1.7.17 - 16. Gornergrat Zermatt Marathon

Eric Blake und Ivana Lozzia gewinnen den Marathon-Wettbewerb

von Winfried Stinn

Informationen zum Lauf 2018 - siehe Ankündigung im WO LÄUFT`S WIE?

Beim 16. Gornergrat Zermatt Marathon, an dem sich rund 2700 Läuferinnen und Läufer aus 50 Nationalen beteiligten (davon 2275 im Ziel), herrschten vor allem für die Marathonläufer und Halbmarathonläufer ideale Lauftemperaturen. Die 800 Läuferinnen, die noch bis auf den 3010 Meter hohen Gorergrat liefen, mussten sich mit kühleren Temperaturen und leichtem Schneefall auseinandersetzen. "Der Lauf am schönsten Berg der Welt" - mit diesem Slogan werben die Veranstalter des Gornergrat Zermatt Marathons und fast jeder, der das Matterhorn nur einmal gesehen hat, kann sich der Faszination dieses Berges nicht entziehen und kann so den Slogan der Veranstalter nur unterstreichen. Aber leider hielten sich diesmal das Matterhorn und alle anderen Viertausender bedeckt.

Stefan Truffer gab die Startschüsse für die Läufe des 16. Gornergrat Zermatt Marathon Zermatt Austragungsort des Gornergrat Zermatt Marathon
Nichts für reine Asphalt-Cowboys:
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Den Marathonlauf gewann der Amerikaner Erik Blake und die Italienerin Ivana Iozzia. Über die Ultra-Marathonstrecke siegten Roman Wyss und Simone Hegner (beide Schweiz). Auf dieser Distanz sorgte die Allgäuerin Alexandra Hagspiel mit dem zweiten Platz für das beste Ergebnis aus deutscher Sicht. Über die Halbmarathonstrecke setzten sich mit Martin Anthamatten und Victoria Kreuzer die Favoriten aus dem Wallis durch.

Der Start für die 42,195 km lange Marathonstrecke, bei der insgesamt 1944 Höhenmeter überwunden werden müssen, war im 1085 Meter hoch gelegenen St. Niklaus. Von hier führte die Strecke, teils an der Vispa entlang, durch Herbriggen, Randa und Täsch, ehe nach der Hälfte der Distanz der Weltkurort Zermatt erreicht wurde. Nach einer Schleife durch das Matterhorndorf folgte ein kräftiger Anstieg auf die 2280 Meter hochgelegene Sunnegga mit Leisee, ein traumhaftes Ski- und Wanderparadies.

Hier ging es zunächst durch leichte Abwärts- und Flachpassagen etwas gemächlicher zu. Aber die Erholungsphase dauerte nicht lange an, denn nun ging es von der Sunnegga zur Riffelalp mit einigen bergauf- und bergab Passagen. Ab Riffelalp begann der schwierige Schlussteil der Strecke, auf 2,5 km galt es nun die restlichen 360 Meter Höhenunterschied zu überwinden. Vorbei an der Gornergratbahn ging es zum Ziel auf Riffelberg.

Der Leisee mit Matterhorn einer der reizvollsten Passagen des Marathons und des Halbmarathonwettbewerbs Gornergrat, Ziel des Ultra Marathon

Beim Ultra-Marathon mit Ziel auf dem 3089 Meter hohen Gornergrat musste 45,595 km gelaufen werden. Dabei galt es 2458 Meter bergauf und 444 Meter bergab zu laufen. Bis zum Riffelberg ist die Strecke identisch mit der Marathonstrecke. Ab Riffelberg mussten die "Ultras" noch 3,4 km und happige 514 Höhenmeter meistern.

Wem die Ultra Marathonstrecke und die Marathon-Strecke zu lang war, der konnte den Gornergrat Zermatt Marathon als Staffel (Zweier-Team) absolvieren. Darüber hinaus stand auch die Halbmarathon-Distanz mit Start in Zermatt und Ziel auf dem Riffelberg im Programm.

Der Vorjahressieger Patrick Wieser aus Winterthur wird 3. beim Marathon Isaac Toroitich Kosgei aus Österreich läuft auf Platz 2 Der US-Amerikaner Eric Blake gewinnt den 16. Gornergrat Zermatt Marathon

Beim Marathonlauf lag in Zermatt Isaac Toroitich Kosgei in Führung. Doch auf den ersten steilen Anstieg auf Sunnegga konnte sich Eric Blake die Führung übernehmen. Diese gab es bis zum Ziel nicht mehr ab und gewann in 3:03:36 Stunden. Isaac Toroitich Kosgei aus Kenia, der in Linz/Österreich lebt, verteidigte seinen zweiten Platz und erreichte nach 3:09:54 Stunden das Ziel. Vorjahressieger Patrick Wieser, der bereits dreimal den Marathon in Zermatt gewann, erkämpfte sich erst kurz vor dem Ziel den dritten Platz (3:10:37), den bis dahin der Bulgare Shaban Mustafa innehatte. "Ich wollte meinen Vorjahressieg wiederholen", so Wieser, "doch schon in Zermatt war mir klar, dass ich dazu heute keine Chance habe. Ich kann froh sein, dass ich mir noch kurz vor dem Ziel einen Podestplatz erkämpfen konnte."

Marc Weidler (TuS Heltersberg) wird mit Platz 8 bester Deutscher beim Marathon Marco Sturm aus Neuötting wird 9. Udo Thommen aus Böhl-Iggelheim läuft auf Platz 10

Shaban Mustafa, der 2015 an gleicher Stelle Vierter der Berglauf-Weltmeisterschaft über die Langdistanz wurde und im gleichen Jahr den Jungfrau Marathon gewann, gehörte zum engsten Favoritenkreis, musste sich aber mit Platz vier zufrieden geben. "Ich bin nicht enttäuscht über den vierten Platz. Ich habe in den letzten Wochen zu viele, lange und schwere Läufe bestritten. Zum Schluss fehlte die Kraft um meinen dritten Platz zu verteidigen." Er hatte in den letzten drei Wochen u.a. den LGT Marathon in Liechtenstein und den Aletsch Halbmarathon auf Bettmeralp gewonnen. Auf den Plätzen acht, neun und zehn platzierten sich mit Mark Weidler (TuS Heltersberg), Marco Sturm (LLC Marathon Regensburg) und Udo Thommen (Böhl-Iggelheim) drei deutsche Läufer.

Ivana Lozzia aus Italien gewinnt den 16. Gornergrat Zermatt Marathon bei den Frauen vor ... ... der Französin Aline Camboulives Aline

Bei den Frauen lag bis Zermatt die Favoritin und dreifache Marathon-Siegerin in Zermatt Aline Camboulives (Frankreich) vorne. Wie bei den Männern fiel auf dem Teilstück nach Sunnegga die Entscheidung. Ivana Iozzia übernahm die Führung, gab diese nicht mehr ab und siegte in 3:39:55 Stunden. "Der Sieg war auch für mich eine große Überraschung. Für mich war Aline die Favoritin. Ich hatte Platz zwei als Ziel. Mit der Zeit bin ich nicht ganz zufrieden, ich bin wohl zu langsam angegangen." Vor zwei Jahren sei sie bei der Weltmeisterschaft zu schnell angegangen und daher nur siebte geworden. Die Vorjahressiegerin Aline Camboulives belegte in 3:42:35 Stunden den zweiten Platz. Die Schweizerin Corinne Zeller wurde in 4:06:01 dritte. Hendrike Hatzmann aus Aachen kam als beste Deutsche auf Platz sieben.

Die Sprintprämien in Zermatt gewannen die späteren Zweitplatzierten Isaac Toroitich Kosgei und Aline Camboulives.

Roman Wyss aus Niederbipp gewinnt den Ultra-Marathon 2. wird Alexander Heim aus Buchs Simone Hegner aus Bern gewinnt den Ultra-Marathon bei den Frauen Die 2. Ultra-Marathon Frau Alexandra Hagspiel kommt aus Deutschland

Bei den Ultramarathonläufer wiederholte der Schweizer Roman Wyss seinen Vorjahressieg. Bis auf wenige Kilometer vor Zermatt war Wyss immer vorne. Mit seiner Siegezeit von 4:02:32 Stunden war er rund sieben Minuten schneller als bei seinem Vorjahressieg. "Mein Ziel war es heute meinen Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen. Bis auf einen Krampf bei Kilometer 30 gab es keine Probleme. Das ging schnell vorbei, danach lief alles nach Plan." Alexander Heim (4:18:09) und Sandro Spaeth (4:22:50) belegten die Plätze zwei und drei. Sven Buchheister aus Freiburg wurde als Zehnter bester Deutscher.

Sicht vom Zielgelände Riffelberg auf das Matterhorn Am Riffelsee führt die Ultra-Marathon Strecke entlang

Simone Hegner, 2015 und im Vorjahr auf Platz zwei, feierte in 4:40:21 Stunden einen überlegenen Start-Ziel-Sieg. "Ich bin ohne konkretes Ziel an den Start gegangen, um mir damit auch keinen Druck zu machen. Es lief heute von Anfang an sehr gut. Die Bedingungen waren nahezu ideal. Als es im oberen Streckenabschnitt kälter wurde, hat man mir Mütze und Handschuhe gereicht, dadurch waren die niedrigeren Temperaturen auch kein Problem für mich." Alexandra Hagspiel aus Blaichach bei Kempten erkämpfte sich in 4:47:36 Stunden den zweiten Platz. Nach Platz eins 2013 und Platz drei im Vorjahr lief sie beim ihrem dritten Start über die Ultrastrecke zum dritten Mal aufs Podest. "Ich laufe sehr gerne beim Ultra-Marathon in Zermatt und verbinde meine Starts immer mit einem Urlaub. Es waren gute Bedingungen heute, auch wenn es ab Riffelsee etwas kälter wurde. Mir liegen eher etwas kühlere Temperaturen."

Dritte wurde Cathrin Cheridito (4:59:59) vor Andrea Huser. Sandra Schmid aus Hüfingen belegte Platz acht.

Der Halbmarathon 3. Pierre-André Ramuz aus Charrat vor dem Sieger Martin Anthamatten aus Zermatt Auch die Halbmarathonsiegerin Victoria Kreuzer kommt aus Zermatt

Beim Halbmarathon setzte sich Lokalmadator Martin Anthamatten zum dritten Mal als Sieger durch. Anthamatten gewann mit 1:40:48 Stunden. Alex Jodido und Pierre-André Ramuz errangen die Plätze zwei und drei. Ebenfalls ein rein Schweizer Podest erzielten, angeführt von der Lokalmatadorin Victoria Kreuzer in 2:00:13 aus Zermatt, Sabine Kuonen und Kathrin Knuchel.

Ein attraktives Rahmenprogramm am Freitag und Samstag im Festzelt, Pasta-Party, Jodlermesse, Ehrungen und viel Musik rundeten das Laufwochenende ab. Dabei wurden die Läuferinnen und Läufer, die an zehn Läufen teilgenommen haben ausgezeichnet. Wie immer wurde auch die Siegerehrung der Ultralangstreckenläufer am Sonntagabend im Festzelt vorgenommen. Die übrigen Siegerehrungen fanden auf dem Riffelberg statt. Erstmals wurden Hotelgutscheine für die Läufer/innen, die sowohl beim Aletsch Halbmarathon vor zwei Wochen und nun beim Gornergrat Zermatt Marathon teilgenommen haben, verlost. Toni König, Geschäftsführer des Aletsch Halbmarathons, und Andrea Schneider, Geschäftsführerin des Zermatt Marathons, nahmen die Verlosung vor.

Siegerehrung der schnellsten Marathon Männer ... ... der schnellsten Ultra-Marathon Frauen und ... ... der schnellsten Ultra-Marathon Männer des 16. Gornergrat Zermatt Marathon

Beim 16. Zermatt Marathon kam es zum Wechsel an der OK-Spitze. Stefan Truffer übertrug das Präsidentenamt an Oliver Andenmatten. "Ich war jetzt 14 Jahre OK-Präsident, irgendwann muss man ja mal aufhören, wir haben ein gutes Team aufgebaut, es klappt alles sehr gut und man soll aufhören, wenn es am schönsten ist. Zudem haben wir mit Oliver Andenmatten einen guten Nachfolger gefunden. Er war übrigens mein Schüler in St. Niklaus", äußerte sich Truffer gegenüber LaufReport. "Natürlich ist so ein Schritt mit einem lachenden und weinenden Auge verbunden. Es war eine schöne Zeit, mit all den OK-Mitgliedern, den vielen Helfern, den Läufern, den Gemeinden, den Organisatoren anderer Veranstaltungen und den Sponsoren habe ich das Gefühl, es ist eine Familie entstanden. Die ganze Entwicklung macht mich ein wenig stolz. Der Anfang war schwierig, aber heute haben wir eine tolle Gesamtveranstaltung mit Marathonlauf, Ultra-Marathon, Halbmarathon und Staffel. Ein Höhepunkt war auch die Berglauf-Weltmeisterschaft über die Langdistanz.Dass wir für 2019 die Europameisterschaft übertragen bekommen haben, zeigt, dass der Zermatt Marathon einen guten Ruf hat", führte der langjährige OK-Präsident weiter aus.

Siegerehrung der schnellsten Marathon Frauen des 16. Gornergrat Zermatt Marathon Stefan Truffer (rechts) übergibt das Präsidentenamt an Oliver Andenmatten
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

Da auch die 16. Auflage des Gornergrat-Zermatt Marathon wieder ein Erfolg war, wofür neben dem OK mit dem noch amtierenden Präsidenten Stefan Truffer und dem neuen Präsidenten Oliver Andenmatten, sowie der Geschäftsführerin Andrea Schneider rund 1000 Helfer/innen verantwortlich waren, fiel es dem neuen Präsidenten Andenmatten nicht schwer, ein positives Fazit zu ziehen: "Es war heute vom Wetter her gesehen ein guter Tag. Am Anfang hatte ich Bedenken, ob es vielleicht doch oben auf Gornergrat zu kalt wird. Wir hatten dann doch Glück und konnten alle Läufe wie geplant durchführen. Auch mussten wir für die Ultra-Marathonläufer nicht den Lauf auf Riffelberg abbrechen. Es konnten alle Ultraläufer bis aufs Gornergrat laufen. Dank eines sehr gut eingespielten Teams und der vielen Helfer lief alles sehr gut. Gute Voraussetzungen um das Präsidentenamt zu übernehmen. Ich freue mich auf meine Arbeit als Präsident."

Bericht und Fotos von Winfried Stinn

Ergebnisse www.zermattmarathon.ch

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