3.9.17 - Bad Liebenzell 28. Deutsche Straßenlaufmeisterschaft

Amal Petros fast am Ziel vorbei und trotzdem Deutscher Meister

Sensationeller 45. Titel für Publikumsliebling Sabrina Mockenhaupt

von Günter Krehl

Zum 3. Mal nach 2004 und 2015 war Bad Liebenzell Veranstaltungsort der deutschen Meisterschaften im 10 Kilometer Straßenlauf. Zudem wurden in den Jahren 2007, 2010 und 2016 auf den schnellen Strecken entlang der Nagold die Halbmarathonmeisterschaften ausgetragen.

Die Titelkämpfe auf der beliebtesten Laufstrecke finden erst seit 2001 statt und standen zwischenzeitlich fast vor dem Aus. Bisher waren Troisdorf und Otterndorf mit jeweils 2 Austragungen noch gleichauf mit dem Kurort am Rande des Schwarzwaldes. Dass diese Meisterschaft ihre Berechtigung hat, zeigte sich an gestiegenen Teilnehmerzahlen und erfreulich vielen Zuschauern. Insgesamt erreichten 613 Athleten in zwei Rennen das Ziel, das waren immer hin 106 Sportler mehr als vor 2 Jahren an gleicher Stätte.

 

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28. Deutsche Straßenlaufmeisterschaft in Bad Liebenzell unweit von Stuttgart ... ... auf romantischer Regulastraße bolzengerade entlang der Nagold
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Bei Temperaturen um 15° und Windstille herrschten beim Start des 1. Rennens um 11.15 Uhr gute Bedingungen. Allerdings erzeugte die Sonne besonders im ersten Lauf eine leichte Schwüle, die sich etwas auf die Laufzeiten auswirkte. So waren die Siegerzeiten etwas langsamer als 2015, als Arne Gabius mit 28:44 Amal Petros (28:49) und Philipp Pflieger (28:54) zu persönlichen Bestzeiten führte. Auch Fate Tolas 31:56 war dieses Mal nicht zu toppen. Sabrina Mockenhaupt (32:59) lag als Vizemeisterin deutlich vor der schmerzlich vermissten Alinah Reh (33:35) und Simret Restle-Apel (33:42), die leider dem Wettkampfsport ade sagen musste.

Start der Männer um 11.15 Uhr

Arne Gabius war auch dieses Mal der Topfavorit. Er konnte aber heuer nicht das erwartete Führpferd abgeben, da er schon auf der ersten Runde Magenprobleme bekam und das Rennen vorzeitig beenden musste. Bald hatte sich eine große Spitzengruppe mit etwa 15 Athleten gebildet, bei der aber niemand so richtig auf das Tempo drücken wollte. Im Laufe des Wettbewerbs fielen immer mehr Läufer zurück, so dass die Favoriten Amanal Petros (SV Brackwede), Philipp Pflieger (LG Telis Finanz Regensburg), dessen Teamgefährten Simon Boch und Florian Orth sowie Hendrik Pfeiffer (TV Wattenscheid 01) und Thorben Dietz (LG Vulkaneifel) letztlich unter sich waren. Olympiateilnehmer Pflieger tat dann sehr viel für das Tempo, so dass er am Ende nicht mehr im Kampf um den Titel mitsprechen konnte.

Die Spitzengruppe kurz vor Ende der 1. Runde - noch ist Arne Gabius (534) im Rennen

Boch zog aus seiner Sicht den Spurt etwas zu früh an. Immerhin sprengte er die Gruppe und nur Petros konnte folgen. Noch bei den 10.000 m Meisterschaften hatte der Regensburger seinem weit enteilten Konkurrenten mit einem phänomenalen Schlussspurt auf den letzten Metern den Titel weggeschnappt. Diesmal war der Vizemeister der letzten beiden Jahre jedoch stärker, konterte erfolgreich und setzte sich einige Meter ab. Den Sieg vor Augen, verpasste Petros den Einlauf in den Kurpark. Den schreienden Zuschauern hatte er es zu verdanken, dass er noch rechtzeitig umschwenkte und sich trotz dieses Missgeschicks mit brutto 29:02 und einer Sekunde Vorsprung vor dem Regensburger ins Ziel retten konnte. Bei der Siegerehrung bedankte sich ein glücklicher Meister bei den Fans, die ihn rechtzeitig wieder auf den richtigen Weg gebracht hatten. Auch Simon Boch fand faire Worte, als er meinte, der stärkere Läufer hätte zu Recht gewonnen und ein geschenkter Sieg wäre nicht in seinem Sinne gewesen.

In Runde drei sind noch 6 Mann an der Spitze
Simon Boch attackiert 300 Meter vor dem Ziel, Meister Amanal Petros wird kurz danach kontern

Dritter wurde Philipp Pflieger in 29:10, der nur 16 Sekunden über seiner Bestleistung blieb und auf den letzten Metern Hendrik Pfeiffer noch um 2 Sekunden auf Platz 4 verweisen konnte. Im Hinblick auf seinen bevorstehenden Marathonlauf ist der Regensburger nun recht zuversichtlich und kann beruhigt auf die letzten Trainingseinheiten blicken. Titelverteidiger Florian Orth (29:19) auf Platz 5 konnte zwar nicht ganz sein Hamburger Ergebnis erzielen, im Gegensatz zum Vorjahr wurde er aber von den kompetenten Sprechern Sebastian Hess und Achim Seiter nicht nur erkannt, sondern auch gebührend gewürdigt.

Hendrik Pfeiffer muss kurz vor dem Ziel Rang 3 noch an Philipp Pflieger abtreten, Titelverteidiger Florian Orth läuft dicht dahinter auf Rang 5 Sebastian Hendel wird als 6. Vizemeister der U23

Natürlich gewann Regensburg den Mannschaftstitel. Die Dominanz der Domstädter unterstrich die zweite Mannschaft mit der Vizemeisterschaft vor dem TV Wattenscheid 01. Boch verbesserte seine persönliche Bestzeit um 10 Sekunden und der viertplatzierte Pfeiffer war 4 Sekunden schneller als je zuvor. Sebastian Hendel (LG Vogtland) konnte sich mit 29:35 noch knapp vor Thorben Dietz (29:35) behaupten. Als 8. und 9. blieben die Regensburger Tim Ramdane Cherif (29:49) und Jonas Koller (29:52) noch unter der halben Stunde.

Thorben Dietz läuft auf Rang 7 Tim Ramdane Cherif wird 8. Fabian Borggrefe (472) wird M45-Meister

Auf Gesamtplatz 21 beherrschte der frühere Berglaufmeister Josef Katib (LAC Quelle Fürth) die M35 in 30:38 vor Danny Schneider (SC Bühlertann/31:46) und seinem Teamkameraden Jürgen Wittmann (32:25). Bei der M40 gewannen Stefan Groß (SG Wenden/32:05), Tobias Balthesen (TSG 78 Heidelberg/32:24) und Matthias Weppert (TF Fiko Rostock/32:37) die Medaillen. Der klare Favorit Fabian Borggrefe (SG Spergau) dominierte seine Klasse M45 in schnellen 31:33. Sven Eillinghoff (LG Buntentor Roadrunners/33:28) und Laufreporter Marcus Imbsweiler (TSG 78 Heidelberg/33:51) holten Silber und Bronze. Insgesamt erreichten 255 Männer bis zur Altersklasse M45 das Ziel.

Frauen und Senioren der Altersklassen M50 bis M85

Im zweiten Lauf, der um 12.15 Uhr gestartet wurde, waren das 205 Frauen und 153 Senioren der Altersklassen M50 bis M85. Mike Poch (TSG GutsMuths 1860 Quedlinburg) legte mit einem Höllentempo los und war nach 2 Kilometer der großen Frauenspitzengruppe schon 200 Meter enteilt. Er lief in 33:01 ein einsames Rennen, sein Vorsprung schmolz aber auf der zweiten Streckenhälfte doch beträchtlich.

Das Seil ist 15 Meter vor der Linie gespannt. Die Starts verlaufen ohne Gedränge und Hektik

Bei den Frauen gab es keine Favoritin. Wenige Wochen nach einer größeren Operation startete Sabrina Mockenhaupt (Lauf Team Haspa Marathon Hamburg) eigentlich nur, um ihr Team zu unterstützen. Bald führte sie jedoch eine riesengroße Spitzengruppe an und drückte mächtig auf das Tempo. In Runde drei konnten nur noch Anna Hahner (RUN2SKY) und die Regensburgerin Corinna Harrer folgen. Dank ihrer starken Willenskraft konnte sich Mockenhaupt am Ende etwas absetzen und gewann im Feld der 205 Frauen sensationell in 33:38 ihren 45. Titel. Marathonass Hahner löste sich im Endspurt überraschend von der Mittelstreckenspezialistin Harrer, die sie mit 33:45 zu 33:48 auf den Bronzeplatz verweisen konnte.

Mehr als 350 Athletinnen und Athleten starten im 2. Rennen um 12.15 Uhr

Mit den nächstplatzierten Franziska Reng (34:07) und Thea Heim (34:10) gewann Regensburg die Mannschaftswertung vor Hamburg, die mit der sechstplatzierten Hindernisspezialistin Jana Sussmann (34:10) und EM Marathonass Mona Stockhecke (35:08) nur 52 Sekunden mehr benötigten. Mit Laura Hottenrott (GSV Eintracht Bauznatal/34:15), Regina Högl (LG Region Landshut (34:18), der letztjährigen Vizemeisterin Melina Tränkle (LG Region Karlsruhe/34:33) und der Regensburger Nachwuchshoffnung Miriam Dattke (34:34) folgten weitere Läuferinnen mit großer Perspektive.

Mike Poch, Sieger M50, ist nach 2 Kilometer schon 150 vor Günter Seibold, weitere 50 Meter dahinter folgt die große Spitzengruppe der Frauen Die Spitzengruppe der Frauen mit einigen schnellen Senioren bei Kilometer 2

Insgesamt blieben 13 Frauen unter 35 Minuten und 9 Männer unterboten die 30 Minuten Marke. Im Hamburg 2016 hatten das nur 7 Läuferinnen und 4 Läufer im Rahmen des Hamburger Alsterlaufes geschafft. Überhaupt lieferte Bad Liebenzell ein Argument gegen das Integrieren der Meisterschaft in eine Großveranstaltung. Weder beim Kö-Lauf in Düsseldorf noch beim Alsterlauf in Hamburg konnten die Athleten frei weglaufen. Nach Berichten von Teilnehmern mussten sie sich auf dem ersten Kilometer an langsamen Volksläufern vorbei kämpfen. Im Ziel wurde selbst der deutsche Meister als Achtplatzierter in Hamburg vom Sprecher nicht erkannt.

Mutig wie immer, Sabrina Mockenhaupt (321) macht das Tempo. Franziska Reng (253) wird Gesamtvierte und U23 Meisterin. Nach langer Verletzung gelingt ihr ein grandioses Comeback Da waren es nur noch drei. Sabrina Mockenhaupt wollte schon resignieren, da entschloss sie sich, nach vorne zu marschieren. Anna Hahner (107) wird Vizemeisterin, Corinna Harrer (243) Dritte

Den beiden rührigen Hauptorganisatoren Fritz Sander und Günther Henne war es eine Herzensangelegenheit, ein Meisterfest für Athleten auszurichten. Eine gute Strecke, faire Bedingungen und hohes Niveau für die Athleten, gepaart mit Sachverstand der Sprecher und Helfer und einer ansprechenden Würdigung der sportlichen Leistungen. Dass dies den Organisatoren wieder einmal gelungen ist, kann ich voll und ganz bestätigen, schließlich war es meine erste Meisterschaft auf der Hausstrecke, die ich schweren Herzens nur von außen miterleben musste.

Vorjahresvizemeisterin Melina Tränkle (54) im Kampf mit Miriam Dattke. Die beiden belegen die Ränge 9 und 10 Thea Heim (5.), Jana Sussmann (6.) und Laura Hottenrott (7.) stürmen dem Ziel entgegen

Der Start beider Läufe war wieder traditionell gut organisiert. Der Bereich konnte von der Seite und hinten betreten werden, ein Seil 15 Meter vor der eigentlichen Startlinie verhinderte ein Vordrängeln bis über diese hinaus. Kurz vor Beginn des Rennens wurden die Läufer vorgezogen und es kam zu einem reibungslosen und stressfreien Loslaufen. Das war bei meinen langjährigen aktiven Meisterschaftsteilnahmen selten so gut geregelt. Höhepunkt war sicher die Halbmarathon DM 1998 in Potsdam, als wir 20 Minuten auf engstem Raum gequetscht standen und genervte Ordner die Veranstaltung schon abbrechen wollten.

Läufergruppe im Zentrum von Bad Liebenzell Jede Menge Läufer und Zuschauer nach dem Lauf im romantischen Kurpark

Noch nie fanden sich so viele Zuschauer in Liebenzell an der Strecke ein, besonders mit vielen ehemaligen Langstreckengrößen aus Baden-Württemberg konnte man ein Wiedersehen feiern. Im Kurpark herrschte nach Zielschluss und bei der Siegerehrung großes Gedränge. Leider störten dann bei der stimmungsvollen Siegerehrung doch ein paar leichte Regenschauer. Die Siegerehrung wurde mit der Nationalhymne eingeleitet, die von der heimischen Schlagergröße Michaela Zondler gesungen wurde. Die Ehrungen wurden zügig durchgeführt, zogen sich aber wegen der gleichzeitig durchgeführten Baden-Württembergischen Meisterschaft doch etwas in die Länge.

Siegerehrung der schnellsten Frauen von links: Corinna Harrer (3.) Sabrina Mockenhaupt (1.), Anna Hahner (2.) Die schnellsten Männer von links: Philipp Pflieger (3.) Simon Boch (2.), Amanal Petros (1.)

Baden Württembergische Meisterschaft

Der Vorteil einer integrierten Landesmeisterschaft ist auf jeden Fall der gesparte Organisationsaufwand. Dafür wird die Auswertung erschwert und der zeitliche Ablauf streckt sich dermaßen, dass bei der Siegerehrung selbst zuvor geehrte Athleten nicht mehr anwesend sind. Insgesamt kamen 108 Männer, 69 Frauen und 18 Jugendliche in die Wertung. Meister wurde der 10. des Zieleinlaufes, Marcin Blazinski (LG farbtex Nordschwarzewald) mit 30:00 vor Teamgefährte Marco Kern (30:26) und Florian Röser (TV Konstanz/30:32). Hinter Anna Hahner und Melina Tränkle gewann Veronica Clio Hähnle-Pohl (TSG 1845 Heilbronn) in 35:33 Bronze.

Marcin Blazinski Baden-Württembergischer Meister und 10. der DM BW Sieger M65, Günter Gehrke (5. DM) Edmund Schlenker, als Landesmeister muss er sich dieses Mal mit Rang 2 in der M70 begnügen Lokalmatador Horst Liebing wird Baden-Württembergischer Meister M80 und holt Bronze bei den Deutschen Sensationell: Deutsche Vizemeisterin W45 wird Lokalmatadorin Martina Kugele vom LT Altburg. In der BaWü Wertung gewinnt sie ihre erste Goldmedaille

Senioren bei der DM wie immer außergewöhnlich stark

W80: Älteste Teilnehmerin war wieder einmal Elfriede Hodapp (LG Ortenau Nord) in netto 62:07.
W75: Ruth Schlager (TSV Neustadt) hält noch heute für die SZ Bad Herrenalb viele Calwer Kreisrekorde bei den Seniorinnen, jetzt wurde sie mal wieder Meisterin in 54:55 für ihren bayrischen Verein. Die Offenbacher Berglaufspezialistin Ingrid Hoffman wurde in 57:57 Zweite vor Veronika Kroboth (59:25).
W70: Erstaunlich wettkampffreudig und erneut auf dem Siegerpodest überzeugte Anja Ritschel (TV Wakdstraße Wiesnaden) in 49:23 vor Sibylle Vogler (51:41) und der Schwarzwälder Bergläuferin Erika Regitz (52:12).
W65: Diesmal musste sich die im nahen Renningen lebende Gudrun Vogl (46:42) knapp geschlagen geben, der Titel ging an Margret Göttnauer (LG Soden/Sulzbach/Neuenhain) in 45:05. Rang 3 belegte Edith Grasmann (50:11).

Lidia Zentner gewinnt überlegen die W60 Klar unter 50 Minuten: Dauerbrennerin Anja Ritschel als Siegerin der W70 Ruth Schlager gewinnt die W75, sie war jahrelang im Kreis Calw aktiv gewesen Elfriede Hodapp als Siegerin der W80 ist wieder einmal älteste Teilnehmerin

W60: Lidia Zentner (42:03) aus dem nahen Pforzheim war als vielfache internationale Meisterin wieder eine Klasse für sich. Conny Wagner sicherte sich mit schnellen 43:07 Rang zwei vor Lilo Hellenbrand die im letzten Jahr an gleicher Stätte im Halbmarathon Silber geholt hatte.W55: Julika Fidjeland (PTSV Rosenheim) siegte in 40:42 vor Stefanie Körner (41:44) und Ines Hock (42:35). Lokalmatadorin Regina Vielmeier vom SV Oberkollbach verfehlte den Medaillenplatz nur um 10 Sekunden, wurde aber mit Gold bei der BaWü belohnt.
W50: Die Rosenheimerin Amanda Reiter lag in 38:52 überraschend vor der neu in die Klasse gekommenen Christine Sigg-Sohn (39:04) von der LG Esslingen, die letztes Jahr in ihrem ersten Meisterschaftsrennen über Halbmarathon auf Anhieb Gold in der W45 gewonnen hatte. Damals siegte Josefa Mattheis vor Barbara Auer in der W50. Diesmal drehte die Augsburgerin mit 39:42 den Spieß um und die Pfälzerin mit spanischen Wurzeln blieb medaillenlos.
W45: Für großen Jubel unter den Einheimischen sorgte Martina Kugele vom LT Altburg. Ihre Silbermedaille in 40:19 hinter der überragenden Alexandra Rechel (ASV Darmstadt/37:28) überraschte nicht nur sie selbst. Als schnellste Baden-Württembergerin lag sie in beiden Wertungen vor Birgit Bodersky aus dem badischen Rot.
W40: Mit Simone Raatz (ASC Darmstadt) in 36:07 und Christel Dörschel (36:29) beherrschten zwei Damen die Klasse, die auf den Rängen 24 und 28 noch zur erweiterten deutschen Spitzenklasse im Aktivenbereich gehören. Auch die Drittplatzierte Yvonne Kleinert (37:02) läuft nicht weit davon entfernt.
W35: Warum Sabrina Mockenhaupt als Schnellste nicht in der Wertung erscheint, wird wohl sie selbst nach ihrem großen Erfolg am wenigsten schmerzen. Der Computer sollte aber keine Unterschiede bei der Ergebnisausrechnung machen. Trotzdem sei den dicht hintereinander einlaufenden Medaillengewinnerinnen Bettina Englisch (TSG 1845 Heilbronn/36:51), Nina Schüler (37:10) und Sigrid Bühler (37:12) der Erfolg von Herzen gegönnt.
WU23: Toller Erfolg und geglücktes Comeback nach langer Verletzungspause für die Regensburgerin Franziska Reng (34:05), die vor ihrer Teamkameradin Miriam Dattke (34:33) siegte. Von den beiden darf man in Zukunft noch viel erhoffen. Lena Knirsch (36:49) auf Rang drei begann ihre Laufbahn im Kreis Calw und hat sich in Karlsruhe zu einer leistungsstarken Athletin entwickelt.

M85: Werner Beeker (LC Wuppertal) war in 57:43 ältester Teilnehmer. Er stellte in diesem Jahr schon 4 deutsche Rekorde auf, darunter 52:27,15 über 10.000 Meter.
M80: Lokalmatador Horst Liebing (LT Altburg) war nach seinem Titelgewinn vor 2 Jahren mit der Bronzemedaille und dem BaWü Titel nach 53:15 sehr zufrieden. Denn mit dem vierfache Rekordhalter Klemens Wittig (LC Rapid Dortmund) war ein absoluter Weltklassemann am Start, seine 44:55 vom 10. 6. in Oelde konnte er allerdings auf der flacheren Liebenzeller Strecke mit 46:29 nicht unterbieten. Wilhelm Ehlers holte mit 52:37 Silber.
M75: Klaus Wagner (LG Bad Soden/Sulzbach/Neuenhain) gewann mit 44:26 in einem spannenden Rennen vor Helmut Müller (44:40) und Albert Walter (44:52).
M70: Lokalmatador Edmund Schlenker (VfL Ostelsheim) war mit seiner Leistung nicht zufrieden. Mit 43:29 musste er sich dem alten Fuchs Wolfgang Arens (LC Aichach/42:29) klar geschlagen geben. Immer wenn Arens, der in Schweden lebt, aus dem hohen Norden anreist, ist er für einen weiteren Meistertitel gut. Schlenkers Teamkamerad Walter Johnen (44:37) konnte sich über die erhoffte Bronzemedaille freuen.
M65: Klaus Goldhammer (OSC Berlin) war wieder einmal in 37:27 konkurrenzlos. Rainer Müller (39:58) und der vielfache Meister Manfred Dormann (41:19) lagen doch deutlich hinter dem Sieger.

In Topform aus dem hohen Norden angereist: Wolfgang Arens 1. M70 Klemens Wittig, vierfacher Seniorenrekordler und klarer Sieger in seiner neuen Klasse M80 Die M85 gewinnt Lauflegende Werner Beecker als ältester Teilnehmer
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M60: Auch in dieser Klasse ging der Sieg nach Berlin. Der favorisierte Helmut Kreidner vom SC Siemensstadt lag mit 36:59 vor Gerald Reimer (37:26) und Joachim Stuhlinger (38:21).
M55: Reimund Hobmaier (PTSV Rosenberg) fügte seiner großen Titelsammlung eine weitere Goldmedaille hinzu. In 34:30 lag er vor Christian Stoll (35:17) und Uwe Merdon (35:23)
M50: Gesamtsieger Mike Poch (32:59) lag deutlich vor Carsten Schmidt (34:44) und dem anfänglich vor der Frauenspitzengruppe laufenden Günter Seibold (34:53).
U23: Hinter den Spitzenläufern Amanal Petros und Sebastian Hendel belegte Leif Gunkel als 13. im Gesamteinlauf mit 30:13 Platz drei.

Die Ergebnisse waren, wie in letzter Zeit üblich, sofort im Netz. Mit der Darstellung kann ich aber nicht zufrieden sein. Das Fehlen der Jahrgänge und der Klassen bei der Durchgangswertung ist zu bemängeln. Ebenso sollte es möglich sein, Altersklassenliste auf einer pdf-Datei zusammenzufassen. Um alle Ergebnisse zu erhalten, musste ich sage und schreibe 70 Fenster öffnen und dazu jeweils 4 Klicks betätigen. Die Listen alle auszudrucken ist schon aus Umweltgesichtspunkten unsinnig, auf einer Seite steht im Extremfall nur der Name des Siegers der M85. Dieses Problem tritt auch bei den Cosa-Ergebnislisten des Verbandes auf, bei denen die gleichen Leistungen mit unterschiedlichen Überschriften oft vielfach verzeichnet sind. Seltsam auch, dass selbst die ersten 10 Männer durchweg 1 oder 2 Sekunden Unterschied zwischen Brutto- und Nettozeit aufweisen.

Fritz Sander und Günther Henne mit ihrem Team wurde ebenso wie dem Verband von allen Seiten für die gelungene Durchführung der Veranstaltung höchstes Lob gezollt. Auch unter den Athleten hörte man nur positive Rückmeldungen.

Im Vorfeld war zu hören, dass dies die letzte Meisterschaft in Bad Liebenzell sei, doch schon beim Empfang am Vortag ließen der sportbegeisterte Bürgermeister Dietmar Fischer und Urgestein Fritz Sander durchblicken, dass es durchaus eine letzte DM nach der letzten gäben könnte.

Die 8 schnellsten Frauen & Männer bei der 10 Kilometer DM 2017
in Bad Liebenzell

  Frauen Männer
Pl. Name Verein Zeit Name Verein Zeit
1 Mockenhaupt, Sabrina Lauf Team Haspa Marathon Hamburg 33:38 Petros, Amanal SV Brackwede 29:02
2 Hahner, Anna RUN2SKY.com 33:45 Boch, Simon LG Telis Finanz Regensburg 29:03
3 Harrer, Corinna LG Telis Finanz Regensburg 33:48 Pflieger, Philipp LG Telis Finanz Regensburg 29:10
4 Reng, Franziska LG Telis Finanz Regensburg 34:07 Pfeiffer, Hendrik TV Wattenscheid 01 29:12
5 Heim, Thea LG Telis Finanz Regensburg 34:10 Orth, Florian LG Telis Finanz Regensburg 29:19
6 Sussmann, Jana Lauf Team Haspa Marathon Hamburg 34:10 Hendel, Sebastian LG Vogtland 29:26
7 Hottenrott, Laural GSV Eintracht Baunata 34:15 Dietz, Thorben LG Vulkaneifel 29:35
8 Högl, Regina LG Region Landshut 34:18 Ramdane Cherif, Tim LG Telis Finanz Regensburg 29:49

Die Siegerinnen in den Altersklassen bei der 10 Kilometer DM 2017
in Bad Liebenzell
Kl. Platz Name Verein Zeit
U23 1 Reng, Franziska
LG Telis Finanz Regensburg
34:07
  2 Dattke, Miriam
LG Telis Finanz Regensburg
34:34
  3 Knirsch, Lena LG Region Karlsruhe
36:52
W35 1 Englisch, Bettina TSG 1845 Heilbronn
36:52
  2 Schüler, Nina SV Brackwede
37:12
  3 Bühler, Sigrid LAZ PUMA Rhein-Sieg
37:15
W40 1 Raatz, Simone
ASC Darmstadt
36:09
  2 Dörschel, Christl SG Wenden
36:31
  3 Kleiner, Yvonne LG Stadtwerke München
37:05
W45 1 Rechel, Alexandra ASC Darmstadt
37:34
  2 Kugele, Martina Lauftreff Altburg
40:27
  3 Bodirsky, Birgit TSV 05 Rot
40:58
W50 1 Reiter, Amanda PTSV Rosenheim
38:57
  2 Sigg-Sohn, Christine LG Esslingen
39:11
  3 Auer, Barbara TG Viktoria Augsburg
39:46
W55 1 Fidjeland, Julika PTSV Rosenheim
40:45
  2 Körner, Stefanie LG Stadtwerke München
41:53
  3 Hock, Ines Turnerschaft Frechen
42:38
W60 1 Zentner, Lidia Gazelle Pforzheim/Königsbach
42:05
  2 Wagener, Conny LC Eschenburg
43:13
  3 Hellenbrand, Lilo DJK Gillrath 1911
44:07
W65 1 Göttnauer, Margret LG Bad Soden/Sulzbach/Neuenhain
45:11
  2 Vogl, Gudrun Spvgg Renningen
46:46
  3 Grasmann, Edith SVG Ruhstorf/Rott
50:15
W70 1 Ritschel, Anja TV Waldstraße Wiesbaden
49:29
  2 Vogler, Sibylle SC Kemmern
51:50
  3 Regitz, Erika TV Denzlingen
52:12
W75 1 Schlager, Ruth TSV Neustadt
55:05
  2 Hoffmann, Ingrid TV Offenbach
58:03
  3 Kroboth, Veronika LG Biebesheim/Eschollbrücken/Crumstadt
59:31
W80 1 Hodapp, Elfriede LG Ortenau Nord
1:02:13

Die Sieger in den Altersklassen bei der 10 Kilometer DM 2017
in Bad Liebenzell
Kl. Platz Name Verein Zeit
U23 1 Petros, Amanal
SV Brackwede
29:02
  2 Hendel, Sebastian LG Vogtland
29:26
  3 Gunkel, Leif LG Olympia Dortmund
30:13
M35 1 Katib, Joseph
LAC Quelle Fürth
30:38
  2 Schneider, Danny SC Bühlertann
31:46
  3 Wittmann, Jürgen LAC Quelle Fürth
32:25
M40 1 Groß, Stefan SG Wenden
32:05
  2 Balthesen, Tobias
TSG 78 Heidelberg
32:24
  3 Weippert, Matthias TC Fiko Rostock
32:37
M45 1 Borggrefe, Fabian
SG Spergau
31:33
  2 Eilinghoff, Sven LG Buntentor Roadrunners
33:28
  3 Imbsweiler, Marcus TSG 78 Heidelberg
33:51
M50 1 Poch, Mike TSG GutsMuths Quedlinburg 1860 e.V.
33:01
  2 Schmidt, Carsten LG Haßberge
34:46
  3 Seibold, Günter TSV Crailsheim
34:55
M55 1 Hobmaier, Reinmund PTSV Rosenheim
34:31
  2 Stoll, Christian TV Waldstraße Wiesbaden
35:19
  3 Merdon, Uwe Citylauf-Verein Dresden
35:25
M60 1 Kreidner, Helmut SC Siemensstadt Berlin
37:01
  2 Reimer, Gerald LSG Sbr.-Sulzbachtal
37:29
  3 Stuhlinger, Joachim LAV Stadtwerke Tübingen
38:23
M65 1 Goldammer, Dr. Klaus OSC Berlin
37:29
  2 Müller, Rainer TuS Deuz
40:04
  3 Dormann, Manfred TV Bad Brückenau 00:41:19 00:
41:23
M70 1 Ahrens, Wolfgang LC Aichach
42:31
  2 Schlenker, Edmund VfL Ostelsheim
43:35
  3 Johnen, Walter VfL Ostelsheim
44:43
M75 1 Wagner, Klaus LG Bad Soden/Sulzbach/Neuenhain
44:32
  2 Müller, Helmut LG Erlangen
44:47
  3 Walter, Albert MTV 1881 Ingolstadt
44:59
M80 1 Wittig, Klemens LC Rapid Dortmund
46:34
  2 Ehlers, Wilhelm ASC Alfter
52:40
  3 Liebing, Horst Lauftreff Altburg
53:26

Bericht und Fotos von Günter Krehl

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