4.8. - 13.8.17 - 16. Leichtathletik Weltmeisterschaften in London

800 Meter Frauen

Caster Semenya (Südafrika) zum dritten Mal Weltmeisterin über 800m

Text von René van Zee - Fotos von Jens Priedemuth

800m Frauen Männer   1500m Frauen Männer   3000mH Frauen Männer
5000m Frauen Männer 10000m Frauen Männer Marathon Frauen Männer

1. Caster SEMENYA RSA 1:55,16 WL
2. Francine NIYONSABA BDI 1:55,92
3. Ajee WILSON USA 1:56,65

Intermediate Times:
400m: Francine NIYONSABA 57.98

Nach Berlin 2009 und Daegu 2011 holte die 26jährige Südafrikanerin Caster Semenya ihren dritten WM-Titel über 800m. Die zweimalige Olympiasiegerin gewann in 1:55,16 in persönlicher Bestleistung vor der Olympiazweiten (2016) Francine Niyonsaba (Burundi) in 1:55,92. Dritte wurde Ajee Wilson (USA) in1:56,65.

Die Tschechische Weltrekordlerin Jarmila Kratochvílová gewann 1983 in Helsinki in 1:54,68. Semenya hatte in London schon Bronze über 1500 m gewonnen. Das Tempo im Finale wurde dominiert von Francine Niyonsaba (Burundi) und Ajee Wilson (USA), während Semenya auf Platz 4 immer in der Nähe war. Zwischenzeiten: 200m: 27,08, 400m 57,98. Auf den letzten 100 Metern gingen Niyonsaba, Semenya und Wilson in Führung.

Im 2. Vorlauf über 800m, den die Südafrikanerin Caster Semenya gewinnt, scheidet die Schweizerin Selina Büchel als 5. in 1:59,85 aus. Egle Balciünaité (LTU) erreicht als 6. in 2:00,48 auch nicht in das Finale Im 3. Vorlauf über 800m qualifizieren sich Francine Niyonsaba aus Burundi und Margaret Nyairera Wambui aus Kenia. Die Deutsche Christina Hering scheidet als 7. aus
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Semenya war am Ende die sprintstärkste und gewann ungefährdet. Francine Niyonsaba (24 Jahre) hat eine persönliche Bestzeit von 1:55,47. Sie wurde 2016 Hallen-Weltmeisterin in Portland und Zweite in Rio. Ajee Wilson (geb. 1994) hatte nicht mit einer Medaille gerechnet. Sie hat eine PB von 1:55,61 und wurde 2011 in Lille Jugendweltmeisterin und ein Jahr später in Barcelona Juniorenweltmeisterin. Sie wurde am 11. Februar 2017 positiv auf Zeranol getestet, wurde aber wegen einer zu geringen Konzentration freigesprochen.

Mit Semenya, Niyonsaba und Margaret Nyairera Wambui (4. in 1:57,54) standen drei hyperandrogene Läuferinnen am Start mit hohen Testosteron-Werte, die laut eines Gutachtens Vorteile gegenüber anderen Läuferinnen bringen. Eine von der IAAF in Auftrag gegebene Studie zum sogenannten Hyperandrogenismus hat ergeben, dass Frauen mit hohen Testosteronwerten einen Vorteil unter anderem über 800 Meter von 1,8 bis 4,5 Prozent gegenüber Frauen mit normalen Androgenspiegel haben.

Dies würde über 800 Meter ungefähr einen Unterschied von zwei Sekunden ausmachen, über 1500 Meter mehr. Dieses Jahr wird die IAAF entscheiden, wo die Grenze der Testosteronwerte ist. Einfach ist das nicht, in einer Welt, in der die Gleichberechtigung von Mann und Frau immer weiter fortschreitet.

4.8. - 13.8.17 - 16. Leichtathletik Weltmeisterschaften in London

800 Meter Frauen - Halbfinale

First 2 in each heat (Q) and the next 2 fastest (q) advance to the Final

1. Lauf 2. Lauf 3. Lauf
1. Ajee WILSON USA 1:59.21 Q 1. Caster SEMENYA RSA 1:58.90 Q 1. Francine NIYONSABA BDI 2:01.11 Q
2. Melissa BISHOP CAN 1:59.56 Q 2.Angelika CICHOCKA POL 1:59.32 Q 2. Margaret Nyairera WAMBUI KEN 2:01.19 Q
  3.Charlene LIPSEY USA 1:59.35 q n.q 7. Christina HERING GER 2:02.69
  4. Lynsey SHARP GBR :59.47 q  

Heat 1 Intermediate Times:
400m Ajee WILSON 57.83
Heat 2 Intermediate Times:
400m Charlene LIPSEY 58.98
Heat 3 Intermediate Times:
400m Francine NIYONSABA 1:00.89

4.8. - 13.8.17 - 16. Leichtathletik Weltmeisterschaften in London

800 Meter Frauen - Vorläufe

Kämpferische Christina Hering läuft ins Halbfinale 800m

Die Deutsche Christina Hering und die Schweizerin Selina Büchel starteten im letzten von 6 Vorläufen über 800m
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Die Deutsche Meisterin Christina Hering (LG Stadtwerke München) wurde im sechsten Vorlauf Fünfte. Die 22-jährige kam über die Zeitregel mit 2:01,13, ihre beste Saisonzeit, ins Halbfinale.

DLV-Athletin Christina Hering qualifizierte sich über die Zeitregel als 5. für das Halbfinale, Selina Büchel aus der Schweiz kam als 3. direkt weiter

Taktisch machte die Münchenerin es sehr gut im starken Feld. Auf den letzten 200 Metern war sie noch in siebter Position und als dann Insider dachten, sie holt das Halbfinale nicht mehr, kam sie mit einem gewaltigen Endspurt. Respekt für die Art und Weise wie sie es noch schaffte. Sie wurde erst spät nachnominiert. Sie wird trainiert von Daniel Stoll und Andrea Knauer, ist Sportsoldatin und studiert Sportwissenschaft.

First 3 in each heat (Q) and the next 6 fastest (q) advance to the Semi-Finals

1. Lauf 2. Lauf
1. Ajee WILSON USA 2:00.52 Q 1. Angelika CICHOCKA POL 2:00.86 Q
2. Noélie YARIGO BEN 26 Dec 2:00.99 Q 2. Melissa BISHOP CAN 2:01.11 Q
3. Egle BALCIÜNAITÉ LTU 2:01.21 Q 3. Shelayna OSKAN-CLARKE GBR 2:01.30 Q
4. Sanne VERSTEGEN NED 2 2:01.50 q 4. Brenda MARTINEZ USA 2:01.53 q
 
3. Lauf 4. Lauf
1. Caster SEMENYA RSA 2:01.33 Q 1. Margaret Nyairera WAMBUI KEN 2:00.75 Q
2. Rose Mary ALMANZA CUB 2:01.43 Q 2. Lynsey SHARP GBR 2:01.04 Q
3. Joanna JÓZWIK POL 2:01.51 Q 3. Halima NAKAAYI UGA 2:01.80 Q
 
5. Lauf 6. Lauf
1. Charlene LIPSEY USA 2:02.74 Q 1. Francine NIYONSABA BDI 1:59.86 Q
2. Hedda HYNNE NOR 2:02.85 Q 2. Habitam ALEMU ETH 2:00.07 Q
3. Docus AJOK UGA 2:02.98 Q 3. Selina BÜCHEL SUI 2:00.23 Q
  4. Adelle TRACEY GBR 2:00.28 q
  5. Christina HERING GER 2:01.13 q
  6. Hanna HERMANSSON SWE 2:01.25 q
  7. Gena LÖFSTRAND RSA 2:01.73 q

Heat 1 Intermediate Times:
400m Ajee WILSON 59.94
Heat 2 Intermediate Times:
400m Esther GUERRERO ESP 1:01.09 - 5.
Heat 3 Intermediate Times:
400m Natoya GOULE JAM 1:00.51 - 5.
Heat 4 Intermediate Times:
400m Mahlet MULUGETA ETH 1:00.69 - 5.
Heat 5 Intermediate Times:
400m Charlene LIPSEY 1:00.41
Heat 6 Intermediate Times:
400m Gena LÖFSTRAND 58.71

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René van Zee und Jens Priedemuth

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