Leboeuf, Patrick Wieser und Elias Gemperli platzierten sich auf den Plätzen acht, neun und zehn drei Schweizer. Hinter dem Italiener Hermann Achmüller, der 2008 auf der gleichen Strecke Weltmeister über die Berglauf-Langdistanz wurde, belegte Bruno Schumi (LG Brandenkopf) als zweitbester Deutscher einen sehr guten 13. Platz.

Trotz schwierigen Wetterbedingungen wurde das Jungfrau Marathon Jubiläum bis ins Ziel begeistert gefeiert
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Podiumsplätze in den Altersklassen gab es durch Udo Thommen (Böhr-Iggelheim/ 2.Platz/M45), Andreas Cordt (Filderstadt/3.Platz/M50), Peter Geschwend (Klettgau/2.Platz/M65), Eva Katz (Otterstadt/3.Platz./W40) und Ilona Rothkelgel (Erfurt/1.Platz/W75).

Fazit

Trotz schlechter Witterungsverhältnisse zeigten sich die Veranstalter beim Jubiläums-Marathon zufrieden. Toni Alpinice, der nach Heinz Schild und Christoph Seiler nun als dritter Präsident an der Spitze des Organisationskomitees steht: "Ich bin begeistert, wie toll auch bei der 25. Austragung die Organisation ablief. Uns konnten auch die schwierigen Wetterbedingungen das Jubiläum nicht vermiesen."

Bericht (und Archivfotos) von Winfried Stinn
Fotos von Swiss-Image

Ergebnisse www.jungfrau-marathon.ch/de

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