06.07. - 10.07.2016 - 23. Leichtathletik Europameisterschaften in Amsterdam

1.500 Meter Männer - Finale

Text von René van Zee - Fotos von Jens Priedemuth

800m Frauen Männer   1500m Frauen Männer   3000mH Frauen Männer
5000m Frauen Männer 10000m Frauen Männer Halbmarathon Frauen Männer

1. Filip INGEBRIGTSEN Norwegen 3:46,65
2. David BUSTOS Spanien 3:46,90
3. Henrik INGEBRIGTSEN Norwegen 3:47,18

4. Richard DOUMA Niederlande 2 3:47,32
10. Homiyu TESFAYE Deutschland 3:47,93

Homiyu Tesfaye enttäuscht

Die 1500m Männer waren sehr spannend. Der Franzose Florian Carvalho führte das Feld bis 1200m an. Die Zwischenzeiten: 400m in 1:03,49; 800m: 2:10,43 und 1200 m: 3:08,08. Es war ein taktisches Rennen, wobei das Tempo niedrig war. Ein Jeder versuchte die beste Position zu bekommen.

Das Feld im 1500m Finale war kompakt bis auf die Zielgerade. Platz 3 bis 10 trennen dabei nur 75 Hundertstel Sekunden.
Der Mann mit der Sonnenbrille Henrik Ingebrigsten (NOR) wird 3. in 3:47,18, Richard Douma (NL) 4. in 3:47,32,
Florian Carvalho (FRA) 5. in 3:47,32, Lee Emanuel (GBR) 6. in 3:47,57, Jake Wightman (GBR) 7. in 3:47,68,
Filip Sasinek (CZE) 8. in 3:47,76, Isaac Kimeli (BEL) 9. in 3:47,92 und Homiyu Tesfaye 10. in 3:47,93
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Homiyu Tesfaye (LG Eintracht Frankfurt), der deutsche Vertreter, war mitten im Feld, kam nach 900 Metern nach vorne und ging - vielleicht zu früh? - in Führung. Auf den letzten 200 Metern ging das kompakte Feld Richtung Ziel.

Am Ende konnte sich überraschend der jüngere Bruder von Mitfavorit Henrik Ingebrigtsen, Filip Ingebrigtsen durchsetzen. Der Norweger siegte in 3:46,65. Der Spanier David Bustos wurde 2. in 3:46,90 und Henrik Ingebrigtsen 3. in 3:47,18. Am Ende konnte der favorisierte Homiyo Tesfaye nicht mithalten und wurde enttäuschend 10. in 3:47,93.

Jubel beim Norweger Filip Ingebrigsten Enttäuschung beim Favoriten Homiyu Tesfaye aus Deutschland und beim Lokalmatador Richard Douma aus den Niederlanden

Das Rennen blieb bis zum Schluss sehr eng. Zwischen dem Sieger und dem zehnten Rang lag nur etwas mehr als eine Sekunde. Die Gefahr von taktischen Rennen ist, dass ein Jeder auf die letzten 150 Meter wartet. Das ist ein Risiko, aber wer nicht warten kann und zu früh in Führung geht, wird bestraft.

Trainer Wolfgang Heinig fand das auch und war ‚not amused' über die Taktik seines Schützlings. Tesfaye war enttäuscht, dass er sich auf den letzten 50 Metern nicht durchsetzen konnte. "Wieder keine Medaille. Wir sollten uns überlegen, wie die Vorbereitung für Rio weiter läuft. Ich hätte hier siegen können. Traurig, wieder keine Medaille bei einer Europameisterschaft."

Filip Ingebrigtsen hat eine Bestzeit von nur 3:36,21, sein Bruder Henrik, Europameister 2012 eine Bestzeit von 3:31,46 und Homiyu Tesfayes PB ist 3:31,98, übrigens nicht dieses Jahr gelaufen. Meisterschaften haben ihre eigenen Gesetze, vor allem auf den Mittelstrecken. Die Favoriten haben versagt!!!

06.07. - 10.07.2016 - 23. Leichtathletik Europameisterschaften in Amsterdam

1.500 Meter Männer - Vorläufe

Homiyu Tesfaye locker ins Finale - Pech für Timo Benitz

Homiyu Tesfaye (LG Eintracht Frankfurt) startete hinten im Feld, kam dann langsam nach vorne. Er hatte die Geduld um auf den richtigen Moment mit starken letzten 50 Metern das Ziel nach 3:40,44 als Zweiter hinter dem Norweger Filip Ingebrigtsen (3:40,23) zu erreichen. Voriges Jahr verpasste Tesfaye verletzt die Saison, aber jetzt ist er wieder da.

Der Norweger Filip Ingebrigtsen gewinnt vor dem Deutschen Homiyu Tesfaye und dem Spanier David Bustos. Der Schwede Johan Rogestedt wird wegen Behinderung disqualifiziert

Tesfaye: "Es war ein taktisches Rennen und mein Trainer Wolfgang Heinig hat gesagt, dass ich ruhig bleiben sollte, um auf den letzten Metern zuzuschlagen. Das war die richtige Taktik. Ich bin froh, dass es wieder so schnell geht."

Den 2. Vorlauf gewinnt Ismael Debjani aus Belgien vor dem Franzosen Mourad Amdouni und dem Briten Lee Emanuel. Der Tscheche Jakub Holusa wird ebenfalls wegen Behinderung disqualifiziert

Der deutsche Meister Timo Benitz (LG farbtex Nordschwarzwald) hatte viel Pech als er nach 900m stürzte. Er war sehr schnell auf der Jagd nach der Gruppe, um den Anschluss wieder herzustellen. Er wurde Siebter 3:42,50. Das reichte leider nicht für das Finale. Er hat mehr verdient. Schade. Benitz: "Plötzlich lag ich am Boden. Ich habe durch den Sturz zwei Sekunden verloren. Das kostete mich den Finalplatz. Ich bin froh, dass meine Saison jetzt vorbei ist." Sieger im Rennen wurde Jake Wightman (Great Britain & NI) in 3:39,32, die schnellste Zeit aller Vorläufe.

Der Österreicher Andreas Vojta schied im 1. Vorlauf mit 3:46,2 aus Der Deutsche Timo Benitz kam nach einem Sturz nicht weiter Den 3. Vorlauf gewinnt der Brite Jake Wightman vor dem Norweger Henrik Ingebrigtsen und dem Franzosen Florian Car valho
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Weiter gekommen sind die ersten 3 in jedem Lauf (Q) und die weiteren 3 Zeitschnellsten (q)

1. Lauf 2. Lauf
1. Filip INGEBRIGTSEN NOR 3:40.23 Q 1. Ismael DEBJANI BEL 3:42.62 Q
2. Homiyu TESFAYE GER 3:40.44 Q 2. Mourad AMDOUNI FRA 3:42.64 Q
3. David BUSTOS ESP 3:40.60 Q 3. Lee EMANUEL GBR 3:42.92 Q
 
3. Lauf  
1. Jake WIGHTMAN GBR 3:39.32 Q
2. Henrik INGEBRIGTSEN NOR 3:39.66 Q  
3. Florian CARVALHO FRA 3:39.73 Q  
4. Filip SASÍNEK CZE 3:39.77 q  
5. Richard DOUMA NED 3:39.80 q  
6. Isaac KIMELI BEL 9 MAR 3:41.25 q  
nicht qualifiziert  
7. Timo BENITZ GER 3:42.40  

Für LaufReport berichten aus Amsterdam:
René van Zee und Jens Priedemuth

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