9.7.17 - 32. Büchiger Volkslauf in Stutensee

4. Stutensee-Cup unter Dach und Fach

Retten Läufer den Lachwald? - Büchig bleibt hitzefest

von Hannes Blank

Der 32. Büchiger Volkslauf in Stutensee, nördlich von Karlsruhe, hat wieder seine Hitzefestigkeit bewiesen: Trotz schwülwarmer 25 Grad kommen die Läufer auf der schattigen Strecke nicht in Schwierigkeiten - die anwesenden Sanitäter hatten einen sehr ruhigen Job. Mit insgesamt 234 Teilnehmern auf 5,2km-Lauf, 5,2km-Walking und 10km-Lauf (ohne die Bambini gerechnet) hat der kleine Lauf sein Vorjahresergebnis ziemlich genau wiederholt.

Wer sich auf brandneue Umkleiden des veranstaltenden VSV Büchig gefreut hatte, wurde allerdings enttäuscht. Letztes Jahr zum Volkslauf hatte man zwar medienwirksam den ersten Spatenstich gemacht, doch das dafür vorgesehene Gelände liegt weiterhin brach. Dem Verein ist weder Geld noch der feste Wunsch abhandengekommen neue Umkleiden zu bauen: Allein die Bürokratie und das Ringen um das vorab nicht als Baugelände ausgewiesene Grundstück sorgten für die Verzögerung.

Gemeinsamer Start für 5- und 10km-Läufer um 9:30 Uhr beim 32. Büchiger Volkslauf in Stutensee
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Gelaufen wurde trotzdem. Immerhin war es ja nicht so, dass überhaupt keine Duschen und Umkleiden vorhanden waren. Für die Läufer (und das anschließende Vereinsfest) wird sogar ein zusätzlicher Toilettenwagen bereitgestellt. Gemeinsam um 9:30 Uhr starteten an diesem Sonntagmorgen die 10km-Läufer, die 5,2km-Läufer und die 5,2km-Walker, nachdem die Bambini bereits ab 9 Uhr über den Sportplatz gerannt waren. Nicht wenige von ihnen, mit einer Medaille dekoriert, feuerten danach die Teilnehmer des Hauptlaufes an.

Benjamin Weber und Madeleine Fina heißen die Sieger des 32. Büchiger Volkslauf in Stutensee über 10km. Zuerst kam jedoch Dominic Marquedant, dicht gefolgt von Benjamin Weber wieder zurück zum Vereinsgelände des VSV Büchig. Die beiden hatten sich in der Führung abgewechselt, wohlwissend, dass der andere im anderen Wettbewerb lief.

Dominic Marquedant sprang zunächst vom Feld weg Der 10km-Lauf-Führende Benjamin Weber nach der Hälfe der Strecke Manuel Fischer kommt auf Platz 2 des Zehners

Während Marquedant in Richtung Zielstrich abbog, ging Weber mit großen Vorsprung auf die zweite Streckenhälfte. Der 5,2km-Sieger hatte ebenfalls einen großen Vorsprung - vor dem Zweiten Ralf Gaberdiel, eineinhalb Minuten später und 24 Jahre älter, aber immer noch mit großer Lust auf den 5km-Läufen der Region unterwegs. Dritter wurde der junge Hannes Jensen (Jahrgang 2005), der wie Marquedant ebenfalls für den Lauftreff Rheinhessen-Pfalz startete. Für den Sieger und ausgesprochenen Vielstarter war es ein ruhiges Wochenende, neben Büchig stand kein weiterer Lauf für ihn auf den Programm, er will sich ein wenig für den kommenden Reschensee-Lauf in Österreich schonen.

Nach Platz 3 im Vorjahr kämpfte sich dieses Jahr Luise Dobmeier von der TSG Bruchsal auf Rang 1 des 5,2km-Laufs: "Ich habe geguckt, was geht", so die 29-Jährige. Und es ging so gut, dass sie auch Vorjahressiegerin Ronja Becker (LSG Karlsruhe) auf Platz 2 verwies. Dritte wurde Luise Neumann.

Die beiden 5,2km-Sieger Dominic Marquedant und Luise Dobmeier (TSG Bruchsal), hinten schaut Organisationschef Peter Bischof Die beiden Schnellsten des 5,2km Laufes: Dominic Marquedant, LT Rheinhessen-Pfalz und Ralf Gaberdiel, TV St.Ilgen

Derweil wiederholte Benjamin Weber seinen Vorjahressieg souverän in 36:19min. Platz 2 ging fast drei Minuten später (39:14min) an Manuel Fischer von der SG Stadtwerke Karlsruhe, bevor Anders Hespeler vom Lichtbund Karlsruhe ankam, für diesen blieb die Uhr bei 39:35min stehen. Der 36-jährige Sieger, der aus Wössingen kommt, ist zwar vereinslos unterwegs, trainiert aber auf der Bahn oft mit M40-Topläufer Christoph Hakenes zusammen, wie er verriet.

Und bei den Frauen? Vorjahressiegerin Andrea Kümmerle war ebenso angetreten wie die Vorjahresdritte, Ulrike Hoeltz (beide LSG Karlsruhe). Doch es sollte anders kommen: Nach langer Verletzungspause (Knochenödem) hatte sich Madeleine Fina (ebenfalls LSG Karlsruhe) wieder etwas vorgenommen, nämlich eine Zeit von unter 43 Minuten: Mit der mentalen Unterstützung des Klubkollegen Jasko Bajadzic schaffte sie eine 42:52min, erreichte damit ihr selbstgestecktes Ziel und wurde die Siegerin des Wettbewerbs. "Ich bin erst im Aufbau, aber für den Anfang war das schon sehr gut", freute sich die 26-jährige Bahnangestellte.

Dieter Sanitz wird im Retro-Look der LG Karlsruhe 2. der M80 im 10km Lauf Madeleine Fina auf dem Weg zu ihrem 10km-Sieg in Büchig

Hinter der Zweitplatzierten Julia Bräutigam (SSC Karlsruhe, 46:03min) zeigte sich die darauf folgende Platzierung als hart umkämpft: Erst beim Beginn der Zielgeraden nach der allerletzten Kurve überholte Annette Kernich (Rhein Radar Runners) die bis dahin auf den dritten Rang laufende Andrea Kümmerle (LSG Karlsruhe). Kernich ("Sie war fast die ganz Zeit so 200m vor mir, ich habe dann zum Schluss gedacht, da probiere ich was") bewältigte die 10km in 46:43min, Kümmerle war nur eine Sekunde langsamer.

Die 48-jährige Vorjahressiegerin Kümmerle von der LSG Karlsruhe kam damit zwar auf den undankbaren vierten Platz, konnte sich aber über den Gewinn des 4. Stutensee-Cups, der die Ergebnisse des Stadtlaufs in Blankenloch im April mit den neuen Ergebnissen in Büchig zusammenrechnet, freuen. In Blankenloch war sie nämlich eine gute Zeit gelaufen, die die Cup-Zweite Julia Bräutigam hätte erreichen müssen, um ihr den Pokal streitig machen zu können. In Büchig ging es für Kümmerle nicht ganz so flott voran, weil sie erst eine Zerrung, die sie sich bei Ihrem Halbmarathon-Sieg beim Polderlauf in Leimersheim am 18. Juni zugezogen hatte, auskurieren musste.

Madeleine Fina freut sich über ihren Sieg auf der 10km-Strecke Heißer Kampf um Platz 3 bei den Frauen über 10km, den W40-Siegerin Annette Kernich (233) von den Rhein Radar Runners vor der W45-Siegerin Andrea Kümmerle (155) von der LSG Karlsruhe gewinnt Das Siegerpaar über 10km mit Madeleine Fina von der LSG Karlsruhe und Benjamin Weber

Auch Cup-Vorjahressieger Benjamin Weber gelang die Wiederholung seines Kombinationserfolgs, er war in Blankenloch Dritter geworden.

Läufer liefen für den Lachwald

Auffällig viele Läufer liefen mit einen großen Badge, auf dem "Rettet den Lachwald" stand. Was hatte es damit auf sich? Der Lachwald ist ein 12 Hektar großer Mischwald zwischen Büchig und Blankenloch, von dem 7 Hektar für eine Wohnbebauung weichen sollen. Während Stadt und Gemeinderat sich einig waren, sind viele Stutenseer nicht einverstanden und gründeten eine Bürgerinitiative. Weniger Emissionsschutz, schlechteres Klima, geringere Lebensqualität seien die Folgen, so BI-Sprecher Klaus Gompper, der ebenfalls beim Volkslauf mitmachte. Knapp 2600 Unterschriften habe man gegen die Abholzung bereits vorgelegt (Stutensee hat insgesamt etwas mehr als 20.000 Einwohner). Vor dem Hintergrund, dass das nahe Karlsruhe mehr Wohnungen an der ÖPNV-Bahnlinie, die durch Stutensee geht, haben möchte, will man in Stutensee selbst verständlicherweise auch nicht der devote Erfüllungsgehilfe des großen Masterplans der Fächerstadt werden.

Die letzten Meter zum Ziel verlaufen auf dem Vereinsgelände des VSV Büchig Die große Teilnehmergruppe der Stutenseer Bürgerinitiative "Rettet den Lachwald"
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Nächstes Jahr Stutensee-Cup auch für Schüler

Für 2018 hat Organisationschef und Leichtathletik-Abteilungsleiter Peter Bischof angekündigt den gut angenommenen Stutensee-Cup auch für Schüler über 500 und 1000m Streckenlänge anzubieten. Diese Läufe werden in Blankenloch schon erfolgreich mit großen Zuspruch ausgetragen und sollen nun in Büchig eine Art Fortsetzung bieten, wieder mit einer Kombinationswertung, also doppelter Gewinnmöglichkeit. Und im nächsten Jahr wird man vielleicht auch tatsächlich in den Genuss der neuen Umkleiden kommen.

Bericht von Hannes Blank
Fotos von Hannes Blank & Ekkehard Gübel

Ergebnisse www.br-timing.de - Info www.vsv-buechig.de

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