24.6.18 - 35. Internationaler Trierer Stadtlauf

Stadtlauf präsentierte sich gänzlich unverbraucht

Engels Sieg im Marx-Jahr
von Constanze & Walter Wagner

Informationen zum Lauf 2019 - siehe Ankündigung im WO LÄUFT`S WIE?

Das war ein runder Geburtstag wie man ihn sich wünscht. Hohe Teilnehmerzahlen, ideale klimatische Bedingungen, mitreißende Rennen und alles organisatorisch bestens durchgeführt. Dass es obendrein keine dramatischen Zwischenfälle zu beklagen gab, machte den Tag perfekt.

Nach der anhaltenden Hitze im zu Ende gehenden Frühjahr brachte der Sommerbeginn wieder läuferfreundliche Temperaturen. Darüber hinaus hinderte 3830 Gestartete kein Wind am Vorankommen. Das hohe Niveau des Trierer Stadtlaufs blieb auf allen Ebenen erhalten. Die von LaufReport nach der 34. Austragung prognostizierte Erwartung, zum runden Geburtstag würden über 4000 Läuferinnen und Läufer am Stadtlauf teilnehmen, wurde aber knapp verfehlt.

Marco und Christian Gerten und Andreas Densborn nahmen das erste Mal am Trierer Stadtlauf teil und an ihrem ersten Halbmarathon überhaupt. Marco und Christian erreichten das Ziel in 1:38 h unter der angepeilten Zeit von 1:45, während sich Andreas mit 1:45 h an die Vorgabe hielt Der 35. Internationale Trierer Stadtlauf feierte neben seinem Geburtstag, 200 Jahre Karl Marx und das 2:1 der deutschen Mannschaft gegen Schweden bei der Fußball WM Das hat einfach gepasst, nur das ´s` fehlte: Hans-Willi Engel vor Karl Marx Statue und seinem Halbmarathonstart. Und, ohne Witz, seine Frau ist eine geborene Marx. Seine heutige Wunschzielzeit von 2 Stunden unterbot er mit 1:52 h als 12. der M60 für die LG Langsur
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Als beliebteste Strecke behauptete sich der alwitra 10 km Lauf, den 1049 angegangen waren. Der Hafen Trier Halbmarathon, einst in der Gunst der Läufer klar dominant, hielt mit 826 Startern den Anschluss und könnte bei einer Renaissance des Langstreckenlaufs rasch wieder am Zehner vorbei ziehen. Freilich gibt es auch in Trier eine Tendenz zu kürzeren Strecken. Addiert man die Zahlen des Sparkassen Publikumslaufs und des SWT Firmenlaufs, bei denen jeweils 5,4 km gelaufen wurden, übertrafen die 1194 Gestarteten alle anderen Angebote. Komplettiert werden die Zahlen von den TV Jugendläufen und dem Wochenspiegel Bambinilauf, dem heimlichen Highlight des Stadtlaufs.

Seit Jahren schon als Führungsradfahrer dabei, die Brüder Michael (li.) und Thomas Werner und der 68jährige Arno Peters (mitte), der nach Schnellreparatur seines platten Fahrradreifens, festgestellt am frühen Morgen, geholt bei seiner letzten Trainingsfahrt für die Alpenüberquerung am kommenden Samstag, etwas außer Puste, aber rechtzeit am Start war Aufstellung vor dem 35. Halbmarathonstart mit Nicolas Klein (neben Andreas Rippinger Vereinsvorsitzender des Trierer Stadtlauf e.V.): Links neben ihm Führungsradfahrer Arno Peters (1. Frau HM), Günter Heidle, zuständig für den Helfereinsatz, Dietmar Bier, bekannter Ausdauersportler aus der Region und Stellv. Schatzmeister und rechts von ihm Führungsradfahrer Wolfgang Meiburg (1. Mann HM) Herbert Thielen aus Trier vor seiner 35. Teilnahme. Am Donnerstag feiert er seinen 70. Geburtstag. Bei seiner ersten Teilnahme 1984 lief er den Halbmarathon in 1:26:30, heute erreichte er nach 1:07:06 das 10 Kilometer Ziel

Jubiläen und runde Geburtstage sind immer eine willkommene Abwechslung vom Alltag. Der Trierer Stadtlauf ging nun schon mit der Jahreszahl 35 an den Start. Freilich in Deutschlands ältester Stadt ein Hauch von nichts. Die 2000 Jahrfeier Triers 1984 gab den Anlass für den ersten Trierer Stadtlauf.

Doch in die Jahre kommt das als Lauf über 20 Kilometer begonnene sportliche Großereignis noch nicht. "2000 Jahre Trier - 2000 Dezimeter - 2000 Läufer", so lautete einst das Motto. Vom modischen Marathon in der klimatisch begünstigten Kessellage riet Manfred Steffny dem Gründerteam ab. Bald wechselte man zumindest auf die Halbmarathondistanz und nahm 1989 einen Lauf über 10 km hinzu.

 
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Bei der 25. Austragung übergab Johannes Aubart, der 18 Jahre Organisationsleiter war, die Zügel in jüngere Hände. Seither verantworten Nicolas Klein und Andreas Rippinger mit ihrem fleißigen Team die Geschicke des Events, das längst weitere Streckenangebote schultert.

Die Teilnahme einer Mannschaft der Polizei ist beim Trierer Stadtlauf schon traditionell. Ca. 15 Polizistinnen und Polizisten nahmen unter der Fahne des Kriminalpräventiven Rates der Stadt Trier "Aktion gegen Rechtsextremismus" erneut teil Gelebte Integration - die Lebenshilfe Trier www.lebenshilfe-trier.de verteilte Medaillen im Ziel und sorgte für begeisternden Trommelwirbel an der Strecke

Manfred Steffny ist ältester Spross einer Trierer Familie, als Herausgeber und Chefredakteur des Laufmagazins Spiridon und zweimaliger Teilnahme an Olympischen Spielen weithin bekannt. Einem weitaus berühmteren Sohn der Stadt Trier galt die derzeitige Aufmerksamkeit, denn Karl Marx Geburtstag, 1818 geboren, jährte sich zum 200. Mal. Schon die 30. Stadtlauf Austragung wurde von einem Marx-Jubiläum begleitet, doch gönnte man dem 130. Todestag des Philosophen weniger Beachtung. Nun wurde mit einer großen Landesausstellung dem Trierer gedacht und aus China bekam die Stadt eine gewaltige Statue, deren Aufstellung einiges Kopfzerbrechen verursachte. Unweit der Porta Nigra findet sich das überdimensionale Standbild und ist Anlaufstelle vieler Besucher, deren Interesse bestimmt erst von den Querelen geweckt wurde.

Zeitlich fällt der Stadtlauf mit dem Trierer Altstadtfest zusammen und bietet somit einen weiteren Anlass der einstigen Hauptstadt des Weströmischen Reiches einen Besuch abzustatten. Diese Liaison hatte eine Unterbrechung, 2005 trennten sich für ein paar Jahre die Wege. Stadtgeschichte und Stadtlaufgeschichten könnten hier beinahe unendlich Fortsetzung finden. Bereits aufkeimende Gerüchte dürften zudem auch in Zukunft für weitere Kapitel sorgen, es sei denn, beim Trierer Stadtlauf blieb alles wie zuletzt. Doch hält man an ausgetretenen Pfaden keineswegs fest und kredenzte bisher noch immer einen modernen Lauf, auch hinsichtlich der aktuellen Gepflogenheiten in Sachen Technik und des Laufens an sich.

Zunächst verabschieden sich die 10 km Läuferinnen und Läufer vor dem Trierer "Markenzeichen", der imposanten Porta Nigra, auf eine Stadtrunde

Der Aufwand ist enorm, durch das Stadtlauffest zusätzlich erschwert, ist aber im Zentrum einer 100.000 Einwohner zählenden Touristenhochburg kaum anders zu organisieren, will man nicht die Sehenswürdigkeiten aus Römerzeit und Christentum aussparen. Das Epizentrum ist unmittelbar an der Porta Nigra. Um das gewaltige Stadttor herum wird gestartet und mit Blick auf die düstere Ruine enden alle Läufe auf der Simeonstraße. Ein Stück kopfsteingepflasterter Weg wird abverlangt, etwas eingeschränkt ist der Raum in der Fußgängerzone durch Jahrmarktsbuden und ein Hauch von Currywurst liegt schon am Morgen in der Luft. Verständlich, dass vom Laufzauber in Windeseile sämtliche Spuren verwischt werden müssen. Einzige Überbleibsel sind Altstadtfestbesucher mit Familie, die mit einer Finishermedaille als "Doppelstarter" erkennbar die Römermetropole besuchen.

Dass Trier weit mehr zu bieten hat als an einem einzigen Wochenende abzuhandeln, steht außer Frage. Die wunderbare Lage im mittleren Moseltal, die romantischen Seitentäler, die durch den Tourismus und den Weinanbau weit über die Grenzen hinaus bekannt sind. Radwanderer schwärmen von der für sie bestens erschlossenen Region. Ebenso kulturell ist Trier begünstigt, mit der überladenen eigenen Geschichte, dem Einfluss des angrenzenden Großherzogtums Luxemburg sowie den nahen Grenzen zu Belgien und Frankreich. Touristen strömen zur Porta Nigra, zum Amphiteather, zur Konstantinbasilika oder zum Trierer Dom. Die Hohe Domkirche St. Peter zu Trier ist Deutschlands älteste Bischofskirche. Allein bei Aufzählung der historischen Baudenkmäler erlahmt das Interesse, doch versteht man sich auch aufs Hier und Jetzt, etwa aufs gute Essen und Trinken.

Der Halbmarathon startet in der Treviris-Passage. Im Hintergrund die St. Gangolfkirche auf dem Hauptmarkt Trier, der von den Halbmarathonis zweimal überquert werden wird

Endlich beendet der nahende erste Start die schnatternde Aufgeregtheit um das ‚Schwarze Tor'. Punkt 9.00 Uhr fällt der erste von sechs Startschüssen, wobei der 5,4 km Lauf als Publikumslauf und als Firmenlauf zusammen gestartet, aber getrennt gewertet wird. Aber der Reihe nach.

alwitra 10 km Lauf

Mit 955 Finishern wird dieser Lauf als quantitativ stärkster aufgeführt, wenngleich die Distanz von 5,4 Kilometer 1034 Läuferinnen und Läufer finishten. Afrikanische Läufer dominierten das Rennen nicht, was einige Zuschauer wohl erwartet hatten. Es war ein ehemaliger PST Läufer, der die Initiative ergriffen hatte und der für Trier schon einige Erfolge erzielt hatte, aber nun die Farben des LC Rehlingen vertritt. Die Rede ist von Alexander Bock und der brachte sein mutiges Rennen über die Distanz. Er siegte in 32:25 min und der aufbrausende Jubel zeigte, dass man ihn noch immer als Lokalmatador sieht.

Unter die drei Ersten war er zuletzt 2015 gelaufen, wurde damals in 32:22 min Zweiter. 2016 hätte er verletzungsbedingt langsamer laufen sollen, doch beendete er diesen Lauf als Fünfter in 32:20 min gefolgt von Christophe Kass in 32:53 min. Den vierten Rang belegte Alexander Bock im letzten Jahr in 33:08 min, letztmals für den PST Trier und wieder war es Christophe Kass der ihm nach 33:25 min unmittelbar ins Ziel folgte.

Alexander Bock vom LC Rehlingen gewinnt den alwitra 10 km Lauf vor ... ... dem Luxemburger Christophe Kass Tim Dülfer vom PST Trier wird 3.

Die Kilometermarke fünf passierte Alexander Bock alleine in Führung liegend und es schien, als könne er ungefährdet zum Sieg laufen. Doch dem 25jährigen Bau-Ingenieur, der Vollzeit bei der Bahn arbeitet und der in Saarbrücken lebt, rückte der Luxemburger Dauerschatten immer näher auf den Pelz. Christophe Kass, aus Mondercange (Monnerich) im Großherzogtum Luxemburg, der seit 2012 ebenfalls fast jedes Jahr beim Stadtlauf dabei war, gestand: "Ich war auch am Limit." Zudem räumte der 36jährige Sprintprobleme ein. Es blieb entsprechend lediglich bei seiner Annährung an Bock. Christophe Kass wurde Zweiter in 32:33 min. Als persönliche Bestzeiten nennt er 32:18 min und über Halbmarathon 1:11:31 h.

Im historischen Stadtkern passieren die Stadtläufer den Hauptmarkt mit St. Gangolfkirche. Immer wieder im Blick der Trierer Dom (Bildmitte). Die Hohe Domkirche St. Peter zu Trier ist die älteste Bischofskirche Deutschlands

Für Alexander Bock beginnt nun die Vorbereitung für den Köln Marathon, den er mit dem Ziel 2:25 h angehen will. Sein bestes Jahr war wohl 2015, in dem er unter anderem persönliche Bestzeiten über 10 km in 30:48 min, Halbmarathon in 1:08:04 und Marathon in 2:23:40 h aufstellte.

Zu neuer persönlicher Bestzeit in 33:06 (netto 33:05) und auf den dritten Rang lief Tim Dülfer vom PST Trier. Gleich um 40 Sekunden verbesserte sich der 24jährige Student für Erziehungswissenschaft, Sozial- und Organisatorische Pädagogik. Nach Abschluss des Bachelorstudiums soll aber mit der Ausbildung nicht Schluss sein. Tim ist von Hause aus Triathlet und bereitet gerade seine erste Teilnahme an einem 70.3 Triathlon vor, den er in den USA absolvieren wird. Noch unter 35 Minuten liefen Yannick Pütz (33:18), Dennis Zimmer (33:29), Andreas Theobald (33:43) und Philippe Weingarth in 33:49 als Siebter.

Siegerin des alwitra 10 km Lauf ist Martine Mellina aus Luxemburg Sprint um Platz 2 zwischen den beiden Mittelstrecklerinnen Charlotte Schlund vom PST Trier (vorne) und Martina Schumacher vom LC Rehlingen, den Charlotte Schlund ("das war ein gutes Training hinten raus") mit 2 Sekunden Vorsprung für sich entscheiden kann Heidi Schneider vom FSV Ralingen gewinnt bei ihrer 31. Teilnahme die W60. Eigentlich hat die AK-Europameisterin 2007 den Laufsport aus gesundheitlichen Gründen schon an den Nagel gehängt. Aber wenn Trierer Stadtlauf ist, bei dem sie auch schon ganz vorne platziert war, ist sie dabei

Für Martine Mellina aus Luxemburg war es die erste Teilnahme am Trierer Stadtlauf, während sie beim Silvesterlauf schon Trierer Pflaster unter die Füße genommen hatte. Die 27jährige wollte schon immer beim Stadtlauf starten, aber oft musste sie verletzungsbedingt mit anhaltenden Achillessehnenproblemen passen. Nach 36:57 min war die Mathematiklehrerin an einem Gymnasium als Siegerin im Ziel. Sie lobte die superschnelle Strecke. Bis zum sechsten Kilometer gab es eine Führungsgruppe mit vier Frauen, dann konnte sie einen kleinen Vorsprung herauslaufen. Ihre Bestzeit auf der Bahn ist 35:01 min, auf der Straße 36:10 min. Im Sommer wird sie drei Wochen in St. Moritz in der Höhe trainieren mit Ziel ihre Bestzeit auf unter 35 Minuten zu verbessern.

Den Trierer Stadtlauf sollte Charlotte Schlund vom PST Trier nicht als Saisonhöhepunkt sehen, so Trainer Marc Kowalinski, der eine seiner neu übernommenen Aufgabe darin sieht, die Verzettelung der PST-Läufer etwas einzudämmen. Für die Mittelstreckenläuferin, die sich mit ihrer 5000m Bestzeit von 17:16 min für die Deutsche Meisterschaft in Nürnberg qualifizierte und die weitere Bestzeiten über 800 m in 2:19 bzw. 1500 m in 4:39 hält, ist am 22. Juli im Max-Morlock-Stadion über 12,5 Runden die Meisterprüfung - und nur die zählt. Dem Zweikampf gegen Martina Schumacher stellte sie sich in Trier und behielt in 37:20 min die Oberhand: "Der Spurt war gutes Training hinten raus.'

An der Weiche: Wegweiser für Halbmarathonläufer rechts in die zweite Runde
und Geleitschutz für die 10 km Läufer geradeaus mit Zielblick Porta Nigra

Nur zwei Sekunden dahinter finishte Martina Schumacher, Läuferin des LC Rehlingen. Sie lag auf dem vierten Rang, holte dann einen Platz auf und hätte es beinahe noch zum zweiten Platz geschafft, den sie im Vorjahr belegt hatte. Sie wiederholte den AK Sieg in der W40 und verbesserte sich von 37:37 (2017) auf 37:22 min. Ihre Mittelstreckenbestzeiten sind 4:46 über 1500 m und 17:50 über 5000m. Hinter Jessica Schaaf (37:42), der viertplatzierten Luxemburgerin in 37:42 min, tat sich eine Lücke auf, bevor drei weitere Frauen im Trikot des PST Trier folgten. Chiara Bermes in 38:56 min vor Judith Weber (39:19) und Judith Pink, 1. U20 in 42:03 min.

Ein herausragendes Ergebnis lieferte Heidi Schneider (FSV Ralingen) ab, die in der W60 in 48:36 netto gewann. 2007 Halbmarathon-Europameisterin in ihrer Altersklasse, hat sie den Laufsport eigentlich schon an den Nagel gehängt, aber wenn Trierer Stadtlauf ist, den sie auch schon gewonnen hat, ist sie noch immer gern dabei. Diesmal zum 31. Mal.

Den Hafen Trier Halbmarathon gewinnt erneut Demeke Wosene von der LG Rüsselsheim Christoph Gallo von der LG Vulkaneifel läuft auf Rang 2 Begeisterter Zieleinlauf vom drittplatzierten Martin Müller von der LG Meulenwald Föhren

9.20 Uhr - Startschuss zum Hafen Trier Halbmarathon

Vom Streckenverlauf wird beim Halbmarathon zweimal der Zehner abverlangt, die fehlende Distanz bringt der Start in der Treviris-Passage. Kurz vor dem Ziel biegen die Halben von der Simeonstraße rechts in die Glockenstraße, ein neuralgischer Punkt. Kein Problem für Demeke Wosene, der im Vorjahr überraschend den verletzt angetretenen Streckenrekordalter Eyob Solomun schlagen konnte und nun erneut in den Genuss kam als Führender sich am Radvorausfahrer orientieren zu können.

Bei seiner Titelverteidigung konnte er es zudem ruhiger angehen lassen. Das kam dem 28jährigen Flüchtling aus Äthiopien sehr entgegen, denn wohl aufgrund einer Wettkampfhäufigkeit im Juni, er hatte den Firmenlauf in Rüsselsheim und bei ‚Groß Gerau läuft' teilgenommen, spürte er aufkommende Schmerzen in den Beinen. Demeke Wosene ist seit drei Jahren in Deutschland, hat ein Praktikum als Pfleger im Altenheim absolviert und hofft auf baldigen positiven Abschluss seines Aufnahmeverfahrens. Mit der Siegerzeit von 1:10:02 h blieb der Athlet der LG Rüsselsheim gar nicht weit hinter seiner Vorjahreszeit von 1:08:59 h zurück.

Herbert Weis vom Hotel Weingut Weis, langjähriger Sponsor des Trierer Stadtlaufs, lief heute die 10km Strecke. Seine Nichte Irene Winkemann wurde 3. Frau im Halbmarathon Von klein auf als Helferin dabei: Viktoria Klassen mit den Schildern für die Erstplatzierten, die sie den jeweils ersten Fünf eines jeden Rennens direkt im Zieleinlauf umhängte, auf das niemand bis zur Siegerehrung verloren geht Das Halbmarathon-Siegerpaar des 35. Internationalen Trierer Stadlauf Ivonne Engel und Demeke Wosene

Hinter ihm formierten sich Christoph Gallo von der LG Vulkaneifel und Martin Müller für die LG Meulenwald Föhren startend zu einer Interessensgemeinschaft. Dabei ging es nicht darum den enteilenden Demeke zu stellen, als vielmehr ein gutes Rennergebnis. Christoph Gallo hat eine übers Jahr schwankende Leistungskurve, die beruflich bedingt ist. Bestimmend für das Training des Landwirts sind die Belange von 170 Milchkühen und 70 ha Ackerland. Entsprechend erbringt er seine starken Leistungen immer in den weniger arbeitsintensiven Jahreszeiten. Seine Halbmarathon-Bestzeit von 1:07:35 h lief der jetzt 29jährige 2016 bei den Deutschen Meisterschaften in Bad Liebenzell.

Martin Müller, in Trier auch schon über 10 km in 33:11 min vorne mit dabei, konnte 14 km lang Nutzen aus der sportkameradschaftlichen Zweisamkeit ziehen, dann musste er abreißen lassen. Christoph Gallo drückte etwas aufs Tempo und war mit noch klarem Vorsprung nach 1:11:54 h als Zweiter im Ziel. Ungefährdet von hinten konnte der 27jährige Martin Müller sein Rennen auf Rang drei in persönlicher Bestzeit von 1:13:04 h beenden. Mit einem Freudensprung katapultierte er sich über die Zielmatte. Oliver Ewen vom PST Trier wurde in 1:13:58 h als Vierter Altersklassensieger in der M35 vor M30-Sieger Tom Lindemann vom LA Team Saar, Fünfter in 1:14:48 h. Knapp an der 1:15-Hürde scheiterte Abdel Zaghbib, der in 1:15:01 h folgte und die M40 gewann.

Yvonne Engel vom LT Schweich gewinnt den Hafen Trier Halbmarathon bei den Frauen, Katharina Rausch vom LA Team Saar folgt auf Rang 2 Dritte wird Irene Winkemann vom Aachener TG Die W50 gewinnt Roselyne Naudot aus Frankreich als Gesamtsechste

Riesig war auch die Freude bei Yvonne Engel über ihren Sieg bei den Frauen, sie war "richtig happy". Über die 10 km Distanz war ihr das vor Jahren schon gelungen, aber beim Halbmarathon in Trier davor noch nie. 1:23:47 h lautet die Zeit der Siegerin vom LT Schweich, die in der W40 startet. Leicht machte es ihr Katharina Rausch aber nicht. Erst nach 20 km konnte sie sich entscheidend absetzen. Yvonne Engel, manchem ist ihr Mädchenname Jungblut noch geläufiger, arbeitet als Bankkauffrau bei der Sparkasse Vollzeit und kommt nur auf 50 bis 70 Trainingskilometer in der Woche. Knapp scheiterte sie in Trier an der Verbesserung ihrer persönlichen Bestzeit von 1:23:28 h, gelaufen 2017 bei den Deutschen Meisterschaften in Hannover.

Katharina Rausch aus St. Ingbert folgte in 1:24:01 h und war Schnellste der W30. Sie nennt eine persönliche Bestzeit von 1:22:43 h. Zufrieden war sie aber mit ihrer Zeit in Trier dennoch. Sie mag es, wenn es heiß ist, gestand die 32jährige und ihr wäre es deshalb noch wärmer lieber gewesen. Auch Katharina Rausch arbeitet Vollzeit, aber am Landtag in Saarbrücken in einem Institut für Fortbildung.

Zum 20. Mal war "The Voice", die Stimme von Artur Schmidt dabei. Sein Job: Moderation im Schatten der Porta Nigra vom ersten Wettkampf um 9:00 Uhr bis zum letzten Kinderlauf um 12:20 Uhr. Hier im Zielinterview mit dem zweifachen Halbmarathonsieger von Trier Demeke Wosene Halbmarathonsiegerin Yvonne Engel (2759) freut sich mit ihren Vereinskameradinnen vom LT Schweich über den heutigen Teamerfolg und neuen Mannschafts-Bezirksrekord, den sie nach 18 Jahren um 4 Minuten auf 4:21:25 verbessern konnten. Isabel Schönhofen (2784) wurde im heutigen Halbmarathonrennen 5., Marina Wierz (2798) und Michelle Bauer (2693) liefen auf die Plätze 7 und 8

Platz drei ging an den Aachener TG bzw. an Irene Winkemann 1:26:30 h. Sie hat familiäre Wurzeln im nahen idyllischen Ruwertal und ist die Nichte von Herbert Weis, der als Sponsor mit seinem Hotel und Weingut Weis den Stadtlauf seit vielen Jahren unterstützt. Anfangs lief sie in einer Vierergruppe, ließ die drei Schnellen dann aber nach sieben Kilometern ziehen. Etwa bei Kilometer 16 konnte sie an der Luxemburgerin Isabelle Hoffmann wieder vorbei laufen. Die Strecke gefiel ihr. Ihre Angst vor dem Kopfsteinpflaster war unbegründet: "Es war ja nur ein kurzes Stück." Die 33jährige war vor etwa 15 Jahren den Zehner und als Kind mal beim Silvesterlauf in Trier mitgelaufen. Ihre Halbmarathon Bestzeit lief sie in Bonn in 1:23 h und über Marathon in Frankfurt in 2:55 h.

Isabelle Hoffmann aus Luxemburg blieb in 1:27:45 h Vierte. Ihr folgte Isabel Schönhofen (LT Schweich) in 1:28:01 h und W50-Siegerin Roselyne Naudot aus Frankreich in 1:29:16 h. Für ein herausragendes Team-Ergebnis sorgten auf den Rängen 7 und 8 die Vorjahreszweite Marina Wierz (1:29:50) und Michelle Bauer in 1:29:55 h, beide ebenfalls vom LT Schweich, das von Dirk Engel trainiert wird. Die Frauschaft des LT Schweich verbesserte den 18 Jahre alten Mannschafts-Bezirksrekord von Spiridon Hochwald um 4 Minuten auf 4:21:25.

Der 1,6km lange Volksfreund Jugendlauf wird nach Gschlechtern getrennt gestartet. Zuerst waren die Jungs dran Mit Spaß an der Bewegung werden die jüngsten Laufathleten beim Wochenspiegel Bambinilauf am Ende der mehrstündigen Veranstaltung über eine 400m lange Strecke geführt

Volksfreund Jugendlauf über 1,6 km

Im Abstand von fünf Minuten gingen die Jungen und Mädchen an den Start. Schnellster Junge war Lukas Schwind (U16 - FWG Trier) in 6:08 Minuten. Ayoub Bourdoum folgte als U12 Sieger in 6:22 vor U14-Sieger Pirmin Bothur in 6:25 min. Der Altersklassensieg in der U10 ging an Jonas Teusch in 6:28 min. In 7:19 min hatte Jacob Hardt in der U8 die Nase vorn.

Den Volksfreund Jugendlauf gewinnt Lukas Schwind (U16) von der FWG Trier 2. wird der schnellste der U12 Ayoub Bourdoum Auf Rang 3 läuft Pirmin Bothur (U14) vom FC Wittlingen Als 4. folgt der schnellste der U10 Jonas Teusch vom Silvesterlauf Trier

Bei den Mädchen war Maren Spang von TuS Fortuna Saarburg in 6:21 min nicht zu schlagen. Die U14-Läuferin hatte früher schon beim Bambinilauf gesiegt. Ihr folgte U12-Siegerin Maja Decker in 6:26 min und Hannah Schwind (6:27) ins Ziel. Helena Gouverneur wurde 1. U10 in 7:12. Die weiteren Altersklassensiege gingen an Jana Kühne (U16) in 8:03 min und in der U8 an Marie Morgen in 8:28 min.

Die weibliche Jugend führt Maren Spang (U14) vom TuS Fortuna Saarburg an. Sie gewann in "jungen Jahren" auch schon mal den Bambinilauf Auf Platz 2 läuft Maja Decker vom Sirona Sports-Club als Schnellste der U12. Hinter ihr wird Hannah Schwind vom PST Trier Gesamtdritte und 2. der U12 und Patrycja Kaminska von der TG Konz Gesamtvierte und 2. der U14

Bevor zum Wochenspiegel Bambinilauf über 400 m, dem gesellschaftlichen Höhepunkt des Lauftages aufgerufen wurde, der gänzlich ohne Rangierung über 400 Siegerinnen und Sieger erbrachte, wurde zur ungeraden Mittelstrecke aufgerufen.

SWT Firmenlauf und Sparkasse Trier Publikumslauf

Beim Publikumslauf demonstrierte Dominik Werhan, dass es auch über 5,4 Kilometer sehr sportlich zuging. Er siegte für den PST Trier in 17:43 min, gefolgt von Lucas Meyer (1. FC Kaiserslautern) in 18:41 und seinem Vereinskameraden Andreas Koster in 18:44 min.

Schnellste Dame war Katharina Carl von TuS Fortuna Saarburg in 22:22 min. Ihr folgte Jana Kirst (TUS Kleinich) in 22:30 min vor Elisa Lehnert (PST) in 23:00 min. Kristina Carl, Zwillingsschwester der Siegerin, wurde Vierte in 23:02 vor Pia Sauerwein in 23:09 min.

Die 10er und Halbmarathonis sind zum größten Teil im Ziel wenn der Sparkasse Trier Publikumslauf und der SWT Firmenlauf am späten Vormittag gemeinsam auf eine 5,4 km lange Runde starten. Der schnellste Läufer Dominik Werhan vom PST Trier liegt bereits nach dem Start in Führung (linkes Bild)

Beim Firmenlauf war Daniel Ortiz von Parts Europe GmbH in 19:59 min der Schnellste vor Piotr Laugsch (20:09 SWT-Laufteam) und Ayoub Moussaoui (20:11 Parts Europe GmbH).

Christina Laubenstein von der TG Konz in 22:57 (netto 22:16) war schnellste Firmenläuferin. Ihr folgten Claudia Flesch, Der TV bewegt, in 23:46 vor Carina Weber von JT International Germany GmbH in 24:07 min.

Die Team-Wertung gewann JT International Germany GmbH vor der Katholischen KiTa GmbH Trier und dem SWT-Laufteam.

So ändern sich die Zeiten, der traditionelle Gladiator gibt seinen Helm ab ... ... an moderne Gladiatoren mit neumodischer Ausrüstung von Kopf bis Fuß Geehrt und prämiert wurden die 5 schnellsten Lauf-Gladiatoren des alwitra 10km Lauf und des Hafen Trier Halbmarathon
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Der 35. Trierer Stadtlauf war wie zu erwarten ein großes Läuferfest, wenn auch König Fußball die Gespräche am Rande dominierte. Mit einem Antrag auf Anerkennung als UNESCO Welterbe sollte der Trierer Stadtlaufverein noch bis zur 50. Austragung warten. Man hat ja bereits acht Anerkennungen in Trier und alle mit einer weitaus längeren Geschichte. Doch wenn man Klasse mit Tradition multiplizieren könnte und dann vielleicht noch die Geburtstage des verschmähten Karl Marx addierte, da käme man doch vielleicht am Hauptsitz in Paris mit einem Antrag jetzt schon durch. Ein erfundenes Gerücht. Doch für Überraschungen ist der Trierer Stadtlauf sicher weiterhin gut und für eine Teilnahme sowieso.

Bericht und Fotos von Constanze & Walter Wagner

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