9.7.17 - 13. Aschaffenburger Stadtlauf

SEFRA rennt – gegen Gewalt
von Thomas Guthmann

Im nordwestlichen Bayern, im Regierungsbezirk Unterfranken, liegt Aschaffenburg. In der Metropolen-Region Frankfurt/Rhein-Main ist diese Stadt vor allem durch den HVB Citylauf (LaufReport berichtete) und den Aschaffenburger Halbmarathon in der Laufszene bekannt. Am vergangenen Sonntag wurde die Innenstadt von Aschaffenburg Schauplatz für einen Benefizlauf: "Sefra rennt gegen Gewalt" lautete der Name der Veranstaltung. Die Idee für diese Veranstaltung war, das Thema Frauen und Gewalt in die Öffentlichkeit zu tragen. Ferner unterstützen die Läufer durch ihre Teilnahme die Arbeit des Vereins für gewaltbetroffene Frauen. Denn mit den Einnahmen aus dem Lauf werden Beratung und Projekte von Sefra finanziert, damit auch in Zukunft Frauen und Kindern, die Opfer von Gewalt wurden, geholfen werden kann.

 

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Organisations-Chefin Gerti Metz und Moderator Johannes Zenglein geben den Start frei zum ... ... 13. Aschaffenburger Stadtlauf SEFRA rennt – gegen Gewalt
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Trotz des hochsommerlichen Wetters waren 405 Läufer der Einladung des örtlichen Sozialvereins Sefra gefolgt und liefen durch die flimmernde Innenstadtluft Aschaffenburgs. Start und Ziel befanden sich vor dem Schloss Johannisburg, welches als markante Sehenswürdigkeit das Stadtbild Aschaffenburgs prägt. Die Teilnehmer kamen nicht umhin von diesem Bauwerk Notiz zu nehmen und nicht selten wurden Gruppenfotos vor dieser imposanten architektonischen Kulisse geschossen. Die Innenstadt war durch die örtliche Polizei abgesperrt, so dass einem unbeschwerten Laufvergnügen nichts im Wege stand. Die Ortsgruppen des THW und der Malteser steuerten ebenfalls ihren Teil zum reibungslosen Ablauf der Veranstaltung bei und das THW hatte auf der Start-Ziel-Geraden einen Rasensprenger installiert.

Christine Berninger sorgte zuvor für das richtige Warm up ... und alsbald war die Führungsgruppe in Runde 1

Der Startschuss erfolgte bei 27 Grad Celsius pünktlich um 11 Uhr auf der Luitpoldstraße und die Läuferschar setzte sich auf dem 2 km langen Rundkurs durch das Herz Aschaffenburgs in Bewegung. Durch ein leichtes Gefälle nahmen die Teilnehmer vom Start weg leichtfüßig Fahrt auf und nachdem sie links in die Landingstraße abgebogen waren, konnten sie dank einer kurzen Bergabpassage richtig an Geschwindigkeit gewinnen. Der weitere Streckenverlauf führte durch die Sandgasse Richtung Park Schöntal. Im Park spendeten Bäume Schatten und das saftige Grün sorgte für eine erfrischende Kühle. Jedoch wirbelten die vielen hundert Läuferfüße hier ordentlich Staub auf, so dass manch einer den Park hustend verließ. Nach kurzer Querung der B26 ging es über die Frohsinnstraße zur Erthalstraße und von dort auf der Friedrichstraße nach einer Rechtskurve zurück Richtung Start. Um auf die erforderliche Gesamtdistanz von 6 km zu kommen musste der Rundkurs, sehr zur Freude der mitgereisten Fans, dreimal durchlaufen werden.

Für Erfrischung unterwegs war gesorgt, dank Rasensprenger des THW

Bei den Männern setzte sich eine 7er Gruppe an die Spitze des Feldes. Jedoch dauerte es keine drei Kilometer bis nur noch Ingbert Reinke (SSC Hanau-Rodenbach) und Sibaz Ibrahim (LAZ Obernburg-Miltenberg) das Führungsduo bildeten und die übrigen Läufern deutlich distanziert hatten. Reinke hatte am Vorabend 20-jährige Abi-Feier gehabt, weshalb er es verhalten anging und erst mit Beginn der zweiten Runde das Tempo etwas forcierte. Zusammen mit Ibrahim wechselte er sich in der Tempoarbeit ab. Mit einer plötzlichen Tempoverschärfung circa einen Kilometer vor Ziel konnte Reinke sich um knapp 20 Meter absetzen, wurde jedoch kurz vor der Abbiegung zur Luitpoldstraße mit der langen Zielgeraden von Ibrahim wieder eingeholt.

Sibaz Ibrahim gewinnt den 13. Aschaffenburger Stadtlauf Ingbert Reinke wird 2. Der 3. Gregor Köbler vor Marco Schmitt, der 5. wird David Johnson läuft auf Rang 4

Dem 39 Jahre alten Syrer hatte Reinke, Sieger der Jahre 2016 und 2014, nichts mehr entgegen zu setzen. So siegte Sibaz Ibrahim bei seiner Sefra-Lauf-Premiere in 20:52 min. Er war zusammen mit Edgar Moschhäuser nach Aschaffenburg gekommen, mit dem er seit zwei Monaten trainiert. Ibrahim konnte bereits Erfolge in Obernburg beim Römerlauf, in Niedernberg beim Honiglauf und zuletzt in Erlenbach beim Barbarossalauf (LaufReport berichtete) für sich verbuchen. Dicht auf den Fersen blieb ihm Ingbert Reinke, der nach 20:58 min finishte und Jahr für Jahr aufs Neue einfach Spaß bei der Veranstaltung hat - auch wenn es wie heute nicht für den Sieg reicht.

Der dritte Platz ging ebenfalls an einen Sefra-Newcomer: Gregor Köbler (TV Groß-Umstadt) erreichte nach 21:54 min das Ziel. Nach zwei Marathons im Frühsommer (Mainz und Mannheim) suchte er etwas Abwechslung in seiner selbstgesteckten Sommerpause. Köbler kennt bereits den Aschaffenburger Halbmarathon, weshalb er sich nun auch zum Aschaffenburger Stadtlauf locken ließ. "Die Strecke war sehr angenehm zu laufen und die Stimmung war toll. Das Wetter fand ich ebenfalls sehr gut, auch wenn es zwei, drei Grad zu heiß war", erzählte er nach seinem Zieleinlauf.

 

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Das Frauenfeld führt Julia Roth beim "SEFRA rennt – gegen Gewalt" an 2. wird Romy Ehrhard Eva Skalsky läuft auf Rang 3 Julia Grünewald wird 4. Elena Sigl 5.

Das Rennen der Frauen war geprägt durch einen souveränen Start-Ziel-Sieg von Julia Roth (TV Schweinheim), die mit ihrer Finisher-Zeit von 22:54 min und als neunte des Gesamteinlaufs sogar ordentlich die Männer aufmischte. Für Roth war es ihre dritte Teilnahme, denn sie findet den Gedanken hinter dem Benefizlauf klasse. "Die Hitze war für mich in Ordnung, jedoch finde ich die Strecke aufgrund der Auf und Abs und der Ecken nicht ganz so gut. Dennoch hat es mir Spaß gemacht und es war ein schneller Tempolauf", resümierte sie im Ziel. Im Herbst will sie versuchen beim Frankfurt Marathon die drei Stunden-Marke zu knacken.

Die Fußballer Erdas Tolga (links) und Ötztas Sert (rechts) im Schlussspurt Jubelnder Zieleinlauf von Stephanie Dirnbach (117), Claudia Stork (112) und Katja Schmitt (113)

Zwei Minuten nach der Siegerin erreichte die Aschaffenburgerin Romy Ehrhard bei ihrer ersten Teilnahme am Sefra-Lauf in 24:55 min das Ziel. "Mir hat die Strecke super gefallen, vor allem die Musik im Park. Es ist ein schönes Laufevent und ich finde es klasse, dass für den guten Zweck sowohl Hobbysportler als auch ambitionierte Athleten zusammenkommen". Für das nächste Laufevent geht es zusammen mit ihrem Freund über den großen Teich nach Philadelphia zur Teilnahme am dortigen Halbmarathon.

Im Ziel vor dem Aschaffenburger Schloss gab es ausreichend Wasser

Das Podest komplettierte die Vorjahressiegerin Eva Skalsky (LuT Aschaffenburg) in 25:03 min. "Ich mag zwar längere Distanzen lieber als kurze Strecken, dennoch gefällt mir die Sache des Benefizlaufs. Und ich finde es nett, dass man hier viele bekannte Gesichter trifft. Aber ich bin ja auch Aschaffenburgerin", verkündete sie mit einem Lachen. Seit ihrem Marathon in Kandel hat Skalsky erstmal - wie sie es ausdrückt - nette Gesellschaftsläufe im Visier, so auch den Churfranken Triathlon am kommenden Wochenende.

So wie die schnellsten Athleten des Tages die Veranstaltung lobten, so war auch der Gesamttenor der Läufer, dem Moderator Johannes Zenglein immer wieder auf den Grund ging.

Die Lebenshilfe hatte großen Spaß und wurde zweitstärkste Mannschaft mit 25 Läufern Das Sefra-Team verabschiedet sich von den Läufern
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Wer erfolgreich das Ziel erreicht hatte, steuerte umgehend den nahegelegenen Wasserstand an und versorgte sich erstmal mit Flüssigkeit. Hatten sich die Teilnehmer erfrischt, waren Schattenplätze äußerst begehrt, denn die Mittagssonne brannte regelrecht auf die Athleten herunter. Die letzten waren noch nicht im Ziel, da wurde bereits zügig die Siegerehrung durchgeführt, denn eine Würdigung erhielten nur die schnellsten drei Männer und Frauen des Gesamteinlaufs, sowie die schnellsten Kinder. Auch die teilnehmerstärksten Mannschaften wurden geehrt: so war Lauffieber mit knapp 60 Leuten am Start und die Lebenshilfe mit 25 Läufern. Einziger Wermutstropfen zu der sonst gelungenen Veranstaltung war die Ankündigung von OK-Chefin Gerti Metz, dass sie nach nunmehr 13 erfolgreich durchgeführten Läufen ihr Amt als Veranstaltungschefin niederlegt. Ihre Nachfolge wird Susanne Knörzer antreten.

Bericht und Fotos von Thomas Guthmann
Weitere Fotos unter www.lauf-fotos.de

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Ergebnisse www.volkslauf.de - Info www.sefra-rennt-gegen-gewalt.de
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