23.6.18 - 16. Remmers-Hasetal-Marathon des VfL Löningen

So viele Anmeldungen wie noch nie

Großes Läuferfest bei sehr guten Bedingungen

Elias Sansar und Anita Ehrhardt sind Marathonsieger

von Michael Schardt 

Ja, die Marke von 3000 Anmeldungen hätte man gerne geknackt, aber am Ende fehlten 27 Teilnehmer. Dennoch durften sich die Organisatoren vom VFL Löningen über einen neuen Teilnehmerrekord freuen, denn mit 2973 Läuferinnen und Läufern hatten so viele Sportler gemeldet wie noch nie in der inzwischen 16-jährigen Geschichte der beliebten Veranstaltung. Ins Ziel kamen beim Remmers-Hasetal-Marathon 2515 Akteure, davon knapp 400 Schüler, was ebenfalls Rekord ist. Weniger erfreulich hingegen ist die Entwicklung in der titelgebenden Kategorie "Marathon", da konnten nur siebzehn Frauen und dreiundsiebzig Männer finishen, also nicht einmal einhundert Langdistanzler. Der beliebteste Lauf war, wie bei vielen anderen Veranstaltungen ähnlichen Formats auch, der Halbmarathon mit knapp 800 Zieleinläufen vor dem Zehner mit knapp 700.

Mehr als Marathon

Die geringe Anzahl der Marathonis ist in Löningen keine singuläre Erscheinung, sondern eine allgemeine Tendenz bei Veranstaltungen außerhalb großer Metropolen. Der Marathon als Landschaftslauf hat es - abgesehen von einigen Klassikern wie Rennsteig- oder Röntgenlauf - zunehmend schwerer, Teilnehmer zu mobilisieren. Bei einem Zweirundenkurs wie dem im Hasetal ergibt sich insbesondere in der zweiten Hälfte das Problem, dass die Marathonläufer alleine vor sich hin traben müssen, nachdem die Masse der Halbmarathonläufer ins Ziel gekommen ist. Deshalb haben die Organisatoren um Armin Beyer und Stefan Beumker vor Jahren einen Marathonstaffel-Wettbewerb ins Leben gerufen, der sich zunehmender Beliebtheit erfreut und der die finale Runde für die einsamen Marathonis etwas belebt.

Mit knapp 3000 Voranmeldungen wurde beim 16. Remmers-Hasetal-Marathon eine Rekordbeteiligung erreicht. Neunzig Läuferinnen und Läufer konnten den Marathon finishen Rechts und links des Flüsschens Hase ziehen sich die Läuferschlangen des Zehners entlang. Das Hasetal ist Namensgeber der Laufveranstaltung
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Wer an der Löninger Veranstaltung einmal teilgenommen hat, der kommt gerne wieder. Es gibt daher viele Wiederholungstäter wie etwa Marathon-Ass Marco Diehl oder Seriensieger Elias Sansar, aber auch Läufer wie du und ich. Der Grund liegt nicht allein in der blendend guten Organisation, der landschaftlich schönen und dennoch schnellen Strecken oder der kompakten Abläufe; vielmehr noch ist es das bemerkenswerte, dreitägige Rahmenprogramm, das nicht nur aus der Pastaparty am Vorabend und dem gemütlichen Nach-Marathon-Frühstück am Sonntag besteht, sondern insbesondere seinen Höhepunkt mit der Tanzparty auf dem Marktplatz erlebt, in die sukzessive die einzelnen Siegerehrungen stimmungsvoll in Szene gesetzt werden.

Lauf- und Tanzfeste auf die Beine stellen, das können die Löninger Macher. Davon können beispielsweise die Laufsportfreunde Oldenburg Zeugnis ablegen, denn seit Jahren schon wählt man regelmäßig den Hasetal-Marathon als Zielort der jährlichen Vereinsfahrt aus, nachdem man mehr oder weniger zufällig einmal bei der Afterraceparty dabei war und das Tanzbein geschwungen hatte.

 
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Mit rund fünfzig Teilnehmern stellten die LSF auch dieses Jahr das größte Kontingent einer Vereinsmannschaft. Dass der gecharterte Bus schon um 24 Uhr zur Rückfahrt aufrief, fanden die Oldenburger dann doch zu früh, denn die Party hatte gerade ihren Höhepunkt erreicht. Organisator Beumker war gar erst um 6:30 Uhr in der Früh ins Bett gekommen, stand aber anderthalb Stunden später schon wieder im Helferteam fürs üppige Frühstücksbuffet, das 140 Läufer vorab mitgebucht hatten. Marathon ist in Löningen eben mehr als Marathon.

Viele Läufer und Läuferinnen meldete der Titelsponsor Remmers. Hier zu sehen Christiane und Mechthild. Mit über 120 Teilnehmern, hauptsächlich im 5- und 10-km-Lauf, stellte er das größte Team Eine gut gelaunte Combo am Start sorgte für den richtigen Rhythmus

Marathon am Abend

Die sechs Starts des Löninger Renntags sind kurz getaktet. Innerhalb von nur neunzig Minuten werden alle Läufe angeschossen. Zunächst, um 15.30 Uhr, werden zwei nach Geschlechtern getrennt Läufe über 1800 Meter für Schüler der Kategorie U16 durchgeführt, die jeweils wieder in unterschiedlichen Altersklassen gewertet werden.

Bei den Jungs entledigte sich Fynn Mesch vom Team Remmers der gestellten Aufgabe am schnellsten. Der 13-Jährige blieb der einzige Läufer, der weniger als sechs Minuten brauchte. Er siegte in 5:54min vor dem gleichaltrigen Lenny Wefer (1. TCO "Die Bären") in 6:28min und dem erst neunjährigen Maximilian Haakmann (vereinslos) in 6:33min.

Bei den Mädchen kamen die flottesten vom Veranstalterverein VFL Löningen, allen voran das dreizehnjährige Zwillingspaar Carolin und Sophie Hinrichs. Carolin konnte das Rennen in 6:13min knapp vor Schwester Sophie (6:16min) und Lera Miller vom TuS Sulingen (6:19min) gewinnen.

 

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Der erste Start des Tages war der Reifen-Labetzke-Schülerlauf (U16) über 1800 Meter. Der Sieger Fynn Mesch vom Team Remmers ist ganz rechts (in rot) zu sehen Den Schülerinnenlauf (U16) gewannen die Zwillinge Carolin und Sophie Hinrichs vom VFL Löningen. Carolin läuft (von den vier Mädchen in Gelb) rechts, Schwester Sophie links

Über die gleiche Distanz von 1800 Metern führte auch ein Zwischenwettbewerb, der Special-Olympics-Lauf, an dem 35 Läufer teilnahmen, 21 Männer und 14 Frauen. Bei den Männer siegte Bryan Ferry Witthohn aus Lübeck in 7:06min vor Pascal Mokenthin (8:10min) und Mirko Hesselbrock (8:31min), beide von der Förderschule St. Vincenzhaus; bei den Frauen war Franziska Kröger aus Lübeck als erste im Ziel in 12:27min vor Trientje Swart (13:19min) von der Förderschule und Inja Wenner vom SW Lindern in 14:31min.

Nach diesen drei Rahmenbewerben folgen als erste Erwachsenenläufe der Zehner (16:15 Uhr) sowie eine halbe Stunde später der Jedermannslauf. Zuletzt folgt als gemeinsamer Start derjenige für Voll- und Halbmarathonis sowie der Teamwettbewerb.

 
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Mit einem Start um 17 Uhr an einem Samstagabend bietet Löningen hierzulande einen der wenigen Abendmarathonläufe an. Da im Juni durchgeführt, kann dies schon mal bei sehr hohen Temperaturen geschehen, wie die Vergangenheit zeigt. Diesmal allerdings hätte die Witterung für die Langstreckler kaum besser sein können.

Start des vermessenen Laufs über 10 km

10km: Nicole Krinke und Andreas Bröring

Freilich: der Himmel war weitgehend bewölkt, aber es blieb über die gesamte Veranstaltungsdauer trocken bei läuferfreundlichen achtzehn Grad. Einzig der kräftige Wind stellte auf den letzten Kilometern entlang der Hase ein Problem dar, wo er ziemlich fies von vorne kam und einen erhöhten Arbeitsaufwand bedeutete. Andererseits schob er auf vorgelagerten Streckenabschnitten wirkungsvoll von hinten, dass sich das Ganze in etwa ausglich.

Die Strecke des Zehners verläuft auf den letzten sieben Kilometern auf der des Marathons, nur der Anfang nimmt eine eigene Schleife auf allerdings sehr engen Wegen, die ein Überholen zunächst kaum ermöglicht. Von dieser Einschränkung ist die Frauen- und Männerspitze natürlich nicht betroffen, vielmehr das große Mittelfeld.

Über 600 Teilnehmer waren beim Zehner dabei. Schnellster war Andreas Bröring Frauensiegerin wurde Nicole Krinke

Bei den Frauen kam es zu einem sehr interessanten Duell zwischen der nach längerer Verletzungspause zurückgekehrten Nicole Krinke (W40) von der LG Nienburg und Bianca Stanienda (W45) vom SVE Hiddestorf. Für Krinke, mehrfache Landes- und deutsche Meisterin im Altersklassenbereich sowie vormalige HM-Siegerin in Löningen, sollte es ein Testlauf werden nach langwierigen Gesundheitsproblemen. Sie kann bei guter Form Zeiten von 36-37 Minuten erreichen. In gleichen Regionen war in den letzten Jahren auch Bianca Stanienda unterwegs, auch sie mehrfache niedersächsische Landesmeisterin und ausgezeichnete AK-Marathonfrau. Krinke, als schnelle Starterin bekannt, legte ein flottes Tempo vor, so dass sie schon nach 1500 Metern weit vor ihrer Konkurrentin lag. Im Laufe des Rennens kam Stanienda immer besser ins Rollen, erreichte die Führende aber nicht. Unter vierzig Minuten, wie man es von ihnen kennt, blieben beide an diesem Tag nicht. Krinke siegte in 40:20min knapp vor Stanienda (40:33min) und Deike Burkhardt (W20) aus Westerstede (43:08min).

Auf der amtlich vermessenen, flachen Strecke fuhr Andreas Bröring vom Team Ultra Sports (M35) einen Start-Ziel-Sieg ein. In 36:09min musste er nicht alles geben, um die Konkurrenz deutlich hinter sich zu lassen. Michael Landwehr vom VFL Löningen (M30) setzte sich in der dicht gedrängten Verfolgergruppe als Vizemeister in 37:59min durch vor Patrick Osterkamp vom SVSW Lindern (M20) in 38:09min.

Die Halbmarathon-Strecke, die die Marathonis zweimal zu durchkreuzen haben, ist überwiegend ländlich geprägt; nur kurze Abschnitte führen durch die Löninger Innenstadt

Durch das schöne Hasetal

Start und Ziel liegen in Löningen wenige hundert Meter auseinander. Los geht es für alle Läufe an der Südtangente, wo die Straßen genügend Platz lassen für den gemeinsamen Start der Halb- und Vollmarathonis sowie Viererteams. Nach einigen hundert Metern durch die Stadt biegt die Strecke auf einen gut zu belaufenden, asphaltierten Radweg ein. Später taucht sie ab und an in kleine Waldstücke ein, wo der Untergrund fast immer, aber nicht durchgehend einer Straßenbeschaffenheit entspricht. Im Abstand von etwa zwei bis drei Kilometern sind Versorgungsstände aufgebaut, so dass niemand dürsten oder hungern muss.

Die Strecke ist flach, schnell und landschaftlich sehr reizvoll. Zunächst wird in geringem Abstand nördlich zur Hase gelaufen, dann in größerem Abstand zum Wasser südlich. Erst ab km 18 ist der Fluss unmittelbarer Begleiter der Läufer - in manchen Jahren eine neuralgische Stelle, denn hier kann sich bei Sonne die Luft stauen oder, wie jetzt, der Wind kräftig von vorne wehen. Stimmungsnester sind in den kleinen Dörfern, die zu Löningen gehören, "installiert". Dort gibt es auch immer zahlreiche Zuschauer, Musik oder mitreißende Moderationen. Kultstatus genießt unter ihnen "Rennmoderatorenpapst" (Nordwestzeitung) Bernd-Willy Deiters, der wenige hundert Meter vor dem Ziel kernige Sprüche vom Stapel lässt und aus seinem schier unerschöpflichen Repertoire Anekdoten zum Besten gibt.

Insgesamt also erleben die Läufer beim Remmers-Marathon viel Stimmung und Atmosphäre in schöner Natur.

Nach 2016 gewann David Schönherr erneut souverän den HM-Wettbewerb Zweiter wurde Abdelmajeed Abdallah Rang 3 für Bhrane Tsegay

David Schönherr zum zweiten

Davon konnte sich David Schönherr (M20) von den Laufsportfreunden Münster schon 2016 überzeugen, als er erstmals den Halbmarathon in 1:11:01h gegen den mehrfachen deutschen Meister (M40 und M45) und Löninger Streckenrekordinhaber (1:10:02h), Georg Diettrich, knapp gewann. Nach einem Jahr Pause und dem Sieg von Diettrich 2017 kehrte Schönherr nach Löningen zurück, um seinen zweiten Triumph zu feiern.

Dabei sah es lange nicht so gut aus für den smarten Läufer aus der Domstadt (Marathonbestzeit 2:26:52h), denn mehr als zwei Drittel der Strecke lag der aus dem Südsudan stammende Abdelmejeed Abdallah (M20, "Jede Oma zählt") eine Minute und mehr vor ihm, den er schon vom Rennen 2016 kannte, als dieser hinter ihm und Dietrich 3. wurde. Auf den letzten Kilometern aber konnte Schönherr aufholen und noch mehr als zwei Minuten zwischen sich und seinen Widersacher bringen. Er siegte in 1:11:24h vor Abdallah (1:13:28h) und dem zuletzt unter Seitenstichen leidenden Eritreer Brhane Tsegay (M20) von der SG Akquinet Lemwerder (1:15:38h) und Sebastian Maschmeyer (SC Herringhausen, M40, 1:19:09h).

Halbmarathon-Siegerin wird Edith Stiepel Strahlende Zweite: Tina Giesen Heike Jacobs siegt in der W50 und wird 3.

Es sei überraschend gut gelaufen, meinte der Sohn von Ultraläuferin Birgit Schönherr-Hölscher hinterher. Er habe nicht viel erwartet, um so mehr freue er sich über den Sieg. Ganz locker sei er in das Rennen gestartet, ohne bestimmte Vorgaben oder Ziele. Dann läuft es oft besser als wenn man verkrampft eine Strategie verfolgt oder einer Zeit hinterherläuft.

Bei den Frauen setzte sich erwartungsgemäß Favoritin Edith Stiepel (W35) vom LC Nordhorn durch. Sie blieb als einzige unter neunzig Minuten und siegte in 1:29:45h. Knapp vier Minuten langsamer war Tina Giesen (W30) von den Lauffreunden Emsland. Die 29-Jährige kam nach 1:33:46h durchs Ziel geflitzt und freute sich sehr über die Silbermedaille. Auf den Plätzen folgte Heike Jacobs (W50) von SV Olympia Uelsen (1:34:36h) und Corrina Tappe aus Wallenhorst (W20) in 1:38:42h.

Streckenrekord durch "Profistaffel"

"Ja, warum müssen denn jetzt auch noch die Profis kommen", fragte Läufertrainer Michael Ibelings augenzwinkernd, "um hier die gut gefüllten Bollerwagen abzuräumen." Gemeint war im Allgemeinen das Rennen im EWE-Staffelwettbewerb, das den einzigen Streckenrekord der Veranstaltung zu vermelden hatte, und insbesondere das mit Spitzenläufern gespickte Männerquartett "Lebenshilfe - Wir bewegen was". Da hatten sich Europameisterschaftsteilnehmer Jens Nerkamp, Andreas Kuhlen, Michael Majewski und Hauke Hansen zusammengefunden, und nicht länger als 2:20:30h gebraucht. Nerkamp (13km) und Kuhlen (7km) waren die erste Hälfte gar in 1:06:46h gerannt, die anderen beiden brauchten sieben Minuten länger. Damit gewannen sie traditionell einen mit Partyverpflegung reichlich bestückten Handwagen, den Läufertrainer Michael Ibelings mit seinem Team noch vor zwei Jahren mit nach Hause nehmen durfte. Witzig daran ist, dass Ibelings und Laufass Andreas Kuhlen gemeinsam das Bahntraining in ihrem Oldenburger Verein leiten, so dass das Partygut zumindest teilweise in der "Lauffamilie" bleibt.

Marco Diehl (111) gewinnt als 3. Marathonmann die M45 An der Hasetalbrücke wird der Landschaftskurs verlassen und in die City eingebogen

77 Viererteams mit 268 Teilnehmern hatten für den Teamwettbewerb gemeldet und dabei am häufigsten die Mixed-Variante mit mindestens einer Frau gewählt. Zu laufen sind in der Reihenfolge 13,5 - 7,5 - 13,5 und 7,5 km. Den gemischten Wettbewerb gewannen Julia Fangmann mit "drei Bengeln für Julia" in 2:36:35h knapp vor Lea Meyers "Katerstaffel" in 2:37:49h. Julia wurde begleitet von Stefan Fangmann, Lars Rolfes und Tobias Penski; die mehrfache deutsche Jugendmeisterin und EM-Teilnehmerin Lea Meyer von Erik und Falk Siemer sowie Torben Casser. Hintergrund des Namens "Katerstaffel" dürfte sein, dass man am Vorabend lange das Abitur gefeiert hatte.

Die Frauenwertung ging auf den ersten beiden Plätzen an die Laufsportfreunde Oldenburg. Gesiegt hat das Team "Running LSF Ladies" in 3:04:46h in der Besetzung Laura Steffen, Nina Wessalowski, Susanne Schmitz und Antje Günthner.

Elias Sansar zum vierten -

Anita Ehrhardt vor Birgit Schönherr-Hölscher

Er habe noch am Vortag arge Knieprobleme gehabt und muskuläre Beschwerden und habe sich kaum bewegen können, berichtete der dreifache Marathonsieger von Löningen, Elias Sansar (M35, LG Lage Detmold) nach dem Rennen. Die neue Arbeitsstelle mit hoher körperlicher Belastung sei ursächlich dafür. Doch am Marathontag sah man Sansar ganz locker auf der Königsstrecke laufen, doch auf den 42 Kilometern weitgehend auf sich alleine gestellt. Noch bei Halbzeit sah es nach einer Zeit von knapp unter 2:30h aus, am Ende siegte er zum vierten Mal in Folge in neuer persönlicher Streckenrekordbestzeit von 2:30:23h. Erst elf Minuten dahinter kam Magnus Gödiker (M40, SV Dohren) als zweiter ins Ziel. Seine Zeit: 2:41:49h. Dauerbrenner Marco Diehl (DVAG-Marathonteam, M45), auch schon Sieger in Löningen, wurde 3. in 2:49:49h vor Sebastian Heymann (M35, SV Concordia Emsbüren) in 2:56:28h. Das waren die vier Läufer, die unter drei Stunden blieben. Den Streckenrekord, den zu knacken 300 Euro bringt, hält seit Jahren Manuel Meyer vom TV Wattenscheid in 2:23:24h.

Im Marathon hat der Sieger der drei letzten Auflagen, Elias Sansar, schon einen großen Vorsprung herausgelaufen Nach der Hälfte der Strecke deutet sich ein spannendes Duell im Frauenmarathon an. Birgit Hölscher liegt nur knapp vor Anita Ehrhardt Magnus Gödiker wird 2. Marathonmann

Dass er, der Sieger Elias Sansar, schon viele Marathons im Jahr gelaufen sei, wie der Moderator meinte, konterte der sympathische Mann aus Detmold, mit den Worten: "Das waren doch erst zwei. Du verwechselst mich wohl mit Nikki Johnstone." Insgesamt habe es in Löningen wieder viel Spaß gemacht, ließ Sansar wissen, und er freue sich aufs nächste Mal.

Gute Laune hatte auch Marathonfrau Anita Ehrhardt (W40) vom SG Akquinet Lemwerder, die in einer überlegenen zweiten Runde Ultraläuferin Birgit Schönherr-Hölscher (W50, PV Witten) niederringen konnte. Bei Halbzeit liefen beide im Abstand von zehn Metern hintereinander, und zwar so, dass man auf keinen Fall gemeinsam laufen wolle, um sich vor dem Wind zu schützen. In der zweiten Runde zeigte sich aber die Überlegenheit der Jüngeren. Ehrhardt siegte in 3:15:23h; Schönherr-Hölscher brauchte gut sechs Minuten länger (3:21:31h). Dritte wurde Christine Kowalski-Beckmann (W45, TSVE Bielefeld, 3:25:28h) vor Katharina Niggemann (W30, Lustlauf mein Verein, 3:29:12h). Der Streckenrekord wird von der Äthiopierin Sani Indiga in 2:39:31h gehalten.

Den einzigen neuen Streckenrekord lief die schnellste Männerstaffel "Lebenshilfe" heraus. Jens Nerkamp, Andreas Kuhlen (Foto), Hauke Hansen und Michael Majewski brauchten nur 2:20:30h Julia Fangmann, an Position 2 laufend, führte ihr Team "Bengel für Julia" zum Sieg in der Mixedwertung. Mit dabei Stefan Fangmann, Lars Rolfes und Tobias Penski Nina Wessalowski hatte großen Anteil am Sieg der "Running LSF-Oldenburg-Ladys" in der Frauen-Staffel-Wertung. Die weiteren Läuferinnen: Laura Steffen, Susanne Schmitz und Antje Günthner

Sansar und Ehrhardt durften sich über Reisegutscheine im Werte von 700 Euro freuen, die Platzierten erhielten in Abstufung ebenfalls finanzielle Hilfen für den nächsten Urlaub. Auf die Siegerehrung mussten die Marathonis allerdings recht lange warten, denn die wird für sie erst um 23 Uhr zelebriert, wenn die Partystimmung langsam ihrem Höhepunkt entgegengeht und die größtmögliche Anzahl von Zuschauern anwesend ist. In Ungeduld verfällt aber niemand, denn die Zeiten der Ehrungen sind schon auf der Ausschreibung nachzulesen und jedem Läufer bekannt. Ganz unbemerkt vom Publikum kommen zur gleichen Zeit die langsamsten Marathonis auf dem Marktplatz ins Ziel und werden zu Nebendarstellern. Dem einen mag das recht sein, der andere bei seinem Debüt vielleicht etwas enttäuscht.

Zum Schluss

Eine sehr interessante Jungläuferin war beim Jedermannslauf über DLV-vermessene fünf Kilometer am Start, die 16-jährige Annasophie Drees aus der Talentschmiede des ausrichtenden Vereins VFL Löningen. Die mehrfache Landesmeisterin wurde vor Wochenfrist für die U-18-Europameisterschaft in Ungarn über 2000m Hindernis nominiert, zeigte aber auch bei ihrer Heimveranstaltung allen anderen Läuferinnen die Hacken. Drees siegte klar in 18:51min vor Trainingskollegin Paula Böttcher vom VFL Oldenburg (W20, 19:45min) und Sabrina Timmes vom TuS Varrel (W35) in 19:50min. Unterwegs hatten einige der vorderen Läufern bei einer Abbiegung bei km 1,5 leicht falsch eingefädelt, was aber auf die Streckenlänge keinen Einfluss hatte und es zu keinen Regelanwendungen kommen sollte wie vor Jahren noch beim Zehner, als die Wertung annulliert werden musste.

Die Sieger des Jedermannslaufs: v.l. Sabrina Timmes (3.), Marvin Pohl (2.), Paula Böttcher (2.), Rene Anselment (1.) und Annasophie Drees, die Siegerin vom VFL Löningen. Sie ist bereits für die U18-Europameisterschaft in Ungarn für das Hindernisrennen und die Bahnlangstrecke qualifiziert und nominiert. Es fehlt Bereket ah Ferem (3.) Marathon Männersieger Elias Sansar hat schon bald nach dem Zieleinlauf Puste genug, um Moderator Andreas Menz Rede und Antwort zu stehen

Bei den Männern konnte Rene Anselment (M35) aus Bremen gewinnen in 17:31min vor dem 16-jährigen Marvin Pohl vom VFL Löningen (17:47min) und Bereket ah Ferem (M20, LG Akquinet Lemwerder) in 18:04min. 93 Männer und 153 Frauen hatten beim Jedermannsrennen teilgenommen.

Der rührige Ausrichter VFL Löningen hat wieder ein rauschendes Läuferfest aufs Parkett gelegt, das laut Läufervotum nicht zu Unrecht zu den schönsten Marathonläufen im Norden gehört. Bei einer Läuferbefragung wurde die Veranstaltung 2017 hinter dem Hamburg und Hannover Marathon auf Rang drei gewählt. Eine große Ehre für das aus 600 Helfern bestehende Team, das in der Vergangenheit schon mehrfach mit der Ausrichtung von Landesmeisterschaften und sogar von den deutschen Crossmeisterschaften geadelt wurde.

Erstmals hatte die Veranstaltung Remmers-Hasetal-Marathon des VfL Löningen einen Charitycharakter. Über die Spendenmatte liefen von drei Teilnehmern je einer (nicht repräsentativ)
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2022 will man zum vierten Mal die Deutsche Crossmeisterschaft an die Hase holen. Dann wird der Marathon seinen zwanzigsten Jubiläumsgeburtstag feiern und vielleicht Elias Sansar zum achten Mal hintereinander gesiegt haben ...

Bericht von Michael Schardt
Fotos Reinhard Jacobs und Michael Schardt

Ergebnisse www.remmers-hasetal-marathon.de

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Michael Schardt
Reinhard Jacobs

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