6.7.19 - 27. Reutlinger SOLCOM Altstadtlauf

Vom Traditionslauf und flexibler Verlässlichkeit

von Constanze & Walter Wagner

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Eigentlich ist der Altstadtlauf mit 27 Austragungen noch kein Brauchtum. Zieht man mit ins Kalkül, dass der veranstaltende Verein, die Reutlinger Interessensgemeinschaft Laufen, erst vor 36 Jahren gegründet wurde, ist er aber nicht nur für langjährige Mitglieder geschichtsträchtig.

Für nicht wenige Läuferinnen und Läufer der Region sind die jährlich erzielten Ergebnisse Teil ihrer Biographie, berichten vom Auf und Ab der persönlichen Sportkarriere, mitunter umfassen sie diese in Gänze. Ein Schmökern alter Berichte wirft Fragen auf: was ist aus Dieser, was aus Jenem geworden? Sieger kommen und (ver-)gehen. Wir freuen uns mit ihnen über ihre Erfolge, und mehr noch, wenn ihre talentierten Kinder in ihren Fußstapfen den Weg fortsetzen.

 
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Hochachtung gebührt den Teilnehmern der ältesten Jahrgänge, deren Beste mitunter unglaubliche Zeiten erzielen. Ganz besonders erfreulich ist die Inklusion körperlich und geistig Beeinträchtigter sowie die Integration von Migranten. Dies alles kann man beim Reutlinger Altstadtlauf erleben.

Die jüngsten Laufsportathleten eröffnen den Reutlinger Altstadtlauf - 5km und 10km Läufer starten nach 3 weiteren Schülerrennen gemeinsam im Hauptlauf
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Die 27. Austragung findet als Rekordjahr Einzug in die Altstadtlaufchronik. 1.551 Anmeldungen nahm man entgegen, im Ziel wurden 1420 gezählt, darunter 670 Kinder. Bekannt erschreckend die steile Abwärtskurve konträr verlaufend zur Alterszunahme. Was mit 235 Bambini beginnt, endet mit enttäuschenden 27 Einträgen bei den A-Schüler*innen, davon 6 weiblich. Dennoch, man müht sich um den Nachwuchs in Reutlingen.

Schirmherr und Oberbürgermeister Thomas Keck feuerte in seinem ersten Amtsjahr Startschüsse ab und hängte im Ziel Medaillen um. Großartig! Auch das hat Tradition, und ein gutes Miteinander ist für einen Samstagslauf mitten im Stadtzentrum unerlässliche Basis. Einiges an Terrain hat der Einzelhandel, wo man keinen Raum für freien Handel hinter Flatterbändern sah, den Freizeitsportlern wieder abgerungen.

 

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Sponsor des Altstadtlaufs ist die SOLCOM GmbH. Das Softwareentwicklungs-Unternehmen aus Reutlingen verteilte Geschenke aus dem Bauchladen, u.a Sonnenbrillen, die bei kräftigen Sonnenstrahlen gerne angenommen wurden. Zudem nahmen knapp über 100 Laufathleten für das Unternehmen sowohl über 5km als auch 10km teil. 18 SOLCOM-easysports Teams wurden in der Firmenwertung des 10km Laufs gelistet, dabei erreichte das schnellste Team mit Sebastian Cammerer, Björn Vielberth und Christoph Sauter Rang 3 Im Ziel bekam jedes Kind von der Firma Tress eine Packung Nudeln aus Bio-Hartweizen-Vollkorngrieß. Das Hinweisschild "Weizen alkoholfrei" weist hier aber nicht auf die Jugendfreigabe des Produkts hin, es ist nur bereits befestigt für den späteren Durstlöscher, den die erwachsenen Finisher im Ziel erhalten

Die winkligen, oft parallel verlaufenden Gassen in der Altstadt lassen die findigen Streckenschneider aber stets zu praktikablen Lösungen kommen.

Freilich einen direkten, unbereinigten Vergleich gelaufener Zeiten lassen die hauptsächlich aufgrund von Baumaßnahmen beinahe jährlich erforderlichen Änderungen nicht zu. Nach Fertigstellung der Neugestaltung des Marktplatzes hat der Lauf der kurzen Wege die schwierigste Umbauphase längst hinter sich. Der Komplex mit Rathaus und Tiefgarage sowie Marktplatz mit Start und Ziel ist während des Stadtlaufs frei von fließendem Verkehr. Der Marktplatz dient mit Biertischgarnituren dem geselligen Miteinander. Hier wird verköstigt und hier werden die Schnellsten geehrt.

 
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"Familienausflug" zum Reutlinger Altstadtlauf: Jule Vetter von der LAV Stadtwerke Tübingen und ihre Mutter und Trainerin Heidrun Vetter vor ihrem gemeinsamen Start über 10 Kilometer Julia Klughardt von der TSG Eisenberg und ihr Sohn Gori Klughardt im 5km Rennen gemeinsam unterwegs. Julia Klughardt gewann dabei die Altersklassnwertung W65 Leah Hanle vom TSV Holzelfingen und ihr Vater und Trainer Wolfgang Hanle, der sie zielgerichtet zur anstehenden U23-EM-Teilnahme einstellte

Unwetterwarnungen sind an heißen Tagen am Fuße der Schwäbischen Alb keine Seltenheit, die gab es auch zum Altstadtlauf 2019, zudem wurde seitens der Feuerwehr auf ungewöhnlich intensive UV-Strahlung und erforderliche Vorkehrungen hingewiesen. Ob einige laufaktive Feuerwehrleute deshalb in kompletter Schutzausrüstung die bestimmt beschwerlichen Runden drehten? Von Blitz und Donner blieben die Sportler verschont. Doch am späteren Abend entluden sich dunkle Wolken im Ländle, wasserreich und teils gefroren.

 
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Während die Jugendfeuerwehr Reutlingen ein großes Hilfskontingent rund um die Veranstaltung zur Verfügung stellte, trainierten 6 Feuerwehrmänner und eine Feuerwehrfrau der Abteilung Freiwillige Feuerwehr Stadtmitte in voller Montur einen (Lauf)Einsatz auf der 5km Strecke

Bambini und Kinderläufe

Verlässt man kurz nach 17.00 Uhr die Tiefgarage am Rathaus befindet man sich schlagartig in einer Art Ameisenhaufen aufgeregter Kinder jeden Alters, die bei erstbester Gelegenheit hinter dem Startbanner Aufstellung nehmen. Entsprechend zieht die Regie die Bambini als erste Startgruppe vor. Über 700 Meter waren 235 Bambini gemeldet, deren Leistungen, teils an elterlicher Hand bejubelt, aber nicht erfasst und gelistet wurden. Es folgten zwei Durchgänge über 1700 Meter für die Schüler*innen D (192) und C (150). Zusammengelegt war der 2,5 km Lauf auf der Originalrunde für Schüler*innen B (66) und A (27).

Es war das letzte Mal die große Bühne für den 14jährigen Benjamin Diehl, dessen Sieg beinahe schon im Vorjahr vorherzusehen war. Der WLV-Kader-Athlet und Gymnasiast der neunten Klasse hat noch immer seine Altersklasse beim Altstadtlauf gewonnen und doch schien sich zu Beginn ein Gegner seiner Vorherrschaft zu widersetzen. "Da war einer mitgegangen", berichtete das Talent aus Dettingen, der seit 2019 für die LAV Stadtwerke Tübingen startet, dort bei Isabelle Baumann und Uli Böckle trainiert. Seine Bestzeiten von 800 m (2:17,64), 1500 m (4:29,90) und 3000m (10:19,12) sind alle aus diesem Jahr. Neben der Leichtathletik ist er auch als Fußballer aktiv. Dem Reutlinger Altstadtlauf wird er weiterhin die Treue halten, ob über 5 km oder 10 km wird man sehen.

A/B Schüler laufen in einem gemeinsamen Rennen über 2,5 km. Benjamin Diehl (LAV Stadtwerke Tübingen), gewinnt wie im Vorjahr als U16-Schnellster in 8:38 min Bei den Mädchen ist U14-Starterin Lena Fischer vom TV Häslach mit 10:19 min die Schnellste. Neben ihr Ben Riesel von der FES Reutlingen, die mit 120 Teilnehmern das größte Schülerkontingent stellten Oberbürgermeister Thomas Keck übernahm u.a. die Medaillenübergabe im Ziel

In 8:38 min war Benjamin Diehl erneut schnellster Schüler. Ihm folgten Jonathan Weihing (FES Reutlingen) in 8:51 min und Simon Wenzler (Team KEPI) in 9:00 min auf den weiteren Plätzen der U16. Auf Einlaufrang 8 der U14-Sieger Patrick Schreiber von der Wilhelm-Hauff-Realschule Pfullingen in 9:35 min.

Bei den Schülerinnen lief Lena Fischer vom TV Häslach in 10:19 die schnellste Zeit. Ihre ein Jahr jüngere Vereinskameradin Lara Eggs folgte in der U14 in 11:58 min auf Rang zwei. Dazwischen platzierten sich die U16-Besten, Lene Cobban vom TSV Trochtelfingen in 11:12 min und Lisa Ulmer vom Friedrich-List-Gymnasium in 11:45 min.

Für musikalische Unterhaltung rund um den Reutlinger Altstadtlauf sorgte Guggamusik aus Engstingen "Albra-Gugga - Gugga wa goat" 15 optimal integrierte Sportlerinnen und Sportler mit einem Handicap, erhielten als Power Racer eine eigene Wertung im Schülerlauf und im Hauptlauf

Power Race

15 Läuferinnen und Läufer starteten als Power Racer im C-Schülerlauf oder über 5 km im Hauptlauf. Die Inklusion ist beim Altstadtlauf eine weitere zu begrüßende Tradition und die Ehrung auf der Bühne bleibt für alle Teilnehmer ein unvergessener Augenblick.

Hauptlauf

Mit 750 erfolgreichen Teilnahmen, davon 466 über 10 Kilometer, wird es auf der 2,5 km Runde zeitweise ziemlich eng. Für den Führenden bahnt ein Motorroller eine Schneise, dahinter heißt es nicht selten Hakenschlagen. Die Absicht zwei oder vier Runden zu rennen, zeigt ein bunter Aufkleber auf der Startnummer, jedoch keinesfalls verbindlich. Ein erfolgreicher Rennabbruch nach zwei Runden ist nicht unüblich. Richtiges Rundenzählen haben nicht alle geübt, doch gelingt dies den Schnellen und den Erfahrenen problemlos. Die Aufgabe des Zeiterfassers und Auswerters ist jedoch nicht einfach. Alle richtig zuzuordnen erschwerte ihm diesmal zudem ein kurzer Stromausfall. Und wer beim Einlauf in den Zielkanal das virtuelle Blitzlichtgewitter eröffnet, der muss nicht der Sieger oder die Siegerin sein. Verräterisch sind mitunter zu gute Leistungen, die auf weniger Runden oder andere, nicht den Regeln entsprechende Abweichungen hindeuten.

Die Weiche - 5km Läufer nach 2 Runden ins Ziel - 10 km Läufer dürfen noch 2 weitere Runden den Altstadtkurs genießen

Über 5 Kilometer siegte der hochaufgeschossene U20er Maurice Ehinlanwo vom Team Freie Demokraten in 17:02 min. Auf Platz 2 ist Jan Kneule (A-B-solutions) in 17:15 gelistet, dessen Rundenzwischenzeiten allerdings ein Fragezeichen aufwerfen. Weiter finishte Reinhard Moritz (We can do MORE) in 17:31 min und der M45-Sieger Andreas Auch (BSG Kreissparkasse Reutlingen) in 18:15 min.

Den 5 km Lauf gewinnt Maurice Ehinlanwo vom Team Freie Demokraten
Nathalie Dennenmoser vom Schubert & Riepl Running Team gewinnt das 5km Rennen der Frauen Synchronschwimmerin Janina Schmidt wird wie im Vorjahr 2. auf der zum dritten Mal durch geführten Kurzsstrecke

Bei den Frauen siegte Nathalie Dennenmoser vom Schubert & Riepl Running Team in 21:33 (1.W35) mit einer knappen Minute Vorsprung vor Janina Schmidt, die in 22:26 m ihren zweiten Platz von 2018 wiederholte, und der U18-Siegerin Juliane Ruf in 23:59 min. Hinter Jule Köpf (25:03), der Zweiten der Hauptklasse, finishte auf Rang 5 die W40-Siegerin Natascha Merk in 25:42 Minuten.

Passiert wird auf dem 2,5 km langen Rundkurs die Marienkirche, eines der Wahrzeichen von Reutlingen. Die zwischen 1247 und 1343 erbaute Kirche zählt heute zu den schönsten und bedeutendsten Sakralbauten der Gotik in Württemberg ... ... und das Tübinger Tor, das 1235 im Rahmen der Errichtung der Stadtmauer erbaut wurde

Kein Vertun gab es über 10 Kilometer bei den Männern. Der erwartete Sieger behauptete sich klar an der Spitze und baute seinen Vorsprung auf dem Vierrundenkurs kontinuierlich aus. Wie im Vorjahr war Lorenz Baum, der für die LAV Stadtwerke Tübingen in 32:29 min siegte, für die Gegner eine unlösbare Aufgabe. Vor zwei Jahren laborierte er an einem Kreuzbandriss und konnte seine Siegesserie nicht fortsetzen. Dieses Jahr scheiterte der 29jährige Elektriker an seinem Vorhaben sich über 5000 m für die Deutschen Meisterschaften zu qualifizieren (14:24). In Regensburg lief er 14:31 min, der erneute Versuch in Tübingen scheiterte am Meeting-Abbruch bei Starkregen. Nun beginnt für ihn das Marathontraining für Berlin. Seinen ersten Marathon lief er im Oktober 2018 in Frankfurt in 2:21:40 h. Beruflich plant er noch eine Weiterbildung zum Techniker.

In der ersten Runde des Hauptlaufs haben v.l. Julian Stanek (halb verdeckt), Simon Friedrich, Viktor Bauer, Max Fetzer, Dominik Hermle, Maurice Ehinlanwo, Lorenz Baum und Markus Mössler die Führung übernommen Das Frauenfeld führt Jule Vetter an

Im Ziel stellte Lorenz Baum fest, dass er seinen letzten Versuch, die DM-Norm zu erfüllen, noch gespürt habe. In 15:01,89 min wurde er in Riederich am Mittwoch Zweiter. Weiter geht es nun beim Ermstal-Marathon, wo er über Halbmarathon starten will. Für Markus Mößler vom Tübinger Laufladen, Ökonometrie Doktorand und im letzten Jahr auf der Mitteldistanz Baden-Württembergischer Triathlon-Vizemeister, blieb wie im Vorjahr Rang zwei in 33:33 min. Die Zeiten waren in diesem Jahr erheblich besser, dies ist nicht allein mit den nicht so heißen Bedingungen zu erklären, sondern wahrscheinlich auf eine im Vergleich zu 2018 kürzere Strecke.

Als Dritter war Max Fetzer aus Sigmaringen und für den TV Mengen startend auszumachen. Der 25jährige studiert in Reutlingen Maschinenbau, das Bachelorstudium erledigte er in Karlsruhe. Nach dem Masterstudium zieht es ihn ins Berufsleben, vorzugsweise bei einem Stuttgarter Autobauer. In 33:51 min war sein "Lauftraining" beendet. Im Triathlon startet er für SV Nikar Heidelberg in der Bundesliga. "Die Strecke ist hart, wegen der Kurven und weil es ab der zweiten Runde richtig voll war", so Max Fetzer, der bis zur dritten Runde mit Markus Mößler lief, aber immer ohne Chance gegen Lorenz Baum. Schnellster Reutlinger wurde Fabian Breitenstein vom Friedrich-List-Gymnasium in 38:06 min als Neunter.

Lorenz Baum von der LAV Stadtwerke Tübingen läuft erneut als Schnellster ins Ziel Markus Mößler vom Tübinger Laufladen trägt mit Platz 2 zum Sieg in der Firmenwertung bei Max Fetzer vom TV Mengen holt sich Rang 3

Bei den Frauen waren mit Jule Vetter, 19 Jahre, und Leah Hanle, 21 Jahre, zwei Damen am Start, denen eine große sportliche Zukunft bevorstehen kann. Deshalb war nicht absehbar, wie das Rennen ausgehen würde. Beide hatten zudem beschränkende Zeitvorgaben mitbekommen. In Führungsposition liegend gab es für Jule Vetter aber kein Halten und Mutter Heidrun Vetter (1. W55) war die Freude über den Sieg der Tochter etwas vergällt, als diese gestand eine 36er-Zeit und zu schnell gelaufen zu sein. Für sie wurden 36:51 min gestoppt.

Jule Vetter gewinnt den 10km Lauf bei den Frauen Die Mabitz-Emele Runners mit dem 8. Dominik Hermle (317), dem 12. Timo Flad (315) und dem 4. Simon Friedrich holen sich bei der Firmenwertung Rang Zwei LAV Stadtwerke Tübingen stellt mit Jule Vetter und Lorenz Baum das Siegerpaar des 27. Reutlinger SOLCOM Altstadtlauf

Erst am Mittwoch war die Jura-Studentin in Riederich über 3000m in 10:01,20 min persönliche Bestzeit gelaufen. Sie sieht ihre sportliche Zukunft eher bei Straßenläufen, später auch Marathon. Die Bahnzeiten ihrer Mutter dagegen, glaubt sie kaum erreichen zu können. Die Runden in Reutlingen lief sie, einmal abgesehen von der einen Tick zu schnellen Eingangsrunde, sehr konstant. Nächstes sportliches Ziel sind die 3000m bei der Deutschen U20-Meisterschaft.

Leah Hanle hat die Handbremse angezogen und folgt als 2. Frau Katrin Vogler läuft für Top Sports Fitness auf Rang 3 und gewinnt zudem die W45 Vorjahresiegerin Catrin Götz vom SV Ohmenhausen gewinnt als 4. die Reutlinger Stadtmeisterschaft

Für Leah Hanle vom TSV Holzelfingen war dieser Samstag Trainingstag mit einem Umfang von 20 Kilometern. Den Altstadtlauf beendete sie nach 37:57 min auf Rang zwei, wie vor zwei Jahren, als sie Sabrina Mockenhaupt an gleicher Stelle forderte. Jeweils fünf Kilometer ein- und auslaufen, das passte zu Reutlingen bestens, spontan beschloss sie ihren Vater Wolfgang Hanle, Heimtrainer und Jugendtrainer beim TSV Holzefingen nach Reutlingen zu begleiten, wohin er mit einem Trupp Jugendlicher fuhr. Sie startet am kommenden Wochenende im Schwedischen Gävle bei der U23-Europameisterschaft, wo sie über 5.000m und 10.000m gemeldet ist. Für Leah Hanle, die seit drei Jahren in North Carolina Psychologie studiert, wird es die erste Europameisterschaft sein. Ihre Bestzeiten über 10 km, 33:43 auf der Bahn und 35:43 auf der Straße, eben als sie Zweite hinter Mockenhaupt wurde. Ihr Ziel ist es sich über 5000 m von 16:02 min auf unter 16 Minuten zu verbessern (LaufReport wird aus Gävlen berichten).

8 Pfadfinder*innen der DPSG RT Süd ROVER liefen vollKOSTbar!, einer Jahresaktion der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg. Dabei werden unter den Schlagworten „fit. gesund. und gut drauf.“ die Themengebiete: Bewegung, bewusste Ernährung und psychische Gesundheit fokussiert. Weitere lobenswerte Aktionen, die auf der HP dpsg.de zu finden sind, u.a. "Pfadfinden mit und für geflüchtete Menschen" Prof. Dr. Gotthilf Gerhard Hiller fördert seit 2012 das Team Hiller, derzeit 50 junge Männer aus aller Herren Länder. 16 Migranten starteten diesmal beim Altstadtlauf

Katrin Vogler von der LG Filder und heute für Top Sports Fitness im Rennen wurde in 40:35 min Dritte. Die 47jährige läuft lieber längere Distanzen, hat eine Marathonbestzeit von 2:54 h (PB 10km 39:21). "Die Distanz kann auch mal länger sein." Die Strecke hat ihr Spaß gemacht, so ihr Fazit, wenn sie auch nicht sehr schnell und eng ist. Es war ihre erste Teilnahme in Reutlingen. Sie hatte sich ebenfalls spontan entschieden, als sie erfuhr, dass sie für das Studio Top Sports Fitness, wo sie Mitglied ist, für einen guten Zweck laufen kann. 1,00 Euro pro gelaufenen Kilometer wurden für mitlaufende Mitglieder an Sonnenstrahlen e.V., einem Förderverein für Kinder/Jugendliche krebskranker/schwer kranker Eltern gespendet. Zudem lockte der schnellsten Top Sports Läuferin, wie auch dem schnellsten Mann, ein Gutschein für jeweils 6 Monate kostenloses Training.

Catrin Götz vom SV Ohmenhausen, Siegerin des Vorjahres, wurde in schnelleren 41:06 min nun Vierte. Die Sportwissenschaftlerin wiederholte damit den Titelsieg der Stadtmeisterin.

Fabian Breitenstein (vorn) vom Friedrich-List-Gymnasium wird als 9. Reutlinger Stadtmeister Edmund Schlenker vom Vfl Ostelsheim gewinnt die M75, Alfred Gross von der LAV Stadtwerke Tübingen läuft hinter ihm auf Rang 1 in der M70 Heidrun Vetter gewinnt für die Wilhelm-Hauff-Realschule Pfullingen die W55

Während Gabi Meretz vom Veranstalter IGL Reutlingen ihre Klasse W65 in 1:02:21 h ungefährdet gewann, gab es bei den Männern in der M70 noch spannende und sehenswerte Entscheidungen. In 48:49 min siegte Alfred Gross (LAV Stadtwerke Tübingen) vor Walter Johnen (TSV Kiebingen) in 49:12 min. Reutlingen war vor 17 Jahren mein erster Lauf überhaupt, berichtete Alfred Gross. Damals war er eine Minute schneller. In der M75 war Edmund Schlenker vom VfL Ostelsheim einziger Starter. "Den kann ich nicht schlagen", so Alfred Gross und tatsächlich behielt Edmund Schlenker in 48:34 min die Oberhand über die jüngeren Senioren.

Und das Beste kommt zum Schluss ... ... mit dem Zieleinlauf ... ... und der Zielverpflegung für Laufsportler und Publikum auf dem Marktplatz
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Die fleißigen Helfer der IG(e)L konnten auf eine wieder einmal großartige Laufveranstaltung zurückblicken. Ad hoc wurden Pläne geschmiedet, welche Veränderungen eine Streckenentlastung bringen können, sollte der Zuwachs an Teilnehmern anhalten. Alsbald waren Absperrgitter und weitere Spuren des Altstadtlaufs beseitigt, wie die eingesetzten Pappbecher, die den Plastikmüll erheblich reduzierten. Im Schatten der Achalm, dem 707 Meter hohen Hausberg Reutlingens, wird 2020 wieder der Altstadtlauf rund 1500 Hobby- und Eliteläufern eine Bühne bieten. Ein großartiges Schauspiel mit kleinen Tragödien und so manchem Lustspiel in einer sehenswerten und einladenden Stadt.

Bericht & Fotos von Constanze & Walter Wagner

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