5.8.17 - 34. Bellheimer Sommernachtslauf

Doppel-Erfolg für schnelle Roadrunners

Streckenrekorde beim SommernachtsSprint

von Axel Künkeler

Mehr als 500 Läufer und Läuferinnen am Start, zahlreiche Zuschauer an der Strecke und gute sportliche Leistungen im Ziel - die Mischung beim 34. Bellheimer SommernachtsLauf passte wieder einmal. Nicht umsonst gilt der Traditionslauf über 25 Kilometer durch die vier Orte Bellheim, Westheim, Lustadt und Zeiskam in Läuferkreisen als "der schönste flache Lauf der Pfalz". Seit zwei Jahren neu im Programm ist der SommernachtsSprint über zehn Kilometer. Die beiden Läufe wurden zeitgleich (19 Uhr) am frühen Samstagabend bei guten äußeren Bedingungen gestartet. Gab es am Nachmittag in der Pfalz noch kräftige Regenschauer, so blieb es am Abend zumindest trocken. Allerdings machten die Temperaturen von 25 Grad und vor allem der Wind auf der Strecke einigen Läufern doch zu schaffen.

Mehr als 500 Läufer und Läuferinnen gingen gemeinsam an den Start über 10 und 25 Kilometer. Von Beginn an übernahmen die schnellen Zehner mit Jonas Müller an der Spitze das Kommando
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Los ging es im Ortszentrum von Bellheim ("wo das Herz der Südpfalz schlägt") zunächst mit einer 1,5km-Schleife, die zweimal gelaufen wurde. Danach folgten zwei Kilometer durch den südlichen Teil Bellheims. In den insgesamt drei Runden bis Kilometer 5 passierten die Läufer so mehrfach die zwischen Start und Ziel gelegene Kreuzung von Schul- und Schubert-Straße. Hier bildete sich ein wahres Stimmungsnest, Hunderte Zuschauer feuerten die Läuferinnen und Läufer lautstark an. Weiterhin flach ging es auf den nächsten zwei Kilometern aus dem Ort Bellheim raus Richtung Westheim.

 

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Eine bunte Läuferschar belebte am frühen Samstagabend das Ortszentrum von Bellheim in der südlichen Pfalz Ein echtes Stimmungsnest war zwischen Start und Ziel an der Kreuzung Schul- und Schubertstraße mitten in Bellheim

Doch während die 25km-Läufer auf dem westlichen Streckenabschnitt über Westheim und Lustadt Richtung Zeiskam zurück nach Bellheim nun auch die Landschaft mit dem Ausblick auf die Weinberge und den Pfälzer Wald genießen konnten, kam kurz hinter Bellheim bei KM 7 bereits die Wendemarke für die 10km-Läufer. Im Feld der 169 SommernachtsSprinter lief einer von Beginn an vorne weg. Jonas Müller von den Roadrunners Südbaden gelang ein ungefährdeter Start-Ziel-Sieg vor seinem Vereinskollegen Patrick Bruder und dem Dritt-Platzierten Lukas Tschoepke (RC Vorwärts Speyer).

Start-Ziel-Sieg über 10 Kilometer für Jonas Müller (Roadrunners Südbaden) Zweiter über 10km wird mit Patrick Bruder ebenfalls ein schneller Roadrunner aus Südbaden Lukas Tschoepke (RC Vorwärts Speyer) belegt Rang 3 über 10km

Mit seinem zweiten Sieg in Folge und der Zeit von 35:03 Minuten war der 23-jährige BWL-Student aus Gengenbach im Schwarzwald sehr zufrieden ("das passt soweit"). Für ihn war Bellheim ein erster Formtest zu Beginn der Vorbereitung auf den Frankfurt-Marathon. Dort will er im Herbst, spätestens aber 2018, die 2:40-Stunden-Marke unterbieten.

Bislang stehen eine 2:43:07h in Paris im April 2017 sowie eine 2:43:46h in Inverness 2016 mit Platz acht bei den Internationalen Schottischen Meisterschaften für ihn zu Buche. Vor Frankfurt steht aber Anfang September noch ein weiteres Ziel im Terminkalender des jungen Roadrunner: bei der Deutschen Meisterschaft im 10km-Straßenlauf in Bad Liebenzell will er mit einer 34er Zeit möglichst gut abschneiden.

 

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- Die schnellste Frau über 10km, Natalie Wangler wird begleitet von ihrem Roadrunners-Kollegen Jonas Bender (1164) Frau mit Männer-Quartett: die zweite 10km-Frau Carolin Tuch aus Chemnitz

Fast schon eine Parallele gab es beim 10km-Sprint der Frauen: ebenfalls ungefährdeter Start-Ziel-Sieg, ebenfalls der zweite Sieg in Folge und ebenfalls eine Läuferin von den Roadrunners Südbaden: Natalie Wangler, die überhaupt nur sechs Männern den Vortritt ließ, gewann den Lauf in Bellheim souverän vor der Chemnitzerin Carolin Tuch. Die 21-jährige Studentin der Wirtschaftsinformatik war mit ihrer Zeit nicht ganz zufrieden. Die äußeren Bedingungen mit 25 Grad ("sehr heiß") und vor allem der Wind ("schlägt mir immer auf den Magen") hatten ihr doch etwas zu schaffen gemacht. Dennoch konnte Natalie Wangler ihren erst im Vorjahr aufgestellten Streckenrekord (39:39 Min.) um drei Sekunden verbessern.

Zielspurt der 10km-Siegerin Natalie Wangler Auf der Zielgeraden folgt die 10km-Zweite Carolin Tuch Yvonne Jung (RC Vorwärts Speyer) gewinnt als Dritte Frau über 10km die Altersklasse W35 Letzter und doch Sieger: der älteste Teilnehmer über die 10 Kilometer, Herbert Neubauer (KSK Niefern) gewinnt als 169. Gesamt die M75

Streckenrekord gab es auch bei den Männern: Jonas Müller steigerte seine Rekordzeit aus 2016 (35:47) sogar um 44 Sekunden. Ebenso wie für ihren männlichen Vereinskollegen war es auch für Natalie Wangler eine erste Standortbestimmung in der Vorbereitung auf den Frankfurt-Marathon. Dort will sie ihre persönliche Bestzeit auf unter 3:10h drücken. Bislang steht ihre PB bei 3:12h, die sie 2016 in Wien und im Frühjahr 2017 in Paris gelaufen ist. Ihr ambitioniertes, mittelfristiges Ziel lautet: Marathon unter drei Stunden.

 

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Das Führungs-Trio der 25km-Männer lief lange zusammen. Vorne der spätere 3. Daniel Wimmer, rechts mit der Nr. 206 Timo Schmidt, der 2. werden wird und links (41) Michael Chalupsky auf Siegkurs Reichlich trinken war angesagt bei Temperaturen um die 25 Grad

Deutlich entfernt von den Streckenrekorden waren diesmal die Siegerzeiten im Hauptlauf über 25 Kilometer. Dennoch wurden auch hier vor allem bei den Männern mit 1:30:39h durch Michael Chalupsky (TSG Heidelberg) und 1:46:18h bei den Frauen durch Judith Papadopoulos (Landau Running Company) respektable Zeiten gelaufen.

Michael Chalupsky von der TSG Heidelberg gewinnt den 25km-Hauptlauf in 1:30:39 Judith Papadopoulos von der Landau Running Company gewinnt die Frauen-Konkurrenz über 25 Kilometer Sabine Apel von Tria Echterdingen (2.v.l./ohne Start-Nr.) gewinnt als Gesamt-2. Frau über 25km die W55

Bei den Männern entwickelte sich von Beginn an ein spannender Dreikampf zwischen Chalupsky sowie Timo Schmidt aus Saarbrücken und Daniel Wimmer. Nach mehreren Positionswechseln auf der Strecke konnte sich der Heidelberger mit einer halben Minute Vorsprung den Sieg sichern. Schmidt (1:31:08) blieb der AK-Sieg in der M45 und Rang zwei gesamt, relativ klar vor dem M35-Sieger Wimmer (1:32:46). Dann tat sich über vier Minuten lang nichts, bevor Michael Ohler (TSV Kandel) und Sebastian Groteloh (TSV Hirschau) auf den Rängen vier und fünf einliefen.

Hannah Henrich vom Lauftreff der Uni Mannheim gewinnt als 3. Frau über 25km die WHK - begleitet von ihren Kommilitonen Alex Pfeiffer und David Weogt (249) W60-Siegerin Nicole Schwindt (LAV Stadtwerke Tübingen) kommt als vierte Frau ins 25km-Ziel Ellen Meyer-Rogge (PSKarlsruhe Triathlon) freut sich über Rang 5 und den Sieg in der W50 beim 25km-Hauptlauf

Der 33-jährige Chalupsky, der bei seinem ersten Start in Bellheim gleich gewinnen konnte, war mit seiner Zeit durchaus zufrieden. "Ich habe nach einer Regenerationszeit zuletzt wenig trainiert, daher war es ein erster langer Trainingslauf für mich", meinte der Bankbetriebswirt aus Heidelberg. Der TSG-Läufer fühlt sich auf der Halbmarathon-Distanz "am wohlsten", hat zuletzt in Würzburg mit einer 1:12h den zweiten Platz erreicht. Noch dieses Jahr, eventuell im Herbst in Karlsruhe, will er sich Richtung 1:10h oder drunter verbessern. Sein Fernziel ist jedoch der Frankfurt-Marathon Ende Oktober, bei dem er möglichst unter 2:30h laufen will ("das wäre perfekt"). Zuvor wird er aber ebenfalls an der DM über 10km auf der Straße in Bad Liebenzell starten. "Spaß macht mir die kürzere Distanz zwar nicht", meint der Läufer der TSG Heidelberg, aber er habe es dem Verein zugesagt: "mal sehen, was da geht."

Roadrunners-Quartett (v.l.): Jonas Bender (8.), Jonas Müller (1.), Natalie Wangler (Gesamt-7./1. Frau) und Sören Hetzel (6.) Jung gegen Alt: Die erst 8-jährige Mira Helget aus Karlsruhe behauptet sich im Zielsprint gegen die W60-Zweite Hedi Röther und den M55er Ulrich Eichert über 10km

Anders als bei den 25km-Männern gab es bei den Frauen im Hauptlauf deutliche Abstände auf den ersten Plätzen. Die 37-jährige Papadopoulos gewann mit mehr als sechs Minuten Vorsprung vor Sabine Apel (1:56:32) aus Echterdingen. Allerdings gewann die deutlich ältere Triathletin damit ihre Altersklasse W55 souverän. Hauptklassensiegerin Hannah Henrich vom Lauftreff der Uni Mannheim kam nach 1:56:48 auf Rang drei. Vierte wurde die W60-Siegerin Nicole Schwindt (1:57:45) von LAV Tübingen. Letzte Woche habe sie noch einen Mitteldistanz-Triathlon bestritten, erzählt die 59jährige Apel, "daher waren die Beine noch etwas schwer." Hier in Bellheim war Apel schon mehrmals am Start, obwohl Bellheim vom Raum Stuttgart aus nicht gerade um die Ecke liegt. "25-Kilometer-Läufe gibt es halt nicht so oft", erzählt sie, "und hier in Bellheim, das ist einfach eine schöne Strecke."

SommernachtsStimmung beim Zieleinlauf in Bellheim Der Bellheimer Lord war beim Zieleinlauf und den abschließenden Sieger-Ehrungen dabei
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Der ein Kilometer lange Zieleinlauf ist inzwischen längst im Fackellicht beleuchtet. Fackeln und die untergehende Abendsonne schaffen nun eine ganz besondere Atmosphäre. "Der Bellheimer Sommernachtslauf ist einfach Kult, ein Spektakel, das auch bei seiner 34. Auflage nichts von seiner Wirkung eingebüßt hat", lautet der einhellige Tenor der Teilnehmer. Die sitzen in geselliger Runde einem Bellheimer Bier im Pausenhof der Realschule zusammen, wo wenig später auch die Siegerehrung durch den "Bellheimer Lord" stattfindet.

Bericht und Fotos von Axel Künkeler

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Ergebnisse www.laufinfo.eu - Info www.vfl-bellheim.de
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