26.8.17 - 20. Maare-Mosel-Lauf von Daun nach Gillenfeld

Der ‚Hot Spot' im Jahreskalender

Aktiver als jeder Eifel-Vulkan

von Constanze & Walter Wagner 

Viele weitere Bilder in den Foto-Impressionen im LaufReport HIER

Der runde Geburtstag wurde ein großes Fest des Laufsports und am Ende wurden die Mühen von der Veranstaltungsleiterin und Gründerin Inge Umbach und ihrem Organisationsstab belohnt. "Es hatte alles gut funktioniert und es ist nichts passiert, das ist das Wichtigste", zog OK-Chefin Inge Umbach ein erstes Resümee. Nach den Dankensworten an die Helferinnen und Helfer sowie die Teilnehmer schloss sie den mit einer Streckenvielfalt bestückten Lauftag mit der Einladung: "Letzter Samstag im August, wir freuen uns auf euch. Habt eine gute Laufsaison."

Beim Lauf durch die Vulkanlandschaft bleibt man von Ausbrüchen verschont und kommt mit den blauen Augen davon
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

"Ob man als Lauftherapeut voll beruflich tätig sein und damit seinen Lebensunterhalt sichern kann, ist derzeit nur vage einzuschätzen", so Prof. Alexander Weber, Gründer des Deutschen Lauftherapiezentrums Bad Lippspringe, dem ersten deutschen Institut zur Ausbildung von Lauftherapeutinnen und Therapeuten.

Eine DLZ Absolventin ist Inge Umbach, die mit ihrer Laufschule ‚Schritt für Schritt' in Ellscheid Wege aufzeigt zu mehr Gesundheit & Wohlbefinden. Mit der neu errichteten Laufoase hat sie in Ellscheid zudem einen Treffpunkt geschaffen, quasi einen Tankstelle für Lebenskraft. Doch überlassen wir, um hier nicht den Rahmen zu sprengen, die Einzelheiten zur Ellscheider Laufschule dem Infoquell Internet www.lernelaufen.de.

 

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Vier verschiedene Startorte , aber Zieleinlauf für alle Läufe ist bei der Schule am Pulvermaar in Gillenfeld
Maare-Mosel-Lauf Chefin Inge Umbach und Moderator Chris Schmidt im Plausch mit dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Daun Werner Klöckner, Bärbel Kreuter-Engelhardt von der Nürburg Quelle Hermann Kreuter GmbH (die beiden liefen den GesundLandlauf mit) und Sonja Heintz, Direktionsassistentin der Volksbank Ahr Rhein Eifel, die beim 10 km Lauf erfolgreich war

Vorrangig ist der Maare-Mosel-Lauf ein sportliches Kräftemessen. Dem wollen wir Rechnung tragen und auf die Schnellsten des breitgefächerten Laufprogramms eingehen. Da die Sieger und Platzierten beim Maare-Mosel-Lauf aber mehr noch als andernorts nur einen Teil des Gesamtansatzes ausmachen, obendrein die einmalige Vulkanlandschaft nicht unerwähnt bleiben darf, wird davon noch nach den sportlichen Highlights zu berichten sein. Logistisch ist der Maare-Mosel-Lauf fast eine Sisyphusarbeit mit einem Dutzend Läufen und diversen Startplätzen, an die die Läuferinnen und Läufer per Bustransfer verbracht werden. Noch bei den Aufräumarbeiten am Abend schweifen die Gedanken zur nächsten Austragung, die ohne Zögern damit ihren Anfang nimmt.

Die Vorsignalbaken für den ehemaligen Bahnbetrieb stehen noch Die Endstation ist hier für die Maare-Mosel-Läufer noch nicht ereicht

‚Laufe heute so, dass du morgen wieder Lust zum Laufen hast' ist die goldene Regel des Laufens und ein Motto von Inge Umbach, das sich im Angebot des GesundLandLaufs niederschlägt, einem Lauf über 7 Kilometer von Mehren mit Einkehr in der Laufschule in Ellscheid und weiter zum Ziel nach Gillenfeld führt. Unter 292 Anmeldungen waren hier mit 208 Frauen, ein traumhafter Frauenanteil von über 70 Prozent. Doch leider gelingt es auch beim Maare-Mosel-Lauf noch nicht, die Männerlastigkeit auf den längeren Distanzen zu verändern. Mit 37 Prozent beim 10er und 24 Prozent beim Halbmarathon, und somit klar unter dem Bundesschnitt von 33 Prozent, liegen die Frauen deutlich hinter den Männern zurück.

Nürburg Quelle Hauptlauf & Jedermann-/Jugendlauf

Um 17.45 fällt im Ortskern von Schalkenmehren ein Startschuss. Doch nicht alle laufen in eine Richtung los, verlassen wird der Kirchplatz in beide Richtungen. Die Jugendlichen und Jedermannläufer machen sich sogleich auf den Weg nach Gillenfeld, wo 143 im Ziel erfasst werden, während die Hauptläufer nach einer verlängerten Runde um das Schalkenmehrer Maar die Verfolgung auf gleicher Strecke aufnehmen und nach 10 Kilometern die Zeiterfassung auslösen.

Los geht es in Schalkenmehren mit dem 7 km Jedermann- und Jugendlauf und dem Nürburg Quelle Hauptlauf über 10 km, der zeitgleich, aber in die andere Richtung abwärts startet. Die 7 km Läufer müssen zunächst bergan und laufen direkt auf den Maare-Mosel-Radweg Richtung Gillenfeld. Der Sieger Jannik Dahm (260) von der LG Vulkaneifel ist schon beim Einlaufen zuversichtlich. Seine Vereinskollegin Gina Klinkhammer (184) gewinnt bei den Frauen und die U20-Wertung. Neben ihr Marvin Klinkhammer, der direkt hinter ihr als 4. der U18 ins Ziel einlaufen wird

Über 7 km war Jannik Dahm von der LG Vulkaneifel in 25:30 min ein Klasse für sich. Pascal Sesterhenn folgte auf Rang 2 in 27:57 min. Als Dritter folgte mit Benedikt Max (LG Maifeld-Pellenz) der U18-Sieger in 29:21. Ihm auf den Fersen war mit Jonas Diewald (29:34) bereits der Zweite der U18, mit Jahrgang 2004 verfügte dieser über eine um drei Jahre kürzere Anlaufphase und könnte den Jugendlauf in den kommenden Austragungen dominieren. Fünfter im Zieleinlauf war Lukas Schmitz vom SV Udler und in 29:39 U20-Sieger. Daniel Feist (AV Schalkenmehren) schaffte den sechsten Wert unter 30 Minuten und wurde in 29:41 min Dritter der M20. Zu Raimund Kister, bester Vertreter der M50 in 30:55 min, tat sich dann eine kleine Lücke auf. Mit 31er Zeiten kamen dann gleich fünf Läufer ins Ziel, die befanden sich vielleicht auf der Flucht vorm ‚schwachen' Geschlecht.

Mit Gina Klinkhammer von der LG Vulkaneifel war die U20-Jugendliche in 32:11schnellste Frau gesamt. Fünf weitere Läuferinnen fighteten im Sekundenabstand um die Podiumsplätze und liefen hintereinander ins Ziel, angeführt von Valentina Weins (W20 - Caritas Westeifel) in 34:11 min, kam Sandra Koch für die Bundeswehr Daun zum W30 Sieg in 34:14. Und Jola Zimmer wurde als Vierte in 34:16 mit dem W35-Sieg belohnt. Manuela Wall sicherte das Quartett in 34:28 min vor den LaufReport Lesern bekannten heran rasenden Reporter Michael Teusch ab, der sich über den M40-Sieg freuen durfte. Helen Schmitz wurde in der U18 in 35:53 Erste. Theresa Pitzen komplettierte das Jugend-Treppchen als Zweite der U18.

Für die 10 km Läufer des Nürburg Quelle Hauptlaufs geht es zunächst abwärts und bald zur Schalkenmehrener Maar Umrundung

Nürburg Quelle Hauptlauf

In die Gesamtstatistik fließen 299 Finisher des 10 Kilometerlaufs ein, damit bleibt diese Distanz auch zahlenmäßig der Hauptlauf, wenngleich die Königsdistanz von 21 Kilometern Tuchfühlung aufnimmt und die sportlichen Höhepunkte setzt. Zunächst passierte die Läuferschlange wie erwähnt das Maar. Dort tummelten sich die Badegäste im blauen Nass, des 21 Meter tiefen Sees. Alle Läufer nahmen diese psychologische Hürde und setzten ihren Lauf fort, vorbei am historischen Bahnhof Schalkenmehren und auf dem namensgebenden Radweg weiter direkt nach Gillenfeld.

Der Kampf um die Plätze sorgte für eindeutige Resultate. Am Schalkenmehrer Maar noch gleichauf, setzte sich Adullahi Barre Kuulow vom Jugendhof ‚Martin-Luther-King' Wolf in Traben-Trabach im weiteren Verlauf deutlich alleine ab. Für den 17jährigen Flüchtling aus Somalia stand am Ende ein überlegener Sieg zu Buche und in 35:21 min eine neue persönliche Bestmarke. In Somalia war er auch schon in der Schule gelaufen und quasi mit einer 38er Zeit angetreten. Der evangelische Jugendhof zählt zur Betreuungseinrichtung minderjähriger Flüchtlinge Winterberg, gelaufen wird in Wolf natürlich unter der Obhut der Ellscheider Laufschule ‚Schritt für Schritt'.

 

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Nach der Maarumrundung bilden Abdullahi Barre Kuulow vom Jugendhof Wolf und Sebastian Zens (1247) vom SV Udler das Spitzenpaar des 10 Kilometerlaufs In der Verfolgergruppe, der spätere Drittplatzierte Markus Wolff (in Rot) und der M50 Sieger Alwin Nolles (in Grün). Thorsten Ringer (1120) wird 7., Patrick Gillenkirch (1236) 6., dahinter halb verdeckt in Schwarz der 5. Mike Thull und am Ende mit der 1255 der 4. Yannik Erz

Sebastian Zens vom SV Udler, aus der Nachbargemeinde von Gillenfeld wurde in 36:39 min Zweiter vor Markus Wolff (LT Schweich) in 36:56 min, beide M30. Vier Sekunden dahinter finishte mit Yannik Erz der M20-Sieger auf Rang 4 das Rennen. Noch unter 40 Minuten liefen M50-Sieger Alwin Nolles (LG Meulenwald Föhren) als Elfter in 38:50 min gefolgt vom schnellsten M55er, Horst Schümmer vom TUS Kaisersesch in 39:47 min ins Ziel. Direkt davor lag die Frauensiegerin noch in der Top-ten.

Lotta Schlund lief nach Radeinheit zum Sieg

"Das war vielleicht ein wenig zuviel", räumte die fleißig trainierende Psychologiestudentin ein. Es war die Erstteilnahme der 23-Jährigen aus Bremen, die in Trier studiert und dort beim PST Trier ihre sportliche Heimat gefunden hat. Nach der Radeinheit am Morgen lief Lotta Schlund auch gleich einen Tick zu flott los, 1 km in 3:30, und gestand, die ersten vier Kilometer waren recht anstrengend. Mit 38:41 min lief sie dennoch überlegen zum Sieg. "Es war bereits mein zehnter Wettkampf in neun Wochen", so etwas nachdenklich hinsichtlich ihrer anstehenden Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften in Bad Liebenzell. Ihre persönliche Bestzeit über 10 km lief sie im letzten Jahr mit 36:57 min.

Lotta Schlund vom PST Trier führt das Frauenfeld über 10 km an
Ihr folgt auf Platz 2 Helena Dunkel von den Median Kliniken Bad Bertrich. Hinter ihr Madlen Jendryssik vom SV Vulkan Manderscheid, die als 4. die W17 gewinnt W50 Siegerin Annette Reiser vom Laz Puma Rhein-Sieg holt sich Rang 3

Leichtathletik betreibt Lotta Schlund seit ihrem siebten Lebensjahr, zunächst Mehrkampf, dann Mittelstrecken, alles ab 800 m. PB 1500m 4:43 min, 5000 m 17:30 min. Ihr Fazit: "Schöner Lauf, tolles Publikum." Überrascht war sie von den vielen Musikgruppen an der Strecke. Damit hatte sie nicht gerechnet. "Das Profil war schon anstrengend, aber auf dem Radweg ging es auch mal bergab, da konnte man sich dann auch mal umschauen und die schöne Landschaft genießen." Sie freut sich auf den Silvesterlauf in Trier, von dem sie schon in Bremen gehört hatte und nun endlich selbst dabei sein wird. Sie wohnt in der Neustraße und somit direkt an der Strecke.

Helena Dunkel (W30) wurde in 40:39 min Zweite, das Siegerpodium komplettierte W50-Siegerin Annette Reiser (LAZ Puma Rhein-Sieg) in 41:27 min. Noch an der großen Siegerehrung vorbei lief W17-Siegerin Madlen Jendryssik vom SV Vulkan Manderscheid, Vierte in 43:07 min. Fünfte wurde Simone Cillien (LT Schweich) in 43:35 min vor der W35-Ersten Anne Marxen (43:52).

 

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Heinz Wagner vom VfL Wehbach gewinnt mit der M80 die höchste AK-Wertung über 10 km in 54:15 Minuten Die Halbmarathonspitze, die um 18.00 Uhr in Daun gestartet war, erscheint oberhalb von Schalkenmehren auf der Maarhöhe zwischen km 6 und 7. Der Brite Gary Wilberforce vor Sammy Schu vom LTF Marpingen und dem Münchner Dennis Pyka ... von dort geht es nun auch für die Halbmarathonläufer Richtung Maarrundweg. Hier sucht der spätere Siebtplatzierte Joost Blokland aus den Niederlanden Halt am Wegekreuz in der scharfen Rechtskurve, die einen Hang hinunter führt

Stellvertretend für die vielen guten Altersklassenleistungen sei hier der herausragende M80-Sieger Heinz Wagner vom VfL Wehbach genannte, der mit Jahrgang 1936 in 54:09 min einen Platz im Mittelfeld belegte.

Erlebnisreicher Halbmarathon

Um 18.00 Uhr erfolgt in Daun-Boverath der Startschuss für den abwechslungsreichen Halbmarathon. Das Dauner Viadukt, mit rund 30 m Höhe und einem 560 Meter langen Tunnel mit dem Spitznamen Großes Schlitzohr" nach vier Kilometern sind erste Streckenhöhepunkte und Überbleibsel der 1988 stillgelegten Bahntrasse von Daun nach Bernkastel-Kues, die zum Maare-Mosel-Radweg umfunktioniert wurde und sogleich auch dem Maare-Mosel-Lauf das richtige Terrain lieferte. Dass es zur Mosel bergab geht, erfreut die Radfahrer, sollte die Halbmarathonläufer aber nicht übermütig werden lassen, denn die verlassen zwischendurch den Radweg, gehen auf Entdeckung und das mal crossig und eben auch bergauf. Entschädigung satt bringt der Ausflug in das Naturschutzgebiet Mürmes allemal.

Hoppla - hier die bereits erwähnte scharfe Rechtskurve, die einen Hang hinunter führt - Dennis Pyka hat neben der Landschaft auch die Fotografen im Blick Hinter dem Halbmarathon Führungstrio folgt der Niederländer Ron Koster (Atletiek Helden) auf Platz vier Regionalmatador Dominik von Wirth von der TG Konz hat die Position 5 erobert

Nach dem ersten Drittel der Renndistanz lag der mitfavorisierte Brite Gary Wilberforce an erster Stelle, jedoch waren Sammy Schu und Dennis Pyka dicht auf. Sammy Schu von den LTF Marpingen steht 2012 als Sieger in der Chronik, war bei seiner Erstteilnahme ein Jahr zuvor gleich Zweiter geworden. Erneut siegte er von 2014 bis 2016 ohne Unterbrechung, zuletzt mit einer Sekunde Vorsprung auf Dennis Pyka, galt aber dennoch als ranghöchster Sieganwärter.

 

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Dennis Pyka, der 2010 mit 38 Jahren Deutscher Marathonmeister in Mainz geworden war, hat eine Marathonbestzeit von 2:19:14. Mit nun 45 Jahren hat er sein Training ziemlich zurückgefahren.

Versorgung für die Halbmarthonläufer auf der Maarhöhe zwischen km 6 und 7 ... und dann geht es hinuter ans Schalkenmehrer Maar

Auf halber Strecke hatte sich das Bild etwas gewandelt, Sammy Schu hatte sich an die Spitze gesetzt und Dennis Pyka folgte mit wenigen Metern Abstand, gab aber später zu bedenken: "Etwa nach acht, neun Kilometern war ich Schlag k.o.!" Nur mit seiner Routine und Erfahrung spulte er die Kilometer ab: "Das ging dann noch ganz gut." Aus den Augen verlor er Sammy Schu nie, kam aber auch nicht mehr an den 24-Jährigen heran. Dazu kam, dass für ihn der Abschnitt Mürmes nachteilig ist: Cross, das liegt mir gar nicht, so war es schon früher." Gary Wilberforce muss sich mit Rang drei zufrieden gegeben haben, griff jedenfalls nicht mehr im Kampf um den Sieg ein.

Die Panoramastrecke des "7-Maare-Wegs" mit großartiger Aussicht auf das Naturschutzgebiet Mürmes und den Sangweiher. Der Mürmes - ein Naturschutzgebiet, Flachmoor und Biotop für zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten. Verlandetes Maar zwischen Schalkenmehren, Saxler und Ellscheid mit gut erhaltener Maarform, in der Länge 1050 m, in der Breite 415 Meter groß

Sammy Schu war sich nicht sicher, ob es auch diesmal reichen würde, denn noch spürte er das Saarlandschwein. Die lange Radtour um das Saarland herum mit etwa 3700 Höhenmetern auf 300 Kilometern Länge hatte er gerade abgespult und das steckte noch in den Muskeln und Gelenken. Das Duo blieb dennoch in besagter Reihenfolge und auch Gary verharrte auf Position drei. Nach 1:13:53 h war der fünfte Sieg und vierte in Folge des Maschinenbau-Ingenieurs aus Tholey bei St. Wendel unter Dach und Fach. Zwar hat er den Mastersabschluss noch nicht überreicht bekommen, aber die Prüfung ist gelaufen. Seine berufliche Zukunft sieht er als Projektmanager. Erfahrung hat er in der Medizintechnik, wobei er sich hinsichtlich der Branche aber nicht festgelegt sieht.

Nachdem Schalkenmehren durchlaufen ist, wird mit der ehemaligen Bahnstation Schalkenmehrener Bahnhof und ihrer KÖ, eine Kleinlokomotive mit Ölmotor, die hier ihre Ruhestätte gefunden hat, wieder der Maare-Mosel-Radweg erreicht

Zunächst unsportlich und entsprechend mit schlechten Noten im Schulsport bedacht, fand er doch noch mit dem Rennrad seinen Sport und mit 14 Jahren auch zum Laufen. Somit war Duathlon die logische Folge und ein Weltmeistertitel in seiner Altersklasse war einer seiner ganz großen Erfolge. Als nächsten Start nennt er das Finale der Deutschen Firmenlaufmeisterschaft in Köln. Auch drei Marathonläufe hat der 24jährige bereits, alle in St. Wendel gelaufen, aber immer locker und zuletzt in persönlicher Bestzeit von 2:34 h. Er liebt vor allem Bergläufe. Der Maare-Mosel-Lauf war übrigens einer seiner ersten Laufveranstaltungen, an denen er teilgenommen hat.

Das Halbmarathon Führungstrio hat sich ausgedehnt, Sammy Schuh führt nun am Schalkenmehrener Bahnhof bei km 12 vor Dennis Pyka. Gary Wilberforce wird kurze Zeit später den Bahnhof passieren

Wie kommt ein Münchner nun schon zum zweiten Mal zum Maare-Mosel-Lauf. Die Antwort ist einfach, Dennis Pyka hat in Trier BWL und Geografie mit Schwerpunkt Tourismus studiert und lernte in dieser Zeit seine Frau Margit Mauren kennen. Die stammt aus Ellscheid, wo Jeder Jeden kennt bei nicht einmal 300 Einwohnern. Da der Besuch bei ihren Eltern zeitlich zum Maare-Mosel-Lauf passt, bei dem beide die lange Distanz absolvierten, Margit wurde Fünfte, dürfte kaum ein Zufall sein. Das Ehepaar lebt in München, hat eine fünfjährige Tochter, deren Einschulung sollte eine erneute Teilnahme nicht verhindern, denn die Sommerferien enden in Bayern erst Ende der ersten Septemberwoche. Eher könnte das aufstrebende Marktforschungsunternehmen dp2research zum Hindernis werden, mit dem sich Dennis Pyka in der Tourismusbranche im letzten Jahr selbstständig gemacht hat.

Einmal um den Schalkenmehrener Bahnhof vom Dampflokrhythmus eines Trommelorchesters angetrieben

Dennis Pyka verteidigte in 1:14:15 h Platz 2 und war in der M45 natürlich mit über einer Viertelstunde Vorsprung Sieger. Gary Wilberforce war in 1:15:29 h sicher Dritter. Mit gehörigem Abstand folgte der Niederländer Ron Koster nach 1:20:30 vor dem vom Hungerast ‚gefällten' Dominik von Wirth (TG Konz) in 1:24:08 h. Markus Haas wurde in 1:25:44 h dahinter M40-Sieger. Weitere Ergebnisse unter 1:30 h brutto lieferten Joost Blokland aus den Niederlanden in 1:26:05 h und Vadim Penner in 1:27:50 h. Hans Eisinger vom VfA Neunkirchen war mit Jahrgang 1941 in 2:04:05 h M75-Bester und auf Gesamtrang 171 eingelaufen.

Marina Wierz vom Streckenprofil überrascht

Am Organisationsepizentrum im Schatten der Verbandsschule am Pulvermaar in Gillenfeld, wo Margit Mauren die Grundschulbank drückte, kam sie nach1:43:31 h ins Ziel. "Das Schöne an diesem Lauf ist, dass die Landschaft so abwechslungsreich ist, dass es die Schwierigkeiten der Strecke vergessen macht", so sprach sie aus ihrem Herzen, das wohl in der Vulkaneifel verwurzelt bleibt.

Marina Wierz führt das Halbmarathonfeld der Frauen an
Ihr folgt mit Silke Schneider die Schnellste der W40 Die Niederländerin Jolanda Verstraten hat die Position 3 eingenommen Christina Kappel wird 4. und 2. der W40 Margit Mauren 5. und 3. der W40

Vor ihr war nicht die hocheingestufte Jolanda Verstraten aus den Niederlanden zum Sieg gelaufen, die in 1:38:31 h Dritte wurde, sondern Marina Wierz vom LT Schweich, Jahrgang 1991. Sie hatte sich in 1:32:16 h gegen alle Mitläuferinnen durchsetzen können, auch gegen die starke Silke Schneider, die in 1:33:20 h als Zweite zudem in der W40 siegte. Vierte wurde die Altersgenossin Christina Kappel in 1:41:16 h. Kamila Pawlowska für die LLG Wonnegau startend, 4. W40, und bereits Maare-Mosel-Lauf erfahren wurde in 1:45:56 direkt vor Melissa Lenerz (1:46:20), Jahrgang 1994, Sechste.

Die Wasserkühlung Schalkenmehrener Bahnhof wird verlassen von Einiko Franz ... ... und der Halbmarathonführenden Marina Wierz bei km 35,5 des Maare-Mosel-Radwegs bzw. km 12 des Maare-Mosel-Laufs

Die Siegerin Marina Wierz war das erste Mal beim Maare-Mosel-Lauf dabei und mit einer Bestzeit von 1:26:50 h war ihr Ziel unter anderthalb Stunden zu bleiben. Das Streckenprofil hatte sie sich aber nicht angesehen und war davon überrascht. Mit dem Laufsport hat sie erst vor zweieinhalb Jahren begonnen, davor 13 Jahre lang Jazzdance, aber schon auch mal gejoggt. Anfang 2017 hat sie sich dem LT Schweich angeschlossen. Studiert hat sie in Straßburg, Molekularbiologie. Sie arbeitet jetzt in Luxemburg in der Krebsforschung.

Auf dem weiteren Weg folgt für Halbmarathonläufer ein Abstecher ins Naturschutzgebiet Mürmes Hier haben die Samba Sistas eingangs der Mürmes-Schleife, 427 über NN, Aufstellung genommen und begeistern Läufer wie Hans Eisinger (in Rot), den Schnellsten der M75 in 2:04:00

Beim LT Schweich lernte sie Markus Wolff kennen, der rundete als Dritter des Zehners in 36:56 min den Erfolg des glücklichen Paares ab. Erst im Oktober 2016 nahm dessen Laufkarriere ihren Anfang, davor war er Mittelfeldspieler beim Kreisliga A klassierten Trier Ehrang. "Verletzungsrisiko", nennt er den Grund des Wechsels, hat aber bereits während seiner Fußballerzeit einen Marathon im Saarland absolviert. Mit Köln und Düsseldorf sind zwei weitere hinzugekommen und die PB von 2:53 h soll in Frankfurt weiter verbessert werden.

Die Route setzt sich über die Panoramastrecke des "7-Maare-Wegs" bis nach Saxler fort

Zu guter Letzt

Damit haben wir einen Teil der Bewerbe beleuchtet. Doch Inge Umbach hatte geschätzte vier Dutzend Helferinnen und Helfer sowie einsatzfreudige Feuerwehren und professionelle Ordnungshüter, die stemmten auch einen Walking/Nordic Walking-Bewerb, der ab Schalkenmehren in den Spuren der Jedermänner folgte.

Alle Ampelanlagen auf Grün für die letzten 1,5 km der Maare-Mosel-Läufer bei km 31 des Maare-Mosel-Radwegs, der auf einer ehemaligen Bahnstrecke verläuft, dies wird auch mit verschiedenen Bahnsignalen dokumentiert

Für Kinder gab es je nach Alter von Intersport Lehnen gesponserte Läufe auf dem Radweg bei Gillenfeld und für Bambini ging es gleich an der Schule um erste Kontakte, wie immer mit dem Vorsatz, die Lust aufs Laufen nicht zu verderben.

Monika Hübner von der Parksauna Trier gewinnt die W50 im Halbmarathonbewerb Eine weitere schlagkräftige Motivation am Ausgang des Maare-Mosel-Radwegs beflügelt auf dem letzten Kilometer

Los ging der Maare-Mosel-Lauf übrigens als 11 km Lauf, der Halbmarathon kam erst 2004 dazu. Auf dem Radweg böten sich auch längere Distanzen an, doch einerseits gibt es einen Trend zu kürzeren Strecken und Inge Umbach lässt erkennen, dass sie lieber noch mehr die Hemmschwelle zum Mitmachen schleifen würde, als etwas für Laufhelden der Marke, länger und härter zusätzlich zu schultern. Da hilft es auch nichts, dass sie selbst natürlich Marathonerfahrung hat.

Doris Muckel mit Sonnenuntergang kurz vor dem Ziel in Gillenfeld, das sie als Halbmarathonschnellste der W60 erreicht Gut gelaunt trifft diese Gruppe Maare-Mosel-Läufer nach gut 2 Stunden in Gillenfeld ein

Ein Blick in die Ergebnisse lässt erkennen, dass der Lauf nicht nur Teilnehmer aus ganz Deutschland anzieht, sondern auch immer internationaler wird.

Am Ende wurde mit Mineralwasser der Nürburg Quelle aufgewogen. Bei der Halbmarathonsiegerin Marina Wierz half Verbandsbürgermeister Werner Klöckner nach: "die wiegt ja nichts ..." - da wollte Maare-Mosel-Lauf Chefin Inge Umbach auch nicht untätig daneben stehen und verhalf HM-Sieger Sammy Schu zum gleichen Gewicht und ebenfalls 10 Kisten à 12 Liter

Ein Hot Spot ist er aber sogar ohne den Maare-Mosel-Lauf, denn diesen hat die Region aufgrund einer messbaren um 200 Grad höher liegenden Temperatur im Erdinneren. Dass darunter die Laufbedingungen nicht leiden, auch davon kann man in Gillenfeld ein Lied singen, es gab auch schon verregnete, kühlere Auflagen.

Zum zweiten Mal dabei, das Ehepaar Margit Mauren (HM 5.) und Dennis Pyka (HM 2.) aus München mit Herkunft Ellscheid bzw. nahe Aachen Zum ersten Mal dabei, das Freundespaar vom LT Schweich Marina Wierz (HM-Siegerin) und Markus Wolff (10km 3.) Als Organisationsleiterin des perfekten 20. Maare-Mosel-Laufs lässt Inge Umbach keinen Zweifel an der Fortführung des Laufs aufkommen. Sie macht mindestens fünf Jahre weiter

Doch der runde Geburtstag war einer zum Genießen und eine einmalige Werbekampagne für den 21. Maare-Mosel-Lauf, der am letzten Samstag im August seinen festen Termin im Jahreskalender hat, bei Inge Umbach und Hunderten von Läufern, die diesmal mit 1278 Zieleinläufen, die Einwohnerzahl von Ellscheid um mehr als das Vierfache übertrafen.

20 Jahre Maare-Mosel-Lauf, da gab es allen Grund zu feiern - spät am Abend hielten die Samba Sistas mit ordentlichem Trommelwirbel das Publikum munter, bevor abschließend zu Livegesang- und Gitarre bis spät in die Nacht getanzt wurde
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Bericht und Fotos von Constanze & Walter Wagner

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Ergebnisse www.maaremosellauf.de
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