12.8.17 -13. Ostbevern Volksbank Beverlauf

Schmuddelwetter verhindert erneuten Teilnehmerrekord

Britin Caroline Hoyte setzt mit Streckenrekord Glanzlicht

Generationswechsel: Orgachef Lüdemann gibt Staffelstab weiter

von Michael Schardt

Er trägt schon lange die Startnummer "1" beim Volksbank Beverlauf: Philipp Kaldewei vom LV Oelde. Schließlich konnte er den Hauptlauf über zehn Kilometer seit 2009 schon sieben Mal gewinnen. Dieses Jahr musste sich der 36-Jährige zwar eines fast ebenbürtigen Widersachers erwehren, konnte sich aber bei stark aufsteigender Form erneut den Sieg in einer ansprechenden Zeit sichern. Für die stärkste Leistung des Tages sorgte im gleichen Lauf allerdings eine Frau: die 47-jährige Engländerin Caroline Hoyte aus Brighton, die hinter nur zwei Männern als Gesamtdritte finishte und den Streckenrekord erheblich verbesserte. Weit weniger stark als der Zehner war der Halbmarathon besetzt, der mit Treppchenplätzen von weit angereisten Läufern endete. Michael Kreißl und Eva Januschek trugen sich in die Siegerlisten ein.

Bei diesig-feuchten Witterungsbedingungen fand in und um Ostbevern auf mehreren Strecken der Volkslauf durch die schöne münsterländische Parklandschaft statt. Der Lauf bildet den Auftakt für die Volksbank-Cupserie Die flachen und schönen Naturstrecken ziehen regelmäßig die Langstreckler aus Nah und Fern an den kleinen Fluss Bever, der Namensgeber des Laufes ist
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Mit dem Beverlauf startete auch die kleine Volksbank Laufserie in die neue Saison, die 2010 ihre Premiere erlebte und zu der noch Läufe in Telgte, Einen-Müssingen und Everswinkel gehören. Hatte der Beverlauf in den letzten beiden Jahren je einen neuen Teilnehmerrekord erreicht mit dem Spitzenwert von 652 Läufern in 2016, so gab es heuer mit 532 Finishern einen deutlichen Rückgang. Ursache hierfür war das ungemütlich feuchte Schmuddelwetter mit niedrigen Temperaturen und Nieselregen, das nicht nur die üblich große Zahl der Nachmelder verhinderte, sondern auch vorangemeldete Teilnehmer zu Hause bleiben ließ. Das war allerdings für Orgachef Bernd Lüdemann schon der einzige Wermutstropfen einer ansonsten durchweg gelungenen Veranstaltung. Für Lüdemann, Begründer des Laufes und Initiator des Laufcups, war es der letzte Auftritt als verantwortlicher Leiter. Ihm ist gelungen, was andernorts oft scheitert und zum Aus des Events führt. Er fand im Organisationsteam einige engagierte junge Nachfolger, die den Beverlauf in eine günstige Zukunft führen wollen.

Jugend den Vortritt

Ostbevern ist ein kleiner, wirtschaftlich gut aufgestellter Ort am nordöstlichen Rand Nordrhein-Westfalens, nahe der Grenze zu Niedersachsen. Entsprechend rekrutieren sich die Teilnehmer hauptsächlich aus diesen beiden Bundesländern, diesmal jedoch erweitert durch überraschend viele Läufer aus weiter entfernten Region und sogar aus dem Ausland. Ihren Namen hat die rund zehntausend Einwohner zählende Gemeinde von einem kleinen Nebenfluss der Ems, der Bever, geerntet. Nach der Bever, die die Läufer mehrfach überqueren, ist auch der Volkslauf benannt ist. Ostbevern gehört noch zum Münsterland und liegt rund vierzig Kilometer von Osnabrück entfernt. Das Beverstadion, südlich der Bundesstraße 51 gelegen, ist zentraler Ort des Laufgeschehens und der Verein BSV Ostbevern der Veranstalter.

Auftakt für einen langen Laufnachmittag bildet der Schülerlauf über zwei Kilometer, der hier gestartet wird. Schneller als alle Jungs war die 12jährige Larissa Thiele (an 3. Position in Rot), die als einzige unter acht Minuten blieb Noch vor den Erwachsenen dürfen die Bambini ihre Sportplatzrunde in Angriff nehmen

Der erste Startschuss ertönt um 14:45 Uhr, wenn die Schüler und Schülerinnen auf einen vermessenen zwei Kilometer langen Rundkurs geschickt werden. Überraschenderweise konnten sich zwei Mädchen an die Spitze setzen und noch vor allen Jungs als erste ins Ziel einlaufen. Vorne hatte sich Larissa Thiele (LV Oelde), zwölf Jahre alt, einen deutlichen Vorsprung vor der zwei Jahre älteren Favoritin Ann-Christin Ströning vom TSV 1890 Bielefeld erlaufen. Thiele blieb als einzige von 34 Teilnehmern knapp unter acht Minuten und siegte in 7:59min vor Ströning in 8:13min und der zehnjährigen Alina Hofmann (TV Oelde) in 8:42min. Die Reihenfolge der Jungen führt Larissas Bruder Maurice Thiele (LV Oelde) in 8:19min an vor Felix Aichner (Sonnenuhrenschule Birkenau) in 8:22min und Matti Annegarn vom Veranstalterverein BSV Ostbevern in 9:12min. Bemerkenswert bei dem Lauf war, dass die ersten sechs Mädchen durchweg schneller unterwegs waren als die Jungs auf den gleichen Plätzen.

Eine bevorzugte Behandlung bei der zügig durchgeführten Siegerehrung wurde Ann-Christin Ströning zuteil, die vor allen anderen auf die Bühne gerufen wurde und sich sputen musste, um noch rechtzeitig zum Jedermannslauf zu kommen, an dem sie auch teilnahm und dort einen respektablen sechsten Platz erreichte. Damit hatte die junge Bielefelderin zusammengenommen die gleiche Strecke abgespult, die für rund dreißig Walker und Nordic Walker vorgesehen war. Zusammen mit den Jedermannsläufer startend, hatten diese zunächst die fünf Kilometer lange Runde und anschließend die Schülerrunde (2km) zu absolvieren. Als schnellste der Geher über sieben Kilometer erwiesen sich Martin Braun (45:32min) und Barbara Leißing (48:09min) vom TV Friesen Telgte. Leißing verbesserte damit ihren eigenen Streckenrekord aus 2013 um über eine Minute. Parallel dazu kamen rund vierzig Bambini zu ihrem Einsatz, wo sie eine Runde um den benachbarten Sportplatz drehten.

 

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Mit einem lachenden und weinenden Auge

Nach den Rahmenwettbewerben, aber noch vor dem Start der Hauptläufe wurde es im Beverstadion nostalgisch. Denn die offizielle Verabschiedung des bisherigen Organisationsleiters Bernd Lüdemann stand an. Er wurde, wie andere langjährige Mitstreiter auch, auf die Bühne gerufen, um ihm und seinem Team für die Verdienste zu danken und an positive Entwicklung, die der Beverlauf insbesondere in den letzten drei, vier Jahren genommen hatte, zu erinnern. Zugleich wurden auch seine durchweg jungen Nachfolger vorgestellt und ihnen viel Glück für die Zukunft gewünscht.

Orgachef und Laufgründer Bernd Lüdemann (rechts) verabschiedete sich aus dem Veranstalterteam und übergab die Verantwortung an jüngere Nachfolger. Einer von ihnen ist Lambert Jünck Start des Jedermannslaufs über fünf Kilometer. Alle Strecken sind offiziell vermessen

Bernd Lüdemann, selbst leidenschaftlicher Läufer, war vor anderthalb Jahrzehnten von Ravensberg nach Ostbevern gekommen und hatte gleich damit begonnen, seine Idee von einer Laufveranstaltung in die Praxis umzusetzen. Jedoch war das anfänglich gar nicht so einfach gewesen, erinnert sich der 62-Jährige. Da sei er zunächst auf taube Ohren, auf skeptische örtliche Honoratioren getroffen. Dafür seien hier keine Sponsoren zu finden, hatte man ihm entgegnet, und wohl auch kaum genügend Teilnehmer. Als er dann nicht locker gelassen habe, habe er sogar eine öffentliche Präsentation durchführen und eine Art Probelauf veranstalten müssen. Das sei 2004 gewesen. Mit seiner beharrlichen Art hatte Lüdemann dann doch bald Gönner und Firmen an seiner Seite, vor allem die Volksbank als regionaler Förderer, so dass ein Jahr später, 2005, der erste Beverlauf stattfinden konnte - mit damals einem dreigeteilten Streckenangebot (2, 5, 10km) und einer ordentlichen Teilnehmerzahl (260 Läufer).

Nach und nach konnte Lüdemann sich örtlich immer besser vernetzen, den Lauftreff größer gestalten und Wochenendfahren zu bedeutenden Marathonveranstaltungen organisieren. Auch wurde das Programm um Kinderläufe und das Walken erweitert und ein Halbmarathon hinzugenommen, so dass die Teilnehmerzahl stetig stieg. 2010 dann gründete er mit anderen den Volksbank Laufcup mit Einzel- und Altersklassenwertung und der Besonderheit, dass die Siegerehrung hierfür (mit feiner Speisung) bei einer Extraveranstaltung in den Räumlichkeiten des Sponsors im Januar des Folgejahres stattfindet. Das zog weitere Teilnehmer an und etablierte den Beverlauf endgültig im regionalen Laufkalender.

Vor drei Jahren machte der Orgachef dann seine Mitstreiter damit vertraut, dass er an seinen Abschied denke. Doch ließ er sich noch einmal für weitere drei Jahre überreden, die Fäden in der Hand zu behalten. In dieser Zeit konnten neue Leute gewonnen werden, die bereit waren, die Verantwortung ab 2018 zu übernehmen. Das Erfreuliche daran war, dass es durchweg ein junges Team ist, welches schon bei der diesjährigen Edition tatkräftig mithalf. Ein weiteres Engagement als Hinterbänkler kam für Lüdemann nicht in Frage. "Entweder ganz oder gar nicht", lautet seine Devise. "Aber wenn man Ratschläge braucht, stehe ich jederzeit zur Verfügung." Der Abschied, so gab er zu Protokoll, vollziehe sich mit einem lachenden und einem weinenden Auge, mehr aber mit einem lachenden.

Kurz nach dem Start: Vorbei an Maisfeldern und saftig-grünen Wiesen, über idyllische Alleen und durch einsam gelegene Bauernschaften führt die Halbmarathonstrecke, die aus zwei identischen Runden besteht Das teilnehmerstärkste Team beim Halbmarathon stellten die Laufsportfreunde Münster. Deren Vorbereitungskurs für den in vier Wochen anstehenden Volksbank Münster Marathon nutzte den Beverlauf zur Standortbestimmung

Spannender Kampf um die Jedermannstrophäe

Wenn man sich die akribisch geführte Bestenliste über fünf Kilometer anschaut, dann taucht dort an zweiter Stelle der Name Sebastian Fischer auf, der 2006, damals noch für ESV Münster startend, den Lauf in 16:12min gewann. Das war seinerzeit Streckenrekord, der zwei Jahre später von Ingo Assmann um lediglich eine Sekunde verbessert wurde und seither wie in Stein gemeißelt steht. Nach 2006 konnte Fischer, inzwischen zum TV Friesen Telgte gewechselt, den Jedermannslauf mehrere Male gewinnen. Und auch 2017 gehört der zierliche Mann im orangefarbenen Leibchen als erster Anwärter auf den Sieg zum engsten Favoritenkreis. Schon kurz nach dem Start übernahm Fischer die Führung, konnte sich aber zu keinem Zeitpunkt nachhaltig absetzen. Der 21-jährige Jan Geisemeier blieb dem M35er hart auf den Fersen, bis am Ufer der Bever das Kilometerschild "4" ins Blickfeld kam. Ein harter Antritt verschaffte Fischer zwar einige Meter Vorsprung, aber Geisemeier konterte und blieb dran. Erst im Schlussspurt konnte sich Seriensieger Fischer einen weiteren Erfolg sichern in der für ihn eher mäßigen Zeit von 17:05min. Zwei Sekunden später lief Geisemeier (LC Solbad Ravensberg) durchs Ziel. Mehr als eine Minute später folgte dessen Vereinskamerad Tim Habighorst (MJU20) in 18:11min als dritter. Auf den ersten beiden Plätzen war es der gleiche Einlauf wie voriges Jahr, damals mit drei Sekunden Abstand.

Mit Josef Grond von Marathon Steinfurt war ein weiterer interessanter Starter über fünf Kilometer dabei. Der 64-Jährige hatte vor einer Woche beim Deutschlandlauf (1321km, ungezählte Höhenmeter) von Sylt bis auf die Zugspitze mitgewirkt. Zusammen mit seinem Laufkumpel Rainer Wachsmann hatte er an der Sonderwertung als Zweierteam teilgenommen und sich die Etappen abwechselnd mit diesem geteilt. Die Strapazen als Individualist wollte sich keiner von beiden antun, entwickelte sich dieser Ultra doch zu einer regelrechten Ausfallorgie (über ein Drittel der Teilnehmer gab verletzungsbedingt auf). Auch Grond musste bei der letzten Etappe kapitulieren und Wachsmann dessen letzte Etappe laufen. Der Beverlauf war Gronds erster Laufversuch nach diesen Anstrengungen. Mit einer angepeilten Zeit von unter 22 Minuten wurde es zwar nichts, doch gewann der Ultraläufer aus Steinfurt die M60er Klasse klar in knapp 23min.

Erst bei Kilometer vier, als die Überquerung der Bever anstand, konnte sich Seriensieger Sebastian Fischer von Widersacher Jan Geisemeier etwas lösen. Im Ziel trennten den Ersten und Zweiten nur zwei Sekunden Sieger der M60 wurde Josef Grond von Marathon Steinfurt. Er hatte eine Woche zuvor den 1321 km langen Deutschlandlauf von Sylt auf die Zugspitze (19 Etappen) erfolgreich beendet. Die Strecke hatte er sich mit Clubkamerad Rainer Wachsmann gerecht aufgeteilt 5km-Siegerin Katharina Kloppe hatte es nicht nur beim Lauf eilig. Ein wichtiger Termin stand einer Teilnahme an der Siegerehrung im Weg Jessica Geisemeier (rechts) und Josefine Rusak machten 4,9 km gemeinsame Sache. Im Spurt sicherte sich Geisemeier, wie ihr Bruder Jan bei den Männern, Rang zwei

Den beiden Medaillen der Männer für LC Solbad Ravensberg (Silber und Bronze) ließen die Frauen zwei weitere (Gold und Silber) folgen. Die 21-jährige Katharina Klopp erwies sich als schnellste Frau. Sie konnte einen Start-Ziel-Sieg in 21:19min hinlegen, eine eher langsame Siegzeit für Ostbevern, wo der Streckenrekord bei 18:35min (Isabelle Großkopf, 2008) steht. Um die beiden weiteren Podestplätze gab es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Jessica Geisemeier, wie ihr Bruder Jan 1996 geboren, und der A-Jugendlichen Josefine Rusak von der LG Ahlen. Noch fünfhundert Meter vor dem Ziel lagen beide gleichauf, erst dann konnte sich Geisemeier im Sprint in 21:46min um drei Sekunden durchsetzen und wie der Bruder den zweiten Platz erobern.

Zwei Starter aus Bayern im Halbmarathon erfolgreich

Die beiden Hauptläufe über 10 und 21,1 Kilometer sind so getaktet, dass sich die Felder zum Ende hin vermischen. Um 17 Uhr wird der Halbmarathon angeschossen, der aus zwei gleichen 10,5-km-Runden besteht, eine halbe Stunde später der Zehner, der zwei Runden á fünf Kilometer hat. Die ersten und letzten Kilometer beider Kurse sind identisch. Dass beim Zehner 260 Teilnehmer dabei waren und beim Halben nur 81 dürfte hauptsächlich damit zusammenhängen, dass letzterer nicht zum Laufcub zählt, womit der Zehner als Hauptlauf fungiert. Eine kleine Prämie für einen Streckenrekord allerdings wird nur für den Halbmarathon ausgelobt, wie Lüdemann versichert. Diese werde aber nicht (oder nur ganz vorsichtig) kommuniziert und nicht auf die Homepage gesetzt, sondern wäre im Falle des Falles eine Überraschung. Schon 2016 hätte David Schönherr, der flotte Student aus Münster, gerne das Zubrot einkassiert, allerdings wusste er nichts davon und blieb in 1:13h eine Minute mit den Worten "Wenn ich das geahnt hätte" über dem Rekord von Damian Janus (1:12:06h). Die Versuche, starke Läufer für den HM zu rekrutieren, gelang Lüdemann nicht. Schönherr sei nicht ganz gesund, sagte er, Elias Sansar habe zu hohe Startgeldforderungen gestellt. So war der Ausgang völlig offen.

Die erste Runde lief HM-Sieger Michael Kreißl aus Pappenheim mit dem späteren zweiten zusammen, später konnte er sich absetzen Auf Rang zwei landete Johannes Otte Einen guten 3. Rang eroberte Stefan Baierl Halbmarathonsiegerin wird Eva Januschak

Nach langsamem Beginn eroberte sich im Männerrennen ein Duo die Spitze: Johannes Otte (M35) von After Work Running Maschine und Michael Kreißl (M30) vom TV 1861 Pappenheim. Einträchtig Seite an Seite kamen sie nach 10,5km erstmals am Ziel vorbei. Mit einigem Abstand folgte ein einzelner Läufer und eine stabile Dreiergruppe mit Stefan Baierl (M40, SpVgg Dolberg) im Schlepptau. Baierl konnte sich später von seinen Begleitern lösen und noch den Einzelläufer einfangen, so dass er in 1:25:21h die Bronzemedaille gewann. Vorne bahnte sich erst sehr spät in der zweiten Runde die Entscheidung an. Der schmächtige Michael Kreißl konnte Otte ab km 16 abhängen und in 1:21:36h den Sieg davontragen. Otte brachte es auf 1:22:21h. Kreißl wird die obige Zwischenüberschrift möglicherweise mit Befremden lesen, ist er doch ein waschechter Mittelfranke und nur formal aus Bayern stammend, ganz anders etwa als die Vizemeisterin bei den Frauen, die baumlange Originalmünchnerin Nadja Peterseim.

Der Sieg bei den Frauen war eine klare Angelegenheit für Eva Januschak von der W&H Laufgruppe aus Lengerich. Die 33-Jährige setzte sich gleich an die Spitze und konnte sich dabei in einer stabilen Männergruppe aufhalten. Sie gewann klar mit rund fünf Minuten Vorsprung in 1:36:49h. Nadja Peterseim vom MRRC München (W30) wurde in 1:41:02h zweite vor Mechthild Böhme (W45) vom LC Solbad Ravensberg in 1:45:08h. Letztere hat sich nur sehr knapp gegen Jutta Lindemann von Marathon Ibbenbüren (1:45:19h) durchgesetzt. Der Streckenrekord steht seit 2015 bei 1:25:52h (Isabelle Großkopf).

Langgezogenes Starterfeld beim Hauptlauf über zehn Kilometer, dem teilnehmerstärksten Wettbewerb

10km: Philipp Kaldewei und Caroline Hoyte

Es hat sicherlich Seltenheitswert, dass eine Frau bei einem Volkslauf als dritte ins Ziel kommt, gleich hinter zwei Männern. Dies ist nun beim Beverlauf passiert, verursacht durch eine Athletin, die niemand auf dem Schirm hatte, die keiner kannte: Caroline Hoyte. Zwar konnte man erahnen, als sie sich professionell einlief und kurzgetaktete Minisprints ein ums andere Mal wiederholte, dass man es hier mit einer flotten Läuferin zu tun haben würde, aber dass sie (fast) alle anderen in Grund und Boden laufen würde, war nicht vorauszusehen.

Eigentlich hatte man ja Titelverteidigerin Sonja Kortmann aus Münster vorne erwartet, die sich kurzfristig zur Teilnahme entschlossen hatte, oder auch eine starke Läuferin des LSF. Aber schon wenige hundert Meter nach dem Start war klar, dass es ganz anders kommen würde. Caroline Hoyte (W45) zog, begleitet von ihrem Mann, unwiderstehlich davon und lag schon nach der Hälfte der Strecke auf Gesamtrang vier. Einen der Männer holte sich die Britin noch auf Runde zwei, und ihren Gemahl Kurt Hoyte hängte sie auch noch ab. Nach 36:49 Minuten war die Frau aus Brighton dann im Ziel und hatte, ganz unbemerkt von den Organisatoren, den Streckenrekord von Ilona Pfeiffer (38:06min aus 2006) geradezu pulverisiert. Wie in einem Athletenporträt nachzulesen ist, kommt Hoyte eher von der Mittelstrecke und stand schon in der Nationalmannschaft. Sie verfügt über eine Bestzeit über zehn Straßenkilometer von unter 34 Minuten und über respektable Werte über 1500 und 5000 Bahnmeter. Hinter der 47-Jährigen kam Sonja Kortmann (W20) in 40:30min auf Rang zwei, womit sie die Basis schaffte für einen Erfolg in der Cupserie. Knapp ging es um Platz drei zu, wo Bettina Geisemeier (W50, SC Solbad Ravensberg) es ihren Kindern nachtat und auch eine Medaille ergatterte. Sie wurde in 44:34min dritte vor Silvia Sprenger (W30, LSF Münster) in 44:52min.

Seriensieger und mehrfacher Cupgewinner Philipp Kaldewei startete mit der Nummer eins und wurde klarer Sieger, womit er den Grundstein für die Titelverteidigung in der Serie legte Nur knapp dahinter kam der 19jährige Jonas Barwinski auf einen guten zweiten Platz Die frühere englische Nationalmannschafts-läuferin Caroline Hoyte aus Brighton sorgte mit ihrem dritten Gesamtplatz und neuem Streckenrekord für die Glanzleistung der Veranstaltung Sonja Kortmann sicherte sich Rang zwei Schriftsteller, Poet und Spiridon-Laufkolumnist Gottfried Schäfers war mit 79 Jahren ältester Teilnehmer und gewann die M75 in einer Zeit von deutlich unter einer Stunde

Bei den Männern kam der Engländer Kurt Hoyte in 36:59min auf den Bronzeplatz. Vorne hatte sich zwischen Titelverteidiger Philipp Kaldewei (M35, LV Oelde) und Jonas Barwinski (M20) von der LG Ahlen ein spannender Zweikampf entwickelt, der nach der Hälfte der Strecke noch unentschieden war. Später hatte der Titelverteidiger des Cups und des Zehners, Philipp Kaldewei, die besseren Reserven und gewann in 33:58min, womit er gegenüber den letzten Monaten aufsteigende Tendenz zeigte. Barwinski durfte mit 34:18min und dem Silberrang sehr zufrieden sein. Die Zeit spiele der Jugend in die Karten, wird Kaldewei zwar in einem Zeitungsartikel zitiert, kampflos gibt er seine Vormachtstellung im Beverland aber nicht her.

Viele Zuschauer sorgten bei allen Läufen für einen stimmungsvollen Zieleinlauf
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Fazit

Obwohl die Temperaturen mit etwa 15 Grad sehr läuferfreundlich waren, klagten einige Akteure über die hohe Luftfeuchtigkeit und nicht so einfache Bedingungen. Dass später sogar einmal kurz die Sonne herauskam, dürften die Läufer kaum registriert haben, zumal es am Ende sogar in Strömen regnete.

Die Organisation verdiente sich wieder die besten Noten, von der stark verzögerten Siegerehrung der Männer, 5 km, einmal abgesehen. Bernd Lüdemann kann also unbesorgt in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Mit Lambert Jünck und anderen steht die junge Nachfolgegeneration schon in den Startlöchern.

Bericht und Fotos von Michael Schardt

Ergebnisse lauftreff.bsv-ostbevern.de

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