2.6.19 - 10. Saar-Hunsrück-Steig Wandermarathon/Weiskirchen

1000 Marathon-Wanderer trotzen der Sommer-Hitze

von Axel Künkeler 

Das hatten sich die Veranstalter des 10. Saar-Hunsrück-Steig Wandermarathon verdient: zum Jubiläum und zum meteorologischen Sommeranfang herrschte Kaiserwetter im nördlichen Saarland. Bei sommerlichen Temperaturen jenseits der 25 Grad-Marke nahmen rund 1000 Wanderer die unterschiedlichen Distanzen von 18, 32 oder 44 Kilometer in Angriff. Neben dem Kaiserwetter sorgte eine perfekte Organisation für einen reibungslosen Ablauf. So wurde die 10. Auflage des Events zum vollen Erfolg!

 
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Beim Wandermarathon auf dem 410 Kilometer langen Saar-Hunsrück-Steig nahmen rund 1000 Wanderer die unterschiedlichen Distanzen von 18, 32 oder 44 Kilometer in Angriff
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Der Wandermarathon auf dem Saar-Hunsrück-Steig findet seit 2010 statt. Der Steig hat eine Länge von 410 Kilometern und führt zwischen Mosel und Rhein durch den Naturpark Saar-Hunsrück sowie den Nationalpark Hunsrück-Hochwald. Die bisherigen Veranstaltungen waren meist im saarländischen Teil. Im vorigen Jahr war die Region um Kastellaun Veranstaltungsort. Geplant ist künftig ein jährlicher Wechsel zwischen Rheinland-Pfalz und dem Saarland.

Diesmal konnten die Wanderer wählen zwischen drei Distanzen: entweder 18 Kilometer mit Start an der Hochwaldalm Wadrill, 32 Kilometer ab Saarhölzbach oder gar 44 Kilometer vom Cloef-Atrium in Orscholz. Das Ziel für alle war der Wild- und Wanderpark in Weiskirchen, wo morgens früh schon die Startnummernausgabe erfolgte. Von dort wurden die Teilnehmer mit Bussen an die jeweiligen Startorte gefahren.

 
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Alt und neu: Die alte Dorfkirche von Weiskirchen spiegelt sich in der modernen Glasfassade des Hauses des Gastes Raus aus den Bussen, rein in die Natur

Die 10. Auflage des Marathons wurde organisiert von der Saarschleifenland Tourismus GmbH im "grünen" Landkreis Merzig-Wadern in Kooperation mit dem Wanderbüro Saar-Hunsrück sowie den Gemeinden Losheim, Wadern und Weiskirchen. Als Marketing-Partner fungiert die Tourismus-Zentrale Saarland (TZS). Veranstaltungszentrum war der Wild- und Wanderpark in Weiskirchen. Von dort ist es deutlich näher ins rheinland-pfälzische Trier (35 Kilometer) als in die saarländische Landeshauptstadt Saarbrücken (ca. 60 Kilometer). Beide Städte waren aber ohnehin nicht das Ziel, sondern die schöne Natur rund um den Steig.

Froh gelaunt bei noch frischen Temperaturen am frühen Morgen Einige Trail Runner hatten es etwas eiliger

Und die hat einiges zu bieten, denn schließlich zählt die Wanderregion Saar-Hunsrück zu den Top-Wanderregionen in Deutschland. Sie ist seit 2015 vom Deutschen Wanderinstitut als eine "Premium-Wanderregion" zertifiziert. Der Wechsel im Landschaftsbild, die Vielfalt der Natur aus bizarren Felsen, verschiedenen Waldformationen, wildromantischen Bachläufen, die über schmale Holzstege und Steine im Flussbett gequert werden, dazu Täler und Hochplateaus mit herrlichen Ausblicken, machten den Reiz des 10. Saar-Hunsrück-Steig Wandermarathons aus.

Reichlich Wasser, Obst, Riegel, Kuchen, Laugenstangen und mehr hatten die fleißigen Helfer vom DRK Eine natürliche Wasserkühlung: Jan und Jonathan kühlten die Getränke im Hölzbach

"Wandern ist für mich der ideale Ausgleich zum Alltag", sagt Barbara Thomys, die eigens 300 Kilometer aus Reutlingen ins Saarland gefahren ist, um die 32km-Strecke zu wandern. Schon im Vorjahr in Kastellaun war sie dabei. Das hat ihr "so gut gefallen", so dass die 46-jährige Schulsozialarbeiterin erneut dabei ist. Den 50-Kilometer-Marsch in Stuttgart und die "Sieben-Seen-Wanderung" bei Leipzig hat sie ebenfalls mitgemacht. Ansonsten ist sie gerne in den Bergen unterwegs, aber die Natur im saarländischen Hochwald gefällt ihr ebenfalls sehr gut. Ob heuer noch ein weiterer Wandermarathon dazu kommt, weiß sie noch nicht. Erst will sie einen Klettersteig-Kurs machen; auch Höhlentauchen und Standup-Paddling stehen auf dem Programm der sportlich sehr vielseitigen Frau.

Über offene Feldwege bei sommerlichen Temperaturen Schon war's nur noch ein Halbmarathon auf bestens ausgeschilderten Wegen

Ähnlich aktiv sind Anja und Christian Dröge, die aus Meschede im nordrhein-westfälischen Sauerland kommen, um die 44km-Distanz zu wandern.

"Auf den ersten zehn Kilometern ging es durch meine Kinderstube", erzählt Anja Dröge, die aus der Region stammt. Derweil freut sich Ehemann Christian über den Brunnen in der Kneipp-Anlage bei Waldhölzbach: "Dich hat der Himmel geschickt." Man merkt ihm die Anstrengung des Marathons an, zumal die Beiden das lange Wochenende genutzt haben, um bereits eine Wanderung in der luxemburgischen Schweiz sowie eine Kanu-Tour auf der Sauer zu unternehmen.

 

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Immer wieder boten sich den Wanderern herrliche Ausblicke

Rund 60 Prozent der Teilnehmer kommen aus dem Saarland, aber ein Fünftel ist von weither angereist, aus Schleswig-Holstein und Brandenburg oder eben aus Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Ein weiteres Fünftel kommt aus dem Nachbarland Rheinland-Pfalz wie die 14 Wanderfreunde aus Kastellaun im Hunsrück. "Der Wandermarathon im letzten Jahr bei uns hat uns richtig angepiekst", sagt Frank Lauer. Zusammen mit seiner Frau Stephanie war er schon öfters zum Wandern im Saarland. "Es gefällt uns hier sehr gut", erzählen die beiden. Mit zwölf Freunden aus dem Hunsrück sind sie nun in den Saar-Hochwald gekommen.

Schon bei KM 4 überholten die 44km-Wanderer Patrick Adams und Alexander Resch (l) die später gestarteten 32er Barbara Thomys aus Reutlingen nahm zum zweiten Mal am SHS Wandermarathon teil Den Brunnen schickt uns der Himmel, freute sich Christian Dröge mit Ehefrau Anja

"Wir werden jetzt öfter im Saarland wandern", sagen die beiden Rheinland-Pfälzer Rüdiger Hahn und Danny Arend aus Idar-Oberstein. Im Sommer sind sie "fast jeden Sonntag auf Tour", haben dieses Jahr bereits mehr als 300 Kilometer auf Traumschleifen in Rheinland-Pfalz zurückgelegt. "Nun ist das Saarland an der Reihe", freuen sich die beiden "Wander-Bembel-Freunde" mit eigener Facebook-Seite auf weitere Touren. Entweder zu zweit oder "manchmal mit unseren Kumpels".

Aus dem Hunsrück kamen Frank und Stephanie Lauer mit ihren Wanderfreunden Gruppen-Foto von Wanderern aus der Eifel

"Rund 70 Prozent" der 111 Traumschleifen in der Region Saar-Hunsrück ist Hubert Kuhn aus Weiskirchen schon gewandert. Heute ist er mit Stefan Müsse und Thomas Dewald (beide aus Weiskirchen) sowie Christina Dewald (Losheim) beim 44-Kilometer-Marathon dabei. In der Mittagshitze bewältigen sie auf offenen Feldwegen den Anstieg nach Scheiden, in das höchst gelegene Dorf des Saarlandes. Schon um 6.15 Uhr ging es für sie an der Cloef los, erst neunzig Minuten später starteten die Mittelstreckler.

Alle bestens gelaunt bei morgens noch angenehm frischen Temperaturen unter 20 Grad. Bei steigenden Temperaturen, die Quecksilbersäule überschreitet ab den Mittagsstunden die 25-Grad-Marke, bleibt es weitgehend erträglich. Zum Glück geht ein Großteil der Strecke durch schattige Waldpassagen, von denen der "Felsenweg" besonders spektakulär ist.

Anstieg auf dem Felsenweg Ein Heimspiel hatten Hubert Kuhn, Stefan Müsse und Thomas Dewald (v. r.) aus Weiskirchen sowie Christina Dewald aus Losheim Spaß am Wandern und am Odenwälder Äppelwoi-Bembel haben die "Wander-Bembel-Freunde" Rüdiger Hahn (l.) und Danny Arend

"Keine besonderen Vorfälle" melden Florian Weiten und Timo Reinert vom DRK Britten. Die vier Verpflegungsstände an der Strecke sind mit reichlich Wasser, alkoholfreiem Bier, Obst, Kuchen und Laugenstangen gut bestückt. So gibt es für die insgesamt zwölf DRK-Helfer, die an der ganzen Strecke eingesetzt sind, bis zum Ende der Veranstaltung keine größeren Einsätze. Neben dem DRK Kreisverband Merzig-Wadern sorgen auch die Feuerwehren aus Weiskirchen und Britten für einen reibungslosen Ablauf. Unterstützung gibt es zudem von der Saarschleife Touristik und dem DAV Hochwald mit seinen Wanderführern.

Es gab durchaus kurze, leicht anspruchsvolle Passagen Dann war das Ziel erreicht: die Wildparkalm bei Weiskirchen
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Sie alle machen das Jubiläum zum Erfolg. Der 10. Saar-Hunsrück-Steig Wandermarathon ist aber längst zum touristischen Erfolgsfaktor für die Region, für Hotellerie und Gastronomie in den Gemeinden entlang des Steigs geworden. Aus den Anfängen mit 600 bis 700 Teilnehmern ist der Event stetig gewachsen und hat sich in den letzten Jahren bei rund 1000 Teilnehmern stabilisiert. So darf man jetzt schon gespannt sein auf 2020, wenn der Saar-Hunsrück-Steig Wandermarathon in sein zweites Jahrzehnt startet.

Bericht und Fotos von Axel Künkeler

Infos www.shs-wandermarathon.de

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