23.7.17 - 10. Oscheffer TSG-Lauf in Mainaschaff

Rundum gelungene Jubiläumsveranstaltung

… und ein 5 km Streckenrekord mit Ansage

von Reinhold Daab

Informationen zum Lauf 2018 - siehe Ankündigung im WO LÄUFT`S WIE?

Innerhalb von nur 10 Tagen war ich zwei Mal hintereinander zur Berichterstattung in Mainaschaff, zunächst am vergangenen Freitag beim Rotary Benefizlauf am Mainparksee und dann am Sonntagvormittag anlässlich des 10. Oscheffer TSG-Laufs in der Ortsmitte von Mainaschaff. Grund genug, sich zunächst ein wenig mit dem Austragungsort selbst zu befassen. Die Gemeinde Mainaschaff liegt am rechten Ufer des Mains unweit der Landesgrenze zu Hessen und grenzt westlich an Aschaffenburg. Der ursprüngliche Name rührt vom Fluss Aschaff her, später wurde zur Unterscheidung der Zusatz Main hinzugefügt, eine in der Nähe liegende, gleichnamige Gemeinde heißt heute Waldaschaff. Erstmals erwähnt wurde Mainaschaff um 1184 als Alemannensiedlung. 1650 lebten in Mainaschaff etwa 65 Personen, heute hat die unterfränkische Gemeinde ca. 8.700 Einwohner.

Der Oscheffer TSG-Lauf, ein Volkslauf über 5- und 10 Kilometer mit Staffellauf und Schülerläufen in der Ortsmitte von Mainaschaff
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

Bei dieser Größenordnung ist es durchaus erstaunlich, dass in Mainaschaff innerhalb von wenigen Tagen gleich zwei Laufveranstaltungen durchgeführt werden, die eine Vielzahl von Läuferinnen und Läufern anziehen. Wobei aber auch klar gesagt werden muss, dass man sich keineswegs in die Quere kommt. Ganz im Gegenteil, viele Teilnehmer, die bereits ihre Runden um den Mainparksee gedreht haben, waren am Sonntag auch wieder am Start.

Die Idee, eine Laufveranstaltung in der Ortsmitte von Mainaschaff durchzuführen, ist im Jahre 2008 entstanden. In diesem Jahr feierte die TSG ihr 35-jähriges Vereinsjubiläum und der Vorstand machte sich Gedanken, wie man die Feier mal etwas anders wie sonst üblich begehen könnte. "Wir wollten diesmal keinen Ausflug machen und kamen bei unseren Überlegungen zu dem Entschluss, einen Lauf durchzuführen", erzählte mir der 1. Vorsitzende Heiko Herzog, der inzwischen seit 18 Jahren im Vorstand der TSG ist.

M60-Sieger über 10 km wird Mark de Vol Herbert Breunig kann sich freuen, er gewinnt beim Hauptlauf die M55 Die W55 über 10 km gewinnt Petra Seibert Erich Weiher ist mit Abstand der älteste 10 km Läufer (1. M80) und klatscht im Zielbereich die wartenden Kinder ab Jochen Seelinger (links, 2. M35) und M50-Sieger Joachim Reising beim Zielsprint

Was vor neun Jahren in keiner Weise abzusehen war, ist inzwischen längst Tatsache: Der Oscheffer TSG-Lauf hat sich zu einer stattlichen und gut besuchten Laufveranstaltung gemausert. Mit "MAXX-Timing" wurde 2010 auch ein professioneller Zeitnehmer mit an Bord geholt. "Die Aufnahme in den Cordenka Laufcup hat uns noch mal einen ordentlichen Schub gebracht, darüber sind wir sehr froh", so Herzog. Die Rahmenbedingungen sind in Mainaschaff ideal. Mit der Maintalhalle stehen perfekte Räumlichkeiten in unmittelbarer Nähe zu Start- und Ziel zur Verfügung, Umkleiden und Duschen inklusive. Parkmöglichkeiten sind ebenfalls in ausreichender Zahl vorhanden. Dazu kommt ein zuschauerfreundlicher Rundkurs durch die Ortsmitte, der offiziell vermessen und bestenlistenfähig ist. Die Voraussetzungen für eine tolle Jubiläumsveranstaltung hatte die TSG Mainaschaff geschaffen, jetzt lag es nur noch an den Teilnehmern, ihren Teil zum Gelingen des 10-jährigen Jubiläums beizutragen. Und die ließen sich nicht lumpen, um es gleich vorweg zu nehmen.

Mit dem Schülerlauf der Jahrgänge 2007 und jünger wird die Jubiläumsveranstaltung in Mainaschaff eröffnet Malte Hofmann (Jg. 2007) gewinnt den Schülerlauf Schnellste Schülerin ist Paula Dieser (Jg. 2007)

Schülerlauf 1 km (Jg. 2007 und jünger) 92 Teilnehmer

48 Mädchen und 44 Jungen konnten den Start zum Schülerlauf um 9:00 Uhr kaum erwarten, sie hatten in einer Seitenstraße neben der Maintalhalle Aufstellung genommen und mussten eine Runde von etwa 1 km Länge zurücklegen. Malte Hofmann (Jg. 2007) erreichte in 4:07 min. als Schnellster das Ziel und wurde von vielen Zuschauern begeistert empfangen. Connor Scheuring (4:14 min., Jg. 2008, TSG Kleinostheim) und Konrad Wappner (4:18 min., Jg. 2007, TSG Mainaschaff) folgten auf den Plätzen zwei und drei. Mit großem Vorsprung holte sich Paula Dieser vom TV Schweinheim in 4:21 min. (Jg. 2007) den Sieg bei den Mädchen, gefolgt von Joyce Konrad (4:40 min., Jg. 2009, TV Großostheim) und Emma Felzmann (4:45 min., Jg. 2008, TV Schweinheim).

Der Lauf der älteren Schüler der Jahrgänge 2002-2006 folgt eine Viertelstunde später Franz-Xaver Brunner (Jg. 2003) entscheidet den zweiten Schülerlauf für sich Bei den Schülerinnen ist Eliese Hohmann (Jg. 2004) die Schnellste

Schülerlauf 1 km (Jg. 2002-2006) 33 Teilnehmer

Anschließend stand der Schülerlauf für die älteren Jahrgänge auf dem Programm, eine Viertelstunde nach dem ersten Schülerlauf wurden 11 Mädchen und 22 Jungen auf den Rundkurs geschickt. Den Sieg holte sich Franz-Xaver Brunner vom TV Schweinheim in 3:39 min. (Jg. 2003). Die Plätze zwei und drei gingen an Jan Nimbler (3:41 min., SSC Hanau-Rodenbach, Jg. 2004) und Paul Fecher (3:53 min., TSV Mainaschaff, Jg. 2005).

Schnellstes Mädchen mit einer Zeit von 4:13 min. war Eliese Hohmann (LAZ Obernburg-Miltenberg, Jg. 2004). Die Vereinskameradinnen vom TV Schweinheim, Hayli Klein (4:17 min., Jg. 2005) und Aleyna Emmerich (4:19 min., Jg. 2005), belegten die Plätze zwei und drei.

5 km Jedermannlauf (90 Teilnehmer)

Überraschend groß war die Resonanz beim Jedermannlauf über 5 km, um ein Haar wurde eine dreistellige Teilnehmerzahl verpasst, trotzdem war die Steigerung gegenüber den drei letzten Jahren (2016: 72 TN, 2015: 59 TN und 2014: 63 TN) äußerst positiv zu bewerten. Vor dem Start ließ sich der Vereinsvorsitzende Heiko Herzog, der auch als Moderator fungierte, noch schnell zusammen mit Steven Scheuring ablichten, bevor er zu mir sagte: "Der Steven will heute Streckenrekord laufen", was natürlich die Neugier bei mir weckte. Ja, das habe er tatsächlich im Sinn, zumal er in dieser Jahr bereits eine 15er Zeit über 5 km gelaufen sei, erzählte mir Steven auf Nachfrage. Der Triathlet ist in der 2. Bundesliga für das SPANNRIT Team TSG Kleinostheim am Start und hat am 16.7.2017 beim "Hensel Recycling Churfranken Triathlon" den zweiten Platz über die Olympische Distanz belegt. Bei den Frauen war mit Eva Skalsky die Siegerin der Jahre 2015 und 2016 und aktuelle Streckenrekordinhaberin (20:32 min 2015) am Start.

Streckenrekord mit Ansage durch 5 Km Sieger Steven Scheuring (1. MHK) Auf Rang zwei über 5 km läuft David Johnson (2. MHK) Sven Lorenz wird Dritter über 5 km (1. MU20) M50-Sieger Wolfgang Höfer führt beim Jedermannlauf eine Gruppe mit Florian Roth (5. MHK) und Joscha Simon (1. MU16) an

Eigentlich wollte Steven Scheuring zu Beginn des Rennens einen Vereinskameraden mitziehen. Dieses Vorhaben schrieb er jedoch ziemlich schnell in den Wind, weil er einen gefährlichen Kontrahenten ausgemacht hatte, wie er mir später erzählte. Mitte der ersten Runde lag er somit bereits deutlich in Führung und auch auf Streckenrekordkurs. Am Ende unterbot Steven Scheuring die im vergangen Jahr von Tamas Csak aufgestellte Bestzeit von 17:40 min. um fast eine Minute und lief in 16:41 min. (1. MHK) tatsächlich einen neuen Streckenrekord mit Ansage. In 17:25 min. blieb sein Vereinskamerad David Johnson ebenfalls noch unter der alten Bestmarke und wurde Zweiter (2. MHK). M20-Sieger Sven Lorenz konnte als Dritter (18:05 min., ASC Dillenburg) einen totalen Triumph der TSG Kleinostheim verhindern und verwies Dennis März auf den undankbaren vierten Rang (18:24 min., 3. MHK, SPANNRIT Team TSG Kleinostheim).

Die 2-malige TSG-Lauf-Gewinnerin Eva Skalsky macht mit ihrem 3. Sieg in Folge das Triple komplett und verbessert ihren eigenen Streckenrekord um 2 Sekunden WU16-Siegerin Sam Müller wird Dritteüber 5 km Marina Seminara gewinnt die W60 beim Jedermannlauf Dauerläufer Heinz Sitzmann auf dem Weg zum M70-Sieg über 5 km Mit Jahrgang 1937 ist Gerhard Kauder der älteste Teilnehmer am Jedermannlauf (1. M80)

Bei den Frauen wurde Eva Skalsky ihrer Favoritenrolle gerecht und machte mit ihrem dritten Sieg in Folge das Triple komplett. Dabei gelang es ihr sogar noch, ihren eigenen Streckenrekord um 2 Sekunden auf 20:30 min. (1. W30, LuT Aschaffenburg) zu verbessern. Mit über drei Minuten Rückstand wurde W40-Siegerin Anna Alps Zweite (23:41 min., RC Aschaffenburg). Die 16-jährige Sam Müller verteidigte den dritten Platz (23:49 min., 1. WU16, SPD Mainaschaff) knapp vor W50-Siegerin Ingrid Höfer (23:51 min., TSG Kleinostheim).

10 km Hauptlauf (158 TN)

Ebenfalls eine leichte Steigerung der Teilnehmerzahlen gegenüber dem Vorjahr (146 TN) konnte der Hauptlauf über 10 km verzeichnen, bei dem fünf Runden durch den Ortskern zu absolvieren waren. Klare Favoriten waren der 2-malige TSG-Lauf-Sieger Ingbert Reinke (2014+2015) sowie Marvin Thomas, der erst vor kurzem den 5 km Barbarossa-Lauf in Erlenbach mit neuem Streckenrekord gewonnen hat. Bei den Frauen schlüpfte Julia Roth bei ihrem ersten Start in Mainaschaff sogleich in die Favoritenrolle.

Marvin Thomas studiert in den U.S.A. und nutzt die Sommerpause für Rennen in der alten Heimat, er gewinnt den Hauptlauf mit großem Vorsprung (1. MHK) Der 2-malige TSG-Lauf-Sieger Ingbert Reinke wird Zweiter über 10 km (1. M40) und baut seinen Vorsprung beim Cordenka Laufcup aus Als Dritter über 10 km sorgt Lokalmatador Michael Lehmen (2. M40) auch für einen Erfolg des Veranstalters Vierter und M55-Sieger beim Hauptlauf wird Holger Simon

In der ersten Runde konnte Reinke das Tempo von Thomas noch halbwegs mitgehen, sein Rückstand auf den Führenden war gering. Ganz anders sah es bei den Frauen aus, Julia Roth lag klar in Führung vor Mona Winter, der Barbarossa-Lauf-Siegerin über 10 km. In den folgenden Runden wurde es an der Spitze dann doch zu schnell für Reinke und er verlor Thomas schließlich aus den Augen, der Rückstand wurde Runde für Runde größer. Am Ende betrug der Vorsprung des Siegers Marvin Thomas zwei Minuten (34:53 min., 1. MHK, LAC Quelle Fürth).

Thomas stammt aus Aschaffenburg, studiert in den U.S.A. Spiele-Programmierer und nutzt die Sommerferien für einige erfolgreiche Starts in der alten Heimat. Mit Platz zwei und dem M40-Sieg in 36:52 min. (Clever fit Aschaffenburg) konnte Ingbert Reinke seine Führung in der Cordenka-Laufcup-Wertung nach 6 von 11 Wertungsläufen weiter ausbauen. Lokalmatador Michael Lehmen sorgte schließlich mit dem dritten Platz für einen schönen Erfolg des Veranstalters TSG Mainaschaff (37:30 min., 2. M40).

Bei ihrem ersten Start in Mainaschaff gewinnt Julia Roth den Hauptlauf (1. W30) und verpasst den Streckenrekord nur um 13 Sekunden Mona Winter wird Zweite über 10 km (1. WHK) und führt die Cordenka Laufcup Wertung an Moni Wurm wie man sie kennt, beim Hauptlauf läuft sie strahlend auf Platz drei (1. W45) Beate Münch auf dem Weg zum W50-Sieg beim Hauptlauf

In den letzten beiden Runden verließen Julia Roth die Kräfte und sie musste sich am Ende völlig verausgabt ins Ziel schleppen. "Es läuft einfach nicht gut in diesem Jahr. Ich war in den ersten Runden viel zu schnell und am Ende völlig fertig", haderte sie mit dem Rennverlauf. Trotzdem reichte es für einen klaren Sieg in 40:13 min. (1. W30, TV Schweinheim). In etwas besserer Verfassung hätte es wohl durchaus gereicht, den Streckenrekord von Claudia Hille aus 2011 von 40:00 min. auszulöschen. So fehlten am Ende ganze 13 Sekunden. Das machte die Stimmung von Julia natürlich auch nicht besser. Sie hofft jetzt auf eine gute zweite Saisonhälfte und will im Herbst beim Frankfurt Marathon starten. Die Führende in der Cordenka Laufcup-Wertung, Mona Winter, konnte ihren zweiten Platz in 43:02 min. (1. WHK, Spiridon Frankfurt) gegen Moni Wurm verteidigen, die in 43:21 min. die W45 gewann. Somit ging auch der dritte Platz bei den Frauen an den Veranstalter TSG Mainaschaff.

Familienausflug auf der 5 km Runde durch Mainaschaff: Anna Alps wird 2. und 1. W40, Ehemann Rüdiger (3. M50), Thomas Kunkel und Nachwuchs im Babyjogger (7. M40) Krönender Abschluss der rundum gelungenen Jubiläumsveranstaltung ist ein Staffellauf mit 25 Staffeln und 100 Läuferinnen und Läufern über jeweils 1 km
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Den krönenden Abschluss des Jubiläumstages bildete das Staffelrennen mit vier Teilnehmern über jeweils 1 km Runde. Einige Teilnehmer hatten sich nach ihren Rennen spontan noch zu einem Staffel-Start entschlossen, so dass sich schließlich 25 Staffeln mit insgesamt 100 Läuferinnen und Läufern am Staffellauf beteiligten. Die Stimmung war fantastisch, schöner hätte dieser Tag nicht enden können. Die TSG Kleinostheim stellte in 15:15 min. die Siegerstaffel, beim Familien Staffellauf siegten die Teilnehmer von "Hier könnte ihre Werbung stehen" in 19:01 min..

Es war eine rundum gelungene Jubiläumsveranstaltungen in Mainaschaff, die mit zwei neuen Streckenrekorden über 5 km und spannenden Rennen belohnt wurde.

Bericht und Fotos von Reinhold Daab
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