8.7.17 - Breidenbach Volkslauf „Rund um den Perfstausee"

Special-Olympics bereichern Laufveranstaltung des ASC Breidenbach

von Helmut Serowy

Eine herrliche Strecke haben sich die Organisatoren des ASC 1990 Breidenbach und der Hinterländer Werkstatt für ihre jährliche Volkslauf-Veranstaltung ausgesucht. Entsprechend dem Motto "Rund um den Perfstausee" umrundet der 2,5-Kilometer-Kurs das beliebte Ausflugsziel Perfstausee im Norden des Gladenbacher Berglandes am Unterlauf der Perf.

Der Perfstausee wurde als "Hochwasser-Rückhaltebecken Breidenstein" im Tal zwischen Breidenbach und Breidenstein im hessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf angelegt. Zwischen 1984 und 1993 wurde der Staudamm aufgeschüttet. Er ist an seiner Krone 5 Meter und an der Sohle 85 Meter breit. Der halbkreisartig angelegte Damm ist rund 500 Meter lang.

Still ruht der See zwischen den Hügeln des Berglandes Reges Treiben herrscht hingegen im Start-Ziel-Bereich am Ende des Dammes
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Seit 1995 ist die Talsperre - die mit ihrer Haupt- und Vorsperre vorrangig dem Hochwasserschutz von Perf und Lahn und damit auch der Entlastung des Rheins dient - im Betrieb. Das Einzugsgebiet des 18 ha großen Stausees umfasst 112,5 Quadratkilometer und hat ein Speichervolumen von 600.000 Kubikmeter. Seit Dezember 2011 läuft am Perfstausee zudem eine Wasserkraftanlage. Sie erzeugt Strom für die Biedenkopfer Stadtwerke. Ein breiter Strand am Südufer des Perfstausees lädt zum Verweilen und Spielen ein. Ausgebaute Wege führen entlang des Gewässers und über die Dammkrone. Ein Eldorado für Wanderer, Jogger, Radler. Und eine schöne Kulisse für den inzwischen traditionellen Perfstausee-Lauf. Die weit einsehbare Dammkrone dient als Wendepunkt-Strecke für die Bambini (500 m) und für die 1000-m-Läufe der Schüler, die den Damm über seine volle Länge hin und zurück belaufen.

Für die 5-Kilometer- und 10-Kilometer-Läufer haben sich die Organisatoren des ASC Breidenbach um Walter Hirschhäuser ab der 21. Auflage eine interessante Änderung ausgedacht. Der Start wurde von der Dammkrone auf die Straße oberhalb des bisherigen Start-Ziel-Bereiches verlegt, der bewährte 2,5-Kilometer-Rundkurs beibehalten, aber die Laufrichtung umgedreht.

Durch die geänderte Streckenführung kommt ein völlig neues Laufgefühl auf. Positiv ist vor allem, dass die bisherige kurze und durch eine heftige Bergab-Passage schwierig zu laufende Zielgerade durch das Highlight des Kurses, die 500 Meter lange, offene Dammkrone abgelöst wird. Das bietet Läufern, die noch bei Kräften sind, die Möglichkeit, über eine lange Distanz das Tempo hochzuhalten und den Zuschauern die Chance, die Läufer länger zu beobachten.

Nach dem Start führt eine wellige Gerade zur Ostseite des Perfsee Highlight des Perfstaussee-Laufes ist das Überqueren des Staudamms

Zweimal hatten die Jedermänner und Jugendlichen beim 5-Kilometer-Rennen die Runde zu durchlaufen. Der um 18 Uhr gestartete, abschließende Hauptlauf über 10 Kilometer führte entsprechend vier Mal über die Dammkrone. Eröffnet wurde der "Lauf um den Perfstausee" um 16 Uhr mit dem Bambini-Wettbewerb über 500 Meter sowie den 1000-m-Läufen der Schüler, fortgesetzt um 17 Uhr mit dem 5-Kilometer-Lauf.

Gepflegt wird beim Perfstausee-Lauf die Zusammenarbeit mit der Hinterländer Werkstatt. Durch Wertungen für Special-Olympics-Läufe werden behinderte Sportler in die Wettbewerbe integriert. Mit Armin Weinöhl, dem Sportleiter der Hinterländer Werkstätten, ist ein in der Ausrichtung von Sportveranstaltungen für behinderte Menschen erfahrener Mitarbeiter des ASC Breidenbach in die Organisation des Stausee-Laufes eingebunden. Wertungen für Special-Olympics-Läufe gibt es innerhalb des Jedermann-Laufes über 2,5 und 5 Kilometer sowie beim Hauptlauf über 10 Kilometer. Dieses Angebot nutzen Teilnehmer von Werkstätten aus ganz Hessen mit viel Begeisterung und ansteckender Freude.

"Der ASC Breidenbach legt Wert auf die Teilnahme der nicht ganz so ambitionierten Läufer", ergänzt hierzu Walter Hirschhäuser. "So haben auch die zahlreicher werdenden Walker und die Hobbyläufer Gelegenheit, mit Zeitnahme und Wertung im Jedermanns- oder Hauptlauf anzutreten."

Geschlossen stürmen die 10-km-Läufer auf die Strecke um den See Am Horizont verliert sich die Läuferschlange

Der Lauf "Rund um den Perfstausee" zählte als drittes Rennen zur Sparkassen-Lauf-Cup Serie 2017 mit neun Laufveranstaltungen im Großraum Dillenburg/Biedenkopf. Für die Special-Olympics-Athleten gibt es bei dieser Laufserie zusätzlich eine Sonderwertung. Bei strahlendem Sonnenschein starteten wieder über 200 Läuferinnen und Läufer auf der herrlichen Strecke um den idyllisch und ruhig im Tal liegenden See, der einen weiten Blick auf die umliegenden "Hauberge" mit ihren zahlreichen Windrädern frei gibt. Getränke und Obst - die bei der sommerlichen Hitze gefragt waren - verteilten die Helfer des Rapid Relief Team an der Strecke und im Ziel. Sie sorgten damit für eine wesentliche Bereicherung der Läufe und stellten für die Veranstalter eine willkommene Unterstützung dar.

10 Kilometer

Eine fünfköpfige Spitzengruppe löste sich ziemlich schnell nach dem 10-Kilometer-Start vom Läuferfeld, um die Medaillenränge untereinander auszumachen.

Einen weiteren Sieg fährt Yibrah Gidey Kahsay über 10 km ein Vorjahressieger Marc Feußner sichert sich Platz 2 Zwischen der Zeitauswertung erkämpft sich Alexander Hirschhäuser den 3. Rang

Als Favorit hatte sich in den letzten Monaten Yibrah Gidey Kahsay vom ausrichtenden ASC Breidenbach angeboten. Der seit Dezember mit der Breidenbacher Läufertruppe trainierende Äthiopier setzt derzeit die Maßstäbe in der Lauf-Cup-Serie. Überlegen holte er die Siegerpokale auf den Langstrecken bei den Stadtläufe in Dillenburg und Haiger, den beiden ersten Rennen der Laufserie.

Erwartungsgemäß setzte sich Kahsay auch am Perfsee aus der Spitzengruppe ab und baute ab der zweiten Runde seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Ungefährdet lief er nach 34:12 min über die Ziellinie am Ende des Staudamms.

Offen blieb dagegen lange die Entscheidung im Verfolgerpulk. Der ebenfalls als Lokalmatador angetretene Alexander Hirschhäuser - vor und nach seinem Start in der Organisation mit EDV und Ergebnis-Auswertung betraut - hatte anfangs Anschluss an den Spitzenreiter gehalten. Die zurückgefallenen Marc Feußner vom ASC Breidenbach, Felic Pinter vom LC Eschenburg und Patrick Brandenburger vom Team LaufStil Sinn stellten den Zweiten der Stadtläufe von Dillenburg und Haiger allerdings wieder und mischten die Karten neu.

Eine Woche nach dem Halbmarathon-Sieg in Marburg ist Felix Pinter mit dem 4. Platz und dem Erfolg in der M30 zufrieden Patrick Brandenburger freut sich als 5. über den zweiten Platz in der M35 Die M45 führt Robert Drobny nach einem Solorennen an Der mehrfache hessische Seniorenmeister Walter Fiedler kann der M60 für sich entscheiden

Wiedererstarkt erkämpfte sich Vorjahressieger Marc Feußner schließlich den zweiten Rang und den Sieg in der M35. Mit 34:52 min blieb er dabei nur wenige Sekunden hinter seiner letztjährigen Zeit zurück. Alexander Hirschhäuser hielt mit 35:18 min die weiteren Mitstreiter in Schach und sprang als Gesamt-Dritter und Zweiter der Männer-Hauptklasse erneut auf das Siegerpodest. Felix Pinter war eine Woche nach seinem Halbmarathon-Sieg im Rahmen des Marburger Nachtmarathon mit Bestzeit von 1:13 Stunden auch mit dem vierten Rang und dem Erfolg in der M30 nach 35:49 min zufrieden. Und Patrick Brandenburger freute sich, dass er erst auf der Schluss-Runde den Anschluss verlor und mit 36:33 min als Zweiter der M35 punktete.

Als Solist war der Sechste, Robert Drobny vom LC Eschenburg unterwegs. Mit 37:05 min führte er in der M45 ein Vereins-Trio mit Volker Müller und Olaf Behrens an. Der Siebte, Tobias Koch aus Herborn, siegte nach 38:29 in der M40. Der mehrfache hessische Seniorenmeister Walter Fiedler vom LC Eschenburg lag nach 47:05 min in der M60 an der Spitze, Elmar Stein aus Wolfshausen führte mit 54:30 min die M65 an. In der M70 und der M75 hielten Hermann Schwarz vom Lauf-Treff Sechshelden (54:35 min) und Helmut Schwarz vom TV Herborn (56:22 min) weiter die Fahne hoch.

 

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Die Deutsche Junioren-Vizemeisterin über 5000 m von 2016 - Julia Fritz - holt sich locker über 10 km den Siegerpokal bei den Frauen Mit Freunde unterwegs: die Zweite Franziska Espeter Als Dritte baut Sonja Kiefer ihre Führung in der Lauf-Cup-Serie aus Nur zwei Sekunden zurück erreicht Eva-Maria Reichmann als Vierte das Ziel

Der talentierten Julia Fritz vom LC Eschenburg - im letzten Jahr Deutsche Junioren-Vizemeisterin über 5000 m - reichte ein flotter Trainingslauf als Begleiterin ihrer Vereinskollegen Volker Müller und Olaf Behrens, um die Frauen-Konkurrenz mit 40:20 min zu gewinnen. Den zweiten Rang sicherte sich Franziska Espeter vom TV Laasphe in 41:44 min. Nachdem sie ihre Tätigkeit im Wettkampfbüro abgeschlossen hatte, nahm auch Titelverteidigerin Sonja Kiefer die 10-Kilometer-Strecke in Angriff. Die Siegerin der beiden ersten Serien-Rennen baute als Dritte in 43:33 min ihre Führung in der Cup-Wertung aus, musste sich aber strecken, um die ihr ständig im Nacken sitzende Eva-Maria Reichmann vom LC Eschenburg (43:35 min) in Schach zu halten.

Birgit Schulte wiederholt in der W45 ihren Vorjahreserfolg Die Spitze in der W50 behält Christina Dintelmann M75-Sieger Helmut Schwarz hat sich mit Regina Thum (Siegerin W60 und Silke Neuweger (2. W45) zusammengetan (v.li)

Mit Platz fünf und 49:31 min wiederholte Birgit Schulte vom Team Naunheim ihren Erfolg in der W45. Christina Dintelmann vom LC Eschenburg (52:01 min) setzte sich in der W50, Ursula Eisenhauer-Horst (57:33 min) in der M55 und Regina Thum vom LC Eschenburg (56:25 min) in der W60 durch.

5 Kilometer

Eine sichere Angelegenheit wurde das 5-km-Rennen für Sedric Steffen Haus vom LC Eschenburg. Der 10-km-Zweite des letzten Jahres distanzierte mit 17:34 min Clemens Möller vom VfL Marburg (18:17 min). Der B-Jugendliche Habtom Weldu vom ASC Breidenbach lief als Dritter nach 18:33 min ins Ziel.

Den Start des 5-km-Laufes gewinnt Janek Waldschmidt (Mitte), mit der Startnummer 251 der spätere Sieger Sedric Steffen Haus, mit der Nummer 856 der 2. Clemens Möller Habtom Weldu läuft als Dritter zum Jugendsieg Die B-Schülerin Paula Auschill rennt den routinierten Frauen über 5 km davon

Die B-Schülerin Paula Auschill mischte in diesem Lauf kräftig mit. Als schnellste Läuferin gewann sie die Jugendwertung in ausgezeichneten 21:36 min. An die Spitze der Frauen-Wertung setzte sich Kirsten Bergen vom ASC Breidenbach mit 23:18 min vor Inga-Simone Kern (24:15 min) und Natalie Wagner (24:57 min) vom ASC Dillenburg.

Schüler-Rennen 1000 m

Die übersichtliche Wendepunkt-Strecke auf dem Damm des Perfstausee machte die Rennen der Schülerinnen und Schüler über 1000 m für das Publikum noch interessanter, da die Rennverläufe über die gesamte Distanz verfolgt werden können. Entsprechend stieg der Stimmungspegel im Start-Ziel-Bereich während der einzelnen Läufe kräftig an.

Reizvoll sind Starts bei den Serienläufen zudem für Schülerinnen und Schüler, da für sie eine gesonderte Serien-Wertung ausgeschrieben ist.

Mit Eifer nimmt eine Schüler-Truppe die 1000 m in Angriff Durch Wendepunkt-Strecken über die Dammkrone können die Schüler-Wettbewerbe voll eingesehen und beobachtet werden
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Die flache 1000-m-Strecke auf dem Damm schaffte als schnellster Schüler der 13-jährige Jacob Günther vom TV Niederscheld in 3:10 min vor dem dichtauf folgenden Joshua Neuweger vom TV Burg (M15 - 3:11 min). Die drittschnellste Zeit erreichte der M12-Starter Linus Ben Hannich vom FV Wallau (3:21 min).

Bei den Schülerinnen hatte die 15-jährige Marie Klotz vom ASC Breidenbach Mühe, mit 3:22 min die Angriffe der W13-Siegerin Malin Boller vom TV Burg (3:23 min) abzuwehren. Als Drittschnellste führte Theresa Ruppersberg vom ASC Breidenbach mit 3:29 min in der W12 ein Vereins-Trio mit der gleichstarken Marlisa Freund (3:30 min) und Nela Freund (3:53 min) an.

Bambini-Rennen 500 m

20 Bambini tobten sich auf dem 250-m-Wendepunkt-Kurs über dem See aus. Heftig angefeuert stürmten hier Sascha Schessler vom ASC Breidenbach nach 1:55 min und Marie Manthei vom FV Wallau als Erste durch den dicht umlagerten Zielkanal.

Bericht und Fotos von Helmut Serowy

Ergebnisse www.asc-breidenbach.de

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