07.06. - 09.06.18 - Bieler Lauftage - 60. 100-km-Lauf von Biel

Wieder aus der Quelle geschöpft

100km-Sieger: Claudia Bernasconi und Hermann Achmüller sowie 818 weitere

von Constanze & Walter Wagner

Man hat als Ultraläufer mitunter sehr persönliche Kniffe und Tricks, die einem über Tiefpunkte und letztlich über die Distanz helfen. ‚Wenn gar nichts mehr geht, 50 Kilometer gehen immer noch', eine Weisheit, die das Weiterlaufen in schwachen Momenten ermöglicht und die sich bewahrheitet. Aber ein Zuckerschlecken sind 100 Kilometer nicht. ‚Die Hälfte ist bei Kilometer 60 erreicht', eine andere Erkenntnis aus der Bieler Nacht, denn in der Regel fallen die ersten 50 Kilometer leichter. Mag sein, dass sich diese Erfahrung auch organisatorisch als zwar rechnerisch falsch, aber dennoch richtig erweist. Doch wie auch immer, es möge dem Nachfolger von Jakob Etter die Fortsetzung der Bieler Lauftage gelingen.

Mit der 60. Austragung hat der scheidende OK-Präsident Jakob Etter das Dutzend an der Spitze vollgemacht und das Zepter der Verantwortung weitergereicht. Es war ein grandioser Abschluss einer Ära mit allerhand Veränderungen. Freilich hat noch Franz Reist, der Gründer und Erfinder des Bieler 100 km Laufs bei der 40. Austragung den entscheidende Schritt in die Neuzeit gemacht und die Bieler Lauftage ins Leben gerufen. Vielfältige Mitmachangebote über kürzere Distanzen verhelfen seitdem zu einer weiterhin hohen Teilnehmerzahl.

Ehrung der Jubilare vor dem Start durch Susanne Lauper (Lauforganisation Start/Ziel) und Jakob Etter, der nach 12 Jahren als OK-Präsident zurücktritt. Franz Gut aus Stans vor seinem 40. Start. Der 67jährige mit einer persönlichen Streckenbestzeit von 11:00 Stunden wird das Ziel nach 18:44:40 h erreichen Der neue Vorstand Verein Bieler Lauftage stellt sich vor: von links nach rechts: Hans-Jörg Furer (Finanzchef), Martin Reber (Präsident und OK-Chef) und Peter Tschantré (Vizepräsident)
Ausführliche und einladend präsentierte Laufankündigungen im LaufReport HIER

‚Ein Marsch über 100 Kilometer in friedlicher Konkurrenz als Gegenstück zur Verweichlichung und zunehmenden Motorisierung', so schrieb Franz Reist im Jahre 1959 den ersten Hunderter aus. Die Volkslaufbewegung steckte in ihren Anfängen und Dauerläufer wurden mit einem aufmunternden Eins-zwei, Eins-zwei von Wanderern und Spaziergängern aufgemuntert. Als die ersten Stadtmarathons organisiert wurden, zählte man in Biel 1983 den unglaublichen Rekord von 4248 Teilnehmern am Hunderter. ‚Irgendwann musst du nach Biel', der Titel, den Werner Sonntag für sein berühmtes Buch wählte, Erstauflage im Jahr 1978, wurde zum geflügelten Wort.

Erdrückend wirkte sich die wachsende Konkurrenz an Ultramarathon-Herausforderungen auf den Bieler 100km-Lauf aus. Der Absturz der Teilnehmerzahlen fand kein Halten. Die Einführung der Bieler Lauftage 1998 war die Rettung für die Austragung auf einer großen 100 km lange Runde. Sie wird 2019 auf der bekannten Strecke eine Fortsetzung finden, so die Zusage von Martin Reber, dem neuen OK-Präsident. Eine Jubiläumsauflage führt oft zu höheren Teilnehmerzahlen. So wurden bei der 50. Austragung 5091 Meldungen zu den Bieler Lauftage registriert, wovon allein 3030 für den 100 km Lauf abgegeben wurden.

Eingeladen waren zum 60. alle ehemaligen Sieger zu einem Empfang oder zur Teilnahme. Werner Roth, zweimaliger Sieger 1965 und 1966 und viermal Zweiter, in Begleitung seines Sohnes Beat und Constanze Wagner, zweimalige Siegerin 1998 und 2000 und einmal Zweite, trafen beim Empfang aufeinander Bernhard Eggenschwiler, Sieger von 2015 in 7:02 h, ließ es sich nicht nehmen wieder über die 100km Strecke anzutreten, er beendete das Rennen als 15. in 8:27:58 Auch Anke Drescher, Siegerin von 2002 in 8:53 h, genoss einmal mehr die Nacht der Nächte in 13:20:42

Nun also den nächsten Zehnerabschnitt bewältigt. Eine übliche Taktik, sich die gewaltige Strecke in Häppchen einzuteilen. Dies gelingt auch in der Organisation. Auf 40 Jahre mit dem verstorbenen Franz Reist an der Spitze, schulterte Beat Müller die Organisation und freute sich mit Jakob Etter 2006 den Wunschkandidaten als Nachfolger verkünden zu können: Zehnfacher Teilnehmer am Hunderter mit einer Bestzeit von 7:46 h, die der mehrfache Sieger der Seelandwertung 1996 lief. Als OK-Präsident stand er 12 Jahre an der Spitze. Sein Engagement findet eine Fortsetzung. Er verantwortet das Ressort Sicherheit und Nachhaltigkeit.

Zahlen im Spiegel

Mit über 4300 Finisher und einem 20prozentigen Zuwachs zum Vorjahr schließen die Bieler Lauftage 2018 erfolgreich ab. Selbst der 100 km Lauf schreibt mit 820 Finisher, davon 147 Frauen, ein deutliches Plus. Hinzu kommen 216 Teilnehmende, die ihren Lauf an einer der Teilstreckenziele in Oberramsern (38 km - 26), Kirchberg (56,1 km - 139) oder Bibern (76,7 km - 51) offiziell beendeten und in den Teilstrecken-Ranglisten aufgeführt sind.

Mit dem Erlebnislauf starten die 60. Bieler Lauftage. Die Bienna Jets, ein schweizerischer American Footballverein aus Biel, führen die Teilnehmer die ersten Meter auf die erlebnisreiche 13,5 Kilometer lange Strecke von Biel direkt nach Aarberg

100 Kilometer liefen 15 Militär-Patrouillen, also 30 Teilnehmende. Die 100 km als Stafette schafften 196 Fünfer-Teams (980 Finisher) und 19 Paare beim Partnerlauf (38 Finisher). Den kurzen Ultramarathon über 56 Kilometer absolvierten 132 Läufer und Läuferinnen (46). 578 nahmen mit Erfolg am Halbmarathon teil, davon 177 Frauen.

Immer beliebter und zur festen Größe entwickelt sich Erlebnislauf über 13,5 km mit 670 Zieleinläufen. Komplettiert wird das sportliche Zahlenwerk von 851 Kindern beim Kids-Run am Donnerstag. Neu war die Celebral-Einlage mit Behinderten und Prominenten, die als gemischte Paare rund 400 Meter in Rollstühlen zurücklegten. Sieger waren diejenigen, die ihre benötigte Zeit am genauesten vorhergesagt hatten.

Der Start zum Lauf in die Nacht über 100 km erfolgt um 22.00 Uhr. Mit dabei die 56km Ultra-Marathonis, Partner- und Stafettenläufer

Die Nacht der Nächte

Am Palais des Congrès Bienne und um den Zentralplatz haben die Inlineskater mit ihren Rennen das sportliche Treiben eröffnet. Die Zuschauer lassen sich von den schnellen Rollsportlern gern an die Strecke locken. Noch sind die Straßen nass und es grollt am Himmel. Einzelne Blitze schrecken die eintreffenden Läuferinnen und Läufer auf. Auf dem glitschigen Asphalt gibt es auch Stürze, aber wohl keine ernsten Verletzungen. Endlich um 21 Uhr 05 beendete der Startschuss für die Erlebnisläufer das lange Warten. Die erwartungsvolle Unruhe für 100 km und 56 km Aspiranten dauerte bis 22.00 Uhr, dann wurde endlich losgeprescht. Eine halbe Stunde danach gingen die Teilnehmer des Halbmarathons ins Rennen, die dank einer Zusatzrunde in Biel bis Aarberg auf 21,1 km kommen. Letztlich machen sich um 23.00 Uhr die Stafetten auf die Aufholjagd.

Der Zentralplatz in Biel verabschiedet die Läufer in die Dunkelheit In Aarberg endet nach 13,5 km der Erlebnislauf

Eine Ehrung für besonders häufige Teilnahmen gab es auch 2018. Der Tradition verpflichtet gab es Einladungen zu einem Empfang ehemaliger Siegerinnen und Sieger. Doch viele, die sich beim 50-Jahr-Jubiläum nochmals aufgerafft hatten, fehlten nun endgültig. Alles hat seine Zeit. Unvergessen bleibt Franz Reist, der im Frühjahr 2017 von uns gegangen ist. Uneinholbar scheinen die deutschen Rekordsieger Birgit Lennartz und Helmut Urbach mit je sieben Siegen. Ebenso in Stein gemeißelt könnten die Streckenrekorde von Birgit Lennartz (7:37 h - 1997) und Peter Camenzind (6:37 h - 1996) noch viele Anstürme überdauern. Was bleibt ist die Faszination, die der 100 km Lauf durch die Nacht bei den Teilnehmenden hervorruft. Die großartige Stimmung in den Dörfern, das Tageserwachen in der Naturlandschaft Seeland, der überwältigende Zieleinlauf am Kongresszentrum.

Jakub Glajcar aus Polen führt in Aarberg bei ca. 17 km mit großem Vorsprung. Bis Oberamsern bei km 38 liegt er in Führung, in Kirchberg bei km 56 steigt er als 14. aus Der Bieler Gilles Champion folgt als nächster mit der Nummer für den 56km langen Ultra-Marathon. Letztes Jahr noch Zweiter mit 3:51:43, wird er dieses Jahr in 4:05:54 gewinnen Ebenfalls flott unterwegs ist in Aarberg Fabian Meier, der die Partnerläufer anführt. Nach 56km wird er den "Staffelstab" an seine Partnerin Daniela Byland übergeben

Die Rennen 2018

Der Ablauf zielt darauf, die 100 km Runde zu beleben. Dies gelingt aufgrund der zeitversetzten Startzeiten, sowie mit den diversen Programmangeboten ziemlich perfekt. Die in Biel erlaubten Radbegleiter, eine Velo-Vignette ist erforderlich, fahren bis Lyss vor, greifen also erst nach etwa 22 Kilometern hinter Aarberg ins Geschehen ein. Die Erstplatzierten allerdings werden von Beginn an von offiziellen Radfahrern begleitet, die den Rennverlauf an der Spitze kontrollieren.

Hermann Achmüller folgt auf der stimmungsgeladenen Holzbrücke von Aarberg weit hinter einigen Schnellstartern, aber noch vor seinen besten Gegnern über 100 km in dieser Nacht Mit der Nr. 1 Vorjahresieger Rolf Thallinger, Daniel Rhyner (mitte) und Andreas Wälchli (rechts) als 100km Verfolgertrio

Was für die Zuschauer das Spektakel vergrößert und etwa in Aarberg zu einem beinahe unendlichen Lindwurm führt, macht es den 100 km Läuferinnen und Läufern nicht einfacher, denen es sowieso kaum gelingt sich auf den ersten Rennkilometern zurückzuhalten. In Aarberg laufen zunächst die 13,5 km Erlebnisläufer ins Ziel, die dank eines direkteren Streckenverlaufs ungefähr vier Kilometer weniger Wegstrecke bis auf den Stadtplatz haben. Sie werden von den Zuschauern begeistert empfangen, egal ob sie als Läufer oder Walker teilnehmen. Die Freude steht ihnen ins Gesicht geschrieben, war doch die Nacht und die Bedingungen mal wieder optimal.

Bei den Frauen hat Virginie Bagnoud die Führung von Beginn an übernommen Jutta Kramer folgt zunächst als 4., das Ziel wird sie als 7. erreichen Claudia Bernasconi liegt in Aarberg noch auf Rang 5

Halbmarathonziel in Aarberg

Nicht immer leicht ist es für die schnelleren Läufer auf der schmalen, beidseits mit Zuschauern besetzten Holzbrücke von Aarberg an den Erlebnisläuferpulks vorbei zu kommen. Schwierig auch für die Zuschauer die Führenden der einzelnen Kategorien auszumachen. Im Zieleinlauf von Aarberg werden die Halbmarathonläufer erwartet. Nach 1:19:28 h steht Lokalmatador Christoph Balmer als Sieger fest. Ihm folgt Christian Fischer, ebenfalls aus Aarberg in 1:20:29 h als Zweiter. Der Japaner Fumiaki Fujita komplettiert in 1:20:43 h das Siegerpodest für den Basel Running Club.

Ein Highlight der Bieler Laufstrecke ist die Holzbrücke über die Alte Aare in Aarberg ... ... dieser Ort ist auch erster Gratulant des Halbmarathon-Siegerpaars Markéta Maly aus Tschechien (1:23:48) und Lokalmatador Christoph Balmer aus Aarberg (1:19:28) Hinaus aus dem illuminierten Aarberg - eintauchen in die Dunkelheit

Es sind gerade zehn Männer über die Ziellinie geeilt, da kommt schon die in Siselen im Seeland beheimatete Tschechin Markéta Maly nach 1:23:48 h ins Ziel. Die Eidgenossinen Karin Jaun aus Untersee (1:30:17 h) als Zweite und Tiziana Ringgenbeg aus Belp in 1:31:34 folgen auf den Plätzen zwei und drei. Insgesamt rund 1250 Zieleinläufe, dazu der Stafettenwechsel beleben den malerischen Ort Aarberg bis spät in die Nacht. Für die weiterlaufenden Athleten endet die aufregende Passage abrupt am Ende des Stadtplatzes. Durch einen befahrbaren Hausdurchgang entschwinden sie bereits wieder in die Nacht.

Der Deutsche Matthias Vettermann gewinnt bei seiner 15. Teilnahme wie im Vorjahr die M60, war diesmal aber schneller. Letztes Jahr benötigte er 9:06:51, dieses Jahr 8:54:12, seine drittbeste in Biel gelaufene Zeit 6. Teilnahme und 6. Platz in der Gesamtwertung für Sabine Engel aus München (links/2003). Bis auf letztes Jahr (12.) lief sie immer in die Top Ten. Ihre beste Platzierung Rang 4 (2013). Ihre schnellste 100km Bielzeit 9:08:34 (2015). Heute gewann sie in 9:47:41 zudem die W50. Rechts neben ihr Ricarda Bethke aus Solothurn. Sie lief heute bei ihrer 5. Teilnahme als 16. und 3. W55 nach 10:38:25 ins Ziel 9. Teilnahme des Schweizers Hans Frieder und Sieg in der M65 in 11:24:18. 2009 lief er als M55er in 9:28:58 seine beste 100km Bielzeit 4. Teilnahme und 4. Sieg in der W60 in 10:35:03 für Ursula Herger aus Gurtnellen. Seit 2015 ist sie dabei und lief ihre schnellste Zeit 2016 mit 9:41:25

Auf nach Kirchberg - Ziel des 56 km Ultramarathons

Oberramsern im Limpachtal ist nach 38 Kilometern erreicht. Wer es bis hierher schafft, dem wäre bei einem Marathon das Finish beinahe sicher. Mit der Aussicht auf weitere 62 Kilometer lockt die 1. Teilstrecke mit offiziellen Rücktransport zur vorzeitigen Aufgabe. Für alle anderen geht es weiter. Stafetten wechseln nach Aarberg hier zum zweiten Mal. Hinter Jengenstorf ist kurz vor Kernenried die halbe Distanz geschafft und schon sechs Kilometer später ist in Kirchberg großes Hallo. Der erste Paarläufer wechselt auf seinen Partner. Die Stafetten bringen die frische dritte Kraft ins Spiel.

Ultra-Marathonis (gelbe Nummer) und 100km-Langstreckler (rote Nummer) teilen sich die 56 km Strecke von Biel bis Kirchberg Gleich hinter der Holzbrücke über die Alte Aare geht es über den Stadtplatz von Aarberg

Die 100 km Läufer zeigen, dass sie nicht spurlos über die Wegstrecke gekommen sind, und doch liegt noch mehr als ein ganzer Marathon vor ihnen. Es ist Hermann Achmüller der bei den Männern führt. Vorjahressieger Rolf Thallinger liegt über fünf Minuten zurück, doch dies ist beim 100 km Lauf noch Schlagdistanz. Dahinter kündigen sich Dramen an. Anzeichen sind schlechte Gangart oder übermäßig langes Verweilen am einladenden Verpflegungsbuffet. Tiefs gehören aber zum Geschäft und können sich rasch wieder verflüchtigen. Claudia Bernasconi hat bei den Frauen die Führung übernommen, gefolgt von Virginie Bagnoud, deren Startnummer 21 auf einen Vorerfolg hinweist.

Markus Wenger (links) und das Helferehepaar "Aeschlimann". Ulrich Aeschlimann hat 2017 mit seiner 20. Teilnahme und dem AK-Sieg in der M65 (9:50:31) seine "Bielkarriere" beendet. Seine beste Platzierung, Gesamtrang 10, und Bielbestzeit mit 7:54:01 erzielte er 2001. Heidi lief bei ihren 11 erfolgreichen Teilnahmen 7x in die Top Ten. Beste Platzierung Rang 2 in 8:34:23 (1997). Markus Wenger taucht 5x in der Overall-Finisher-Liste auf mit einer PB von 8:11:21 h. Seit 2016 der 56 km Ultra-Marathon eingeführt wurde, empfängt er die 'Kurzstreckenultras', deren Schnellste an Ort und Stelle geehrt werden In Kirchberg bei km 56, der 2. Teilstrecke des 100km-Laufs, findet auch ein Wechsel der aus fünf Teilnehmern bestehenden Frauen-, Männer- oder Mixed-Stafetten statt ... ... und der "Partnertausch" beim Paarlauf. Hier die Gipfelstürmer Willi Rindlisbacher und Michaela Hügli, die Rang 2 von 14 in der Wertung mixed erreichen werden. Im Partnerlauf kamen noch weitere zwei 'sie+sie' und drei 'er+er' Teams ins Ziel

Kirchberg ist Auffanglager der 2. Teilstrecke. Für die Teilnehmer am 56 km Ultra Marathon ist es das richtige Ziel. Im Vorjahr hießen die Sieger Kay-Uwe Müller und Branka Hajek, die beiden Deutschen sammelten Wertungszeiten für den Europacup der Supermarathons. Leider ist Biel nicht mehr im Europacup. Die Podien waren jeweils rein eidgenössisch besetzt. Bei den Männern siegte Gilles Champion aus Biel in 4:05:54 h vor Markus Zeder aus Burgdorf in 4:26:13 h und Peter Obrecht aus Tscheppach in 4:47:47 h. Auch die Frauensiegerin Claudia Hugi aus Oberwil b. Büren verfügte über einen gewaltigen Vorsprung und war nach 5:05:53 h im Ziel. Knapp jedoch die Entscheidung um Rang 2. Regine Aeberhardt aus Kirchberg nutzte den Heimvorteil und wurde in 5:27:28 h sechs Sekunden vor Jasmin Fahrni-Orschel aus Biezwil Zweite.

Hermann Achmüller in Kirchberg bei km 56 in Führung Erster Verfolger Rolf Thallinger Matthias Christen folgt als 3.

Über den Emmendamm nach Biberist und weiter nach Bibern

Der legendäre Emmendamm dürfe nicht gelaufen werden, so hieß es zuletzt. Dass dann doch ein Teil gelaufen wurde, überraschte selbst Rolf Thallinger, der mit Matthias Klotz, wieder schnellster Seeländer, Trainingsläufe auf der Originalstrecke anbietet. Leicht ist der Streckenabschnitt nicht zu laufen, wenngleich er tendenziell abwärts geht. Kleinere Veränderungen der Strecke werden immer mal erforderlich, der Bau der Autobahn führte vor rund 20 Jahren zu einem Einschnitt, dann der Wegfall des Zielorts mit dem Abriss des Eisstadions. In der Folge wurde das Ziel mal am Bieler See und jetzt fest an das Kongresszentrum verlegt.

Daniel Rhyner hält den 4. Platz von Kirchberg bis ins Ziel Stefan Lüscher wird als 5. durchs Ziel in Biel einlaufen, in Kirchberg war er noch 6. ... ... hinter Markus Camenzind, der den 6. und letzten Platz unter 8 Stunden erreichen wird

In Bibern sind nach 76,7 km der letzte Wechsel der Stafetten und die letzte offizielle Teilstrecke erreicht. Noch sind es etwa 60 Bahnrunden bis ins Ziel. Wohl dem der seine Kräfte einzuteilen wusste. Die Zwischenstände beim Hunderter zeigen, es wird spannend. Der erfahrene Rolf Thallinger hat den Rückstand fast aufgeholt und liegt nur noch anderthalb Minuten hinter Hermann Achmüller. Matthias Christen aus Madiswil ist mit weiteren acht Minuten auf einem sicher wirkenden dritten Rang, sieben Minuten vor dem Thuner Daniel Rhyner.

Bei den Frauen kündigt sich ein Sieg von Claudia Bernasconi an, die hier elf Minuten Vorsprung hat. Hinter ihr kommen die Plätze in Bewegung. Virginie Bagnoud ist Zweite, aber Nicole Berner rückt ihr auf den Pelz. Julia Dennisen und Birgit Fauser fechten um den vierten Platz und um den Rang der besten Deutschen. Geplatzt ist mitunter eine Favoritin viel weiter in Führung liegend noch auf dem letzten Fünftel des Parcours.

Claudia Bernasconi hat in Kirchberg bei den Frauen die Führung übernommen Kontrolle in Kirchberg, denn es fanden auch die Schweizer Meisterschaften statt. Virginie Bagnoud, mittlerweile auf Rang 2 zurückgefallen, wird hier vom Kampfrichter gebeten ihre Nummer, die durch ihr Hemd verdeckt war, vorzuzeigen Chefsache: In freudiger Erwartung der Sieger des 60. 100-km-Laufs von Biel, Martin Reber (links) und Jakob Etter

Über Büren an der Aare und entlang des Nidau-Büren-Kanals ins Ziel

Die Eindrücke sind verschieden. Läuft man auf Sieg, kommt man bei Tagesanbruch ins Ziel. Für Teilnehmer um die 12 Stunden ist es am Emmendamm schon hell. Wer länger braucht, den hat am Samstag schon oft die Hitze zu schaffen gemacht. Der Bieler Hunderter hat also mehrere Gesichter. In Büren a. A. brät Rösti mit Speck auf der Grillpfanne. Die Zuschauer starren gebannt den Flusslauf entlang, denn das Licht des Führungsrad wird den Führenden in der Dunkelheit schon in der Ferne ankündigen. Es ist 13 Kilometer vor dem Ziel noch immer Hermann Achmüller und er wird später berichten, dass es zwischen Kilometer 80 und 90 wieder richtig gut lief. Rolf Thallinger folgt und lauert weiter auf seine Chance.

So ganz perfekt sind die Laufzeiten und Streckenrekorde nicht zu vergleichen. Dabei ging es aber auch immer darum einen schönen Kurs anbieten zu können. Dem Anstieg nach Gossliwil hinter Bibern wird kaum jemand nachtrauern, umso kürzer ist das Gefälle nach Arch. Romantisch der Weg nach Büren, von der Flusslandschaft verzaubert. Oft hört man, Biel, das brauche ich nicht mehr, ich laufe lieber Trails. Dann hilft es die Stimmen im Ziel aufzuschnappen, nach einer perfekten Austragung wie 2018. Das Leuchten in den Augen der Finisher, die Statements unter dem Eindruck der erbrachten Leistung. All das belegt, noch immer sind die Bieler Lauftage eine herausragende Veranstaltung und ein lohnendes Event.

An der historischen Holzbrücke von Büren an der Aare vorbei winken die letzten 12 Kilometer, auch für Peter Rautenberg aus Kronberg, der hier den Brunnen passiert und das Ziel in guten 12:14:43 Stunden erreichen wird

Der Sieger

Biel zu gewinnen, das ist für Schweizer ein Traum. Der hatte sich für Rolf Thallinger im letzten Jahr erfüllt, im 12. Anlauf und davor immer in den Top-Ten. Als Schweizer Meister und Titelverteidiger war er nun in einer ganz neuen Rolle am Start und dem 48jährigen wäre ein ‚Versagen' leicht zu verzeihen gewesen. Doch erneut zeigte er seine Verlässlichkeit und er spielte all seine Erfahrung aus. Allein Hermann Achmüller musste er sich beugen. Der 47jährige Südtiroler aus Brixen mit einer Marathonbestzeit von 2:18 h siegte in 7:29:30 h bei seiner ersten Teilnahme in Biel.

Er ist dennoch kein Unbekannter in der Laufszene. Seine Pacemaker-Dienste für Eliteläuferinnen sind legendär. 2001 führte er Naoko Takahashi in Berlin zum Frauenweltrekord in 2:19:42 h, 2004 Yoko Shibui zum japanischen Rekord von 2:19:39 h. 2014 und 2015 nahm Anna Hahner seine Dienste beim Berlin-Marathon in Anspruch. Hermann Achmüller feierte 2008 mit dem Sieg beim Jungfrau Marathon seinen größten Erfolg.

Sektempfang für den Südtiroler Hermann Achmüller, der bei seiner ersten Teilnahme gewinnt Vorjahresieger Rolf Thallinger wird Zweiter und wiederholt den Titelgewinn bei der Schweizer Meisterschaft

Nun, bei seinem siebten Hunderter und mit einer Bestzeit von 6:54 h, gelaufen in Winschoten, wo er 2015 mit der italienischen Mannschaft Vize-Weltmeister wurde, begleitete ihn Richard Umberg, der Rennleiter des Jungfrau-Marathons, auf dem Velo in Biel. Nach der eigenen Laufkarriere blieb Umberg als Trainer dem Sport verbunden und hatte mit Franziska Rochat-Moser die herausragende Schweizer Marathonläuferin der 90er Jahre betreut, die u.a. beim New York Marathon siegte. Ein Jahr nach Beendigung ihrer Karriere verunglückte sie 2002 bei einem Lawinenabgang tödlich.

Für Hermann Achmüller war es nach dem ‚cento km seregno' 2016 der Zweite Sieg bei einem 100 km Lauf. Als seine beste Leistung empfindet er die 6:58:01 h, die er bei seinem ersten Hunderter im Jahr 2013 auf der schweren Strecke des 100km del Passatore gelaufen war. "Das war schwere Arbeit", gestand er im Ziel des Bieler Hunderters. Kurz vor Aarberg war er falsch gelaufen, geschätzte 600 bis 800 Meter. Das war schwierig, weil der Pole Jakub Glajcar in Führung liegend weit enteilt war und hier nicht erahnt werden konnte, dass er in Oberramsern aussteigen würde. Alles ging gut aus und Hermann Achmüller zog ein erstes Fazit: "Ein super Rennen, sensationell. Die Wetterbedingungen waren perfekt."

Die schnellste gemischte Stafette "Biel/Bienne Athletics" mit Barbara Kocher, Manuela Fahrni, Patrick Lüscher, Noah Enzmann und Kevin Hegg laufen 7:12:01 Stunden von Biel nach Biel Die "füf herte Sieche" mit Fiona Zoebeli, Chantal Schöni, Robine Bodenmann, Lea Eltschinger und Nadja Kehrle sind nach 7:46:43 die schnellste Frauen-Stafette

Rolf Thallinger aus Utzenstorf baute mit dem zweiten Rang in 7:33:12 h seine lange Erfolgsliste von Biel aus. Zweiter war er nun zum dritten Mal geworden. "Das ich angekommen bin, ist die größte Leistung", kommentierte der Schweizer Meister seine erfolgreiche Titelverteidigung. Dahinter verbesserte sich Matthias Christen in 7:48:38 h auf den dritten Rang. Im Vorjahr war der Schweizer Vizemeister in 7:57:16 h Vierter und Dritter der nationalen Meisterschaft geworden. Ihm folgte Daniel Rhyner in 7:52:42 h vor Stefan Lüscher aus Kerzers in 7:54:35 h. Markus Camenzind aus Altdorf wurde in 7:56:19 h Sechster. Hinter ihm finishte ein internationales Trio, der Italiener Giorgio Rovei in 8:13:34 als Siebter, Wolfgang Michl aus Österreich in 8:16:15 h und der Luxemburger Dan Thuy, der in 8:18:14 h Neunter wurde.

Schnellste Partnerläufer sind die 'Gemischten' Daniela Byland und Fabian Meier. Nach 8:16:00 h kamen sie als "1984" ohne George Orwell ins Ziel Die Männer Stafette "LCA Bärn" lief mit Oliver Schild, Daniel Nacht, Andras Tesucher, Alain Felder und Samuel Werthmüller in 6:32:41 Stunden als Schnellste durch die Nacht der Nächte

Debütantin siegt in Biel

Claudia Bernasconi aus La Tour-de-Peilz nahe Montreux nutzte die Gelegenheit gleich ihren ersten 100 km Lauf zu gewinnen. Nach 8:53:34 h war sie ihm Ziel. Mit einer Marathonbestzeit von 2:48 h, gelaufen beim Lausanne Marathon, konnte die 34jährige auf 15 Jahre Lauferfahrung bauen und nach 50 Kilometern die Führung übernehmen. Erstaunlich ist, dass sie erst 5 Monate vor dem 100 km von Biel ihr erstes Kind, ein Mädchen, geboren hatte. Nach einer Pause von nur einem Monat begann ihr Training. "Der Kurs ist nicht leicht, aber ich mag es, in der Nacht zu laufen. Die Luft ist frischer und es kann auch ein Vorteil sein, dass man nicht so genau sieht, wo es lang geht und wie weit es noch ist", schmunzelte sie und weiter: "Beeindruckend, wenn die Vögel am frühen Morgen zu singen beginnen." Claudia Bernasconi müsste bei idealer Vorbereitung in den Bereich einer Zeit um acht Stunden oder darunter vordringen können.

Claudia Bernasconi siegt bei ihrem ersten 100km-Lauf, wird sogleich Schweizer Meisterin ... ... und freut sich mit Jakob Etter und ihrem "radcoachenden" Ehemann über ihren Erfolg. Sie blieb als einzige Frau unter 9 h

Nicole Berner aus Müntschemier hat nach eigener Aussage sportlich gemütlich begonnen. In Aarberg war sie Zwölfte, in Kirchberg auf den fünften Platz vorgerückt. Bibern passierte sie als Dritte und ins Ziel kam sie nach 9:06:21 h als Zweite und Schweizer Vizemeisterin. Erst sieben Kilometer vor dem Ziel lief sie auf Rang 2 vor. Zweite war sie auch im Vorjahr über 56 km in 5:01:31 h geworden. "Es war eine super Nacht. Es ist ein Privileg anzukommen. Vor solch einem Rennen plagen einen doch immer Zweifel, ob die Kraft bis zum Schluss reicht", sagte Nicole Berner im Ziel. Bei ihr lief heuer alles gut. In Kirchberg verpflegte sie sich mit Haferbrei und Kaffee.

Letztes Jahr 2. Frau beim 56km Ultra-Marathon, heute 2. Frau im 100km Lauf. Nicole Berner, die "sportlich gemütlich" begonnen hatte Virginie Bagnoud läuft als 3. Frau in ihrer Geburtsstadt Biel ein. Geleit geben ihr ihre Kinder und der Ehemann als Radcoach

Virginie Bagnoud aus Denges wurde in 9:11:53 h Dritte. Bis Oberramsern hatte sie geführt, in Kirchberg und Bibern lag sie auf dem zweiten Platz. Aber zwischendrin ging es ihr schlecht und so ging auch der zweite Platz verloren. Begleitet wurde sie wie die Siegerin von ihrem Ehegatten per Velo. Den Zieleinlauf gemeinsam mit der Mama ließen sich ihre Kinder nicht nehmen. Virginie Bagnoud ist in Biel geboren. Es war ihre dritte Teilnahme und in den beiden Vorjahren wurde sie jeweils Fünfte, 2016 in 9:35:06 h und 2017 in 9:20:28 h. Ihr forscher Rennbeginn wurde mit einer besseren Platzierung und einer besseren Zeit belohnt. Zudem rettete die Dritte der Meisterschaft die Sprintprämie von Aarberg (CHF 500,-) über die Runde. Ein Top-Ten Platz ist Voraussetzung zur Auszahlung. Bei den Männern kam die Sprintprämie entsprechend nicht zur Auszahlung.

Beste Deutsche mit Platz 4 wird Birgit Fauser aus Bad Wurzach Bei den Männern ist der in Bern lebende Marc Schneider bester Deutscher mit Rang 16 Zweitbester Deutscher und M50-Sieger wird Igor Schiffner aus Besigheim Dietmar Göbel (3.M50) und Thore Göbel (3.M20) aus Donaueschingen laufen die gesamte 100km Strecke gemeinsam bis ins Ziel, wo sie beide auf Rang 31 mit 9:01:57 gewertet werden. Sie starten für die LSG Schwarzwaldmarathon, deren Int. Schwarzwald-Marathon am 14.10. zum 51. Mal stattfindetn wird

Vierte wurde in 9:20:23 h Birgit Fauser aus Deutschland, die diesen Rang zwar schon in Oberramsern und in Kirchberg belegte, dann aber Bibern auf Rang 5 passierte. Erst auf den letzten Kilometern gelang es der Läuferin aus Bad Wurzach noch die zweitbeste Deutsche, Julia Dennisen aus Rösrath, einzufangen, die mit 9:23:57 h Fünfte wurde. Birgit Fauser war das erste Mal in Biel dabei, hat aber Erfahrung über 100 km bei Trail-Läufen in den Bergen gesammelt. Aus diesem Lager wurde ihr eher abgeraten. Biel, das sei nicht so toll, da muss man nicht hin. Aber sie hatte das Bedürfnis auf relativ flacher Strecke 100 km zu laufen. Und ihr Urteil: "Der Lauf ist der Hammer, die Stimmung an der Strecke, die Freundlichkeit der Helfer, die gut ausgezeichnete Strecke..." Sie hatte vorsichtig begonnen, sich eine Zeit um 9.00 Stunden ausgerechnet. Nach 30 Kilometern hat sie nur überholt. "Nur der Emmendamm", so die Trailläuferin, "der war gar nicht so leicht zu laufen."

Der Sieger des 60. 100-km-Laufs von Biel Hermann Achmüller aus Südtirol und sein prominenter Fahrrad-Coach in der Nacht der Nächte, der fünfmalige Schweizer Marathonmeister Richard Umberg (PB 2:13:37 h 1984). Umberg kennt Achmüller seit seinem Sieg beim Jungfrau Marathon 2008, wo er Rennleiter ist und motivierte ihn zur Teilnahme am 100km Lauf von Biel Im Ziel wurden 60 Jahre 100-km-Lauf von Biel zelebriert, und auch Hauptsponsor Coop konnte mit seiner Bio-Marke Naturaplan ein 25jähriges Jubiläum feiern Vor 10 Jahren schmückte das Sujet vom Gründer des Bieler 100-km-Laufs Franz Reist die Medaille zu den 50. Bieler Lauftagen
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Noch 12 Stunden bis zum Zielschluss

Die 100 km von Biel sind für die meisten noch lange keine geschlagene Schlacht, wenn in Biel zur Siegerehrung aufgerufen wird. Der betriebene Aufwand der Mehrtagesveranstaltung ist immens. Die Laufstrecke, die teils abweichende Radstrecke sowie die Straßen für den Autobegleittross müssen markiert werden und in der Nacht sichtbar sein. Allein für die Streckensicherung sind Hunderte von Helferinnen und Helfer im Einsatz. Die letzten Tage vor dem Lauf ist das OK-Team mit letzten Vorbereitungen enorm gefordert und die Nacht der Nächte ist auch für die Organisation und die Helfer eine große Herausforderung und Ausdauerbelastung. Ohne die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer wären die Bieler Lauftage nicht durchführbar.

Das prognostizierte Aus nach der 50. Austragung war nicht eingetroffen, nun sehnen Schwarzmaler das Ende der großen Runde herbei, die an sich die Fortsetzung gefährden würde. Freilich ist der Bieler Hunderter als Mehrrundenlauf nicht vorstellbar. Eine Zusage, dass es bleibt wie bisher, die gibt es nun, aber alles hat auch immer ein Ende. Möge man in Biel die 100. Austragung 2058 begehen. Es wäre vor allem den Läuferinnen und Läufern zu wünschen, die erst im jetzigen Jahrtausend geboren wurden. Die 61. Bieler Lauftage vom 13. bis 15. Juni 2019 bieten die nächste Gelegenheit zur Teilnahme. Und um mit Werner Sonntags Worten zu schließen: Irgendwann musst du nach Biel.

60. Bieler Lauftage 2018:
Respekt und Demut
Die letzte Stunde vor dem Start in die lange Nacht. Es ist, als ob die Luft vibriert, voller Vorfreude und Vorstartspannung. Geschäftiges Treiben in und um das Kongresszentrum. Letzte Vorbereitungen werden getroffen. Nochmals still werden, auf den Start fokussieren. Dabei tief einatmen, über die Bronchien die Lungen mit frischem Sauerstoff füllen. Dennoch verbleibt bei diesem Start Nervosität, die mich durchpulst. Ich bin gespannt, ob ich gut durchkomme, bei der großen Willens- und Ausdauerprüfung. Mein Trainingsstand ist nicht sonderlich gut, ich hatte wenig Zeit, um konsequent zu trainieren. Es begann im Herbst letzten Jahres. Zunächst Schlusslektorat für mein erstes Buch: "In die Stille"; seit Januar ist es auf dem Buchmarkt. Und dazu noch eine Verschärfung meiner Atemprobleme. Seit vielen Jahren immer wieder ein Kampf um Luft, Luft zum Leben.
Laufen als Spiegel der Seele
von Rüdiger Schaller im LaufReport HIER

Bericht und Fotos von Constanze & Walter Wagner

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Ergebnisse www.100km.ch
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