19.8.17 - Magdeburg Sudenburg-Lauf

Sudenburglauf --- Laufen auf der "Halber" ist Kult

von Almuth Steinhoff

"Ich kenne eene Stadt am jroßen Strom, die ville Häuser hat und eenen Dom, unsre Stadt mit M bejinnt, denn wir sin een Machdeburjer Kind …" - der Machdeburjer kennt natürlich die heimliche Hymne seiner Stadt, gesungen im Stadion, klar, beim Handball auch und schon von Kindesbeinen an in den vielen Kindergärten. Verbundenheit mit der Heimatstadt leben die Machdeburjer, so wie in anderen Gegenden auch, in und mit ihren Traditionen. Im Magdeburger Stadtteil Sudenburg gibt es eine Vielzahl davon. Weihnachtsmarkt und Osterfeuer, die Aktion "Sudenburg grünt" und den "Lebendigen" Adventskalender", um nur einige zu nennen. Auch das Sudenburger Straßenfest im Sommer gehört unbedingt dazu. In seiner 23. Auflage feierten die Läufer ihren "Fuffzehnten", soll heißen, der Sudenburglauf findet zum 15. Mal statt.

Willkommen in Magdeburg-Sudenburg! Das Logo des Laufes zierte auch den Start für den Lauf der Jüngsten über 400m
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Passend zum Jubiläum standen die Organisatoren vor einem (Luxus)problem: Sportbeutel oder Medaille? "Mister Sudenburg-Lauf", Rolf Zander, und sein rühriges Team entschieden sich, den Teilnehmern beides nach erfolgreicher Teilnahme zu überreichen. Und noch lange nach dem Lauf sah man rund um die "Halber" die Sportbeutel mit Goldaufdruck und auch die Medaillen bei vielen Besuchern des Straßenfestes.

"Also alle richtig gemacht, Sabine Zander?" Die Mitorganisatorin beantwortete gerade noch einer Läuferin eine Frage zur Verteilung der Punkte der Stadtrangliste, dann nahm sie sich Zeit, meine Anfragen zu beantworten und die Besonderheit dieser Laufveranstaltung zu erklären. "Nach dem Lauf ist natürlich vor dem Lauf, Anregungen, Meinungen, Wünsche - noch am Wettkampftag selbst geäußert, werden natürlich aufgenommen."

Jubiläumsmedaille für jeden Teilnehmer Die "Laufmacher": Sabine und Ralf Zander

Aber in fünfzehn Jahren hat sich vieles bewährt, so Sabine Zander, zum einen die Streckenführung (Halberstädter Straße - Lemsdorfer Weg - Salzmannstraße - Walmbergsweg/Braunlagerstraße und die "Halber" wieder hinunter), zum anderen auch das Helferteam. -

Die 2,2km-Runde ist gut belaufbar, und fast alle Teilnehmer kommen mit der Situation zurecht, dass parkende Autos und die Wahl zwischen Straße oder Fußweg beim Laufen beachtet werden müssen. "Oder die Baustelle, die sich am Dienstag vor dem Lauf plötzlich im Bereich des Zieleinlaufs auftat." Aber alles gut, keine Gefahr für die Läufer, die Absperrung behinderte nicht sonderlich.

 

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Das eingespielte Helferteam, ca. vierzig "Orangene", sorgte schon mit der T-Shirtfarbe für een Oore. Freundlich und kompetent wurden das Gepäck entgegengenommen, die Startunterlagen ausgeteilt, ein Pflaster gereicht und … und … und. Alles "mit einem Lächeln", so wie es der Slogan des Laufes eben besagt. Da kannste nich meckern, waren sich auch gegen halb eins fast alle Teilnehmer und Organisatoren einig. "Das Wichtigste an unserem Lauf ist, dass er von der Begeisterung für das Laufen und den eigenen Stadtteil getragen wird. Auch nicht ambitionierte Läuferinnen und Läufer können die Strecken (natürlich mit einem Lächeln!) unter die Sohlen der Laufschuhe nehmen."

Im Rahmen des Straßenfestes fuhren die beliebten historischen Bahnen Vor dem Start zum 1000m-Schnupperlauf - Lucie und Lea Lier laufen für die Sülzetaler Minimarathonis

So konnten dreihundert Finisher für die doppelte Runde gezählt werden; über elf Kilometer überquerten 140 Läuferinnen und Läufer die Zielmatte. Im Schnupperlauf über 1000m für die Sechs-bis Neunjährigen, oder, um mit dem DLV zu sprechen, für die Altersklassen U08/U10 (über die Heidestraße zurück) bewiesen sich siebzig Kinder; die Siegerzeit betrug 3:48 Minuten. Angefeuert von Eltern und Großeltern, gab es einen lautstarken Zieleinlauf. Und auch die Halberstäder Straße wurde von vielen (klatschfreudigen) Zuschauern gesäumt, da soare ma eener, der Machdeburjer is eene Flitzpiepe. Die Gymnasiasten des Werner-von Siemens-Gymnasiums fungierten an allen neuralgische Punkten als Streckenposten (ca. zwanzig). Beim Abgehen der Laufrunde habe ich es als sehr angenehm empfunden, dass diese jungen Leute jeden Läufer mit Beifall und auch mit aufmunternden Zurufen unterstützten.

Start zum 1000m-Schnupperlauf - Christian Fromme "räumt" mit dem Fahrrad die Laufstrecke "frei" Dr. Lutz Trümper, Magdeburgs Oberbürgermeister, eröffnete traditionell den Sudenburglauf

Das Gedränge am Start für den Kinder(!)lauf symbolisiert in meinen Augen vor allem eines; den Wunsch der Eltern, dass sich der Nachwuchs bewejen tut. Soll ja alles sein, aber Müttern und Vätern, die ihr Kind ins Ziel zerren, sei gesagt, vielleicht noch ein, zwei Jahre mit der Teilnahme an solchen Veranstaltungen warten und/oder eventuell auch mal selbst laufen!

Gemeinsamer Start der Hauptläufe. Der Sieger über 11 Kilometer, Robert Linz (270), sucht schon den Weg an die Spitze. Vorneweg Lea Sülzetaler von den Mini-Marathonis, die 3. Frau und 2. U16 über 4,4 km wird Dreigeteilte "Halber": Zuschauer, Läufer, Autos

Im Gegensatz zum vergangenen Jahr, als eine Spitzengruppe über den "Elfer" unterwegs war, musste der aktuelle Sieger Robert Linz sein Ding alleine durchziehen; kein anderer Teilnehmer konnte dem 32jährigen folgen. Radbegleiter Christian Fromme (als Marinesoldat mit entsprechendem Durchsetzungsvermögen ausgestattet), hatte keine Probleme, seinem Schützling den Weg zu bahnen. Nach einer ersten Runde von deutlich unter sieben Minuten lieferte Linz dann ein ausgeglichenes Rennen mit Rundenzeiten zwischen 7:20min und 7:30min. An die Zeit des bisher Streckenschnellsten (35:41,3min aus dem Jahr 2016) kam er aber nicht heran; den Siegerpokal erhielt der ambitionierte Läufer und Fußballer für eine Zeit von 36:39,8min. Der (flinke Rechtspfleger) und Magdeburger Matthias Urich folgte drei Minuten später (39:47,3). Nach drei Runden noch auf "Schlagdistanz" auf den Zweitplatzierten, reichte es dann in den letzten beiden Durchläufen nicht mehr zum Dranbleiben - nach 40:40,0min blieb die Uhr für den drittplatzierten Magdeburger Andreas Kölb stehen.

Gesamtzweiter 11km Matthias Urich ist für die Flinken Rechtspfleger unterwegs Jörg Friese (VLG 1991) läuft über 11 Kilometer auf Gesamtplatz 4 und auf 1 in der M50 Uwe Neumann wird Erster der Altersklasse M55 Jenny Weinmann wird Zweite über 11 Kilometer. Hinter ihr die Drittplatzierte Anja Döll

Schnellste Frau wurde Christina Rudolph, für die Magdeburger Uni-Blutbank startend. Mit viereinhalb Minuten Vorsprung (47:00,6min) sicherte sie sich den Pokal für die Gesamtsiegerin. Jenny Weinmann vom Lauf-und Triathlonverein Genthin überzeugte mit einer gleichmäßigen Laufeinteilung; für die ambitionierte Läuferin ist eigentliche alles jenseits der zehn Kilometer "Lauffutter". Sicher wird sie beim Magdeburg Marathon an den Start gehen. Anja Böll aus Magdeburg folgte eine halbe Minute danach als Drittplatzierte.

 

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Bele Zeißig und Paul Barth siegen über 11 Kilometer jeweils in der Altersklasse U18 Im 4,4 km Rennen siegt Richard Oeltze in der U12 und Torsten Höger wird 2. in der M55

Schnellster Jugendlicher wurde der vierzehnjährige Christian Scholz. Seine Laufzeit betrug 48:24,6min. Im Training beim SC Magdeburg werden in diesem Jahr die "langen Kanten" zunehmend eine Rolle spielen. Dann spielt auch die Renntaktik eine größere Rolle. Welches Potential in dem jungen Mann steckt, beweist seine letzte (schnellste) Runde. Bele Zeißig als bestes Mädchen blieb sieben Minuten unter ihrer Zeit vom Vorjahr und erreichte nach 53:02,9min das Ziel. Laufbegleiter Paul Barth (1./U18) sorgte für gleichmäßiges Tempo.

Die Zweite über 4,4 Kilometer; Justeen Becker, ist aus Stendal angereist Hendrik Hengstmann (170) gewinnt als 4. über 4,4 km die M40 John Heinze gewinnt das 4,4 km Rennen

Dreihundert "Zwei-Runden-Läufer" mischten das Starterfeld gehörig auf. Ein Streckenrekord war nicht zu erwarten, dafür aber das Rennen um den Mannschaftspokal. Die Sülzetaler Mini-Marathonis, unübersehbar in Blau und die Ottersleber Laufmäuse in Gelb boten den treuen Zuschauern schon ein gewohntes Bild. Mit Lea Lier stellte die Sülzetaler auch die Gesamtdritte in der Wertung der Mädchen/Frauen. Siegerin wurde ebenfalls eine Fußballerin, Ines Brock aus Weilheim. Noch nach der ersten Runde waren beide Mädchen noch gleichauf; an der Ecke Walmbergsweg konnte sich die Siegerin absetzen und gewann in einer Zeit von 17:41,1min. Gesamtsieger bei den Jungen/Männern wurde John Heinze (15:51,4min), gefolgt von Daniel Chamaon (Magdeburger LV "Einheit) und dem für die Laufgruppe Ottersleben startenden Steffen Steinigk (16:01,1min).

"Bester Mann" - Frank Ambach (FIT Gang Magdeburg) sorgt für Stimmung. Am Ende wird er 5./M60 über 4,4 km "Wasserstelle" ca. 400m vor dem Ziel
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Jeder ist beim Sudenburglauf Sieger. Sei es der "Schweinehund", der klein gehalten wurde oder das Laufen in der Gruppe, seien es die wertvollen Punkte für die Magdeburger Stadtrangliste oder den Elbe-Ohre-Cup. Die Medaille (am Stammtisch entstehen die besten Ideen - tolles Logo!) steht dafür als Symbol.

Und für alle, die noch dabei gewesen waren: nich rumzackeriern! Nisch for unjut, wir sehn un hörn uns beim Sechzehnten!

Bericht und Fotos von Almuth Steinhoff

Ergebnisse www.sudenburglauf.de

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