1.7.18 - 12. Barbarossalauf Erlenbach

Der Wasser-Jubel-Lauf

von Markus Heidl 

Erlenbach am Main, am Mainviereck zwischen Obernburg am Main, Wörth am Main, Klingenberg am Main, Mönchberg und Elsenfeld gelegen, weiß, wie man einen Volkslauf zu einer Party macht: Der Start- und Zielbereich wird zum Volksfest, wo es nicht nur die Startnummern sowie die Zielverpflegung gibt, sondern wo auch mit Live-Musik für mächtig Stimmung gesorgt wird. Während die Dudelsäcke zwischen den Läufen eher getragene Klänge spielen, heizen die brasilianischen Trommelrhythmen beim Wettkampf mächtig ein.

Damit nicht genug: auch entlang der Strecke organisieren sich die Anwohner teilweise selbst und feiern im Garten an der Strecke. Die Musik wird aufgedreht, es wird geklatscht und teilweise sogar Wasser gereicht - in Bechern oder per Gartenschlauch. So ist auf der Runde durch den Ortskern am Fuß der Weinbergterrassen des Hohbergs immer etwas los.

Barbarossalauf Erlenbach: der Wasser-Jubel-Lauf
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Der Sage nach verlieh Kaiser Friedrich Barbarossa um das Jahr 1183 dem Ort Erlenbach die "Marktgerechtigkeit" aus Dankbarkeit, weil ein auf den Kaiser geplanter Anschlag von Erlenbacher Bürgern verhindert worden war. Seitdem zeigt das Markt- und Freiheitszeichen ein großes Kreuz, auf dessen Spitze ein Hahn steht, die Kaiserliche Auszeichnung.

Weil der Kaiser seither in Erlenbach präsent ist, heißt die Veranstaltung Barbarossalauf. Mit seinem roten Bart hätte der Kaiser aber wieder einmal mächtig geschwitzt - auch wenn er selbst nicht gelaufen wäre. Das Rennen in Erlenbach findet nämlich immer an einem Sonntagnachmittag im Sommer statt, heiße Temperaturen sind deshalb fast garantiert.

 
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Auch heuer schien die Sonne einmal mehr von morgens bis abends und heizte die Straßen mächtig auf. So gab es für jeden der Läuferinnen und Läufer etwas zu feiern: nämlich die Abkühlung von oben durch Gartenschläuche oder von der Feuerwehr aktivierte Hydranten. Der 12. Barbarossalauf in Erlenbach war damit ein Wasser-Jubel-Lauf.

Musikalische Begleitung in Schottenrock und mit Paukenschlag

Kostenlose Schüler- und Zwergenläufe

Den wortwörtlich heißen Laufnachmittag durften einmal mehr die "Zwerge" - die Kinder bis 6 Jahre - mit dem Zwergenlauf über 200 m eröffnen. Ein Startgeld wurde hier nicht erhoben. Eine schöne Geste des Veranstalters, es ging lediglich darum, die Lauf- und Bewegungsfreude bei den Kindern zu wecken oder zu fördern. Auch die Schülerläufe über 1000 m waren kostenlos.

Im ersten Schülerlauf mit 120 Kindern waren Oskar Deppisch (3'44), Luca Glück (3'46) und Luis Canton Augustino (3'54) die schnellsten Jungen. Auch bei den Mädchen ging es sehr knapp zu: Chiara Barrios Bartels (4'21), Anna Krez (4'23) und Julia Karch (4'25) trennten nur vier Sekunden. Im zweiten Schülerlauf waren die Abstände geringfügig größer. Hier waren Carl-Anton Brunner (3'14), Jarad Musawi (3'23) und John Chu (3'24) die schnellsten, bei den Mädchen liefen Hayli Klein (3'46), Zoe Heinzl (3'49) und Lilli-Sophie Elzenheimer (3'54) vorneweg.

 
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Dann schlossen sich die bestenlistenfähigen Hauptläufe (die Runde ist offiziell vermessen) über 2,5 km, 5 km (zwei Runden) und 10 km (vier Runden) an. Dabei gab es bei der Online-Anmeldung die zusätzliche Option für eine Spende: zwei oder fünf Euro konnten freiwillig zusätzlich gezahlt werden, um "Future for Kids" zu unterstützen. Dadurch wurden beim Barbarossalauf in den letzten beiden Jahren bereits 1400 € gespendet.

Die Führungsspitze des 5km Rennens Sibaz Ibrahim hier noch vor Marcel Bischof Auf Rang 3 läuft Tobias Erbacher

Ein-, zwei- oder viermal 2500 m

Während die 2,5 km noch schnell gelaufen waren - hier waren Daniel Behling (9'27) und Elena Sigl (TG Traisa, 10'09) am schnellsten - können fünf Kilometer in der Nachmittagshitze schon lang werden. Dementsprechend wurde an den Wasserstellen vielfach gejubelt: für die Abkühlung, für die Helfer oder einfach für sich selbst, weil man trotz der heißen Temperaturen sportlich durch Erlenbach jagte.

Über die 5 km jagte sich ganz vorne zunächst eine vierköpfige Spitzengruppe, angeführt von Sibaz Ibrahim (Intersport Wolfstetter, 16'50), der sich im Vergleich zum etwas kühleren Vorjahr dennoch um vier Sekunden verbessern konnte und neue persönliche Bestzeit lief.

 
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Zwei seiner Verfolger konnte er mit dieser Tempohatz abhängen, einen anderen aber musste er ziehen lassen: Marcel Bischof vom TriTeam SSKC Aschaffenburg konnte den Lauf schließlich nach 16'40 für sich entscheiden.

5km Siegerin Alexandra Bott 2. Nathalie Hock 3. und U18-Siegerin Kim Völker

Wie der Vereinsname bereits suggeriert kommt Marcel aus dem Triathlon und hat dort weit mehr als 20 erfolgreiche Langdistanzen absolviert. So hätte man ihn heute vielleicht eher in Roth oder in der nächsten Woche beim Frankfurter Ironman vermutet. Nach zwei trainingstechnisch ruhigeren Jahren hat er sich jetzt aber eine neue Herausforderung gesucht und spezialisiert sich aufs Laufen: im Herbst will er beim Frankfurt Marathon seine Bestzeit (2h37) angreifen und wenn möglich unter der 2h30-Marke bleiben.

Hinter Marcel und Sibaz laufen Tobias Erbacher (Tria TV Bad Mergentheim, 17'20) und Julius Martiny (SSC Hanau-Rodenbach, 17'32) auf die weiteren Plätze. Schon als Gesamt-8. läuft dann Frauensiegerin Alexandra Bott ein: nach 20:34 min liegt sie etwas mehr als eine Minute vor ihrer ersten Verfolgerin Nathalie Hock, die 21:38 min braucht. Dritte wird Kim Völker (LAZ Obernburg-Miltenberg, 22'51).

Start des letzten Wettbewerbs des Tages, dem Lauf über 10 Kilometer

Vor dem Start des 10-km-Laufs hätte man dann zwei Favoriten ausmachen können: Tobias Balthesen auf der einen und Christian Weis (FC Eichelsbach / LG Wolfgang) auf der anderen Seite. Weil sich Tobias aber strikt nach Trainingsplan auf einen schnellen 10er im Herbst (vielleicht klappt es bis zu den Deutschen Meisterschaften in Bremen) vorbereitet und deshalb nicht schnell ("auf keinen Fall unter 40 Minuten") laufen durfte, oblag es dem Lokalmatadoren, das Rennen zu bestimmen.

Christian Weis gewinnt den 10km Lauf Bei den Frauen ist Stefanie Klüpfel die Schnellste Poppig und hitzefest? - die Laufkleidung von Simon Fuchs und Sebastian Bauer

Eine Pflicht, die Christian gerne annahm. Von Beginn an machte er mächtig Druck und scheuchte den Führungsradfahrer früh schon ganz allein. Trotz der Hitze hielt er das Tempo durchweg hoch und siegte schließlich mit der beachtlichen Zeit von 33:54 Minuten.

Seine Verfolger lieferten sich die spannenderen Duelle mit einigen Platzierungswechseln. Schließlich war es Johannes Gerhard (TuS Griesheim, 36'34), der sich um Platz zwei durchsetzte, Henning Reif (TV Großostheim, 36'56) folgte auf Rang drei. Die Plätze vier und fünf gingen an Jonas Weih (SG Schimborn, 37'14) und Joshua Müller (TV Mil / Drahtesel-lützelbach.de, 37'31).

W80-Siegerin Ingrid Laubender vom TV Sulzbach war nur 44:42 Minuten auf der 5km Strecke unterwegs Die 2. über 5 km Nathalie Hock lief gemeinsam mit Dennis Köhler ins Ziel Steffi Burwitz-Lang (links) vom TV Mömlingen "Lauf10!" lief die 5km Strecke, Vereinskollegin Simone Heider übernahm die 10km Strecke

Bei den Frauen war es Stefanie Klüpfel von der DJK Kleinwallstadt, die sich nach 42'51 ebenso deutlich gegen Dr. Stefanie Hock vom ASC Darmstadt (45'20) durchsetzen konnte. Ihr wiederum folgten Cornelia Wolff (TV Wörth am Main, 46'41) und Rebecca Röhl (47'08).

Erfrischend, die Verpflegung im Ziel
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Und dann waren bald alle im Ziel, und alle genossen die liebevoll vorbereitete Zielverpflegung mit reichlich Getränken und frischem Obst. Ein schöner Abschluss des Wasser-Jubel-Laufs in Erlenbach: so heiß, dass jede Abkühlung beim Laufen willkommen war. Dank der Sonne waren die Trikots hinterher schnell wieder getrocknet. Was aber, wenn es im nächsten Jahr kühler sein sollte? Nun, auch ohne Wasser kann beim Barbarossalauf gejubelt werden!

Bericht und Fotos von Markus Heidl

Ergebnisse barbarossalauf.de

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